Unfälle vermeiden durch "freiwillige" zusätzliche Ausbildungsinhalte? Abgesandt von daredevil am 13.04.2005 - 10:09:
Pterhansens unproblematischer Aufstieg vom * zum TL und die vielen Unfälle in unseren Seen in letzter Zeit führen mich zu folgender Frage:
was denken eigentlich TLs, wenn sie über die vielen Unfälle in unseren Gewässern lesen? Ist es nicht langsam offensichtlich, dass die offiziellen Lehrinhalte von PADI für unsere hiesigen Landstriche völlig unzureichend sind? Sie sind für warm-wohlige Gewässe mit guten Sichtweiten gemacht. Ein TL, der also nur diese Inhalte vermittelt, lehrt den Schüler also maximal die Hälfte dessen, was er braucht, um in unseren Seen sicher zu tauchen.
Man kann in Deutschland ohne weiteres Divemaster werden, ohne jemals unter Wasser ein Flaschenventil zugedreht zu haben.
Dies soll jetzt aber beileibe keine einseitige Verurteilung der PADI-Lehrinhalte sein, bei CMAS-Ausbildung ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Erstens ist es noch undurchsichtiger, was ein TL seinem Schüler beibringt und was nicht und zweitens wird gerade in der * und ** Ausbildung oft Essentielles übergangen, weil diese Leute "eh nicht so tief tauchen".
Ergo muss man sich nicht wundern, wenn man reihenweise von Tauchunfällen liest, bei denen die überforderten Taucher bei einem Problem unkontrolliert nach oben schiessen.
Was können TLs dagegen tun? Mir ist klar, dass TLs keine Kindermädchen sind, und jeder Taucher nach der Ausbildung seines Glückes Schmied ist. Und Vernunft kann man nicht in jeden Taucher hineinprügeln.
Aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass es nötig wäre, dass viele Tauchlehrer, ob PADI, CMAS oder sonst was, sich ein bisserl mehr am Riemen reissen müssten...
Ich weiss dass das ein kontroverses Thema ist, aber trotzdem interessiert es mich, wie ihr darüber denkt und was man machen könnte, um das Problembewusstsein sowohl bei TLs als auch bei Tauchern zu steigern.
Daredevil
Antwort von henri am 13.04.2005 - 10:26 Ich gebe Dir weitestgehends Recht. Allerdings denke ich nicht, daß die Ausubildungsinhalte bei den der CMAS angeschlossenen Vereine und Tauchschulen undurchsichtig ist. Das was in den Trainingsrecords aufgeführt ist, ist aber eine Mindestanforderung (bei CMAS). Wir haben bei der Ausbildung in unserem Verein auch Übungen und Inhalte, die über diese Mindestanforderung hinausgehen und auf die hiesigen Bedingungen angepaßt sind. Eine weitere Option ist es, Pakete anzubieten, z.B. CMAS* mit anschließend Orientierung etc.
Insgesamt halte ich es für vorteilhaft für Interessierte die Ausbildung in einem Verein zu machen. Das hat folgende Vorteile:
1. Man bekommt aus ökonomischen Interessen nicht nur die Mindestanforderung verpaßt.
2. Man hat direkt Anschluss an erfahrene Taucher, die einem auch ohne Berechnung weiterhelfen.
3. Man lernt Tauchreviere in der Nähe kennen.
4. Es ist egal wie lange man für den Tauchschein braucht. im Zweifelsfall übt man halt beim Vereinstraining bis es klappt.
5. Man hat die Möglichkeit vor dem Kauf verschiedene Ausrüstungsgegenstände mal zu testen.
Ich weiß natürlich, daß jetzt einige gewerbliche TL`s Schmerzen bekommen. Ich möchte hier aber nicht die Coexistenz von Tauchschulen und Vereinen in Frage stellen. Es gibt aber eine nicht unbedeutende Anzahl von Tauchern, die nach Ihrer Ausbildung dann eben aus oben genannten Gründen doch in einen Verein eintreten. Warum also nicht gleich?
Last but not least gilt: Tauchen ist eine Risikosportart und gegen das Risiko hilft nur Üben, Informieren und Weiterbilden.
Schaut doch mal rein: www.tauchen-cr.de
Oder bei mir: www.divepicture.de
Grüße,
Henri
Antwort von crocodile am 13.04.2005 - 10:57 Hallo daredevil
Ich stimme deiner Aussage zu! Leider kenne ich nur die PADI-Ausbildung, über CMAS, SSI, NAUI & co. kann ich also nichts sagen.
Es ist für unsere Breitengrade zum Teil nicht von Vorteil, dass PADI eine "Warmwasserorganisation" ist. Allerdings sind ja alles immer Mindestanforderungen. Es liegt also im Ermessen, des Instructors, weitere Übungen in die Ausbildung mit einzubauen oder bestehende anzupassen oder zu erweitern.
Das wird bei uns (Schweiz) in unserer Tauchschule auch so gehandhabt. Mir persönlich sind aus der Umgebung auch keine "schwarzen Schafe" bekannt, die lediglich das absolute Minimum an Ausbildung bieten. Jeder vernünftige Taucher/Instructor (egal von welchem Verband), der hier taucht, passt den Lehrgang an hiesige Verhältnisse sowohl in Theorie als auch in der Praxis an.
Wie hier drin schon oft gesagt wurde: Der Instructor macht`s, nicht der Verband! Von ihm hängt es ab, ob eine Ausbildung seriös und angepasst genug ist, um hier ein sicherer Taucher zu werden.
Andi
Antwort von daredevil am 13.04.2005 - 11:12 Henri,
Mit den Vereinen hast Du Recht. Grundsätzlich ist die Ausbildung im Verein (und der weitere Verbleib darin) aus den von Dir genannten Gründen auf jeden Fall vorzuziehen.
Aber auch Vereine leihen oft an Anfänger unzureichendes Gerät aus (zum Beispiel mit nur einer ersten Stufe), was meiner Meinung nach Anfänger dazu verleitet, dass sie meinen dies sei sicher. Dass dem nicht so ist, und die Sprungschicht auch im Sommer zumeist über den mit den Leihgeräten tauchenden Leuten liegt, wird dann als Gefahr gar nicht so richtig wahrgenommen.
Mit der "undurchsichtigeren" Ausbildung bei CMAS meinte ich, dass sich nach meiner Erfahrung CMAS-Leute mehr Freiheiten bei der Tauchausbildung nehmen, was durchaus nicht schlecht ist, aber auch einiges an möglichem Gefahrenpotential in sich birgt.
Hauptsächlich geht es aber wohl tatsächlich darum, wie einige (nicht alle, möchte hier niemanden über einen Kamm scheren!)kommerzielle Tauchschulen und -basen mehr Verantwortungsbewusstsein für die Horden von Tauchneulingen bekommen können, die sie in die Unterwasserwelt entsenden.
Und nicht nur das Verantwortungsbewusstsein der Tauchschulen ist wichtig, auch das Problembewusstsein der Taucher. Dies kann einerseits geschult werden, andererseits ist es auch der grösste Risikofaktor, falls nicht vorhanden.
Antwort von daredevil am 13.04.2005 - 11:19 Hi Crocodile
natürlich sind nicht alle schwarze Schafe. Deshalb gibt es ja gerade auch in der Schweiz viele Taucher und relativ wenige Unfälle.
Aber trotzdem gibt es, dadurch dass Tauchen zur Modesportart geworden ist, immer mehr Tauchschulen. Dies hat mehrere Konsequenzen:
1. Der Preis der Ausbildung gewinnt für den Tauchneuling immer mehr an Bedeutung (er hat schliesslich die Auswahl und kann seine Entscheidung auf den Preis beziehen)
2. Für die unter Konkurrenzdruck stehende Tauchbasis bedeutet dies im Umkehrschluss, dass sie weniger Zeit für die Ausbildung aufwenden kann.
denke es ist egal ob CMAS, SSI oder Padi die ausbildung von den Leuten macht.
Es ist wie das Auto fahren lernen, haste einen sch... Fahrlehrer, lernst du auch nicht gut Auto fahren und bist eine Gefahr für alle im Straßenverkehr, haste einen guten, bist du fix in Tagesgeschehen im Verkehr.
Ich bin selber über Padi unterwegs, habe super Tauchlehrer erwischt auf Lanzarote die auch dort schon einfluß auf unsere Gewässer mit einbezogen hatten.
Da sie selber in Holland auch eine Tauchschule betreiben.
Meinen Navigation z.B. habe ich in Holland gemacht bei einer Sicht unter 1m. Es hat super geklappt, denke das hätte ich bei anderen Organisationen nicht anders erlernen können.
Vor 14 Tagen auf Malle beim Tauchen über CMAS, merkte ich keinen Unterschied zwischen uns und den Leuten von CMAS.
Kurz um, es liegt an der Motivation des TL und wie clever der Schüler ist und Verantwortungsvoll dieser ist.
Ich habe gelernt, lerne gut und vertiefe stetig dein Wissen und sorge für Weiterbildung.
Es liegt auch an mir, ob ich irgendwann dazu gehöre unter der Rubrik Tauchunfälle
Antwort von gunther am 13.04.2005 - 12:02 Die Organisation/Verband/Verein bildet nur die Basis zu einer Ausbildung, der TL ist derjenige der dies alles umsetzt und dort weitgehend für die Qualität verantwortlich ist.
Unser TL ist z.B. ein med. Freak, da lernt man weit mehr als für die Prüfung unter VDTL notwenig.
Andere mögen andere Schwerpunkte haben.
Sicherlich gibt es Tendenzen zwischen den Organisationen, aber die Schwächen der Org. kann jeder ernsthafte TL (der gut ausgebildet wurde) ausgleichen. Diese unsägliche "Geiz ist Geil" Methode ist eine ernsthafte Bedrohung für die sinnvolle Tauchausbildung.
@manne
wir machen Orientierung im Fühlinger, dort hast Du unterhalb der Sprungschicht nur an guten Tagen einen Meter Sicht.
Gunther
Antwort von manne am 13.04.2005 - 12:18 Hey Gunther, den Fühlinger kenne ich nur außerhalb.
Als ich noch im Pott gewohnt habe, war ich nur zum Musikfestival dort und hatte mit Tauchen noch nix am Hut.
Inwiefern die Sichtweiten sind, kann ich nicht sagen.
Ich habe auch geschrieben unter 1m Sicht, dass war aber auch oberhalb der Sprungschicht
Wollte damit nur sagen, das ich auch auf Lanzarote den Navi hätte machen können, aber dort bei Sichtweiten von über 30m macht das keinen großen Sinn zu sehen wo man hin soll, da ich es ja schon fast sehen kann.
Gunther ich komme mal nach Köln und du zeigst mir den See einfach mal
Antwort von daredevil am 13.04.2005 - 12:21 Gunther, das ist ja gerade das Problem:
1. Nicht jeder Tauchlehrer ist gut ausgebildet
2. Geiz ist geil ist die Realität
Die Frage ist nun ja die, wie man diesen Tendenzen entgegen wirken kann.
Wie setzt man die Peterhansens dieser Welt (die es sicherlich gibt, auch wenn dieser evtl. ein Troll ist schachmatt, entwickelt mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Tauchlehrern und mehr Problembewusstsein bei den Tauchern?
Antwort von manne am 13.04.2005 - 12:25 Dem TL einen Kurs von dem Dachverband kostenlos anbieten, wo er jedes Jahr eine Unterweisung/ Schulung bekommt (aber wohl unwahrscheinlich, da kosten auf die Verbände zu kommen würden) oder eine extra Ausbildung anbieten, wo der Taucher selber über Tauchunfälle und deren Vermeidung mit auf den Weg bekommt. Mit wirklich guten Inhalten wie Bilder oder Filme über Vorkommnisse.
Antwort von daredevil am 13.04.2005 - 12:49 Gibt es eigentlich die Möglichkeit einer unabhängigen Qualitätszertifizierung von Tauchschulen?
Ich meine jetzt nicht firmen- oder verbandseigene Qualitätsprogramme, sondern etwas Unabhängiges, z. B. ISO.
Ich glaube, wenn sich einige Tauchlehrer mal mit den Prozessketten beschäftigen würden, die sie anbieten, würden Lücken eher auffallen. Zumindest würden sie sich mal von einer anderen Warte aus mit ihren Angeboten beschäftigen würden.
Problematisch wäre daran, dass das wiederum nur die machen würden, die eh mehr tun als die "Standards" verlangen. Aber zumindest hätten angehende Tauchschüler eine unabhängige Möglichkeit, sich zu informieren.
Antwort von Bert Rudeck am 13.04.2005 - 12:57 Man muss m.E. den Neulingen nur verdeutlichen, dass die Ausbildung mit Erwerb des OWD (oder eines anderen Einsteigerbrevets)nicht beendet ist, sonder lediglich die Grundfertigkeiten vermittelt wurden um ohne TL zu üben.
Viele Unfälle resultieren nach meiner Beobachtung aus Selbstüberschätzung. So nach dem Motto: Ich bin als Taucher brevetiert, also kann ich auch tauchen.
Gruß, Bert
Antwort von Detlef am 13.04.2005 - 13:06 Ja, die gibt es. DIN-Certco zertifiziert verbandneutral Tauchschulen, Basen und Vereine nach einem fünf Sternesystem. Ist i.E. wie eine ISO-Zertifizierung. Wenn ich das richtig verstanden habe, enthält die erste Stufe bereits alle Sicherheitsstandarts die notwendig sind. Schau einfach auf die Homepage. Das dürfte sich über kurz oder lang durchsetzten.
Auf einem anderen Blatt steht natürlich das Verhalten nach der ISO. Die meisten Betriebe machen da weiter wo sie vor der ISO aufgehört haben.
Antwort von henri am 13.04.2005 - 13:17 @ daredevil
Die Frage nach der Zertifizierung von Tauchschulen oder Verbänden muß man sehr differenziert betrachten. Eine ISO-Zertifizierung sagt nichts über die Qualität der Ausbildung aus, denn zertifiziert wird das Managementsystem des Verbandes oder des Unternehmens. Dazu gibt es Studien großer Unternehmen, die eigentlich alle zu dem Schluss kommen, daß zwischen einem perfekten Managementsystem und der Qualität der Produkte kein Zusammenhang besteht.
Man kann aber als Anfänger darauf achten, daß die Organisation bei der man eine Ausbildung machen will, sich dazu verpflichtet, diese nach der EU-Norm zu machen.
Hier gibt es durchaus wieder Zertifizierungen von unabhängigen Instituten, die die Ausbildungsinhalte und die -organisation dahingehend überprüfen.
Ist da so, dann gelten auch die EN250 (gelten eigentlich auch für alle anderen)etc. Danach ist es ohnehin verboten z.B. unterhalb von 10°c Wassertemperatur mit nur einer 1. Stufe zu tauchen. Privat kann jeder machen was er will. Im Falle eines Unfalles kann es aber Probleme mit der Versicherung geben. In Tauchschulen oder Vereinen ist das anders: Hier haftet der Geschäftsführer oder der geschäftsführende Vorstand bzw. der von ihm beauftragte Tauchlehrer persönlich. Häufig wird dabei vor gericht dann unterstellt, daß dieser Personenkreis sachkundig über derartige Vorschriften sind und sich nicht mit Unkenntnis herausreden können.
In unserem Verein haben wir die Automaten inzwischen umgerüstet. Das wirtschftliche Risiko würde als Vorstand sonst ja wohl kaum jemand tragen wollen. Schließlich haftet der Vorstand im Zweifel mit seinem Privatvermögen...
Bei ISO nimmt man doch nicht nur das Managementsystem unter die Lupe, sondern auch die "produktiven" Prozesse. Natürlich ist es dann nicht zwangsläufig so, dass eine genaue Überprüfung und Festlegung der Arbeitsprozesse langfristig auch eine Sicherung der Qualität bedeutet.
Aber Tauchbasen sind ja auch keine Betriebe mit langen Linienstrukturen, sondern meistens kleine Betrieblein. Da sollte dann eine konsequente prozessüberwachung (wenn man denn will) nicht schwierig sein.
Befürchte aber, dass das alles nur hypothetischen Wert hat, denn die die wollen, haben den Standard und die Hochwertigkeit ihrer Ausbildung eh im Griff.
Es geht also hauptsächlich um diejenigen, die das Ganze nicht im Griff haben, und die kann man wahrscheinlich auch nicht mit ISO und DIN zu ihrem Glück zwingen.
Antwort von Scott am 13.04.2005 - 13:52 warum müssen es immer die verbände und ihre tauchlehrer sein.
mancheiner schafft die skills/prüfungen und bekommt seinen tauchschein, wird aber immer ein "schlechter" taucher bleiben, weil es eben nicht "sein" sport ist und er besser beim tennis geblieben wäre !
Antwort von Detlef am 13.04.2005 - 14:32 @daredevil, henri
Natürlich könnt ihr die Basen nicht zu ihrem Glück zwingen, aber die Möglichkeit einer Zertifizierung ist doch schon mal ein Anfang. Was die Zertifizierung der Ausbildung angeht (VDST/PADI), bedeutet das nur das die Ausbildungsnorm der EU-Norm entspricht, aber nicht wie das ganze umgesetzt wird. Also Reklamefunktion.
Antwort von Peterhans am 13.04.2005 - 15:56 Da ich hier als Auslöser des Thread bezeichnet werde, gebe ich eine Replik: ICH würde mit Sicherheit gut ausbilden, wenn ich es denn täte. Besser als manch ein "korrekt" hoch dekorierter TL.
Der Ruf nach ISO kann nur aus einer tiefen Ratlosigkeit und Praxisfremde kommen. Die zertifizierenden Firmen verdienen ein Wahnsinnsgeld, damit sie einem Profi vorgaukeln dürfen, sie verstünden etwas von seinem Business. Ich war leider an zu vielen Audits, als dass ich den ISO-Scheiss noch akzeptieren könnte. Wenn ich die Wahl habe, kaufe ich heute bei Nicht-ISO-Firmen ein, deren Preis beinhaltet keine ISO-Kosten.
Antwort von Scott am 13.04.2005 - 21:48 was ist denn ISO ?
beschreibe in einem system (verfahren/prozesse,...) wie ein taucher ganz sicher nicht alt wird und handle danach - ergo: du bist normkonform und bekommst den ISO stempel aufgedrückt...
bitte, kein lobhudelei über ISO
Antwort von bubelmaker am 14.04.2005 - 02:56 Zuerst kann ich nicht zustimmen, das es reihenweise Unfälle gibt. Natürlich passiert zwischendurch mal was. Aber Unfälle gibt es doch in allen Sportarten. Es sind doch auch nicht die Anfänger die Verunglücken, sondern meist erfahrene Taucher, die sich einfach überschätzen. In der Regel hat der Anfänger doch viel zu viel Respeckt vorm Tauchen, als das er sich in Gefahr bringt. Ist der Respeckt erst einmal vorbei, dann wird es gefährlich. Wie will man dem denn mit Ausbildung entgegenwirken. Wie es beim Autofahren keine schlechten Autofahrer gibt wenn man mal nachfragt, so gibt es auch keine schlechten Taucher. Jeder weiß es ein bischen besser, und am Ende weiß kaum einer was. Tauchen lernt man nur durch Tauchen. Hier sind die wirklichen erfahrenen Taucher gefragt,ihr Wissen weiter zu geben. Vorbildfunktion heisst das Zauberwort. Nicht mit Tiefen oder anderen protzen. Auch mal auf etwas z.b. Tauchtiefe verzichten, und das dem Anfäger auch erklären warum. So lange Tauchbasen mit Tauchtiefen werben muss man sich nicht wundern wenn auch mal was schiefgeht. Eine Tauchbasis am roten Meer, die nur 15l Flaschen ausgibt(Namen möchte ich nicht nennen, kennt aber jeder)das sind doch die Förderer von Unfällen. Mit 10l oder 12l Flaschen kann man wesentlich weniger Blödsinn machen. Aber dann fährt da keiner hin. Im übrigen fahren Anfänger da gar nicht hin. Die sind nämlich noch frei von Tieftauchzwängen.
Antwort von kandy3 am 14.04.2005 - 06:27 Hi
nun ja mehr Grundwissen schadet sicher nicht.
Wäre schon auch dafür das mehr Wissen über das Tauchen im Kaltwasser vermittelt werden würde.
Selbst bei von sich überzeugten sogenannten erfahrenen Tauchern sind manchmal haaresträubende Wissenslücken. Haben wohl viele TGs im warmen Süden abgehangen, und unterschätzen das im Kaltwasser eben andere Gefahren lauern.
Nur der Weg dahin mehr an Wissen zu vermitteln ist nicht einfach. Wenn jemand mit stolzgeschwellter Brust sich seinen "TL" kauft dann ist wohl klar das Vernunft und Wissen nicht gewünscht ist.
Grüße
K3
Antwort von henri am 14.04.2005 - 09:04 @ bubblemaker
ImPrintip ist es doch widersprüchlich, wenn sich die Anfänger an "erfahrene" Taucher hängen sollen, wenn diese diejenigen sind, die am häufigsten verunfallen...
Ich denke, wenn man die Unfallbericht studiert (nicht nur hier), dann finden sich zwei Hauptursachen: mangelnde Erafhrung und Ausbildung sowie Selbstüberschätzung.
Al glänzendes Beispiel für zweitere Kategorie haben wir ja ein gutes Beispiel hier, welches ja auch den Auslöser für die Diskussion gegeben hat.
Die Vermeidung von Unfällen der Anfänger hat sehr wohl etwas mit Ausbildung zu tun: Wenn im Tauchkurs nur Regeln, aber keine Begründungen geliefert werden, "weil Taucher ja nur Fun haben wollen und daher nicht mit den Risiken vertraut gemacht werden sollen" (Zitat TL aus Ägypten), dann ist es vorprogrammiert, daß diese Regeln irgendwann nicht mehr so genau genommen werden. Nicht jeder hat dann automatisch einen Unfall, aber das Risiko steigt an.
Dagegen hilft nur Ausbildung. Und damit meine ich kontinuierliche Asubildung und Training, wie man sie zum Beispiel in Vereinen findet. Ich weiß, daß es auch Tauchschulen gibt die regelmäßige Fahrten anbieten, weil Ihnen das Problem langsam bewußt wird. Allerdings hat man dort häufig wechselnde Mitreisende, die man dann nicht so gut einschätzen kann. In einem Verein lernt man die Leute und deren Interesse dagegen schon ganz gut kennen und kann sich die Taucher als Begleitung heraussuchen, die für das eigene Niveau und die Interessen geeignet sind.
Antwort von henri am 14.04.2005 - 09:05 Verdammte Notebooktastatur...
Antwort von daredevil am 14.04.2005 - 09:10 Zitat Peterhans: "Der Ruf nach ISO kann nur aus einer tiefen Ratlosigkeit und Praxisfremde kommen."
Mit der Ratlosigkeit hast Du tatsächlich Recht. Zum Beispiel wenn ich Dein Posting lese... gibt es denn etwas, was Du nicht meinst zu können? Deine Hybris ist wirklich grenzenlos.
Zur Praxisfremde: Praxisfremder als Du bin ich wahrscheinlich nicht. Weder beim Tauchen noch beim Thema Qualität. ISO war lediglich als Diskussionsbeitrag gemeint. Irgendetwas muss es doch geben, um Dich und Deine Überheblichkeit von möglichst vielen Tauchern fernzuhalten.
Antwort von Peterhans am 14.04.2005 - 11:12 Ich möchte mich bei allen Forumsteilnehmern in aller Form entschuldigen.
Wenn ich meine Psycho-Tabletten nicht regelmäßig nehme, ticke ich nicht richtig und fantasiere dummes Zeug.
Also nichts für ungut.
seit wann sagt die EN250, es sei "ohnehin verboten z.B. unterhalb von 10°c Wassertemperatur mit nur einer 1. Stufe zu tauchen"?
Ich dachte, die EN250 beschreibt die Anforderungen an Equipment, die dieses erfüllen muss, um als kaltwassertauglich bezeichnet werden zu dürfen. Da ist meiner Ansicht nach ein großer Unterschied.
Ansonsten sehe ich mit den ganzen Zertifizierungen schon ein Problem. ISO Zertifizierungen dienen hauptsächlich den Abläufen, sind aber letztlich nicht aussagekräftig, was die tatsächliche Qualität betrifft. Die neuen EN Normen zur Taucherausbildung sind widerum so lax, dass bei den geringeren Brevetstufen eher weniger ausgebildet wird als früher.
Ich denke, man darf so oder so das Problem nicht nur auf die TLs schieben. Wie schon oben geschrieben ist mit der "Gig"-Mentalität bei den Schülern schon der Grundstein für schlechte Ausbildung gelegt. Wie das dann weitergeht kann man auch daran sehen, dass eine Tauchschule einen kostenlosen Vortragsabend zum Thema "Unfallvermeidung und Tauchgangsplanung" anbietet und von mindestens 250 darüber informierten Tauchern ca. 8 aufschlagen.
Du hast Recht... Die EN 250 regelt, wie Tauchgeräte beschaffen sein müssen. Und für Kaltwasser heißt das: Ein Tauchgerät muß zwei getrennte, einzeln absperrbare 1. Stufen aufweisen.
Im privaten Bereich ist das im Prinzip jedem überlassen, wei er loszieht. Man darf halt nur nicht erwarten, daß die Versicherungen im Falle eines Unfalles problemlos zahlen.
Im gewerblichen Bereich oder im Verein trifft den Verantwortlichen dann unter Umständen die gesamte Härte des Schuldrechtes. Ob dieses Risiko ein TL, Geschäftsführer oder Vorstand eingehen will muß jeder selbst entscheiden. Mehr oder weniger habe ich nicht gemeint oder geschrieben...
Antwort von Philip am 14.04.2005 - 15:03 hmm, das interessiert mich jetzt schon - wir wissen alle, dass man in kaltem Gewässer zwei getrennte kaltwassertaugliche Systeme verwenden sollte. Aber steht das irgendwo beschrieben
Also aus der EN 250 ist das nicht abzuleiten, denn nach ihr werden ja _einzelne_ Automaten und nicht Automatenpaare zertifiziert. Soweit ich weiß gibt es dazu keine allgemein verbindlichen Vorschriften (und ich meine nicht private Verfügungen, wie z.B. in Hemoor), sondern nur den gesunden Menschenverstand.
Ich habe auch noch nie gesehen, dass in unseren Gewässern mit zwei getrennten Systemen ausgebildet wurde (ich rede von Anfängerkursen).
Also, gibt es da was in dieser Hinsicht?
Gruß,
Philip
Antwort von Detlef am 14.04.2005 - 15:11 @henri
Ergänzung:
Die EU-Norm (Dienstleister) schreibt für Rudelführer zwei getrennte Abgänge nebst erster und zweiter Stufe an der Flasche vor. Neben der EN 250 ist diese auch zu beachten.
Wieviel Tauchschulen/Vereine/sonstige Dienstleister das wohl haben?
@phillip
Die EU-Norm ist halt der kleinste gemeinsame Nenner auf den man sich einigen konnte, das nennt man Politik. Hinsichtlich der ISO empfehle ich die Homepage von din certco. Die Anforderungen sind sauber aufgelistet. Ich hoffe das das nicht den üblichen Weg der ISO-Geschichte nimmt. Für den Verbraucher wäre es schlecht. Aber du kannst an der Zertifizierung der Ausbildungssysteme VDST/PADI sehen was passieren kann. Da wird doch glatt dem VDST bescheinigt, das der * ein autonomer Taucher sein soll. Spanien versteht daraunter einen ** Taucher.
Antwort von henri am 14.04.2005 - 15:25 @ Philip
Aus welcher Gegen kommst Du denn???
Wir bilden mit zwei getrennten 1. Stufen aus.
Die Ausbilder sowieso und alle Anfänger bei den entsprechenden Temperaturen auch.
Die EN250 regelt nicht nur "Automaten"-Fragen sondern bescäftigt sich auch mit ganzen Tauchgeräten. ich werde mal versuchen einen entsprechenden Textverweis zu finden...
Antwort von Philip am 14.04.2005 - 17:33 @ Henri
Ich komme aus Bayern. Wenn ich an unseren Seen die (Grund-)Ausbildung beobachte, sehe ich nie Schüler mit zwei getrennten Systemen. OK, die meisten TLs (aber auch nicht alle) haben zwei Systeme.
Ich denke auch, dass das zumindest bei einigen Seen (Echinger Weiher, Ilsesee, ...) ein zweiter Automat bei der Grundausbildung etwas der Overkill ist.
Und zur EN 250 - ich weiß wohl, dass es nicht nur um Automaten geht, aber wenn ich mich recht erinnere (ist ne Weile her, dass ich sie in der Hand hatte) steht da nicht drinnen, dass man ab einer gewissen Temperatur mit 2 Systemen tauchen muss.
Aber wir kommen auch vom eigentlichen Thema ab Ich möchte deshalb noch einmal kurz meine These anreißen, dass es im Tauchsport oft zu einem unglücklichen Zusammentreffen kommt, von Schülern, die am liebsten alles kostenlos hätten, mit TLs, die möglichst schnell möglichst viele Schüler durchschleusen wollen und darin von den Orgas bestätigt werden.
Philip
Antwort von Peterhans am 17.04.2005 - 07:35 Namensklau. Das Posting vom 14.04.05 11:12 stammt nicht von mir. Und immer noch unternimmt die Redaktion nichts dagegen. Ausser dem Hinweis, man solle sich regirstrieren lassen, witzig...
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