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Tauchen als Betriebssport - Berufstauchen Abgesandt von Aneirin am 06.07.2006 - 12:21:
Ich bin Fachkraft für Arbeitssicherheit (bisher kein Taucher) und habe in einem Unternehmen eine Gruppe Taucher die auch gerne kleinere Einsätze für Ihr Unternehmen tauchen möchten. Es soll in einem Fluss in max. 12 m Tiefe bei schlechter (gar keiner) Sicht getaucht werden, um am Schmutzfang eines Wehrs, einer Wasserkraftanlage, Holzstücke und ähnliches zu entfernen. Was ist hierfür an Ausbildungen, schriftlichen Anweisungen, Untersuchungen o. ä. erforderlich?
Vielen Dank im voraus
Antwort von Mönchsrobbe am 06.07.2006 - 12:51 oh Gott. Ich denke sogar, die Anfrage ist ernst gemeint.
Tödliche Tauchunfälle an Stauwehren kommen sogar bei Profis vor. Ich erinnere mich an 4 tödliche Unfälle in diesem Zusammenhang in den lezten 2 Jahren.
Mein Antwort, überlass dies den Profis.
Berufsarbeiten sollen auch nur Berufstaucher ausführen.
Flusstauchen = Spezialausbildung
Arbeiten ohne Sicht = Berufstaucher
med. Untersuchungen = Berufstaucher und Tauchlehrer jährlich
Anweisungen: Der Betreiber der Wasserkraftanlage muss dazu die Anlage ausser Betrieb setzen. Und trotzdem bestehen erhebliche Restrisiken.
Je nach Land bestehen sogar gesetzliche Vorschriften, die der Betreiber kennen muss.
Eine Hobbytauchgruppe dazu einzusetzen, auch wenn sich alle für gute Taucher halten, ist unverantwortlich und bei einem Unfall darf man sich mit den Untersuchungsbehörden auseinander setzen.
Lass es bleiben. Da Gegenteil von gut ist GUT GEMEINT!!!
Antwort von 112taucher am 06.07.2006 - 13:23 "... 4 tödliche Unfälle in diesem Zusammenhang in den lezten 2 Jahren."
Hier nur einer davon: Hier klicken
Günter
Antwort von Boxerfahrer am 06.07.2006 - 14:22 @112
schade, das da nichts näheres drinsteht, würde mich gern über die pot. Gefahren schlau machen. Wehr kann ich mir Denken, aber Schleuse ?
Antwort von **-diver am 06.07.2006 - 15:02 Helden sterben jung - der Ertrag dürfte nicht einmal ansatzweise im angemessenen Verhältnis zum Risiko stehen. Und du als Fachkraft für Arbeitssicherheit möchtest auch gerne noch irgendwie mit drinhängen ??
LASST ES - Die Taucher deines Betriebs sollten sich lieber nach Feierabend zu einem gemütlichen TG verabreden und es genießen. Davon dürften alle mehr haben.
Antwort von zufaulzumeinloggen am 06.07.2006 - 15:18 @Aneirin
Ich habe sowas schon gelegentlich gemacht. Frag mal bei der Tiefbau-Berufsgenossenschaft nach. Die müssten dir weiterhelfen können.
Antwort von Aneirin am 06.07.2006 - 16:01 Erstmal vielen Dank für Eure Antworten.
Aus den bisherigen Beiträgen habe ich gesehen, dass meine Angaben vielleicht nicht ausreichend waren. Wenn Arbeiten am Schmutzfang durchgeführt werden, ist die Wasserkraftanlage selbstverständlich abgeschaltet und das zugehörige Wehr geschlossen. Eine gewisse Strömung ist im Fluss natürlich immer vorhanden, bei besonderen Bedingungen, wie z. B. Hochwasser, können die Arbeiten selbstverständlich liegen bleiben bis wieder vernünftige Bedingungen vorherrschen.
Ist es grundsätzlich möglich dem „normalen“ Tauchschein eine Art Upgrade zu verpassen um als „Berufstaucher“, von mir aus mit bestimmten Einschränkungen wie Tiefe, Gewässerart oder Art der Arbeiten, tauchen zu können? Die Kosten für Ausbildung, Untersuchungen, Equipment, Versicherung usw. könnten vom Unternehmen gestellt werden.
Es läuft mir kalt den Rücken runten, beim Einfügen aller tödlicher Unfälle bei Schleusen oder Wehren. Das meiste davon waren wohl Berufstaucher.
Und es gibt immer wieder Leute, die meinen, bei Schleusen und Wehren könne man einfach so reinhüfen und Wartungsarbeiten machen. Auch Sicherheitsbeauftragte. Ich hoffe, dies ist tragisches Material genug, um die Angelegenheit abzusagen und wirklich den Profis zu überlassen.
@Aneirin: Bevor du die Leute in den möglichen Tod schickst, war es doch gut, sich mal zu erkundigen. Sofern hat wohl das Forum dich vor einer Dummheit bewahrt und die andern beschützt.
Antwort von zufaulzumeinloggen am 06.07.2006 - 16:17 Normalerweise brauchst du mindestens den Forschungstaucher, um sowas machen zu können.
Frag aber lieber bei der Tiefbau-Berufsgenossenschaft nach. Die können dir mit Sicherheit kompetentere Auskünfte geben, als die ganzen Forentaucher hier.
Antwort von RogerT am 06.07.2006 - 18:00 Guckst Du hier: Hier klicken ein Update kann ich mir nicht vorstellen - dafür liegen zwischen Hobby- und Berufstauchern Welten. Das Einzige, was die beiden verbindet, ist, daß das Wasser für beide gleich nass ist...
Antwort von flasche am 06.07.2006 - 18:21 Mögliche Unfallursachen:
-keine Sicht (folglich bei Problemen keine Chance, den vermißten Taucher zu finden, oder z.B. einklemmen in Gegenstände zu verhindern oder in der Ausrüstung verhedderte Gegenstände sehend zu beseitigen)
-viele Fremdkörper unbekannter Art, die sich verfangen können
-evt. Strömung hält Taucher fest
-ganz normale Tauchgefahren kommen hinzu.
Auslagern. Taucher, die sich das zutrauen, sollen eine eigene kleine Firma gründen, meinetwegen neben ihrem Beruf. Die könnt ihr dann beauftragen, und müßt dann wohl nur glaubhaft machen, daß ihr davon ausgehen durftet, die Subfirma wäre entsprechend qualifiziert. Das Risiko trägt dann die externe Subfirma, und wenn die Hobbytaucher nicht völlig verblödet sind, lassen sie sich das Risiko und den bürokratischen Aufwand auch entsprechend bezahlen... eben wie eine richtige Taucherfirma wohl auch.
Nixda "Betriebssport" im Sinne von "nach Feierabend für `ne Kiste Bier oder gegen Bereitstellung eines Kompressors mal für die Firma tauchen".
Antwort von Tauchteufel am 07.07.2006 - 12:36 Moin, moin
@aneirin
Nimm bitte die Hinweise sehr ernst. Zwischen Hobby- und Berufstaucher liegen so viel Welten, dass der Übergang nicht mit einem "update" zu schaffen ist.
Neben den angesprochenen Untersuchungen, für Berufstaucher übrigens nach G31 (wie DLRG und andere auch, also keine normale Sporttauchuntersuchung) bei besonders dafür zugelassenen Ärzten gibt es noch viele, viele weitere Anforderungen für "Arbeiten unter Wasser" nach der Berufsgenossenschaft.
Und da Du jetzt darauf hingewiesen worden bist, kannst Du Dich auch nicht mehr rausreden, wenn einer Deiner Hobbyisten doch verunglückt. Ich denke, dass gerade die schon erwähnten Unfälle mit Berufstauchern an Wehren alle Sirenen bei Dir läuten lassen sollten, bloss die Finger davon zu lassen, nein eigentlich noch viel schlimmer: als Sicherheitbeauftragter vielleicht auch noch absegnen zu wollen.
Berufstaucher ist ein anerkannter Lehrberuf und kann bei jedem Tauchbetrieb, z.B. in Häfen etc. gelernt werden. Auch da hilft Dir die Berufsgenossenschaft weiter, wer ausbildet.
Wir wollten auch einmal so etwas machen für eine Geräteentwicklung, die wir in Hemmoor testen wollten. Ich hatte mich angeboten, als TL dieses Gerät bei seinem Unterwassertest zu "begleiten".
Unser Chef ist aus allen Wolken gefallen, als er hörte, was auf ihn zukommt, wenn ich dabei verunfalle. Die ca. 1500 Euro Tagessatz plus Anfahrt für einen Tag Berufstauchereinsatz (immerhin 3 Personen, nämlich zwei Taucher und ein Helfer) hat er dann gern bezahlt.
Viele Grüße
Peter
falls Du mehr wissen willst schick mir ne pm.
Antwort von Mönchsrobbe am 07.07.2006 - 15:40 @Aneirin, ich denke, ich habe die Frage komplett verstanden. Darum habe ich auch meine Hände über dem Kopf gefalltet und o Gott gerufen.
Auch wenn die Wasserkraftanlage ausgeschaltet ist und das Wehr geschlossen ist: Der Fluss stoppt nicht und hier liegt die Gefahr.
Schau mal den Tauchunfall Saalfeld an:
"2 Sportaucher haben versucht an einem Wehr mit starker Strömung einen Baumstamm von der Wehrmauer/Wehrgitter zu entfernen. Nachdem nach einiger Zeit keine Luftblasen mehr zu sehen waren alarmierte eine Beobachterin/Begleiterin die Einsatzkräfte. Am Nachmittag wurde bereits 1 Taucher tot geborgen. Der 2. soll am Abend geborgen werden, nachdem ein Zusatzdamm aufgeschaufelt wurde um den Druck von der Mauer zu nehmen. "
Es musste sogar ein Zusatzdamm geschaufelt werden, um den Druck von der Staumauer zu nehmen.
Vielleicht hast du als Sicherheitsbeautragt einfach in Mathe einen "Fensterplatz" und die gewaltigen Kräfte eines Flusses vorstellen zu können.
Und das einzige, was dich halbwegs entlastet, ist dass du, wie du selber schreibst, keine Taucherin bist.
Antwort von Tauchteufel am 07.07.2006 - 16:09 Moin, moin
@zufaulzum ...
Woher weisst Du, dass man mindestens Forschungstaucher sein muss?
Nur weil Forschungstaucher während ihrer Forschungstaucheinsätze nach seeberufsgenossenschaftlichen Voraussetzungen tauchen, sind sie noch lange keine Berufstaucher, die für das Arbeiten bei Strömung und schlechter Sicht richtig ausgebildet wurden. Was die Ausbildung zum Berufstaucher beinhaltet, zeigt ja der link von RogerT.
Die an unserer Uni ausgebildeten Forschungstaucher wären jedenfalls mMn avsolut nicht dazu in der Lage und würden dieses sichrlich auch gar nicht riskieren.
Viele Grüße
Peter
Antwort von zufaulzumeinloggen am 09.07.2006 - 18:16 Ich hab doch geschrieben, dass ich sowas schon gemacht hab....
Und unsere Forschungstaucher verdienen sich so noch was dazu.
Davon ab...du musst ja nicht unbedingt tauchen! Arbeiten unter höherem Druck [bar] zählt genauso dazu.
Antwort von Tauchteufel am 10.07.2006 - 06:46 Moin, moin
@zufaulzum...
Nur weil Du schon so etwas gemacht hast, ist es nicht unbedingt "richtig" im Sinne der berufsgenossenschaftlichen Randbedingungen.
Ich schrieb ja auch "Arbeiten unter Wasser" in meinem Posting
Und dass sich Eure Forschungstaucher mit solchen Arbeiten wie Wehre reinigen etwas hinzu verdienen, glaube ich Dir erst einmal einfach nicht. Dazu bin zu lange im Uni-Geschäft mit Forschungstauchern und deren Ausbildern, weil sie ihre normale Sporttauchausbildung gern bei uns absolvieren.
Also lassen wir die weitere Diskussion.
Viele Grüße
Peter
Antwort von zufaulzumeinloggen am 12.07.2006 - 04:24 Ist mir dann auch egal...
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