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Tauchunfall Dahab,
Abgesandt von Carmen Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 16:21:

Hi
hier mal ein interessanter Link zu einem leider tödlichen Unfall im Blue Hole im Februar 08.
Es geht dabei weniger um den Unfall selber, sondern um das "danach"

Hier klicken



Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 16:33
ui ...
im Moment alles was ich sagen kann
ui ...
Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 16:35
Tja, meine Vorurteile werden wie üblich bestätigt, sollte dies Wahr sein.
Antwort von Bussy Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 16:41
Mir fehlen die WORTE, möchte aber den Autoren für die sehr ausführliche Berichterstattung danken. Der Rest ist ohne Kommentar, selbst für Ägypten eher ungewöhnlich. Das die Verhältnisse dort nicht zum besten stehen, kann sich jeder an seinen 5 Fingern abzählen, bin gespannt ob noch Reaktionen von Verantwortlichen kommen. Wenn ja, bitte veröffentlichen.
Liebe Grüße Bussy
Antwort von JochenG Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 16:59
Hierzu gibt es auch einen Bericht in der aktuellen "Unterwasser" sowie schon verschiedene Forenbeiträge auf der unterwasser.de

So traurig der Vorfall ist, ich würde das Problem nicht nur auf die Tauchergemeinde münzen. Jeder andere Unfall, auch an Land, wäre wahrscheinlich genau so traurig ausgegangen wie der Unfall unter Wasser....

Viele Grüße

Jochen

Antwort von JDiver Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 17:10

Ja mir fehlen auch die Worte, unglaublich!
Besonders so eine Region sollte doch bisschen vorbereitet sein für solche Unfälle, immerhin sind ja ein großer Teil der Touristen dort Taucher!
Antwort von Black Diver Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 17:23
Einfach nur unglaublich
Antwort von Bubble67 Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 17:56
Für mich ein trauriges Beispiel warum ich nicht nach Agypten fliegen werde ! Aber mein Respekt den 2 Brüdern für Ihre Hilfe ,daß Sie alles versucht haben was für den Verunfallten zu tun !
Ich kann nur hoffen das wenn mal einem von uns etwas passiert ,auch solche Helfer da sind ! Ich wünsche allen viele schöne TG ohne Unfall !

Meiner Meinung nach sollte man Agypten mal für ein oder zwei Jahre MEIDEN damit die mal aufwachen ! Jetzt werden sicher einige aufschreien.....Aber so sehe ich es ! Ich unterstütze kein Land wo so mit dem Geld RUMGESAUT wird und ein Menschen Leben nichts wert ist !
Antwort von wobbegong Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 18:15
Mir fehlen die Worte. Einfach unglaublich. Ich weis schon, warum ich nicht mehr nach Ägypten zum Rudeltauchen fahre. Vor zwei Jahren ist eine russische Urlauberin beim Baden vor unserem Nachbarhotel ertrunken. Wir holten Sie raus und machten HLW (unsere Basis) Danach durfte keiner mehr den Steg betreten. Wir deckten die tote frau dann mit einem Handtuch zu. Erst nach 1,5 Stunden in praller Sonne wurde die Tote abtransportiert. Noch fragen zu Ägypten?.......
Antwort von tl3 Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 18:35
Nun ja, ein Menschenleben wird in Ägypten anders bewertet als in Deutschland.
Das ist 1. allgemein bekannt und 2. nicht neu.
Wichtig ist das Geld, das die Touris ins Land bringen.
Und dafür ist es wichtig, solche Unfälle unter den Tisch zu kehren.
Das ist nicht toll, ist aber so.
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 24.03.2008 - 19:46
Der Bedauernswerte wäre wahrscheinlich in jedem deutschen Waldsee an seinem Herzinfarkt genauso totgestorben, ist im Einzelfall traurig, kann man aber nichts machen.

Zu den Begleitumständen: macht doch einfach dort keine Reisen hin, wo Ihr mit der Mentalität der Leute vor Ort nicht klar kommt...
Antwort von mola Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 07:13
Badisch korrekt:
...als wo Ihr mit seller Mentalidät von selle Liet nit glar kommt...

Zu lange in Berlin, aber inhaltlich vollkommen in Ordnung.....
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 08:09
wenn schon denn schon: ...vun selle Leit ned glar kummt

Ein klarer Fall für Kraichgauonna...
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 09:26
Mal ganz ehrlich

wer von euch war schon in Ägypten und träumt von einer funktionierenden Rettungskette nach (Tauch)unfällen?

Wenn man in solche Länder fliegt sollte man auf seine Gesundheit und sein Tauhprofil achten, um zusätzliche Risikofaktoren zu minimieren.

"Der Taucher soll am Kap eine Legende der Taucherszene gewesen sein und seit fast 30 Jahren hunderte von Tauchern selbst ausgebildet haben und galt als sehr erfahren, aber auch als unkritisch und selbstüberzeugt. (So hatte er eine Herzerkrankung der Basis verheimlicht)"

Ich denke, hier braucht es keine weiteren Worte. Mein Mitleid gilt den Bergenden, denn die haben die schlaflosen Nächte.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 10:18

Das erschütternde ist nicht, dass in Ägypten wieder mal jemand ums Leben gekommen ist, sondern die dramatischen Begleiterscheinungen.

Obwohl der verunglückte Taucher sich oftmals grenzlastig bewegte, scheint dies hier gar nicht der Fall gewesen zu sein. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt wurde, könnte dies fast jedem in irgendeiner Situation passieren.

Schockierend ist, dass der Tourismus enorm viel Geld in das Land bringt und man sich einen feuchten Kerricht um die Sicherheit der Personen schert. Selbst Dekokammern werden finanziell bezuschusst und im Ernstfalle sind sie nicht in der Lage Verunfallten richtig zu helfen. Obwohl kompetente und motivierte Helfer vor Ort waren, kämpften sie gegen die Windmühlenflügel des "ägyptischen Desinteresses".

Vor diesem Hintergrund werde ich mir persönlich 2mal überlegen dorthin zu reisen. Und wenn muß man so schlau sein (wie Dosis dies schon feststellte) und einfach sein Risiko zu minimieren. Keine Extremtauchgänge, kein Quadriding ohne notwendige Sicherheitsausrüstung usw.
Antwort von mola Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 15:26
Wenn Ihr nun alle weg bleibt, haben die Russen auch viel mehr Platz.....
Antwort von JochenG Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 15:39
naja, ich denke keinesfalls, daß diese Tatsache meine Entscheidung, nach Ägypten zu fahren, in irgendeiner Form beeinflussen wird.

Möglichkeiten haben hier aber Verlage (egal ob im Online- oder Printbereich): Soll doch die vorhandene Notfallausrüstung in die Bewertung mit einfließen. Ist keine vorhanden, gleich ein 3-fach-Minus erteilen. Gleiches gilt für die Qualität des Personals: Ist es in entsprechende EH-Maßnahmen unterwiesen? Warum nicht bei einem Basentest nicht auch gleich mal das Personal stichprobenartig prüfen? Vielleicht führt das zu einem Umdenken.

Viele Grüße

Jochen
Antwort von divepb Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 16:22
Nach wie vor ist Ägypten ein Billig-Reiseland, für den Preis von 14 Tagen all Inklusive in Ägypten gibt es in den Europäischen Ferienhochburgen Griechenland, Spanien, Italien, Kroatien nicht einmal eine Woche.

Da sollte jedem klar sein, der so ein Land bereist, dass nicht alles nach unserem "mitteleuropäischen" Standart abläuft, so eben leider auch die medizinische Versorgung. Das ist mir allerdings klar, bevor ich so eine Reise buche. Schlußendlich bleibt es meine Entscheidung, welches Risiko ich eingehe. Damit meine ich nicht nur den Tauchunfall, ich möchte in vielen Ländern auch nach einem einfachen Bruch nicht medizinisch "versorgt" werden. Fernreisende, die überall die gleiche medizinische Versorgung wie zu Hause erwarten, sind Träumer.
Trotzdem bleibt Ägypten auch weiterhin mein Urlaubsziel Nr 1
Antwort von niemand bestimmtes am 25.03.2008 - 17:58
Das Ägypten ein Drittwelt-Land mit maroder Infrastruktur und einem Regime ist, dass sich nur durch Dauer-Kriegsrecht seit Jahrzehnten an der Macht erhalten kann, dürften den meisten Reisenden noch bewusst sein.

Schwerer wiegt aus meiner Sicht aber die naive Fehlannahme, man habe es dort mit selbstlosen, stets am Wohlergehen des Gastes interessierten Menschen zu tun. Da sollte sich keiner täuschen: Freundlich ist man dort zu Touristen, solange Hoffnung auf Trinkgeld motiviert. Ein Bewusstloser ohne Geldbörse kann aber keines zahlen, und ist dementsprechend uninteressant.

Wer einem verunfallten dort wirklich helfen will, muss schon mit Scheinchen winken...
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 17:58

Zwischen keiner und einer minderwertigen medizinischen Versorgung gibt es doch einen riesengroßen Unterschied.

Wenn es schon einen so eklatanten Missstand gibt, dann muß auch gefordert werden ihn abzustellen. Durch Medien, Reiseveranstalter und auch den Reisenden selbst. Wer nichts fordert, kriegt auch nichts.

Wie schätzt Du denn Dein eigenes Risiko vor Antritt so einer Reise ein ? Oh kleines Problem - hinterher bin ich zwar tot, ist aber ok ! Oder mich triffts ja nicht, sind eh meistens die anderen ? So einfach kann doch niemand strukturiert sein, oder ?

Antwort von antares_999 Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 22:25
Tja, bestätigt mich darin, Ägypten weiterhin zu meiden. Eine Gesellschaft der Handaufhalter, in der ich keinen Urlaub mehr machen will
Antwort von antares_999 Registriertes Mitglied am 25.03.2008 - 22:28
eins noch, wenn ich daran zurückdenke, wie 1999 am Canyon die ganze Gruppe nacheinander ohne sicheren Abstand unten einstieg, schaudert es mich heute noch! Wenn auch nur einer stecken geblieben wäre, hätte es nicht nur einen Toten gegeben.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 07:49
Generell wäre es zunächst einmal aufschlussreich, um welche der beiden Dekokammern in Dahab es in diesem Fall eigentlich geht.

Weiterhin: Der Gedanke, eine notfallmedizinische Station am Blue Hole aufzubauen, ist ja wohl absurd! Genauso kommt doch wohl keiner auf die Idee, ständig besetzte Gipsärzte entlang berühmter Skipisten zu postieren.

Egal, ob die besagte Gruppe nun ziemlich krasse Profile tauchte oder nicht: Dies scheint kein Tauchunfall zu sein. Wer mit bekannter Herzinsuffizienz tauchen geht, macht es mit absoluter Kontraindikation, und so eine Diagnose kann genauso im Bett oder beim Frühstück zum Tode führen.

Wer den geschilderten Fall auch nur mal überschlägig zeitlich nachrechnet, wird merken, dass zwischen Auffinden, anschließender Bergung (hier nicht Rettung) des Opfers und Beginn der HLW-Versuche schon so viel Zeit verging, dass eine Reanimation bei ca. 20 Grad Wassertemperatur nicht unbedingt erfolgversprechend sein kann. Unverständlich: Es steht in dem langen Bericht, dass erst in der Druckkammer mit einem Teppichmesser der Anzug aufgeschnitten wurde. Man lernt in jedem Taucher-HLW-Kurs, dass der Anzug sofort weg muss, hatte etwa weder irgend jemand ein Messer dabei noch jemand die Idee, in der Küche der diversen Restaurants am Blue Hole danach zu fragen?

Sauerstoff: Das Opfer war kein Dekounfall, kein Lungenbarotrauma. Ihm fehlte primär ein funktionierender Blutkreislauf.

Dass der Betreffende längst tot war, als man bei der Kammer ankam, dürfte allen Beteiligten klar gewesen sein. Das Verhalten des Personals in der Kammer ist zwar unter aller Sau, die absolut unzureichende Ausstattung (AED etc.) auch. Aber was sollten sie auch medizinisch für eine angelieferte Leiche tun?

Transportweg: Es gibt in Ägypten keine SAR-Helis. In Sharm ist ein Militärheli der MFO-Truppen stationiert, wo das ägyptische Militär Helis hat, weiß ich nicht, jedenfalls übernehmen sie auch keine SAR-Einsätze. Die Autofahrt bis Dahab dauert auch bei übel schneller Fahrweise mindestens 20 Minuten. Außerdem legt man dann das Opfer gepolstert auf einen Pickup und nicht auf einen Jeep!

Anstatt aus dieser Schilderung zu beschließen, das Land nicht mehr zu besuchen, sollte sich mancher Poster lieber fragen, ob er selbst denn über eine richtige TTU nach GTÜM verfügt oder nur über ein Ohrenguck-Nullwertattest.

Von wegen schnelle Rettungskette: Auch in der Ostsee kann es schnell mal 30 – 60 Minuten dauern, bis der SAR-Heli oder Rettungskreuzer vor Ort ist.

Der Appell, mal nach Notfallausrüstung und medizinischer Ersthelferqalifkation des Personals auf Tauchbasen oder Safarischiffen zu fragen und das auch mal zu publizieren, ist gut. Es wird aber dazu führen, dass nicht nur in Ägypten mindestens 90 % der Basen/Schiffe hochkant durchfallen. Und damit fallen langjährige Werbekunden durch, und damit wird so eine flächendeckende Untersuchung nie publiziert.

@ Jdiver
Du irrst dich. Aktuell dürften maximal 10 % der Gäste Taucher sein, die anderen sind Sonnen-Billigtouristen, die nur Liege, Süßwasserpool und AI wollen (wie früher auf Malle und Maspalomas) und vielleicht mal tageweise Kultur gucken. Guck dir die Gepäckbänder an: Auf 30 - 50 Koffer kommt eine Tauchtasche.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 08:46

Hallo D-32,

was den Fall angeht, liegst Du mit Deiner Vermutung höchstwahrscheinlich richtig. Selbst bei guter Versorgung wären die Überlebenschancen eher gering gewesen.

Aber an Dekokammern, Krankenhäusern erwartet man ein mindestmaß an Ausrüstung und auch Personal (wenn nicht vor Ort, dann wenigstens auf Abruf)die damit umgehen können. Und dieser Zustand sollte sich doch ganz schnell herstellen lassen.

Jeder der auf #Safari ist weiß, dass bis zum Eintreffen von Hubschraubern etc. für die Druckkammer, Krankenhaus eine Ewigkeit vergeht. Entsprechend risikoarm sollten auch die Tauchprofile gewählt werden.

Nur hier mit den Schultern zu zucken und das mit "das ist halt so" abzutun, empfände ich persönlich als ignorant.
Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 09:41
Was mich erschreckt ist dass zwar theoretisch alles da ist (Druckkammer, Defi, Krakenwagen, usw.) aber im Grunde nichts funktioniert.

Aber das ist halt die Mentalität der Ägypter.
"Inshallah"
Antwort von deeperdiver am 26.03.2008 - 10:41
@D32
"Anstatt aus dieser Schilderung zu beschließen, das Land nicht mehr zu besuchen, sollte sich mancher Poster lieber fragen, ob er selbst denn über eine richtige TTU nach GTÜM verfügt oder nur über ein Ohrenguck-Nullwertattest."
Ach so.
Vermutlich hatte der Verunfallte (u.a.) eine perfekt durchgeführte TTU (natürlich nicht nach *deutschen* GTÜM-Regeln).
Und? Hat sie ihm genutzt?

Würde so eine bessere TTU einem GTÜM-Geprüften nutzen, der da durchfällt, und dennoch tauchen will? Nein.
Würde sie einem nicht-GTÜM-Geprüften nutzen, der gesund ist? Nein.
Sie würde allenfalls einem nicht-GTÜM-Geprüften nutzen, der zusätzlich ernsthaft krank ist, und das nicht selbst bemerkt, und einen Fernsehdoktor aufsucht, und aber ansonsten bereit wäre, nicht zu tauchen. Und bei einer Erkrankung, die zusätzlich auch noch bei einer bis 1..2 Jahre zurückliegende GTÜM-Untersuchung überhaupt feststellbar gewesen wäre. Wie viele Leute betrifft das in Kombination? Vermutlich äußerst wenige.

Aber, wie schreibst du so schön: "so eine Diagnose kann genauso im Bett oder beim Frühstück zum Tode führen." Oder auf der Autobahn. Dann doch vielleicht lieber im Tauchurlaub im Meer allein HNO-Arzt-geprüft verunglückt, als bei der Fahrt zum Skiurlaub GTÜM-geprüft auf der Autobahn andere mitgerissen...

Apropos Fernsehdoktor: Ferndiagnosen sind anscheinend auch deine Stärke, D32. Ich finde schon, mit einer Mentalität, die (wenn nicht hier, wo die Erkrankung ja glücklicherweise die allgemeinen Missstände überlagert, dann in anderen Fällen) Leben kostet, muss man sich nicht abfinden. Nicht hinfahren ist eine Lösung, aber nicht die einzige. Auch wenn die Haltung generell um sich greift, verständlicherweise, weil man ja auch sonst überall nichts machen kann...
Antwort von deeperdiver am 26.03.2008 - 11:02
(Na ok, kleine Ergänzung: Die konkreten sonstigen guten Hinweise von D32 muss ich nicht extra hervorheben, da die ja offenkundig sind... )
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 13:43
deepdiver
"Würde so eine bessere TTU einem GTÜM-Geprüften nutzen, der da durchfällt, und dennoch tauchen will? Nein."

Wenn eine Untersuchung die Tauchtauglichkeit nicht bestätigt, geht man nicht tauchen: Eine jegliche med. Untersuchung wird nur angeordnet/gemacht, wenn aus dem Ergebnis daraus eine Konsequenz im Handeln/Behandlung erfolgt. Alles andere ist Nonsens.
Antwort von bikefresh Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 15:48
Ich habe den Bericht in der Unterwasser gelesen und mir standen die Nackenhaare hoch.
Wozu wurden und werden Gebühren für die Druckkammer erhoben, wenn die nicht richtig betrieben werden kann bzw. notwendige Mittel fehlen.
Man stellt sich gern hin und erzählt stolz wieviele Druckkammern es mittlerweile in Ägypten gibt. Wenn alle so aussehen und die Notfallversorgung (ein Krankenwagen!!!) auf fast steinzeitlichem Stand bleibt, na dann Mahlzeit.
Aber mit tausenden neuen Hotelbetten ist halt mehr Geld zu verdienen
Antwort von Neptun Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 16:33
Ich wurde bei mehreren Tauchbasen in Ägypten auf eine Spende/Beitrag für die örtliche Druckkammer (ich glaube, Euro 6/Woche) angesprochen. Bisher habe ich diese aus Solidarität und überhaupt klaglos bezahlt.

Bedeuten die Schilderungen des Tauchunfalls daher, daß ich - statt Ägypten als Tauchziel ganz zu streichen - einfach diese Dekokammer-Gebühr nicht mehr bezahlen werde? Macht das Sinn? Denn warum die Knete abliefern, wenn
- die Verhältnisse so sind, wie sie beschrieben wurden, also schlicht keine taugliche Dekokammnern vorgehalten werden (trotz "freiwilliger" Spendensammlung)
- angeblich nur 4 Tauchbasen Knete an die Druckkammern abführen - wo bleibt das einbehaltene Geld der anderen Tauchbasen?

Grüßle vom Neptun
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 18:05
Zur TTU:
Ich habe selbst vor einigen Jahren das Ableben eines Freundes nach einem simplen stressfreien TG miterlebt: Gültige Gefälligkeit-TTU nicht mal mit Ruhe-EKG. Mir bekannte starke Hypertonie sowie weitere Kontraindikationen wurden ignoriert. Er war definitiv tauchuntauglich, machte es trotzdem und sein Arzt hat es noch gedeckt.

Kammerausrüstung Dahab: Ich fahre da ohne Anmeldung morgen mal zusammen mit einem Tauchdoc hin und werde berichten.
Antwort von bikefresh Registriertes Mitglied am 26.03.2008 - 19:11
@D-32: Dann grüße mal den Tauch-Doc von mir, dürfte ja ein gemeinsamer Bekannter sein

Zur TTU: Ich mußte vor Jahren ein Belastungs-EKG wegen einer Höhentauglichkeitsuntersuchung machen lassen. Da war ich um die 30 und fühlte mich pudelwohl. Beim Ruhe-EKG kam raus: verschleppte Grippe, deshalb Herzfunktion nicht o.k. Nach der Einnahme von Antibiotika und 4 Wochen gemäßigter Gangart war alles wieder gut
Deshalb für den Einwurf von D-32 ein
Antwort von deeperdiver am 27.03.2008 - 07:07
Fernseharzt Urigella hat massenhaft Uhren zum Leben erweckt. Beim 2. TÜV-Termin beim TÜV woanders statt nebenan ist ohne Reparatur plötzlich auch alles ok.
Kann ja sein, dass es im Einzelfall mal hilft, die TTU. Aber mir reicht das für eine Untersuchungspflicht nicht, da müsste man bei solchen Maßsstäben jeden (auch Autofahrer) jährlich pfichtuntersuchen lassen. Koste es, was es wolle.
(Gings hier nicht um was Anderes?)
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 27.03.2008 - 22:19
Bus- und Taxifahrer, z.B., müssen das. Warum? Weil von ihrer Gesundheit die Gesundheit der Fahrgäste abhängt.
Übertrag` diese Begründung mal ins Tauchen...
Antwort von bikefresh Registriertes Mitglied am 27.03.2008 - 22:32
@kwolf: - und sei es "nur" der Buddy

@deeperdiver: Es ging auch um die gesundheitlichen Ausgangsbedingungen des verunglückten Tauchers, oder weshalb war er plötzlich bewußtlos?
Antwort von deeperdiver am 28.03.2008 - 09:13
Ich bin es leid, nicht-verstehend-lesen-könnende (um ein Schimpfwort zu vermeiden) Kommentare zu kommentieren. Ausnahmsweise doch mal speziell für bikefresh:
"Bus- und Taxifahrer, z.B., müssen das."
Die Analogie wären Tauchlehrer. Die Analogie für normale Taucher wären nicht Busfahrer, sondern Autofahrer. Autofahrer müssen`s nicht.
Was also nun mit "@kwolf:", bikefresh? Ziemlich dämlicher Daumen, oder? (Jetzt ist es mir doch rausgerutscht.. sorry.)
@kwolf:

Und für mich abschließend nochmal zur Klarstellung: Ich hab überhaupt nichts dagegen, wenn jemand meint, jährlich, oder auch monatlich, zum Spezialarzt gehen zu müssen, zumal er das selbst bezahlen muss. Ich hab aber was dagegen, wenn nicht nachvollziehbar unterschiedliche Maßstäbe an Taucher (PflichtTTU) und Autofahrer (freie Fahrt für freie Bürger) angelegt werden, und wenn das auch noch unter Tauchern als sinnvoll propagiert wird, was doch vorwiegend Ärzten und Tauchverbänden/Anbietern und Versicherungen dient. Als Einnahmequelle, als Absicherung vor (bei schlechter Ausbildung) grobem Fehlverhalten, als Möglichkeit zur Leistungsverweigerung. Und es stört mich auch ein wenig, wenn hier suggeriert wird, dass, wer gesundheitliche Probleme hat, oder auch nur die teure TTU nicht pflichtschuldigst absolviert hat, selbst schuld an den Folgen sei, unabhängig von sonstigen Bedingungen (z.B. mieser Infrastruktur bzw. spezielle "Mentalität" vor Ort).

Habe fertig.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 28.03.2008 - 11:50

Hi deeperdiver,

nun komm mal wieder runter, Dir will ja keiner was.

Um was geht es eigentlich ?
a) Um eine adäquate Versorgung vor Ort. Die wir als gute Zahler auch rechtesn erwarten dürfen.
b) Sicheres Tauchen
Das Problem ist vielschichtig. Eine Untersuchung ist nur ein Aspekt. Genauso könnte man Aus- und Weiterbildung noch mit anfügen, usw.

Was bei uns generell ein Problem ist, wenn man sich nicht auf eine Regelung außerhalb der Gesetzgebung verständigt, wird es irgendwann mal zur Vorschrift (Sprich Gesetz). Und wenn dies der Fall ist, wird auf dem gerichtlichen Wege der kleinste gemeinsame Nenner gesucht. Der ist nicht immer angemessen, noch von hohem Sachverstand geprägt. Genau das machen sich auch die Versicherungen zu Nutze.

Quintessenz:
Schreit nicht nach Regelungen, die Ihr nicht erfüllen wollt oder könnt. Das sind die Fallstricke der Zukunft. GTÜM-Untersuchung für jeden Popel, geht´s eigentlich noch ? Wer soll das zahlen - ich ? Aber ganz sicher - nein danke. Solange ich mich gesund fühle, gehe ich tauchen. Als Tauchlehrer hat man natürlich eine spezielle Verantwortung, da muß man ein klein wenig mehr tun. Zur eigenen Absicherung empfehlen sich hier anerkannte Untersuchungen. Da dies aber bereits praktiziert wird, ist eine neuerliche Ausweitung an Vorschriften absolut kontraproduktiv.

Viele Grüße, Patrick

Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 28.03.2008 - 23:46
Warum so aufgeregt? Die Schilderung der Zustände in Dahab hat mich entsetzt und ich komme schon ins Grübeln, ob es wert ist, in ein Land Geld hinzubringen, wo man bei Problemen wahrscheinlich die Arschkarte zieht, bloß weil Investitionen im Sande versickern und alles vielleicht nur unbrauchbarer Schall und Rauch ist. aber vielleicht kann D32 ja ein anderes Bild malen?

Dass der Verstorbene eher ein Problem mit seiner Gesundheit hatte und besser nicht getaucht hätte, macht das nicht besser - aber es zeigt auch, dass Taucher seine Gesundheit ernst nehmen muss, gerade in Ländern, wo professionelle Hilfe dem Zufall überlassen ist.

Also ist es vernünftig, eine gute TTU zu machen. Wird dort z.B. ein kardiologischen Problem festgestellt (und die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer guten Untersuchung solch ein vorhandenes Problem auch erkannt wird, liegt bei 80%), ist es dann noch vernünftiger, so lange nicht tauchen, solange das Problem besteht.

Nur weil die Sicherheit nicht 100% ist, tue ich nichts und lamentiere populistisch über die unfähige Medizin?

Ich rufe nicht nach einer Regelung, nach der jeder gecheckt werden muss. Aber ich erlaube mir, gesundheitliches Laissez-faire, das ich persönlich so empfinde, wenn Taucher sich nicht checken lassen, zu kritisieren und einen Buddy im fortgeschrittenen Alter abzulehnen, wenn ich ihm gesundheitlich nicht traue.

grüße
klaus
Antwort von bikefresh Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 00:26
@deeperdiver: Genau so, wie es kwolf in seinen obigen Postings geschrieben hat, interpretierte ich es für mich, deshalb der

Wenn jemand wegen "Geiz ist geil" an einer (GUTEN) TTU spart werde ich ihn u.U. als Buddy ablehnen. Bekommt er beim TG ein Problem, habe letztendlich ich das Problem an der Backe.
Wenn ich einen Tauchschüler habe, sieht das auch nur theoretisch anders aus. Für die Poolausbildung und Schnuppertauchen im Pool akzeptieren wir die Selbstauskunft, aber ohne TTU lassen wir keinen Schüler ins Freiwasser (obwohl wir es auch nur mit der Selbstauskunft könnten).
Soviel zum thema TTU. Die Angaben zur medizinischen Ausrüstung der Druckkammer gehen ja etwas auseinander. So tendiere ich nach nochmaligem Nachlesen in die Richtung, im Zweifel für den Angeklagten-die notwendige Ausrüstung war da. Die Geschichte mit dem Krankenwagen und Krankenhaus ist da schon etwas anders gelagert. Hier muß zwingend eine Verbesserung herbeigeführt werden. Bei der nicht unerheblichen Zahl Urlauber in dieser Region ist die medizinische Infrastruktur doch sehr unterentwickelt.

Tja deeperdiver, die ganze Geschichte hat halt viele Facetten, die mit reinspielen. Diese wurden vielleicht nicht in der Ausgangsfrage angesprochen, spätestens im Text und in der darauffolgenden Diskussion wurden diese jedoch beleuchtet.
Oder hast Du das Posting von kwolf "Bus- und Taxifahrer, z.B., müssen das. Warum? Weil von ihrer Gesundheit die Gesundheit der Fahrgäste abhängt.
Übertrag` diese Begründung mal ins Tauchen... " nur nicht verstanden
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 08:43
1. Ich habe es leider in den letzten zwei Tagen zeitlich nicht geschafft mit der Druckkammerbesichtigng. Kommst aber noch

2. Ich verstehe Taucher nicht, die zwar locker 2000 Euro für einen Tauchurlaub zahlen, die Tauchgangpreise von 50 Euro als naturgegeben ´hinnehmen, denen aber alle 1 - 2 Jahre 80 Euro für eine ordentlice GTÜM-TTU zu viel Geld sind. Typisch deutsche Mentalität bezüglich Gesundheitsvorsorgeleistungen! (Was die Kasse nicht bezalt, das will ich nicht.)

3. Versicherungsfrage: Wenn jemand beim Tauce aus kardiologiscen Gründen stirbt, kommt spätestens bei Forderungen an die Lebensversicherung deren Gutachter, und der geht nach GTÜM-Regeln. Dumm gelaufen, wenn stattdessen nur ein Gefälligkeitsattest oder eine Selbstauskunft findbar ist. Schließlich sehen Versicherungen im Gerätetauchen fast immer noch eine gefährliche Sportart.

4. Noch mal Dahab - Blue Hole: Selbst wenn in Dahab 5 voll ausgestattete NAW wären, brauchen sie bis dort 20 Fahrminuten. Bis dahin ist jeder Infarktkandidat tot. Allenfalls wäre es anzudenken, dort an markanter Stelle einen AED und Sauerstoff zu deponieren, und zwar mit Bewachung, sonst ist das Zeug bald weg oder Schrott.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 08:36
Ich bin gestern spontan und ohne Anmeldung gegen 17.00 zu der Deco International-Kammer in Dahab gefahren, habe die vorhandenen Einrichtungen besichtigt und mich mit dem diensthabenden Taucherarzt (Facharztausbildung in England) unterhalten.

Die Kammer selbst: Zweigeteilt in einen Behandlungsbereich für entweder sechs Personen sitzend oder eine Person liegend und drei Personen sitzend. Daneben eine Sektion mit zwei Sitzplätzen, die wahlweise zur Parallelbehandlung oder als Schleuse für den Arzt genutzt werden kann.
Versorgung der Kammer über eine Gruppe von 12 mal 50 Liter Speicherflaschen, zwei Bauer K 14, 6 mal 50 Liter Sauerstoff (Flaschen sehen ägyptentypisch außen nicht supertoll aus).
Notstromaggregat 50 KW hinter dem Gebäude.
Ferner sind vorhanden: Ein Notfall-Behandlungszimmer, in dem mir u. a. ein neuer (2007) und einsatzklarer AED sowie ein einfaches EKG-Gerät gezeigt wurden, sowie eine kleine stationäre Abteilung mit zwei Patientenbetten.
Bereitschaft 7 Tage/24 Stunden, kompetentes Personal ist ständig persönlich anwesend.
Eine Behandlungs-Kammerfahrt kostet übrigens 500 Euro/Stunde.

Soweit war also erst mal alles beanstandungsfrei.

Im Gespräch fragte ich u. a. nach dem angesprochenen Krankenwagen. Klare Aussage des Arztes: Bis ein Krankenwagen am Blue Hole eintrifft, vergeht viel zu viel wertvolle Zeit. Man soll, wie ich es auch schon schrieb, einen möglichst neuwertigen und damit gut gefederten Pickup nehmen (davon gibt es täglich am Blue Hole und an anderen Tauchspots genug), die Fläche mit Beduinenmatten auslegen (gibt’s an fast jedem Tauchspot in den Cafes), das Opfer drauflegen und unter ständiger O2-Gabe sofort zur Kammer fahren. Das sei der schnellste und sicherste Weg.
Ich fragte auch nach dem hier dargestellten Vorfall. Definitiv ist der Taucher NICHT zu dieser Kammer gefahren worden, der Arzt kannte den Fall nicht. Er war auch der Meinung, dass dieses Opfer nach dem Verbringen an Land (anoxische Zeit ca. 10 Minuten) kaum noch zu reanimieren gewesen sei. Auch er sagte, dass das notfalls per Messer gewaltsame Öffnen des Tauchanzuges eine unabdingbare sofortige Maßnahme vor Beginn von HLW ist – was hier eindeutig unterblieb.

Ich hoffe, mit diesem Vor-Ort-Bericht ein wenig Klarheit geschaffen zu haben. Bleibt somit u. a. die Frage, warum damals der Jeep an dieser Kammer vorbeigefahren ist und 4 km weiter die andere Kammer ansteuerte.

Übrigens liegt der Schnitt bei zwei Dekounfall-Behandlungen pro Monat.

Wenn ich am Wochenende zu Hause bin, schicke ich ein paar Fotos von dieser Kammer an die Redaktion zum Einfügen.

Jo
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 12:43

Danke D-32,

schön, dass der geschilderte Fall nicht der Norm entspricht.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von ttm49 Registriertes Mitglied am 03.04.2008 - 00:25
Nochwas zur Wertschätzung der Touristen: In kaum einem anderen Land der Welt sind Deutsche so unbeliebt wie in Ägypten - siehe auch
Hier klicken

Also bitte keine falsche Erwartungen...
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.04.2008 - 13:05
Hallo,

ich bin Jörg Purwin, der der mit seinem Zwillingsbruder am Blue Hole ...


Ich habe mal einen Kommentare raus kopiert und beantworte die Fragen, darinnen:

Generell wäre es zunächst einmal aufschlussreich, um welche der beiden Dekokammern in Dahab es in diesem Fall eigentlich geht.

- Es geht um beide Dekokammern und das Krankenhaus.

Denn nach Rücksprache einer Tauchlehrer, dem Fahrer und den Verantwortlichen vor Ort der Tauchbasen und einigen Telefonaten wurde dort entscheiden zu der Dekokammer Richtung Hally Life Village zufahren. Warum weis ich nicht den die sprachen wesendlich besser Englisch als wir. Wir haben aber versucht die entsprechende Ausrüstung sowohl von der Zeiten Dekokammer als auch übers Krankenhaus zubekommen.


Weiterhin: Der Gedanke, eine notfallmedizinische Station am Blue Hole aufzubauen, ist ja wohl absurd! Genauso kommt doch wohl keiner auf die Idee, ständig besetzte Gipsärzte entlang berühmter Skipisten zu postieren.

- Das Stimmt, diese Idee von Dr. Thaler finde ich selber nicht ziel führend!

Egal, ob die besagte Gruppe nun ziemlich krasse Profile tauchte oder nicht: Dies scheint kein Tauchunfall zu sein. Wer mit bekannter Herzinsuffizienz tauchen geht, macht es mit absoluter Kontraindikation, und so eine Diagnose kann genauso im Bett oder beim Frühstück zum Tode führen.

- Von einer Herzinsuffizienz weis ich nichts? Woher weist du das, wenn war es eine Vorerkrankung des Herzens aber genaueres ist nicht bekannt, war aber auch vor Ort nicht …

Wer den geschilderten Fall auch nur mal überschlägig zeitlich nachrechnet, wird merken, dass zwischen Auffinden, anschließender Bergung (hier nicht Rettung) des Opfers und Beginn der HLW-Versuche schon so viel Zeit verging, dass eine Reanimation bei ca. 20 Grad Wassertemperatur nicht unbedingt erfolgversprechend sein kann.

- Ja und? Die Zeit des beginnenden Kreislaufstillstandes und dem Zusammenbruch der Zirkulation ist bei jeder Reanimation nicht klar (Minimalkreislauf usw.). Es wird immer begonnen. Ich als RS kann keine andere Entscheidung treffen als zu beginnen, lieber was tun als nachher merken es wäre doch möglich gewesen! Des Weiteren wusste niemand genau wie lange die Zeitspanne war, ganz klar war seine Chance nicht hoch. Glaubst du wir glauben an Wunder? Willst ihn liegen lassen?

Unverständlich: Es steht in dem langen Bericht, dass erst in der Druckkammer mit einem Teppichmesser der Anzug aufgeschnitten wurde. Man lernt in jedem Taucher-HLW-Kurs, dass der Anzug sofort weg muss, hatte etwa weder irgend jemand ein Messer dabei noch jemand die Idee, in der Küche der diversen Restaurants am Blue Hole danach zu fragen?

- Der Oberkörper war frei! Das ist EH Wissen, wo legst du aber bei einem zentralisierten Patienten einen Zugang? Bein? Arm? Hals? die waren nicht zugänglich …

Sauerstoff: Das Opfer war kein Dekounfall, kein Lungenbarotrauma. Ihm fehlte primär ein funktionierender Blutkreislauf.

- Also wenn ich mich recht erinnere, ändert sich bei Sauerstoffanreicherungen über 40% das Beatmungsvolumen, mit dem Effekt dass man viele Probleme einer Beatmung mit hohen Luftvolumen eliminiert. (Ich habe noch gelernt 1200 ml für Erwachsenen und wie sah das in der Realität aus …)

- Des Weiteren ist das Ziel einer HLW, das Gehirn mit O² zu versogen und nicht wie immer gemeint wird das Leben wieder zustarten. Dieses geht nur durch erweiterte Maßnahmen AED und Medikament usw.

- Für Dieses Ziel ist Sauerstoff bei der Beatmung lebenswichtig!

Dass der Betreffende längst tot war, als man bei der Kammer ankam, dürfte allen Beteiligten klar gewesen sein.

- Ich als RS kann das nicht entscheiden, die Ärzte seine Freunde konnten und wollten es auch nicht entscheiden, wäre eine Vernünftige Versorgung bis dahin gewährleistet gewesen, hätte das nicht so seien müssen.

- Aber deine Aussage kann ich so nicht stützen, den wir hatten noch auf Supra Kammerflimmern und dieses ist mit dem Leben nicht zu vereinbaren. Klar kann das auch eine EMD oder unwillkürliche Zellreaktionen sein. Weist du das aber?

Das Verhalten des Personals in der Kammer ist zwar unter aller Sau, die absolut unzureichende Ausstattung (AED etc.) auch. Aber was sollten sie auch medizinisch für eine angelieferte Leiche tun?

- Leichen haben keine klaren und runden Puppillen usw. bist du dir Sicher das der Mann schon biologisch Tod war? Wie gesagt er war definitiv noch nicht tot, besser gesagt so tod das man in Deutschland nicht weiter gemacht hätte!

Transportweg: Es gibt in Ägypten keine SAR-Helis. In Sharm ist ein Militärheli der MFO-Truppen stationiert, wo das ägyptische Militär Helis hat, weiß ich nicht, jedenfalls übernehmen sie auch keine SAR-Einsätze. Die Autofahrt bis Dahab dauert auch bei übel schneller Fahrweise mindestens 20 Minuten. Außerdem legt man dann das Opfer gepolstert auf einen Pickup und nicht auf einen Jeep!

- Tja der Mann sollte erst mit einem Pickup gefahren werden, diese kommen aber am Hole wegen der fehelenden Bodenfreiheit nicht über den Bückel, sondern fahren zwischen den Felsen durch. Des Weiteren ist ein Pickup langsamer, in diesem Wissen entscheiden sich die Tauchlehrer usw. für einen Landcrouser von Toyota. Übrigens ich hätte nicht oben Ohne Fahren wollen. Ein KTW wäre angemessen, sonst ist alles nur Sch …

Anstatt aus dieser Schilderung zu beschließen, das Land nicht mehr zu besuchen, sollte sich mancher Poster lieber fragen, ob er selbst denn über eine richtige TTU nach GTÜM verfügt oder nur über ein Ohrenguck-Nullwertattest.

- Ich werde wieder gehen, aber ich hoffe bis dahin was verändert zuhaben. Auf jeden Fall werde ich besser gerüstet sein. Das mit der Untersuchung verstehe ich nicht, den hätte der Mann vor dem Hole eine Sturz gehabt mit schweren Verletzungen, was hätte das geändert?

Von wegen schnelle Rettungskette: Auch in der Ostsee kann es schnell mal 30 – 60 Minuten dauern, bis der SAR-Heli oder Rettungskreuzer vor Ort ist.

- OK, stimmt

Grüsse Jörg


Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.04.2008 - 13:29
Hallo.

ich antworte auch noch auf diesen Beitrag:

Ich bin gestern spontan und ohne Anmeldung gegen 17.00 zu der Deco International-Kammer in Dahab gefahren, habe die vorhandenen Einrichtungen besichtigt und mich mit dem diensthabenden Taucherarzt (Facharztausbildung in England) unterhalten.

- Finde ich sehr gut, DANKE!

Die Kammer selbst: Zweigeteilt in einen Behandlungsbereich für entweder sechs Personen sitzend oder eine Person liegend und drei Personen sitzend. Daneben eine Sektion mit zwei Sitzplätzen, die wahlweise zur Parallelbehandlung oder als Schleuse für den Arzt genutzt werden kann.
Versorgung der Kammer über eine Gruppe von 12 mal 50 Liter Speicherflaschen, zwei Bauer K 14, 6 mal 50 Liter Sauerstoff (Flaschen sehen ägyptentypisch außen nicht supertoll aus).
Notstromaggregat 50 KW hinter dem Gebäude.

Ferner sind vorhanden: Ein Notfall-Behandlungszimmer, in dem mir u. a. ein neuer (2007) und einsatzklarer AED sowie ein einfaches EKG-Gerät gezeigt wurden, sowie eine kleine stationäre Abteilung mit zwei Patientenbetten.

- Dr. Thaler, behauptet das es dort keinen AED, gibt ... wer weis seit wann der AED da ist?

- Wir waren ja auch da, was ist mit einem Notfallkoffer? mit einer Intubation? Tuben? Amubeutel? wie viel Supra haben die? ist es noch ok? (Darf offen nur bedingt und kühl gelagert werden) das wären wichtige Fragen!

Bereitschaft 7 Tage/24 Stunden, kompetentes Personal ist ständig persönlich anwesend.
Eine Behandlungs-Kammerfahrt kostet übrigens 500 Euro/Stunde.

Soweit war also erst mal alles beanstandungsfrei.

Im Gespräch fragte ich u. a. nach dem angesprochenen Krankenwagen. Klare Aussage des Arztes: Bis ein Krankenwagen am Blue Hole eintrifft, vergeht viel zu viel wertvolle Zeit. Man soll, wie ich es auch schon schrieb, einen möglichst neuwertigen und damit gut gefederten Pickup nehmen (davon gibt es täglich am Blue Hole und an anderen Tauchspots genug), die Fläche mit Beduinenmatten auslegen (gibt’s an fast jedem Tauchspot in den Cafes), das Opfer drauflegen und unter ständiger O2-Gabe sofort zur Kammer fahren. Das sei der schnellste und sicherste Weg

- Schön, und wie gibst du einer Person ohne Atmung Sauerstoff? Mit einem Beatmungsbeutel, wenn du keinen hast …Damit ist doch die Chance auf Rettung wieder gleich Null … Dahab braucht eine Vernünftige Struktur am RTW´s alles Andere hilft nur bei leichten Unfällen! Und das Krankenhaus ist auch nur bedingt einsatzfähig 
.
Ich fragte auch nach dem hier dargestellten Vorfall. Definitiv ist der Taucher NICHT zu dieser Kammer gefahren worden, der Arzt kannte den Fall nicht.

- Stimmt, nur haben die uns auch keine Medis und Intubation geben können 

Er war auch der Meinung, dass dieses Opfer nach dem Verbringen an Land (anoxische Zeit ca. 10 Minuten) kaum noch zu reanimieren gewesen sei.

- Sage ich auch, aber willst du entscheiden NICHTS zu tuen, mit den Freunden vor Ort und nachher kommt raus das es doch ne Lösung gegeben hätte? Denkt mal an die Situation und das was jeder EH lernt in Deutschland. Ich kenne es nicht das ich entscheide lebend / tot, außer der Kopf ist ab und der war definitiv noch dran!

Auch er sagte, dass das notfalls per Messer gewaltsame Öffnen des Tauchanzuges eine unabdingbare sofortige Maßnahme vor Beginn von HLW ist

- Logo!!!!!!!!!!!!!!!!!


– was hier eindeutig unterblieb.

- FALSCH, für die Zugänge brauchten wir zugange zum ganzen Körper die HLW kann man auch mit freiem Oberkörper durchführen, damit ist der Wärmeerhalt auch gegeben! Der Ratschlag nach einem Messer zusuchen und den Anzug ggf. ganz auszuziehen, wäre zeitaufwendig und auch vor Ort kaum angebraucht gewesen, denke ich. War mir auch in dem Augenblick egal es geht um Sauerstoff und Zirkulation im Körper!

Ich hoffe, mit diesem Vor-Ort-Bericht ein wenig Klarheit geschaffen zu haben. Bleibt somit u. a. die Frage, warum damals der Jeep an dieser Kammer vorbeigefahren ist und 4 km weiter die andere Kammer ansteuerte.

- Nach Gesprächen mit beiden Dekokammern und deren Antworten, wurde entschieden.

Soweit ich weis ist der Fahrunterschied aber nur sehr gering, vor allem da wir außen sehr schnell auf der großen Straße um Dahab herum gefahren sind, glaube ich sogar das die andere Kammer für uns günstiger lag.

Übrigens liegt der Schnitt bei zwei Dekounfall-Behandlungen pro Monat.

Wenn ich am Wochenende zu Hause bin, schicke ich ein paar Fotos von dieser Kammer an die Redaktion zum Einfügen.

- Schade hättest mal nach dem Koffer schauen können …

Grüsssle Jörg
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.04.2008 - 13:59
Übrigens auf unser HP (www.dive-world.de) könnt ihr auch Antworten von Verbänden (Padi, VDST, DAN, SSI, BARAKUDA ...) lesen, darüber sollte man auch Diskutieren ...Ob sich alle Verbände so raushalten können? Könne die sich das so einfach machen?

Lieber Gruß Jörg
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.04.2008 - 18:39
Hallo,

ich habe nochmals mit meinem Bruder alles durchgesprochen. Er war an dem Tag mit Axel zur zweiten Deko gefahren. Mein Bruder sagt sehr deutlich das die Kammer nicht besetzt war, der Pförtner war nur in der Lage eine telefonisches Gespräch mit dem Deko Arzt zu vermitteln, der aber deutlich mit geteilt hat das Sie über keine Intubation usw. verfügen 

Mein Bruder war in der Kammer, einen Defi hat er dort nicht gefunden  die Raumbeschreibung bestätigt mein Bruder, aber so toll war das wohl auch nicht.

Was mein Bruder aber noch sehr deutlich gesagt hat ist das die Einheimischen eher der anderen Kammer (wo wir waren vertrauen), diese war übrigens besetzt und gut per Handy zu erreichen.

Lieber eine gute Kammer als zwei schlechte die finanziell nicht zu Recht Kommen!

Qualität vor Quantität!

Liebe Grüße Jörg Purwin
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.04.2008 - 19:54
„Außerdem legt man dann das Opfer gepolstert auf einen Pickup und nicht auf einen Jeep!“

Übrigens für alle die mal eine HLW durchführen müssen, entgegen dem Tip oben, ein reanimationspflichtiger Patient gehört immer auf eine harte Unterlage gelegt. Also entweder Reanimationsbrett ins Bett unter den Patienten oder im Rettungsgriff raus heben und auf den harten Bodenlegen! Aber nie was Gepolstertes!

Die Erklärung für diese Maßnahme liegt in der Anatomie der Wirbelsäule und der Lage des Herzens … kann man im EH – Heft der HilfsOrg. gerne nach lesen!


Eine Matte der Beduinen haben wir genutzt als provisorisches Bergetuch genutzt, da Man schwer war, so kam er auch in Jeep!

Übrigens wer glaubt das dass keine Stresssituation ist, auch wenn man es schon oft gemacht hat. Muss mal dem örtlichen Notarzt zugucken. Und eines ist klar es nie eine Reanimation bei der alles gut ist, es gibt immer Fehler! Die Reanmation ist ein GOLDSTANDARD und der wird geübt wie nix anderes und trotzdem etwas klappt immer nicht … glaubt mir!

Jörg Purwin
Antwort von Matuschek am 08.04.2008 - 16:10
Diese Diskussion brachte ja mal spannende An- und Einsichten auf den Tisch. Aber eins muss ich doch selbst noch loswerden: Ägypten zu meiden, um die Menschen dort zu erziehen, ist ein peinlicher Vorschlag. Am besten dann auf die Malediven fahren. Da trifft man keine "Eingeborenen", außer natürlich sie bedienen einen für nen Hungerlohn. Das Terror-Regime dort boykottieren, lest mal in mare)? Wäre ja zu schade für die UW-Eindrücke, ne?! Aber wenn es dann einen "von uns" trifft, wird es Zeit.
Erziehen sollten wir vielleicht erstmal uns Touristen, versnobt wie wir sind, und alles an unseren Maßstäben messen. Dann läuft bestimmt vieles besser.
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 08.04.2008 - 16:20
Danke, Matuschek, das hast Du schön geschrieben.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 08.04.2008 - 21:51
Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt - und darf sich, seine Gesundheit und die Rettungsmöglichkeiten nicht überschätzen - das darf man auch nicht in den Alpen oder Pyrenäen...
Es ist schon eine Differenz zwischen angebotenem preiswertem Massentourismus und daraus erwarteter Geborgenheit und der Realität.







Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 09:32
Hallo,

ich habe gestern mit Erschrecken einen Bericht im ARD Info Kanal gesehen und bin ganz schön ins Nachdenken gekommen und weis jetzt eigentlich auch nicht was ich denken soll von TAUCHEN / ÄGYPTEN usw.

Um sechs Uhr beginnt der Kampf ums Brot
Eine der harten Aussagen: Seit Jahresbeginn stiegen die Ausgaben eines Haushalts um fünfzig Prozent.

Nach zu lesen unter Hier klicken

Da muss einem (glaube ich) kaum mehr was wundern…und warum die so am Tourismus hängen. Mir war nicht klar das Ägypten solche Probleme noch hat, ich dacht Ägypten wäre ein Schwellenland, das scheint nicht mehr so zu sein.

Über Globalisierung, Biosprit und Hass gegen die USA braucht man da wohl auch kaum mehr mit einem hungrigen Ägypter diskutieren und dass wir Anderen die Lebensgrundlage wegnehmen weil wir alles co - vergären was wir finden 

Ich denke eine Meidung des Landes hilft denen nicht, umso mehr sollte die Regierung Mubarak
doch bemüht sein, das ihre „Gäste“ behütetet und sicher ihre Devisen bringen. Ich spreche nicht von Polizei mit MG´s.


Ich habe gerade mal „gegoogelt“ und fand zu meinem Erschrecken:

Ägypten: Arme müssen ums Brot kämpfen - Ein Toter und mehrere Verletzte Hier klicken

Zehn Todesopfer in Ägypten Kampf um Brot
Hier klicken

Ägypter kämpfen ums tägliche Brot
Hier klicken


Brot-Knappheit treibt Ägypter auf die Straße
Hier klicken

Schöne Welt …
Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 14:44
@ oms-diver

Das Kardinalproblem des Landes ist die immense Geburtenrate. Mir nannte neulich jemand Zahlen: Vor 200 Jahren waren es 2 Millionen, heute vermutlich 80 Millionen, und davon ca. 1/4 im Großraum Kairo.
Das Land ist seit längerer Zeit Nettoimporteur auch für Grundnahrungsmittel, die dann wie Brot auch noch subventioniert werden.
Mit etlichen Milliarden Euro subventioniert ist auch Benzin und Diesel.
Was eine bescheidene Entwicklung einbringt, frisst die Bevölkerungsexplosion wieder auf. (Ich kenne einen beduinischen Fischer in Dahab, der mit zwei Frauen zusammen 15 Kinder hat - er schafft bestimmt noch Nr. 20. Ernähre die alle mal mit ein bisschen Fischverkauf!)

Tourismus:
So viel bringt er nicht an Einnahmen im Land.
Soweit ich weiß, werden Investoren u. a. mit dem Versprechen, viele Jahre lang keine Steuern zu zahlen, ins Land gelockt.
Was zumindest teilweise die Reiseveranstalter pro Woche AI berechnen, dürfte knapp die Sachkosten decken, und da ist noch Veranstaltergewinn, Agenturprovision etc. abzuziehen. Was da auf den üppigen Buffets steht, ist zu einem gewissen Anteil teuer importiert, weil die meisten Touristen beim Veranstalter meckern, wenn es ägyptische Gerichte gibt.
Dagegen muss der Staat noch für Infrastruktur wie Strom, Wasser, Krankenhäuser etc. sorgen.

Tauchbasen:
Zumindest wenn sie in der Hand von Firmen/Ketten aus Europa sind, dürfte der Großteil der Gewinne auch abfließen.

Das Biosprit-Drama haben ja die Mexikaner schon durch: Tortilla ist teuer geworden, weil es mehr lohnt, aus dem Mais Ethanol zu machen.
In den Diesel kippen sie Palmöl, womit der südostasiatische Regenwald weiter vernichtet wird.
In Brasilien hauen sie Regenwald für Biosprit aus Zuckerrohr um.
Und unseren Grünbewegten ist das alles scheißegal, Hauptsache viel Bio im Tank. Sollen sie doch ein Hamsterrad einbauen!
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 15:32
Hallo D-32,

Kardinalproblem des Landes:

ich merke das ich nicht viel über das Land weis, ich dachte wirklich das sich da was Positives getan hat.

zwei gute Links.

Hier klicken

Hier klicken

Deine Zahlen und Angaben werden dort bestätigt und weitere Hinweise gegeben, so z.B. das das Niltal extrem bevölkert ist und der Rest eher wenig besiedelt ist.

Tourismus:
Mich würde mal interessieren was ein Hotel bekommt. Ich habe mal 5 Euro pro Gast und Tag gehört...?

Übrigens Ägyptisches Essen ist toll, in Dahab gibt es gute Restaurants nicht gerade die nach der Brücke  ich brauche nichts kontinentales zum Frühstück, wie es immer in den Preislisten heißt .

Geiz ist nicht Geil, man sollte man mehr auf Qualität achten als auf Quantität, aber das ist auch nicht einfach. Meist merkt man es erst vor Ort. Den Reisebüros und Kataloge sagen nicht viel aus und der Preis leider manchmal auch nicht.

Tauchbasen:
zum Beispiel in Rosenheim 

Das Biosprit-Drama
Immerhin will Gabriel nun E10 später einführen aber eher um den Wähler nicht erklären zu müssen, warum deren Motoren den Sprit nicht vertragen!

Die Bauern hier freuen sich ... aber unsinnig ist das alles wirklich schon! Biogasanlagen wachsen wie Pilze aus dem Boden, brauchen Getreide und hin und wieder explodiert mal eine  … dafür sind Rohstoff dann knapp … TEUFELSKREISLAUF …



Aber wie soll man sich verhalten? Vor allem in Bezug auf Ägypten als Tauchland?

Aber solange Ägypten ein Staat voller Militär und Polizei ist, hat man da genug Ressourcen für Entwicklung und Bildung?

Jörg

Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 16:06
Moin Jörg,

" Aber wie soll man sich verhalten? Vor allem in Bezug auf Ägypten als Tauchland? "

Da gibt es für Taucher eine ziemlich einfache Antwort:
Das Geld da ausgeben, wo es im Land bleibt.
Hotel nicht pauschal über Veranstalter bei einer Kette buchen, die in CH oder USA sitzt, sondern selbst buchen bei ägyptischen Familienbetrieben (auch wenn man dann auf üppige Buffets, 5 Pools, Wellness, Animation etc. verzichten muss).
Tauchen auch nicht bei den Ketten aus Rosenheim und anderswo, sondern möglichst auch da, wo das Geld im Land bleibt, wenn Auswahl besteht.
Essen gehen in örtlichen Lokalen.
Gerade in Dahab: Wenn Freigepäckmenge übrig, mal bei der DRK-Kleiderkammer einen Sack gebrauchte Kinderkleidung holen, Kontakt zu bedürftigen Familien vermitteln lassen und direkt dort hinbringen (vor allem was für Mädchen kommt toll an).
Einsehen, dass man trotz der vielen Touristen in einem Entwicklungsland mit viel Armut ist, nicht typisch deutsch nach staatlicher Verantwortung schreien, sondern das akzeptieren und ggf. Notwendiges selbst mitbringen.

Zum Land und seinen Problemen noch eine Ergänzung:
Die Nahrungssituation wird in wenigen Jahren noch viel schlimmer, denn die Anbauflächen verarmen und versalzen im Niltal zunehmend, seitdem der Nil nicht mehr alljährlich frischen Schlamm anliefert (negative direkte Folge des Assuan-Staudammbaus).
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 16:23
Hallo,

das mit der Verödung stimmt und nicht nur da leider!

Altkleider haben wir noch genug in unserem Lager meiner Bereitschaft, leider habe ich nie Kg frei

Ich will den ganzen AL in Zeug nicht und wir wollten das so machen wie du sagst, mit Beduinencamp, gibt ja genug z.B. in Dahab. Das Problem waren eindeutig die Flüge 

Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 09.04.2008 - 22:57
Stimmt, die Flüge vor allem auf den Sinai sind eine verdammt knappe Angelegenheit, besonders im Sommerflugplan. Da fragt man sich, wie (außer mit Russen) denn die ganzen derzeit in Fertigstellung befindlichen großen Hotels in Dahab überhaupt gefüllt werden sollen.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 10.04.2008 - 07:59
Tupoleves sind rubust und big! Oder fliegen alte 747 Jumbos

Antwort von carcharhinus Registriertes Mitglied am 10.04.2008 - 20:11
Hallo Jörg, erst mal Asche über mein Haupt, das ich mich so spät melde, ich habe mir die ganze Diskussion erst mal in Ruhe angeschaut!
Zum Unfall, es scheint ja mittlerweile erwiesen, das es sich um einen Unfall beim Tauchen und nicht um einen klassischen Tauchunfall mit einer DCS handelte! Euren Stress beim Reanimieren auf einem Pickup oder Jeep kann ich gut nachvollziehen und auch die sich im Rettungsdienst eingeschliffene Devise:"circulation first"! Ihr habt, nach europäischen Maßstäben wahrscheinlich richtig gehandelt! Was die Qualität des Notfallkoffers an der Druckkammer angeht, kann ich natürlich nix sagen, D32 hat daher , als wahrscheinlich medizinischer Laie, recht ; wenn er sagt in Druckkammer "1" sei alles in Ordnung! Wie soll er denn auch wissen auf was er schauen soll, z.B. Atropin, Suprarenin, Diazepam etc.!
Ich kenne viele Rettungssituationen und auch die Entscheidungen, die manchmal getroffen werden müssen, z.B. wer schafft es und wer wahrscheinlich nicht!
Was diese Situation angeht, denke ich mal das ihr richtig gehandelt habt! Aber, bei einem Myokardinfarkt der wahrscheinlich auch in Deutschland tödlich verlaufen wäre, hast Du ja sicher auch schon kapituliert!?
Man bringt jemanden, unter Zirkulation und Oxigenation in die Klinik und das Herz springt trotz Defi nicht mehr an! Weil einfach schon zuviel Gewebe abgestorben ist! Dass das Herz auch nach 30 Min noch reflektorisches Flimmern anzeigen kann, habt Ihr wahrscheinlich auch schon erlebt! Das Hirn ist zu dem Zeitpunkt schon schwer in der Hypoxie, und damit irreperabel geschädigt, faktisch Tod!!!
Wer in Dahab, die "Arch" tauchen will, sollte ein erfahrener Mischgastaucher sein, und sich auch immer bewusst sein, daß sein TG sowas wie der Mount Everest des Tauchens ist, sprich: "Wenn Dir in irgend einem Camp, z.B. in 7500m Höhe etwas krasses passiert, dann
gibt es eben keine Rettung mehr-und fertig!!!"

Der Scheiß bei uns Tauchern ist der, dass man immer noch versucht abzubergen!( Am Teufelstisch am Bodensee gab es mal 3 Tote Taucher, einen Verunglückten und zwei "Profis" die versucht haben den Verunglückten abzubergen!
Im Prinzip schließe ich mich dem Redakteur aus der Tauchen an, es war kein Tauchunfall, sondern ein Unfall beim Tauchen, kommt ja hier in Deutschland auch sehr häufig vor (z.B.Bodensee)!
Wer eine manifeste Herzerkrankung verschweigt, oder sich bei der TU um das EKG drückt, ist meiner Meinung nach selbst schuld! Mein Mitleid geht an die Angehörigen, natürlich auch an Euch -und die zwei Kollegen,die wahrscheinlich alles getan haben, hätten sie die Vorgeschichte des Tauchers gekannt (z.B. RIVA-Stenose etc.), hätten sie die Reanimation sicher abgebrochen!!!

Zum Zustand von Ägypten:

Ich bitte Euch, es gibt wahnsinnig viele "Tauch-"Reiseziele die Schwellenländer sind! Die Liste ist lang! Was ist denn z.B. mit den in einem früheren Beitrag erwähnten Malediven?!
Da sieht die Menschenrechtslage nicht viel besser aus als in China! Und interessiert es uns? (wohl eher nicht!) Oder was ist mit Indonesien, Menschenrechte, zeig sie mir!
Wir sind gerade, unter Federführung der USA, so auf Terrorismus fixiert, das uns gewisse Realitäten "gar nicht erst auf den Tisch kommen"!

Die Frage, die ich mir stelle ist die, was sollen unsere Hochglanztauchmagazine (bei mir sind es 2) denn als Reviere zuweisen, und vor allem wollen wir uns "wirklich" mit den politischen Verhältnissen auseinandersetzen? Das alles in unserem Urlaub, der nur ein paar Wochen dauert???

Ich kann das nicht, versuche zwar politisch korrekt zu leben, aber wenn ich aus "so" einem Land zurück bin, kehre ich sehr; sehr schnell wieder zum Alltag mit dem ganzen Stress zurück!

Aber ich wünsch Euch auf jeden Fall Glück bei Eurem Vorhaben in Dahab-Defis zu installieren und so!

Gruß Mika
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 10.04.2008 - 22:08
Moin Mika,

vorweg: Ich bin kein "medizinischer Laie".

Wenn aber 30 - 40 min nach der Bergung in warmer Umgebung jemand in einer Einrichtung abgeliefert wird, die seine primären Funktionen im Ausnahmefall wieder herstellen kann, der aber massive cerebrale Schäden hat, tut man dem "armen Schwein" auch keinen Gefallen! Tot ist tot, egal welche Notfallmedikation die Kammer vorrätig hat.

Der Arch ist verglichen mit einigen anderen Spots im Raum Dahab zumindest one way ein easy going TG für tiefengewohnte Taucher mit Luft.

Kardiologisch bedingte Todesfälle oder "Unfälle" beim Tauchen werden noch zunehmen, da ja Tauchen gerade für Übergewichtige und Untrainierte die optimale Urlaubsbeschäftigung ist und deren Anteil in der Urlaubstauchergruppe stetig steigt. Das sind aber keine Tauchunfälle, das ist Exitus, weil entweder ohnehin biologisch angesagt oder eben ein kausaler Faktor zu viel.

Wenn hier schon Dahab als medizinisch schlecht ausgerüstet kritisiert wird: Ich war Sommer 2006 in Puerto Galeras/Sabang/Philippinen. Wenn jemand da irgend ein etwas übleres Zipperlein, egal ob durch Tauchen oder sonstwie bedingt geplagt hätte, wäre die nächste qualifizierte medizinische Versorgung verdammt weit weg gewesen!

Jo
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 11.04.2008 - 07:38
Hallo,

noch mal ganz deutlich heute weis ich mehr als in den Minuten, der Rea 

Ich bin mit 16 das erstmal als 3. auf einem RTW mitgefahren, heute bin ich 33. Ich habe erst einmal das Primäre Ziel der Rea erreicht  diese Frau springt heute aber wieder durchs Ländle 

Die Diskussion um primär erfolgreiche und nicht befriedigende Endergebnis bei Reas kenne ich und es macht wirklich kein Sinn neune Pflegeheimkunden zuschaffen.

UND NOCH MALS OHNE FRAGE; DER MANN HATTE KEINE CHANCE UND KLAR WÄRE ER TOD GEWESEN ABER WIR KAMMEN IM URLAUB AUS DEM WASSER … MIR WAR NICHT KLAR WIE DIE LEUTE AUF DAS REAGIEREN … ICH WOLLTE ABBRECHEN UND HABE GEFRAGT OB ES SO EINEN SINN MACHT, DIE BEIDEN DOC´S UND FREUNDE HABEN DRUCK GEMACHT UND DANN HABEN WIR UNS ENTSCHIEDEN IHN UNTER HLW INS KRANKENHAUS ZU BRINGEN!

ABER DAS SYTSEM DES RETTUNGSDIENSTES IST KEIN HIT

UND OB ES UM DEN TAUCHER, EINEN ANDEREN GEHT ODER UM EINNE WESPENSTICH IST DOCH EGAL!

Jörg
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 11.04.2008 - 20:04
"es macht wirklich kein Sinn neune Pflegeheimkunden zuschaffen"

Das meinst du nicht im Ernst! Diese Frage steht niemandem zu (und ist auch hier nicht zu diskutieren). Es gilt das Primat "ALLES" mögliche zu versuchen, ein Leben zu retten.
Hippokrates lässt grüßen.
Antwort von WV-Antidogmatikerin Registriertes Mitglied am 11.04.2008 - 21:21
@ kwolf,

ich bin zwar normalerweise andere Meinung als D32, diesmal jedoch nicht.

Weißt Du, wovon Du sprichst?
Ich möchte weder für mich noch für meine Familie, dass einer von uns so enden muss.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 11.04.2008 - 21:25
Hallo,

das war nur meine Antwort auf eine Einwendung von D32 und Anderen, warum wir begonnen haben und weiter gemacht haben, bis zum SCHLUSS!

Der Vorwurf kam ja in der Diskussion und von der Dekokammer und den Ärzten vor Ort.

z.B.: Wenn aber 30 - 40 min nach der Bergung in warmer Umgebung jemand in einer Einrichtung abgeliefert wird, die seine primären Funktionen im Ausnahmefall wieder herstellen kann, der aber massive cerebrale Schäden hat, tut man dem "armen Schwein" auch keinen Gefallen! Tot ist tot, egal welche Notfallmedikation die Kammer vorrätig hat.

WIR HABEN JA BIS ZUM ENDE WEITER GEMACHT, ABER NATÜRLICH BEENDEN NOTÄRZT REA´s WENN SIE KEINEN REALEN SINN MEHR SEHEN ODER MACHEN KR (KEINE REANIMATION) DAS HABE ICH HÄUFFIGER GESEHEN!

Gute Nacht Jörg
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 11.04.2008 - 23:19
Ja, ich habe nicht euer Handeln kritisiert und auch wahrgenommen, dass ihr wirklich alles versucht habt, ohne aufzugeben. Um so mehr verwundert mich der Satz, denn er begründet nicht euren aufopfernden Einsatz. Aber ich habe vielleicht etwas nicht nicht ganz verstanden . Aber ich will das nicht weiter diskutieren.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 14.04.2008 - 09:24
Ich muss wirklich sagen das es mir wirklich manchmal leid tut, wenn man Leute verlegen muss die nach einer Rea wirklich kein Leben mehr haben …. da habe ich mir wirklich schon die Frage gestellt ob das sinnvoll und für die Menschen war und ob es ertragbar ist … Aber ganz klar man hat es versucht…

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