Trommelfellveränderung Abgesandt von Berti am 24.04.2001 :
Für meinen Tauchkurs habe ich nun die notwendige Tauchtauglichkeitsuntersuchung machen lassen.
Dabei ist dem Arzt eine sog. kalknarbige Trommelfellveränderung aufgefallen. Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es unter diesen Umständen nicht so ratsam wäre, zu tauchen, da man dadurch den Orientierungssinn verlieren kann.
Mein Hausarzt meinte daraufhin, dass ich das Tauchen unter besonderer Vorsicht versuchen sollte, allerdings den jeweiligen Buddy über evtl. Probleme im voraus aufklären solle und darauf achten solle, dass der Druckausgleich vernünftig funktioniert. (Der klappt bisher auch reibungslos, war allerdings auch bisher nur im Schwimmbad.)
Jetzt zu meiner Frage:
Hat jemand Erfahrung mit solchen Dingen und taucht evtl. trotzdem? Sollte ich das Tauchen nun wieder drangeben?
Ich bin nun ein wenig verunsichert, möchte aber halt gern Tauchen
Antwort von wrack-uli am 24.04.2001 Da haben wir wieder das Problem, genau wissen es nicht einmal die Ärzte. Woher auch. Es läuft immer aufs probieren raus. Meiner nicht medizinischen Meinung nach, ölig halten, nicht austrocknen lassen und wirklich langsam abtauchen, laufend den Druckausgleich versuchen, nicht erzwingen.
Antwort von alfredo am 25.04.2001 Hallo Berti, ist dein Hausarzt auf Tauchmedizin spezialisiert? Wenn nicht, such dir doch mal unter www.gtuem.org einen Taucherarzt in deiner Nähe und schildere ihm das Problem. Da diese Frage entscheidend dafür ist, ob du überhaupt mit der Taucherei anfangen kannst oder nicht, sollte dir eine kompetente Klärung die paar Mark zusätzlich wert sein!
Antwort von Berti am 25.04.2001 Auf Tauchmedizin spezialisiert ist er wohl nicht, der Vorteil ist allerdings, dass er selbst taucht.
Der HNO-Arzt hat aber wohl keine Ahnung vom Tauchen. Der wusste nicht einmal, dass man min. zu zweit taucht.
Nur wenn ich sehe, was andere Mediziner laut gtuem.de alles mit einem anstellen, sollte ich mir das wirklich überlegen dort mal hinzugehen.
Danke für den Tipp. Weitere Tipps nehme ich auch noch gern entgegen.
Antwort von alfredo am 25.04.2001 Berti, du musst ja nicht unbedingt nochmal eine komplette TTU machen. Such dir einfach einen HNO-Arzt, der sich tauchmedizinisch weitergebildet hat. Ansonsten: mir kommt die Aussage deines Arztes etwas seltsam vor, so wie du das beschrieben hast. Zu einer Störung des Gleichgewichtssinnes kommt es m.W. nur, wenn entweder der Druckausgleich auf einem Ohr nicht funktioniert (dann meist beim auftauchen!) bzw. wenn das Trommelfell reißt. Gefährlich ist vor allem letzteres. Allerdings kann es nach meinem laienhaften Wissen nicht einfach so zu einem Riss kommen. Das TF reisst unter Druck und der macht sich in Form von Schmerzen bemerkbar, wenn der Ausgleich nicht funktioniert. Ich meine, für deine Entscheidung wäre es auch ganz wichtig, dass man dir erklärt, worin das Risiko besteht, so dass du dann abschätzen kannst (und auch deinem Buddy erklären!!!), ob es für dich tragbar ist.
Antwort von Berti am 25.04.2001 Vielleicht habe ich das auch nicht ganz richtig beschrieben.
Dadurch, dass das Trommelfell vernarbt ist, könnte es eher Risse bekommen als ein ganz gesundes und dann würden diese Orientierungsstörungen auftreten. Das kann sein, muß aber nicht. Der Arzt sprach auch davon, dass das beim Auftauchen passieren kann. Aber wie hoch die Gefahr ist, sagt einem ja keiner so richtig.
Da meinte der Hausarzt halt, dass das Problem jederzeit auftreten kann, aber es könnte auch sein, dass es niemals auftritt. Und die Tauchtauglichkeitsbescheinigung hat er mir ja auch ausgestellt. Nur ich weiß halt nicht, ob es Sinn macht, sich da nochmals abzusichern oder wie auch immer ... (Ist halt sehr schwer zu entscheiden)
Antwort von alfredo am 25.04.2001 Wie ich mir dachte
Zu dem Thema Druckprobleme beim auftauchen kann ich dir ein Lied singen. Aus meiner leidvollen Erfahrung soviel: wenn deine Ohren sonst in Ordnung sind (keine Entzündung, Schnupfen usw.) und der Druckausgleich beim abtauchen problemlos geht (also LEICHT und nicht wie beim Tubaspieler einer Blaskapelle) passiert auch beim auftauchen nichts. Ich habe die Probleme manchmal, wenn ich mir auf dem Weg nach unten schon schwer tue. Aber auch hier gilt: erst kommt Schwindel, dann Schmerzen und nur, wenn du darauf nicht richtig reagierst (wieder tiefer gehen, langsam aufsteigen), kommt es zu Rissen. Auch ein vernarbtes TF sollte eigentlich nicht spontan reißen. Was für deinen Fall bedeutet, dass du einfach die Warnsignale nicht ignorieren darfst (was eigentlich für jeden gilt) und im Zweifel bei Druckausgleichsproblemen auf den TG verzichten solltest. Und lass dir Tipps geben, wie du die Ohren vor Entzündungen schützen kannst (gerade bei Tauchurlauben, da gibt es aber weiter unten eine entsprechende Diskussion)
Antwort von Berti am 25.04.2001 Die Diskussion habe ich gespannt verfolgt, wie du dir sicherlich denken kannst.
Ich denke genauso werde ich das machen.
Erstmal vielen Dank. Hast mich doch sehr beruhigt.
Antwort von alfredo am 25.04.2001 ...ach ja, fällt mir gerade noch was ein zu dem Thema: In einem uralten Schmöker beschreibt Hans Hass (kennst du doch hoffentlich?) seine ersten Unterwasser-Erlebnisse in der Karibik (noch ohne Tauchgerät) 1939. Dabei ist ihm das Trommelfell gerissen (was logischerweise nach dem Abheilen eine Narbe hinterlassen haben muss). Das hat ihn aber offensichtlich die nächsten 50 Jahre nicht am Tauchen gehindert...
Antwort von Berti am 25.04.2001 Nee, den kenn ich noch nicht.
Aber das kommt sicher alles noch.
Und wenn der das 50 Jahre gemacht hat, dann werd ich das wohl auch hinbekommen.
Vielen Dank für`s Mutzusprechen Ich werde hier dann mal berichten, wie es mir ergangen ist.
Antwort von Jörg am 26.04.2001 Der Meinung von Afredo kann ich mich nicht ganz anschliessen.
Ich komme absolut problemlos runter und als Druckausgleich reicht bei mir gelegentliches Schlucken aus. An die Nase fassen kenne ich gar nicht Beim Auftauchen gibt es aber dann Schwierigkeiten.
Die Luft will nicht wieder raus, es kommen Schmerzen im linken Ohr und in der linken Nebenhöhle dazu.
Wenn selbst Warten auf einer bestimmten Tiefe nichts hilft, steige ich auf und nach ca. 10-20 min. entweicht die Luft mit einem quietschenden Geräusch und die Schmerzen, die bis dahin angedauert haben, sind sofort verschwunden und treten bis zum nächsten TG auch nicht mehr auf.
Muss aber nicht unbedingt mit den Vernarbungen bei Dir Berti zu tun haben.
Antwort von Trollo am 11.05.2001 Geht mir gelegentlich genauso wie Jörg: keinerlei Druckausgleichsprobleme beim Abtauchen, Druckausgleich funktioniert einwandfrei durch einfaches Schlucken, trotzdem Umkehrblockierung beim Auftauchen. Weil`s wirklich weh tut, geht man dann schon von ganz allein gaaaanz langsam nach oben
Bei mir liegt es an sehr engen Tuben, die gelegentlich einem zweiten TG am Tage nicht gewachsen sind.
Antwort von Berti am 11.05.2001 Wir waren jetzt das erste Mal im See. Ich hatte keinerlei Druckausgleichsprobleme bis 10 Meter. Hat alle gut geklappt. Ich hab meine Ohren trocken gehalten, ne Mütze aufgesetzt und alles war prima.
Ach und noch was: TAUCHEN IST GEIL
Antwort von Dea am 11.05.2001 Ich gehöre auch zu den "ohrengeschädigten" Tauchern: zum einen habe ich viel zu enge Tuben, zum anderen auch noch ein total vernarbtes Trommelfell auf der linken Seite.
Beim Abtauchen habe auch ich keinerlei Probleme, nur das Auftauchen ist teilweise verdammt schmerzhaft gewesen. Auch ein zweiter TG am Tag war fast nie möglich.
Ich habe aber zum Glück einen HNO gefunden, der zum einen auf Tauchmedizin spezialisiert ist und außerdem selber Taucher ist (echt klasse Mischung!!) Er hat mir die ganze Geschichte haarklein erklärt und mir ein paar Tropfen für die Ohren gemischt. Eigentlich sind die nur dazu da, eventuellen Entzündungen vorzubeugen, haben aber durch den hohen Anteil an Glyzerin den angenehmen Nebeneffekt, dass Trommelfell geschmeidig zu halten. Außerdem hat er mir geraten, keine TG in "große Tiefen" zu unternehmen (jenseits der 30 m Grenze). Seitdem ich das einhalte sind meine Schwierigkeiten fast veschwunden - sogar mein Non-Limit-Tauchen auf den Malediven hat funktioniert.
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