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Tauchen mir Jugendlichen
Abgesandt von Gunther, St. Auustin am 08.08.2002 - 10:53:

Gibt es Untersuchungen zu den rein medizinischen Auswirkungen von bestimmten Tiefen auf Jugendliche im alter von 12-14 Jahren? Welche Tiefen werden in welchen Altersstufen als gefahrlos angesehen. Ab welcher Einwirkungsdauer und welchem Druck ist mit beeinträchtigungen zu rechnen. Soweit ich weiß gibt es ein Quotient ab dem sich N2 an den Wachstumsspalten der Knochen absetzten könnte. Mir geht es hier nicht um die gennerelle Verantwortung wie tief ich mit einem 12jährigen gehen kann sonder nur um die med. Seite. Ich weiß, dass ich mit meinen Kindern nicht 30 Meter tief tauchen sollte etc. Aber ich möchte wissen ab wo ich im bzw. nach einem Notfall mit Problemen rechnen muß. Mir ist auch bewußt, dass es sich um individuelle Grenzen handelt, aber vieleicht gibt es ja einige Grenzwerte oder empirische Erhebungen.

Danke für die kommenden Infos
Gruß Gunther



Antwort von toerti am 08.08.2002 - 12:04
Schau doch mal in der aktuellen Tauchen nach. Dort ist ein Sonderbericht über das Kindertauchen mit verschiedenen Tiefenangaben bei den unterschiedlichen Altersgruppen. Hab die Zeitung leider nicht griffbereit, sonst würd ich die Tiefen hier posten....
Antwort von Gunther am 08.08.2002 - 12:26
Hallo toerti,
danke für die Info, dort stehen aber leider nur einige Werte was zwar hilft, aber die med. Grundlage wird nicht erläutert. Die einzelnen Verbände habe ganz unterschiedliche Empfehlungen und genau dass irretiert mich. Na ja mal gucken was unsere med. vorgebildete Abteilung hier beisteuern kann.
Gruß
Gunther
Antwort von mq am 08.08.2002 - 13:10
Ab 16 kann man beim CMAS Silber machen. Die Ausbildung findet in Tiefen von 12-30m statt. nur mal so als Richtwert.
Antwort von Roli am 08.08.2002 - 17:13
Hallo nur mal so als Info, hab irgendwo mal gelesen, das KInder in einer Druckkammer ziemlich extrem auf Tiefenrausch reagiert haben so ziemlich herumgetollt und so. Weis nicht mehr wo aber es war so glaube ich irgenwie im med Forum
Antwort von alfredo am 08.08.2002 - 21:29
Darf ich dir zu diesem Thema diese Diskussion empfehlen:

Hier klicken

Da ging es zwar teilweise sehr persönlich zur Sache, aber es ist wohl so ziemlich alles an Argumenten drin, was es zum Thema gibt.

Und irgendwo gab es in einem Thread einen Link zur Homepage eines tauchenden Arztes, der die Infos sehr schön zusammengefasst hat. Nur seine Schlussfolgerungen kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht kennt ja jemand den Link und kann ihn hier posten...
Antwort von Gunther am 09.08.2002 - 08:19
Hi Roli,
ich denke eine Tiefe die zu einer N2 Narkose führen kann ist wohl weit außerhalb dessen was ich mit einem 13-15jährigen machen wollte. Meine Frage ziehlte eher ob die Grenze von 10 Meter nach z.B. VDTL so ok ist oder ob auch 15-20 Meter möglich sind, speziell unter dem Gesichtspunkt der Dauer eines Tauchgangs.
Gruß
Gunther
Antwort von alfredo am 09.08.2002 - 10:13
Sämtliche Grenzen sind völlig willkürlich gewählt. Es gibt keinerlei gesicherten Erkenntnisse zu dem Thema. Lediglich theoretische Überlegungen und Erkenntnisse aus Tierversuchen, die allerdings extrem waren. Fazit: Wahrscheinlich schadet die Taucherei körperlich überhaupt nicht, aber eben nur "wahrscheinlich". Zumindest trifft das auf Kinder ab 12 Jahren zu, vorher ist noch das Theme "Lungenreife" zu beachten. Dazu kommt, dass die körperliche Entwicklung bei Jugendlichen extrem schwankt. Ein 12jähriger kann vom Wachstumsstadium her einem 10- oder 16jährigen entsprechen.

Da also ein Restrisiko bleibt (wie bei uns Erwachsenen auch, aber das interessiert wieder niemanden, schließlich sind wir selbst für uns verantwortlich), müssten die Tauchverbände konsequenterweise die Finger von der Taucherei in der Wachstumsphase lassen (die kann ja immerhin bis in die 20er gehen). Wollen sie logischerweise nicht, also werden Limits eingeführt, mit denen man sich auf alle Fälle auf der sicheren Seite wähnt. Wer weniger kommerzielle Interessen hat (VDST) gibt sich erzkonservativ, wer möglichst viel Geschäft machen will (PADI) macht das Kindertauchen mit großzügigeren Limits interessanter.
Antwort von alfredo am 09.08.2002 - 10:28
So, Link auch noch gefunden:

Hier klicken
Antwort von Gunther am 09.08.2002 - 10:52
Hallo Alfredo,
vielen Dank speziell für den Link, sehr ausführlich und informativ. Speziell auch die Hinweise auf Gwichtsbelastung und Hypothermie sprechen mir aus der Seele. Ich denke so als Zusammenfassung werde ich so bei den 10-15 Metern bleiben, und die Austauchphase noch etwas mehr betonen. Nochmals Danke und eine Bitte an die Redaktion zu diesem Theam vieleciht mal einen Redaktionbeitrag zu verfassen.
Antwort von K.-D. Völker am 09.08.2002 - 11:15
Hallo Gunther,
die Problematik Kindertauchen ist noch sehr umstritten in der Fachwelt.
Etwas weniger Risiko schadet jedoch nichts.
Zum Kindertauchen habe ich zwei Links stehen:
www.hypermed-jena.de

Mit bestem Gruß
Kalle
Antwort von daniel am 11.08.2002 - 14:16
Als Jugentlicher darf und möchte ich mich hier auch einmischen. Ich bin AOWD und 15 Jahre alt. Ich war eben im Tauchurlaub. 2 TGs pro Tag so à 45 min. Tiefe bis 30 m aber nur Kurz danach austauchen auf 10-15 m. Tauchen ab 15 mit ordnungsgemäss gemachtem Brevet finde ich OK. Aber ich bin gegen Kindertauchen. Aus medizinischer Sicht ist Kindertauchen umstritten.
Und ist ein Kind der grossen Belastung überhaupt gewachsen ?. Ist das Equipment nicht zu gross, Versteht es Grundlegende Dinge der Theorie, weshalb es zum Beispiel einen Druckausgleich machen muss, es nicht zu schnell auftauchen sollte resp. Sicherheitsstop machen muss. Man lernt ja schliesslich auch nicht mit 8 Jahren Autofahren. Das Verständnis für all das ist so glaube ich zumindest mit etwa 15 gegeben (auch aus medizinischer Sicht).

Und nochwas in der aktuellen Unterwasser ist ein Bericht über automatisches tarieren zu finden. Der Autor schreibt das dies ideal sei für Kinder. Meiner Meinung nach weit gefehlt. Ein Kind welches taucht sollte sich auch selbst austarieren können. Es muss doch auch irgendwann lernen selbst zu tauchen. Ich selbst bin im Urlaub ein paar mal mit Tauchlehrer getaucht und danach mit erfahreneren Leuten 100 tg`s und mehr.

Daniel
Antwort von Gunther am 12.08.2002 - 08:23
Hallo Daniel,
im Prinzip hast Du recht, auch wenn ich es für wahnsinn hlate, dass Du auf 30 Meter gehst, da die langzeitschäden noch nicht abschließend erforscht sind. In meiner Frage ging es übrigens um Jugendliche also 12-18jährige, klar ist auch, dass mir keiner ins Wasser geht der nicht min. CMAS* hat, und somit nachweißlich versteht unter welchen Gesetzmäßigkeiten er taucht. In unserem Verband VDTL, wird hier eher konservativ eine sehr
vorsichtige Vorgehensweise empfohlen, 10 Meter maximal und eine limitierte Dauer.
Gruß
Gunther
Antwort von alfredo am 12.08.2002 - 09:44
Wieso soll das Wahnsinn sein? Ich gehe mit meinem Sohn guten Gewissens auf 30m, eben weil ich mich informiert habe und abschätzen kann, wie weit er in seiner Entwicklung ist. Das einzige, was ich in dem Zusammenhang für "Wahnsinn" halte, sind pauschale Aussagen. Warum soll man ab 15 tauchen können? Mein "Kleiner" war mit 12 1,75 groß und ziemlich hell in der Birne, andere sind mit 15 Gartenzwerge und können nicht bis drei zählen. Lasst doch den gesunden Menschenverstand walten und vergesst die Pauschalurteile! Ich für meinen Teil fürchte bei McDonalds mehr um die körperliche Unversehrtheit meiner Kinder als beim Tauchen!
Antwort von Gunther am 12.08.2002 - 11:32
Hi Alfredo,
ok McD ist sicher auch nicht unproblematisch. Gerade bei Deinem Kleinen, der wohl doch noch wächst, und dass ziemlich schnell ist die Gefhar, dass sich an den Wachstumsspalten der Knochen N2 ablagern kann.... Ich weiß es sind alles nur Vermutungen, aber ich bin für die sichere Seite. Dass das alles pauschal ist ist klar, eine Fall bezogene Betrachtung wäre wohl besser, ist aber hier kaum möglich. Ich denke die psychische Seite ist sicherlich geauso wichtig, und da ist die solide und ausführliche Ausbildung und die Erfahrung die Methode der Wahl um Panik mit allen Begleiterscheinungen entgegen zu wirken.
Wobei das Problem unter Wasser sind weniger die die sich hier beteidigen, da die alle sich mit dem Thema auseinander setzen, sonder eher die Taucher die mit nicht adequater Ausbildung unterwegs sind, und dann noch ihre Kids mitnehmen.
So genug der Worte, wenn Du mal im Raum Bonn bist, sag Bescheid und wir gehen mal zusammen unter....
Gruß
Gunther
Antwort von daniel am 12.08.2002 - 11:40
@Gunther + Alfredo

Ok ich nehme an dass man mit 15 eine vernünftige Grösse und einen einigermassen gut funtionierenden Verstand erreicht hat. Aber das geht auch schon mit 12 kein Problem, eben müssen gewisse Bedingungen erreicht sein.
Zu den 30m kann ich eigentlich nur sagen das ich mich ganz Ok gefühlt habe bezüglich Tiefenrausch. Betrachtet man das von der Seite der Dekompresion her ist das schon eher problematischer. Aber ich bin weit vor erreichen der Nullzeit wieder höher aufgetaucht. Ausserdem wer mit 15 oder sei es nun auch 12 seine 1 75 (bin 1 72) erreicht hat hat wohl seine Körperliche Entwicklung ehh plus minus abgeschlossen.
Antwort von alfredo am 12.08.2002 - 11:56
Gunther, ich will dir die konservative Einstellung wirklich nicht ausreden (schließlich ist es deine Verantwortung), aber zum Thema N² und Wachstumsfugen solltest du dir die Ausführungen auf der Homepage von Doc Gensler nochmal ansehen (es gibt noch weitere Aufsätze zu diesem Thema in Internet): gerade diese Schädigung scheint am wenigsten Wahrscheinlich! Übrigens ist mein "Kleiner" inzwischen 1,83 (mit knapp 15) und manchmal wäre ich ganz froh, wenn die Taucherei das Wachstum gebremst hätte...

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