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Übelkeit und Kopfschmerzen
Abgesandt von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 11:28:

Hallo, ich habe ein kleines Problem. Seit ca. 1 Jahr bekomme ich nach dem Auftauchen sofort Kopfschmerzen und mir wird total übel. Dieses Phänomen trat von einem Tauchgang zum anderen auf. Unter Wasser geht es mir bombastisch, keinerlei Probleme. Auch halte ich mich an die vom Aladin vorgebene Auftauchgeschwindigkeit und evtl. Sicherheitsstops. Sobald ich meinen Kopf über Wasser habe, geht es sofort los. Es hilft dann nur noch schlafen. Ich war auch schon bei meinem HNO-Arzt, der nichts feststellen konnten. Anders atmen als vor diesen "Attacken" tue ich auch nicht, mein Luftverbrauch ist gleich geblieben. Allerdings treten diese Beschwerden nur auf, wenn ich "tiefere" Tauchgänge ab 15 Meter mache. Bis 10 Meter ist auch alles okay. Ein Tauchfreund gab mir den Tip, vor dem Tauchen eine Aspirin zu nehmen, das würde das Blut verdünnen und angeblich helfen. Weiß einer von Euch, voran das mit meiner Übelkeit und meinen Kopfschmerzen liegen kann und was ich vorbeugend machen kann?



Antwort von chris am 28.02.2003 - 11:50
moeglicherweise eine PFO...lass dich mal beim arzt untersuchen...und schmeiss den aladin fort, mach nen nitroxkurs und tauche nur noch damit...bis 30m bist du damit am besten bedient...und wenn du nass tauchst: kauf dir nen trocki...
Antwort von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 12:02
Hallo chris, was ist eine PFO?
Antwort von chris am 28.02.2003 - 12:25
patent foramen ovale...ein offenes loch in der herzscheidewand zw. linkem und rechtem vorhof, bis zur geburt normal, sollte sich danach eigentlich schliessen, bei 10-30% der lebenden menschen bleibt es offen...bleibt simptomlos bis auf einigen wenigen ausnahmen, eines davon ist tauchen...kurzum, wenn jemand sowas hat, und taucht, koennen microbubbles -die sonst im lungenfilter (alveolen) stecken bleiben wuerden- die PFO passieren und dadurch im arteriellen kreislauf geraten. somit sind sie auf dem weg dem jenigen eine arterelle gasembolie zu verpassen, welche vom kopfschmerzen ueber laehmungserscheinungen, bis zum tod die ganze palette der DCS typ II haben kann.
Antwort von Ralph am 28.02.2003 - 12:47
Hi Chris-

Ich halte es für ziemlich "gewagt" von diesen Symptomen auf ein PFO zu schließen (ist als Ursache natürlich nicht auszuschließen).
Meine Vermutung wäre eher ein Barotrauma in den Kopfhöhlen. Hattest du den Eindruck, dass die Untersuchung gut war? Vielleicht solltest du noch einmal bei einem anderen HNO (optimal wäre wenn er selber taucht) vorsprechen.

Gruß,
Ralph
Antwort von chris am 28.02.2003 - 13:01
was ist daran gewagt, auf ner pfo zu schliessen? barotraumen der kopfhoehlen die ueber ein ganzes jahr auftreten ist wohl nicht gewagt? ausserdem wuerden solche barotraumen auch beim abtauchen schmewrzen....
Antwort von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 13:16
He Jungs, nícht "zanken". Ich bin für jeden Hinweis dankbar. Frage zu der PFO: wenn sie von Geburt an da ist, warum bekam ich dann erst nach 38 Tauchgängen diese Probleme und vorher nicht?
Gruß Hollandgrobi (Heike)
Antwort von Soni am 28.02.2003 - 13:31
@Heike,

welche "Sicherheitsstopps" zeigt dein Aladin (welcher?) eigentlich an?
Gib uns doch mal `ne Kostprobe eines deiner typischen Tauchprofile (Tiefe, Grundzeit, Deko), bei denen sich die Symptome zeigen.

Wenn sich die Symptome "direkt", unmittelbar nach dem Auftauchen zeigen, ist (relativ zur Tauchzeit) eine DCS 2 (begründet durch PFO) doch eher unwahrscheinlich. Dann vielleicht doch eher Barotrauma (?).

Die Microbubbles brauchen `ne Weile (nach dem Tauchen; relativ zur Tauchzeit), bis sie Symptome zeigen.
Antwort von Hagi am 28.02.2003 - 13:43
Hallo Heike!
Kommen die Kopfschmerzen bei jedem Tauchgang oder wirklich nur bei tieferen und vor allem kälteren Tauchgängen? Mit Trocki oder ohne? Und wie schnell gehen die Kopfschmerzen wieder weg? Mit oder ohne Medikamente?

Gruss, Hagi!
Antwort von Sierro am 28.02.2003 - 13:47
@Hollandgrobi
Kopfschmerzen und Übelkeit nach dem Tauchen, können viele Gründe haben.

1.) Luft sparen
2.) Atemwiederstand des LA
3.) Schlechte Luft, bzw. Wasser in der
Tauchflasche
4.) Sauerstoffmangel im Innenohr
5.) zu starke bzw. verspätete Valsalva
(Druckausgleich)
6.) Möglicherweise auch PFO

Ist aber sehr gewagt soetwas zu behaupten!

Gruß
Antwort von Sierro am 28.02.2003 - 14:07
7.)Zu enge Kopfhaube

Bist du Brillenträger?

Antwort von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 14:11
An Soni: bin jezt leider im Büro und kann nicht in mein Logbuch bzw. Aladin schauen. Aber ich erinnere mich ganz genau an einen Tauchgang auf den Malediven: Tauchzeit: 45min, max. Tiefe 22-25m, Durchschnittliche tiefe: 15 Meter, 3min auf 3 Meter Sicherheitsstop. Die Symptome traten wirklich unmittelbar nach dem Auftauchen auf. Also, Kopf aus dem Wasser, Atemregler aus dem Mund, Kopfschmerzen und Übelkeit waren da. Der Kopfschmerz ist übrigens ein pochender Schmerz im Bereich: hinter den Augen und Schläfen. Ich kann mich an diesen Tauchgang so besonders gut erinnern, da es der 1. war, nachdem diese Symptome aufgetreten sind. Typ meines Aladins: tja, da bin ich überfragt, ich weiß nur, dass er 4 Jahre alt ist.

An Hagi: die Kopfschmerzen und die Übelkeit treten wirklich nach jedem Tauchgang, der tiefer als 10-12 Meter ist, auf. Egal, ob Süßwasser, Salzwasser, warm oder kalt, Strand- oder Bootstauchgang, mit oder ohne Kopfhaube. Ich lege mich dann so schnell wie möglich ins Bett. Gott sei Dank habe ich einen lieben Buddy, der sich dann immer um mein Tauchgerödel kümmert und ich mich sofort ins Hotel begeben kann. Ich schlafe dann so 2-3 Stunden und wenn ich wach werde, geht es mir wieder super, als wenn nichts gewesen wäre. Manchmal habe ich schon gedacht, dass es eine Art von Migräneanfall ist, da ich dann auch sehr lichtempfindlich bin. Gibt es vielleicht eine Art von "Tauchermigräne"? Über Wasser leide ich allerdings nicht an Migräne.

an Sierro: vielen lieben Dank für die ganzen Tipps. Eins kann ich von Deinen Dingen ausschließen: schlechte Luft. Im Urlaub tauche ich ja immer mit Leihflaschen und die Luft ist ja überall anders. Mein Freund hat diese Beschwerden nicht, also kann es an der Luft nicht liegen. Wie kann den Sauerstoffmangel im Innenohr entstehen? Zu geringer Druckausgleich? Was kann denn der Atemwiderstand des LA damit zu tun haben?
Antwort von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 14:15
an Sierro: ja, ich bin Brillenträgerin. Und da ich sehr kurzsichtig bin, habe ich auch eine optische Tauchmaske. Allerdings keine "von der Stange", sondern eine, die entsprechend meinen Werten unter Berücksichtigung von Größe und Entfernung unter Wasser, vom Optiker angefertigt wurde. Ich war letztens noch beim Augenarzt. Meine Werte haben sich nicht verändert.
Ein Freund meinte letztens, es könnte evtl. auch an mangelnder Kondition liegen. Okay, ich rauche und kann keinen Marathon laufen, aber 45 min. auf dem Laufband im Fitness-Studio halte ich gut durch. Ich renne zwar nicht, aber ich "walke".
Antwort von Roger am 28.02.2003 - 14:20
Lichtempfindlich? Geh mal zum Augendoc und lasse den Augeninnendruck messen (bzw. mal ein Komplett-Check, schadet nie).

Dazu die Frage - Du gehst immer gleich Schlafen - schläfst Du da wirklich oder reicht es mit geschlossenen Augen zu ruhen (Betonung liegt hier auf geschlossene Augen!)

Gruss

Antwort von Sierro am 28.02.2003 - 14:24
@Hollandgrobi
Da sich deine Sehfähigkeiten nicht verändert haben, kann man ausschliesen das du deine Augen überanstrengst und dadurch du nur mit einem Auge schaust! Das wird dir selbst nicht bewußt und gibt auch Kopfschmerzen.

Das mit dem Atemwiderstand, wirkt sich ähnlich aus wie mit der Sparatmung.

Eine verspätete Valsalva kann zu kleinste Schädigungen im Innenohr führen. Wie Du ja weißt befindet sich im Innenohr unser Gleichgewichtsorgan. Da beim Tauchen und wir relativ schwerelos sind und unser Gleichgewichtsorgan die Schwerkraft fehlt, kann dies auch zum Schwindel führen.

gruß
Antwort von Hollandgrobi am 28.02.2003 - 14:53
an Roger: ob nur Ruhen reichen würde, kann ich nicht sagen, ich schlafe eigentlich dann immer sofort ein, naja, sofort, so 5-10 Minuten, dann bin ich im "Reich der Träume".
Das mit dem Augeninnendruck ist ein guter Tip. Da ich eh Dienstag einen Termin beim Augenarzt habe, werde ich ihn mal darauf ansprechen. Vielen lieben Dank.

an Sierro: ich habe bisher nur einen null acht fünfzehn Lungenautomat, will mir jetzt aber den Seemann Sub SL25/SL600 zulegen. Lt. der Zeitschrift tauchen soll man mit ihm super leicht atmen können. Leider liegt mein 1. Tauchgang in diesem Jahr noch einige Zeit entfernt, frühestens im Mai werde ich in "unseren" See in Krefeld springen und ihn testen können. Nein, ich bin kein Weichei, allerdings habe ich für kältere Gewässer nur einen 7mm Naßanzug. Und deshalb bekommt mich vor Mitte Mai niemand ins Wasser.
Antwort von ein taucher am 28.02.2003 - 16:13
Du kanst ja mal bei einem Deko-TG die Dekostops einfach mal verlängern. z.B. deibn Aladin Zeigt 3min auf 3m an. Dann geh her und mach mal auf 6m für eine Min einen stop und dann auf 3m mal so 5-6 min.kurz gesagt einfach mal eine Stufe tifer mit dem stopp anfangen und bei den Pflichttiefen längere Stops.
Hatte auch mit dem Aladin abund zu das Prob.
Antwort von Thomas am 28.02.2003 - 17:05
Hi,
ich halte ein offenes Foramen Ovale auch für eher unwahrscheinlich, das ist doch nur unter bestimmten, geänderten Druckbedingungen im Brustraum(zB. harter Druckausgleich) offen.
Die Übelkeit hört sich doch mehr nach Innenohr/ Gleichgewichtssinn an. Wie sieht es mit Übelkeit an Land aus, unabhänig vom Tauchen, sind dort alle Kopfbewegungen/Haltungen möglich ohne das Schwindel/Übelkeit auftritt?
Ein leichtes Barotrauma des Innenohres als Ursache finde ich garnicht so abwegig.
Ciao Thomas
Antwort von Lenz am 28.02.2003 - 19:40
bei mir ist das auch auf einmal aufgetreten.
seitdem habe ich zusätzlich zu der vorgeschriebenen deko bzw "nur" dem sichherheitsstop noch 2-3min (je nach tg) extra gemacht wobei ich keine probleme mehr habe.
allerding war das nur eine phase, denn jetzt kann ich wieder so tief und lange wie ich will und habe auch ohne extrastop keine probleme mehr.
Antwort von Soni am 01.03.2003 - 17:22
hast du schon mal daran gedacht DAN zu kontaktieren?
Antwort von sigi19 am 02.03.2003 - 18:43
Kopfschmerzen hatte ich früher auch fast jedesmal nach dem Tauchen. Das Problem habe ich nicht genau analysiert, habe dann aber die Ratschläge von meinem Tauchpartner befolgt und meine Tauchgewohnheiten umgestellt, und hatte anschließend keine Probleme:
1. Maske ganz locker (hatte die ziemlich festgeknallt)
2. Vor jedem Tauchgang Unmengen von Wasser trinken
3. Atemrythmus umgestellt (Sparatmung?)
4. Tauchprofil geändert (Dekostop tiefer beginnend und länger, als das der Computer anzeigt.
5. Lungenautomat gewechselt, da der Atemwiderstand hoch war.
Antwort von (;)-)JR am 03.03.2003 - 10:02
@Hollandgrobi

ich hab das auch ne Zeitlang gehabt.
Irgendwann nach meinem 100sten gings los jedesmal wenn ich unter 30m ging merkte ich schon beim auftauchen ab so 10-15m einen leichten Druck über den Schläfen.
Ich war dann bei einem der hochgelobten Ärzte der GTÜM, welcher dann meinte meine Kopfhaube wäre zu eng????? Und Padi (er sagte das mit deutscher Betonung) würde so etwas eh verbieten (er meinte tiefer als 30m)! Ich sollte laut seiner Meinung einfach nicht mehr tiefer als 30m tauchen.
Naja ne ziemliche Flasche der Typ.
Auf jeden Fall hab ich dann bei den nächsten TG immer ganz bewusst drauf geachtet wie ich atme.
Dabei hat sich herausgestellt das sobald ich unter 30m ging ich mir immer die Lungen vollgezogen habe (gefühlsmässig).
Ab dem nächsten TG hab ich dann sehr auf den Atemrythmus geachtet (einatmen, ausatmen, Pause usw.).
Seitdem habe ich soetwas nur noch wenn ich mich vor dem tauchen anstrenge bzw im Wasser nicht lange genug verschnaufe vorm abtauchen.
Das mit den längeren Dekostops ist glaube ich nicht für Deine Kopfschmerzen zuständig.
Ich mache grundsätzlich (und schon vor dem ersten Auftreten der Kopfschmerzen) meine Dekostops länger (ca.2/3 länger) und fange tiefer (je eine Stufe)an und ich hatte die Kopfschmerzen trotzdem.

@chris
bitte erläutere mir mal wie Deiner Meinung nach das PFO zu Kopfschmerzen führen soll.
Bis Du der Meinung das die übergetretenen Bläschen in den Adern bis ins Gehirn wandern?
Wenn das so wäre gäbe es m.E. einen Gehirnschlag (durch Gerinselbildung) und keine Kopfschmerzen.
Das ist aber MEINE Meinung und ich lasse mich gerne belehren.

gruss (;)-)JR
Antwort von Peter Pan am 03.03.2003 - 13:53
Ich stimme Chris zu.

(Vereinfacht)
- Jeder Tauchgang erzeugt Mikrobläschen im Venösen Blutkreislauf.
- Offenes Foramen Ovale (PFO = patentes foramen ovale = Loch in der Herzscheidewand, erlaubt den Übertritt venösen, blasenhaltigen Blutes in den arteriellen Kreislauf)
- kleine / wenige Blasen gelangen ins Gehirn, und verursachen Müdigkeit / Kopfschmerzen

und nun kann man an allen Parametern schrauben (Tiefe; Länge; Gemisch; Temperatur; Atemrhythmus; Erschöpfung; Körpergewicht; Alkohol; ……..), aber es gibt halt immer mehr oder weniger blasen.

Mein Rat: Nach PFO untersuchen und gegebenenfalls das Tauchen aufgeben.

Gruss Peter
Antwort von Hollandgrobi am 04.03.2003 - 11:00
An alle: vielen lieben Dank für Eure Ratschläge.

Gruß Heike (Hollandgrobi)
Antwort von Klaus am 06.03.2003 - 00:04
Neben allen hier bereits besprochenen möglichen Ursachen für Dein Problem, kann es aber auch am Rauchen liegen. Oder es ist eine Mischung von Ursachen.

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