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Umweltrisiko UW-Fotograf?
Abgesandt von blubber_baer Registriertes Mitglied am 22.06.2005 - 23:21:

Hallo liebe Mit-Taucher,

ich fotografiere selbst oft und gerne Unterwasser. Anfangs noch Analog, jetzt begeistert Digital, immer auf der Suche bei einem schönen Tauchgang noch ein Paar schöne Motive aufzuschnappen.

Mit jedem Urlaub habe ich aber ein immer schlechteres Gewissen, fühle mich als Umwelt-Schädling.

Nicht, dass ich nicht tarieren könnte, ich achte immer sehr gewissenhaft darauf, nichts zu berühren, ggf. auch noch mal neu anzuschwimmen oder im Zweifelsfall auch mal auf ein Foto zu verzichten, wenn es mir nicht möglich ist, in eine gute Position zu kommen.

Was ich aber immer mehr feststelle, je öfter ich unterwegs bin: Immer mehr Fotografen kümmern sich nur um Ihr Motiv, rammen den Ellenbogen in die Weichkorallen, verkeilen die Flossen in den Hartkorallen, auf Fischen oder sonstwo und hinterlassen im Umfeld Ihres Motives ein Feld der Zerstörung. Hierbei ist es uninteressant, ob diejenigen Analog oder Digital, mit Sucher- oder SLR-Kamera fotografieren. Es scheint sogar so, je größer die Ausrüstung, desto rücksichtsloser wurde teilweise auf Motivsuche gegangen.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich will niemanden Pauschal verurteilen, es gibt bestimmt auch gute UW-Fotografen. Jedoch schlägt mir in den letzten Jahren auch immer mehr Gleichgültigkeit entgegen, wenn ich einen dieser Kamikaze-Taucher auf sein Verhalten anspreche.

Die Rechtfertigungen reichen von "ich kann halt nicht so gut tarieren wie Du, dann muss ich mir halt andere Methoden ausdenken" (Tauchen lerne wäre eine) bis zu "geht Dich gar nichts an" oder "ist doch fast gar nichts passiert. Einsicht erreiche ich nur selten, leider.

Was ich von euch wissen möchte:
- Wie denkt Ihr darüber,
- was sind eure Erfahrungen,
- wie taucht Ihr selbst, falls Ihr auch fotografiert
- wie könnte man hier etwas ändern?

Die Basen reagieren auf Hinweise leider auch nur in wenigen Fällen, ab und zu werden solche Gäste dann nur noch über Sandflächen geführt. Das löst aber auch nicht das eigentliche Problem.

Ich selbst musste feststellen, dass ich mit der Kamera trotz mehr als 100 Tauchgängen noch einmal neu Tauchen lernen musste, um auch mit Kamera wieder gut tarieren zu können. Heute gehen aber auch Anfänger gleich mit einer Kamera ins Wasser oder gehen auch gute (ÜW-) Fotografen auf einmal mit einer Ausrüstung unter Wasser. Kamera-Technik perfekt, Tauchtechnik grauenvoll.

Sollte vielleicht in den Ausbildungen auch mehr auf das Thema Fotografie eingegangen werden (oder allgemein auf die Tarierung)?

Also bitte, Feuer frei.

Gruß
blubber_baer



Antwort von Scuba_steffi* am 23.06.2005 - 00:06
Also ich gebe mir Mühe nichts zu zerstören und wenn ich merke, dass klappt nicht mit dem tarieren, z.B. wg. Strömung oder sonstigen Einflüssen, dann verzichte ich auch schonmal auf ein Motiv. Oft muss ich mich (leider noch) mit 2 Fingern an einem Felsen festhalten, damit ich auch wenn ich aufgeregt bin, nicht so auf und ab steige, wenn ich dann anders atme. Aber Korallen oder sonstiges fasse ich nicht an und mit Flossen stütze ich mich nie ab und achte sehr darauf, nicht auf irgendwas abzusacken, was auch bislang gut klappt.
Falls das stimmt, was du beobachtet hast, ist es schlimm, aber was willste machen, hauptsache das Foto stimmt
Das Beste was ich in der Hinsicht mal beobachtet habe, war als ein Taucher mit einem Hammer-head so oft gehupt hat, dass die große Schildkröte (es sah aus als ob sie schlafen würde) panisch die Flucht ergriff. Oben angesprochen, meinte er, eine schwimmende Schildkröte wäre halt ein besseres Motiv Durch den Lärm angelockt, waren dann viele Taucher um das Tier herum (ich dann auch) und es wusste erst gar nicht, wohin es flüchten sollte. Viele haben dann auch geknipst, teilweise mit Blitz (war in dem Fall gar nicht notwendig und ich hatte ihn bewusst abgeschaltet), was die Sache noch schlimmer machte. Ich hatte hinterher zwar ein nettes Foto, aber ein schlechtes Gewissen und würde das heute anders angehen und dem Taucher seine Hupe abnehmen und auf den Kopf hauen
Antwort von Scubaholly Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 05:41
Also meine Erfahrung als Auslandsbasen TL.:
nach dem obligatorischen Checktauchgang, der bei uns GRUNDSÄTZLICH ohne Kamera durchgeführt wird, brauchen Leute, die während des Checks nicht vernünftig tarieren konnten; ihre Kamera ohne weiteres Training vorerst nicht auszupacken. Taucher, die vorsätzlich Korallen abbrechen usw., nur um ein Motiv besser vor die Linse zu bekommen, erwartet ein sofortiges und entschädigungsloses Tauchverbot.

Es ist richtig, dass durch die nun erschwingliche digitale UW-Fotografie erheblich mehr Taucher mit Kamera UW unterwegs sind als es früher der Fall war.

Doch meiner Meinung nach, sind dieses nicht die schlimmen, sondern ein Großteil der sogenannten Wettbewerbsfotografen, die natürlich gewinnen müssen, um ihre teuren Equipments zu finanzieren; ohne Rücksicht auf die Natur! Mir liegt es heute noch in den Ohren: "Tauchen? Ist doch nur Mittel zum Zweck!"... Dies aus dem Munde eines hochrangigen und sehr bekannten Photo-Instruktors des deutschen Dach-Tauchverbandes der CMAS!!!

Das es auch anders geht zeigte mir der Chefreporter der "unterwasser" Norbert Probst; durchtrainiert, diszipliniert und äusserst professionell. Von ihm habe ich während eines Aufenthaltes hier sehr viel für meine eigene UW-Fotografie lernen können. Ihm sind diese "schwarzen Schafe" auch namentlich bekannt.

@blubber_bär:
Tipp: fotografiere die beobachteten Vergehen und lege sie der Tauchschule/-basis vor. Jede seriöse Basis wird sofort reagieren.

@scubasteffi:
Fehler machen alle einmal; auch Costeau und Hans Hass haben mal angefangen und in den alten Filmen ist so manches zu sehen, was heute nicht mehr gemacht wird. Das Entscheidende ist: aus den alten Fehlern lernen, es nicht wieder tun und andere Taucher höflich darauf hinweisen. Wenn man dann nicht angehört wird: siehe @blubber_bär
Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 07:03
Klares Statement:

Ich verzichte auf ein Bild, wenn ich es nicht "freischwebend" hinbekomme.

Ich bezeichne mich allerdings auch als fotografierenden Taucher - nicht umgekehrt.

Deshalb sehen meine Bilder auch so aus
Hier klicken
und nicht wie aus einem Hochglanzmagazin, aber diesen Anspruch will ich auch gar nicht erfüllen.
Für mich sind das "Mitbringsel" für die "ÜW-Fraktion", nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Auf andere einzuwirken -sofern nicht meine Buddies- habe ich aufgegeben.

Der Tipp mit dem "Beweisfoto" ist sicherlich nicht verkehrt.


Antwort von robert Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 07:55
@Scubaholly

warum den Check nicht mit Kamera?
Wenn die Basis Mannsgenug ist zu sagen, "Du kannst nicht tarieren, Deine Kamera nimmst du nicht mit zum Tauchen. Ist doch alles in Ordnung.
Leider habe ich das noch nirgendwo gehört bzw. miterlebt. Da Motte der Tauchbasen ist hier scheinbar nur "Hauptsache die Kohle stimmt".

In der Realität sieht es doch so aus Check TG mehr schlecht als recht tariert durchgeführt und bei den TG dann die Digiknipse dabei.
Wenn die Tauchschüler in den Kursen nur eine Wischiwaschi Tarierausbildung bekommen, es muß ja fun sein, etwas richtig zu erlernen, so mit richtiger Anstrengung, ist ja kein Adventure und hat im Urlaub nichts verloren, dann kann ich ja von den Fotografen doch wohl nicht verlangen daß sie tarieren können.

Wer Unter Wasser Fotografieren will muß tarieren können, sonst hat die Kamera nichts bei dem TG verloren. Das ist meine Meinung.

Die Realität? Lest doch mal hier im Fotoforum. Ich habe mir die .... (beliebige Kamera, zumeist Digiknipse, einfügen) gekauft, nächste Woche fliege ich nach (beliebiges Tauchziel eingeben) und mache dort meinen Tauchkurs.

Meiner Meinung und auch dem Erleben nach sind es nicht die Wettbewerbsfotografen die die größten Schäden verursachen sondern die "ich hab ne Knipse, gerade tauchen gelernt und mache jetzt geile Tauchbilder" Fraktion.

Auch ist das "Nicht tarieren können" heutzutage eine sehr weit verbreitete Krankheit, auch unter den höherbrevetierten.

Gruß
Robert
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 23.06.2005 - 08:30
Es wäre schön wenn diese Einstellung an allen Tauchbasen herschen würde. Leider kann man auch in unseren Seen erleben, dss UW-Foto-Freaks manchmal alles um sich herum vergessen, Hauptsache das Bild wird "gut".

Gunther
Antwort von KarinM Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 09:01
Ich knipse auch nur, wenn ich sicher bin, dass dabei nichts in der Umgebung kaputt gehen kann. Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass viel Diveguides dir einfach alles zeigen wollen, wenn man einen Kamera dabei hat. Im letzten Urlaub wurden dann Langusten aus den Höhlen geholt, Krebse gefangen und noch mehr. Die Tiere sind alle noch im Meer, aber auf Dauer kann das einfach nicht gut sein. Ich habe dem Diveguide zu verstehen gegeben, dass ich das nicht mag, aber irgendwie hat ihn das nicht interessiert. Schade eigentlich.
Antwort von dm am 23.06.2005 - 09:15
hey blubber baer.
ich finde es sehr bemerkennswert wenn du dir ueber zerstoerung beim fotogr. gedanken machst.
wenn du selbst dich an die regeln haelst brauchst du dir keine vorwuerfe zu machen.
ist wie bei vielen anderen sachen .
einer haelt sich an die regeln der andere nicht.
wuensche dir weiterhin viel erfolg fuer gelungene aufnahmen.
dm
Antwort von Olli72 am 23.06.2005 - 10:56
Umweltrisiko Taucher?

Zuerst habe ich gedacht: Genau, Foto-Rowdies! Aber andererseits:

Ob mit Fotoausrüstung oder ohne, die UW-Welt hat nicht auf uns Taucher gewartet. Man sieht immer wieder Taucher, die des "höheren Erlebniswertes" wegen respektlos mit Flora und Fauna ungehen (füttern, anfassen, nachjagen, etc.), dazu braucht es keine Kamera.

Genaugenommen erzeugt jeder Taucher mehr oder weniger starke, negative Auswirkungen auf die UW-Welt, egal wie sehr wir uns bemühen, diese so gering wie möglich zu halten. Kann jemand von sich behaupten, als Anfänger noch nie irgendwo angeeckt zu sein, oder bei der Manta-Sichtung mal die Hand ausgestreckt zu haben, oder mal in einem ohnehin übertauchten Gebiet unterwegs gewesen zu sein, oder, oder, oder... Einfach aus dem Wasser bleiben können wir aber trotzdem nicht, es ist halt doch zu reizvoll.

Deshalb finde ich, so überflüssig jeder einzelne Kamera-Hooligan auch ist, diese Denunziations- und Abstraftendenz (Mach` ein Beweisfoto - Tauchverbot - lebenslänglich und überall - Kreuzigung) recht bedenklich.

Wären wir alle Umweltengel würden wir unsere Flossen aus der UW-Welt heraushalten. Statt dessen sind wir ein braver Teil der Tauchsport-Industrie und regen uns, weil wir vielleicht ein wenig bewusster tauchen als der Durchschnitt, über diejenigen auf, deren Umweltbewusstsein geringer ausgeprägt ist. Das ist irgendwie, als würde ein Ladendieb einem Bankräuber mangelnde Gesetzestreue vorwerfen...

Antwort von Tümpi Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 11:38
Umweltrisiko Mensch?
Genaugenommen erzeugt jeder Mensch mehr oder weniger starke negative Auswirkungen auf die ÜW-Welt.....

Bitte alles nicht übertreiben.

tümpi
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 11:40
Hi,
das problem liegt eher darin, daß Taucher mit 30-40 Tauchgängen (meistens nur Süßwasser) schon glauben sie seien "erfahren" und gehen auf Bootstouren im Roten Meer oder auf die Malediven und schleppen dann noch eine Digi mit - das muss ja schiefgehen!!
Ich hatte meine erste Kamera erst nach ca. 100 Tauchgängen angeschafft.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von micbu Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 14:05
Hi,

ich gestehe ganß offen, daß ich mich beim photographieren z.T. auch festhalte. Ich achte aber auch darauf nichts zu beschädigen. Was ist denn dabei sich festzuhalten ohne etwas kaputt zu machen oder auch sich in den Sand zu knien? Ihr fliegt ja auch nicht über einen Wald, sondern tretet immer immer auf dessen Boden wenn ihr dort spazieren geht. Klar soll man aufpassen nichts zu zerstören, aber gleich alle anfeinden die etwas berühren finde ich als maßlos übertrieben, nicht jede Berührung ist auch schädlich.

Gruß, Michael
Antwort von Knorpel Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 15:19
@micbu: Ziemlich einfach - weil für einige Tiere wie Korallen eine Berührung vollkommen ausreicht um diese absterben zu lassen oder etwas abzuknicken was 30 Jahre zum wachsen gebraucht hat! Also ehrlich - ich hätte bei solchen Döwels kein Problem die Flasche halb abzudrehen
Antwort von hajo507 am 23.06.2005 - 15:49
Na ja - wenn man es eng sieht, ist die Existenz des Menschen ausserhalb des Wassers auch eine permanente Bedrohung für Umwelt und Natur. Ist demnach ziemlich egal, ob man im Wald drei Tannen niedermäht, eine Autobahn baut oder Korallenzweige abmetzelt. Weg ist weg. Solange es zumindest nicht in böser Absicht geschieht, muss die Natur den Menschen wohl ertragen. Habe übrigens noch keine Basis gesehen, die da ernsthaft was gegen unternommen hätte. Der Rüpel ist ja ein zahlender Kunde. Und lebenlanges Tauchverbot? Na das geht ja wohl ohnehin nur, wenn man dem Bösewicht ein Messer in die Rippen rammt...
Antwort von Scubaholly Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 19:33
scheint sehr interressant und ausnahmsweise ohne Verbandspolitik abzulaufen, dieser Thread (ich hoffe damit nicht irgendwelche Ungeister heraufzubeschwören!!!):
ich möchte mich nicht in den Himmel loben; aber bei mir wird so wie beschrieben verfahren! Auf Grund fehlender politischer Kompetenz (bin leider Ausländer) wird sogar auf einigen Tauchplätzen aus tauchlogistischen und sicherheitsrelavanten Gründen der Anker von uns in der Lagune auf Sand vor einem unbewachsenen Felsblock von ca. 1m Durchmesser abgelegt. Doch nun zu einer Frage: warum Checkdive ohne Kamera: erstens weiss ich nicht, ob die Leute sich vernünftig ausbleien; dies sehe ich während des Tauchganges oder spätestens am Ende des Tauchganges. Wir tauchen hier mit Alu`s und jeder weiss, dass ab ca. 100bar unsere Pressluftküche noch oben will. Die meisten Digi-Cams haben Auftrieb (ich meine nicht die mit Blitz oder Licht)... welches "erschwerend dazu kommen könnte. Ich habe immer Ersatzblei am Gurt; aber bei 3 oder mehr Tauchern wird es auch bei mir knapp...

Ich will auch keine Taucher verurteilen; dabei lege ich das Wort auf Taucher!!! Wenn irgendwelche Leute aus wettbewerbischen Gründen respektlos die Natur miss-, ver-, und gebrauchen: SORRY, das kann und werde ich nie respektieren, dulden oder gar Geld damit verdienen wollen!
Antwort von blubber_baer Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 23:23
@ scubaholly:
Leider reagieren die Basen sehr unterschiedlich. Einer dieser Demolition man war Fotograf und hat auch angegeben, einen Artikel für ein Magazin zu schreiben. Damit hatte er einen Freifahrtschein, ohne ordentlich tarieren zu können noch auch nur ein wenig auf die Natur zu achten. Schade eigentlich. Schön aber, wenn es bei euch mit den Hinweisen klappt.

@ **-diver: Hoffentlich werden mehr tauchende Fotografen zu fotografierenden Tauchern. Vielleicht kann man ja doch den einen oder anderen bekehren, auch wenn es leider nicht immer einfach ist.

@ robert: "Meiner Meinung und auch dem Erleben nach sind es nicht die Wettbewerbsfotografen die die größten Schäden verursachen sondern die "ich hab ne Knipse, gerade tauchen gelernt und mache jetzt geile Tauchbilder" Fraktion. ". Der Unterschied ist der, die Anfänger können es unter Umständen nicht besser, die Profis wissen, was sie kaputt machen. Das finde ich viel verwerflicher. Den Anfänger kann ich weiter ausbilden, den versauten Profi werdeich kaum bekehren können.

@ Olli72: Ich verstehe den normalen Taucher als Besucher unter Wasser und nicht als Schädling. Bewusstes Tauchen nimmt keinen Einfluß auf die Umwelt, wird nur leider in der heutigen Zeit viel zu wenig beachtet.

@ micbu und knorpel: Ihr habt beide recht . Sich mal mit einem oder zwei Fingern abzustützen oder auch mal in den Sand zu Knien ist nicht schlimm, wenn man genau weiss, wo man sich hinkniet oder festhält. Festhalten am Stein ist ziemlich undramatisch, auf einer Hartkoralle sorge ich schon für Zerstörung. Und Knorpel, halb abdrehen der Flasche reicht nicht

@all: Klasse Diskussion, die sicherlich auch ein wenig provozieren und zum Nachdenken bei dem einen oder anderen führen soll. Von daher, gerne weitere Kommentare

blubber_baer
Antwort von Inkognito am 24.06.2005 - 13:15
Der "normale" Urlaubstaucher, der mit kleiner Digi- od. auch Analog-Knipse der Unterwasserwelt zu nahe kommt, sprürt dies in der Regel bald. Anemonen, Feuerkorallen, scharfkantige Hartkorallen und Fels können doch einen längerfristig bleibenden Eindruck hinterlassen, der dan hoffenlich auch Besserung nach sich zieht.

Anders sieht es leider bei den semiprofessionellen, selbsternannten U/W-Fotografen aus, die mit einem Ausrüstungsgeweih (oft im Wert von mehreren Tausend Euro), das jedem nordischen Elch-Bullen neidisch machen würde, der U/W auf den Pelz rücken. Diese rammen dann, auf der Suche nach dem ultimativen (Makro-)Motiv die Halteschienen und Blitzarme so in Ecken und Nischen, dass die Trümmer der soeben niedergemetzelten Lebewesen auch noch die darunter befindliche Fauna unter sich begräbt. Für den Mann/die Frau mit der Knipse bleibt dann oft nichts mehr zum Fotografieren übrig. Im günstigsten Fall wurde nur das begehrte Fotomotiv verscheucht, so dass zumindest für diesen Tauchgang das Thema gegessen ist.

Die Frage die sich nur stellt, wer hat die hier postenden "Flaschenzudreher" (ob halb oder ganz) eigentlich zu U/W-Polizisten ernannt??? In diesem Sinne nur

>Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein...<

Und was wäre ein Lösungsvorschlag für die Problematik. Denn oft ist nicht tariertechnisches Unvermögen oder Unwissenheit die Ursache - dagegen hilft und funktioniert nur Aufklärung?

Gruss
Antwort von kai-uwe am 28.06.2005 - 10:51
Es dürfte ja wohl klar sein das keiner von euch im Wasser währe, wenn nicht die wirtschaftlichen Interessen der Großverbände das Tauchen im großen Stiel möglich gemacht hätten.
Ob man tarieren kann oder nicht ist doch egal, hauptsache man zahlt.
Letztlich glaube ich das es total egal ist ob man sich mit zwei Fingern abstützt, relevant wird die sache erst dadurch das das Meer an wenigen stellen Tauchtouristisch voll ausgeschöpft ist.
Hier wird ohne rücksicht auf verluste Gewinn gemacht. Auch die Basen haben hier nichts zu melden!!
TUI, Neckermann .... haben hier das Sagen.
Ich mach was ich will und lass mir nicht von einem oberschlauen Verbandsgeilen Hilfsguide,
sagen ob ich mit Handschuhen zu tauchen habe oder wie ich meine Cammera zu halten habe.
Erst mal an die eigene Nase fassen.

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