Tauchen nach Trommelfellschnitt Abgesandt von Kitty am 13.11.2001 - 14:30:
Seit meinem letzten Tauchurlaub (Ägypten, April 2001) habe ich nach einem Barotrauma Flüssigkeit im Mittelohr. Leider hat sich diese verdickt und flíeßt einfach nicht ab.
Da ich aber Ende Dezember auf die Malediven fliege & dort natürlich gerne tauchen würde, habe ich gehört, daß man einen Trommelfellschnitt machen könnte um die Flüssigkeit aus dem Ohr zu bekommen. Angeblich heilt dieser nach drei Tagen zu.
Meine Fragen:
1.)Habe ghört, das es bei Narben auf dem Trommelfell zu erheblichen Druckausgleichsproblemen kommen kann-können diese durch so einen Schnitt entstehen?
2.)Ab wann darf ich nach solch einem Eingriff wieder tauchen?
3.)Gibt es vielleicht noch eine andere Möglichkeit?
Vielen Dank im voraus!!!
Kitty
Antwort von Katharina am 13.11.2001 - 23:35 Puh - das klingt ja abenteuerlich! Drei Tage klingt verdammt kurz. Hat dir das ein Taucherarzt erzählt, dass ein Schnitt so schnell heilt? Schön, wenn es so wäre... Keine Ahnung, aber bei "normalen" TrommelfellRISSEN beträgt die Tauchpause meist ein ganzes Jahr, bis der Druckausgleich ohne Rissgefahr wieder klappen sollte. Ist bei einem "operativen Schnitt" anders? Ich weiss nicht recht, aber ich wäre an Deiner Stelle extrem vorsichtig, bzw. würde auf jeden Fall mehrere Ärzte befragen. Viel Glück und ich wünsche Dir, dass Du auf den Malediven dann ohne Probleme tauchen kannst, aber bitte riskier es nicht unüberlegt! Mit einem Loch im Trommelfell darf natürlich nicht getaucht werden. Das Ohr kann sich schlimm entzünden.
Was meint der Arzt: kannst Du evtl. mit der Flüssigkeit im Ohr symptomlos leben? Es würde mich wirklich medizinisch interessieren, was Du für Auskünfte wegen dieser Barotraumafolgen bekommst und wie damit umzugehen ist. Würde mich freuen, wenn Du es mir mailst.
Antwort von Kitty am 14.11.2001 - 17:43 Hi Katharina,
die Sache mit den drei Tagen hat mir eine befreundete HNO-Ärztin gesagt.War natürlich auch erstmal überrascht, weil mir das so kurz vor kam, aber vielleicht ist es ja bei einem operativem Schnitt wirklich was anderes(u.U. ist er ja auch viel kleiner).
Wegen der Flüssigkeit im Ohr habe ich eigentlich keine Probleme, nur das der Druckausgleich eben nicht mehr klappt(auf einem Ohr). Mein Hausarzt hatte mir ja auch gesagt, daß die ganze Geschichte mit Kaugummi kauen, Rotlicht und Salzwassernasenspray irgendwann wieder von alleine weg geht, war nun aber leider nicht so!Werde diese Woche nochmal mit der Ärztin reden und melde mich dann wieder!
Gruß Kitty
Antwort von Andreas Ploch am 14.11.2001 - 20:11 Hallo Kitty!
Das Trommelfell wächst zwar nach einem solchen Eingriff (Paracentese) sehr rasch wieder zu, ist jedoch erfahrungsgemäß erst nach ca. 6 Wochen so stabil, dass es die Belastungen beim Tauchen aushält. Der behandelnde HNO-Arzt muss jedoch, bevor er wieder grünes Licht für`s Tauchen gibt, grundsätzlich sicherstellen, dass die Narbe stabil genug ist. In Einzelfällen kann nämlich eine Narbenschwäche (Narbenatrophie) entstehen, bei der das Trommelfell möglicherweise beim Tauchen einreißen würde.
Die Narbe selbst wird nach einer Paracentese den Druckausgleich kaum erschweren, da sie nur sehr klein ist.
Bei bestehender Indikation gibt es m.W. keine Alternative zur Paracentese. Ich gehe dabei mal davon aus, dass Du es bereits mit abschwellenden Nasentropfen und evtl. entzündungshemmenden Medikamenten versucht hast.
Viele Grüße
Andreas
Antwort von Micha am 14.11.2001 - 21:46 Andreas, ich finde Deiner Tipps immer absolut Spitze ! Wollte ich nur mal loswerden !
Antwort von Andreas P. am 15.11.2001 - 06:51 Danke, Micha! *rot werd*
Andi
Antwort von Katharina am 15.11.2001 - 09:46 Stimmt! Ich finds auch klasse. Danke für die Erklärung, Andreas!
Antwort von kalle am 16.11.2001 - 11:03 schau mal unter Hier klicken und ruf mal dort an.
Taucherärzte und HNO-Arzt!
Antwort von Kitty am 20.11.2001 - 13:46 Hallo Micha erstmal Danke für die Antwort!!! Mist!leider habe ich nur noch fünf Wochen bis zu meinem Urlaub.Meinst Du, das wäre zu schaffen?(Oder ist das zu leichtsinnig(will halt unbedingt Tauchen))
Neue Frage:
Wie testet der Arzt überhaupt, ob die Narbe belastbar ist und was passiert schlimmsten Falls, wenn die Narbe dem Druck beim Tauchen nicht Stand hält????
Gruß Kitty
Antwort von Kalle am 21.11.2001 - 10:09 Der erfahrene Arzt kann durch Ansehen die Narbe eventuell beurteilen. In einer Druckkammer könnte man weiterhin eine Druckprobe vornehmen. Auf die Gefahr hin, daß die Narbe reißt. Meistens hält sie - zumindest bis 15 m (Behandlungsdruck bei Ohrgeräuschen!) habe ich schon einige vernarbte TF gesehen.
Antwort von marco am 01.12.2001 - 09:01 Mein HNO hat mir so ein komisches geraet an die ohren gehalten das druck aufgebaut haut und toene von sich gegeben um die beweglichkeit meiner trommelfelle zu testen. ich nehme an, dass es das trommelfell unter druck setzt und die reflektieren schallwellen untersucht, und daher rueckschluesse auf die beweglichkeit der trommelfelle ziehen kann...
Antwort von Christoph Klingmann am 09.12.2001 - 23:47 Im Zweifelsfall stell Dich in Heidelberg in unserer Tauchersprechstunde an der HNO Universitätsklinik vor. Diese wird im Moment gegründet und diesen Mittwoch findet eine Auftaktfortbildung statt. Anmeldung unter 06221 566710 oder 566752.
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