Tauchverbote - was soll das ? Abgesandt von hket am 17.09.2004 - 08:31:
Warum ist in Deutschland in vielen Seen das Tauchen verboten ? Haftet etwa der Besitzer bei Unfällen ?
Wenn die Taucher, die tatsächlich intensiv die heimischen Seen betauchen, sich nicht ständig an den wenigen freigegebenen Tümpeln häufen würden, würde man uns kaum bemerken.
Unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern helfen da auch nicht weiter.
Wenn ich die Unterschiede von einem stark betauchten See zu einem gesperrten suche, stelle ich fest, dass die Taucher eigentlich keinen Einfluss auf Flora und Fauna haben.
Also, wem nützen Tauchverbote ?
Antwort von Doris am 17.09.2004 - 08:58 Hallo Helmut,
ich kann Deine Wut gut nachvollziehen, denn ich wohne in einer Gegend, in der es viele Gewässer gibt, die aber leider fast alle verboten sind für Taucher.
Wenn ich dann an die vielen Schwimmer denke, die (sonnen-)ölige Rückstände auf der Wasseroberfläche zurücklassen, oder die Boots- und LuMa-Spezialisten, die teilweise ganze Bierkästen J verlieren, meist aber auch nur leere Chipstüten oder Schnapsflaschen versenken dann ärgere ich mich auch sehr.
Allerdings wird das nichts ändern.
Ich versuche mit dem Motto „steter Tropfen“ über Tourismusverbände auf das Tauchen aufmerksam zu machen und frage einfach immer wieder an. Mit dem Hinweis: „Wenn Tauchen erlaubt wäre würde ich gerne meinen Urlaub in Ihrer Region verbringen...“ bekomme ich oft einen „wir bedauern sehr“ Bescheid, aber, da auch Bekannte von mir so vorgehen kann man hier eventuell über das liebe Geld etwas bewirken.
Bei uns sind wir mittlerweile so weit, daß wir nach Gewässerreinigungsaktionen in einem gesperrten See geduldet werden. Mit viel Glück dürfen wir nächstes Jahr sogar eine Plattform rein machen.
Ein gesperrtes Gewässer wieder „auf“ zu bekommen ist sehr heikel und erfordert viel Umsicht und Geduld. Daher sollten alle „Schwarztaucher“ sehr besonnen vorgehen, damit nicht die vor Ort arbeitenden Clubs in ihrem Bemühen ausgebremst werden.
Die frage ist unglücklich gestellt. Tauchen gehört (zumindest im Bayern) nicht zum Gemeingebrauch. Somit ligt eigentlich kein Taucherbot vor sondern Tauchen ist einfach nur nicht erlaubt.
Im schönen Thüringen sieht das zum Beispiel ganz anders aus
Antwort von hket am 17.09.2004 - 09:39 meinen Vergleich: freigegeben / verboten darf ich mir erlauben, da ich als DLRG / Feuerwehr Einsatztaucher auch mal in Gewässer komme, die offiziell gesperrt sind.
Ich kenne hauptsächlich Seen in Hessen / BW / Pfalz. Ein Unterschied in freigegebenen Taucherseen ist der deutlich reduzierte Müll.
Gewässerreinigungen sind eine Möglichkeit, mit Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Spätestens wenn ein Schwimmer in einen Einkaufswagen oder Fahrrad tritt, ruft man nach den Tauchern.
Wir entfernen gewöhnlich "gefährliche Gegenstände" bis in eine Tiefe von 3-4m.
Da viele Gegenstände von Muscheln und Krebsen besiedelt sind, ist hier aber eine gute Einweisung nötig - blinder Eifer schadet nur.
Oft reicht es schon, grosse Steine tiefer zu legen, Stangen und Pfähle werden umgelegt.
Eine weitere Möglichkeit ist die Unterstützung von Gewässeruntersuchungen, zum Teil von Unis oder Instituten im Auftrag von Gemeinden durchgeführt. Die Aussage: wer misst misst Mist trifft hier leider viel zu oft zu, aber auch hier sollten die Taucher gut ausgebildet sein, um die Proben nicht zu verfälschen.
Helmut
Antwort von malamut68 am 17.09.2004 - 09:52 Vorgestern Abend, nach einem schönen Nachttauchgang in Allmannshausen, haben wir uns genau diese Frage gestellt.
Doris hat vollkommen recht, wenn an irgndeinem See sich 12 Leute im Jahr zum Schwimmen versammeln, springen sofort alle KommunalpolitikerInnen darauf an, weisen Parkplätze aus, heben evtl. vorhandene Verbote auf, schaffen Toiletten, machen schnell ein Tauchverbot (angeblich gucken wir Schwimerinnen was ab), usw.usf.
TaucherInnen werden nicht als WählerInnen oder KundInnen wahrgenommen. Baden am See wollen alle, Tauchen aber nur ein paar suspekte Personen mit muffigen Gesichtsausdruck.
Wir verfügen leider über keinen Verband der Lobbyarbeit betreibt. In USA unternimmt PADI in diese Richtung sehr viel, hier werden kommerzielle Unternehmen (und das sind alle, Brevets austellende Verbände) mit anderen Augen betrachtet. Diese Verbände verfügen nicht über genügend Geld, Mitglieder und Werbung um PolitikerInnen zu bestechen oder zu überzeugen.
Um das zu ändern müssen wir uns anstrengen:
-Die TaucherInnen könnten sich in einem ehrenamtlichen Dachverband zusammenschließen, dessen Lobbyarbeit durch Spenden von Privatpersonen, Verbänden und Firmen finanziert wird. Leider ist Tauchen Ländersache, wird also kompliziert. Ein Büro in Berlin reicht also nicht.
-Die bestehenden Tauchvereine sollten anstreben als Abteilung bei Sportvereinen oder Feuerwehren aufgenommen zu werden. Die Sportvereine verfügen über die bei weitem gewaltigste Lobby.
-Tauchvereine, die sich nicht unterordnen wollen, könnten die Aufnahme bei den Kreisjugendringen beantragen. Vorraussetzung ist natürlich, das der Verein in der Jugendarbeit aktiv ist. Da gibt es viel Geld, Einfluß und positiven Kontakt zu den MandatsträgerInnen. Auch könnte in den Bildungsprogrammen Schnupperkurse angeboten werden, selbst wenn Mensch dann nicht das Tauchen anfängt, ist Tauchen dann auf jeden Fall schon mal positiv belegt.
-Wir sollten uns anderen Badegästen, Anglern und BootsführerInnen gegenüber korrekt und freundlich verhalten.
Dh:
auch unerwidert Grüßen und lächeln
auch mal Fragen stellen, ihr werdet erstaunt sein, wie engagiert und freundlich die Leute reagieren, wenn sie nach ihrer Heimat befragt werden
auf Fragen freundlich offen und ausführlich reagieren, nehmt euch Zeit, auch wenn ihr dann den TG etwas verzögert, wer weiß vielleicht sprecht ihr gerade mit einem Gemeinderat?
mal eine Frage am Rande. Woher erfahre ich, ob ein See für Taucher offen oder gesperrt ist?
Gibts da Listen wie bei den Angelvereinen?
Antwort von Robster am 17.09.2004 - 10:55 Jau, die Frage hat mich auch schon beschäftigt. Da fährt man irgendwo hin, nimmt auf gut Glück sein zeug mit und weiß dann nicht, darf ich oder darf ich nicht. Insofern ist der Einwurf von RainerS gar nicht so schlecht, ob das irgendwo nachzulesen ist. Mir hat mal jemand erklärt, daß man in den alten Bundesländern in keinem See tauchen darf, es sei denn, es ist ausdrücklich gestattet. In den neuen Ländern darf man überall reinhüpfen, es sei denn, es ist ausdrücklich verboten Aber sicher bin ich mir da nicht. Wir waren neulich auch im Tümpel um die Ecke, haben uns vorher mit den Anglern verständigt, wo ihr Jagdrevier liegt und los gings. Hinterher kamen sie dann an und wollten wissen, ob denn was lohnenswertes zu sehen war. Es geht also, wenn alle wollen. Ich würde jetzt nicht sagen, die eine oder andere Gruppe schadet dem Gewässer mehr oder weniger, aber Taucher machen sich wohl etwas mehr gedanken, über die Welt am und im See. Insofern sind Beschränkungen halt schade, zumal sich die Neos dann vielleicht wirklich "besser" verteilen könnten
Gruß Rob (der am WE mal wieder was neues ausprobiert)
Antwort von Jessica am 17.09.2004 - 11:03 Infos zu Gewaessern erteilt die untere Wasserbehoerde der betreffenden Stadt/Gemeinde.
Antwort von Doris aus dem WWW am 17.09.2004 - 11:22 Ggf. reicht auch eine Nachfrage beim Bürgermeister der betreffenden Gemeinde oder falls Privat beim Eigentümer
Antwort von Kurt am 17.09.2004 - 11:30 Die Rechtslage in Deutschland ist ziemlich verflochten, ich glaube, das ist allgemein bekannt.
Es spielen da viele Paragraphen mit. Dabei ist das Wasserhaushaltsgesetz (WHG, Bund) und speziell in Bayern das BayWG ausschlaggebend. Die regeln den Allgemeinbegrauch (Schwimmen, Schnorcheln, Schlauchboote usw.) Art. 21 Abs. 1 Satz 1 BayWG. Das Tauchen mit Atemgerät ist ausdrücklich aus dem Allgemeingebrauch ausgeklammert. Die Kreisverwaltungsbehörden können jedoch gem. Art. 21 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit Art. 22 BayWG das Gewässer zum Zwecke des Tauchens mit Atemgerät widmen.
Es spielt auch noch ein Uralter Paragraoh eine Rolle, der besagt, daß das Einbringen von technischen Geräten in Gewässer verboten ist.
Antwort von www.Doris am 17.09.2004 - 11:37 Super Link, Kurt
Antwort von buddy am 17.09.2004 - 12:00 es gibt in deutschland zu viele die sich an anderen bereichern wollen.
entweder sind die seen in privatbesitz ,oder sie sind von gierigen angepachtet,die nur ihre vorteile daraus ziehen wollen.
da lob ich mir die hollaender.
buddy
Antwort von rainer am 17.09.2004 - 21:28 was das soll habe ich mich auch schon öffters gefragt besonders deshalb weil an jedem see ein angelverein ist. daraus schliesse ich, das man die Fische lieber tot als lebendig sieht. oder haben die angler die grössere lobby ???
und buddy hat recht, in NL habe ich noch nie fürs
tauchen bezahlen müssen.
rainer
Antwort von Sung am 18.09.2004 - 18:10 Leider sind wir Deutsche einfach zu blöde dazu, so etwas Geniales wie die A-Dive Card zu verwirklichen Lieber zahlen wir 11,- EUR um einen Tag lang in einem trüben Tümpel zu tauchen, als 11,- um 1 Jahr lang in herrlich klaren Bergseen zu tauchen. Gerade bei uns in Oberbayern wurden sämtliche taucherisch geeignete Seen mit Tauchverboten belegt. Und das obwohl viele dieser Seen im Kommunalen Besitz sind. Was würde dagegen sprechen für eine Jährliche Gebüher diese Seen freizugeben. Für Badegäste sind diese Seen frei (Sonnenmilch und mal kräfitg Pipi machen incl.). In der Moorbrühe Chiemsee dagegen kann man noch tauchen. Natürlich nur an den öffentlichen Badestränden
Aber wenns schon mit der Deutschen Maut nicht klappt, warum solls dann mit dem tauchen klappen..
Antwort von Ottonormaltaucher am 19.09.2004 - 11:14 @Rainer
dann tauchst Du in anderen Niederlande, in den richtigen gibt es genau wie in Deutschland viele Seen mit Tauchgebühren. "Buddy" hat nur von Holland geschrieben, da muss tatsächlich für`s tauchen im Meer seit einige Zeit nicht mehr gezahlt werden- so wie es an der deutschen Nord- oder Ostsee schon immer war.....
Antwort von pulleweg am 22.09.2004 - 14:50 vergesst deutschland, die meere sind riesig, 12 meilen vor der küste hört deutschland auf, da fängt die freiheit an. lasst die bürokraten an ihren schlammlöchern verrecken
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