Übergewicht "Konservativ" Tauchen Abgesandt von divelion am 09.10.2006 - 15:29:
Hallo zusammen,
habe eine Frage insbesondere an die etwas schwergewichtigeren unter Euch:
Habe im Augenblick noch einen BMI von 37, Tendenz zwar fallend, aber gaaanz mühsam. Am Freitag kommt noch das Belastungs-EKG, ansonsten ist alles o.k., einschl. Ultraschall Herzklappen und gut eingestelltem Bluthochdruck. Beim letzten Mal (für Tauchkurs) war Belastungs-EKG o.k. und ich gehe davon aus, dass sich in dem knapen Jahr nicht viel geändert hat. Mache zweimal die Woche problemlos das Flossen-/Konditionstraining im Verein mit und denke, dass ich nicht ganz unfit bin.
Nun habe ich den Tauchkurs; eine Menge über Stickstoffanreicherung und -abbau gelernt und weiß, dass ich aufgrund der unterschiedlichen Stickstofflöslichkeit im Fettgewebe vorsichtiger und "konservativer" tauchen muss, als die schlanken unter uns. Aber was bedeutet "konservativ"? Meinen Computer (Gecko) kann ich in drei Stufen einstellen, habe die konservativste Stufe eingestellt. Reicht das, oder sollte man die Sicherheitsstops sicherheitshalber noch etwas verlängern?
Hier im See dümpeln wir am Ende des Tauchgangs ohnehin noch eine Weile auf 6 - 3 m rum, aber da wir bald nach Ägypten fliegen, und ich aufgrund der noch nicht so vielen Tauchgänge mit Tauchguide tauchen muss (was mir zu Anfang auch ganz lieb ist), möchte ich ganz gern einen Anhaltspunkt haben, damit ich darauf aufmerksam machen kann, dass ich etwas länger zum Austauchen brauche.
Wie haltet Ihr das?
Viele Grüße
Divelion
Antwort von wrack-uli am 09.10.2006 - 15:41 die Einstellungen dürften reichen und immer noch mal 3 Minuten auf 3m, oder 3 Minuten auf 5m je nach Tauchplatz.
Wenn du dich da auch noch bewegst, kann fast nichts passieren.
Ich habe keinen BMI nur einfach 104kg und kein übriges Gewicht, alles fest angewachsen und noch nie, auch auf den berüchtigten Safaris Probleme.
Antwort von KarinM am 09.10.2006 - 16:12 Ich (BMI ???) mache immer einen Sicherheitsstop von 5 Minuten auf 5 Metern. So wurde mir das mal beigebracht und ich habe es als gut empfunden und beibehalten.
So hatte ich auch auf Safaris noch nie Probleme.
Antwort von michael59 am 09.10.2006 - 16:22 Hallo,
leider entsättigen die von uns teuer bezahlten Kalorienreserven nicht so schnell wie gut durchblutetes Muskelgewebe der übrigen Herkulestaucher ;) die sonst ihre grazil gestählten Körper in Neptuns Reich bewegen.
Deshalb ist es gut das du dir darüber vorher Gedanken machst.In Ägypten wirst du wohl bei deinem ersten Besuch nicht ausschließlich lang und tief tauchen. Das durch dich bisher praktizierte Ausdümpeln wird an dem ein oder anderen Tauchplatz auch möglich sein. Besprich mit deinem Buddy das ihr auf 3 bis 5 je nach Luft ein bischen länger bleibt und schaut euch noch ein bischen um ( mache ich wenn möglich immer) und tauche die letzten Meter möglichst langsam aus. Dann noch ein bischen mit den Füßen nach unten ausdümpeln und in aller Ruhe aus dem Wasser.
Neben der entsprechenden Entspannung hast du dann auch alles für eine gute Entsättigung getan.
Zwischen den TG möglichts ordentlich Wasser nachfüllen.
Übrigens weiss ich durch eine Weigt Watcher Tante das es bei denen auf Grund des hohen Kalorienverbrauches 6 Punkte fürs Tauchen gibt - da es Ägypten wärmer ist wirst du nicht so viel für deine Körpertemperatur verbrennen- aber die cance das BMI zu minimieren ist gut ( nur keine Zuckerkola )
Micha
Antwort von Doppeldreier am 09.10.2006 - 17:12 Fett speichert ungefähr 5x soviel N2 wie "normales" Gewebe. Entsprechend würde ich dann auch den Rechner einstellen. Wenn du eben ganz sicher gehen willst stell ihn auf Stufe 3 und fertig. Da du als Anfänger und bei deiner Körperfülle allerwahrscheinlichkeit nach eh mehr Luft verbrauchen wirst, wirst du die Nullzeit eh nicht ausreizen. Beim Aufstieg darauf achten das du nie mehr als 2 Balken auf der Anzeige hast und gut. Viel trinken, am besten Wasser und nur 2 Tauchgänge am Tag.
Gruß,
D3
Antwort von niemand bestimmtes am 09.10.2006 - 18:18 @michael59: Ich, nicht übergewichtig, habe übrigens auch die Erfahrung machen müssen, dass Tauchen wertvolle Energiereserven abbaut... ich habe bisher bei jedem Tauchurlaub >1kg (nachhaltig, nicht nur Wasser...) verloren, ohne das gewollt zu haben oder gebrauchen zu können. (Und nein, das Essen war wirklich gut...)
Antwort von wanna am 09.10.2006 - 22:38 Na Du hasts ja gut, ich, nicht schlank, nehme immer was zu, obwohl ich wegen der Wärme weniger esse (und keine Cola mag).
Danke für Eure Antworten. Das man beim Tauchen ein bisschen von den Kalorien verbrennt habe ich schon gemerkt Hatte aber vor dem Tauchkurs kräftig abgenommen und nun geht es leider alles nur noch sehr, sehr langsam.
Die Absprache mit meinem Buddy ist kein Problem, habe meine bessere Hälfte dabei und der muss halt mit dümpeln , aber ich denke, der Tauchguide wird ja nicht nur mich im Schlepptau haben. Na, werde ich jedenfalls vor Ort besprechen.
Die Nullzeiten will ich ohnehin nicht ausreizen. Habe mal nachgesehen, wie tief und lange die Tauchgänge meines Mannes dort beim letzten Mal waren. Die meisten bewegten sich zwischen 15 und 20 Meter und selten über 60 Minuten. Hier komme ich mit der 10er Flasche knapp 60 Minuten aus. Sind aber auch selten tiefer als 12 Meter, mehr gibt unser See kaum her, muss man schon lange suchen...
In Ägypten will ich versuchen, meine 10 TG über 15 m zu schaffen, die ich für den Silberkurs brauche.
Habe aber keinerlei Ehrgeiz, tiefer, länger.... Ich habe meinen Mann immer beneidet, wenn er tauchen ging und ich oben bleiben musste. Schnorcheln ist zwar auch toll, aber ich finde es einfach genial, im Wasser schweben, nicht ständig an der Oberfläche nach Luft zu schnappen, die Unterwasserwelt ist schon faszinierend,- aber wem erzähle ich das hier
Deshalb war ich total happy, als meine Internistin mir im Januar grünes Licht fürs Tauchen gegeben hat. Aber mein Leben ist mir doch sehr lieb, also lieber vorsichtig und langsam. Und trinken, trinken, trinken....
das wichtige wurde schon gesagt. Daher will ich nur noch deine Bedenken wegen dem Guide und der Gruppe "wegblasen"
In Ägypten hatte ich jedesmal (wenn geguidet) Tauchgänge die Anfangs etwas tiefer gingen (je nach Asubildung/Erfahrung) und dann wurde ziemlich schnell wieder in den 15-10m und danach sogar 10-5m Bereich aufgetaucht und dann dort lange rumgedümpelt. Schliesslich sind dort die schönsten Farben und auch viele Kleintiere zu sehen.
Also wird das "Austauchen" praktisch die Hälfte der Taichzeit in Anspruche nehmen und du solltest keine Probleme damit haben. Einfach zwischen den TG`s viel Wasser trinken
Viel Spass in EGY und grüss die UW von mir
Jackie
Antwort von Frosch64 am 13.10.2006 - 22:07 Salü Divalion
Gerne gebe ich dir als ehemaliger Guide in Ägypten noch einige Tips auf den Weg:
1. Da du aufgrund deines Körperbaus viel Blei brauchen wirst, achte gut auf dessen Verteilung. Spr. Seitlich vom körper, nicht das es dir auf die Wirbelsäule drückt, die ohnehin schon vom wohl etwas dickeren Bauch belastet sein dürfe. Benutze ein Bleiintegriertes Jacket oder einen Hosenträgerbleisystem.
2. Sag dem Guide bitte Bescheid, dass du gerne lange und flach austauchen möchtest. Guides haben hier meisst vollstes Verständnis, da sie ja auch Vieltaucher sind und auch gesund bleiben möchten. Falls der Guide gut ist, kann er dir auch im Flachwasserbereich noch viele schöne Dinge zeigen.
3. Achte auf eine Gute Tarierung. Der beste und konservatiste eingestellte Computer nützt nichts, wenn du die sich beim Aufstieg ausdehnende Luft im Jacket z.B. nicht unter Kontrolle bringt. Versuche stets einen sehr langsamen Aufstieg zu machen.
4. Führe einen angemessenen Sicherheitsstop durch. 5 min zwischen 5 - 3 m und oberhalb von 10 m Tiefe eher moderate Aufstiegsgeschwindigkeiten einhalten.
5. Versuche bitte deinen Computer davon abzuhalten, dass er ständig piepst. Das hat mich als Guide bei Gästen mit konservativen Computern eigentlich immer genervt. Ist nicht sehr angenehm, wenn man voraustaucht und hinter dir 5 von 6 Computer irgendwie um die Wette piepsen ....
6. Trage Trotz deines Körperbaus einen angemessenen Wärmeschutz. Viele Dicke neigen dazu nur im Shortie zu tauchen. Ich empfehle dir aber dringend 5 - 7 mm. Sei es auch zum Schutz vor Schnitten und Kratzern an Beinen und Armen. Ein Guter Wärmeschutz führt dazu, dass deine Gewebe den ganzen Tauchgang über gleichmässig durchblutet werden und die Aufsättigung resp. Entsättigung besser vonstatten geht. Bei frieren am Ende des Tauchgangs wird die Druchblutung insbesonders der Haut herabgesetz. Da Fett vornehmlich hier anzutreffen ist, könnte es schlechter durchblutet und somit schlechter entsättigt werden. Hier liegt also ein erhöhtes Risiko für eine Dekompressionsproblematik.
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