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Tauchen lernen macht Spass!?
Abgesandt von Sleepy am 06.07.2006 - 03:50:

Tauchen lernen macht Spass!?
PADI OWD im MonteMare Rheinbach - Eine Erfahrung mit gemischten Gefühlen.

Einleitung
Im August letzten Jahres bekam ein guter Freund (Matthias) von mir, zu seinem Geburtstag von seiner Frau einen Gutschein für einen PADI OWD Kurs im MonteMare Rheinbach geschenkt. Da ich seit Jahren einen Tauchschein machen wollte, war hiermit die Gelegenheit gegeben, dieses Vorhaben mit Freunden zusammen umzusetzten. Auch Jörg lies sich nicht lange bitten und war dabei.

Weiter gehts hier: Hier klicken



Antwort von allwettertaucher Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 09:05


sehr gut sleepy !!

Endlich mal ein ausführlicher, sachlicher Bericht welcher die Fakten schildert ohne gleich abfällig zu werden.

Aber ich gebe dir Recht. Falls alles wirklich so war ,wie du es geschrieben hast kann man das heute nicht mehr vertreten. Licht ausstellen beim Pool-TG ---- Also Nachttauchgang geht anders...

Einschließen in der Umkleidekabine --
da hört der Spaß für mich endgültig auf.

Ich finde auch das man für 300€ (und das 3x)
kompetente und höfliche Mitarbeiter vom Fach erwarten darf.

Mein Fazit zu deinem Bericht :

Viele Grüße an das MonteMare-Team
achja, und macht weiter so..:

danke für diese wirklich aufschlussreichen
Fakten.

allwettertaucher
Antwort von Roger.T am 06.07.2006 - 09:23
Leider ein immer noch sehr verbreitetes deutsches Phänomen, nicht nur in der Tauchscene, das geht quer durch alle Branchen. Da wird gejammert und geklagt aber die Kunden werden wie Bittsteller oder schlimmer behandelt.
Geh doch mal in ein Cafe und bezahl ein Tasse Kaffee mit einem 50.- Schein... ohne irgendeinen bissigen bis unverschämten Kommentar seitens der Bedienung geht das doch nicht ab. In unserem Land sind viele an ihrer Misere selber Schuld, nur wissen sie es leider nicht...
Antwort von taucher_toni am 06.07.2006 - 09:26
... bei aller Liebe, aber ich glaube du gehörst zu denjenigen, die sich gerne aufregen.
Ich versuche mal zusammenzufassen:
Du regst dich darüber auf, dass ihr beim ersten Besuch nicht freundlich empfangen wurdet (vielleicht hatte der Mitarbeiter einen schlechten Tag), dass der Tauchlehrer entlassen wurde (das dürfte dir persönlich eigentlich ziemlich egal sein, sofern ein anderer TL die Ausbildung fortführt. Sollte es tatsächlich mangelnde Kompetenz gewesen sein, zeichnet es die Basis sogar aus, den TL noch während der Ausbildung vor die Tür zu setzen. Und ob er fachlich kompetent ist oder nicht, kannst du als blutiger Anfänger ja gar nicht beurteilen. Sollten die Entlassungsgründe andere sein.... wie gesagt, sofern dir ein anderer TL zur Verfügung steht, ist das doch ok)
Die Geschichten mit Licht aus und Tür abschliessen würde ich als "Geschichte am Rande" am Stammtisch bringen und nicht versuchen ein Internet-Thema daraus zu machen. Solche Dinge passieren mir ständig und ich persönlich kann dann darüber nur lachen.

Insgesamt haben dich also einige Sachen "geärgert" und du willst dich darüber aufregen.. darfst du ja auch. Nur so eine Welle finde ich absolut übertrieben.
Wenn auch einige unglückliche Dinge vorgefallen sind... Ich glaube aber, dass die "Wahrheit" irgendwo in der Mitte liegt.
Die Tauchbasis hatte einige Macken und dur regst dich gerne auf!

Ich bin nicht der Meinung, dass Service-Wüste Deutschland OK ist. Ich mag aber auch keine Leute die mit dem Argument "Ich hab 300 Euro bezahlt und möchte jetzt bitte aber auch schnell und zuvorkommend "bedient" werden, arschkriechendes Personal fordert und schlimmer: Für so einen Kinderkram gleich den Chef sprechen möchte. Als wenn ein angestellter "Entscheidungsträger" das nicht auch regeln könnte.

Also: Locker bleiben...
Antwort von heutenichteingeloggt am 06.07.2006 - 10:35
man sollte sich auch mal mit der Materie auseinander setzen.
Die meisten MA`s einer "Basis" oder Shops sind selber Taucher und die wenigsten sind geschulte Verkäufer. Punkt. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Ja das stimmt, aber vielleicht können gelernte Verkäufer diesen besser kaschieren.
Und daß man wegen 3 OWd Kursen gleich einen roten Teppich erwartet....naja wir waren 14 und im Nachfolgekurs waren es 12. Noch Fragen?
Dein Jo hat mit sicherheit den Fehler einer mangelnden Absprache mit dem Kursleiter gemacht, wer wann und wielange heute da ist. Oder die Absprahe fand statt und Euer TL hat überzogen. Natürlich hätte er sich davon überzeugen müssen, daß wirklich keiner mehr im Wasser ist.

Daß du angelbich auf Managementebene zu tun hast halte ich grade wegen dieser Aussage für ein Gerücht! "Ich habe Beruflich dauern mit der Management Ebene meiner Firma und unseres Kunden zu tun, aber soetwas habe ich noch nicht erlebt. Wieso wird hier irgendein Mitarbeiter vorgeschickt mit schwammigen Informationen, statt das sich der Geschäftsführer hinstellt und direkt mit dem Kunden spricht."
In meiner ganzen Berufslaufbahn habe ich bei Kündigungen noch nie den eigentlich Grund vom "Management" erfahren, sondern immer Standardformulierungen wie wirtschaftliche Gründe, persönlich nicht tragbar etc gehört. Und das vom Vorgesetzten und nicht vom ChefChef.
Was genau vorgefallen ist kann man sich überhaupt nicht anmaßen beurteilen zu wollen. Der Basisleiter wird seine Gründe gehabt haben. Und als Grund das fachliche Wissen vorzuschieben ist genauso eine gängige Praxis, wie euch zu beruhigen indem eure Ausbildung als ok deklariert wird. Oder was soll die Basis machen? Euch den Kurs nochmal machen lassen nur weil vielleicht der TL den Shop extern nach 5 Bier schlecht dargestellt hat?
Und was ist dir eigentlich wichtiger? einen geschulten Verkäufer, der dir Rethorik um die Ohren haut dir somit einen Schrott verkauft oder Leute die man fragen kann und aus der Praxis kommen?

Equipment aus der letzten Saison? Naund? wird es schlecht? hat es ein Verfallsdatum? Du mußt echt eine cleveres Kerlchen sein, wenn du sämtliche Jackets mit Jahrgängen schon jetzt kennst! Viele Hersteller bringen überhaupt nicht jedes Jahr neue Produkte auf den Markt.

Fazit: sich über menschliches Versagen bzw. menschliche Blindgänger aufzuregen bringt nichts. Vielleicht geht die Basis etwas lapidar mit Regularien um (auch wegen der Brevetierung). Das ist aber ihre Sache.
Viele Shops kümmern sich um die Frischlinge und sobald der Kurs absolviert ist bzw das erste komplette Equipment gekauft ist geht der Service den Bach runter.
10M Tiefe beim ersten TG finde ich persönlich etwas viel. 5m reichen im Sprungbecken aus und im ersten FW geht es auf die Übungsplattform, die ebenfalls auf 5m ist (meistens zumindest).
Mein Fazit: abregen, tauche gehen und tauchen lernen.
Antwort von Mike.h Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 10:36

Ich kann dich verstehen . Stellenweise währe ich auch recht sauer geesen.

Nach deinem ersten Anmeldeversuch hätte ich mir schon eine andere Tauchschule gesucht!

Grüße
Antwort von Thor_Walez Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 10:45
Sorry taucher toni, deine Herunterspielerei in allen Ehren. Aber das Vorgefallene dort hat ja schon nichts mehr mit Service-Wüste Deutschland zu tun. Ich glaube nicht, dass die Jungs für ihre 300€ Arschkriecher haben wollten und ihnen Kinderkram passiert ist.

Für mich hört sich das eher nach einer Tauchschule an, wo die Verantwortlichen nicht gemerkt haben, dass sie Dienstleister sind und damit eine gewisse Verantwortung ihren Kunden gegenüber einhergeht. Schlimmer noch, sie sind als Tauchschule auch verantwortlich für ihre Schüler (ihre Schutzbefohlenen). Das Lichtaus im Pool und Abschließen der Umkleide ist fahrlässig und nicht für den Stammtisch bestimmt. Ich glaube ich würde mich auch aufregen, wenn man mich so "vergessen" würde.

Punkt Tauchlehrerkündigung und entfallender Tauchgang. Statt Saunagutschein hätte man sich auch gut und gerne das Fahrgeld ersetzen lassen können.

Vorläufige Brevet: Warum abholen müssen und nicht zuschicken? Die 0,55€ müssen auf jedenfall mit drin sein. (Kriegt man nicht das vorläufige Brevet sofort nach Erfolgreicher Prüfung und etwas später dann das endgültige?).

Also meiner Meinung nach sollte sich die "Führungsebene" dieser Tauchschule mal schnell wieder auf den Sinn ihres Daseins konzentrieren. Ausbilden von Tauchschülern, ohne diese zu verärgern und zu gefährden. Es erwartet ja niemand, dass der Kunde wie ein König behandelt wird. Aber zumindestens sollte er das Gefühl haben, das man sich um ihn kümmert.
Antwort von Tobbe Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 11:18
Sorry, aber als dienstleister darf man einfach keinen `schlechten Tag` haben - zumindest nicht vor/gegenüber zahlenden Kunden - das ist schlicht unprofessionell! Leider sind wir ein Deutschland mit solch unprofessionellen Dienstleistern aufgewachsen und gehen als zahlende Kunden (egal ob im supermarkt, Restaurant oder sonstwo) nicht dagegen an.

Wer sich im Beruf nicht unter Kontrolle hat, der soll es halt lassen...
Antwort von gerneTaucher Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 12:06
@Sleepy
Antwort von gerneTaucher Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 12:23
@Sleepy
Ich finde den Bericht gut. Er scheint mir sehr sachlich zu sein. Die eigene Meinung ist dort ganz klar von dem Tatsachenbericht zu unterscheiden, so dass jeder sich selbst eine Meinung dazu bilden kann.

@Taucher_toni und heutenichteingeloggt
Freundlichkeit und Kundenservice ist für mich keine Arschkriecherei. Wenn ein Dienstleiser das anders sieht, sollte er mir dies vorher, am besten durch ein Schild, kenntlich machen. Dann suche ich mir einen anderen Laden, der meinen Bedürfnissen gerecht wird.

Zu meinem guten Recht gehört es selbst zu entscheiden wie viel Geld ich für welche Dienstleistung bereit bin zu bezahlen. Wenn dem Dienstleister das zu wenig ist oder mir zu viel, muss ich woanders hin.

@Sleepy
In Zukunft bei Gutscheinen das Geld zurückfordern, schließlich hat man sich am ersten Tag geweigert den Gutschein anzunehmen.

Ich war auch mehrfach in Monte Mare und nicht immer war dort eine freudliche Person am Thresen und das bei 27 EUR (oder so) für 4 Stunden.

gut Luft
Antwort von taucher_toni am 06.07.2006 - 13:46
also: ich wollte mit meinem posting nicht sagen, dass der betreiber alles super gemacht hat, ich wollte nur die verhältnismässigkeit aufzeigen.

nun etwas globaler:
dass wir deutschen in sachen service / dienstleistung nichts reregelt kriegen ist schlichtweg falsch. diese aussagen belegen die unwissenheit des "sagenden".
unsere dienstleistungsqualität ist weltweit hoch angesehen und bewegt sich ganz bestimmt nicht auf dem geschilderten niveau. diese aussagen gehören zum typisch deutschen rumgejammere.

wenn man schon etwas bemängeln möchte, kann man sicherlich eher die mentalität der konsumenten in frage stellen. wir leben heute in einer zeit, in der sehr viele kunden mit einer kinnlade in höhe der brust durch die gegend laufen und dementsprechend einen "laden" betreten. viele kunden haben "den verdacht" übers ohr gehauen zu werden und sind natürlich auf spitzenqualität zum niedrigsten preis aus (geiz ist geil).
viele kunden schreiben in foren oder kotzen sich per email oder briefe aus anstatt das persönliche gespräch zu suchen, in dem sicherlich vieles freundlicher und unkomplizierter gelöst werden könnte.

hat der tauchschüler einmal das persönliche gespräch gesucht und mit dem betreiber "klartext" geredet?
warscheinlich nicht, lieber schreibt er im internet ganze romane dazu.

hat der tauchschüler FREUNDLICH nach einer versandmöglichkeit des brevets gefragt?
warscheinlich nicht, bemängelt wird immer erst nacher.

ich habe bewusst etwas überzogen in richtung "konsumenten" formuliert, es geht mir aber, wie bereits gesagt, um die verhältnismässigkeit.
ich selber habe jeden tag mit "kunden" zu tun und vermisse beim kunden immer mehr "freundlichkeit" und "entgegenkommen". das geschäft mit dem endkunten macht auch bei vielen meiner händlerkollegen (das ist wirklich der durchschnitt) immer weniger spass (aus o.g. gründen)
diejenigen die behaupten, sie würden keine fehler machen und/oder nie mal einen schlechten tag haben sind lügner. das passiert immer und gehört "reflektiert". darum: sucht das gespräch / seid offen und freundlich (schliesslich wollt ihr auch so behandelt werden) und redet nicht immer alles schlecht.
ein "geschäft" besteht immer aus zwei parteien und wer freundlich fragt oder einfach nur freundlich ist, hat oft die besseren konditionen!
Antwort von pklaffenbach Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 14:38
@Toni:
Lass et sein, Du hast ein echtes Einstellungsproblem und wirst als Dienstleister keinen Erfolg haben (nicht in D und auch nicht anderswo). Mein Tip: Lass Dich verbeamten, vielleicht liegt Dir das Finanzamt gut. Hier wird man Dich verstehen und freundlich aufnehmen. Und Du wirst auch nie jemandem in den Arsch kriechen müssen.

Peter (der nicht fasst, mit was für Leute er sich das Land teilen muss)
Antwort von taucher_toni am 06.07.2006 - 15:03
glänzende sachlichkeit, danke pklaffenbach. deine prophezeiung ist aber leider nicht eingetroffen, ich bin bereits seit 15 jahren in deutschland und holland erfolgreicher dienstleister.
komisch nur, dass du so gereizt reagierst...
Antwort von Thor_Walez Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 15:54
Sorry taucher toni, aber deine Definition von Verhältnismäßigkeit und rumgejammere kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man nicht bei dem Vorgefallenen anfangen darf rumzumosern, wann denn dann?

Dein vorletzter Post in Sachen "Konsumenten und ihr Verhalten" lasse ich mal mehr oder minder unkommentiert im Raum stehen. Im Zusammenhang mit diesem Threadthema kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Wenn ich bei meiner Tauchausbildung gefährdet, eingesperrt und Teile des Vertrags nur schlecht erfüllt werden, ab wann darf der "Konsument" denn mal seinem Frust Luft machen. Bei all diesen Sachen hätte mit Sicherheit auch ein "Gespräch" nicht geholfen.

Zum Thema Brevetversand. Das ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit und gehört zum Kundenservice dazu. Ansonsten sollte man sich vielleicht mal ein bisschen mit Marketing beschäftigen.
Antwort von pklaffenbach Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 18:01
Na, was nicht ist, wird wohl noch werden. Du schaffst das schon, die Einstellung stimmt schon mal.
Das ist auch nicht gereizt, sondern nur verblüfft!
Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 06.07.2006 - 18:22

Passt recht gut hierzu:

Hier klicken

Linus
Antwort von jjb1970 Registriertes Mitglied am 06.07.2006 - 21:03
Ich kann mich hier nur anschließen. Dennoch möchte ich noch etwas hinzufügen. Die Erstellung des Brevets hat nicht etwa 4 Wochen gedauert, sondern man hatte uns schlicht mehr als 3 Wochen vergessen und erst nach meiner telefonischen Statusabfrage reagiert. Hierbei wurde klar, dass Padi meine alte Adresse mitgeteilt wurde (ich bin bereits im Dezember 2005 umgezogen und habe umgehend die neue Adresse mitgeteilt, sowie bei der Erstellung der Fotos für die Brevets ein weiteres Mal auf meine neue Adresse hingewiesen). Somit kann mir Padi auch nicht das Brevet zukommen lassen. Bis heute ist bei mir noch keine Plastikkarte angekommen. Aufgrund des ganzen Ärgers habe ich 2 Gästebucheinträge auf der Website vom Montemare generiert. Nachdem ich noch nach dem ersten Eintrag eine Mail des Geschäftsführers als Antwort erhalten hatte, hat sich auf den 2. Eintrag niemand mehr gemeldet. Lediglich Thomas B. hat mir ohne ersichtlichen Zusammenhang ein paar Tage später auf die Mailbox gesprochen, dass er mich später nochmal anrufen wolle (warum ist mir unbekannt). Das ist aber bis heute nicht geschehen. Stattdessen hat mich Heike ein paar Tage später angerufen, um mir mitzuteilen, dass mein Brevet fertig sei, dass sie die Adressänderung bei Padi prozessiert hat und mir das provisorische Brevet zuschicken wird. Warum nicht gleich so? So soll es sein. Vielen lieben Dank an Heike.
Was ist mir noch aufgefallen? Nun zunächst einmal das Becken. Das ist gerade für Einsteiger und Taucher, die neues Material testen wollen, sicherlich sehr geeignet. Sehr gut Sicht, warmes Wasser (auch im Winter) und eine abwechslungsreiche Tauchlandschaft sind Garanten für einen erfolgreichen Tauchgang. Montemare bewegt sich im oberen Preissegment und ist somit nicht ganz billig. Aufgrund der Infrastruktur jedoch gerade noch so zu vertreten. Die sanitären Einrichtungen sind sehr gut. Die Umkleidekabine ist etwas zu eng aber noch vertretbar. Der Tauchshop liegt ebenfalls im oberen Preissegment und verfügt über alle wichtigen Tauchutensilien. Aufgrund der knapp bemessenen Größe sind leider nur wenige Anbieter vertreten. Soviel zum Positiven. Nun das Negative. Die Ausrüstungen für die Kurse oder die, die gerade über keine verfügen, sind zahlreich und ursprünglich sicherlich auch gut geeignet gewesen. Jedoch ist der Umgang aus meiner Sicht nur unzureichend. Ein Beispiel sind die Neopren-Anzüge, die deutliche Verschleisspuren (bis hin zu defekten Reisverschlüssen, Schulterpartien, etc.) aufzeigen. Das resultiert daher, dass am falschen Ende gespart wurde. Statt spezielle Kleiderbügel mit breiten Auflagen zu verwenden, finden hier nur normale dünne Kleiderbügel Einsatz. Weiterhin stellte ich bei meinem letzten Aussentauchgang leider erst im Wasser fest, dass das Mundstück meines Atemregler defekt war. Das hatte zur Folge, dass ich die Tauchgänge mit dem eigentlich als Reserve vorgesehen Oktupus erleben durfte. Ebenso ließ sich der Tauchcomputer nicht bedienen und zeigte noch nichteinmal die Tauchtiefe an. Der Finimeter blies langsam aber stetig Luft ab.

Meiner Meinung nach ließe sich einiges sicherlich deutlich und mit geringem Aufwand verbessern (ich stehe für Anfragen jederzeit gerne bereit). Hierzu ist aber eine Veränderung des Managements notwendig. Insbesondere die Einsicht, dass diverse Dinge schlicht schlecht gelaufen sind und der Wille, sich selbst und das Unternehmen immer wieder optimiern zu wollen, sind Grundvoraussetzung. Service und Kundenorientierung sollten ganz oben stehen. Ich hoffe, dass meine Gästebucheinträge für die ein oder andere Erkenntnis gesorgt haben, denn wenn viele Kunden so etwas erleben, werden diese zukünftig weniger und irgendwann ganz ausbleiben.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich trotz allem nicht die Lust am Tauchen verloren habe. Ich werde weitermachen. Der AOWD ist schon geplant, ebenso die Anschaffung diverser Ausrüstungsgegenstände. Dies ist aber in erster Linie dem Spaß, den ich mit unseren Tauchlehren und meinen Buddys hatte, zu verdanken und leider nicht dem Tauchcenter Montemare Rheinbach.
Antwort von Mike.h Registriertes Mitglied am 07.07.2006 - 12:14
@ Linus

Der bericht ist klasse! Hab ich noch nicht ganz durchgelesen weil mir gerade die Tränen in den Augen vor Lachen sthen.

Was ja schon einmalig ist :

Frage: TL: "Hast Du die Antwort verstanden?" Junge:" Nein" TL: "Wenn Du die Antwort nicht verstehst, kannst Du gleich nicht mittauchen. Hast Du die Antwort verstanden?" Junge: "Ja".

Hier hab ich erst mal ein paar minuten Luft holen müssen.

Aber der Knaller ist ja:
Dann merkte man in der Verwaltung(!) , dass der Junge noch nicht mal ein OWD-Brevet hatte, und hat ihn aus unserer Tauchgruppe rausgeholt. Wohlgemerkt: die Verwaltung, nicht der TL!


Bohhh ist das ein Armutszeugnis:lo l
Antwort von berlinman Registriertes Mitglied am 09.07.2006 - 22:13
Ist es nicht zumindest ein Zweck dieses Forums, dass Menschen ihre Erfahrungen mitteilen, so dass sich andere ein Bild machen können?
Warum man diese Leute dann wegen ihrer persönlichen Meinung und Empfindung angreift, werde ich wohl nie verstehen.
Ich muss in meinem Beruf auch das erfüllen, was der Kunde verlangt - oder ich schicke den Kunden weg und verdiene eben kein Geld. Ich käme allerdings nie auf die Idee, einem Kunden dessen Verhalten vorschreiben zu wollen.

On topic: Ein solches Verhalten hätte ich nicht so lange hingenommen - ich wäre sicherlich früher aus der Nummer ausgestiegen - selbst wenn dann der Gutschein verfallen wäre.
Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 10.07.2006 - 19:45

@Mike.h: Habe leider nur den Teil im Hitdorfer See live mitbekommen, aber das alleine hatte schon eine enorme Komik in sich...

Sachen gibt´s....

Linus
Antwort von diver269091 am 13.07.2006 - 16:42
hmmm...

Ich habe diesen thread mit grossem Interesse und grosser Aufmerksamkeit gelesen. Da ich gwissermassen sehr viel Einblick in eine Tauchschule habe, hat mich das alles natürlich besonders interessiert.

Ich lese aus den verschiedenen Schilderungen, dass die Basis im Monte Mare ein Problem hat - gar keine Frage.

Aber ich finde auch, dass man hier noch nicht zum Kern des Problems vorgedrungen ist. Ich möchte das nachfolgende nicht auf die Basis Monte Mare beziehen, weil ich die nicht kenne und mir selber über sie kein Urteil bilden kann. Lieber würde ich stellvertretend für viele Tauchschulen ein paar Aspekte herausgreifen.

Ich würde in Punkto Dienstleistungen zwischen mehreren Kategorien unterscheiden:

1. Die gekaufte Dienstleistung - der OWD Kurs - bestehend aus Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, die einem danach ermöglichen, in einem gewissen Rahmen selbständige und verantwortliche Tauchgänge durchzuführen.

2. Zusatzaspekte, die kein Geld kosten - z.B. der Umgang mit den Kunden, das Einschliessen in der Kabine, das Löschen des Lichts etc.

3. Zusatzaspekte, welche Geld kosten - z.B. das Alter der Leihausrüstung


zu 1. habe ich keine Kritik lesen können beim OWD Kurs - das scheint also in Ordnung gewesen zu sein (Obgleich es schwer zu beurteilen ist, wenn man keinen Vergleich hat - man macht eben nur einen OWD Kurs im Leben).

bleiben 2. und 3.

Zu 2. ist zu sagen, dass das Fehlen solcher Zusatzaspekte nicht sein sollte - das ist eben Dienstleistung. Allerdings machen sich die meisten Leute auch keinen Begriff, wie schwierig es ist, auch so einen kleinen "Bauchladen" wie eine Tauchschule gut zu organisieren. Der Aufwand ist vermutlich durch die Diversität der verschiedenen Aktivitäten höher, als bei manchen grösseren Unternehmen - nur die Ressourcen sind meist geringer.

Und last not least zu 3. - Und da glaube ich liegt der Hund begraben. Der Kurs hat etwa 300,00 Euro gekostet und hatte vier Teilnehmer. Macht 1200,00 Euro. Da kommt zuerst die Mehrwertsteuer weg, bleiben ca. 1030,00 Euro übrig. Vermutlich waren Lehrmaterial und Brevet inclusiv. Dann bleiben ca. 900,00 Euro übrig.

Wie bitte schön soll davon folgendes bezahlt werden:
- Ein Tauchlehrer und ggf. Assistent(en) für ca. 30-40 Stunden Zeitaufwand (wenn der Kurs gut gemacht ist)
- Fahrtkosten zu Bad/ Freiwasser (nicht beim Monte Mare aber bei den meisten anderen)
- Immer neueste Top-Leihausrüstung
- Und ein Anteil für Kompressor, Miete, Versicherungen, Heizung, Strom etc. etc. (Dafür macht man die Kurse ja überhaupt erst)
- zu guter letzt einen Gewinn für das Unternehmen - sonst läge das investierte Geld ja besser auf der Bank

Die Antwort ist: Gar nicht!

Zu den momentan üblichen Kurspreisen können Kurse nur verkauft werden, wenn ein grosser Teil der Beteiligten eine grosse Portion Enthusiasmus mitbringt und seine Freizeit mit dieser "Dienstleistung" verbringt. Das heisst aber auch, dass der "professionelle" Aspekt (Im Sinne von Profession = Beruf, Lebensunterhalt) vom guten Willen des Betroffenen abhängt. Wenn es vielleicht auch falsch ist, so finde ich doch, dass man vor diesem Hintergrund so manches "Versagen" ein wenig anders sehen könnte.

Kommt hinzu dass in Zeiten von Online-Handel und E-Bay den niedergelassenen Tauchschulen ein Teil des Umsatzes verloren geht, mit dem so etwas früher kompensiert werden konnte. Und mit einem fixen Kostenapparat brauchen die meisten eine andere Kalkulation, als nur mit einer Internetseite und einem kleinen Lager im eigenen Keller.

Das sind einfach die Fakten und ich glaube nicht, dass das Level der gebotenen Leistungen besser wird, so lange diese Entwicklung nicht aufhört und der Tauchsporthandel "professioneller" wird. D.h. mehr aus Leuten besteht, die ihren Lebensunterhalt mit ihrer Tätigkeit verdienen wollen und können.

Aber die Zeichen stehen nicht danach und es wird eher so sein, dass die niedergelassenen Tauchshops und -schulen immer weiter abnehmen werden.

Aber ich schweife ab. Was ich damit sagen wollte ist, dass man zur gebotenen Leistung auch immer den Preis sehen sollte. Und zwar nicht nur im Hinblick auf den den Schmerz, wenn das Geld den eigenen Geldbeutel verlässt , sondern vielleicht auch mal im Hinblick darauf, was mit diesem Geld wirklich finanziert werden kann und darauf, welche Wirkungen das Fehlen einer entsprechenden Entlohnung auf das Verhalten mancher Leute haben kann.

So mancher Kursteilnehmer ärgert sich über wenig zuvorkommendes "Personal" - aber vielleicht ärgert sich auch so mancher Tauchlehrer oder Assistent über das Verhalten eines Kursteilnehmers, der ihm, der doch auch gerade seine Freizeit verbringt, mit dem "Ich habe bezahlt und jetzt hat alles so zu laufen, wie ich es will" Einstellung entgegentritt.

WOHL GEMERKT - ich will weder die eine noch die andere Seite beschuldigen und weder die eine noch die andere Seite verteidigen, noch viel weniger will ich die Beteiligten am vorliegenden Fall be- oder verurteilen.

Ich möchte nur gerne einen Denkanstoss geben, dass beide Seiten versuchen sollten, die Situation des anderen zu verstehen. Die Tauchbranche ist da eben etwas anders gestrickt als viele andere Branchen.

Über Meinungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen - so lange sie sachlich sind und nicht persönlich werden (die werde ich einfach ignorieren )
Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 13.07.2006 - 18:47

@Diver: Konstruktiver Beitrag, der sicher viele wahre Punkte enthält

Um vielleicht mal einen gemeinsamen Nenner zu schaffen und bei den genannten Beispielen zu bleiben:

Beide Kursinhalte sind festgelegt und Aufgabe des TL ist es nun, diese nach den Standards des Verbandes wie vorgegeben mit den Schülern durchzuführen. Werden diese nicht eingehalten bzw. willkürlich vereinfacht/ausgelassen (Beispiel AOWD), kann es für den TL/die Basis nur ein "ungenügend" geben.

Zieht er das Programm nach Vorgabe durch, gibt es dafür ein "befriedigend". Durch Service, Freundlichkeit, individuelle Betreuung etc. kann aus "befriedigend" dann ein "gut" oder "sehr gut", ein "ausreichend" oder "mangelhaft" werden. Insofern kann man die Eingangskritik, trotz vermittelten Lehrinhalten, absolut nachvollziehen...

Ein Hauptproblem bei kommerziellen Tauchschulen ist sicher oftmals die Unvereinbarkeit von individuellen Fähigkeiten mit dem vorgegebenen Zeit- und Finanzrahmen.
Wenn ich mir einen Tennistrainer nehme um den Aufschlag zu verbessern, dann bezahl ich den pro Stunde, bis ich es kann oder die Lust verliere. In einer Fahrschule bezahl ich den Fahrlehrer für jede Stunde, die ich nehme. Der eine braucht mehr, der andere lernt es schneller...

Hier haben die Lehrer oft 4 statt einem Schüler, dazu 4 Tage Zeit für alles und der Preis ist fix. Geht er jetzt auf den Untalentierten richtig ein, hat der Talentierte nach 4 Tagen immer noch nur Pooltauchgänge und wenn es dann irgendwann der Letzte kapiert hat/richtig kann, dann ist die Basis wahrscheinlich schon pleite...

Linus


Antwort von jjb1970 Registriertes Mitglied am 14.07.2006 - 00:56
Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Sicherlich gebe ich diver269091 Recht, wenn er sagt, dass die Kostenfalle nicht aus den Augen verloren gehen sollte. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich stundenlang im Laden beraten lassen und dann wegen 10 Eur bei eBay einkaufen gehen. Das Montemare gehört nicht zu den Billigtauchschulen. Somit kann ich von 2 Dingen ausgehen. 1: die Rahemenbedingungen (Becken, Ausrüstung, Service) sind besser als bei preiswerteren Schulen. 2: ein Geschäft sollte im kaufmännischen Sinne schwarze Zahlen machen. Das heißt, ich muss davon ausgehen, dass der Preis gut durch kalkuliert ist und die Schule nicht nur so zum Spaß durch Eigeninitiative betrieben wird.

Mit anderen Worten, ich kann mich als Kunde darauf verlassen, dass alles Notwendige getan wird, um den mich und das Unternehmen zu befriedigen.

Das war aber leider nur in wenigen Teilen der Fall.

Weiterhin sollte ein Unternehmen immer das Folgegeschäft im Auge halten. 4 Freunde machen gemeinsam einen Kurs. Alle sind finanzkräftig und bekunden immer wieder den Willen, mehr in den Sport zu investieren (zu sehen an dem zwischenzeitlich geplanten AOWD und der bereits gekauften Ausrüstung). Die 4 Freunde werden sich im Laufe ihrer "sportlichen Karriere" immer wieder anspornen (im Gegensatz zu einer Einzelperson). Es hätte Montemare eigentlich klar sein sollen, das hier noch einige Tausend EUR darauf warten abgesahnt zu werden.

Spätestens hier müßte Deine Theorie greifen. Die Tauchschule müsste sich sgen: "OK. Da ist jetzt einiges schief gelaufen, investieren wir in die Zukunft und machen alles möglich, um die Kunden wieder auf unsere Seite zu bringen" Das ist nicht passiert.

Nur ein Beispiel: nun habe ich, 6 Wochen nach meiner Brevetierung immer noch keine Plastikkarte von Padi (die Verantwortung hierfür liegt bei Montemare).

Das wir somit nicht zufrieden sind und sich kein Folgegeschäft mehr ergebn wird liegt nicht im Verschulden des Kunden, sondern ausschließlich in dem des Dienstleisters.

Ich bin schon sehr gespannt, auf Eure Antworten.
Antwort von Brachypelma Registriertes Mitglied am 14.07.2006 - 16:08
die argumentation geht in richtung: es wird kein geld verdient..
vielleicht liegt hier ein grosses problem.

wenn nur der "tauchkurs" bezahlt wird, also ich werde owd und bezahle hierfür 300,-€ und die leistung von demjenigen abgefragt wird, der dieses kärtchen verkauft hat, ist das doch an sich schon auffällig unprofessionell.
so kann ja nur ein preiskampf entstehen, der auf kosten der ausbildungsqualität geht.

objektive tauchschulen-bewertungen gibt es wohl kaum, ein externer tauchlehrer als "prüfer" ist wohl auch nicht üblich.

vielleicht wäre es im sinne der führerscheinprüfung sinnvoll, tauchstunden zu bezahlen, gezielte übungen anzubieten die dann von "fremden" tauchlehrern abgefragt werden.

Antwort von Hubiklaus Registriertes Mitglied am 15.07.2006 - 12:21
Natürlich ist es für die Branche nicht toll, wenn die Preise für diverse Kurse fallen, aber dann sollte man doch versuchen besonders in dieser Situation sich von den anderen Tauchschulen abzuheben wie z.B. mit beonders gutem Service. Ich denke es gibt sehr viele Leute, die gewillt sind beondere Leistungen und Service mit einem höheren Entgeld zu entlohnen. Zusätzlich würde hier automatisch eine bessere Kundenbindung stattfinden.
ich habe dem monte mare auch schon mal einen Besuch abgestattet aber dort keinen Kurs gemacht. Wir hatten alles selber dabei und brauchte also keinen. Aber als es Probleme mit meinem damals neuen Suunto D9 gab(später stellte sich heraus, dass es nur ein bedienungsfehler war) und ich im Shop um Hilfe bat, war die erste Frage wo ich denn den D9 gekauft hätte. Natürlich habe ich meinen D9 nicht im Monte Mare gekauft da ich zum Glück in Bayern wohnhaft bin. Daraufhin wurde jegliche Hilfe abgelehnt Erst als ich am nächsten Tag ein Paar neue Füßlinge gekauft hatte, hat man nochmal vorsichtig vesucht mein Problem zu lösen. Natürlich ohne besonderes Angagement so dass ich dann selber das Problem löste....
Antwort von mic Registriertes Mitglied am 15.07.2006 - 20:54
wißt ihr den nicht "diving is fun!!!" - nur so zur Überschrift und in Anlehnung an den Bericht von Eric (durch Linus verlinkt)

lustig, lustig - nur so ausgebildete "buddies" möcht´ ich nicht wirklich an die hand bekommen

mic
Antwort von diver269091 am 17.07.2006 - 20:02
@Linuskoeln:

Zitat: ....Werden diese nicht eingehalten bzw. willkürlich vereinfacht/ausgelassen (Beispiel AOWD), kann es für den TL/die Basis nur ein "ungenügend" geben.

Zieht er das Programm nach Vorgabe durch, gibt es dafür ein "befriedigend". Durch Service, Freundlichkeit, individuelle Betreuung etc. kann aus "befriedigend" dann ein "gut" oder "sehr gut", ein "ausreichend" oder "mangelhaft" werden. Insofern kann man die Eingangskritik, trotz vermittelten Lehrinhalten, absolut nachvollziehen... "

Ich stimme Dir 100%ig zu!


Zitat: Hier haben die Lehrer oft 4 statt einem Schüler, dazu 4 Tage Zeit für alles und der Preis ist fix. Geht er jetzt auf den Untalentierten richtig ein, hat der Talentierte nach 4 Tagen immer noch nur Pooltauchgänge und wenn es dann irgendwann der Letzte kapiert hat/richtig kann, dann ist die Basis wahrscheinlich schon pleite... "

Nicht unbedingt. In der Tauchschule, bei der ich tätig bin, haben wir in den AGB`s einen Passus, dass wir mit dem Tauchschüler so lange üben, bis er die Übungen alle durchführen kann. Das heisst, dass wir ihn soweit bringen, dass er dem Tauchlehrer die Übung, bei der er Probleme hat, einmal vormacht und danach mit einem Assistenten verfeinert. Nach unserer Erahrung ist das allerdings eher selten nötig und wenn, dann mit einem Zusatzaufwand von etwa 1-1,5 Stunden zu machen - da wir den Pool für einen ganzen Tag bezahlen, geht das (Allerdings nur, wie in meinem ersten Beitrag vermerkt, durch den Enthusiasmus der Ausbilder - das steht und fällt dann mit dem Geschick, des/der Inhaber/s, seine Leute zu motivieren).

@jbb1970

Zitat:"...dass der Preis gut durch kalkuliert ist und die Schule nicht nur so zum Spaß durch Eigeninitiative betrieben wird."

Nein, nein, nein. Das Problem ist oft, dass ohne diese Eigeninitiative GAR nichts geht. Du wirst tatsächlich in D nicht viele Tauchschulen finden, die wirklich professionell betrieben werden können - oft ist es das Prinzip Hoffnung (auf bessere Zeiten) oder ein Mangel an beruflichen Alternativen, die ein Ende verhindern. Ausserdem geht`s meist nicht sooo schlecht, dass man nach 5 oder 10 investierten Jahren einfach das Handtuch schmeissen MUSS, sondern grade so, dass es irgendwie umgeht, aber nicht so, dass ein vernünftiges Gehalt rausschaut.
Ich kann, wie gesagt, Monte Mare nicht einschätzen - allerdings gibt der Markt gut kalkulierte Preise einfach nicht her - zumindest dort wo wir sind. Man kann ja auch mit einer schönen Kalkulation nicht leben, wenn keiner kommt und bucht. Auf den Maldiven kostet ein OWD Kurs u.U. 600 Dollar - ohne Lehrmaterial und Brevet - DAS ist eine gute Kalkulation (in D nicht denkbar). Allerdings stimme ich Dir zu, dass eine schlechte Kalkulation nicht das Problem des Kunden sein darf (Wenn`s aber trotzdem mal so ist, finde ich halt, dass mit ein wenig Verständnis von beiden Seiten weiter kommt und vielleicht ein sachliches Gespräch am nächsten Tag allen mehr hilft, als runtergeschluckter oder lauthals verkündeter Ärger).

Zitat: "Weiterhin sollte ein Unternehmen immer das Folgegeschäft im Auge halten. 4 Freunde machen gemeinsam einen Kurs. Alle sind finanzkräftig und bekunden immer wieder den Willen, mehr in den Sport zu investieren (zu sehen an dem zwischenzeitlich geplanten AOWD und der bereits gekauften Ausrüstung)."

Auf jeden Fall sollte man das. Aber auch hier werbe ich ein bisschen um Verständnis. Letztlich stehen überall nur Menschen - auch hinter den Tresen - und wenn Du dann zum 5. Mal erlebst, dass ein Kursteilnehmer, für den Du einen guten Service gebracht hast, mit einer neuen Ausrüstung aus dem Internet daher kommt, und Dir noch nicht einmal eine konkrete Chance eigeräumt hat, in Wettbewerb zu treten, weil er der Meinung ist, dass das Internet sowieso besser und billiger ist, kriegst Du halt `nen Frust. Klar - das ist das Gesetz des Marktes und des freien Wettbewerbs - am Frust ändert dieses Wissen aber nix.

Wenn Du nun sagst: Aber es ist Euer Job, den Frust runterzuschlucken und bei jedem Kursteilnehmer neu anzufangen, dann hast Du vollkommen recht - nur fällt`s eben manchmal ganz schön schwer und der eine kann`s, der andere nicht.

@Hubiklaus

Zitat:"...nicht im Monte Mare gekauft da ich zum Glück in Bayern wohnhaft bin. Daraufhin wurde jegliche Hilfe abgelehnt" (Ich zum Glück auch in By)

Nun - das ist einfach schwach. Service muss in jedem Fall geleistet werden, Hilfe muss es geben. Bestimmt ein Ergebnis des oben genannten Frusts. Rein aus Interesse - wenn ein Mitarbeiter sich eine halbe Stunde (nur als Beispiel) um das Problem gekümmert und es gelöst hätte - wärst Du denn bereit gewesen, sagen wir `mal 20,00 oder 25,00 Euro für seine Zeit zu bezahlen? Da er das Geschäft mit Dir ja nicht gemacht hat, kann er ja nicht aus einem irgendwann gemachten Verdienst zehren, auf den er seine Zeit "umlegen" kann.

Und schlussendlich: Ich finde, dass der Kurs solide durchgeführt wird, dass die zu vermittelnden Inhalte vermittelt werden, dass die PADI Mindestanforderungen erfüllt und in der theoretischen Ausbildung entsprechend der lokalen Tauchumgebung und den Interessen der Teilnehmer ERWEITERT und ERGÄNZT werden, finde ich ist das MINIMUM! Ob der Markt nun hohe oder niedrige Preise hergibt - wenn ich den Kurs anbiete, muss ich ihn auch "g`scheit" machen (Kostet meist auch nicht wirklich mehr als wenn ich ihn schlecht mache).
Fehlende Übungen, fehlende Theorieinhalte, riskante Techniken (beliebt: Kontrollierter Notaufstieg ohne Seil, ein Tauchlehrer alleine mit mehr als zwei OWD Teilnehmern u/W im Freiwasser, AOWD Teilnehmer ohne OWD Ausbildung, Theorie à la "Nimm-das-Buch-mit-und-komm-zur-Prüfung-wieder" etc.) sind - zumindest nach meiner Meinung - jenseits jeder Diskussion und nicht zu tolerieren.

Kein frischer OWD Absolvent wird perfekt tarieren oder tauchen können (Kein Führerschein-Neuling kann perfekt fahren), aber beide wissen müssen, was Perfektion ist und wie man sich Schritt für Schritt darauf zu arbeiten kann!

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, wie angenehm sich dieser thread von vielen anderen in diesem Forum in Punkto Tonfall, Sachlichkeit und Bemühen um Verständnis abhebt. Es ist mir eine Freude mit Euch zu diskutieren!
Antwort von jjb1970 Registriertes Mitglied am 17.07.2006 - 20:58
@ diver269091
Grundsätzlich kann ich es ja nachvollziehen, wenn man mal einen schlechten Tag hat, oder sich Frust aufbaut, weil mal wieder ein Geschäft durch die Lappen gegangen ist, aber:
1. das kann und darf der Kunde nie spüren
2. in meinem Fall war es nicht das Internet, was einen billigeren Preis angeboten hat. Im Gegenteil, ich habe in einem großen Kaufhaus eingekauft, weil ich mich hier, im Gegensatz zum Montemare, gut beraten und ernst genommen gefühlt habe. Preislich haben sich die beiden nichts gegeben. Jedoch hat mir die unprofessionelle Art der Menschen hinterm Tresen so missfallen (siehe alle die oben aufgeführten Punkte), dass ich eben nicht hier eingekauft habe.
3. Ein sachliches Gespräch war nicht mehr möglich. Die Gesprächsführung des angeblich Verantwortlichen bei der Bekanntgabe, dass unser TL nicht mehr für das Montemare arbeitet, war schlecht vorbereitet, vollkommen widersprüchlich, teilweise schlicht unwahr und aus meiner Sicht (ich bin Personalmanger) ganz einfach unprofessionell. Er hat es nicht geschafft, unsere Emotionen in den Griff zu bekommen. Auf Mails an die GF bzw. das Gästebuch wurde nur unzureichend oder gar nicht reagiert (siehe diesen Thread: Montemare kennt ihn und reagiert nicht). Daher habe ich beschlossen, das Thema so schnell, wie möglich abzuschließen und möglichst bald nichts mehr mit dem Montemare zu tun zu haben. Ich trage mein schwer verdientes Geld jetzt eben woanders hin.

Was ist die Folge, weil 1, 2 und 3 nicht eingehalten wurden? Nun z.B. dieser Thread und dass ich, wenn mich einer fragt, bestimmt kein gutes Wort verlieren werde. Das kann auch nicht im Sinne eines gewinnorientierten Geschäfts sein.

Auch mir gefällt diese Diskussion sehr. Es wäre schön, wenn sich hier das Montemare mal eine Scheibe abschneiden würde. Gruß Jörg
Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 17.07.2006 - 22:53

@diver269091 und jjb1970:
Vorab kurz zur "angenehmen Diskussion": Dafür wird der Grundstein oftmals auch schon im Eingangsposting gelegt - eine sachliche, ausführliche Darstellung animiert halt eher zu einer ebensolchen Diskussion als ein lapidares "alles scheisse". Klappt zwar auch nicht immer, aber die Chancen sind zumindest höher

@diver269091: Wenn Ihr in Eurer Tauchschule die passenden Rahmenbedingungen (Schwimmbad ganztägig etc.) habt, einen Inhaber, der dahinter steht und dazu noch Tauchlehrer, die die nötige Motivation mitbringen, dann ist das sicherlich ein Idealfall und Glück für die Kunden!

Aber nehm mal andere Basen, bevorzugt in Urlaubsgebieten, wenn auch nicht nur dort: Da fängt der TL am Montag einen OWD-Kurs an, am Donnerstag kommen schon die nächsten Kunden und die extrem nervöse 60kg-Anfängerin kommt mit 12kg Blei nicht runter. Variante A: Er könnte jetzt mit Zeitaufwand, damit verbundenen Kosten und persönlicher Mühe den Bleibedarf verringern oder einfach, Variante B, "Nehm halt 2kg mehr..." sagen...
Mal ganz ohne Wertung, aber oftmals ist das halt der Unterschied zwischen dem sicherlich wünschenswerten Idealfall und dem gängigen Vorgehen in der Praxis. Es sei denn, die Kunden wären bereit, für eigene Defizite/mangelndes Talent tiefer in die Tasche zu greifen

Kurzum: Nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ohne Enthusiasmus, klappt es mit einer fundierten Ausbildung wohl eher selten.
Neben der persönlichen Grundeinstellung des TL in Verbindung mit einem, wie von Dir geschilderten, motivierenden Inhaber würde ich noch einen dritten Punkt zur "Enthusiasmussteigerung" hinzufügen: Das persönliche Auftreten und der Lernwille desjenigen, der den Kurs macht....

@jjb1970: Seh ich alles ähnlich und sollte auch wirtschaftlich Sinn machen - gerade bei zufriedenen Anfängern verdienen Basen am im Anschluss verkauften Equipment deutlich mehr als am eigentlichen Kurs.

Cheers,

Linus




Antwort von jjb1970 Registriertes Mitglied am 17.07.2006 - 23:46
@all
vielleicht sollte ich das hier noch einmal deutlich machen: es fehlte in keinster Weise am Enthusiasmus, dem Spaß und der nötigen Kompetenz bei unseren Tauchlehrern. Im Gegenteil. Ohne diese wäre mir das Tauchen erst einmal gründlich vergangen.
Was ich hier anprangere ist die Tauchbasis und auch hier lediglich bezogen auf den Service, die Freundlichkeit und das Management. Die Basis als solche ist gut, solange man nichts anderes als das Becken braucht.
Antwort von gerneTaucher Registriertes Mitglied am 18.07.2006 - 07:58
@jjb1970 "Die Basis als solche ist gut, ..."
aber (zu) teuer.

gut Luft
Antwort von wallin Registriertes Mitglied am 18.07.2006 - 18:03
Ich habe mit großen Interesse diesen Tread verfolgt. Da er so sachlich gehalten ist, möchte ich hier einen Beitrag beifügen.

Die Argumentation von "diver269091" lässt schließen, dass er in einer Tauchschule mitarbeitet oder selbst Basenbesitzer ist. Jedenfalls fühle ich mich bei einigen Ausführungen angesprochen.

Bezüglich Service wird da oft was verwechselt. Spricht man von einem guten Service, dann verstehe ich, das das gekaufte Produkt, sofern notwendig, in der selben Firma gewartet und repariert werden kann. Sollte bspw. mein Atemregler defekt sein, erhalte ich solange die Revision oder Reparatur dauert, kostenlos einen Leihregler.
Dieser Service wird aber nur diesen Kunden gewährt, der das zu reviedierende Produkt auch im selben Laden gekauft hat. Dies macht schließlich der Unterschied zu Internetanbietern aus.

Ein gutes Verkaufsgespräch ist eine gute und freundliche Beratung, hier hält man kostenlos Getränke bereit und hat die Möglichkeit sein erworbenes gleich im Pool auszuprobieren.
Das Ziel ist Produkte zu verkaufen und das Gefühl zu vermitteln, man ist hier König.
Hier geht man auf die Bedürfnisse der Kunden ein und nimmt sich Zeit.

Und nun kommen wir zu Kundengespräche.
Die sind wichtig um sich in Erinnerung zu bringen. Hat was mit Kundenbindung zu tun.

Manche Kunden sind so stark an das Unternehmen gebunden, dass man zwei bis drei mal die Woche einen Besuch abgestattet bekommt. Trinken die kostenlose Getränke, die im eigentlichen Sinn, dem Verkaufsgespräch zugeordnet sind.
Wundert sich, wenn man dann zurückhaltet ist, weil man nicht unfreundlich sein will.

Wenn dann der Kunde außer einem Tauchkurs, keine weiteren Geschäftsbeziehungen eingegangen ist, bzw. alle Tauchsachen im Laden probiert hat, dann Bedenkzeit gebeten hat um mit diesen Erfahrungswerten, sich des billigeren Internets zu bedienen, kann man sicherlich von einem schlechten Kunden sprechen.
Oder irgendwas ist im Verkaufsgespräch daneben gelaufen.

Leider kommt dieses in der Geiz ist Geil - Gesellschaft immer häufiger vor.

Gruß Wallin

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