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Tiefenrausch wie wirkt er ?

Wer kann mir,eine WWW Adresse(Vorlagen) nennen wo ich mehr Info über Tiefenrausch erfahre.
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27.10.2001 19:02
Hallo Jürgen,

zB Taucher.Net ) - hab Dir ein bisschen was zusammengeschrieben, wenn du mehr wissen willst melde dich:

Stickstoff wirkt ab ca. 3 Bar pN2, also ca. 30 mt merkbar auf das Zentrale Nervensystem ein. Dabei verhält sich Stickstoff ähnlich wie andere Inertgase (Argon, Neon, Krypton). Je fettlöslicher ein Inertgas ist, desto größer ist die Wirkung auf das Zentrale Nervensystem durch Einlagerung in die fetthaltigen Zellen des Nervensystems.

Wahrscheinlich wird über Membranpotentialänderung an den Synapsen des ZNS die Übertragung von Botenstoffen verzögert oder sogar blockiert --> Wirkung ähnlich / gleich narkotischer Stoffe - es wird eine euphorische Stimmung, dadurch Verlust von Selbstkontrolle, ausgelöst.

Durch Stickstoffanreicherungen im ZNS kommt es zu Übertragungsstörungen der Nervenimpulse. Die Informationsübertragung von einer Nervenzelle zur nächsten erfolgt über elektrische Impulse. Die Impulse werden dabei von der Nervenzelle über das Axon (zentraler Strang einer Nervenfaser), welches die Funktion einer Signalleitung übernimmt, an den Signalempfänger weitergeleitet. Die Übertragung des Impulses an die nächste Nervenzelle erfolgt über Synapsen (Verbindung zwischen Zellen zur Reizübertragung). Synapsen sind kleine, kugelförmige Aufschwellungen am Ende des Axons. Zwischen der Synapse und der nachgeschalteten Zelle befindet sich ein 0,2 Millionstel Millimeter breiter Spalt, der sog. synaptische Spalt. Ein aus dem Axon kommender Stromimpuls führt in der Synapse zu einer Ausschüttung von Übertragerstoffen, den Transmittern, in den synaptischen Spalt hinein. Diese erzeugen in der Empfängerzelle über die Öffnung von Ionenkanälen eine Spannungsänderung an der Zellmembran, und das Signal wird wiederum als Stromimpuls (Erregung) weitergeleitet.

Die fetthaltigen Nervenmembranen sind nun der Angriffspunkt der Inertgase. In Folge der Stickstoffanreicherung kommt es zu einer Dehnung der Zellmembranen und zu einer Erweiterung der Ionenkanäle. Durch die Erweiterung wird eine Auslösung von Nervenimpulsen verursacht, auch wenn tatsächlich keine Reizung vorliegt. Überschreitet die Zellmembran das sog. kritische Volumen, stehen nicht mehr genügend Ionen für einen normalen Reizaufbau zur Verfügung und die Reizweiterleitung bricht zusammen.

Verstärkt wird die Wirkung durch alle Einflüsse auf das ZNS. Also Alkohol, Psychopharmaka, Schlafmittel, aber auch Unterkühlung und Stress etc. wirken sich positiv auf das Auftreten von Stickstoffnarkose aus.

CO2 Aufbau im Körper (falsche Atemtechnik; Überanstrengung) und die dadurch bedingte Atemnot (Essouflement) leistet auch Vorschub zu weiteren ZNS Reizungen. Dies bedingt (Stress) eine weitere Belastung des ZNS und beschleunigt / verstärkt dadurch die Stickstoffnarkose.

Der menschliche Körper verhält sich bei wiederholter Exposition meistens adaptiv. D.h. Taucher die regelmäßig in Tiefen über 30 mt tauchen, können die Anfälligkeit für Stickstoffnarkose mindern bzw. die Grenzen weiter nach unten schieben. Aber durch eine Tauchpause von bereits einigen Tagen wird dieser Effekt wieder deutlich vermindert.

Im übrigen ist davon auszugehen, dass auch Sauerstoff - O2 - narkotisches Potential hat. Der Mechanismus der O2 Narkose ist allerdings nicht im Detail erforscht. Da aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von Narkosepotential auszugehen ist, werden Mischgase und deren "Narkosetiefe" incl. dem Sauerstoffanteil gerechnet.

Der "Tiefenrausch" selbst ist völlig ohne Nachwirkung und verschwindet meist sofort nach Verringerung der Tauchtiefe. D.h. auftauchen in geringere Tiefen vermindert den Tiefenrausch sofort.
28.10.2001 19:15
Der Tiefenrausch kommt wie ich selber feststellen mußte in meinem Fall bereits auf

24 Meter und verschwand auf 15Meter.

Ich bin auch heute noch meinem Buddy (Ralle vom Muk`s Taucherland in Oelde) dankbar das er sofort reagiert hat und mich aus dieser Lage befreit hat.

Die Ursache war wie ich glaube 14 Std. Autofahren am Vortag.

28.10.2001 19:22
Ja Franz, auch das ist möglich - je nach Tagesverfassung und individueller Disposition kann die "Grenze" bereits weit vor 30 mt beginnen (Schlafmangel oder Überanstrengung fördern die Auswirkung der Narkose - wie in deinem Fall). Die im obigen Artikel angegebenen Werte sind allgemeine Durchschnittswerte.
29.10.2001 07:56
Ich kann Herbert nur beistimmen. Ein Tiefenrausch ist bereits ab 30 m möglich und tritt z.B. auch bei einem kalten Gewässer eher auf, oder weil ein Taucher noch nicht so viele TG gemacht hat (Erfahrung) usw. Aber auch die körperliche und geistige Verfassung ist ein großer Faktor.

Die Ursache meines ersten (verfrühten) Tiefenrausches war die Angst und der Respekt vor den 40 m die wir vorhatten. Im Rausch hatte ich dann einen Röhrenblick und sah immer so ein ruckelndes Bild beim schnellen umsehen. Sonst war nichts, meine Reaktion war auch o.k.

Alles im allem ist der Tiefenrausch eine Erfahrung, die jeder einmal machen sollten und mit einem sehr gut ausgebildetem Buddy (ich hatte einen TL**) sicher auch kein Problem.
29.10.2001 08:01
Es gab einen Test, da hat man 2 Teams Schach gegeneinander spielen lassen. Eines bei 12m!!!!! ind er Druckkammer, eines ausserhalb.
Dann wurden die teams getauscht. Es gewann IMMER das Team ausserhalb !
Subjektiv fuehlten sich die Leute in der Kammer nicht beinflusst.
29.10.2001 11:30
Ich hatte auch schon ein Tiefenrausch auf 29 m Tiefe.Er war sehr unangenehm und nicht , wie in vielen Fällen berauschend.Ich hatte total Angst um meine Ausrüstung.Ich bildete mir ein , gleich explodiert( oder implodiert )mein PTG.Bei der 20 m Marke verschwanden die Symtome und ich fühlte mich sicherer.Die Erfahrung sollte man/frau machen ,aber ich wünsche sie keinem.
29.10.2001 15:53
Zu beachten sei auch, dass der Tiefenrausch nicht unbedingt in der Tiefe eintreten muss, er kann sich auch beim Aufstieg aus grösseren Tiefen bemerkbar machen. Behandeln sollte man es dann aber wie weiter oben beschrieben
04.11.2001 01:09
Frage nach bei HYPERmed Jena. An einem der nächsten Wochenenden findet eine Tauchsimulation in der Druckkammer bis 50 m statt. Da kann man ausprobieren, wann der Tiefenrausch einsetzt.
Fragen? -->HYPERmed Jena - Zentrum für Überdruckmedizin. eMail: hypermed@t-online.de
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