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Tauchurlaub, Dienstleistungen und Preisgestellung
Abgesandt von Entäuschter Taucher am 04.02.2005 - 14:50:

Ich mache mir, geprägt durch meine mehr als 25-jährige Taucherfahrung und ungezählte Reisen auf verschiedenste Tauchbasen seit geraumer Gedanken über die Begriffe „Dienstleistung am Kunden und gerechtfertigte Inrechnungstellung vorg. Dienstleistung“.

Wenn ich 25 Jahre zurückdenke, so sehe ich mich auf einem kleinen Boot auf dem Mittelmeer (mit erster eigener Ausrüstung), voller Erfurcht vor dem Skipper und Tauchbasenbetreiber, der uns (selbstverständlich immer mittauchend) die Schönheiten des Mittelmeeres zeigt, mit dem wir lachen, der uns nach den Tauchgängen viele kleine Geschichten über das Tauchen erzählt und einfach eine Person ist, der man sich gerne anvertraut.

Er übernimmt die Zimmerbuchung, kümmert sich liebevoll um die mitreisende Familie des Tauchers und hat immer Zeit und immer Lust und Laune für vorg. Dienstleistung. Gemeinsamkeit steht im Vordergrund.

Er nimmt pro Bootstauchgang 12-15 DM inkl. aller anfallenden Kosten (auch für den Schluck Rotwein aus der bauchigen Flasche, die immer auf seinem Boot zu finden ist und einigen Tauchern nach dem Tauchgang die helle Gesichtsfarbe vertreibt).

Wir sind eine gesellige Runde, bestehend „aus den Männern (ich möchte keineswegs die Frauen vergessen, die auch mittauchen) des Meeres und der Tiefe“, wir tauschen unsere Adressen aus und treffen uns ganz bestimmt nächste Woche am Baggersee oder garantiert im Herbst oder Frühjahr des nächsten Jahres wieder zu gemeinsamen Abenteuern.

Und nun möchte ich einen gewaltigen Zeitsprung machen und wir begeben uns in das Jahr 2004, in die herbstliche Idylle des Mittelmeeres. Da packe ich meine Tauchutensilien zusammen, lege mein Zodiak auf den Anhänger, packe Hundili und Weiblein ein (hier erkennt mal die Wichtigkeit der Mitreisenden an der Erstnennung) und begebe mich zurück in die Vergangenheit.

Spanien ! Herzlich willkommen ! CADAQUES, TAMARIU, ROSAS, CAP CREUS, ESTARTIT … Halt eine Reise in die Vergangenheit. Alles werde ich mir wieder anschauen, einige Tauchbasen wieder besuchen, viele Tauchgänge wieder an denselben Orten machen, die ich bereits kenne.

Was folgt, ist eine totale Ernüchterung ! Neben den Bausünden, die trotz Aufklärung immer noch entstehen (der Tourismus ist ja die Kuh, die die Tourismusmanager melken) sehe ich nur noch Verbotsschilder, ein mißbrauchtes Mittelmeer, unhöfliche Spanier, derer Arroganz nicht mehr zu überbieten ist und eine Preisgestellung für eben jene Dienstleistungen, die ich massiv rüge.

Was ist in diesen 25 Jahren geschehen? Wo sind die Tauchlehrer von früher, die uns alles zeigen, uns mit den Schönheiten des Meeres bekannt machen? Wo sind die schönen Stunden mit eben jenen Tauchlehrern, wo sind ihre Geschichten? Wo sind die freundlichen Gesichter der Spanier, und nicht nur diejenigen, die vom Tourismus leben?

In den Häfen stehen große Boot, auf die möglichst „viele Kunden passen“, die zu einem mißbrauchten Riff verbracht werden um nach 30 Minuten mit Vollgas zu eben jenem Hafen zurückverbracht werden um schnellstmöglich die nächste Gruppe an Tauchern aufnehmen zu können. Wer sich erdreistet, eben jene 30-minütige Tauchzeit zu überschreiten, riskiert viel, im mindesten einen brutalen Anschiss des Skippers vor versammelter Mannschaft !

Disziplinierung !

Der Ton ist rüde, ohne Lächeln in den Augen der Tauchbasenbetreiber und es fehlt an allem, besonders an jener Dienstleistung, die ich massiv rüge. Alles ist durchorganisiert, man existiert als Nummer, als Depp, der für eine nicht vorhandene Dienstleistung brutal zur Kasse gebeten wird.

Hierzu nochmals gedanklich zurück zu der Zeit vor 25 Jahren und ihrer Annehmlichkeit zu einem Preis von 12-15 DM pro Tauchgang.

Und nun zur Gegenwart und ihrer Preisgestellung:

Zimmer pro Nacht für 2 Personen 85 € inkl. Frühstück (welches einer O-Diät erscheint), Abendessen am Strand (normales Abendessen) 75 €, Mittagessen (aus dem Supermarkt, 1 Flutes, etwas Käse und Schinken, 1 Flasche Mineralwasser) 25 €. Und dies alles präsentiert voller Überheblichkeit, ohne Wärme. Herzlich willkommen, du deutsches Arschloch, du zum Plündern verurteilter urlaubssuchender deutscher Tourist.

Preise für die Tauchgänge liegen zwischen 20-45 € pro Tauchgang (manchmal auch mehr, je nach vorhandener Ausrüstung zzgl. verschiedenster Zuschläge für Nachttauchen, Rifftauchen oder Tieftauchen zu einem Wrack).

Brevetabnahmen sind auf den ersten Blick relativ günstig. Nur, sie werden der Tauchgangsgebühr addiert. So kommen für einen Tauchgang ganz schnell 70-80 € zusammen.

Als absolute Spitzenreiter erlebte ich zwei Tauchbasen

Nr. 1, welche mir für 4 Füllungen meiner eigenen 10l Tauchflasche (und nur für diese Dienstleistung) 45 € abverlangte.

Nr. 2, welche für einen Kurs Tauchsicherheit & Rettung zu der Tauchgangsgebühr über 400 € kalkulierte.

Ich glaube, diese Tauchbasenbetreiber haben jeglichen Anstand und jegliche Bodenhaftung verloren.

Der Urlaub ist zu Ende, Heimfahrt. Und ich habe über Spanien erzählt, ich glaube (und dies kenne ich aus Erzählungen von vielen meiner Tauchlehrer, Assistenten und Tauchern, die Tauchbasen besuchten oder dort arbeiteten) es hätte ein Urlaub überall am Mittelmeer oder auch weltweit sein können.

Ich bedaure diese Entwicklung sehr. Es könnte auch anders sein. Eben jene Betreiber von Tauchbasen sollten zurückkehren zu der Wirklichkeit, zum Dienst am Kunden und zu einer sehr schönen Arbeit, die sie bestens ernährt. Bedarfskalkulationen können nicht am Höchstmaß des Luxus festgemacht werden. Dies erlaubt sich Europa und die politische Elite der Welt ohnehin. Wohin es führt, ist jedem, der eine Zeitung liest oder Nachrichten hört, bekannt. Es führt ins Chaos.

Wenn ich einen Teuerungsfaktor (und dieser ist seit der Einführung des € ins Uferlose gestiegen) sehe, der beim 6-700 fachen liegt, so frage ich mich nach dem Sinn. Sicherlich schmeckt uns allen, die wir werktätig sind, das abendliche Rinderfilet besser als Eier mit Spinat, aber man sollte auf dem Boden bleiben.

Es sind, und hiermit möchte ich meine kleine Nörgelei beenden, Dienstleister (und hier meine ich im speziellen jene Tauchbasenbetreiber) zwingend aufgefordert zu einem Maß an preislichem Anstand für ihre Dienstleistungen zurück zu finden und eben jene Dienstleistung auch zu vollbringen.

Es gehört mehr dazu, eine Tauchbasis betreiben zu wollen, als „sich eine goldene Nase zu machen“.

Und wie reagiere ich auf diesen Mangel? Ganz einfach. Ich besorge mir vor meinem Tauchurlaub eine Seekarte von dem Gebiet, wo ich tauchen möchte und mache mich über Tauchgewässer und gesetzliche Bestimmungen schlau. Ich plane meine Tauchgänge selbst, mache auch mal wieder Landtauchgänge oder fahre mit den eigenen Zodiak raus auf`s Meer, habe meine Ruhe vor riesen Tauchgruppen, idiotischen Reglementierungen und betrachte die von mir so geliebte Unterwasserwelt. So verbleibt nur noch die Problematik des Flaschenfüllens, hierzu habe ich mir einen transportablen Kompressor gekauft.

Oder aber, ich stelle vor dem Urlaub Kontakt zu meiner Wunschtauchbasis her, recherchiere Preise, Angebot oder Dienstleistungen und suche vor dem Urlaub einen kurzen telefonischen Kontakt. So verschaffe ich mir einen ersten Eindruck, welcher mich noch nie getäuscht hat.



Antwort von wrack-uli Redaktionsmitglied am 04.02.2005 - 16:10
Den letzten Absatz von deinem Bericht halte ich für Sinnvoll um Entäuschungen zu vermeiden.

Ta, ich denke auch noch immer an den Espresso für 1000 Lire wenn er jetzt nur "einen Euro" kostet.

Vom Essen rede ich schon nicht mehr oder habe ich damals in der Euphorie falsch umgerechnet?

Wie du anmerkst, ist es auch möglich mit einem eigenen Schlauchboot (mit Motor, oder soll ich auch noch Paddeln) und Kompressor zum Tauchen zu fahren. Wenn ich mir die Anschaffung und den Unterhalt ansehe zahle ich lieber an der Basis meinen oft nicht unerheblichen Obulus. Ob er gerechtfertigt ist kann ich immer noch entscheiden, jedenfalls nimmt man mir die Arbeit ab.

Die Teile im Flugzeug mitzunehmen ist bestimmt nicht einfach. Für einen Urlaub von einer Woche oder auch zwei Wochen ist die Autofahrt nach Spanien auch nicht zu verachten, noch dazu mit dem Schlauchboot auf dem Anhänger.
Ach ja, und den Benzinpreis hast du auch vergessen, der war vor 25 Jahren auch überall billiger.

Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 04.02.2005 - 16:12
An den "Enttäuschten":

Kann gut nachvollziehen, dass Du einiges vermisst, was "mal" üblich war...

Du redest von einer Zeit, als Tauchen ein Sport für wenige war und als der Basenbesitzer noch froh war, Gleichgesinnte zu finden, die mit ihm sein Hobby teilen und sich finanziell an den entstehenden Unkosten beteiligen - von einer Zeit, als Tourismus noch ein Zubrot war und nicht ausschließlich ein hauptberufliches Geschäft, als "Fremde" in den jeweiligen Ländern noch "Reisende" waren und nicht wie "Touri-Heuschrecken" eingefallen sind.

Schau Dir heute mal die Zahlen der brevetierten Taucher an, die Millionen Spanien-Reisenden noch dazu - da ist doch klar, dass die ganze Geschichte zu einem straff organisierten Geschäft mit Gewinnoptimierung wird, das ist der Unterschied zwischen "Hobby" und "Business"! Die Zeit zurück zu drehen wird (leider?) nicht funktionieren...

Aber, um Dich etwas zu trösten: Im Gegensatz zu Dir habe ich die "ersten" Zeiten gar nicht mitbekommen und trotzdem finde ich sie manchmal: Die kleinen Basen, wo der Inhaber noch um den einzelnen Kunden bemüht ist und wo es trotz Professionalität auch Freude&Spass gibt! Diese Basen gibt es sicher auch noch in Spanien - man muss vielleicht nur was länger suchen und recherchieren

Und falls Dich das auch nicht trösten kann: Hey, dann freu Dich einfach, dass Du damals so eine schöne Zeit in Deinem frühen "Taucherleben" hattest - ist doch auch was feines

Et kütt, wie et kütt

Linus
Antwort von urgestein Registriertes Mitglied am 04.02.2005 - 16:50
Hai enttäuschter Taucher, auch ich bin schon lange dabei und habe ähnliche Erfahrungen gemacht, sowohl in Spanien als auch in Frankreich
(Mittelmeer und Bretagne).
Ich habe aber festegestellt, dass man besonders auf deutschsprachigen Tauchbasen als Melkkuh behandelt wird. Traut sich mit geringen Framdsprachenkenntnissen auf einheimische Basen, dann sieht das Ganze schon anders aus, z.B. Tauchgang ohne Zeitlimit inklus. Freundlichkeit, 15er Flasche und Basisblei 18€ ( in Spanien).

Auch beim Essen und beim Quartier geht es deutlich günstiger als du angesprochen hast.

Wenn alle enttäuschten Taucher im tauchernet in der Datenbank ein deutliches Wort sprechen und sich nicht von dem Prozedere bei negativen Bewertungen abschrecken lassen, dann weiß man schnell, wo man nur abgezockt wird, und wo der € noch seinen Gegenwert hat. Also nur Mut, liebe Mittaucher, nennt Ross und Reiter, und boykottiert die Wegelagerei der betreffenden Tauchbasen. Urgestein
Antwort von stonefish Registriertes Mitglied am 04.02.2005 - 16:58
Tja, Linus hat wohl mächtig recht. Sie nennen es Marktwirtschaft; und mit viel Anstrengung hat man bei Tauchers einen riesigen Markt geschaffen, warum also die mühsam angeschaffte Kuh (oder eben Rinderherde) nicht auch melken?
Den Ausweg hast Du selbst schon gezeigt: Versuchen, so autonom wie möglich zu sein (Dienste, die Du Dir selbst leistest, brauchst Du nun mal nicht zu bezahlen), ansonsten unter Zuhilfenahme aller verfügbaren Informationsmöglichkeiten ausgiebig recherchieren (das sog. T-Net bietet da manches...) oder schlimmstenfalls in den sauren Apfel beißen.
Ganz nebenbei aber auch nicht vergessen, daß viele der besten Tauchziele in Gegenden dieser Welt liegen, deren Lebensstandard sich mit unserem noch auf lange Zeit nicht wird vergleichen können.
... letztlich kannst Du ohne den Umweg über irgendwelche Minister ein bissel "Entwicklungshilfe leisten.
Trotzdem weiterhin Spaß am Tauchen!
Gruß
stonefish
Antwort von Detlef Registriertes Mitglied am 04.02.2005 - 17:20
Das ist das schwierigste an der Planung. Wo finde ich die kleine Basis, die guten Service und vernüftige Preise hat. Es dauert, aber es geht. Insbesondere Italien und Frankreich (In E kenne ich mich nicht aus) geht das ganz gut. Der Rest wird frührer oder später untergehen.
Antwort von scrat am 04.02.2005 - 17:53
Hatte vor etwa 1,5 Jahren die Ehre, einen nette Basis auf Sardinien kennen zu lernen. Anfangs war es ganz nett da, zumal wir nur alle zwei, drei tage einmal aufkreuzten. Basisleiter und seine Frau sowie ein italienischer Guide, das wars an Personal. Alles gemütlich und überschaubar.
Doch leider blieb es nicht so. Wir waren als Jugendgruppe unterwegs und hatten zwei ausgebildete taucher dabei. Einer von ihnen noch Neuling. Wir drei fuhren mit dem Guide zu einem schnuckeligen Plätzchen, Guide erklärte mit Händen, Füßen und etwas Englisch den TG, dann ab ins Wasser. Der nächste Blickkontakt zu uns namm er etwa nach 25 Minuten auf, in der Zwischenzeit hatte ich den Anfänger immer wieder bei Problemen helfen müssen.
Auch diverse andere Vorkommnisse (Kunde beschimpfen, er solle sein Hirn anschalten (ohne erkennbaren Grund!!!); Briefing in der Form: Wir sind da, alle mir hinterher, Nachfragen werden nicht beantwortet (Strömung o.ä.?) und so weiter..).
Ein extrem anderes Beispiel erlebe ich Jahr für Jahr auf Giglio beim IfmB. Auf Grund der "großen" Anzahl von Tauchern ist der Basisleiter zwar nciht immer bei jedem TG dabei, aber die Assis sind durch die Bank weg nette Menschen, die Ahnung haben. Und für alles weitere steht der Chef dann zur Verfügung.
Getaucht wird an Plätzen, die der Anzahl der Taucher angemessen ist (Kleine Höhle max.4 Taucher - großer Tauchplatz max. 12 Taucher (eine Bootsladung)). Sollte an dem geplanten Platz schon zuviel los sein, werden Alternativen vorgeschlagen, Kunden entscheiden dann, was sie möchten.

OK, das Essen ist dort nicht gerade günstig (Inselzuschlag), aber mit ein bissele Vorplanung (ca 80KM vor Festlandhafen ist ein großer Lidl sowie verschieden andere Supermärkte) kann man hier viel sparen.
Die Preise pro TG liegen bei 22,50 mit eigener Ausrüstung zzgl. Luft (0,50€ pro Flaschenliter (12l = 6€)), 27,50 mit Flasche (12 oder 15l).
Tauchpakete und Sonderaktionen bieten Vergünstigungen, Appartments ab 300€ für 4 Personen.

Sonst bin ich meist auch privat mit Schlauchboot (manchmal auch zzgl. Kompressor) unterwegs, da lernt man von den Basen wenig kennen, eine Basis in Südfrankreich ist aber auch sehr nett.
Sonst bleibt nur der Rat: Schlau machen, anschauen und versuchen, den urlaub so zu legen, dass man schnell die Basis wechseln kann.
Antwort von manne Registriertes Mitglied am 05.02.2005 - 13:45
Ich bin vor 25jahren leider noch nicht getaucht, war auch erst 6.

aber ist es nicht in allen bereichen teurer geworden?
du verdienst doch auch ne ganze ecke mehr als vor 25jahren und prozentual gesehen, kommt es schon passabel hin.
tauchen ist kein billiges hobby, wenn man von dem tümpel in der gemeinde absieht.

sorry aber für mich alles etwas unbegreiflich. hey
vor 25jahren hat meine mutti sicherlich auch noch keine 60cent für ein bröetchen bezahlt beim bäcker, glaub eher so an die 10pfennig, quasie 20cent. alles wird teurer....damals, früher oh man wir entwickeln uns weiter.

es gab zeiten da haben sich moped fahrer gegrüßt, weil es eine kleine gemeinde war, da wurde zusammenhalt noch groß geschrieben, heute grüßen wir uns immernoch, bzw bauen einen grußarm an den lenker.
"randgruppen Sport" wird nunmal irgendwann einmal bekannt und wird groß, wellenreiten, beachvolleyball usw, machen das auch alles mit.

einfach auch darüber mal nachdenken und merken das wir im 21.jahrhundert leben.
klingt hart, ist aber so. jeder will kohle machen und davon leben, wenn die touris die kohle da lassen, bitte sollen die auch von leben.
ich habe es aber bisher nicht so dramatisch erlebt wie du berichtest.
auf lanzarote die tauchschule, ist der chef selber mit raus und alles gezeigt. der kam mit einem grinsen aus dem wasser, das er nurnoch grinsekatze war.
am ende des urlaubes hat er uns tauchgänge umsonst gegeben.

nix für ungut und viel glück in zukunft, bessere shops zu finden.

mit freundlichen flossenschläge

manne
mein motto

hört eure ohren und
fühlt eure haut
Antwort von diving Shorty Registriertes Mitglied am 05.02.2005 - 14:23
Hi

Eines muss auch ich unumwoben feststellen: Egal in welchem Bereich unserer Gesellschaft ist es dazu gekommen dass wir im Vergleich früher / heute für mehr Geld weniger Service und Entgegenkommen bekommen. Allerdings vergisst du an deinem - ansonsten mir aus der Seele sprechenden - Beitrag: AUCH DU hast dazu beigetragen! Ist es nicht logisch dass wenn wir alle z. B. zu den Spaniern fahren und dort den von dir angesprochenen Service erwarten dass es bald fast nur noch Spanier gibt die im Tourismus beschäftigt sind? (Jeder von uns will ja versorgt werden und das sind nun mal viel mehr als vor 25 Jahren).
Zustimmen muss ich dir dass die Melk-Aktion mancher Basen wohl mehr als zum Himmel stinkt aber dann muss man auch mal manns / Taucher genug sein dies entsprechend breit zu treten. Immerhin sind das bei Weitem nicht alle und wenn man feststellt dass man an die Falsche Basis gekommen ist kann man nach diesem Tauchgang noch immmer wechseln (ich für meinen Teil gebe das dann auch lauthals vor allen anwesenden (Neu-)Kunden zum Besten und es wäre nicht das Erste Mal dass mir einige davon sogar zur nächsten Basis folgen.

Alles in allem stimme ich manne zu dann mir ist in der Mehrzahl wie Ihm ergangen und schwarze Schafe gibt es überall.

blubblub

diving shorty
Antwort von manne Registriertes Mitglied am 05.02.2005 - 15:20
schwarze schafe gibt es überall, das stimmt!!!
es gibt solche und jene betreiber.

wenn du dich hast melken lassen unterstüzt du die machenschaften und beschwerst hier, wo es keiner von denen mitbekommt oder wenn doch, nicht die bohne kratzt!!!

diving shorty hat eine sau gute einstellung, im geschäft lauthals beschweren, bitte aber argumentativ wertvoll und kein stammtisch parolen schwingen, dann merken es neulinge oder zuhörer auch, der betreiber kommt in die zwickmühle.
entweder er kommt beim preis entgegen, oder schmeißt euch raus. oh mein gott wie schlimm er hat mich vor die tür gebeten
so mache ich es auch!

was man aber bitte nie vergessen sollte, alle wollen leben, die ausrüstung soll gut sein, der service top und alles klinisch rein, jenes hat seinen preis.
GEIZ IST GEIL, aber nicht in allen bereichen.


manne
Antwort von DM am 05.02.2005 - 22:57
an alle die sich in diesem traed gemeldet haben.
ich gebe dem enttaeuschten taucher zu allem was er sagt irgendwo recht, natuerlich kann man preise wie vor 25 jahren nicht mehr rueber bringen
aber alles was er schreibt ist mir aus der seele gesprochen heute ist tauchen nur noch ein geschaeft.vielen dank fuer den beitrag (entt. taucher)
Antwort von Ralf Schmid Registriertes Mitglied am 06.02.2005 - 02:44
Man kann nur melken wer sich melken läßt!

Auch wenn es gegen unsere Natur ist, habe ich mir angewöhnt auch mal NEIN zu sagen!

NEIN zu einer Basis in Kroatien die 45 EUR für einen Tauchgang wollte.

NEIN zu einer Basis in Kroatien, bei der ich dem Campingplatzbetreiber für die 200m Durchfahrt zur Basis auf seinem Platz 4,50 EUR zahlen sollte.

NEIN zu weiteren Tauchgängen an der Islas Medas, an der die Zahl der Taucher pro Tag angeblich per Gesetz auf 200 begrenzt ist, die aber allein von L`Estartit aus von 6 Basen 4-5 mal am Tag mit Booten zu je ca 50 Tauchern angefahren wird.

NEIN zu Basen, die mir einen Checktauchgang als Besonderheit verkaufen wollen.

NEIN zu Basen, die mir einreden wollen daß meine 12er für einen 38m-Tauchgang zu klein sei, und meinen mir eine 15er vermieten zu müssen.

NEIN zu Basen die meinen für Wracks mit unterschiedlichem Namen auch unterschiedliche Preise erheben zu müssen.

NEIN zu Basen bei denen sich die pünktliche Ausfahrt immer um bis zu einer Stunde verschiebt.

NEIN zu Basen die mir als höchtbrevetiertem Taucher der Gruppe eine 4er Gruppe auf`s Auge und in die Verantwortung drücken wollen und dafür von mir den normalen Preis verlangen.

NEIN zu Basen die 3mal hintereinander an den selben Tauchplatz fahren, weil viele der ständig wechselnden Taucher dort bestimmt noch nicht waren.

NEIN zu Basen, die so vorsichtig sind, daß sie vorschreiben bei 100 bar die Ankerleine aufzusuchen und auszutauchen.

Die meisten Dinge, die mir wichtig sind erkenne ich schon wenn ich mich eine Stunde lang an der Basis herumtreibe und mir anschaue wie die Kundschaft behandelt wird und wie es vor dem Ablegen auf dem Boot zugeht.
In der Regel gilt: Wo es eine Basis gibt, da gibt es auch noch andere. Ich suche dann lieber einen Tag länger bis ich meine Basis gefunden habe, als daß ich mich unter Wasser und hinterher zu Hause ärgere.

Gruß Ralf
Antwort von tauchgeist Redaktionsmitglied am 06.02.2005 - 14:50
Jebb,

volle Zustimmung zu Ralf !

Auch ich habe NEIN gesagt und werde NICHT nach Norwegen fahren, mangels alternativer Basen. Aber 225 Euro für 4 ( sic! vier! ) Wracktauchgänge mit Luft bei Anfahrtszeiten vom max. 30 Minuten mache ich nicht mit !

tg
Antwort von Hardy Registriertes Mitglied am 07.02.2005 - 23:17
vons wegen dt. Tauchbasen und Preisaufschlag:
zumindest im letzten Urlaub 01/2005 (RSA) konnte ich feststellen, dass ein Preisvergleich zuerst einen 40%-igen Aufschlag einer dt. gegenüber einer einheimischen Basis bedeuteten.

Danach ließ sich dann allerdings über den Preis und die Leistungen verhandeln ...

Will sagen: Geiz ist NICHT geil, allerdings sollte man vergleichen und verhandeln. Solange man die vorgesetzten Preise aktzeptiert, hat man keinen Einfluss darauf und wir bekommen u.U. Preise wie in der Karibik (war leider noch nicht dort, aber man hört/liest ja doch das ein oder andere).

Antwort von wobbegong Registriertes Mitglied am 08.02.2005 - 12:42
Sagen wir es doch mal ganz lapidar: Z.Z. gibt es einen Nachfrageüberhang, der von Basenbetreiber, Gastronomen in unverschämterweise ausgenutzt wird. Ich pflichte unseren Vorgängern bei ganz einfach mal nein zu sagen. Heute versucht jeder noch mal schnell möglichst viel Kohle zu machen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Hier sollte man aber nicht vergessen (Basenbetreiber u. Equipmentverkäufer, Gastronomen) daß wir in Deutschland mitlerweile über 6,5 Millionen Erwerbsuntätige haben. Um unser fehlendes Kapital einigermaßen zu kompensieren sollten wir Alternativen erwägen u. z.B. lieber Ägypten buchen. Wenn das alle täten, würden unsere lieben spanischen Freunde vielleicht aufwachen und versuchen uns als Kunden zurückzugewinnen.

Zu guter letzt lieber enttäuschter Taucher. Wir gehören wahrscheinlich zur gleichen Generation. Aber sind nicht Fernseher, Fotoapparate, HiFi Geräte und Lebensmittel nicht zum Teil deutlich billiger zu bekommen als zu unseren Zeiten vor 25 Jahren. Laß uns nicht ärgern, laß uns tauchen gehen, dem schönsten Hobby nachgehen was es gibt.

Antwort von hket Registriertes Mitglied am 08.02.2005 - 16:09
Hallo Detlef,

war das Dein Ernst:
Die Preise pro TG liegen bei 22,50 mit eigener Ausrüstung zzgl. Luft (0,50€ pro Flaschenliter (12l = 6€)), 27,50 mit Flasche (12 oder 15l).

Das heist mit eigener Flasche 1€ teurer als mit Leihflasche ?

Wie wäre es, hier einmal Daten zu sammeln, in welchem Rahmen sich die Preise bewegen ?
Wenn man weiss, welche Preise normal sind, kann man sich gegen abzocken besser wehren.

Ich habe an den Medas vor 3 Jahren mit eigener Ausrüstung 29,-€ bezahlt, war aber ein bißchen beleidigt, weil man mir zwei 1* mitgegeben hat,
die mir meine Freude massiv trübten.
Richtig sauer war ich dann aber, als meine Frau mittags zurückkam (wegen der Kinder gingen wir abwechselnd) und 12,-€ extra gezahlt hatte, weil Sie als 1* einem Guide (wohl ebenfalls Gast) zugeteilt worden war.

Helmut

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