Tiefenrausch - Vorbeugen? Abgesandt von Thomas7773 am 02.09.2007 - 21:36:
Hallo,
vor einigen Wochen habe ich mal einen TG auf 40m gemacht und hatte nen ziemlichen Tiefenrausch. Heute waren wir auf 27m. Dort habe ich schon erste Symptome verspürt, nicht wirklich schlimm, aber immerhin.
Da mich das ganze schon etwas nervt, wollte ich mal fragen ob es Möglichkeiten gibt, dem Tiefenrausch vorzubeugen?
Grüße,
Thomas
Antwort von Stephan K. am 02.09.2007 - 21:46 Vorbeugen nicht direkt, ist halt Tagesformabhängig.
Aber du kannst diverse Parameter etwas optimieren.
Genug Schlaf und genug getrunken, sowie entspannt sein können das Ganze VIELLEICHT positiv beeinflussen.
Oder anders gesagt gibt es mehrere Faktoren die dich Tiefenrausch anfälliger machen können.
Wie Medikamente, Alkohol, zuwenig Schlaf, Kälte, Drogen, Stress.....
Auch kann man sich ein klein wenig daran gewöhnen.
Aber dennoch kann es dich immer und jederzeit auf unterschiedlichen Tiefen erwischen.
Tagesformabhängig!!
Antwort von kwm am 02.09.2007 - 21:54 Stephan war einfach schneller. Dem ist nichts mehr hinzu zufügen.
Rauschfreie TG wünscht,
Klaus
Antwort von D-32 am 02.09.2007 - 21:58 Auf 27 m ist ungewöhnlich!
Listenergänzung der Kausalität: Anstrengung durch z. B. Gegenströmung
Man kann Resistenz in Grenzen trainieren, klappt aber nicht bei jedem. Ich kenne eine liebe Buddyeuse, bei der auch nach vielen TG am Stück bei 40 +/- 2 m Schluss ist. 50 m geht gar nicht.
Antwort von Andreas am 02.09.2007 - 22:20 Hallo Thomas,
im Magazin DiveInside gab es vor 2 Monaten einen Artikel zum Thema Tiefenrausch. Du kannst ihn auf der Archivseite von DiveInside herunterladen: Hier klicken
Gut Luft,
Andreas
Antwort von Doris am 03.09.2007 - 08:26 Psychische Faktoren können ebenfalls den Beginn eines Tiefenrausches beschleunigen, genau wie kaltes Wasser und/oder Dunkelheit. Außerdem kann mangelnde Übung ein Grund sein.
Antwort von Kölle Alaaf am 03.09.2007 - 10:31 ... und vor allem nicht "zu tief" tauchen. Das gilt insbesondere bei erkannter "Vorbelastung". Was "zu tief" ist, kann dabei nur individuell (s.o.) bewertet werden. Und auch eine gute Abstimmung mit dem Buddie ist unerläßlich, damit es kein böses Erwachen gibt. Eine Anfälligkeit für einen Tiefenrausch ist keine Krankheit, der man sich schämen muss - unnötig erhöhte Risiken eingehen, halte ich nicht für "notwendig"! Die meisten Destinationen bieten auch tolle Tauchgänge um die 20 Meter ...
@ D-32: Bei 50 m sollten dann aber schon markante "Ausfallerscheinungen" da sein - unabhängig davon, ob man sie selber "merkt" oder nicht. Hier empfiehlt sich mal eine "Tiefenfahrt" in einer Deko-Kammer.
Antwort von Christian_J am 03.09.2007 - 11:08 Hallo Kölle Alaaf,
warum sollen bei 50m "Ausfallerscheinungen" auftreten? Klar denkt man etwas langsamer, sujektiv müssen aber nicht zwingend Tiefenrauschsymptome wahrgenommen werden. Auch trainierte Abläufe können noch ganz gut funktionieren.
Grüße, Christian
Antwort von Thomas7773 am 03.09.2007 - 11:12 Das ist für mich sicher kein Grund Risiken einzugehen. Die Syptome auf 27m waren auch nur ganz leicht, aber ich habe sie halt schon wahrgenommen. Es ist halt schon etwas nervig, wenn man bei 30m Schluss machen muss, zumal hier einige Tauchplätze sind, die noch etwas tiefer sind.
Man muss allerdings dazu sagen, dass die 27m unter erschwerten Bedingungen waren (dunkel + kalt + schlechte Sicht).
Bringt es wohl etwas immer wieder an die Grenzen (bis erste Symptome verspürt werden) zu tauchen und so einen gewissen Gewöhnungseffekt herbeizurufen?
Antwort von Eric Schlicker am 03.09.2007 - 12:27 Hallo Thomas,
du könntest natürlich auch ein anderes Atemgas (Nitrox oder Trimix) verwenden, welches eine geringeren Stickstoffanteil hat.
Ciao
Eric
Antwort von schaumalwerdataucht am 03.09.2007 - 12:47 @ Eric: wobei es eigentlich keine schlüssigen Untersuchungen gibt, daß der Tiefenrausch bei z.B. Nitrox weniger ist.
Die Meinung das Tiefenrausch erst am 30 m anfangen muß ist falsch, ich habe auch schon Berichte gelesen in denen ab 24m vom Tiefenrausch gesprochen wurde, nur ab 30m kommt er am Häufigsten vor!
Gruß
SMWDT
Antwort von Telemar-king am 03.09.2007 - 13:40 @Thomas7773, beschreib doch mal, wie sich Dein ziemlicher Tiefenrausch auf 40 Meter bemerkbar gemacht hat?!
Antwort von Gast 75 am 03.09.2007 - 15:43 Ich denke viel interessanter wäre es zu wissen, welche Symtome auf 27m, bei Dunkelheit, Kälte und schlechte Sicht wahrgenommen wurden
Antwort von Telemar-king am 03.09.2007 - 18:14 "Fritzilein, sag mal `nen Satz mit Tiefenrausch und Vorbeugen."
"Manchmal hab` ich `nen tiefen Rausch und muss mich vorbeugen. Sonst ich mir auf die Schuhe."
So bin ich halt: nicht reinen Gewissens.
Antwort von Thomas7773 am 03.09.2007 - 18:28 @Telemar-king
Der Tiefenrausch auf 40m hat sich dadurch geäußert, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Ich habe meinem Buddy aber noch anzeigen können, dass wir etwas hoch gehen. Er hat mich auch nach meinen Finistand gefragt. Ich habe abgelesen, wusste dann aber nicht mehr was drauf stand...
Auf ca. 30m war dann alles OK.
@Gast75
Bei dem besagten TG auf 27m habe ich leichten Schwindel verspürt und konnte nicht mehr ganz klar sehen. Als wir ein paar Meter rauf gegangen sind, war wieder alles OK.
Wie gesagt, es war stockdunkel und wir hatten ca. 8 Grad.
Antwort von Gast 75 am 04.09.2007 - 08:29 Bei deinem TG auf 40 m würde ich tatsächlich einen „Tiefenrausch“ vermuten.
Bei dem TG auf 27m würde ich allerdings eher auf „Drehschwindel“ tippen.
Gerade in kalten Gewässern, mit schlechter Sicht kommt es häufig auch zu Drehschwindel-Erscheinungen.
Fehlende visuelle Bezugspunkte, unterschiedliche Druck- und Temperaturverhältnisse in den Ohren beim Abtauchen tragen das Nötige dazu bei.
Beim Auftauchen relativieren sich diese Größen (abnehmender Druck, wärmeres Wasser und bessere Sicht), die Symptome verschwinden.
Also alles verhält sich ähnlich wie bei einem Tiefenrausch, nur das dieses „Gefühl“ nicht durch eine erhöhte Stickstoffkonzentration ausgelöst wird, sondern durch unser Gleichgewichtsorgan. Beides jedoch gleichermaßen unangenehm.
Beobachte dich bei einem deiner nächsten TG´s mit besseren Umgebungsbedingungen, also bessere Sicht und wärmeres Wasser (was allerdings in unseren Breiten oftmals schwierig ist). Sollten dann die Symptome nicht oder vermindert auftreten, dann kennst Du die Ursache und kannst/solltes diese Tatsache, nämlich Schwindelanfälligkeit, mit in deine nächsten Tauchgangsplanung einbeziehen.
Allzeit gut Luft
Antwort von Schaffel am 04.09.2007 - 12:13 Dem hier gesagten ist nicht viel mehr hinzuzufügen, nur noch eine Anmerkung:
Wenn man bei einem Tauchgang geradezu auf einen Tiefenrausch wartet und sich ständig hinterfragt, ob er jetzt kommt oder nicht, wird man wohl schon auf 27 mtr. Symptome bemerken, da spielt das Unterbewusstsein dann auch seine Rolle....
LG Schaffel
Antwort von MadShark am 10.09.2007 - 19:20 Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass die Anfälligkeit für einen Tiefenrausch tatsächlich Tagesformabhängig ist.
Vor einigen Wochen hatte ich auf 38m erhebliche Ausfallerschenungen, letztes Wochenende war ich auf 45m und hatte keinerlei Probleme.
Antwort von Blaupunktrochen am 11.09.2007 - 11:03 Hier mal einen Ansatz für Conputerfreaks :
Wir haben da zwischen den Ohren einen mittelmäßigen Computer. Dort läuft das Betriebssystem Brain_1.0. Wenn wir ins Wasser steigen starten wir das Programm "Tauchgang" mit vielen Subroutinen "Atmen, Tarierung, Orientierung, Kommunikation, Foto, ..." Bei zunehmender Tiefe läuft der Stickstoff ins Hirn und reduziert den Systemtakt. Wenn die Menge der zu verarbeitenden Information gleich bleibt, steigt damit die CPU-Last.
Der Tiefenrausch beginnt, wenn die CPU-Last 100% erreicht.
Es passiert folgendes:
Beim Rechner werden Interrupts später bearbeitet, die Maus bleibt z.B. hängen. Beim Tg entspricht das einer verzögerter Wahrnehmung, kein Zeitgefühl, Tunnelblick...
Im Extremfall fallen manche Programme ganz aus oder der Rechner reagiert auf nix mehr. Der Taucher antwortet nicht mehr auf Handzeichen oder verliert das Bewusstsein.
Zur Frage der Vorbeugung:
Ziel ist eine Reduktion der CPU-Last....
1.) Fitness! Je fitter, desto schneller der Systemtakt.
2.) Selbstkontrolle (CPU-Auslastung messen) und gegebenenfalls bestimmte Subroutinen beenden. D.h. lieber Fotos weglassen als z.B. Tarierung vergessen.
Selbstkontrolle benötigt die Erfahrung der eigenen Reaktion auf Stickstoff d.h. Tieftaucherfahrung !.
3.) Erfahrung sammeln, d.h. die tauchspezifischen Unterprogramme effektiv gestalten, daß sie möglichst wenig CPU-Zeit beanspruchen. Die wichtigsten Prozesse wie Atemtechnik, Tarierung sollten ins Betriebssytem ausgelagert werden (Update auf Brain_1.1 dann fällt der Overhead der Prozesskontrolle schon mal weg, d.h. es läuft automatisch ohne daß man darüber nachdenken muß.
Die Toleranzschwelle steigt also mit der Taucherfahrung und der Fitness.
Unabhängig davon gibt es aber wohl auch einen Tiefenrausch, bei denen der Stickstoff direkt die Sinnesorgane beeinflusst und zu Halluzinationen führt (Sternchen oder bunte Schnecken auf XX Meter). Da hat wohl jeder eine persönliche Toleranzschwelle, die sich wahrscheinlich nur unwesentlich reduzieren läßt. Da hilft nur eins: Ausprobieren -mit erfahrenem Buddy natürlich- um die Symptome bzw. die eigenen Grenzen kennenzulernen (s. Punkt 2)
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