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Unfallmanagement Rotes Meer - ist das normal?
Abgesandt von Rangu am 19.07.2008 - 20:10:

Seit über 20 Jahren bereise ich das Rote Meer, vorwiegend HRG. Vieles hat sich seitdem getan, doch in Sachen 1. Hilfe / Sicherheit existieren selbst auf 5* Basen immer noch katastrophale Zustände: zwar ist O2 da, aber es fehlt an elementaren Hilfsmittel wie z. B. Beatmungs-Beutel, Güdeltuben, Blutdruckmessgerät und anderes für den Notfall (z. B. Ortungssystem ENOS). Auf Fragen nach dem fehlenden Beatmungs-Beutel antwortete der TL an Bord "beruhigend", dass er stattdessen den Druck auf 50 bar erhöht - damit kriegt man den O2 schon in die Lunge...

Diese und ähnliche Situationen sind beileibe keine Einzelfälle, sondern Situationen, die ich in den letzten Jahren leider immer wieder erlebt habe - egal, auf welcher Basis!

Ist das die schlechte Ausbildung der TL, die Ignoranz und Überheblichkeit der Basisbesitzer oder unser geringer Anspruch als Kunde, weil wir mittlerweile mehr Wert auf Essen und Whirlpool an Bord legen, als auf Sicherheit?!

Ich freue mich sehr auf eure Meinungen!




Antwort von Wasser_Leiche Registriertes Mitglied am 19.07.2008 - 20:49
Es heisst nicht umsonst noch immer Tauch "Safari" muss ja nen abenteurlichen nervenkitzel bieten.

Antwort von Taucherladen-online Registriertes Mitglied am 19.07.2008 - 22:02
Hallo Rangu,

ja wäre schon wünschenswert, dass auf jeder Basis und jedem Schiff entsprechende erweiterte Erste Hilfe Ausrüstung vorhanden wäre, aber die Ausrüstung alleine hilft auch nur wenig, wenn die dazugehörige Ausbildung fehlt.
Auch glaube ich, dass man nicht unbedingt bis an das Rote Meer fahren muss um solche "Mängel" zu finden.
Am Besten man hat selbst die entsprechende Aubildung und schafft sich das Material selbst an. Ein vernünftiger Beatmungsbeutel kostet zwar schon sein Geld, aber den kann man allemal gut gebrauchen, denn wenn man nicht im Urlaub ist, wäre der im Auto auch nicht ganz verkehrt. Denn dann kann man sich im Falle eines Falles die nicht ganz angenehme Beatmung per Mund ersparen.
Blutdruckmessgerät muss ja nicht unbedingt das teure geeichte aus der Aptheke sein, tuts das billige aus dem Supermarkt auch, sofern man der Meinung ist als Ersthelfer eines zu brauchen.

Viele Grüße
Gerhard
Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 19.07.2008 - 22:49
auch mein "Erleben" dort, die Tauch"industrie" hat noch nicht alle Hausaufgaben gemacht, speziell in Ägypten. Da sind andere Länder der Tropen weiter ...
Antwort von kwm Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 07:04
Na wundern tut mich das nicht.
Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 09:13
@ kwm:

... mich eigentlich schon - wenn man mit Tauchtourismus an der Küste einen Hauptteil der Gäste anlockt und davon - gut - lebt, dann sollte die Sicherheit wichtiger genommen werden, da ein gut frequentierte Dekokammer nicht unbedingt den Umsatz bringt, auf dem man dauerhaft bauen sollte.
Antwort von charly Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 12:11
Servus
Ihr solltet aber immer daran denken das Ihr in
einem Land der dritten Welt seit.

Auch wenn das Land, wie hier Egypt zum großen
Teil vom Tourismus lebt.

Genauso verschwinden auch viele Gelder in irgendwelchen dunklen Kanälen.

Das rote Meer bzw. egal welcher Ort dort ist einfach nicht Kairo oder Alexandria dort sieht es besser aus.

Das sollte uns einfach zu etwas mehr Vorsicht und Verantwortung bewegen, wie auch in vielen vielen Ländern der Welt in denen die Rettungskette nicht nach deutschen Standarts abläuft.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und nur sichere und Unfallfreie Tauchgänge.

Charly aus dem Allgäu
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 13:23
@ Rangu

Du sprichst das gleiche heiße Eisen an, das u. a. auch in einen WDR-Beitrag (13. Mai 2008) Eingang fand.

Leider ist es so, dass die Eigner/Investoren bei im Mittel einer dreiviertel Euromillion Kosten für ein Safarischiff an Schnickschnack wie Whirlpool oder Flachbildschirm in jeder Kabine denken, aber fast nichts in Sicherheitsaspekte, umfangreiche Bordapotheke oder qualifizierte Besatzung investieren.
Guck dir mal die langen Threads zum Thema Seawolf Soul an! Das Schiff war bei unserer Buchung erst wenige Monate alt, gerade von den Behörden abgenommen. Die Behördenvertreter waren so blind, dass ihnen noch nicht mal das fehlende, nautisch unverzichtbare, Topplicht und die festgeschraubten Rettungsinseln aufgefallen waren! Und die Eigner, immerhin schon paar Jahre im Safarigeschäft, rüsteten die Heckplattform nur mit einer einzigen, nicht flossengängigen Leiter für 22 Tauchgäste aus. Ein Zwischenfall konnte nur halbwegs geregelt werden, weil ein mitreisender Tauchmediziner und ich einiges an Notfallausrüstung und Medikamenten dabei hatten.
Aber es wurde und wird als 5*-Schiff angeboten.

Es ist alles zusammen:
Ignoranz der Basis- und Schiffsbesitzer (es sind ja Investitionen, auf die der 08/15-Kunde nicht achtet und die werblich-optisch nichts hermachen),
Ignoranz der Kunden (kaum einer fragt beispielsweise nach der aktuellen, für PADI-5*-Center vorgeschriebenen Luftqualitätsanalyse),
Inkompetenz vieler TLs (die nie ein vernünftiges Medizinseminar incl. umfangreicher Ersthelferschulung besucht haben).

Die Aussage des TL an Bord mit den 50 bar ist der Hammer! Den sollte man wirklich übungshalber mal so beatmen zwecks Marktbereinigung!

Abhilfe:
Wenn sich jeder Safariinteressent vor der Buchung schriftlich einen Leistungskatalog über Schiffsmerkmale, Sicherheitsaspekte, Luftqualitätskontrolle, Qualifikation der Besatzung, notfallmedizinische Ausstattung bestätigen lässt, werden zumindest deutsche Veranstalter umdenken müssen und ihre Vertragspartner zwingen, diesen Katalog auch umzusetzen, damit sie als Veranstalter nicht von einer ruinösen Welle von Regressforderungen überrollt werden.

@ Mods/Redaktion

Wenn eurerseits Interesse besteht, so einen Katalog online zu stellen, bin ich gern zur Mitarbeit bereit.
Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 17:17
Warum schiebt ihr den "Schwarzen Peter" immer zu den Basen und Safarischiffen?

Wenn der mündige und achsoerfahrene Taucher diese mangelhaft ausgestatteten Basen nicht meidet und immer wieder bucht, anstatt sich vorher zu informieren und nur noch Basen/Schiffe mit der entsprechenden Ausstattung bucht, dann wird sich nichts ändern. Warum auch?

Aber wenn eine Basis/Schiff mitbekommt, dass sie gemieden wird, weil der Sicherheitsstandart nicht erfüllt wird, dann entsteht schon gewisser Druck.

Z.B. vom Reiseveranstallter bei der Buchung diese Sicherheitsstandarts forden und bei Nichterfüllung Regress fordern. Und schon bewegt sich was.
Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 20.07.2008 - 22:17
wenn der mündige Taucher das so kommunizert bekommt, dann ist es so, dass er entscheiden kann. Meist werden aber vor Ort die Mißstände erst so recht deutlich und dann kann man nicht mehr so wirklich entscheiden. Aber deshalb gibt es ja solche Foren auch ... und um etwas Stimmung hinein zu bringen: Boykott der ägyptischen Basen bis diese sich zu einem Sicherheitsstandard bekennen, den man aus "normalen" Ländern gewohnt ist ...
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 10:05
D-32, Stephan´s und Kölles teilte ich auch uneingeschränkt, es wäre schon wünschenswert, wenn sich ihre Anregungen Um-/Durchsetzen würden...allein der Glaube fehlt mir
Bakschisch (wir würden es Korruption nennen)ist in der dortigen Mentalität wesentlich tiefer verwurzelt als "Risikobewusstsein/-vorsorge"...
Wie sonst wäre die o.g. Abnahme eines unzureichend ausgestatteten Safarischiffes zu erklären? Bloss keine Gäste mit dem Kürzel TU und möglichen Maßnahmen abschrecken, doch lieber Flatscreen und Klimaanlage in der Kajüte hervorheben...
Aktuell lässt sich der Bogen auch zu den exclusiveren Males schlagen, lt. Bericht der UW war es einem Minderkostenpunkt, einem unzureichenden Kompressorfilter, zu "verdanken", dass auf der Baani Explorer ein Todesfall und mehrere Vergiftungen zu beklagen waren....
...mangelndes Bewusstsein und/oder "Kungelei", das Ergebnis ist im Zweifel katastrophal

Wünschenswert wäre, wenn sich aufgrund solcher Vorfälle etwas grundlegend ändert/verbessert...andererseits waren es kaum die ersten Fälle dieser Art...
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 10:39
@ Mario

Wenn sich über einen Zeitraum von mal angedacht 12 Monaten die von mir vorgeschlagene Checkliste "Safarischiff" bundesweit verbreitet, sich auch nur jeder dritte Kunde eines deutschen Safariveranstalters diese Liste als zwingenden Bestandteil der Reisebuchung bestätigen lässt und Regressforderungen erhebt, wenn wichtige Teile der Liste nicht erfüllt waren, werden die Veranstalter mit Sicherheit ganz schnell ganz aktiv werden und ihre z. B. ägyptischen Vertragspartner auf den Pott setzen.
Dann fallen vermutlich so einige Schiffe aus dem Buchungsraster und deren Eigner werden sich überlegen, ob sie nicht doch Schiff und Mannschaft einigermaßen nach international gültigen Vorschriften nachrüsten und die Crew auswechseln oder intensiv nachschulen.

Der zahlende Kunde hat, wenn nicht als Einzelfall als Querulant abgekanzelt, zumindest in Masse viel Einfluss auf die Anbieter!

Wichtig ist allerdings, das Sicherheitsbewusstsein auf Schiffen bei einer breiten Masse von Urlaubstauchern zu schärfen. Der Normalo-Urlaubstaucher bucht, geht an Bord, bezieht eine Kabine Unterdeck/Bug, freut sich über Bad und DVD und macht sich keinen Kopp um einen Fluchtweg aufs Vordeck, wenn aus dem Maschinenraum kommend Feuer den normalen Weg versperrt.

Ich wette, dass der Germanische Lloyd oder Norske Veritas als Klassifizierungsgesellschaften ganz vielen Safarischiffen ( = kleine Kreuzfahrtschiffe) die Zertifikate verweigern würden.

Was auf der "Baani Explorer" übel endete, hätte uns August 2007 auf der "Seawolf Soul" genauso passieren können! Da war es allerdings ein krasser Konstruktionsfehler der Kompressoranlage, aber eben auch die fehlende Überwachung der Luftqualität. Aber Flatscreen in jeder Kabine! Und Abstreiten jeglicher Verantwortung seitens der Eignerfirma!
Nochmals Seawolf Soul: Was hält der Gast von einem "Käptn", der keine Alternativroute in die digitale Seekarte programmieren kann, und der eine Stunde lang ein auf 50 m liegendes Wrack auf 35 - 40 sucht, weil er mit der Bildschirmanzeige nichts anfangen kann?
Und was halte ich von einer "erfahrenen" Safarifirma, der ich wenige Tage vor Start klarmachen muss, dass nur eine flossenungeeignete Leiter am Heck für 20 Taucher wirklich nicht ausreicht?

Der Kunde hat die Macht, Schwarze Schafe aus dem Markt zu befördern!
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 13:17
Keine Frage D-32, volles dito! Nur diese Masse von Kunden, die dann "Macht ausüben könnten" wirklich an "einen Strang" zu bekommen, an dem sie ziehen können/sollten, die zusammenzubekommen, das ist wohl was alá Sysiphus...(oder -phos?)
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 13:45
@ Mario

Das wird schwierig, denn der Normal-Safari-Urlauber ist kein Taucher im Sinne von Rudi Kneip mehr, sondern ein Funwilliger, der das Geld dafür hat. Der hält zwar physisch keine 3 TG/Tag durch, aber wohl deshalb will er DVD und Whirlpool an Bord haben.
Der kommt ausm Binnenland und hat null Ahnung von Schiffssicherheit und Nautik. Hat AOWD oder sogar Rescue, aber auch hier null Ahnung.

Aber versuchen kann man es ja mal!
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 13:45
Und was hätte das Vorgeschlagene zur Folge (außer, dass der allgemeine Standard steigen würde, sowie einige schwarze Schafe entweder verschwinden oder upgraden müssten)?

DIE PREISE WÜRDEN WEITER STEIGEN!

Tauchbasen/Safarischiffbetreiber wollen und müssen in erster Linie Geld verdienen.

Klimaanlagen und Flachbildschirme/DVD sind marktgerecht, weil gewünscht, und daher sehr werbewirksam. Dass die Safaris mit solchen vermeintlichen "Luxus"booten dadurch teurer werden ist auch klar. Jeder Konsument kann sich somit sein Preissegment aussuchen. Tatsache ist aber 8und leider) auch, dass die meisten Konsumenten, wenn Anbieter A, der zwar kaum Luxus bietet, aber dafür sehr hohen Sicherheitsstandard, und Anbieter B, der kaum Sicherheitsstandard aber dafür tolle Bildchen seiner ach so schönen Kabinen und Außenbereiche seiner Schiffe liefert, fast immer beim Anbieter B buchen!!!

Nimmt man die Kosten für den hohen Sicherheitsstandard und den Luxus zusammen, kann keiner mehr die Reiseleistungen für die derzeit gängigen Raten anbieten. Also bleibt eines davon auf der Strecke und das ist bedauerlicherweise die Sicherheit, denn die ist nicht so werbewirksam wie der Luxus.

Man muss die Angelegenheit also zunächst aus wirtschaftlicher Sicht beleuchten: Ist der, von Jo genannte, Normalo-Urlaubstaucher überhaupt bereit, ausser für den gewissen Luxus, auch noch für einen guten Sicherheitsstandard zu bezahlen?? Die Antwort lautet hier ganz klar: NEIN!

Ih braucht euch nur das Forum Tauchgebiete ansehen: mehr als 70% der Fragen nach Tauchgebieten beinhalten "preiswert", "bezahlbar", "günstig" und auch "billig" oder gar (...schauder...) "Schnäppchen"!

Vor dreißig Jahren musste der "Normalo" für seinen Jahresurlaub von 2 Wochen an der Adria noch das ganze Jahr vorher sparen, um sich den leisten zu können. Heute ist Urlaub zu einem lebensnotwendigen und unantastbaren Grundbedürfnis wie Fernseher, Radio oder Sofa geworden! Jeder Kleinverdiener oder gar AL fährt heutzutage in den "wohlverdienten" Urlaub, Gott bewahre, wenn das mal nicht drin ist!!!

Jo, du hast schon recht mit deinem letzten Satz, aber es fehlt der Zusatz, dass der Kunde auch bereit sein müsste, dafür eine Hand voll Euros mehr auszugeben. Und genau da hapert es es doch!

Ich hatte mich mal mit einem britischen Tauchgast auf einer Ausfahrt unterhalten, was ihn dazu bewogen hatte, mit gerade dieser (es war eine italienische) Tauchbasis zu tauchen, obwohl er doch in einem ziemlich weit entfernten Hotel wohnte in dem es auch eine Tauchbasis gab. Seine Antwort: ich habe bei google "cheap diving" eingegeben und der erste Link auf der Liste waren diese Italiener...und weil die wirklich im Vergleich die billigsten waren, habe ich die gebucht.

Bezeichnend, nicht wahr?

Heutzutage jammert schon fast jeder, wenn er für eine Woche Malediven mehr als 1.300 Euro bezahlen soll (natürlich AI und min. 2 TGs am Tag inkl.) - ja sagt mal, WO LEBEN WIR DENN? Der Flug alleine kostet schon zwischen 600 und 800 Euro, dazu der Transfer - meist mit einem klapprigen Wasserflugzeug(fragt DA eigentlich jemand nach dem Sicherheitsstandart??), das Hotel plus Verpflegung ("was, Bier ist NICHT AI, nur Softdrinks!!!???") und was bleibt dann noch fürs Tauchen?

Liebe Leut - mit Dienstleistungen (und vieles im Urlaub ist nun mal Dienstleistung) verhält es sich nun mal umgekehrt, als mit Elektronikprodukten!

Bevor das nicht von der breiten Masse kapiert wird, kann sich nichts ändern!

Just my two cents.

Ciao
Thomas
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 13:52
Mmhhh...so so´n Punkt "für" Sysiphus...
Antwort von charly Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 13:58
Richtig alles reguliert sich über den Kunden,
wenn keiner mehr kommt bzw. weniger Gäste dann wird etwas geschehen.
Zuerst am Preis, sprich das ganze wird billiger,
bis es so auch nicht mehr klappt und dann wenn noch was zum investieren da ist wird nicht nur die Qualität (Luxus) eingebaut sondern auch nach der Sicherheit geschaut.
Aber das wird ein langer Weg,
denn wie uns immer wieder sugeriert wird Geiz ist geil, wer etwas mehr ausgibt bekommt ja auch schon jetzt das eine oder andere.
Aber für Nüsschen halt nicht,
für die meisten ist erstmal auch der Flat und DVD auf dem Zimmer wichtiger als das überleben im Notfall.
So dann fangen wir mit den einfach Dingen an,
Tanks umdrehen ob Wasser drin ist oder das schwarze für Alu und das weiße Tuch für Stahl vors Ventil und aufdrehen.
Viele werden überrascht sein was da so alles rauskommt, bzw. wissen warum der Regler nachdem letzten Urlaub nicht mehr so recht wollte.

Wer hat sich denn schon einmal den Sauerstoffkoffer zeigen lassen?

Meist bekommt man dann die alten Drägerkisten aus BW beständen zusehen und ob die das auch alles Tun was sie sollen ist zweifelhaft.

Deshalb auch meine Meinung Mann und Frau sollte wissen wohin man sich begibt.

Ich wünsche uns allen einen schönen Tag und lauter sichere Tauchgänge

Charly
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 14:03
Thomas:

Fehlt nur noch die Forderung, an Bord täglich via Satcom die aktuelle BILD lesen zu können!

Nein, für nautische Sicherheit zahlt der Normalo garantiert nichts extra. Passiert ja auch nichts, sind ja Guides dabei, und das Schiff hat sooo viel schöne weiße Farbe überall.

Für 25.000 Euro bekommst du ein Safarischiff auf einigermaßen ordentlichen nautischen Standard aufgerüstet, brauchst dann aber auch einen Skipper, der damit umgehen kann - und da ist die nächste Klippe.

Und für all das will der Normalo nichts bezahlen.
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 14:36
...nicht nur den Skipper - die gesamte Mannschaft, einschliesslich der guides!

Nehmen wir mal das DM Level (ja, von der Sekte - die anderen kann ich nicht beurteilen): Eigentlich ist der Standard, der dort bezügl. Sicherheit im Lehrbuch steht, gar nicht so schlecht, aber es ist erschreckend, wieviele guides das nach der Prüfung früher oder später schlicht und ergreifend vergessen..."es ist ja noch nie was ernstes passiert"...

Ich will damit sagen, dass es immer auf die Einstellung des Einzelnen ankommt, wie ernst er das vermittelte, auch für die Zukunft, nimmt. Ich empfand den Abschnitt Sicherheit und accident management damals in meinem Kurs das wichtigste überhaupt (der übrige Kurs ist easy und zu vernachlässigen - das meiste ist, oder sollte, sowieso common sense sein) und ich beurteile eine Tauchbasis auch heute noch zuerst nach ihrem Sicherheitsstandard....so geschehen letztes jahr im November, als meine Frau ihren Rescue Kurs machte....der TL wurde fast wahnsinnig weil im gesamten TC (und das ist ein IDC Center) kein einziger kompletter O2 koffer zu finden war...in jedem der 3 vorhandenen hatte irgend etwas essentielles gefehlt! Der TL (ein recht junger und lockerer Holländer) ist schliesslich losgedackelt und hat sich die fehlenden Sachen selbst (und auf seine Kosten) besorgt, sonst hätte er den Kurs mit meiner Frau nicht abgeschlossen. Respekt! Und das bei dem kleinen Lohn, den er dort verdiente....damit hat er sich von uns ein saftiges Trinkgeld verdient, wahrscheinlich mehr, als er vom TC für den Kurs als Provision bekommen hatte.

Es gibt eben solche und solche - und leider von den einen viel zu wenige!

Da muss man doch den, von uns so oft belächelten Tekkies, eines zu gute halten: Denen ist es wurscht, ob die für einen TG 150 oder 200 Euro bezahlen und ob ihr komplettes Gerödel 2.000 oder 7.000 Euro kostet - oder habt ihr schon mal Tekkies nach einer "Schnääpchentekbasis" fragen gehört?


Thomas
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 14:38
Schnäppchentekbasis - ach wo ist denn die liebe Edith??
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 15:00
Moin Thomas,

ausgehend davon, dass ein Safarischiff ein Mini-Kreuzfahrtschiff = gewerbliche Passagierfahrt ist, sollte eigentlich die Forderung bestehen, dass einer aus der Crew zumindest ansatzweise die Fähigkeiten eines Rettungsassistenten hat, ferner, dass der Käptn oder sonst jemand ein Funkzeugnis besitzt und soweit Englisch kann, damit er sich per Seefunk mit der Handelsschifffahrt unterhalten und Notverkehr abwickeln kann.
An beiden Aspekten hapert es gewaltig!
Die Tauchguides kannst du diesbezüglich auch vergessen!

Wsa ihr in diese IDC-Center erlebt habt, wäre eine Reihe Fotos und dann böse Mecker an die Org wert gewesen.

Wo bleiben eigentlich die Kommentare und Beiträge der sicherlich mitlesenden Tauchreiseveranstalter?
Damals beim Seawolf Soul-Thread gab es sie doch auch.

Man sollte dieses Thema vital halten!
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 16:29
Hai Joe,
es gibt durchaus Reiseveranstalter die schon reagieren und das Thema aufgreifen.
Hier klicken
Und so wie ich den Uwe Nehls kennengelernt habe, ist das nicht nur Werbung. Unsere Rückmeldungen wurden bisher immer Ernst genommen und auch entsprechend gehandelt.
LG
Michael
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 19:42
Cool - ich habe auch soeben abgestimmt (so ziemlich alles mit "sehr wichtig").

Aber - inwieweit das wirklich berücksichtigt wird, ist die nächste Frage. ...s.o.

Es ist einfach das Problem der "Schnäppchenjägerkultur" mit der wir uns tagtäglich auseinandersetzen müssen, welcher, nicht zuletzt, durch unsere derzeitige Regierung noch so richtig Wasser auf die Mühlen gegossen wird!

Ach Mensch! Ich bin es einfach leid, immer wieder die selbe Leier zu hören...Schnäppchen, billig, preiswert, bezahlbar....wenn euch das Tauchen zu teuer ist, dann lasst es einfach bleiben oder taucht in euren Tümpeln in unserem Hinterhof (aber das ist auch teuer, denn da muss man zumindest in einen Trocki investieren).

Sorry, aber es geht mir wirklich auf die Nerven, dass die meisten Beiträge (ausser denen, die immer hier beitragen) von nichts anderem getragen werden, als von der Schnäppchenkultur!

Musste einfach mal raus - sorry and die, die sich auf den Schlips getreten fühlen - aber das geht mir gerade so am A**** vorbei!

Ciao
Thomas
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 21:47
Hallo Michael,

danke für den Link! Habe auch den Fragebogen beantwortet und noch einige Aspekte hinzugefügt, ferner ein Lob ausgesprochen, dass sie wohl als erster Veranstalter das Thema ernst nehmen.

Hallo Thomas,

ich denke schon, dass allmählich die Veranstalter aufwachen. In diversen Kommentaren zu der Sache mit der Baani Explorer wurde ja angedeutet, dass der Veranstalter für ziemlich viel haftbar gemacht werden kann. Lass da mal auf einer Vollcharter eines kleineren Veranstalters zwei Leute, an deren Leben Kinder und Firma hängen, sterben, weitere 15 Kunden übel erkranken incl. Prognose von Spätschäden durch versaute Luft und Hinterbliebene sowie Erkrankte klagen in DE. Der Veranstalter dürfte auf der Stelle pleite sein, sofern eine Luftanalyse beibringbar ist. Der Veranstalter hat die Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Kunden, und wenn er seinen Vertragspartnern = Schiffseignern nicht auf die Finger guckt und gewisse Standards fordert, dann hat er eben Pech - und der Kunde kann nur hoffen, dass die Konkursmasse genug hergibt.

Es wird allmählich wirklich Zeit, dass Safarischiffeigner in wirklich wichtige Aspekte investieren, anstatt noch einen Whirlpool und noch mehr Flatscreens einzubauen. Oder sie erklären, dass ihr Schiff nur Kreuzfahrten macht, aber nicht getaucht wird.

Jo
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 21.07.2008 - 23:08
Hi Leute,

hackt doch nicht auf denen rum, die bei vergleichbaren Angeboten auf den Preis schauen. Das machen wir doch alle. Der springende Punkt ist doch: Was ist vergleichbar? Was sind verlässliche Informationen über den Sicherheitsstandard? Da denke ich, dass man als Normalverbraucher meist hilflos uninformiert oder belogen bleibt.

Wenn ich z.B. eine Safari gebucht habe, an Bord gehe und dann nach dem letzten Filterwechsel Frage: Was nützt mir die Antwort? Sie ist entweder wahr, wenn ordnungsgemäß durchgeführt oder gelogen, wenn nicht - und über das, was zutrifft, kann ich eine Münze werfen

Grüße
Klaus
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 00:06
Unfallmanagement Rotes Meer - ist das normal?
Was ist normal am Roten Meer, mit den Ägyptern.
Wer etwas vom Schiffbau versteht, sollte einmal die staatliche Werft in Suez aufsuchen, wo ein Großteil der neuen Safarischiffe gebaut werden. Dem aufmerksamen Betrachter, würde auffallen, daß diese Schiffe keinerlei Art von Schrauben kennen. Sie sind mit Millionen Nägeln zusammengenagelt. Kurze, lange, dicke und dünne. Tagaus, tagein abermillionenfach sich wiederholend, von miserabel bezahlten Arbeitern ausgeführt, hört man das Stakkato der Hammerschläge.
Hübsch sehen sie aus hinterher, wenn nicht gleich die Scheiben platzen, die Fliesen von den Wänden fallen, oder das Deck bedenkliche Geräusche von sich gibt, als wolle es auf seine Unvollkommenheit hinweisen.
Erst einmal im Wasser stellt sich heraus, daß das Schiff viel zu groß ist. Die Kunststoffummantelung des Unterwasserschiffes zigfach gebrochen und der Wassereintritt nur durch das Starten der Hilfsdiesel und damit der Lenzpumpen (so ausreichend vorhanden) ein sofortiges Absaufen vermeidet.
Wer es nicht glaubt, überzeuge sich vor Ort. Ich könnte in diesem Stil weiter fortfahren, möchte aber nicht langweilen. Spätestens nach 5 Jahren sind diese Schiffe Schrott, werden aber aufwändig restauriert, weil ein Neubau geringfügig mehr kosten würde. Oder sie werden dummen Europäern zum Kauf angeboten.
Wer hat sich denn schon mal von einem ägyptischen Safaribootkapitän seine Lizenz vorlegen lassen.
Sowas gibt es!!!! Aber nullwertig.
Meines Wiisens, werden ägyptische Tauchschiffe nicht zertifiziert, weder von Solas noch vom germanischen LLoyd, oder anderen anerkannten hierfür zuständigen Institutionen. Die Nilkreuzfahrtschiffe sind zertifiziert und entsprechen internationalem Standard, ebenso hat der Kapitän ein gültiges international anerkanntes Diplom.

Ich meine, die Frage nach Unfallmanagment erübrigt sich vor diesem Hintergrund.
Soweit ich weiß, ist bisher auch kein Tauchboot im Roten Meer unterwegs, welches mit einer Minimalausstattung an Notfallmedizin wirbt und solchen, die es ausführen könnten, geschweige denn darauf hinweist, daß zusammengenagelte Schiffe kaum in der Lage sind, mehr als einen Sturm in der Badewanne zu überstehen.
E. Langer

E.langer

















Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 01:48
@ drelanger

Dein Beitrag ist genial! Ich gehe mal davon aus, dass deine Aussagen auf den gleichen Beobachtungen beruhen wie meine in der Werft in Hurghada. Nur in einem Punkt muss ich etwas widersprechen, zumindest bezogen auf die Seawolf Soul:
Das Schiff hat ab Werft noch nicht mal ein "Leichentuch" aus GFK, sondern ein hübsches Mäntelchen aus billigstem Sperrholz bekommen - Stöße verspachtelt und mit billigsten Eisennägeln rangekloppt und überlackiert. Etwas Welle gegenan riss bei diesem angeblich jungfräulichen Schiff August 2007 im Vorschiffbereich schon halbquadratmeterweise das Sperrholz weg. Darunter waren die Planken nicht kalfatert, sondern an de Stößen mit starrem Polyesterspachtel versehen. Dass das Schiff dann Wasser zog, ist klar, und wohin das Wasser zwischen restlichem Sperrholz und Planken zieht und was es da anrichtet, ist auch klar. In weniger als 5 Jahren ist das ein Rottschiff und wird eventuell, gute Versicherung vorausgesetzt, ganz aus Versehen, mit 20 zahlenden Gästen auf ein lokales Riff auflaufen.

Das erste GL-zertifizierte Schiff im Roten Meer war meines Wissens die Fortune One, die nie so recht auf dem Markt Fuß fasste nd im Hafen von Hurghada vor sich hingammelte. Schade um das schöne Schiff!

Ägyptische Safarikapitänslizenzen:
Die Jungs rekrutieren sich doch vom Fischer über Decksmann und Koch. Nautiker sind sie vielleicht mit 10 %, wenn einer mal bei der Marine war. Kapitänspatent: Gekauft, so wie es vor einigen Jahren für deutsche Skipper auch auf Cayman Islands möglich war: 5000 Euro für ein Patent A 6 mit Nachweis von paar hundert Meilen auf irgend einer Jolle.
Die würden doch nicht mal ansatzweise die Anforderungen des deutschen Sportseeschifferscheins bestehen, aber kutschieren 20 Leute auf hoher See rum!

Es gibt schon ein paar wenige Safarischiffe im Roten Meer, die ordentlich gebaut sind - steel is real! Und wenn da auch noch das elektrische Bordnetz sauber zweipolig geführt wird, überlegen sie jeden Holzkahn um viele Jahre.

Aber leider sehen wohl auch deutsche Reiseveranstalter nur das nette Ambiente. Klar, die meisten sind ja auch fernab der Küste und wissen nichts von Schiffbau.

Jo
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 08:31
Moin Jo & alle, die hier mitlschreiben und mitlesen,

die beiden letzten Beiträge machen mich Schaudern! Vielleicht habe deshalb bisher instinktiv auf Safaris verzichtet.... allerdings macht es keinen großen Unterschied, ob ein solcher Dampfer "draussen" übernachtet oder nur eine Tagestour zur Thistlegorm macht.... im Falle eines Unfalls ist das Resultat das gleiche.

Bleibt die Frage: was können wir tun?

Ich hatte mich vor etwa zwei Jahren mit dem Gedanken getragen, eine Tauchbasis in Ägypten als weiteres Geschäft zu eröffnen und den gesamten Research bis zur Erstellung eines Businessplans gemacht. Lektüre, Gespräche, Reisen für Research vor Ort, Verhandlungen mit einer zum Verkauf stehenden Basis usw. - the full Monty! All das vor dem Hintergrund meiner eigenen Ansprüche bezüglich Qualität und Sicherheit einer solchen Operation. Beim durchrechnen des Businessplans habe ich dann aufgegeben, weil A: In Agypten die Infrastruktur betüglich Sicherheit und Qualität in der von mir gewünschten Form nur ungenügend vorhanden war (daran ist weder schnell, noch mit viel Geld etwas zu ändern) und B: um halbwegs Breakeven zu erreichen, bei einer angenommenen, durchschnittlichen Auslastung von 60% übers Jahr, der TG ca. €50 hätte kosten müssen. Die Analysen haben aber gezeigt, dass der Markt in Ägypten das nicht auch nur annähernd hergibt - wird doch schon €25/TG als "vieeel zu teuer" betrachtet.

Es gibt immer wieder mal vereinzelte Tauchbasen, die sich auf dieses Terrain vorwagen und auch den entsprechenden Luxus bieten (mit der Sicherheit ist es allerdings nicht viel weiter her, als bei den Billig-Basen) doch die geben meistens nach ein paar Jahren mit einem Riesenloch im Geldbeutel wieder auf.

Ergo sind wir wieder beim Thema: Solange der Markt das nicht massiv fordert UND auch bereit ist, dafür zu bezahlen, wird sich nichts ändern!

Ich kann nur hoffe, dass solche öffentliche Diskussionen (Internet sei Dank!) einige zum Nachdenken bewegen und einen, wenn auch langwierigen und mühsamen, Prozess in Gang setzen , der die Verhältnisse positiv beeinflusst.

Ich für meinen Teil werde Tauchbasen, die nicht meinen minimalsten Anforderungen an Sicherheit und Qualität entsprechen, meiden. Zugegeben - mir fällt das leichter, als manch anderen, denn ich will und muss nicht jeden € umdrehen, und Pauschalreisen würde ich niemals buchen.

Übermorgen geht es nach Dahab und wenn das Schiff, welches von dort aus Tagesfahrten nach Tiran anbietet auch so ein Seelenverkäufer ist, dann lassen wir Tiran diesmal eben aus! Es gibt auch eine Tauchbasis, die fährt dort innerhalb von 10-15 Minuten mit einem RIB hin - dann werden wir das nächste mal eben in jenem Hotel wohnen, wo sich diese (nach meinen Infos vom Hoteleigentümer subventionierte) Tauchbasis befindet.

Thomas
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 09:35
Moin Thomas,

welches RIB schafft denn die Strecke Dahab - Tiran in 15 Minuten? Das sind, je nach Startpunkt, 28 - 30 Seemeilen! Muss eine totale Falschinfo sein, wer sowas behauptet und womöglich auch noch auf eine Website schreibt, hat null Ahnung.
(Für Landratten: 30 sm in 15 min = 120 Knoten = gerundet 200 km/h. Das schaffen bei ruhiger See solche Rennboote, mit denen sich vor Jahren der Mann von Monaco-Caroline totgefahren hat. Ich hatte mal was mit einem SES-Kat zu tun, wie er heute Hurghada - Sharm fährt, der 45 Knoten machte. Das ist schon auf dem Wasser sauschnell, ohne high speed Radar ging da gar nichts, und so manche Entengruppe war geshreddert, bevor wir sie richtig sahen.)

Mit einem hochmotorisierten RIB schaffst du es vielleicht in 60 Minuten hin, aber gegen die Welle, die meist von Nordost kommt, garantiert nicht in 60 Minuten zurück. Welche Basis/welches Hotel soll das denn sein?

Und die anderen Tagesfahrtschiffe in Dahab (u. a. Ganet Sinai, Sinai Divers) sind die gleichen plumpen Verdränger wie anderswo mit nur einem Diesel. Wenn sie 10 Knoten laufen, liegt der Hebel schon auf dem Tisch.

Wo taucht ihr in Dahab? Wenn es euch da nicht gefällt: Hier klicken

Sicherheit auf Schiffen und Basen in Ägypten:
Viel wäre schon erreicht, wenn sie sich mal von dem immer mehr aufgeblasenen Riss kleiner Fischerboote lösen würden, stattdessen auf scharfen V-Bug und Stahl als Baumaterial wechseln würden. Es gibt einige wenige davon, wie die schon genannte Fortune One, die Wind K (die eigentlich auch schon zu plump ist) und noch wenige mehr. Wenn die dann mit ständiger GL-Aufsicht gebaut werden, kosten sie vielleicht 50 % mehr als die genagelten Holzkisten. Die marschieren dann aber flott durch vorderliche See, wenn überbreite/unterkurze Zigarrenkisten wie die Seawolf Soul in jedes Wellental klatschen.
Schwierig wird es, wenn man zumindest zwei richtige Nautiker und ein als Rettungssanitäter ausgebildetes Crewmitglied fordert. Mit der Forderung kannst du 95 % der Safarischiffe und Tagesboote stilllegen, weil es in dem Staat gar nicht so viele Nautiker gibt, und bestimmt keine, die für den Hungerlohn auf Tauchschiffen arbeiten.
Dann kann man einem Großteil der Tauchsport-Verantwortlichen die Lizenz wegnehmen, denn wer beispielsweise als Tauchlehrer der Meinung ist, dass flüssiges Wasser in Tauchflaschen etwas völlig Normales ist, oder wer als Basisbesitzer die 1500 Euro für eine elektronische Filterüberwachung nicht investieren will, gehört nicht in dieses Business.

Tauchbasis gründen/Kosten:
Lohnt sich in Ägypten garantiert nicht mehr. Aber unter gewissen Voraussetzungen kann man schon auch bei Wahrung hoher Standards bezüglich Sicherheit einen TG für 20 - 25 Euro anbieten, wenn gleichzeitig entsprechende Auslastung gewährleistet ist. Und das ist der Knackpunkt: Der Normalo-Urlaubstaucher fragt ja nicht mal nach, ob der Kompressor eine Luftüberwachung hat oder ob wirklich mehr als 10 bar Sauerstoff drin sind, wo Sauerstoff draufsteht. Sicherheit verkauft sich leider schlechter als zwei Whirlpools auf Deck oder hübsche Esstische im Salon eines Safarischiffes, von denen mangels Schlingerleiste bei geringster Schiffsbewegung jeder Teller runterrauscht.

Schönen Urlaub!

Jo
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 09:58
Zunächst möchte ich Rangu für das "Lostreten" dieser Diskussion danken, die - Gott sei Dank - viele Gemüter bewegt! Manche Beiträge sind mir vielleicht ein wenig zu polemisch, denn es gibt viele gut gebaute Safari-Schiffe im Roten Meer, die nicht zusammen "gedengelt" sind.

Doch auch bei denen gibt`s eklatante Sicherheitsmängel, wie z.B. die von Rangu erwähnten fehlenden Ambubeutel, O2-Maske etc. Die "Krönung" war die Antwort eines Basisbesitzers, den ich auf der "boot" nach Sicherheit und u. a. auch nach Taucherortung (z. B. "Enos-System") gefragt habe: "Warum soll ich denn in Sicherheit investieren, die Taucher wachsen doch auf den Bäumen nach" (dtsch. Basis in Pt. Safaga!)

Und genau das ist der Punkt: so lange die Schiffe noch mit "Jubelarien" und 6 Flossen bewertet werden, weil es Sauerbraten und Kaiserschmarrn an Bord gab und allenfalls die "supertollen ausführlichen Briefings" unter Sicherheit gebucht werden, liegt vielleicht eine Teilschuld an uns - denn wir können als Kunden den Markt mitbestimmen. Das entbindet aber meines Erachtens deutsche Unternehmer nicht davon, für höchste Sicherheit zu sorgen - auch nicht in einem Dritt-Welt-Land wie Ägypten. Denn für anderen Schnickschnack (Flat, Whirl etc.) ist das Geld ja da - der mir aber weder draußen in der Strömung, noch bei einem Atemstillstand an Bord hilft.

Daher schließe ich mich D-32 an: lasst uns dieses Thema vital halten, das wäre vielleicht ein Anfang, denn auch Safarischiffbesitzer und Reiseveranstalter lesen diesen Thread
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 10:05
Hi Jo

sorry - habe es wohl nicht so deutlich rübergebracht: Die Tauchbasis, welche Tiran mit einem RIB anfährt, ist im Four Seasons - ziemlich genau gegenüber der Riffe von Tiran.

Den Tipp mit wem tauchen in Dahab hattest du mir schon im April gegeben, ist schon alles klar gemacht (und deinen Vodafone Chip habe ich auch schon...) - JETZT klingelts..!

Deine Ausführungen über Sicherheit auf Schiffen und Basen - genau so ist es. Nur, s.o., wird kurzfristig da kaum etwas zu ändern sein.

Tauchbasis/Kosten: Wenn es nur um den Sicherheitsstandard geht und der Betreiber ein mäßiges Einkommen gewöhnt ist und auch fürderhin akzeptiert, dann sind die 20-25€ pro TG sicherlich drin, aber OHNE die Whirlpools, die Flachbildschirme, etc. und dann sind wir wieder beim Status Quo. Wenn man beides anbieten will, ie. die Sicherheit plus den gewissen lockenden Luxus, dann sind 20-25€/TG einfach nicht drin - vor allem, wenn man die Auslastung realistisch kalkuliert. Deshalb bleibe ich bei meinen angestammten Geschäften und werde niemals in eine Tauchbasis investieren (zumindest nicht in Ägypten). Dann schon eher so was: Hier klicken

Der Markt dafür ist klein, aber fein und mit den richtigen Hotelpartnern ist das auch zu vermarkten - allerdings ist die dazugehörige Investition weit jenseits dessen, was eine "normale" Tauchbasis verschlingen würde.

So - und nun muss ich anfangen, mein "mobile office" für den Urlaub zu packen...

Thomas
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 11:03
@ Jo-D-32 und ThomasCanyon: bitte tauscht doch eure Privatkorrespondenz direkt aus und lasst uns auf Rangu`s ursprgl. Thema zurück kommen, denn hier geht es um SICHERHEIT!

Dass sich Sicherheit angeblich nicht "verkaufen" lässt, leuchtet mir nicht ein, denn wenn man auf die Automobilindustrie schaut, ist mittlerweile der kleinste Kleinwagen mit ABS, Airbags etc. ganz selbstverständlich ausgerüstet! Und wer von uns würde sich heutzutage einen Neuwagen kaufen, ohne Airbags & Co.?

Jeder Marketingexperte - egal ob er taucht oder nicht - bestätigt, dass Sicherheit "sexy" geworden ist: "Safety sales better than Sex!"

Dass diese Formel am Roten Meer nur bedingt gerift, liegt sicherlich an Rangu`s Vermutung, dass die Basisleiter skandalös ignorant sind in Bezug auf Sicherheit - und wir Taucher aber nicht auf unser Rotes Meer verzichten möchten. Und damit geht die Kalkulation der Basisleiter auf, denn es gibt ja genug von uns Tauchern, die das hinnehmen, frei nach dem Motto "wird schon gut gehen."
Natürlich akzeptiere ich, dass nicht jeder die Kohle hat, nur die teuren Schiffe zu buchen, aber das gibt günstigeren Schiffen NICHT das Recht an SICHERHEIT zu sparen; mit fehlendem Erste-Hilfe-Equipment und Wasser in den Flaschen!
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 11:07
Moin Thomas,

ja, nun weiß ich Nick und Realname zuzuordnen!

Tiran-Riffe ab Four Seasons sind problemlos in 10 Minuten per RIB machbar, das sind 1 - 2,5 sm mit querer See.

Stimmt, wenn man eine Basis auf hohem Sicherheitsstandard plus schönem Ambiente gestalten will, wird es teuer! Und der Markt wird das zumindest in Ägypten nicht honorieren. Ich brauche z. B. bei einer Basis nur: Erstklassige Luftqualität, Wahl zwischen 12 l und 15 l, flexible Tauchplatzgestaltung, Freiheit beim Tauchen und danach einen netten Platz fürs Dekobier.

Und was Leute wie Mike Ball machen, ist sicherlich toll, aber die haben auch eine entsprechende Kundschaft.

Wofür in Ägypten aber sicherlich ein Markt wäre: Safarischiff, Stahl, Länge 45 - 50 m, nautische Topausstattung, deutscher Kapitän und Bootsmann, Tauchdeck incl. Trimix und Rebreather-Support, Topleute als Tauchcrew und Fahrtlizenz von Suez bis Sudan (bis Saudi-Arabien Westküste klappt ja leider nicht).

Gruß Jo
Antwort von ThomasCanyon Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 11:41
3667: Sorry, wenn hier der eine oder andere kleine Absatz in die Privatkorrespondenz gehört hätte, doch am Thema vorbei geht die Diskussion insgesamt nicht.

Es sieht nur langsam so aus, dass sich hier viel zu wenige beteiligen und sich die getroffenen Aussagen wiederholen. Auch du bestätigst mit deinem letzten Absatz nur das, was schon weiter oben gesagt wurde ("und wir Taucher aber nicht auf unser Rotes Meer verzichten möchten.....das hinnehmen..."). Tja - warum wollen wir Taucher nicht auf unser Rotes Meer verzichten?? Weil es ein tropisches Meer quasi "vor der Haustür" ist und... weil es vergleichsweise BILLIG ist! (...sich aber dann über die osteuropäischen Gäste beschweren, die aus genau dem gleichen Grund dorthin fahren...erm...).

Echte Lösungen hat hier wohl keiner - geht es doch mit erhöhten Kosten und auch mal Verzichten einher!

Ok, selbst wenn das Erste-Hilfe-Equipment da ist und kein Wasser in den Flaschen ist, dann ist das nur ein kleiner Aspekt, den die Betreiber mit vergleichsweise geringen Investitionen abstellen können - und dies auch tun würden, wenn seitens der zahlenden Gäste genug Druck kommt, ABER: Die weitergehenden, und IMHO schwerwiegenderen Mängel (oben schon mehrfach beschrieben) werden genau aus den von dir genannten Gründen NICHT abgestellt werden - man will sich ja schliesslich seinen Tauchurlaub auch leisten können...

DA liegt die Crux - Tauchen, besonders im Roten Meer, ist zu einem billigen Massen"sport" geworden, und jetzt fängt man langsam an, aufzuwachen und zu verstehen, womit man sich das "so billig" erkauft hat. Wäre das Tauchen teurer, wäre es nicht nur keine derartige Massenbeschäftigung, sondern auch sicherer!

Meine Meinung!

Gruß
Thomas
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 11:47
@ Taucher 3667

" Natürlich akzeptiere ich, dass nicht jeder die Kohle hat, nur die teuren Schiffe zu buchen, aber das gibt günstigeren Schiffen NICHT das Recht an SICHERHEIT zu sparen; mit fehlendem Erste-Hilfe-Equipment und Wasser in den Flaschen!"

Stimmt! Aber da genau ist der Wurm im System:
Die Behörden, die Fahrterlaubnisse erteilen, sind nachweislich absolut luschig und deren Beamte haben fast null Ahnung.
Die Schiffseigner gucken auf Buchungszahlen und wissen, dass sich fotografierbarer Schickimicki an Bord besser verkauft als nicht fotografierbare Sicherheit.
Die Kunden gucken auf fotografierten Schickimicki und haben von Seefahrt keine Ahnung. Luft ist das, was ihnen reingefüllt wird, dass die mal ganz übel sein kann, steht nicht in ihren Büchern.
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 12:20
Was ich an der Situation nicht verstehe, ist, dass Sicherheit den Urlaub - angeblich - verteuern soll, wenn Flat/DVD/Whirl den Urlaub nicht verteuern!

Und jetzt mal im Ernst: es gibt seit langem Masken, Automaten und Tauchcomputer auf dem Markt, die weit im vierstelligen Bereich liegen - von Kameras + Gehäuse + Blitz etc. mal ganz abgesehen.
Will damit sagen: wenn die Safari pro Person EUR 50,00 (fünfzig) mehr / Woche kosten würde, könnten sich die meisten von uns den Trip trotzdem leisten!
Und die Safarischiffbesitzer hätten dann auch recht schnell ihren Break-Even für Ambubeutel, O2-Maske, Enos-System etc.

Nicht vergessen: Rettungsequipment hat selbstverständlich zu sein - und hat mit Luxus nichts zu tun!

Es ist doch absurd, dass bei einem Schiff, für das Millionen EUR investiert wurden, keine 10.000 oder 20.000 Euro für Sicherheit mehr drin sein sollen!
Und wenn dem doch so ist, kann man locker an vielen anderen Stellen das Geld sparen, um es dann in die Sicherheit zu investieren: z.B. bei den Bad-Armaturen oder der Marke der Stereoanlage. Allein letzter Punkt, rechnet das doch mal aus: 10 Kabinen x "Bose" oder "B&O" + Anlage im Salon mit Megaflat... Aber Ambubeutel und Taucherortungssysteme sollen zu TEUER sein.

Zu TEUER - für menschliches Leben!
UNSER Leben, by the way!

Dafür KANN man einfach kein Verständnis mehr aufbringen, sorry.

Erst recht nicht, wenn man sich als verantwortungsbewusster Taucher weiter bildet und z. B. Medizinseminare besucht - egal von welchem Verband.

Dieses Verhalten der Basisleiter / Schiffsbesitzer ist nicht nur ignorant, wie Rangu es bezeichnet, es geht meines Erachtens schon in die Richtung "kriminell", denn es wird im Falle eines Unfalls wissentlich die nicht ausreichende 1.-Hilfe-Maßnahme in Kauf genommen!
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 13:03
" Es ist doch absurd, dass bei einem Schiff, für das Millionen EUR investiert wurden, keine 10.000 oder 20.000 Euro für Sicherheit mehr drin sein sollen!"

Reduzieren wir mal die Investition für ein übliches knapp 40 m langes hölzernes Safarischiff auf 1 Mio. Euro. Auch dann passt es noch:
Eine vernünftige Elektronik auf der Brücke incl. Autopilot, Radar mit 4 Fuß Möwenschleuder und Seekarten-Overlay, digitaler Seekarte, Echograph und 2 x UKW-Seefunk kostet ca. 30.000 Euro.
Eine Rauchmeldeanlage im Schiff einschließlich Sprinklern und manuelle CO2-Löschanlage im Maschinenraum kostet maximal 10.000 Euro.
ENOS für alle Taucher kostet ca. 10.000 Euro.
Vernünftige Außenborder für die Zodiacs incl. wirklich guter Beiboote kosten vielleicht 10.000 Euro mehr als der übliche Müll.

Damit sind wir bei 60.000 Euro mehr = 6 %.
Jeder Kunde würde gern diese 6 % mehr zahlen, außerdem bringt hoher Sicherheitsstandard, wenn richtig verkauft, mehr als 6 % Kundenzuwachs.

Und dann gleich in Stahl statt Holz bauen. Kostet vielleicht 500.000 Euro mehr, rottet aber auch nicht in 5 Jahren weg.

Noch was: Es gibt genug pensionierte A 6-Kapitäne, die liebend gern für Appel und Ei ein Safarischiff zumindest zeitweise übernehmen würden. Die könnten auch die Ägypter instruieren, was auf See wichtig ist. Aber die Eigner investieren lieber 1 Mio Euro und überlassen das Schiff einem ex Fischer, der nicht mal 100 Wörter Englisch kann - jedes Billigflaggenland hat höher qualifiziertes Personal zumindest in der Nautik!

Jo
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 14:43
@ D-32: du scheinst viel Ahnung zu haben bzgl. Schiffen, Regularien etc.

Wenn schon die ägyptischen Behörden nicht reagieren und augenscheinlich blind Schiffe ohne Topplicht zulassen, wie du erlebt hast - gibt es denn keine internationale "Oberaufsichtsbehörde", die für solche Fälle zuständig ist?

Ich kenne mich da zu wenig aus und bin auch NICHT der Typ, der alles reguliert haben will!
Wirklich nicht!
Aber scheinbar ist dem Problem mit der zu geringen Sicherheit an Bord nicht anders beizukommen.

Denn deine Rechnung zeigt ja, dass selbst 60.000 EUR für die Schiffsbesitzer wieder zu erwirtschaften sind.

Denn Red Sea Association, HEPCA und Quality Dive Club haben für mich mittlerweile die gleiche Ernsthaftigkeit wie Disney`s Mickey Maus-Club - die dienen allenfalls der Unterhaltung, bringen aber sonst nichts!

Nur ein TV-Sender wie z.B. der WDR nennt die Wahrheit: 2007 waren 70 tote Taucher im Roten Meer zu beklagen! Sechs davon abgetrieben durch Strömung und von März bis Dezember gab es 24 weitere registrierte Suchaktionen nach abgetriebenen Tauchern.
Dem muss man noch die Dunkelziffer der Dekounfälle und der nicht bekannt gewordenen Suchaktionen hinzufügen.

WAS muss eigentlich noch alles passieren?

Nur eins noch: ob ein Stahlschiff so viel besser ist als ein Holzschiff, leuchtet mir nicht ganz ein. Denn wenn ein Schiff das Riff "küsst", können beim Holzschiff vielleicht nur Splitter abbrechen, wogegen der Stahl direkt reißen kann und zum Wassereinbruch führt. Außerdem rottet Stahl auch - erst recht im Salzwasser. Aber das ist letztendlich nicht unser Thema.

Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.07.2008 - 17:34
Moin,

innerhalb der eigenen Hoheitszone bestimmt jedes Land, was da wie ausgerüstet rumschippert. Die Suezkanal-Verwaltung wiederum hat eine eigene Liste, welcher Seelenverkäufer da nicht durchfahren darf.

Die von dir genannten Orgs sind zahnlose Papiertiger.

70 tote Taucher in einem Jahr: Positive Bilanz. Frag doch mal in Österreich nach der Zahl toter Skiläufer pro Wintersaison! Das Leben endet nun mal zwangsläufig mit dem Tod, der einen auch in der Freizeit erwischen kann. Abgetriebene: In Zeiten, wo viele Veranstalter jeden Depp mit auf Safari nehmen, ist auch diese Zahl eher sehr niedrig.

Holz vs. Stahl: Ägyptisches Safarischiff-Bauholz hat in etwa die Qualität von dem Holz, aus dem man Einwegpaletten baut: Weite Jahresringe, grobfaserig, hohe Wasseraufnahme. Gut gebaute Stahlschiffe rotten auch in 40 Jahren nicht weg.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 23.07.2008 - 00:51
Also hier scheint einiges nicht recht verstanden worden zu sein.
Wo gibt es denn Safarischiffe in Ägypten von 40m Länge, die auch noch Millionen Euro kosten.
Sie sind in der größeren Ausgabe bis 25m lang und teuer werden sie dadurch, daß beispielsweise in Deutschland MAN Motoren gekauft werden müssen.
Dies kann im Umkehrschluss keinesfalls bedeuten, daß ein Schrotthaufen sich durch gleich welche Ausstattung veredeln ließe. Und wer es bis zu diesem Punkt immer noch nicht verstanden haben sollte, ein Schrotthaufen ist und bleibt ein Schrotthaufen. Diese Safarischiffe sind Schrotthaufen, egal ob ich darauf tauchen oder tanzen will.
Solas Zertifikate, Germanischer LLoyd, hat von Euch jemals jemand ein solches Zeugnis für die im Roten Meer von der ägyptischen Regierung zugelassenen Tauchboote gesehen?
Was hat der Käpitän für Zeugnisse auf Schiffen die niemand kennt?
Grüß Gott,
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 23.07.2008 - 08:10
Moin,

" Wo gibt es denn Safarischiffe in Ägypten von 40m Länge,"

Die neuen als 5* beworbenen Safarischiffe sind alle knapp 40 m lang und um die 8 m breit. 25 m sind heute bessere Tagesboote.

Aber du hast Recht, dass ein aus schlechtem Material mit primitiver Nageltechnik zusammengeschusterter Rumpf durch edle Technik nicht verbessert wird. Und das teuerste Bauteil ist tatsächlich der doppelte Antriebsstrang, da sind 200.000 Euro schnell weg.

GL: Wenn ich richtig erinnere, hatte die Fortune I so was. Ist aber eher eine Ausnahme, denn bei den Holzkähnen würde der Zertifizierer schon beim Anblick des Rohmaterials gleich wieder abreisen.
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 23.07.2008 - 15:01
@D-32 und drelanger:
Eure Polemik bzgl. der Schiffsbauweisen verwäsert ein wenig das Thema, denn 1. gibt es viele gut gebaute Schiffe im Roten Meer (Royal Evolution, SevenSeas, Independence II...). Wobei deine, D-32, schlechten Erfahrung mit der "Seawolf Soul" dem natürlich nicht entsprechen.
2. Aber hier geht es hier vorrangig nicht um die Schiffsbauweise: Rangu`s Thema ist die fehlende Sicherheitsausrüstung an Bord.
Ein Ambubeutel hat auch auf einem Ruderboot zu liegen, wenn das für den Tauchbetrieb eingesetzt wird!

Und in diesem Zusammenhang finde ich von D-32 die Relativierung der 70 toten Taucher + 24 Suchaktionen (= Beinahunfälle mit nicht genannter Zahl von sich in Lebensgefahr befindende Taucher) + nicht genannte Zahl der Dekounfälle ziemlich geschmacklos!
Es geht nämlich darum, diese Zahl zu reduzieren - da interessieren keine Skifahrer, keine Mopedfahrer oder andere Sportarten!

Es wird nie möglich sein, Unfälle gänzlich zu verhindern. Aber es muss etwas dagegen getan werden, dass gewerbetreibende Tauchbasen bewusst ein Sicherheitsrisiko in Kauf nehmen, indem sie das erforderliche Unfallequipment nicht an Bord haben oder z. B. eine untaugliche Leiter installieren.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 23.07.2008 - 16:58
"Aber es muss etwas dagegen getan werden, dass gewerbetreibende Tauchbasen bewusst ein Sicherheitsrisiko in Kauf nehmen, indem sie das erforderliche Unfallequipment nicht an Bord haben oder z. B. eine untaugliche Leiter installieren."

In diesem Punkt gebe ich dir zu 100 % Recht!

Aber es passieren Unfälle, weil u. a. aus Geldverdiengründen
1. Fast-Anfänger auf Safaris mitgenommen werden, 2. weil aus gleichen Gründen entgegen gesetzlicher Vorgaben Taucher mit deutlich weniger als 50 TG zu den Brothers eingebucht werden,
3. weil Taucher an Bord sind, die mangels Erfahrung mit Strömung nichts anderes als gotterfülltes Ergeben nach Lee anzufangen wissen, 4. weil vor allem aus Staaten unserer weit östlichen Nachbarn so einige Taucher erstmal 5 Wassergläser Wodka weghauen und sich dann auf 70 m versenken.

Und das sind Situationen, die genau so nach Darwin schreien wie der untrainierte Skiläufer, der warum auch immer die schwarze Piste runterfährt.

Zu 1. - 3. sind natürlich Reiseveranstalter und Schiffseigner gefragt, aber die setzen natürlich im Kampf um das wirtschaftliche Überleben auf das Prinzip Hoffnung. Oft geht es gut, manchmal nicht.
Antwort von Seb.K am 24.07.2008 - 17:05
Hallo,

meiner Meinung nach ist das höchste Sicherheitsrisiko noch immer das Tauchverhalten der dortigen Urlauber.

Keine Frage, dass an den dortigen Sicherheitsstandards gearbeitet werden muss - aber die Großzahl der Unglücke geschieht nicht aufgrund eines fehlenden Ambu-Beutels.

Noch eine weitere Anmerkung:
Wer den HLW-Algorithmus und die Erste Hilfe beherrscht, kommt auch mit einer kleinen Beatmungsmaske sehr weit. Ein Beatmunsgbeutel wie auch diverse weitere Notfallausrüstung gehört in die HAnd von ausgebildetem Personal. ICh wage zu behaupten, dass ein Ambubeutel in der Hand eines "Rettungsrambos" ähnliches bewirken kann wie der TL mit seiner "O2-Überdruckbeatmung mit dem Mitteldruck".
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 24.07.2008 - 18:14
Hallo Seb.K

sicher hilft eine Notfallausrüstung nicht einen (Tauch)Unfall zu vermeiden, aber bei der anschliessenden Behandlung ist so ein Ambubeutel, der dazugehörige Sauerstoff usw ganz nützlich.

Außerdem wurde weiter oben auch schon auf die Ausbildungen eingegangen, also ist nicht nur von Ausrüstung an sich die Rede gewessen, sondern auch von entsprechend ausgebildeten Personal.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 25.07.2008 - 03:23
taucher3667,
welche gut gebauten Schiffe gibt es in Ägypten?
Du behauptest, diese Schiffe seien am Roten Meer auf Kiel gelegt worden. Wo werden solche guten Schiffe gebaut, kannst Du dazu etwas benennen, losgelöst von plumpen Behauptungen. Die Fülle der hier erwähnten Schiffe impliziert, daß Du daneben gestanden hast.
Normalerweise erfahren Taucher über Schiffsbau in Ägypten rein gar nichts, dazu muß man schon ein paar Jahre alldorten gelebt haben.
Das habe ich. Reduziert Euch mal auf daß, was ihr vertreten könnt.
eggi
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 25.07.2008 - 16:59
@drelanger
Wenn du in Ägypten gelebt hast, solltest du eigentlich die guten Werften in Alexandria und Kairo kennen. Aus einer dieser Werft stammt z. B. die "Seven Seas", die in Alexandria auf Kiel gelegt wurde; wie die anderen guten Schiffe auch!

Jaaaa, es gibt viele Schiffe, die bedenklich sind und natürlich nicht von Lloyd klassifiziert würden!
Das gibt uns aber nicht das Recht, ALLE Schiffe schlecht zu reden oder gar zu behaupten, es gäbe in Ägypten keinen guten Schiffsbau! Doch, den gibt`s - und ob du es glaubst oder nicht, ich hab` tatsächlich schon daneben gestanden!

Es sind also nicht meine Behauptungen "plump", sondern deine Polemik, es würde keine guten Schiffe geben im Roten Meer.
Und woher nimmst du überhaupt dein "Wissen", dass ich meine Behauptungen bzgl. Schiffsbau in Ägypten nicht vertreten könnte?

Denn bei der Schiffsqualität "beißt sich die Katze in den Schwanz", denn der gute Schiffsbau ist natürlich teurer als die Werften die du beschrieben hast, in denen die Schiffe zusammen "gedengelt" werden.
Dass die schlechten Werften aber trotzdem so viel zu tun haben und viele der Tauchschiffe daher stammen, liegt an der Tatsache, dass leider sehr viele Unternehmer in Ägypten = Safaribootbetreiber, lieber ein Sicherheitsrisiko eingehen, wenn sie nur Geld sparen können!

Und genau das hat Rangu doch angestoßen, dass eklatante Sicherheitslücken herrschen. Seine Aufzählung bzgl. fehlender Sicherheitsausrüstung wie Ambubeutel, O2-Maske, Enos-System etc. ist doch nur die Spitze des Eisbergs.

Wir aber, die zahlenden Taucher, nehmen das alles hin! Wir bilden uns zwar alle weiter, gehen brav zum Medizinseminar, lernen wie Defilibrator & Co. zu bedienen sind, üben die neuen Rhythmen bei HLW - und akzeptieren fadenscheinige Ausreden der Unternehmer. Obwohl die jede Woche von ca. 10-16 Tauchern (je nach Schiffsgröße plus / minus) ca. EUR 1.000 kassieren!
Geld zahle ich gerne für meinen Urlaub! Auch gerne ein paar Euros mehr! Womit ich aber nicht gerne zahle, ist mit meiner Gesundheit und schon gar nicht mit meinem Leben.

Und all das, drelanger, kann ich vertreten!
Zu 100 % !

Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 25.07.2008 - 20:02
Wer einmal mit der Seven Seas gefahren ist, kann das Thema Sicherheit nach einem Tag ganz gut einschätzen, ein anderes Boot kommt danach kaum noch in Frage - da passt meiner Meinung nach alles, aber man muss es halt auch bezahlen.

Generell: Es gibt nach wie vor keine anderes Boot im roten Meer, das das Enos-System einsetzt. Mit diesem Gerät können Menschenleben gerettet werden und gefährliche Situationen vermieden werden, das Tauchen wird generell entspannter. Und warum hat es dann trotzdem kein anderes Boot?
Weil nicht danach gefragt wird - ganz einfach!

Mal ehrlich: Wer bucht bei der Auswahl zwischen zwie Booten, die beide anständig bewertet sind und ähnliche bis gleiche Angaben machen, nicht das, das um 50 Euro billiger ist? Wer vergleicht zuvor noch Themen der Sicherheit (wie eigentlich? Ehrliche Antworten kriegt man ja eh nicht)???

Der erste Anbieter, der die Sicherheitsvorkehrungen verbessert und um 50 Euro erhöht, ohne dass es die Mitbewerber gleichzeitig machen, geht als erster pleite! Und wer will der erste sein???
Wir als Kunde haben es doch in der Hand: Die meisten Buchungen erfolgen über deutsche Anbieter: Wenn jeder bei der Buchung das Thema Sicherheit anspricht und bei Nichteinhaltung hinterher auch reklamiert (ja, auch wenn man einen Walhai gesehen hat!), wird sich langsam eine Besserung einstellen, weil sich dann die teureren Schiffe durchsetzen können - solange Geiz geil ist, eben nicht.
LG Schaffel
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 25.07.2008 - 20:37
@ Schaffel

Genau darauf reflektierte ich in meinem Posting vom 20.07., 13.23

Für Safari- und Seefahrtneulinge muss ein Katalog her, der online gestellt wird und leicht findbar ist, den jeder als Pflichtenheft für den Veranstalter zur Buchung und als Checkliste an Bord benutzen kann.

Wo bleiben denn die Mods, die dazu mal was sagen?

Und warum schreibt eigentlich keiner der großen Reiseveranstalter was dazu? Sollen wir etwa eine Rundmail an sie schicken, den Link einfügen und sie direkt zu einer Stellungnahme auffordern?
Wäre eigentlich gar keine schlechte Idee!

Oder bekommen die Veranstalter schon im Vorwege kalte Füße (das zusammen mit dem anderen Fred zur Luftanalyse) und hoffen, dass nicht allzu viele potentielle Kunden dieses Thema finden, weil es im Medizinforum steht?

Es muss eine ganz breite öffentliche Sensibilisierung auch unerfahrener Taucher her! Anders sind Schiffseigner und Veranstalter nicht zu bewegen, etwas zu tun.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 26.07.2008 - 01:45
Lass uns doch mal gemeinsam darüber nachdenken, warum Nilkreuzfahrtschiffe international zertifiziert sind?
Safariboote auf dem Roten Meer aber nicht.
Wenn ich genügend Geld habe, wird an entsprechender Stelle ein Beamter bestochen und schon gibt es auf welch wunderliche Weise, ein neues und "hochmodernes" Kreuzfahrtschiff mehr auf dem Roten Meer, obwohl dies auf grund einer Begrenzung eigentlich nicht möglich sein sollte.
Schickt mir doch mal die Installationspläne von diesen genialen Tauchschiffen, die im Roten Meer unterwegs sind, nicht zertifiziert, nicht versichert.
Gruß Eckart
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 27.07.2008 - 03:13
Ich weiß ja nicht, wie ich mich hier noch verständlich machen kann.
Gibt es denn einen unter Euch, der mir eine Zertifizierung eines Safaribootes nach Gl Solas oder anderen hierfür zuständigen Institutionen mailen könnte. Hierfür und die unendliche Mühe erfolglos zu bleiben meinen Dank
Eckart
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 28.07.2008 - 11:51
@ drelanger:
Warum wendest du dich eigentlich nicht direkt an die Safaribootbetreiber oder deren Reiseveranstalter und forderst die SOLAS-Papiere ein? Du verlangst z. B. von mir, die Schiffe wie "Royal Evolution", Seven Seas" und andere als "gut" bezeichnet hat, dir diese Unterlagen zu liefern!
Es ist doch völlig klar, dass kein "normaler Taucher" diese Zertifizierung vorliegen hat.

Gleichzeitig stellst du aber permanent Behauptungen über bestochene ägyptische Beamte auf. Woher weißt du das? Hast du etwa daneben gestanden? Beweise du das doch mal!

Sorry, aber deine Polemik nervt, denn die bringt uns wirklich nicht weiter! Und das, wo wir ziemlich gleicher Meinung sind, da du völlig zu Recht die unhaltbaren Sicherheitszustände auf den meisten Safarischiffen kritisierst.

Viel mehr sollte man den Vorschlag von D-32 verfolgen, dass es endlich eine "echte" Kategorisierung der Schiffe gibt, die die Sterne nach dem an Bord vorhandenen Rettungsequipment und dem Ausbildungsstatus der TL vergibt und nicht nach der Größe der Kabine oder dem DVD.

Hier könnten z. B. durchaus die Verbände aktiv werden - schließlich stellen die ja auch die Statuten für ihre TL auf.

Denn es ist nicht so, wie Schaffel schreibt, dass die Sicherheit nur deshalb nicht an Bord ist, weil wir Taucher etwa nicht danach fragen!
Um bei seinem Beispiel dem Enos-System zu bleiben: Reiseveranstalter können dir bestätigen, dass wir Taucher danach fragen - nur, dass wir dann von den Schiffsbesitzern (aus Geiz) gnadenlos belogen werden!
Da wird z. B. einfach behauptet, dass das System nicht funktionieren würde! Was nicht stimmt, wie etliche Postings in diesem Medium beweisen!
Und die "Seven Seas" bestätigt auch, dass sie einige ihrer Buchungen wegen Enos bekommt!
Sicherheit ist eben auch ein Marketingvorteil.

Und dass Taucher auch bereit sind, Mehrkosten zu zahlen, weil sie sich z. B. das System aus eigener Initiave ausleihen, da das gebuchte Safarischiff zwar 4 Whirlpools an Bord hat, aber nicht das modernste Rettunsgequipment, beweist dieser Eintrag im taucher.net:
Hier klicken

Warum also soll es nicht möglich sein, "echte" "Quality Dive Clubs" zu gründen?
Wir alle, die sich bis jetzt an dieser Diskussion beiligt haben, könnten im Prinzip sofort damit anfangen einen Katalog zu erstellen, der die wirklich wichtigen Anforderungen zusammenfasst.

Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 28.07.2008 - 16:47
@ taucher3667

" Hier könnten z. B. durchaus die Verbände aktiv werden - schließlich stellen die ja auch die Statuten für ihre TL auf. "

1. Das ist nicht Aufgabe von Tauchverbänden, sondern vom Gesetzgeber.
2. Erwartest du viel Sachkompetenz bezüglich Seefahrt bei Tauchausbildungsverbänden, die noch nicht mal von hochdekorierten MDST oder CD einen Sportbootführerschein See verlangen?

Aber schon traurig (dein Link), dass zahlende Gäste auf eigene Kosten Sicherheitsequipment leihen und mitnehmen müssen!
Ich habe z. B. mein eigenes Fernglas und ein wasserdichtes kleines UKW-Seefunkgerät dabei.
Auf der voriges Jahr nagelneuen Seawolf Soul gab es kein Fernglas, dabei sind zwei Stück als Bordausstattung vorgeschrieben! Hat sich der Käptn gern ausgeliehen. Eigentlich unfasbar: Da geben die Eigner 800.000 Euro für ein Schiff aus und geizen wegen paar hundert Euro für Ferngläser!
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 29.07.2008 - 01:00
Vergleichen wir doch mal die Preise einer Nilkreuzfahrt mit den Kosten eines Tauchurlaubs auf einem Safarischiff. In beiden Fällen kann ich viel oder weniger Geld ausgeben. Keines der Safariboote hat eine international akzeptierte Lizensierung. Ausnahmslos, ist jedes Nilkreuzfahrtschiff lizensiert und entspricht internationalen Standards. Wer weiß, wovon ich spreche wird verstehen, daß ich das nun nicht weiter Punkt für Punkt abhandeln werde.
Es erspart mir auch beim Betreten eines solchen Bootes, das ängstliche Suchen nach Rettungsmitteln, den scheuen Blick auf Elektroverkabelungen oder einen "Erste Hilfe Raum". Im übrigen ist das Essen besser und ich kann á la carte dinieren, das Personal ist geschult und freundlich und der Kapitän hat sogar ein Patent.
Könnte man auch noch im Nil Tauchen, würde es auf den Preis kaum durchschlagen.
Man sollte wirklich wissen wovon man spricht, das einzige Schiff welches in der hier mehrfach zitierten Millionen € Katerogie lag, war die Fortune One und die war auch zertifiziert, als bis dahin erstes und einziges Safarischiff.
Das sie heute dahingammelt, ist weniger das sicher zu konstatierende Missmanagement, es gab auch eklatante Konstruktionsmängel das Einsatzgebiet "Rote Meer" betreffend.

Fragt doch einfach mal in Hurghada nach Mokhdar dem Schiffbauer. Ich bin sicher ihr findet ihn. So eine zusammengenagelte 25m merde Kiste kostete damals 200 000 DM mit Strom Bädern Toiletten Lampen kurz Infrastruktur ohne Fahrbereich Motoren Getriebe Wellen Schrauben etc.

Selbst bei großzügigster Kalkulation komme ich nicht in den Mio € Bereich, es sei denn, ich würde es nach Lemwerder an die Weser zu Abeking und Rasmussen überführen. Dort würde man dann auf grund vorhandener notfallmedizinischer Einrichtungen versuchen, meinem psychotischen Prozess, den affektiven Wind aus den Segeln zu nehmen.
Wer verlangt eigentlich wenn er auf dem Donnerbalken sitzt nach fünflagigem Toilettenpapier?
Und so geht es ewig weiter
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 29.07.2008 - 01:29
Was mit etwas Umbau ein geniales Tauchschiff im Roten Meer wäre, kennt ihr aus der TV-Serie "Küstenwache" als BP 22 und BP 23.

Dann aber mit mindestens Käptn, LI und Maschinist aus DE oder UK, sonst ist das schöne Schiff nach 2 Wochen in Dutt!


@ drelanger

"Lizensiert" sind auch ägyptische Safariboote. Da kommt sogar einer vorbei, um zu gucken.
Aber wenn dem (ich bleibe mal bei der Seawolf Soul) festgenagelte Rettungsinseln mit abgelaufenem Servicetermin und fehlendes Topplicht nicht auffallen, weiß man um den Wert gewisser Lizenzen.
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 29.07.2008 - 10:13
Also, ich will ja jetzt nicht in den Verdacht geraten, irgend etwas mit der "Royal Evolution" oder der "Seven Seas" zu tun zu haben, weil ich die beiden Schiffe schon wieder erwähne, aber beide bewegen sich in ihrer Anschaffung im 7-stelligen Bereich.
Hier passt das Klischee der "Billigheimer"-Schiffe wirklich nicht.
Und die "Seawolf Soul" liegt mit 800.000 Euro auch nicht weit weg von der Mio. - nur, dass es hier eben scheinbar eklatante Mängel gibt, wie D-32 erlebt hat.

Und letztendlich wäre es mir sogar egal, ob die Schiffe nun eine Lizenz haben oder nicht, wenn denn die Sicherheitsausrüstung an Bord stimmt!
Darum geht`s!

Wie D-32 sagt: es wird auf UNFASSBARE Weise GEGEIZT!

Es kann doch nicht sein, dass wir Taucher unsere Ferngläser mitbringen, oder uns das Enos-System selber anmieten müssen, der Ambubeutel fehlt, aber dafür haben wir schicke Badezimmerarmaturen und `nen Whirlpool...

Grundsätzlich begrüße ich Lizenzen und Brevets - wenn sie mir Verlässlichkeit bieten. Das tun sie aber in Ägypten augenscheinlich nicht, wie die festgenagelten Rettungsinseln auf der "Seawolf Soul" beweisen.
Deswegen hatte ich die Idee, dass die Sicherheitsstandards von einer anderen Institution als von der Landesregierung aufgestellt werden und habe die Verbände ins Spiel gebracht.
Die können natürlich keine Gesetze erlassen!
Aber die von den Verbänden aufgestellten Sicherheitskriterien könnten eine Art "ungeschriebenes Gesetz" werden, was die Taucher gleichzeitig weiterbildet, weil sie informiert werden, was alles auf ein Schiff gehört und wie es aufgebaut sein muss (inkl. Fluchtwege etc.). Das erhöht nicht nur die Qualität der Schiffe, sondern auch das Niveau der Taucher (wobei es natürlich immer Dumme geben wird) und es werden Schiffe nach den wichtigen Dingen beurteilt und nicht nach den Künsten des Kochs!
Jetzt versteht mich bitte nicht falsch: ich habe nichts gegen leckeres Essen an Bord! Aber ein Tauchsafarischiff sollte nicht nur nach Kaiserschmarrn, Truthahn und Whirlpool beurteilt werden.
Mir geht`s immer noch um die Sicherheit - ausschließlich um die!
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 29.07.2008 - 12:36
Bin mal davon ausgegangen, das Satire und Ironie unschwer erkannt werden.
Slebst ein einfaches Essen kann köstlich schmecken, wenn der Kopf nicht voller Sorgen ist.
Dass es da Leute geben mag, die sich auf so einem Schiff zu schaffen machen und was sie schafffen und was das Ergebnis dieses Schaffens ist, ist mir nicht klar. Eine offizielle international anerkannte Zertifizierung ist das ja wohl nicht.
Mir ist auch kein einziger Fall bekannt, daß ein Eigner ein unabhängiges Wertgutachten für sein Schiff vorlegen könnte.
Was sollte ein Sachverständiger denn da außer Mängeln beurteilen?
Für Autos gibt es in Ägypten sogar einen "TÜV".
Schwerwiegende Mängel (obwohl vorhanden)wurden nicht erkannt, stattdessen mußte ich das Fahrzeug noch einmal mit "frisch" gestrichener Motorhaube vorführen.
Soviel zur Sicherheit in Ägypten!!!
Ich wage mal die Behauptung, daß keiner von Euch weiß, was die zusammengenagelten Schüsseln wirklich kosten.
Kennt einer von Euch den Eigner oder hat mal bei der Werft nachgefragt, was Herr XYZ hingeblättert hat.
Slebst wenn, bestünde damit noch lange keine Korrelation zwischen Preis und Qualität. Im Gegenteil, bei ordnungsgemäßer Entsorgung wären die Kosten fürs Verschrotten noch einzubeziehen.
Vielleicht möchte der eine oder andere mal mit so einer Schüssel auf der Nordsee herumgeistern? Keine Angst, der Hafenkapitän würde das Ding sofort wegschließen.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 29.07.2008 - 22:55
@ taucher3667

" Aber die von den Verbänden aufgestellten Sicherheitskriterien "

Die sind doch auch pillepalle! Guck mal bei PADI, wie ein Schnuppertauchen = Intro abzulaufen hat, und dann guck die Realität in Ägypten bei PADI-Basen an: Gleich ans Riff, gleich auf 12 - 20 m, mit Divemaster statt Tauchlehrer als Schieber, der zwei statt nur einen schiebt.
Es geht NUR uns schnelle Geld!
Und PADI hat mehr Interesse daran, dass aus sowas Irregulärem ein neuer OWDler ins System eintritt, als an realer Kontrolle.
Und dann erwartest du, dass ein Schiffseigner, der an Land auch eine PADI-Tauchbasis hat (wie es bei Seawolf der Fall ist), auf irgend welche Vorgaben von PADI hört und sie zu 100 % umsetzt?

@ drelanger

TÜV in Ägypten, ebenso absurd, bei einem Freund: Die Scheibenwischerblätter machen Streifen - durchgefallen!
So ein Schiff auf der Nordsee - nein danke!

Jo

PS
Wo bleibt denn die Reaktion der Mods???
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 30.07.2008 - 00:58
Hier ist von Rangu ein Thema angeschnitten worden, welches es in sich hat, und Stellungnahmen von Betreibern oder Vermarktern dieser Schüsseln wird es nicht geben, sei es aus Kenntnis oder Unkenntnis.
Eine notfallmedizinische Mindestausstattung gehört auf jedes Schiff, so schlecht wie es auch immer sein mag, aber wer kann damit sicher umgehen?
Jemand, der für den Führerscheinerwerb einen erste Hilfe Kurs absolviert hat?
Eine Sache ist doch nur so gut, wie sie auch nutzbringend angewendet werden kann.
Ein Rettungssanitäter oder Notfallmediziner, zufällig an Bord, wäre der wahre Segen, hätte er die Mittel zur Verfügung.
Ein ägyptisches Crewmitglied, hat er die Mittel zur Verfügung, die reinste Katastrophe.
Auch der Führerscheinanfänger mit erste Hilfe Kurs gehört in diese Kategorie.
Mir ist es auch schon passiert, daß ich angesichts einer dramatischen Situation völlig kopflos, den Notfallkoffer gesucht habe, obwohl vorhanden, und ich mich zuvor über seinen Standort und Inhalt informiert hatte. Es ist halt ein Unterschied ob man gewohnt ist, mit solchen Situationen umzugehen oder ob sie einen überraschen.
Die bloße Forderung, gewisse Ausrüstungsgegenstände verfügbar zu halten, muß insofern relativiert werden, daß nicht jedermann alles zur Verfügung stehen darf, weil sonst mehr Unheil als Nutzen die Folge ist!
Die passive zur Schaustellung eines Verunfallten an Bord eines Schiffes, welches keinen geeigneten Erste Hilfe Raum hat, widerspricht der Menschenwürde. Gaffer sind keine Helfer!
Eckart
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 30.07.2008 - 11:16
Wer die Threads aufmerksam gelesen hat, wird auch registriert haben, dass neben der geforderten Unfallausrüstung auch der qualitative Umgang der TL mit diesem Equipment gefordert wurde!
Dass viele der aktiven TL an Bord vermutlich keine richtige 1. Hilfe beherrschen, macht das Thema nur NOCH schlimmer und sollte keinesfalls als Relativierung missbraucht werden, um die jetzigen unhaltbaren Zustände des fehlenden Equipments zu entschuldigen (@drelanger)!

Diese Einstellung ist genauso skandalös wie Rangu`s geschilderten Erfahrungen - denen wir alle in unserem Red-Sea-Urlaub ausgesetzt sind und was schnellstens abgeschafft gehört.

Dass die schlechten Schiffe meistens auch von unverantwortlichen Tauchbasen gemanagt werden, wie D-32 es am Beispiel "Seawolf" schildert, ist natürlich nicht überraschend.
Aber nicht alle Schafe sind schwarz und nicht alle Verbände denken nur kommerziell: so bietet z. B. jeder VDST Landesverband seinen Mitgliedsvereinen die Möglichkeit, sich einen Defilibrator auszuleihen; mit dem natürlich jeder TL + ÜL richtig umgehen kann, da das regelmäßig und seit langen geschult wird.
Aber auch andere Verbände haben Interesse an Sicherheit und können das mit ihrem kommerziellen Handeln vereinbaren. So, wie es auch gute PADI-Basen gibt.

Bitte: hört auf polemisch auf alle herum zu hauen! Es gibt GUTE Schiffe im Roten Meer und es gibt auch GUTE TL im Roten Meer. Doch, das gibt es wirklich und nicht alle Schiffe sind als zusammen geschusterte Kähne aus HRG zu beschreiben. Nur gibt es von den Guten viel zu wenig!

Und das muss verbessert werden, damit TL, wie Rangu sie erlebt hat, verschwinden.
Wie diese Verbesserung ausshene könnte, wurde bereits vorgeschlagen: es wird ein Katalog zusammengestellt, der - z.B. von den Verbänden - in die Taucher-Weiterbildung mit einbezogen wird.

Zur Erinnerung: es waren die VERBÄNDE, die O2 zum Muss erklärten, indem sie ihre TL darin ausbildeten; so, wie sie jetzt die Fortbildung am Defilibrator eingeführt haben!
Und auf einmal waren (fast) alle Schiffe mit Sauerstoff ausgestattet!
Die Forderungen müssen von uns, von dem Kunden kommen, denn keine ägyptische Institution wird ihren lizenzzahlenden Schiffen "ans Bein pinkeln" wollen.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 30.07.2008 - 20:55
" Die bloße Forderung, gewisse Ausrüstungsgegenstände verfügbar zu halten, muß insofern relativiert werden, daß nicht jedermann alles zur Verfügung stehen darf, weil sonst mehr Unheil als Nutzen die Folge ist!" (drelanger am 30.07.2008 - 00:58)

NAK: da muss nichts relativiert werden. Die richtige, funktionsfähige Notfallausrüstung ist ist unverzichtbar: Leute, die damit was anfangen können sind vielleicht auch unter den Gästen da. aber ohne Equipment ist alle Hoffnung dahin. Und Hilfe darf nicht versagt werden, weil Fachkompetenz fehlt: das ist ein Grundsatz der ersten Hilfe. Keine Hilfe ist immer die schlechteste Variante. (Es geht nicht um medizinisches Gerät, sondern um Erste Hilfe-Ausrüstung, Sauerstoff und Rettungsgerät!)

Das Fehlen des einen ist keine Entschuldigung des Schlamperns beim anderen. Sonst entsteht ein curculus vitiosus in tiefste Abgründe. Das Rote Meer ist tief genug.

Grüße
Klaus
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 30.07.2008 - 22:26
Moin Klaus,

du verstehst das Zitat etwas falsch. Eckart meint, und das vermutlich zu Recht, denn er ist Mediziner, dass nicht sachkundige Leute bei vorhandener Notfallausrüstung versucht sein könnten, am Unfallopfer auszuprobieren, ob sie das hinbekommen.

Konstruiert: An Bord sind Infusionen mit Plasmaexpander und Infusionsbestecke/Butterflies. Es ist unter den Gästen keiner mit medizinischem Hintergrund. Aber da ist ein TL oder Guide, der mal gehört hat, dass man bei Unfalltyp XY sowas anlegt. Also greift er in die Kiste, stochert wie blöd im Opfer herum etc. und meint auch noch, was Gutes zu tun.

Was sinnvoll ist, kann man sich bei den Seenotrettungsbooten abgucken. Vereinfacht dargestellt: Wir haben zwei Notfallkoffer an Bord. Der Inhalt des ersten ist für ausgebildete Ersthelfer, der Inhalt des zweiten nur für Ärzte.

Jo
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 31.07.2008 - 00:18
Lieber D-32, oder lieber Jo,
genauso war das gemeint, danke für Deine Richtigstellung.
Das man so etwas praktiziert (zwei Notfallkoffer)
wußte ich nicht, aber Sinn macht das alleweil.
Viele Ärzte sind auch so spezialisiert, daß sie von sich aus nicht zum Notfallkoffer (für Ärtzte) greifen würden, weil sie den sicheren Umgang mit dem Inhalt verlernt haben. Nihil nocere: nicht schaden.
Ich erlebe es zur Zeit am eigenen Leibe, nach 30 Jahren Spezialistentum, versuche ich einen Wiedereinstieg in die Notfallmedizin und Anästhesiologie. Ich bin entsetzt wie viel mir verloren gegangen ist und daß ich, (Gott sei Dank) nicht eigenverantwortlich handeln muss. Zur Zeit kann ich ausgebildetem Personal nicht das Wasser reichen!
Ich bin froh, daß man mir die Möglichkeit einräumt, nicht dumm bleiben zu müssen.
Eckart



Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 31.07.2008 - 01:17
Lieber 3667,
die guten Schiffe werden also in Alexandria oder Kairo gebaut, so wie die Number One von Rudi Kneipp in Alexandria, wo sie dann ja später auch noch um ein paar Meter verlängert wurde, um anschließend in Hurghada übers Heck hinweg abzusaufen.
Die Werften dort sind eher unbeliebt, weil sie nur über den Suezkanal, Hurghada oder Sharm el Sheikh erreichen können.
Auch dort werden sie nur zusammengenagelt. Welchen Sinn sollte es denn machen, die selbst für Ägypter teure Passage durch den Suezkanal ins Budget einzubeziehen?
Nehmen wir für Bestechung das viel freundlichere Wort: Bakschisch, und so will ich auch nicht ausschließen, daß das eine oder andere Boot, sehr viel günstiger ins Ziel gekommen ist.
Die Relation zwischen Preis und Qualität wird dadurch nicht verändert.
Nachdem Du ja daneben gestanden hast, sagst Du uns vielleicht auch mal wo, wann und bei was.
Eckart
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 31.07.2008 - 11:19
@kwolf1406:
DANKE, du hast vollkommen Recht, das schlamperte Verhalten des einen darf nicht als Entschuldigung für den anderen gelten!

Fehlendes Equipment ist ein grober Verstoß und Fahrlässigkeit, was z. B. in Deutschland bei fehlendem 1.Hilfe-Kasten im Auto (zu Recht) bestraft wird!
Wie kann man sich als Arzt GEGEN 1.Hilfe aussprechen! Mit einem Ambubeutel kann man nichts falsch machen - und das hat Rangu kritisiert. Es dreht sich immer noch um das Grundsortiment, das auf den Schiffen fehlt. Niemand hat Spezialequipment gefordert, das nur von ausgebildeten Rettungsärzten und -sanitätern bedient werden kann.
Von daher sind eure Bedenken: "... dass nicht sachkundige Leute bei vorhandener Notfallausrüstung versucht sein könnten, am Unfallopfer auszuprobieren..." (@D-32) völlig irrelevant!
Im Moment STIRBT der verunfallte Taucher weil das Equipment FEHLT. Und nicht etwa, weil eine Spezial-OP-Ausrüstung den normalen Sporttaucher überfordert.
ES IST NICHTS DA! Das ist die Realität und das muss geändert werden.

@drelanger:
Danke für die Nachhilfe in Erdkunde, aber das wusste ich bereits, dass die Schiffe, die in Kairo und Alex gebaut werden, durch den Suezkanal müssen. Und ich wusste auch, dass das Geld und Zeit kostet - und vor allem: Nerven.

Z. B. wurden folgende Schiffe dort gebaut:
Somaya I - IV, Ghazalla I + II, Number One, Jasmin I - III, Seven Seas und noch einige Giftun-Schiffe, deren Name ich nicht mehr weiß und viele, viele andere Schiffe auch, wie (so meine ich wenigstens) auch die Royal Evolution. Kannst ja nachfragen.
Die Werften in Kairo und Alex HABE ich tatsächlich gesehen und habe nicht nur daneben gestanden sondern auch die entscheidenen Personen persönlich kennen gelernt: in Kairo hat ein deutscher Schiffsingenieur den Bau geleitet, da die Kairiner Werft ein Joint-Venture mit einer Hamburger Werdft hat(te) und in Alex heißt der Inhaber Mustafa Deguschi (oder so ähnlich). Die Seven Seas ist allerdings von Deguschis größten Wettbewerber gebaut worden, der Deguschi inzwischen Rang und Namen abgelaufen hat, da er SEHR gute und bessere Schiffe baut!

Du siehst, du bist nicht der einzige auf dieser Welt, der sich in Ägypten auskennt und solltest vielleicht andere Meinungen einfach mal gelten lassen. Denn im Gegensatz zu deinen wilden Bakschisch-Behauptungen (die natürlich in vielen Fällen auch stimmen) kann ich meine Aussagen belegen.
Nun bist dran: wer hat wann wen bestochen? Und welches Schiff wurde auf Grund dessen illegitimer Weise zertifiziert?
Das ist aus Sicherheitsgründen eine sehr wichtige Information, die du uns nicht vorenthalten solltest!
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 31.07.2008 - 13:26
@ taucher3667

Wir sind uns einig, dass ein Ambubeutel ein oft unverzichtbares Hilfsmittel ist. Bei der DGzRS machen wir, wenn nur ein Opfer, bei HLW ausschließlich die Zweihelfermethode. Einer macht Herzkompression, der andere (nach Güdeltubus-Insertion) O2-Beatmung mit Beutel (der dritte fährt das Schiff und bedient den Funk).

Aber ich gehe jede Wette ein:
Lege auf ein x-beliebiges ägyptisches Safarischiff mit 5 Sternen ein Set Güdeltuben und einen Ambubeutel. Lege eine Computer-Annie daneben und fordere Crew plus Tauchstaff auf, diese Dinge einzusetzen und Annie zu reanimieren. NIEMAND wird es auch nur ansatzweise hinbekommen!

Dann mach das gleiche Experiment in einer großen Basis und sprich gezielt nur Tauchgäste ab CMAS** oder PADI Rescue, die keinen medizinischen Beruf ausüben, an. Auch hier wird NICHTS klappen und Annie stirbt.

Fazit:
Verlass dich, selbst wenn die Hardware an Bord sein sollte, weder auf die Crew oder die Tauchguides noch auf deine Mitreisenden!

Und da setzt die Forderung an, nicht nur bestimmte Sachen an Bord zu haben, sondern auch Leute, die ständig nachgeschulte Ersthelfer sind und genau wissen, was sie zu tun haben.

Ich gehe noch mal einen Schritt weiter:
Das gleiche, was an unseren Küsten per UKW-Seefunk möglich ist, nämlich ein Medico-Gespräch zur Zentrale Cuxhaven, geht auch über Inmarsat.
Dazu braucht das Safarischiff natürlich erst einmal Inmarsat, zweitens eine etwas größere Bordapotheke, drittens Leute, die genug Englisch können, viertens eine entsprechende erweiterte Nothelferausbildung haben und die Hinweise der Medico-Ärzte umzusetzen wissen.
Das Safarischiff an den Brothers oder im tiefsten Süden ist ebenso autark auf sich gestellt wie der Containerfrachter im Pazifik. Aber jeder, der ein A 6-Kapitänspatent anstrebt, lernt u. a. auch, wie man Infusionen legt oder Platzwunden näht. Wenn auf dem Containerschiff jemand in Not ist, wird über Inmarsat-Medico der Zustand beschrieben, und wenn der Doc sagt, leg nen Butterfly, infundiere Plasmaexpander, mach ein EKG und schick die Daten rüber, ist an Bord mindestens einer, der das umsetzen kann.

Auch ein AED gehört zwingend an Bord gerade von 5*-Schiffen. Deren Kundschaft ist nicht wie früher auf einfachen Schiffen der trainierte Hardcore-Taucher, sondern der untrainierte Gelegenheitstaucher, damit ist ein Herzkasper jederzeit denkbar.

Was ist eigentlich mit der Redaktion los???
Liebe Leute, auch wenn hier aktuell nur wenige diskutieren, ist das ein eminent wichtiges Thema für viele! Im Thread steht einiges an Hinweisen für euch, ihr habt auch eine Mail von mir bekommen - null Reaktion! Habt ihr bei diesem Thema vielleicht Befürchtungen, dass ihr eure vielen Safarischiff-Werbekunden verprellt?

Jo
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 31.07.2008 - 22:30
Fragen wir doch die Reiseveranstalter nach der Qualität der Schiffe und die Kapitäne nach den Sicherheitsstandards und machen ggf. auch das Trinkgeld nachvollziehbar (!!) davon abhängig. Natürlich können wir die Welt nicht sofort verändern - aber steter Druck wird Wirkung zeigen.

Grüße
Klaus
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 00:35
Es geht doch nicht um die Frage welche Safariboote wo zusammen genagelt worden sind, und Erkundeuntericht möchte ich schon gar nicht erteilen.
Mir ist es auch völlig egal welche Joint Ventures bestehen und welcher deutsche Schiffsbaumeister sich dafür hergibt, den Bau dieser Schiffe zu überwachen. Mir ist kein einziger Fall bekannt wo so etwas tatsächlich stattgefunden hat.
Ich habe genau die gegenteilige Erfahrung, wo immer so etwas versucht wurde, scheiterte die Zusammenarbeit nach kurzer Zeit.
Aber vielleicht habe ich nicht lange genug in Ägypten gelebt, und freue mich hier etwas nachvollziehen zu können.
Sprecht doch mal mit dem Betreiber/Eigentümer solcher Safarischiffe, ob er damit einverstanden ist, Experten des Germanischen Lloyds an Bord zu lassen, um die Sicherheit der Schüssel überprüfen zu lassen. Habt ihr einen solchen gefunden, werde ich mich an den Kosten für die Experten beteiligen!
Gruß Eckart
Antwort von crazy_Divers_Germany Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 09:36
Mal provokant

Egypt ist 3 Welt also kriegst auch nur 3 Welt.
Bis zum Rollfeld second Class danach ab in die Wüste
im Sinne des Wortes.
Manche lieben das ja (ich auch)
Abe solange alle nur am Preis maulen ist es wie in Deutschland ohne Moos nix los!
Wer nen TG für nen 10er oder 20 ni haben will der merkt dann auf der Basis was geht in Sicht Medizinische Leitung im Notfall.
M.E. nach freuen sich die Basen wenn du dann alle 1-1,5 Jahre wieder kommst zum Auffrischen der aktuellen kenntnisee der TL s von der Basis dort vor Ort.
so genug zynisch gewesen. aber sicher ist das die meisten sogenannten Resque oder TL oder mehr stern Schulterträger 0 Ahnung haben von Notfallmanagement im Ernstfall.
na ja egal wir helfen uns immer selber.
Also einen kostenlosen Tipp:
Taucherinnen sucht euch nen Sanni zum Partner oder nen Arzt wenn der Standesdünkel es fordert.
Taucher geschlechtsspezifisch umgedreht und alles ist gut.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 09:52
Hallo,

ich habe nicht alles gelesen nur ich sage nur Dahab und Getreidekriese in Ägypten mit Minitäreinsatz und Toden!

Es gibt ja genug Foren wo man meine Meinug und Anmerkungen nachlesen kann



LG Jörg


Tödlicher Tauchunfall am Blue Hole 05. Februar 2008



Bericht über einen tödlichen Tauchunfall am Blue Hole in Dahab - Ägypten

Am 5. Februar 2008 kam es am Blue Hole im Sinai bei Dahab zu einem tödlichen Unfall. Dabei wurde der Südafrikaner Jacobus (1957) getötet, er hinterlässt eine Ehefrau. Der Taucher soll am Kap eine Legende der Taucherszene gewesen sein und seit fast 30 Jahren hunderte von Tauchern selbst ausgebildet haben und galt als sehr erfahren, aber auch als unkritisch und selbstüberzeugt. (So hatte er eine Herzerkrankung der Basis verheimlicht). Soweit wir wissen war eine Gruppe von 31 Tauchern (Tec und Normale) eine Woche auf dem Sinai, um in dieser Zeit, möglichst alle Toptauchplätze auf dem Sinai zu besuchen. Hierbei wurde von der Gruppe anscheinend keine Rücksicht auf Tauchsicherheit, Tauchpausen ectr. genommen. Es wurde früh morgens aufgestanden, getaucht und dabei wurden mehrere Spots an einem Tag durchgezogen um dann spät in der Nacht wieder das Hotel zu erreichen, am nächsten Morgen riefen die nächsten Tauchgänge. Die Planung muss mörderisch und sehr unrealistisch und keines falls konservativ gewählt worden sein. Die Gruppe bestand aus sehr vielen (Tec) Instruktoren und erfahrenen (Tec)Tauchern. Die Tauchgruppe versuchte mit mehreren Tauchern ohne Unterstützung einer Basis "The Arche" zu betauchen. Der verstorbene Taucher verzichtete bei dem geplanten Tauchgang in einer Tiefe von fast 60m gezielt auf Doppelflaschen und Mischgase. Dieses war auch der Grund warum keine Basis den eigentlich nur für Tectaucher geduldeten Tauchgang unterstützte. Man hatte 3000 Liter Preßluft und begann mit dem Abstieg. Nach ca. 10 Minuten fanden Taucher der Gruppe, den leblosen Körper des verunglückten Tauchers in 25 Meter Tiefe im inneren des Blue Hole treibend. Dem Tauchpartner war zu diesem Zeitpunkt der Zustand seines Buddys unklar. Die maximale Tiefe des leblos im Wasser schwebenden Tauchers war 34 Meter. Der Taucher wurde geborgen und an den Ausstieg des Blue Hole verbracht. Dort erkannten wir, mein Zwillingsbruder und ich die Situation und kamen den hilflosen Tauchern im Wasser zur Hilfe, die sich nicht klar waren was sie tun sollten. Mein Bruder und ich, seit Jahren im RD ehrenamtlich tätige Rettungssanitäter, versuchten, die nötigen Maßnahmen einzuleiten. Nachdem klar war, was wir tun mussten, brachten wir den Taucher an den Strand und begannen mit der HLW (Herz Lungen Wiederbelebung) und den LSM (Lebensrettenden Sofort Maßnahmen), riefen nach Notfallausrüstung und mussten erkennen das diese nicht vorhanden war. Mein Bruder machte alleine weiter, ich suchte nach Rettungsequipment und fand eine Sauerstoffflasche und ein Demandventil. Dieses ist aber bei Bewusstlosen nicht nutzbar. (später stellte sich heraus, das vor Ort nur eine Erste Hilfe Box vorgehalten wird, diese aber nicht auffindbar war).Es wurde hektisch telefoniert und uns mitgeteilt das der Rettungswagen in Dahab nicht zur Verfügung stünde und ein Hubschraubereinsatz nicht in Frage kommen würde (Terrorangst). Inzwischen wurden wir bei unseren Bemühungen von zwei Ärzten aus der Gruppe unterstützt. Nach einigen Diskussionen schlossen sie sich unserer Meinung an, dass wir am Unfallort keine Hilfe und Unterstützung zu erwarten hätten, so wurde der Taucher mit vereinten Kräften in einen Jeep gebracht und unter HLW (Reanimation konnte man das wirklich nicht nennen) mit heraushängenden Füssen, halsbrecherisch durch die Wüste gefahren, in der verzweifelten Hoffnung an der Dekokammer doch noch etwas für den Taucher zu erreichen, ganz klar eine Verzweiflungstat. Unterwegs wurde telefoniert und entschieden das Krankenhaus nicht anzufahren sondern eine Dekokammer, da man dort bessere Hilfe erwartete. Diese wurde vorab über den Notfall und die benötigten Gerätschaften informiert. An der Dekokammer angekommen wurde alle unsere Hoffnungen enttäuscht, lediglich fanden wir vor dem Eingang der Kammer ein Defi, halb im Sand stehend. Das "Team" der Dekokammer war nicht in der Lage, wichtige lebensnotwendige Dinge wie einen Beatmungsbeutel bereit zustellen, den fanden wir zwar nach eigener Suche, mussten ihn jedoch erstmal notdürftig reparieren. Er war alt und ungepflegt. Beim EKG / Defi war der Akku leer, das Personal war nicht in der Lage diesen zu bedienen (bzw. sie gefährdeten sich selbst). Später fanden wir Schnellableitungs /Defielektroden, deren Bedeutung war den Helfern unklar. Es fehlte an allem Nötigen, z.B. reichte man uns zum Aufschneiden des Anzuges ein altes dreckiges Teppichmesser. Wir waren weder in der Lage Medikamente zu geben noch den Taucher vernünftig zu intubieren. Es wurde entschieden bei der 2. Dekokammer und im Krankenhaus das fehlende Material zu besorgen, mein Bruder und ein Deutscher fuhren los, jedoch war dieses Vorhaben auch zum Scheitern verurteilt, dort gab es auch keine Notfallausrüstung! In Ihrer Verzweiflung entschieden die Ärzte die wenigstens zwei vorhandenen und hoffentlich nicht abgelaufenen Ampullen Supra (Adrenalin) direkt ins Herz zu spritzen, wieder eine Verzweiflungstat. Dann kam ein weiterer einheimischer Arzt, mit einem Intubationsbesteck in der Hand (trauriger / erschreckender Anblick), sah den Taucher an und fing mit den Ärzten Diskussionen an warum der Taucher nicht am Hole geblieben sei und sie dort den Tod festgestellt hätten. Der Taucher sei sowieso tiefer als 40 Meter gewesen und solche Patienten seien für die Druckkammer nicht geeignet (40 Metergrenze) so der Arzt. Jedoch war dieser Mensch nie auf 40 Meter und wir waren nicht wegen einem Dekopatient gekommen sondern primär hatten wir einen Reanimationspatienten, ohne feststellbare Lungenüberdehnung oder Dekounfall. Nach diesen Kommentaren stellten die Ägypter ihre Unterstützung ein und gingen. Sie ließen den Taucher liegen und gingen mehr oder weniger unberührt. Die Leiche kümmerte keinen, auch hier war Selbstinitiative gefragt, so säuberten wir gemeinsam die Leiche und deckten diese mit einem "gemopsten" Tuch ab. Die Frau die sich von ihren Mann verabschieden wollte fand diesen abends so vor. Inzwischen war aber aus der Leiche Blut und andere Flüssigkeiten gekommen, ein schrecklicher Anblick für die Frau. Was sich später heraus stellte war, dass die Ägypter mit dem illegalen Tauchgang nicht in Verbindung gebracht werden wollten, da sie eine Verhaftung befürchteten.

Wir waren von den Zuständen sowohl am Blue Hole als auch in Dahab geschockt und hätten uns diese Zustände nicht träumen lassen. Die Frage bleibt was mit den Spendengeldern für die Dekobasis eigentlich passiert?? Vor allem das Blue Hole ist ja nicht irgendein Tauchplatz, dieser Ort wird von tausenden Besuchern aus aller Welt besucht und jeder noch so erfahrene Taucher kann in solch eine tragische Situation kommen. Und dieser Mensch hatte unter diesen unsagbaren Bedingungen eigentlich nicht den Hauch einer Überlebenschance. Man kann nur hoffen das sich an diesen Zuständen zeitnah etwas ändert! So scheint die Dekokammer nur eine Art Alibifunktion zu haben und stellt für ein echtes Notfallsituation keinerlei Bedeutung dar!. Egal ob man unser Handeln in der Situation versteht oder auch nicht, wir wollten dem Taucher eine Chance des Überlebens geben, jedoch mangelte es uns an den einfachsten Mitteln, die zum Überleben notwendig waren.

Jörg Purwin

Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 11:06
@drelanger
Du hast nach Details gefragt: "...Nachdem Du ja daneben gestanden hast, sagst Du uns vielleicht auch mal wo, wann und bei was...." - ich habe sie dir genannt. Also akzeptiere endlich, dass es auch gute Schiffe gibt - wenn auch viel zu wenig. Übrigens HATTE Rudi Kneips "Number One" damals den Germanischen Lloyd - allerdings vor ihrem Umbau!

@crazy_divers_Germany:
Ja, Ägypten ist ein Land der 3. Welt, das erheblich mit Überbevölkerung, niedrigem Schul- und Medizinwesen, zu wenig Lebensmitteln (trotz 3 Ernten / Jahr wg. des Assuanstaudamms), etc. zu kämpfen hat.
Mit diesen Problemen haben aber die Besitzer der Luxusschiffe nichts zu tun, die uns Tauchern Kabinen mit DVD, Minibar, Aircondition, Megaflat, Whirlpool, Massagservice u.v.m. anbieten. Diese "Unternehmer" investieren einerseits sehr viel Geld in Luxus, um uns als Kunden zu gewinnen, nehmen aber gleichzeitig kalkulierend in Kauf, dass der eine oder andere von uns die Tour bei ihm an Bord nicht überlebt, da O2, Ambubeutel, Enos und andere Rettungsmittel fehlen und begründen das EISKALT damit, dass die zu teuer sind!
Und dieses Paradoxum lassen wir uns gefallen und bejubeln den Whirlpool und den Koch!

WIE KATASTROPHAL die Zustände tatsächlich sind, zeigt der schockierende Eintrag von oms-diver! Zu Recht wird hier die Frage aufgestellt, was mit den Spendengeldern für die Dekokammer passiert!

Es gibt nicht einen vernünftigen Grund, diese katastrophalen Zustände zu akzeptieren.

Ich schließe mich D-32 mal wieder an: Wo bleibt eigentlich die Redaktion?
Die Tatsache, dass seit Rangus Initiative längst weitere Threads auf dieser Site stehen, sein Eintrag aber immer noch heiß diskutiert wird, zeigt doch, WIE sehr uns dieses Thema berührt.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 11:07
Lieber Jörg,

dieser Tauchunfall ist reichlich durchgekaut worden. Ein Link hätte genügt, dazu eine Aufzählung, welches zu erwartende Notfallequipment vorhanden/nicht vorhanden war bzw. in einem untauglichen Zustand vorgefunden wurde.

Und noch einmal dazu: Wer eine bekannte kardiologische Problematik hat, ist tauchuntauglich. Geschätzte 10 - 15 Minuten nach einem Herzkasper unter Wasser plus Apnoe hilft dann auch keine Sammlung von Güdeltuben, kein Ambubeutel, kein AED vor Ort mehr.
Euer Einsatz war lobenswert, aber ich stellte dir ja schon mal die Frage, warum ihr nicht mit dem erstbesten verfügbaren Messer (Beduinenküche oder Jacketmesser) den Anzug aufgeschnitten habt, denn HLW durch Neopren hindurch bzw. gegen den mechanischen Widerstand von Neopren ist ziemlich ineffektiv.
Schlussfolgerung für mich: Auch ehrenamtliche Rettungssanitäter machen Fehler!

@ Crazy Divers

Eine taugliche Notfallausstattung (O2, Ambubeutel, Güdeltuben, AED und paar weitere Kleinteile) kostet vielleicht 2500 Euro. Wenn man sieht, was ein Safarischiff kostet, wenn man übliche Pachtzahlungen für eine Hotelbasis nimmt, wenn man die Kosten für einen Kompressor sieht, dann ist das Pillepalle und hat mit Tauchpreisen nichts zu tun!

Jedes Passagierschiff (Tauchschiffe sind Passagierschiffe) wird woanders zunächst mit Sicherheits- und Rettungsmitteln ausgestattet! Erst danach kommt, je nach Investitionsbereitschaft, der Schnickschnack wie DVD/Flatscreen in jeder Kabine oder Whirlpools.

Bei ägyptischen Safarischiffen (und leider ganz oft auch bei Tauchbasen) ist es umgekehrt. Schickimicki macht bei den Kunden optisch Eindruck, lässt sich in Bildform auf Webseiten stellen und dient als Verkaufshilfe. Fast niemand liest sich die technischen/nautischen Ausstattungslisten durch. Und mit dem Hinweis "Sauerstoff an Bord" ist Otto-Normaltaucher zufrieden. Oder gibt es eine Taucherin, die nach einem Ambu-Beutel fragt? "Hat ihr den für Frauen auch in barbiepink?"

Und ich vermute, es fehlt bei fast allen Leistungsanbietern am Verantwortungsbewusstsein!
Und auch an mangelnder Kompetenz des Staffs in Sachen Notfallhilfe!

Letztes wäre leicht zu beseitigen. Jeder europäische TL, der bei einer ägyptischen Basis angestellt ist, bekommt 1 - 2 Mal pro Jahr Heimaturlaub. Es ist eine Kleinigkeit, ihn zu verpflichten, in diesem Heimaturlaub entsprechende Fortbildungen oder Auffrischungsseminare zu besuchen und das bei Rückkehr nachzuweisen.
Oder die Basis hat einen Arzt als Kunden, macht mit ihm preislich einen Deal wie freies Tauchen plus kleines Honorar, und er schult den Staff.

Geht alles, wenn nur die Tauchbasenbesitzer und Schiffseigner wollen! Aber scheinbar geht ihnen da einiges am Arsch vorbei!

Jo
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 11:49
Jo, das hatten wir zwar schon aber noch mal:

- der Oberkörper war frei genug (komplett) für die HLW für die Defi Paddel (seitlich) und bei der Defibrilation sah das anders aus, lag aber net an uns sondern den guten Leuten dort!

Es gab keine mechanische Behinderung der HLW!

- Zum Thema ob und was Sinn macht, noch mal ganz klar weist du ob es noch einem Mikrokreislauf gab???

Deshalb fängt man an und legt los und denkt net viel drüber nach, vor allem wenn keiner genaues weis, was wann und wo passierte, später hast keine Chance mehr!

!!!! Die Puppillen sprachen dafür loszulegen!!!!

- Fehler macht jeder, mal! Wir mit 2 RS und 2 Doc´s bestimmt net den Fehler!

Es gab Probleme bei der Abstimmung der HLW 2005 (wir) contra 2000 (die) Richtlinien, Ok!

- Das mit dem Link ok! aber ich hatte keine Zeit die Forderungen zuformulieren!

LG Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 12:02
@ Taucher3667

Top Beitrag!

Eigentlich könnte man allein schon aus den Inhalten dieses Threads einen ganz tollen Artikel für DiveInside sowie TAUCHEN und UNTERWASSER machen. Ich wäre gern bereit, so etwas zu verfassen, habe Urlaub, der diesmal zu Hause stattfindet.

Wo bleibt die Redaktion? Ich habe da eine vorsichtige Ahnung:
Guck dir mal die taucher.net-Seiten von einem PC aus an, der kein Adblock installiert hat. Du findest reichlich Banner und Anzeigen von Safarianbietern und Tauchreiseveranstaltern. Und so lange solche Firmen nicht bereit sind, die Bedeutung des Themas zu erkennen, sehen sie sachliche Kritik als Nestbeschmutzung. Und da taucher.net ja nun in ein Verlagskonsortium eingebunden ist, wird der Ball schön flach gehalten, und mancher dürfte froh sein, dass sich dieses Thema ziemlich versteckt und unbeachtet im Medizinforum befindet.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 12:06
Auf Fragen nach dem fehlenden Beatmungs-Beutel antwortete der TL an Bord "beruhigend", dass er stattdessen den Druck auf 50 bar erhöht - damit kriegt man den O2 schon in die Lunge...


Wenn am die Aussage nicht zu ernst nehmen darf möchte ich dazu fachlich was schreiben da es mir gerade einfällt!

Es gab früher die Pulmor Umschalt dosen (Pulmotor) die Umschaltdrücke waren 20mbar und - 10mbar bei älteren 15 mbar und -11mbar! Nachdem die Dinger vielen Patienten nicht geholfen haben sondern massiv geschadet hatten verschwanden die Dinger sehr schnell wieder!

Diese Geräte waren auf die Beatmung ohne Intubation vorgesehen. Wer schon mal mit Maske und Beutel beatmet hat kann sicht leicht ausrechnen wie viel sinn das macht!

Also es ist patientengefährdent zuglauben das das geht und den Patienten nicht gefährdet!

Leerung des Magens durch den Druck … Lungen Schaden usw. …

Nicht mals mit einem Notfallsauerstoff der Korrekt eingestellt ist sollte man so ein Schwachsinn versuchen! das gibt lecker Sauerrei!

Aber was hat der MD eigentlich mit dem Verhalten der 1.Stufe und der Lungenfüllung zutun????? Die blast ja nur noch ab oder?

Also traurig das ein TL so was sagt aber selbst fachlich eine dumme Aussage, soorryy unglaubwürdig der der solche Aussagen trift!

LG Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 12:55
Zitat Jörg

" Also traurig das ein TL so was sagt"

Guck dir doch mal an, wer in aller Regel heutzutage als verantwortlicher TL im Ausland tätig ist! Die meisten können die "Bibel" ihrer Tauchorg rauf und runter beten, vor allem wenn es um so was Böses wie Deko, Deepstop und < 50 bar Rest geht, aber ihre (Notfall-)Medizinkenntnisse sind auf dem Niveau des Abgängers einer Sonderschule.

Beispiel gefällig?
Hier klicken

War verantwortlicher Bordguide bei der denkwürdigen Seawolf Soul-Tour mit reichlich Wasser, Öldämpfen und noch mehr Ekligem in allen Tanks und verstieg sich gegenüber 8 TLs, einem Tauchmediziner und zwei Ings aus dem Bereich Kompressortechnik zur Aussage, Wasser in Tauchflaschen sei auch in Deutschland etwas völlig Normales und wir sollten uns nicht so anstellen.

Und wer mit dieser Vorqualifikation Geld hat oder leiht, macht eine Basis auf oder lässt ein Safarischiff bauen!
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 17:53
Ich habe gerade beim Aufräumen was gefunden, das supergut zum Thema passt:

Ein Flyer des deutschen Reiseveranstalters Aqua Ative Agency, bekommen auf der Boot 2008, titelt "Only the best" und schreibt auf der dritten Seite über das Malediven-Tauchsafarischiff "MY Teate":
"Geplant und gebaut in Alexandria/Ägypten unter der Leitung italienischer Designer ..."

Seit wann haben Designer Ahnung von Schiffbau und komplexer Technik?

Es geht aber noch weiter:
"Unterwasserstabilisatoren, Leinen-Cutter oder sich automatisch öffnende Rettungsinseln sind nur einige Besonderheiten, die man auf den Malediven sonst vergeblich sucht."

"Unterwasserstabilisatoren"? Was ist das? Vermutlich eine einfache Schlingerleiste, denn richtige Stabis sind nicht unter Wasser, sondern tief im Rumpf eingebaut.
"Leinen-Cutter" sind natürlich ganz sinnvoll für Skipper, denen der Überblick beim Manövrieren fehlt.
"automatisch öffnende Rettungsinseln" - da fällt mir nichts mehr ein! Was haben denn andere Schiffe, die sie auch anbieten? Rettungsinseln, die man nach Untergang des Safarischiffes mit dem Mund aufblasen muss?

Wenn schon ein eigentlich renommierter deutscher Reiseveranstalter derartigen bullshit schreibt, wundert es einen überhaupt nicht mehr, dass das Themengebiet sicherer Schiffbau/nautische Ausstattung/Qualifikation der Besatzung/Notfallausrüstung an Bord im Bewusstsein von Schiffseignern und Veranstaltern keinen Stellenwert hat!

Jo
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 01.08.2008 - 18:20
Hallo,

ich mache gerade meinen Divemaster und das ich mit meiner Einstellung nicht in das System Padi passe ist mir diese Woche erstklar geworden, als wir ein Scuba Upgrate machen mussten!

Wenn ich will bin ich in 2 oder so Monaten TL ... will ich das? Bestimmt nicht!

Ich habe sogar darüber nachgedacht den DM an den Nagel zuhängen!

Was klar ist ich werde nie aktiver Padi DM 

Aber bei Padi tut sich was aber ob das richtige ist????

LG Jörg

Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 02.08.2008 - 00:30
@ oms-diver:

Nichts gegen Deinen Beitrag aber was hat das mit dem diskutierten Thema zu tun Eigentlich nur, dass ich beim Lesen nur eins gedacht habe: "Ägypten"

Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 02.08.2008 - 07:48
@ Kölle Alaaf

D32 schrieb mir:

Guck dir doch mal an, wer in aller Regel heutzutage als verantwortlicher TL im Ausland tätig ist! Die meisten können die "Bibel" ihrer Tauchorg rauf und runter beten, vor allem wenn es um so was Böses wie Deko, Deepstop und < 50 bar Rest geht, aber ihre (Notfall-)Medizinkenntnisse sind auf dem Niveau des Abgängers einer Sonderschule.


Darauf antworte ich:

ich mache gerade meinen Divemaster und das ich mit meiner Einstellung nicht in das System Padi passe ist mir diese Woche erstklar geworden, als wir ein Scuba Upgrate machen mussten!

Wenn ich will bin ich in 2 oder so Monaten TL ... will ich das? Bestimmt nicht!

Ich habe sogar darüber nachgedacht den DM an den Nagel zuhängen!

Was klar ist ich werde nie aktiver Padi DM

Macht es nun Sinn für dich und weist was es mit der Diskussion zutun hat?

LG Jörg
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 02.08.2008 - 16:58
Lieber 3637,
es war die staatliche Werft in Suez, wo auch die meisten Fischerboote gewartet werden, und wo auch Rudi Kneipp seine Schiffe gelegentlich hinbringt.
Strassenname sofern überhaupt existent und Name der Werft im Augenblick für mich nicht verfügbar, weil mein überwiegender Hausrat noch in Deutschland eingelagert ist.
Wir waren dort ca zweieinhalb Jahre mit dem Umbau eines ehemaligen deutschen Minensuchboots zum schwimmenden Wassersporthotel beschäftigt.
Nachdem meine beiden Partner kurz hintereinander verstarben, mußte das Projekt aufgegeben werden.
Wie ordentlicher Schiffbau auszusehen hat, weiß ich also, daß heißt nicht, daß ich diesen Massstab der deutschen Marine, als verpflichtend für privat genutzte Schiffe fordere. Im Gegenteil kein vernünftiger Mensch wird sich ein Schiff bauen, welches von einer Seemiene getroffen und hochgeschleudert, sich in der Höhe um die Vertikalachse drehen kann, aufsetzt und nicht nachhaltig beschädigt ist. Für den Rumpf mehrfach diagonal verleimtes spezielles Mahagoniholz verwendet wird, daß das Schiff notfalls sogar vom Machinenraum fahrbereit gehalten wird oder daß im Falle von Rauch oder Feuer, sich die Schotten automatisch schließen und eine CO² Löschanlage aktiviert wird. Daß es für jede der beiden Hauptmaschinen einen separaten Motorraum gibt, daß das ganze Schiff ABC-Waffen tauglich war, weil man im gesamten Schiffsinneren Überdruck aufbauen konnte und so gefahrlos durch kontaminiertes Gebiet fahren konnte. Daß das Schiff von uns entmilitariert werden mußte, dh. es musste für einen weiteren militärischen Einsatz unbrauchbar gemacht werden. Man hätte diese Schiffe in mehrere Stücke zerschiessen müssen, damit sie untergehen.
Nein all dies brauchen Safarischiffe nicht, nun verrat Du mir aber doch mal, durch welche Nageltechnik und wo angewendet, solche Schüsseln zertifizierungsfähig werden. Ist es die Werft, welche den Unterschied macht?
Selbst wenn Du recht hättest, mit den wenigen hier aufgezählten Schiffsnamen würden immer noch weit über 90% aller Taucher in Ägypten auf Safarischiffen unterwegs sein, die ebenso wenig zertifiziert wie sicher sind.
Je nach Wartung haben diese ägyptischen Schüsseln, eine Halbwertszeit zwischen zwei und fünf Jahren. Die deutsche Marine verkauft ihre Schiffe über die Vebeg nach 30 Jahren, weil sie dann abgeschrieben sind und die weitere sinnvolle Nutzung aus militärischer Sicht nicht mehr gegeben ist.
Bevor wir dieses Schiff im Alter von 34 Jahren kauften, gab es selbstverständlich eine Überprüfung durch unabhängige holländische Experten, welche den tadellosen Zustand dieses Schiffes auf knapp 80 Seiten beurkundeten. Es gab keine Mängel. Zur Überführung aus eigener Kraft von Wilhelmshaven nach Suez wurde es zuvor vom germ. Lloyd zertifiziert.

Ich verstehe Dich nicht recht, wofür trittst Du ein, für sicheres Tauchen, auf zertifizierten Schiffen, Notfallkoffer- medizin, funktionierenden Dekokammern mit geschultem Personal, oder verrostetem Mist, den man sich aus allen Ecken zusammensuchen muss oder meinst Du, daß Du mit den wenigen Bröseln, die Du hier vor die Hühner wirfst, partout recht behalten mußt.
Auch wenn Du weißt wo der Suezkanal liegt (um diese Frage ging es überhaupt nicht) sagt das noch nichts über Deine Geographiekenntnisse aus, gechweige denn darüber, ob Deine Geschichterln
nicht eher in den Bereich der Fabeln und der Mythologie gehören.
Diese Stories von deutschen Schiffbaumeistern in Ägypten, ist mindestens ebenso glaubhaft, wie die Wirksamkeit von Schafläusen bei Cholera.
Daß die Number One jemals eine Zertifizierung des Germanischen Lloyds hatte, wird mit Nichtwissen bestritten. Eher ist anzunehmen, daß es sich um kolportierte Geschichten jener handelt, die wichtigtuerisch auftreten.
Zwei günstige Hauptmaschinen, darum herum wird in Alexandria ein Schiff genagelt.
Es stimmt von vornherein fast überhaupt nichts: Wasserlinie, Pantokarene etc, dennoch Zertifizierung durch germ. Lloyd, obwohl bereits von Anfang an gravierende Mängel da waren? Dann der unsägliche Versuch über eine Verlängerung des Schiffes (6m ca) dem Übel abzuhelfen, vielleicht um eine Zertifizierung zu erhalten?
Noch einmal, wo werden in Ägypten Schiffe so zusammengenagelt, dass sie zertifizierungsfähig sind. Und diesmal bitte in einer Form, dass nicht nur diejenigen dran glauben, die schon als Kleinkind mit dem Klammerbeutel gepudert wurden, oder jenen ihr heroischer Entschluss, dumm bleiben zu wollen, leichter gemacht wird.

Jo= D32 wird sicher nachvollziehen, wovon ich spreche, denn Seenotkreuzer, auf denen er Dienst tut, entsprechen allerhöchsten Sicherheitsstandards und dem state of the art im Schiffbau!
Gruß Eckart



Antwort von Uli-allg Registriertes Mitglied am 02.08.2008 - 18:27
Bevor noch mehr Ihren DM an den Nagel hängen, beherzt und auch fachmännisch zupackenden Ersthelfern "Fehler" unterstellt werden und sich Bootsbauspezialisten in weiteren Liniendiskusionen vertiefen,ein ganz pragmatischer Vorschlag zum eigentlichen Thema.
So lange auch die erfahrenen Taucher für jede pillepalle Basis 6 Flossen vergeben und sich nicht getrauen einfach mal zu schreiben:

"Das Schiff war grauenvoll, Sicherheitsausrüstung mangelhaft, Kapitän nur Ruderboottauglich und das muss gerade MIR als der "KENNER" und Aufsprecher im örtlichen Tauchclub passieren"

So lange wird sich auch nicht ändern.
Viel lieber werden ein paar schöne Fotos eingestellt, das Essen gelobt und die pünktlichkeit beim gebuchten Transfer.
Um es klar zu stellen, ich kann mir aufgrund fehlender Erfahrung (noch) kein Urteil bzgl. Sicherheitsaspekte auf Basen und Booten abgeben.
Gerade deshalb lese ich bei der Vorplanung die versch. Bewertungen und nehme auch lieber etwas mehr Weg oder auch Euros in Kauf um an einer vernünftigen Basis/Boot zu tauchen.
Verstehe deshalb das ganze Gejammere nicht. Ihr/wir sind die Kunden die jährlich Ihre Kaufentscheidung treffen, Wenn wir aber alle so blöd sind und etwaige Mängel nicht anprangern( und sei es nur das fehlende Fernglas) so lange werden die Betreiber/Veranstalter nichts verbessern.
Am Geldbeutel(freie Plätze, schlechte Auslastung) sind sie am empfindlichsten und das sollten wir ausnutzen um unsere Belange durchzusetzen.
Also bitte zukünftig offene faire Bewertungen gerade von den "Erfahrenen"
Die "Beginner" werden es euch danken.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 02.08.2008 - 19:54
Wie wäre es wenn wir eine Check-/Bewertungsliste erarbeiten, die sich jeder ausdrucken kann?
Als Basis für die Bewertung des Schiffes wäre Hier klicken ein Ansatz. Dazu brauchen wir noch den Bereich Tauchsicherheit (Protokoll der Luft, 2 funktionierende Boote bzw. Motoren bei Tagesausflügen, etc.) und schon würde der Druck auf die Bootsbetreiber/Basenbesitzer erhöht.
Auch mit etwas Erfahrung waren mir mehrere Punkte nicht bewusst. Eine Karte z.B. habe ich an Bord nie gesucht, obwohl ich auf der anderen Seite nie Überland ohne Karte fliegen würde.
Ich denke eine solche Liste würde mehr bringen als nur rumzumaulen und hat sich in der Fliegerei schon bewehrt.
LG
Michael
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 03.08.2008 - 00:15
Lieber M. Henke,
vielen Dank für diesen Link, er sagt ja eigentlich alles. Es gab ja auch mal den probaten Vorschlag, im Falle radioktiver Verseuchung sich hinzulegen und die Aktentasche über dem Kopf zu positionieren.
Grotesk!!
Es bleibt nach wie vor die Frage offen, warum sind Nilkreuzfahrtschiffe allesamt zertifiziert, dafür keines der Safariboote im Roten Meer.
Auf Eure Antworten freue ich mich, derzeit kann ich leider keinen ersten Preis für die beste Antwort ausloben, weil das ja kein Thema zu sein scheint.
Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht, wacht genauso unbedarft wieder auf, wie Ihr eingeschlafen seid, dies hält den Kopf frei und produziert weitere endlosartikel in diesem Forum.
Von mir erscheint hier kein weiterer Beitrag.
E.Langer
Antwort von Rangu am 03.08.2008 - 14:14
Lieber Taucher & Taucherinnen,
ich hätte nie gedacht, das mein Eintrag "Unfallmanagment im Roten Meer " soviel Resonanz bekommt.
Danke für die rege Teilnahme!!!

Leider glaube ich aber; was die Vergangenheit ja auch gezeigt hat, das in absehbarer Zukunft sich nicht viel ändern wird. Auch wenn ich jetzt auf der(roten Liste) stehen werde:
Die Regierung ist durch und durch korrupt, den Basenbetreibern ist es ( sorry ) Scheißegal und wenn wir Deutsche Taucher nicht mehr kommen, was soll´s, aus dem Ostblock gibt es genug Kunden.
Dies bewarheitet sich mit dem Ausspruch eines Basenleiters nachdem ein Kunde tödlich verunfallte: Na und, Taucher wachsen auf den Bäumen !!!
Nochmals ein größes Dankeschön für die tolle Teilnahme, Rangu
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 10:17
@drelanger
Ich weiß wirklich nicht, warum du dir so oft selber widersprichst: einerseits hast du mich heraus gefordert, die Schiffe zu nennen die in Alex und Kairo gebaut wurden und wirfst mir dann vor, dass ich es getan habe. Dabei schreckst du auch nicht davor zurück, meine belegten Aussagen in Frage zu stellen, während du dich bisher ausschließlich in polemischen Behauptungen verloren hast (Bestechungen, Korruption etc.). Gerne wiederhole ich meine Bitte an dich, uns zu sagen, wer wann wen bestochen hat und welches Schiff daraufhin zugelassen wurde! Das ist für alle Beteiligten interessant.

Was mich einfach stört, ist, dass immer gleich ALLE Schiffe schlecht gemacht werden. Denn zwischen den vielen mittelmäßigen bis schlechten Schiffen gibt es auch wenige gute - nur natürlich viel zu wenig!
Das gibt uns aber nicht das Recht, eine "Seven Seas" oder "Royal Evolution" mit den schlechten Kähnen auf eine Stufe zu stellen.
Natürlich sind diese Schiffe NICHT mit denen der Küstenwache, DGzRS (die sogar eine Eskimo-Rolle überstehen!) etc. zu vergleichen.
Das habe ich aber auch nie verlangt.

Ich verlange und fordere, dass die Schiffe einen Grundstock an Rettungsequipment haben, mit dem ein normal ausgebildeter TL umgehen kann: O2, Ambu, Güdel, Enos, Defi & Co.
UND: dass die TL an Bord regelmäßige Schulungen nachweisen können, wie wir sie als TL (egal welcher Verband) auch nachweisen müssen.

Wenn das STANDARD wird im Roten Meer, haben wir schon viel erreicht und die Sicherheit an Bord um 100% erhöht.
Und ich bin mir sicher, dass das UNSER ALLER Interesse ist.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 13:54
@ Taucher3667

Noch mal von vorn:
Auch die von dir als gut bezeichneten Schiffe bestehen garantiert aus dem gleichen grobfaserigen weichen Holz wie die anderen. Und dieses Zeug zieht Wasser in seine Struktur, sobald es damit in Berührung kommt, und das ist auf dem Meer wegen Treibgut unvermeidbar. Das Wasser kriecht weiter und verrichtet gerade bei ägyptischen Temperaturen ziemlich schnell ein ziemlich zerstörerisches Werk, weshalb solche Schiffsrümpfe ab Stapellauf ein eingebautes kurzfristiges Verfalldatum haben.

Und auch diese Schiffe sind garantiert mit den gleichen billigen Eisennägeln zusammengekloppt und haben kein gutes Kalfat, sondern irgend welchen untauglichen Krams.

Und es ist völlig unerheblich, ob die glatte Außenhaut Billig-Sperrholz oder ein GFK-Leichentuch ist. Ein schiffbaulicher Kunstfehler ist beides.

Ich stelle sogar mal die Hypothese auf, dass 10 Jahre alte Schiffe aus weitaus besserem Material bestehen als neue. Parallele zu unseren Holzhändlern, bei denen man nur auf Bestellung und für viel Geld langsam gewachsenes gutes Nadel-Bauholz bekommt, alles andere ist schnellwüchsiges und minderwertiges Zeug, das anfängt zu arbeiten, wenn es verbaut wurde.

" Ich verlange und fordere, dass die Schiffe einen Grundstock an Rettungsequipment haben, mit dem ein normal ausgebildeter TL umgehen kann: O2, Ambu, Güdel, Enos, Defi & Co.
UND: dass die TL an Bord regelmäßige Schulungen nachweisen können, wie wir sie als TL (egal welcher Verband) auch nachweisen müssen. "

Im Prinzip dafür

Aber:
Der "normal ausgebildete TL" ist Schwachpunkt Nr. 1. Abnahmeberechtigung für PADI MFA und Oxygen Provider haben viele, das reicht definitiv nicht! Zeig mir eine ägyptische TL-Ausbildungsbasis, die eine Computer-Annie hat. Und schulungsweise mal auf der Billigpuppe ohne jede Kontrolle der Effektivität rumhibbeln ist nicht genug.

Erst wenn viele Kunden der Veranstalter entsprechend hohe Forderungen an Ausstattung und Qualifikation stellen, bei Nichterfüllung lieber nicht buchen, zeigt das Wirkung! Und es ist Aufgabe und Problem der Schiffseigner, dafür zu sorgen.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 14:27
Warum das Rad neu erfinden?

Einsatzsanitäter oder Rettungshelfer NRW

Rettungshelfer Hessen oder wenn es etwas mehr sein darf Rettungssanitäter ohne Klinikum?


Dann gibt’s die DIN 13 155 First Responder oder DIN 13 232 Notarztkoffer für die die mehr wissen!

LG Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 15:43
Soll doch gar nicht neu erfunden werden!

Aber die Fähigkeiten selbst in DE ausgebildeter Tauchlehrer sind zu 95 % völlig unzureichend, um effektiv und richtig in diversen Notfällen an Bord handeln zu können, selbst wenn umfangreicheres Equipment verfügbar ist/wäre.
Und an die Fähigkeiten ägyptischer Bordguides mag man nicht mal ansatzweise denken!

Und dass da fernab jeglicher kompetenter Hilfe ein Schiff schwimmt, auf dem notfallmedizinisch absolute Luschen arbeiten, auf dem wichtige Ausrüstung nicht vorhanden ist, muss ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit!
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 16:16
Deshalb habe ich mich nach Dahab an alle gewandt inkl. privat TV nur der NDR fand das Thema wert aufzugreifen …!

Ich habe selber erlebt wie ein TL und EFR Instruktor seinem Schüler beim Rescue in Safaga klar machen wollte das mit einem Ambu ohne Beatmung Sauerstoff geben könne, nach einem Dekounfall! Er glaubte es bis ich ihm mal die Ventile erklärt haben!

Auch gab es viel Stress in Dahab das wir mit einem NOTFALLSAUERSTOFF keinen Bewusstlosen versorgen wollten, wie kann das sein?????

Aber warum net einen Sanitätskurs vorschreiben, da gibt es Infrastruktur für und in unserer KV glaube ich den Kurs für unter 100 Euro inkl. AED!

Das kostet der EFR bei Padi immer hin doch auch und der Kurs oben dauert 48 Std. glaube ich heute … meiner ging damals noch länger danach kann man zumindestens mal das Grobe!

LG Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 16:43
Moin Jörg,

die Kosten sind doch pillepalle, selbst wenn es 400 Euro wären!

Es fehlt am Willen der Schiffseigner, oder an deren Problembewusstsein!

Eine Firma wie Heaven Fleet mit xx Schiffen würde es doch aus der Portokasse zahlen können, dass ein deutscher Ausbilder runterfliegt und in 5 Tagen mindestens einen Verantwortlichen von jedem Schiff intensiv schult.
Dann auf deren Website ein Zertifikat setzen, dass jedes Schiff derart qualifiziertes Personal hat, und schon haben sie einen Wettbewerbsvorteil.

--- Schade, dass wir hier nicht erkennen können, welcher deutsche Reiseveranstalter im stillen mitliest, sich aber nicht mit irgend einer Stellungnahme zu erkennen gibt. ---
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 17:23
Genau, D-32, die Kosten sind für die Schiffseigner aufzubringen:
eine Woche Safari = ~ 1.000 Euro / Person x 12 - 16 Taucher = ~ 12.000 - 16.000 Euro / Woche Umsatz = 48.000 - 64.000 Euro / Monat.

Klar, davon müssen zunächst noch alle Kosten für TL, Crew, Diesel, Lebensmittel, Lizenzen & Co. beglichen werden, wovon die meisten Rechnungen aber in ägyptischen Pfund fakturiert sind. Die Spanne ist also enorm, weswegen ja auch Whirlpool und der andere Schnickschnack erwirtschaftet werden konnte.

Somit sind alle Argumente, das fehlende Equipment und den schlechten Status der TL zu "begründen", schlicht verlogen.
Aber so lange die Unfälle im Roten Meer für den Schiffsbetreiber ohne Folgen bleiben, werden von denen eben lieber tote Taucher einkalkuliert, als eine Investition in die Sicherheit.

Und so lange wir uns das gefallen lassen, wird sich da wohl auch nichts ändern. Denn auch wenn der vom Kunden ausgeübte Druck meistens am schmerzlichsten ist, sind hier immer noch genug Kunden, die trotzdem buchen und das Schiff am Ende noch auf dieser Website jubelnd bewerten, weil alle an Bord so nett waren und das Essen so lecker...
Es ist vmtlch. leider illusorisch zu glauben, dass diese Diskussion - so sinnvoll sie auch ist -etwas bewegen wird.
Obwohl es wirklich KLASSE ware, wenn doch!

Aber so lange hier nicht der Druck von einer anderen Seite kommt (z. B. Regierung oder Verbände oder Reiseveranstalter oder von uns allen, oder...), werden "Unternehmer", die ihre Kunden allenfalls als "auf Bäumen nachwachsende Früchte" betrachten, nicht der ihnen aufgelegten Sorgfaltspflicht nachkommen!
(@Rangu: vmtlch. war das der gleiche Basisleiter, der mir einst auf der "boot" mit demselben Sch...-Spruch geantwortet hat.)

Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 17:39
@all
Wie soll sich den etwas ändern, wenn wir noch nicht einmal in der Lage sind eine Liste zu erstellen, was wir wollen?

@Taucher3667
Ich glaube nicht, dass von drelanger noch eine weitere Antwort kommt. Selbst auf Hier klicken (letzter Eintrag) gab es keinen Kommentar.

LG
Michael
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 04.08.2008 - 18:48
Moin Michael,

" Wie soll sich den etwas ändern, wenn wir noch nicht einmal in der Lage sind eine Liste zu erstellen, was wir wollen? "

Andersrum wird ein Schuh daraus! Die tollste Liste nutzt nichts, wenn sie nicht eine breitestmögliche Plattform findet. Und da offensichtlich Mods und Redaktion von taucher.net in einem Interessenkonflikt zwischen Userinteresse und Werbekundeninteresse feststecken,
da den deutschen Veranstaltern dieser Thread völlig egal zu sein scheint,
nutzt Engagement derzeit nicht viel.

Thema gut aufheben, es kommt bald die Boot 2009, wo die Veranstalter teilweise teure Stände haben. Und bis dahin merkt vielleicht das eine oder andere TV-Team (die lesen hier nämlich auch mit), wo man interessante Interviews in Halle 3 führen kann!

drelanger schreibt hier nicht mehr, ich weiß warum, weil ich mit ihm intensiven Mailverkehr hatte.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 01:54
Ich frage hier noch mal ganz kurz, warum sind alle Nilkreuzfahrtschiffe zertifiziert, mit entsprechenden Versicherungen etc gleichsam wie in Europa.
Dagegen kein einziges Safariboot auf dem Roten Meer.
Wie oft soll ich diese Frage eigentlich noch stellen?
Unterhalte ich mich hier mit den Betreibern der Schüsseln?
Könnt ihr lesen, begreifen, verstehen oder sind in diesem Forum nur Leute unterwegs die ihren persönlichen Kleingarten pflegen möchten.
Das wird der Sache nicht gerecht!
E. Langer
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 06:41
@drelanger:
Leider kann ich dir auch nicht sagen, weshalb Nilkreuzfahrtschiffe wohl zertifiziert sind, aber nicht die Safarischiffe. Was ich aber machen kann ist Mutmassen:

Normalerweise wird etwas zertifiziert, weil es jemand fordert und nicht aus freien Stuecken des Betreibers. Wenn die Safariboote also keine Zertifizierung nach den gleichen Standards wie die Nilkreuzfahrtschiffe haben, liegt das wahrscheinlich daran, dass sie auch ohne auskommen. Wer, wie, was, wieso, weshalb und warum das so ist kann vielleicht jemand beantworten, der sich mit solchen Geschichten beschaeftigt.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 08:14
@ D32: klar sind 100 Euro kein Geld, aber lieber haben die das als Profit! auch klar das das alles nur kurzfristig gedacht ist von denen ich würde gerne mehr zahlen, für Sicherheit und einen beruhigten Unfall! Ich habe halt bedenken das wir nur die neue S-Klasse zahlen und der Rest ne rissen Luftblasse ist!


@ M.Henke, einigen wir uns doch darauf das wir mindestens einen Tauchsanitäter mit einer Ausrüstung nach DIN 13 155 und einen AED und 4Liter Sauerstoff fordern!

Wer kommerziell taucht hat das mit zuführen in der Welt egal wo und wann, basta!

Übrigens wer hat das in Deutschland … anderes Thema!
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 11:13
@drelanger
Bitte höre endlich mit deiner Polemik auf: "...Könnt ihr lesen, begreifen, verstehen oder sind in diesem Forum nur Leute unterwegs die ihren persönlichen Kleingarten pflegen möchten..."
Letzteres gilt wohl am ehesten für dich, da du uns immer noch die Antwort auf meine nun zum 3. Mal gestellte Frage schuldig bist, Wer Wann Wen bestochen hat und welches Schiff daraufhin zugelassen wurde, im Roten Meer.
Das ist für uns alle interessant und vielleicht gibst du deinen Worten endlich mal die Hintergrundinformation, wie du sie auch von mir verlangt hast.

Ich habe dir alle Daten und Namen von Schiffen, Personen und Werften genannt, wie du es gefordert hast, du aber hast bisher noch nicht eine deiner Behauptungen belegt.
Das lässt bei mir mehr und mehr den Verdacht aufkommen, dass DU hier "persönliche Kleingartenpflege" betreibst, was der Sache und Rangus angestoßener Diskussion in keiner Weise dient.
Es geht immer noch um fehlende Sicherheitsausrüstung an Bord, die eigentlich Pflicht sein sollte und deren Fehlen mit fadenscheinigen Argumenten seitens der TL und Bootsbesitzer begründet wird.

Es ist gut, dass hier so viele Taucher "den Finger auf die Wunde legen" und die Mißstände endlich mal aussprechen. Das lässt die Hoffnung aufkommen, dass bei einigen von uns die Qualität an Bord endlich wieder an den wichtigen Dingen gemessen wird und nicht am Kaiserschmarrn.

Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 12:26
@ Taucher3667



@ oms-diver

" Übrigens wer hat das in Deutschland … anderes Thema! "

In DE gibt es immerhin (noch) eine halbwegs funktionierende Rettungskette incl. Helis. Aber wenn sie in Kiel das MFG 5 dichtmachen und die Seakings dann von Nordhorn oder List anfliegen müssen, wird es in der westlichen Ostsee auch deutlich schlechter.

@ all

Ich habe gestern abend lange mit einem User, der hier auch was geschrieben hat, telefoniert.

Beschluss:
Die Macher von taucher.net stehen ziemlich sicher in einem Konflikt zwischen einerseits der Überzeugung, dass vieles, was in diesem Thread steht, richtig und wichtig ist, andererseits in der wirtschaftlich motivierten Rücksichtnahme auf die Werbekunden, denen offensichtlich die weite Verbreitung dieses Themas nicht gefällt.

Auf Verbreitung in den Printmedien brauchen wir wohl gar nicht zu hoffen!

Ich werde eine Domain mit passendem Namen einrichten und dazu geeignete Inhalte entwerfen. Wer dann an diesen Inhalten mitarbeiten und sie erweitern möchte, ist herzlich willkommen.

Und ich würde mich freuen, wenn dann jeder, dem dieses Thema wichtig erscheint, den Link immer wieder in seine Sig einbaut, damit er schnell eine weite Verbreitung findet.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 13:32
D-32

Gute Idee
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 15:49
@D12

unbeschritten ist Deutschland sehr gut ...

... aber 15 Minuten sind ohne Sauerstoff auch lange!


Warum eine neue HP ... wenn wir uns hier net mal durchsetzen können ... wie macht ihr die HP bekannt?

LG Jörg
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 05.08.2008 - 15:52
@D-32

@oms-diver

Meinst du nicht, dass 4 Liter Sauerstoff etwas wenig ist? Selbst wenn du die Flasche mal auf 200bar gefuellt bekommst (und oft kriegste nicht mehr als max. 120bar), dann kommst du nicht mal eine Stunde aus, wenn nicht gerade ein Kreisel dran ist. Das ist nicht mal das schlimmste anzunehmende Szenario, sondern "nur" freeflow auf 15l/m mit einem Patienten. Auf einem Safariboot sollte genug Platz fuer zwei grosse Flaschen sein. Eine wuerde zwar vom Volumen meistens reichen, aber was wenn gerade die leer ist oder das Ventil einfach nicht will?
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 00:08
3637
Warum sind Nilkreuzfahrtschiffe zertifiziert,
Safariboote nicht?
Dein Kleingarten interessiert nicht!
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 00:20
@ all

Siehe Forumsrubrik "Tauchreisen" - neuer Eintrag.
Die Domain ist reserviert, das Websiteprojekt kann starten.

Jo
Antwort von lups am 07.08.2008 - 00:34
[]Weil Taucher das Abenteuer und den Nervenkitzel suchen
[] Weil i.d.R. keine kleinen Kinder und Omis an Bord sind
[] Weil Nilschiffe so groß sind, dass sie aus Stahl gebaut werden müssen
[] Weil Taucher unkritisch hinter anderen herlaufen
[] Weil kein Reiseveranstalter danach fragt
[] Weil ein paar Taucher im Roten Meer sang- und klanglos absaufen - der Untergang eines Nilschiffs von Hotelgröße dem Tourismus aber empfindlich schaden würde
[] Taucher wie Unkraut nachwachsen
[] Weil die Massenausbildung der Taucher nichts über Schiffe lehrt
[] Weil keiner Druck macht und selbst die Kapitäne naiv/ahnungslos sind
[] Weil viele Verantwortliche skrupellos sind
[] Weil sich bisher keiner darum gekümmert hat
[].....
[].....
[].....
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 00:40
Lieber D_32
auch wenn es mir mittlerweile schwer fällt, auch an Dich noch einmal die Frage: warum sind Nilkreuzfahrtschiffe zertifiziert: Solas, Germ. Loyd etc.
Ist das ein anderer Staat in Sharm el Sheikh oder Hurghada und kann man nichts vergleichen, wollt ihr nicht vergleichen, kneift ihr die Augen zu oder seid ihr auf beiden Augen blind?
Ich denke es ist doch mal die Frage wert, warum die beiden Säulen der ägyptischen Tourismusbranche so unterschiedlich bewertet werden. Wild West bei den Safaribooten
und relative Sicherheit bei den Nilschiffen.
Polemik ist nicht negativ behaftet, wer nichts damit anfangen kann, liegt allerdings noch unter diesem Niveau.

Eckart
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 01:21
Spekulation:
Die Behörden haben gepennt!
Als vor vielen Jahren Rudi Kneip anfing in Hurghada, fuhr man mit etwas größeren Fischerbooten raus. Seine späteren Somayas waren schon eine kleine Revolution.
Und irgendwie hat wohl keiner gemerkt, dass allmählich die Boote Butterschiffgröße bekamen und kleine Hochseekreuzfahrer wurden.

Und falls doch: Geldverdienen zählt! Für die Safarischiff-Flotte, die heute in Ägypten rumfährt, gibt es in dem Land gar nicht genug Nautiker. Die dürfen noch nicht mal Osteuropäer oder Fidschis anheuern, weil das Schiff mit Einheimischen bemannt sein muss.

Immerhin: Vor ein paar Wochen haben sie zumindest bei Tauchbasen angefangen, mehr Sicherheit zu fordern und deshalb etliche erst mal geschlossen. Aber leg mal 90 % der Safariflotte an die Kette - den Aufschrei hört man bis Hamburg.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 01:39
Lieber lups,
vielen vielen Dank, Deine Liste enthält die wesentlichsten Punkte, und sie sind ganz klar und deutlich beschrieben
Dein Beitrag müßte eigentlich in mehrfacher Größe hier in diesem Forum erscheinen.
Ich danke Dir für diesen Beitrag und hoffe, dass er oft genug gelesen wird.
Liebe Grüße Eckart
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 02:01
@ lups

Generelles

Du hast vergessen:
Weil viele "Taucher" heutzutage eher Urlaubsbespaßte ohne Eigenkompetenz sind,
weil viele Urlauber auf Schickimicki wie DVD-Player in der Kabine oder Whirlpool und Bordmasseur abfliegen.

Das sind die Leute, die sich wundern, warum bei etwas Seegang das Essgeschirr von der Back fliegt - weil die Schickimicki-Schiffseigner Glasplatten statt Holz mit umlaufender Leiste verbauten.
Und was hat ein nicht festgeschraubter Barhocker auf dem Oberdeck verloren? Eine blöde Welle und man bricht sich das Genick.
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 07:45
@ Scuba Dude …

4 Liter ist mehr als in einem normalen Notfallkoffer und schon recht schwer!

Eine Flasche hat für mich voll zu sein … 200bar wer sie nutzt bitte füllen lassen!

Ich sprach von einer tragbaren Einheit … allgemein … stationär nehmen wir die RTW Vorhage mit 2mal 10 Liter sind 4000 Liter! Eine hat davon immer unangetastete / verschlossen / versiegelt zu sein und die andere mindestens 50bar … so das du bei 100bar in einer immer noch 3000 Liter hast …

Aber egal was kommt 2000 Liter hast du immer, deshalb die 2 Flaschen Lösung beim RTW!

Dann noch was es gibt so was wie Speicherbeutel und Dosierventile die den Verbrauch an Sauerstoff doch erheblich reduzieren! Manche Verlebungen gingen ohne 50/50 oder 60/40 Umschaltung der Beatmungmaschine net und das reicht dem Patienten doch normal auch immer aus!

Also ganz klar … einen Notfallrucksack oder so inkl. 2 Liter Sauerstoff und dazu auf Booten und gefährdeten /weitentfernten Tauchspots zweimal 10Liter Flaschen. Jeder Jeep sollte dann ne 5 Liter Flasche wie einst die BW oder Kat Schutz an Bord haben!

Der KTW / RTW sollte dann bitte aber auch 2 Flaschen 10 Liter haben und 2-mal 2Liter …!

Und wenn ich weis dass ich einen weiten Weg habe manage ich meinen Vorrat so dass der Patient lieber immer Sauserstoff hat als zum Anfang alles zu verblassen!

Den einzigen KTW den ich in Dahab gesehen habe war ein alter brauner Peugeot Baujahr 70 oder so!
Das war ein Kombi ohne Verlängerung da sah ich eine kleine Flasche drinnen nicht mehr!

Mit unseren Forderungen schaffen wir es das ein Boot besser ausgestattet ist als ein Krankenwagen?

Übrigens weis einer was die Besetzung eines RTW am Rotenmeer ist?

Weis einer ob die Unterscheidung von KTW und RTW kennen?

Wie ist der Rettungsdienst überhaupt dort organisiert??????

Würde mich freuen wenn einer das mal Online stellt!

Den Sicherheit auf Booten ist eine Sache der Rest drum herum sollte doch auch passen?
Antwort von Linuskoeln Redaktionsmitglied am 07.08.2008 - 21:47
Hallo zusammen!

Obwohl ich keiner der Moderatoren bin, würde ich gerne zu ein paar Punkten etwas loswerden.

"Wo bleibt eigentlich die Redaktion?
Die Tatsache, dass seit Rangus Initiative längst weitere Threads auf dieser Site stehen, sein Eintrag aber immer noch heiß diskutiert wird, zeigt doch, WIE sehr uns dieses Thema berührt" (von Taucher 3667)
Kann ich gut verstehen, für mich ist die Diskussion der Beteiligten hier auch eine der besten und interessantesten der letzten Zeit. Leider bin ich erst durch den Link auf der Forumsseite "Tauchgebiete" drauf gestossen: "böse Absicht" ist da - wie auch bei den Kollegen - sicher nicht im Spiel!

"Eigentlich könnte man allein schon aus den Inhalten dieses Threads einen ganz tollen Artikel für DiveInside sowie TAUCHEN und UNTERWASSER machen...Wo bleibt die Redaktion? Ich habe da eine vorsichtige Ahnung" (D-32)
Lieber Jo, vergiss deine "vorsichtige Ahnung" mal ganz schnell wieder: wenn wir nur schreiben würden, was Werbepartner am liebsten hören, hätte es einige DiveInside-Artikel gar nicht erst gegeben
Einen Schuh musst du dir jetzt anziehen: Wir haben in den letzten Tagen mehrmals wegen der Wrackgeschichte gemailt und telefoniert - dabei hättest du das Thema ja auch mal ansprechen können, oder? Also lasst es uns halten, wie von Taucher3667 in anderem Zusammenhang vorgeschlagen: Keine Polemik oder bloße "Ahnungen", dafür lieber konkret und bei den Fakten bleiben!

Recht gebe ich dir, dass man daraus und aus der entstehenden Liste, sofern belegt und realistisch, einen guten Artikel für DiveInside machen könnte. Eventuell sogar mit gleichzeitiger Befragung der Veranstalter, wie sie zu den einzelnen geforderten Punkten stehen. Mit Aussagen, an denen man sie später auch messen kann. Versprochen: Ich bin dabei

Liebe Grüße,

Linus
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 07.08.2008 - 23:40
Hallo,
lups hat doch eine Liste zusammengestellt, warum Nilkreuzfahrtschiffe allesamt zertifiziert sind. Liest das niemand, oder interessiert es keinen, diesen Verdacht habe ich mittlerwiele.
Man könnte doch die Forderung stellen, daß jedes neue Safariboot, welches in Dienst gestellt wird, auch zertifiziert sein muss.
Allerdings habe ich kein probates Rezept, wie das zu verwirklichen wäre. Leider!!!
Immerhin wäre das mal ein Anfang, und vielleicht gibt es in Zukunft einen Eigentümer und oder Betreiber, der dies als Werbung einsetzt.
Sodann müßten die alten Schüsseln sukzessive aus dem Verkehr gezogen werden und Neuzulassungen nur mit Zertifizierung möglich sein. Bei der Halbwertszeit dieser Schüsseln, eine Periode von 10 Jahren, nachdem etwa ein Drittel der Safariboote zertifiziert wären.
Da aber Osteuropa mit Macht in diesen Markt drängt, habe ich meine Zweifel, daß dies gelingen könnte!
Ein Topf mit Spendengeldern für ein solch zertifiziertes Schiff, wird eher nicht gebaut. Man bedankt sich mit einem arabischen Sprichwort:
Allah hat euch das Geld gegeben und uns den Verstand es euch abzunehmen.
Liebe Grüße Eckart
Antwort von oms-diver Registriertes Mitglied am 08.08.2008 - 08:19
@drelenager ...

Habe das schon gelesen ... mir ist aber nicht klar worauf du hinaus willst ... auch verstehe ich die Liste nun nicht so das das die Weisheit ist

Weil Taucher unkritisch hinter anderen herlaufen

Wenn ich so was lese nenne ich das Verallgemeinerung, unnötige!

Soviel habe ich der Liste nicht zugemessen … mein Gebiet ist aber eher Rettung und nicht Nilkreuzfahrten!

Was oben Stand ist richtig man findet diese Diskussion kaum und ob wäre an anderer Stelle besser geführt …

Aber der Unfall von Dahab hat es auch nie in den Unfallbereich geschafft … warum eigentlich???

Dieses Thema wurde erst aufgenommen als ich ALLE verrückt gemacht hatte!

Solche Themen gehören nach ganz oben und vorne!

LG Jörg

PS: ich kann mich an eine Mail von Gunther erinnern in der er mir erklärte das man das Thema nicht zu den Unfällen nimmt da es mehr sei … da müsste man extra was machen … war es das? Warum schreibt darüber DiveInside nicht … Stattdessen erinnere ich mich gut auf LOBLIED auf Deko International … weis nur net ob es vor dem Unfall war … ich glaube schon!

Warum macht ihr keinen Bericht über die Basen … es gab doch euren Bericht zum Thema EH Ausrüstung beim Tauchen … guckt doch mal danach … prüft … ich denke das das Thema genauso wichtig ist wie Safariboote … den defakto ist man an vielen Tauchplätzen nicht besser dran als auf einem Boot … wenn die Sekunden zu Stunden werde … und man weis jetzt stirbt mein Buddy unwiederbringlich!

Es gäbe genug Baustellen am Roten Meer!

Ich weis aber warum ich mich nie für eine Tour durchringen konnte … den da war mir immer klar wenn was passiert ist man weit Weg vom Schuss!


PS2: Denkt mal an Die Wartung und Pflege der Kompressoren auf so einem Boot, mir vergehts da schon jetzt! Gut Luft!

Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 08.08.2008 - 16:46
Mach dir nichts daraus, OMS-DIVER, mehrere verstehen nicht, worauf drelanger hinaus will.

Er hat bis jetzt NICHT EINE seiner Behauptungen belegt, wie z. B. wer wann wen bestochen hat etc. - ich bitte ihn aber nicht zum 4. Mal uns das endlich zu sagen, sondern gehe einfach davon aus, dass er NICHT weiß, welcher Schiffsbesitzer welchen Ägypter wann bestochen hat. Oder er ist zu feige, das öffentlich zu schreiben.
Dafür lenkt er lieber von seinen schuldig gebliebenen Antworten ab und stellt stattdessen neue Behauptungen auf, die uns aber auch nicht weiter bringen (Stichwort Kleingarten) und die er dann gerne anderen unterschieben will (wie mir, am 07.08. um 00:40Uhr).

Einfach nicht darauf eingehen, sondern sich wieder der Sache widmen und die Liste pflegen.

Ich sehe Linuskoeln`s Worte sehr positiv und mit Hilfe dieser Redaktion kann es etwas werden, dass die Schiffsbesitzer Sicherheit endlich ernst nehmen.
Gleichzeitig informiert diese Liste ja auch alle Taucher, worauf bei einem Safarischiff alles geachtet werden muss, um es wirklich zu bewerten.
Denn je mehr Taucher nach Ambu, Enos, Defi & Co. fragen, desto größer die Chance, dass diese Dinge an Bord sind.
Und diese Schiffe sollen dann auch zu Recht ihre 6 Flossen bekommen - aber nur diese Schiffe - damit sie richtig davon profitieren, weil sie wegen ihrer Investition in Sicherheit verstärkt gebucht werden - mit Sicherheit.
Die Lawine muss nur endlich losgetreten werden.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 08.08.2008 - 20:24
3667
Wenn Du nicht verstehst, worauf ich hinaus will, muß das ja nicht an mir liegen.
Die Erfahrung, wie man in Ägypten lebt, solltest Du schon selber machen.
Im übrigen geht es weder Dich noch sonst jemanden etwas an, wie man Bakschisch einsetzt, um ans Ziel zu gelangen.
So langsam geht mir Dein Gedeich auf den Wecker!

E. Langer


Antwort von crazy_Divers_Germany Registriertes Mitglied am 10.08.2008 - 12:53
Moin @all


Rangu am 03.08.2008 - 14:14
Auch wenn ich jetzt auf der(roten Liste) stehen werde

Also wenn ich in die Rote Liste schaue finde ich gute Hilfreiche Dinge die mich in einem bestimmten Fall dann auch weiterbringenVon daher ist der Vergleich gut und die Sorge unberechtigt, da du auf wichtige Sachverhalte hingewiesen hast.
Danke für den Mut @Rangu

@ D32 Mion nach HH hier hats geregnet
und Dock 11 ist voll.
Erfahrungsgemäss haben wir immer bissi Equipment mit nur für den Fall das..., und wenn wir abreisen
glubst du gar nicht wie die sich freuen über bissi Sterilium oder Verbandsmaterial.

Aber du hast Recht von allen kann man und will ich das auch nicht erwarten, weil sie dafür in den Urlaub fahren und davon ausgehen das "alles rund um Passt". bissi naiv wer des denkt aber iss geschenkt.Gebühren für die Pacht von Basen hat viel mit Vit.B++++ zu tun.
Hatte mich da mal intensiv umgehört und recherche betrieben (anderes Thema).
Weiterhin hast du Sauerstoff an Bord jedes Schiffes mindestens 21 %
Aber ich versteh dich auch was du sagen willst.
Letztes Jahr Schocking very o2 Flasche mit Stempel von 83 geht wohl nech ?
Zu Fragen fressen sie die Beilage und erschlagen ihren Arzt oder Apotheker.

@OMS
Son überblähter FassThorax sieht bestimmt gudd aus
macht nur intrathorakal biss Probleme.
Schmeiss den Tl über Bord , da haste echt Recht
Bissi Propofol und ich kann jetzt beruhigt weiterpennen.



@Taucher3667
Danke für deinen Hinweis auf die vielseitg angebauten Feldfrüchte
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 10.08.2008 - 13:25
@ Taucher3667

" Und diese Schiffe sollen dann auch zu Recht ihre 6 Flossen bekommen - aber nur diese Schiffe - damit sie richtig davon profitieren, weil sie wegen ihrer Investition in Sicherheit verstärkt gebucht werden - mit Sicherheit.
Die Lawine muss nur endlich losgetreten werden. "

Stimmt genau!
Und die Tauchbasen müssen wohl leider allzu häufig von Dritten erst mal darauf gebracht werden, dass bestimmte Dinge und Taten einfach unverzichtbar sind. Beispiel aus dem Mailaustausch mit dem Manager einer Tauchbasenkette:
Erst nachdem ich mit Nachdruck sagte, dass ein, besser zwei Ferngläser zwingend auf jedes Boot gehören, erklärte er, ein (!) Fernglas bestellt zu haben (für mehrere Basen?).
Auf das Thema "kontinuierliche Luftanalyse auf Wassergehalt" wurde sinngemäß entgegnet, eine gute und sichere Tauchbasis zeichne sich überwiegend durch andere Aspekte als sicher und vollständig ausgestattete Schiffe und nachweislich beste Luft aus.

Die haben den Schuss noch nicht gehört! Also muss es wohl Abstimmung mit den Füßen geben:
Eine belegbare black list von Basen und Schiffen, denen Investitionen in tatsächliche Sicherheitsaspekte egal sind.

100 ausbleibende Tauchgäste x 6 Tage Tauchpaket = 20.000 - 40.000 Euro (je nach Region) fehlende Bruttoeinnahme. Das tut weh.
Und 20.000 - 40.000 Euro Brutto-Mehreinnahme der sicherheitsbewussten Basis nebenan finanziert ganz fix deren Investitionen.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 12.08.2008 - 02:29
D32
eine Flosse für ein zertifiziertes Schiff.
Alle anderen erhalten keine!
Ich bin aber mittlerweile davon überzeugt, dass man an den bestehenden Gegebenheiten nichts ändern will.
Dafür zeugt dieser thread, die Ägypter danken es euch.
Wir sind alle Ägypter.

Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 12.08.2008 - 12:12
@derlanger:
Also welche Zertifizierung genau sollten alle Safarischiffe deiner Meinung nach haben muessen? Alles nur streng nach IMO oder wuerdest du auch andere lokale Zertifikationen gelten lassen? Ich meine, forderst du jetzt dass ausnahmslos jedes Passagierschiff in der dritten Welt ein internationales Zertifikat fuer Hochseeschiffe nach der IMO haben soll oder was ist genau dein Punkt? Ich will damit nicht sagen, dass ich das nicht gut faende, aber etwas unrealistisch ist das meines Erachtens nach schon.

Ich kenne uebrigens ein Boot, dass nach IMO Standards von Lloyds zertifiziert wurde. War aber anscheinend auch ne schwere Geburt...

Hier klicken
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 12.08.2008 - 13:55
Als Taucher sollten wir uns nicht zu sehr auf IMO, SOLAS und (Germanischen) Lloyd konzentrieren, da die in ihren Statuten nicht auf den Tauchsport ausgerichtet sind.

Die für uns so relevanten und lebenswichtigen Dinge wie z. B. saubere Atemluft (= Kompressorpflege) oder Prävention in der Strömung (= Enos), werden dort gar nicht aufgeführt.
Das soll nun nicht heißen, dass die nicht etwa auch für uns Gültigkeit haben sollen. Nein im Gegenteil, diese Sicherheit ist absolut zu begrüßen.
Aber diese Statuten sind für uns Taucher nicht ausreichend, daher sollten wir ruhig eine eigene Liste erstellen, die die tauchspezifischen Anforderungen aufführt. Diese Liste kann dann ja ergänzend zu den bestehenden hinzu gefügt werden.

@ D-32
Du erwähntest mal eine Site, auf der du bereits eine Liste begonnen hast? Kannst du uns den direkten Link angeben?
Danke dafür im Voraus.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 12.08.2008 - 14:42
@ Taucher3667

Du warst schneller! Genau deinen ersten Absatz wollte ich auch so schreiben!

Es wäre schon viel gewonnen, wenn beispielsweise Investoren in ein neues Tauchschiff ein wenig die Augen geöffnet werden, dass ein übel zusammengepfuschtes Schiff sicherlich preiswertes ist als ein aus besserem Material mit viel mehr Sorgfalt gefertigtes Boot, dass sie aber mittelfristig mehr Freude (und Gewinn) an einem besser gebauten Boot haben.

Die Forderung nach GL-Zertifizierung ist nicht realisierbar, weder in Ägypten noch auf den Malediven.
Ebenso dürfte es in Konkurrenz zum Holzbootbau kaum jemand finanzieren wollen, beispielsweise einen 40 m Stahlrumpf incl. Antriebsstrang in Europa produzieren zu lassen, als Decksladung nach Suez zu verschiffen und dort unter kompetenter Aufsicht ausbauen zu lassen.
Und, falls sie mal ersetzt werden, könnte man natürlich ganz toll Schiffe wie BP22/BP23 (Sendereihe Küstenwache) zum Safarischiff umbauen, aber mit der Technik an Bord ist jeder Ägypter heillos überfordert und das Schiff hat keine 8 Wochen Einsatz, bis es kaputt ist.

Dann muss den Betreibern klargemacht werden (und da sind noch dicke Bretter vor vielen Köpfen), dass Sicherheitsaspekte bei technischer Ausrüstung des Schiffes, Ausbildung/Qualifikation der Besatzung, nachprüfbare Luftqualität zwar Geld kosten, aber durch mehr Buchungen honoriert werden und sich so ganz schnell amortisieren. Wenn, wie neulich in einem Mailaustausch, dem Manager einiger Tauchbasen erst durch einen Hinweis klar wird, dass ein Fernglas auf einem Tagesboot eine gute Anschaffung ist, wundert mich nichts mehr!

Die Website ist noch im Planungsstadium. Link gibt es, wenn da genug Content drauf ist, dass sie öffentlich werden kann. In der Betaphase wird sie passwortgeschützt, damit nur die Mitgestalter (von denen ich bisher zwei habe) Inhalte sehen und ergänzen können.

Und für die Boot 2009 ist schon was in Planung.

Jo
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 13.08.2008 - 01:29
Also, ich glaube, dass der Ruf nach der Redaktion oder nach Moderatoren völlig überflüssig ist.
Sie moderieren sich in diesem Forum bereits selbst.
Ich halte dieses Forum für getürkt. Nach meinem Wissenstand kann ich nicht umhin, den hier Beteiligten ein partikularistisches Interesse zu unterstellen.
Dr. Eckart Langer
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 13.08.2008 - 02:12
Tut mir leid D32
GL Zertifizierung bei Safaribooten nicht möglich in Ägypten.
Wie sind denn alle Kreuzfahrtschiffe auf dem Nil zertifiziert.
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 13.08.2008 - 09:15
Wenn ich ehrlich bin, ist mir die Lizenzierung der Tauchschiffe auch weniger wichtig, als die Gewissheit, dass die 1.Hilfe-Ausrüstung vorhanden ist, der Kompressor sorgsam gepflegt wird (z. B. belegt durch die BAUER Initiative "Pure Air") und dass Enos und Ferngläser an Bord sind. Weiterhin sollte der TL seine Weiterbildung genauso nachweisen können, wie wir unsere Tauchsportärztliche Untersuchung vorzeigen müssen. Jeder TL, egal von welchem Verband, verliert seine Lizenz, wenn er nicht ausreichend Weiterbildungs- und Auffrischungsseminare nachweisen kann. Und da einige Verbände ihre Seminare auch in Ägypten durchführen, kann jeder TL dieser Pflicht nachkommen und das kann auch sehr leicht kontrolliert werden. Stattdessen ist für TL ein regelmäßiger HIV-Test erforderlich, um seine Arbeitserlaubnis in Ägypten aufrecht zu erhalten!

Vernünftige Tauchsicherheit an Bord ist mir als tauchender Kunde wichtiger, als hoch gegriffene Anforderungen an die Tauchschiffe. Hinzu kommt, dass z. B. die "Albatros II" (TV-Soap "Küstenwache") für den Tauchtourismus gar nicht geeignet wäre, trotz Erfüllung aller Standards, die die Seetauglichkeit betreffen.
Solche Anforderungen würden die Schiffseigner doch nur dazu nutzen, in die "Opferrolle" zu springen, da doch alles so teuer ist und wir "böse Kunden" es doch immer so billig haben wollen...

Diese Chance sollten wir ihnen nicht gaben, denn die Realität sieht ja ganz anders aus: sehr viel Geld wird in Blödsinn investiert, der zwar das Leben an Bord zweifellos sehr angenehm, das Tauchen aber nicht sicherer macht.

D-32 trifft es auf den Punkt: bei den Betreibern sind noch sehr dicke Bretter vor den Köpfen, dass sie so skandalös mit der Sicherheit umgehen. Ambu, Enos und saubere Luft sollten schon alleine aus moralischen Gründen selbstverständlich sein!

Und wer sich mal mit den Anschaffungspreisen der von uns geforderten (und eigentlich selbstverständlichen!) Dingen auseinandersetzt, erkennt sehr schnell, dass diese Kosten ein WITZ sind, gemessen an der Gesamtsumme, die in das Schiff gesteckt wurde UND gemessen an dem Umsatz, den ein Schiff macht.
Jede Woche.
Wer WILL, hat das Geld schnell wieder erwirtschaftet.

Ich weiß auch von Reisebüros, dass viele Taucher vor der Buchung nach Sicherheit an Bord fragen. WIR sind es also nicht, denn die Nachfrage ist da!
Warum aber die Schiffsbetreiber in diesem Punkt so skandalös zusammenhalten und sich wie die 3 Affen Augen, Ohren und Mund zuhalten, weiß ich nicht.
Denn es ist auch Fakt, dass die "Seven Seas", ein Vorzeigeschiff in ihrer Sicherheitsinvestition, immer ausgebucht ist.

Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 13.08.2008 - 09:38
Gute Veranstalter beginnen allmählich zu verstehen, dass sie mehr Sicherheit anbieten und garantieren müssen, weil, vielleicht auch durch Diskussionen wie diese bedingt, der Kunde so etwas fordert.

Eine im Ansatz brauchbare Initiative hat ja gerade Uwe Nehls von Schöner Tauchen gestartet: Auf deren Website ist ein Fragebogen zum Thema, wo man unten auch eigene Aspekte ergänzen kann. Mal sehen, wie die Auswertung aussieht!
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 01:54
Ist schon mal jemand von Euch in Ägypten mit einem Taxi unterwegs gewesen und hat das auch überlebt?
Natürlich nicht ungewöhnlich, schließlich kennt der Taxifahrer sein Auto und möchte selbst auch überleben.
Auf dieser Basis bewegen wir uns in diesem thread,
beklagenswert.
Niemand versteht warum es eigentlich geht,
jeder versucht mit ihm unbekannten Dingen zu punkten, die er sich irgendwo zusammengesucht hat. Exaktes Wissen Nullanzeige, dazu die permanente Relativierung von international gültigen Sicherheitsstandards. Den Moderatoren sei Dank, daß sie sich auf dieses Niveau nicht begeben.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 02:52
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 04:45
Mit Verlaub Eckard, so ne richtige Bereicherung bist du im letzteren Teil dieses Threads auch nicht wirklich. Statt nur allen und jedem vorzuwerfen ahnungslose Aegypter zu sein und ununterbrochen zu Fragen warum Nilkreutzer nun zertifiziert sind, aber nicht Safarischiffe, waere es nicht schlecht mal zur Abwechslung was konstruktives zum Thema beizusteuern.

Vergesse doch z.B. mal die Zertifizierung und erzaehle mal was von Sicherheit an sich. Sehe es mal so rum: Ein Schiff, dass nach Solas Standards gebaut wurde und nun nur darauf wartet, dass die Papiertiger den richtigen Stempel finden, ist mit oder ohne Zertifizierung gleich sicher. Klar sind die meisten Boote im Business weltweit wohl noch weit davon entfernt, aber irgendwo muss halt mal angefangen werden. Am besten faengt man meiner Meinung nach da an, wo`s am wichtigsten und am einfachsten zu realisieren ist. Sowas wird dann evtl. von anderen uebernommen, setzt sich durch u.s.w.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 07:37
Ich verabschiede ich jetzt aus dieser Diskussion, denn neue Erkenntnisse kommen nicht mehr, vieles Wichtige ist gesagt.

Nun müssen wir erst einmal sehen, ob und wie die Branche reagiert (Anbieter und Kunden).

Jo
Antwort von Taucher3667 Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 08:50
@Scuba Dude
Danke, für dein Engagement, aber ich glaube, das hilft auch nichts - weil ihm einfach nicht zu helfen ist. Er prügelt immer nur verbal auf alle ein und merkt gar nicht, dass er sich im Laufe des Threads bereits mehrmals widersprochen hat. Wie ich schon zu OMS-Diver sagte: einfach nicht darauf eingehen und sich wieder der Sache widmen.

@D-32
Schade, dass du aussteigst, denn deine Beiträge waren wirklich konstruktiv, wobei du natürlich Recht hast, dass eigentlich alles gesagt wurde.
Nur vergiss bitte nicht, uns den Link zu senden, wenn deine Site fertig ist, damit man an der Liste ggf. mitarbeiten kann.
Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass diese Liste auch uns Tauchern hilft, ein Schiff zu beurteilen, ganz besonders denjenigen, die zuvor noch nie eine Safari gemacht haben. Wie oft findet man zu Beginn einer Schiffsbeurteilung den Satz "...ich habe zwar keine Safari-Erfahrung..." oder "... das ist meine erste Safari..." etc. und dann wird ausgiebig über den Transfer, die nette Crew, die Kochkünste die tollen Briefings und die UW-Welt geschrieben.
Alles schön und gut, nur leider kein Wort über die lebenswichtigen Dinge, wie z.B. O2, Zustand der Zodiacs, Kompressor, 1.Hilfe-Kit etc.
Ziel sollte es sein, dass sich diese Liste derart etabliert, dass sie von jedem Taucher vor der Buchung beim Veranstalter abgefragt wird, damit es richtig peinlich wird und "weh tut", wenn die einzelnen Fragen alle mit "Nein" beantwortet werden:
O2? - Ja
Ambu-Beutel? - Nein
Ferngläser? - Keine
Enos? - Nein
Wann war TL auf letztem Medizinseminar? - ...
Pur Air oder ähnliche Atemluftzertifizierung? - ...

Diese und andere Dinge sind von uns Tauchern keine übertriebenen Forderungen, sondern sollten eigentlich ganz selbstverständlich vom Schiffseigentümer erfüllt sein (was einige wenige ja auch tun).

@AN ALLE,
die ehrliches Interesse an diesem Thema haben und sich KONSTRUKTIV einbringen:
Wir sollten nun auf keinen Fall den Fehler machen, dass dieses Thema wieder "einschläft", denn dann geht es am Roten Meer weiter wie gehabt - business as usual - und die Sicherheit bleibt nach wie vor auf der Strecke.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 14.08.2008 - 09:02
Ganz schnell nochmal von mir etwas:
Auf jeden Fall werde ich den Link bekannt machen, aber nicht im Medizinforum, wo er untergeht, sondern im Reiseforum.

Und das Thema schläft ganz bestimmt nicht ein! Nun haben ja erst einmal Eigner und Veranstalter Zeit und Gelegenheit, etwas zu verbessern. Und möglicherweise zur Boot 2009, wo ja viele von ihnen anzutreffen sind, dürften dann auch viele Fragen der Besucher kommen.
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 16.08.2008 - 00:17
Meine Betrachtungsweise ist die folgende:
Ein Safariboot im Roten Meer unterwegs, ist eines zuviel!!!
Keiner der sich hier lautstark zu meinen Einlassungen geäußert hat, kann ich als kompetent genug ansehen, sich hierzu fachmännisch zu äußern. Im Gegenteil, jeder auch nur ansatzweise Versuch, einen ähnlichen Qualitätsstandard wie bei Nilkreuzfahrtschiffen auch im Roten Meer bei Safaribooten zu erreichen, wird mit Nichtwissen tot geplaudert.
Eigentümer und Betreiber danken es Euch, oder ihr gehört zu den willfährigen Erfüllungsgehilfen!!!
Sie sparen mit eurer Hilfe eine Menge Geld und werden ganz sicher überhaupt nichts ändern.
Diese ganze Litanei von Zubehör welche auf diesen Schüsseln installiert sein sollte, liest sich wie ein Angbot vom Media Markt.
Ein kleines Beispiel: wie funktionieren die Schnellschlussklappen der Dieseltanks bei einem Brand im Motorraum?
So etwas gibt es nicht.
Wo und wie werden beispielsweise Benzinvorräte für die Aussenborder gelagert?
Weiß das jemand?
Ich will doof bleiben, ist ja auch ein heroischer Endschluß.
Vielen Dank für eure erhellenden Mitteilungen.
E.Langer
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 16.08.2008 - 10:18
@drelanger


ich verstehe dich nicht. Auch nicht deinen aggressiv-frustrierten Ton. Fast jeder hier hat zum Ausdruck gebracht, dass die Sicherheit der Boote (die Schiffe selbst und die Ausrüstung) meist nicht ausreichend ist. Um welche Schwerpunkte es dabei geht, wurde auch diskutiert.

Was willst du nun? Einen Boykott der Rotmeerflotte bis alle Schiffe Lloid-Zertifiziert sind sowie eine Spezialausbildung aller Taucher in die Tiefen der Schiffssicherheit? Mit unrealistisch überzogenen Forderungen schadest du dem Anliegen nur, weil dich dann keiner mehr ernst nimmt.

Ich denke, der realistische und damit bessere Weg ist, dass *jeder einzelne Taucher* bei Reiseplanung den Veranstaltern seine Punkte nennt und auf Erfüllung besteht, ggf. mit späteren Regressansprüchen bei Nichterfüllung!

Das wird Wirkung zeigen. Und damit wir wissen, welche Punkte das sein sollen, wird Jos Projekt weiter helfen.

Grüße
Klaus
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 16.08.2008 - 16:02
@ kwolf1406:
Da hast du ziemlich recht. Vor allem bei "aggressiv-frustriert". Scheint sich mir bei dem Typ eher um eine Trotzreaktion zu handel. Wenn er schon am Bau des ultimativ sicheren Zivilschiffes in Aegypten gescheitert ist, dann darf niemand sonst ein Schiff betreiben, dass nicht mindestens so sicher ist wie das, was er nicht fertig bekommen hat.

Aegypten ist ein drittes Welt Land und auch deshalb fahren Leute dort hin. Mit der Sicherheit wird`s im Urlaub halt oft nicht so end gesehen.

Schaut euch mal an wie viele Typen im Urlaub ein z.B. ein Moped oder Quad mieten, ohne das die jemals so`n Teil gefahren sind und das sie zu Hause nicht fahren duerften. Dann geht`s direkt mit Shorts, T-Shirt und Safety Flip Flops auf Strassen, die sie mit dem eigenen dem Auto nie fahren wuerden oder fahren wie vom wilden Affen gebissen auf den Strassen lang. Und ich spreche hier nicht nur von jungen Leuten. Die sind dann noch die Ersten die nach den Schnellschlussklappen der Dieseltanks fragen!
Antwort von sir robin Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 04:00
@D-32

Das Holz der Safarischiffe ist besser als vom Germanischen Lloyd gefordert!!!
Wurde in deren Testeinrichtungen untersucht.

Zu diesem Thema gab es bereits einen Artikel, wobei sich 2006 dafür noch niemand zu interessieren schien (Sicherheit auf Safarischiffen):

Hier klicken

Wenn es bereitwillige Investoren gäbe, würde ich persönlich ein sicheres Tauchsafarischiff sofort umsetzen.
Leider sind Taucher zu "geizig" um den Preis dafür zu bezahlen, solange es die romantisch günstigen lokal operierenden Safarischiffe gibt.

Da Personalkosten mit 40 % der Betriebskosten einens Schiffes zu Buche schlagen, ist es kein Wunder, dass die Betreiber auf z.B. ägyptisches Personal zurückgreifen.
Ein ägyptischer Kapt. verdient ein zwölftel im Vergleich zu einem Kapt. mit SCTW Licence (Internationales Kapitänspatent).

Die Baukosten nach SOLAS Vorschrifften und Abnahme vom Germanischen Lloyd betragen ca.+ 30 % ... leider sind die Betreiber auch hierzu nicht bereit.

Es gibt leider nur eine Lösung für das Problem.

Je mehr passiert, desto früher werden die Regeln geändert ... und um so teurer werden dann die Safarireisen.

Würden allerdings die Betreiber auf Grund von Vernunft und Nachhaltigkeit freiwillig nur ein wenig mehr in Material, Ausrüstung und Ausbildung investieren (ohne hohe Patente oder offizielle Abnahmen), dann wäre das Safarigeschäft um einiges sicherer und würde weiterhin preiswert bleiben.

Z.B.:

Kapitäne und Steuermänner eine inoffizielle Schulung verpassen in Funk, Erste Hilfe auf See(Offiziell), Schiffsicherheit, moderne Navigation usw.
Vorraussetzung für Kapt. sollten englische Sprachkenntnisse sein ... das kann doch wohl sogar ein Ägypter hinbekommen, aber ausgerechnet der "erfahrene Kapt." kann kein Englisch!
Diese Kurse gibt es, und jeder kann sie belegen.

Divemaster brauchen unbedingt eine erweiterte Schulung bzgl. Schiffbetrieb. Die denken sie kennen sich aus, weil sie lange auf Safarischiffen gearbeitet haben ... jedoch wissen sie garnicht welche wichtigen Kenntnisse eigentlich fehlen!

Gerade Diveguides/Divemaster sind wichtige Schnittstellen zwischen PAX und Crew/Kapt.
Sie machen die Sicherheitseinweisung, wobei sie davon wenig Ahnung haben. Der Kapt. hätte davon eventuell Ahnung, ist aber nicht in der Lage auf Englisch einzuweisen... ein Teufelskreis.

Jeder einfache Seemann, Kellner oder Frisör an Bord eines Passagierschiffes muß eine Sicherheitsausbildung durchlaufen.
Dort lernt man Brandbekämpfung, Umgang mit Retttungsmitteln, Rettungsboot fahren und grundkenntnisse in Seemannschaft.

Nicht mal diese Ausbildung haben die Divemaster ... geschweigedenn die Crew. PADI Divemaster Kurse beinhalten Anker lichten und Seemannsknoten ... wie schön.

Warum wird ein vernünftiger Kurs seitens PADI nicht vorgeschrieben, bzw. ein Kurs namens "Safari Divemaster" entwickelt, der diese Kenntnisse vermittelt???

Wer wirklich Interesse an einem sicheren weltweit operieren Tauchkreuzfahrtschiff hat, kann sich gerne bei mir melden.

Ich bin der Meinung, dass so ein Schiff den Markt wie ein Bombe treffen würde.

Es ist durchaus möglich Sicherheit, quallitativ hochwertige Kreuzfahrt und Tauchen auf einen Nenner zu bringen.
Das muß auch nicht mehr kosten, bzw. man bekäme erheblich mehr für sein Geld, und hätte den Vorteil auch mal andere Gebiete mit dem selben liebgewonnenen Schiff betauchen zu können, Häfen anzulaufen und auch mal was anderes als nur Tauchen auf einem Schiff zu realisieren. Außerdem können auf so einem Schiff nicht tauchende Freunde oder Partner ebenso ihren Spaß haben.

AIDA Cruises verkauft bereits eine Safari Mogelpackung, indem Mitreisende Taucher an lokale Tauchbasen vermittelt werden und an Bord im Pool mit Taucherausrüstung planschen können, bzw. Anfänger Kurse belegen.

Es wird nicht lang dauern dann wird das erste wirkliche Tauchkreuzfahrtschiff den Markt erobern ... ich wünschte mir das Taucher es in Fahrt bringen könnten.
Damit meine ich EUCH !!!

Wenn wir alle an einem Strang ziehen würden anstatt nur rum zu meckern, dann könnte man so ein Schiff umsetzen und weltweit neue Standards setzen, bevor es die kommerziellen Elemente machen und wie immer dabei über die Umwelt Stränge schlagen und nur den Profit vor Augen haben.

Liebe Grüße aus Mallorca

Robin Leoson
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 09:39
@ Sir Robin



Ein kleiner Zweifel an deinen Angaben sei erlaubt:
Wenn die Wochencharter für ein großes ägyptisches Safarischiff 15.000 Euro beträgt, sind 40 % davon 6.000 Euro. Das Schiff hat 8 Mann Besatzung plus 2 Mann Tauchcrew, macht pro Nase 600 Euro Wochenlohn oder 2.400 Euro Monatslohn. Diese Summe ist mindestens bezogen auf ägyptische Crew um mindestens Faktor 20 zu hoch.

Ich hatte mal einen Link angekündigt, hier ist er nun:
Hier klicken

Da ist noch nicht viel zu sehen, aber legt sie schon mal in eure Bookmarks. Wenn der Zähler auf Null geht, könnt ihr gucken.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 11:10
@ Sir Robin,

nachdenkenswertes Posting und Link!

"Es wird nicht lang dauern dann wird das erste wirkliche Tauchkreuzfahrtschiff den Markt erobern ... ich wünschte mir das Taucher es in Fahrt bringen könnten.
Damit meine ich EUCH !!! "

Du meinst also mich. Was kann ich BW-Landratte, die alle paar Jahre mal längeren Tauchurlaub macht tun? Ich würde mich über ein solches Schiff freuen, und wenn ich es mir auch leisten und meine nur schnorchelnde Frau auch Freude daran hätte, sicher auch darauf buchen...
Antwort von sir robin Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 15:48
@D-32

die 40 % Personalkosten innerhalb der Betriebskosten eines Schiffes beziehen sich eben auf ein nach SOLAS und international geltenden Regeln operierendes Schiff !!! Das ist ja der Witz an der Sache und der Grund, warum die Safaris vergleichweise billig angeboten werden können ... mit den hier diskutierten Folgen.

@Kwolf1406

Danke für Dein Interesse!!!

Gerade Deine Fähigkeiten wären in einem Team zur Erstellung eines entsprechenden Businesplanes von größter Bedeutung.
So ein Projekt kann nur im Team angegangen werden.

Obwohl hier nicht die geeignetePlatform ist dieses Projekt im Detail zu beschreiben, versuche ich es einmal.
Nicht geeignet deswegen, weil es sofort Kritiken hagelt bzgl. Hürden und Planugsdeteils den Lösung die in einer Kurzbeschreibung natürlich nicht im detail beschrieben werden können uns sollen.

Die Kritiker haben zwar in dem Moment recht und Kritik ist ja auch hilfreich, jedoch vergessen Kritiker eben, dass man sich schon viel länger mit einem Projekt auseinandergesetzt hat und Lösungen bereits vorliegen. Nur kann man diese komplexen Lösungen nicht mal eben in einem Forum dalegen.

Trotzdem heir ein Versuch um ein generelles Verständnis über das Projekt zu bekommen.

Zielsetzung:

Ein weltweit operierendes Tauchkreuzfahrtschiff für ca. 50 aktiver Taucher und deren nicht tauchende Freunde oder Familie, bzw. Ex Taucher, Tauchinteresierte usw. in Fahrt zu bringen (breite Nischenzielgruppe).

Das Schiff wird nach geltenden höchsten Standards bemannt und gebaut SOLAS, Germanischer Lloyd(Investitionssicherheit).

Das Schiff operiert weltweit und freut sich somit auf Stammkunsschaft, die ein perfektes Schiff schätzen aber eben die Abwechslung bzgl. Tauchgebiete suchen.

Zusätzlich zum üblichen Safariablauf soll das Schiff auch Kreuzfahrtflair bieten. Das bedeutet nicht 5 Sterne Essen und Butlerservice, sondern Aufenthalt in einem interessanten Hafen oder auf tolen Inseln, wie es in der Expeditionskreuzfahrt üblich ist (muß nicht neu erfunden werden).
Das Tauchen hat dabei natürlich Vorrang, jedoch bin ich der Ansicht, dass 5 Tage tauchen doch zu sehr sättigt. Außerdem wird somit für Freunde, Familie und Tauchinteressierte die "Safari" zum spannenden Kreuzfahrt mit viel Wassersport und eben tollen Aufenthalten in spannenden Häfen.

Das Schiff wird ca. 80 - 100 m lang sein und ist dür ca. 100-150 Gäste ausgelegt, wobei davon ca. max. 50 Taucher sind.

Somit steht ein Schiff mit geringem Tiefgang, viel Platz und exzellenten Manövriereigenschaften zur Verfügung. Darüber hinaus ist so ein Schiff unabhängig bzgl. lokaler Brennstoff und Verpflegungslogistig.
Es gibt raum um sich zu entfalten, zu entspannen, Vorlesungen von Spezialisten zu erleben oder anspruchsvolle Foto und Filmprojekte zu realisieren.

Das Schiff kann weltweit Maßstäbe in Sachen Umweltschutz und Sicherheit setzen.

So ein Schiff wäre die Kombination von einer perfekten Basis, die nicht von lokalen regeln beeinflußt wird, und dem besten Safarischiff, dass sich nach und nach die besten und entlegensten Tauchgebiete erarbeiten kann, und diese teils Pionierreisen sorgfältig dokumentieren kann.

Kurzer Überblick zum Projektverlauf / Machbarkeit.

1. Phase

Zusammenstellung eines kompetenten Teams zur Projektplanung/ Erstellung eines Businesplanes

Betriebswirtschaftler
Touristikfachmann/frau
Rechtsbeistand
Marketingspezialisten (Internet, Werbung)
Seeverkehrswirtschaftler/ Nautiker (das bin ich
Erfahrene Basenbetreiber

Phase 2

Ausgearbeiteter Businesplan wird Investoren, Banken, Stiftungen oder Kleinanlegern vorgestellt.
Denkbar ist eine Finanzierung über einen Schiffsfond mit entsprechender Rendite oder Kredit über Schiffsbanken.

Als Sicherheit dient dabei immer der Wert des Schiffes. Das Risiko der Umsetzung des Konzeptes ist dabei das kleinere Risiko für die Investoren, da der Wert eines solchen Schiffes das Risiko minimiert, bzw. ein Investmentreturn nahezu garantiert.

Phase 3

Bau oder eventuell umbau eines geeigneten vorhandenen Schiffes. Wichtig ist, dass das Schiff sich eindeutig von bestehenden Schiffen abhebt ... das ist nicht schwer, weil es solche Schiffe im Tauchtourismus nicht gibt.

Phase 4

markteinführungsphase von ca. einem Jahr. Dabei ist es wichtig das Betriebskonzept auszuarbeiten, das Schiff der Fachpresse vorzustellen, die Routenplanung für kommende Reisen zu erarbeiten, Personal zu erproben, Ausrüstung zu testen, werbewirksame Auftritte in entsprechende Häfen einzufädeln und eventuell in Film und Fernsehn bekannt zu werden.

Ab dem zweiten Jahr muß das Schiff gemäß Businesplan Gewinn erwirtschaften.

Was sind die größten Probleme???

Die träge konservative Tauchwirtschaft von diesem Projekt zu überzeugen ... bevor es wiedereinmal die Amerikaner machen.

Das Projekt so zu finanzieren, dass am Ende das gewünschte Produkt dabei herauskommt und kein fauler Kompromiss, der am Markt nicht angenommen wird, bzw. sich nicht genügend abhebt.

Die Umsetzung kann nur durch ein kompetentes Team realisiert werden. Das Team muß sich größtenteils selbst vorfinanzieren ... die größte Hürde!


Nun stellen sich für Leser viele Fragen. Viele dieser Fragen habe ich im laufe der Jahre durch meine Erfahrungen im Expeditionskreuzfahrtgeschäft, in der Seefahrt generell und natürlich auf Grund meiner Liebe zum Tauchsport bereits beantwortet.

Beispielsweise braucht man keine Genehmigungen um in Papua Neuguinea tauchen zu dürfen! Der Trick ist einfach den dafür zuständigen beamten auf die Reise mitzunehmen ... somit wird alles vor Ort problemlos genemigt So wird das in der Expeditionskreuzfahrt gemacht. Ein mikriges Safarischiff kann das sicher nicht organisieren und muß im Rudel die abgesteckten gebiete besuchen.

Ist tauchen mit 50 Personen möglich?
natürlich ist es das. Jeder der eine Safari mitgemacht hat weiß das, weil pro Riff ohnehin 4-5 Boote ihr unwesen treiben. das sind dann ca. 100 Pesonen.
Wie auf Expeditionskreuzfahrtschiffen üblich stehen bis zu 14 Millitär Zodiacs zur Verfügung. Damit könnte man an einem großen Riff 6 Personen / Boot auf einmal ausbringen. Leicht zeitversetztes Tauchen und geeignet große Riffe oder lange Verweildauer lösen dieses "Problem" in wohlgefallen auf. Außerdem reden wir hier von 50 aktiven Tauchern an Bord ... das wären höchstens 7 Boote zur gleichen Zeit, bzw. drei Boote zeitversetzt.

Genau diese Problematik gibt es auch bei Expeditionskreuzfahrten. Dabei werden 160 Personen mit ca. 6 Zodiacs zu einem Landing in der Antarktis oder am Amazonas ausgebootet ... ohne Probleme und mit voller Zufriedenheit der anspruchsvollen Gäste.

Möchte damit nur Ansätze präsentieren, dass viele Problem die der Leser umgehend zu erkenn glaubt schon lange gelöst sind, bzw. Problemlösungen nicht neu erfunden werden müßen.

Das einzig wirklich neue undspäktakuläre an dem Projekt ist die verbindung von Tauchen und expeditionskreuzfahrt. Das gibt es in dieser Form noch nicht, weil es von den vielen semiprofessionellen Personen im Tauchgeschäft nicht umgesetzt werden kann.

Deswegen ist das Projekt Team sehr wichtig. Ohne geht es nicht.

Wer an dem Projekt in welcher Form auch immer interessiert ist, kann gerne im Businesnetzwerk
XING der Gruppe "Luxury Divers ... Tauchen & Meer" beitreten. Diese geschlossenen Gruppe für Taucher befasst sich mit neuen Tauchtehemen, ist frei von gewerblichen Interessen und das Projekt "Tauchkreuzfahrtschiff" wird dort auch näher diskutiert.

Natürlich sieht eine Umsetzung anders aus, als das Thema in Foren zu diskutieren oder z.b. hier vorzustellen. Ich bin jedoch der Meinung, dass es diskutiert werden muß und nur auf diese Art bekannt wird, bzw. sich auf diese Weise das Starting Team finden läßt

Beste Grüße aus Mallorca

Robin Leoson
Dipl. Nautiker / Wirtschaftsing. für Seeverkehr



Antwort von sir robin Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 16:19
sorry ... sind einige Fehler im Text.

Zu schnell geschrieben und verbessern im nachhinein ist leider nicht vorgesehn

Übrigens wird die besagte Gruppe im XING Netzwerk unteranderm von mir moderiert:

Hier klicken

oder XING.com

Wer also eine Beitrittsanfrage abschickt bitte dabei auf diesen Thread beziehen, dann schalte ich frei.

Wer noch kein XING Mitglied ist kann mich gerne kontaktieren, damit ich eine Einladung verschicken kann ... dafür gibts ne Kaffeemaschine ... nein, nicht wirklich.
XING ist übrigens umsonst und ein hervorragendes Businesnetzwerk.

LG

Robin
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 17:27
Moin Robin,

mir persönlich wäre ein solches Schiff mit bis zu 100 Leuten an Bord, davon 50 Taucher, doch ein wenig zu groß. Gut, man kann 50 Taucher mit 8 Zodiacs ans Riff bringen, das erfordert aber allerhand präzise Logistik und auch ganz viel Platz, um wenigstens 4 Zodiacs zeitgleich bestücken zu können. Wie immer wieder zu erleben ist, sind erfahrene Taucher binnen 5 Minuten fertig angerödelt und drin im Zodiac, andere zippeln 20 Minuten hier und da an der Ausrüstung herum, was nervtötend sein kann, wenn man von deren Langsamkeit irgendwie vor dem TG abhängig ist.

Was auch zu bedenken ist, mal nur bezogen auf Ägypten: Wo soll so ein Pott denn festmachen? Ankern ist da entweder verboten oder wegen Wassertiefe oft kaum möglich, also kann er nur per auto positioning auf Reede liegen.

Mein Traum Nr. 1 geht eher in die Richtung eines solide gebauten, schnittigen und seetüchtigen Stahlschiffes von vielleicht 40 - 45 m Länge, so wie es mal die "Fortune 1" darstellte (was ist aus der eigentlich geworden?), das mit der heute bei Safarischiffen üblichen Motorisierung von 2 x 700 kW, aber wesentlich besserem Seeverhalten und 18 - 20 kn einen größeren Aktionsradius zu Highlight-Spots hat.

Traum Nr. 2 wäre natürlich ein SES von 40 m Länge: Erst schön an Abu Nuhas Alteisen begucken und 2 Stunden später schon bei der Numidia sein hat was!

Diesem Satz "jedoch bin ich der Ansicht, dass 5 Tage tauchen doch zu sehr sättigt" möchte ich widersprechen! Genau damit wird nämlich die Kundschaft angesprochen, die leider auf den heutigen Safarischiffen nach DVD-Playern und Whirlpools fragt, nämlich nicht mehr der erfahrene Taucher, der eine Safari zum Tauchen non limit bucht und dem dann eine Koje, Essen, Dekobier und Schiffssicherheit völlig reichen, sondern die Gelegenheitsblubberer, womit dann denen zuliebe Topspots nicht angefahren werden. Das sind also zwei völlig verschiedene Kundengruppen.

Und so manche(r) möchte auch gern mal eine Tour nur mit Gleichgesinnten und ohne nichttauchenden Ehe-Anhang machen (Frau in die Wellnessfarm, Mann zur Tauchsafari).

Und welche Häfen willst du denn beispielsweise in Ägypten anfahren? Sharm/Travco ist nur eklig, El Gouna wäre eine Idee, Hurghada muss nicht sein, in Port Ghalib ist der Hund begraben - Ende geeigneter Häfen!

Jo
Antwort von sir robin Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 19:05
Jo, auf so einen Kommentar habe ich gewartet.

Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Es geht um weltweite Fahrt!

Ägypten ist dabei ohnehin nur zum tauchen interessant. Die Häfen dort kann man vergessen.
Nicht umsonst haben Arabergebietreisen nur 30% auslastung in der Kreuzfahrtbranche... die Schiffe müssen aber vom Mittelmeer in den Indischen Ozean, deswegen fahren sie dort überhaupt entlang, bzw. die billigen fahren ohnehin in die Karibik übern Winter.

Wenn man 120 pingelige, ungeduldige, superreiche, Duchschnittsalter 55 in der natarktis oder Amazonas innerhalb von 20 Min an Land bringen kann ... glaub mir, dann klappt das auch mit 50 Tauchern.
Über das wie brauchst Du Dir keine Gedanken zumachen ... das funktioniert bereits hervorragend und ist für das Projekt noch besser geplant.

Genau diese Detailfragen sind hier jetzt fehl am Platz ... aber das sagte ich bereits.

Nun zum Thema Sicherheit.
Du scheinst ja der selbsternannte Sicherheitsguru zu sein bzgl. Tauchsafari.

Nun ich will Dir mal einen freundlichen dämpfer verpassen.

Ich finde die top Safarischiffe im Roten Meer sind auf Ihre Art sicher. Das Holz ist z.B. besser als vom Germanischen Lloyd gefordert.
Man muß immer das genammte Sicherheitskonzept betrachten. In dem Artikel von uns/mit von 2006 "Sicherheit auf Safarischiffen" wurde genau dies untersucht. Mein Urteil war positiv, wobei es einige gravierende Probleme gibt. Eines hast Du gut erkannt, nämlich der Ausbildungsstand der Crew.

Bedenke aber, dass die nicht ägyptische Crew ebenso schlecht ausgebildet ist, wenn es um Schiffsicherheit geht.
Obwohl Ihr Divemaster die wichtigste Schnittstelle seit und Möglichkeiten zur Fortbildung habt, wird auf den Ägyptern rumgehackt, die sich für 300 EU / Monat (Kapt.) niemals einen Sicherheitskurs leisten könnten.

Warum habt Ihr keine Sicherheitsausbildung? Warum macht Ihr nicht den GMDSS Funkschein für Notfunkverkehr?
Warum habt Ihr keine schiffsbezogener medizinischer Lehrgang in Hamburg (nicht der Führerschein Erstehilfekurs von PADI)?
Warum rebelliert Ihr nicht bei den Betreibern?

Nein, Ihr macht mal eben auf Divemaster für ein paar Jahre und hinter Euch die Sinnflut.

Ok, Du sprichst das Thema zuminderst an, aber Du solltest lieber das beurteilen wovon Du definitiv Ahnung hast (Tauchen). Schiffsicherheit ist komplex und bedeutet mehr als nur offensichtliches zu bemängeln.

Sag mir mal beispielsweise was an folgendem Bild, auf dem eine Rettungsinsel zu sehen ist, falsch ist?

Hier klicken

Sag mir zudem auf welche Art eine Insel eingesetzt werden kann ... es gibt drei.

Jeder darf Raten

Warum fahren wohl die Safarischiffchen in Ägypten im Rudel? Natürlich weil sie sich im Notfall helfen können! Ich vermute sogar, dass das eine offizielle Regel ist, weil komischerweise immer alle zum selben Zeitpunkt losfahren ... das gibt ein Betreiber natürlich nicht gerne zu. Ich finde ein anderes Safarischiff in der nähe ist die beste Sicherheit die man sich wünschen kann ... unter diesen Umständen. Das hat sich auch schon so erwiesen

Eure geplante Seite bzgl. Fragebogen für Veranstalter usw. ist ja nett gemeint.
Doch wenn ich sehe, dass auf einer Seite wo die Sicherheit bemängelt wird, gleichzeitig Werbung für Safarischiffe erscheint ... dann zweifle ich an der Objektivität, bzw. vermute kommerzielle Gründe.

So Jo, ich hoffe Du bist nicht sauer.
Ich finde Dir fehlt der Weitblick und die Akzeptanz anders denkende objektiv einzuschätzen.

lg

robin
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 02.11.2008 - 22:15
@ Robin

Dies ist ein Taucherforum, und Safaris u. a. in Ägypten werden von Tauchern gebucht zum Tauchen und nicht von diesen hier (dein Zitat) " pingelige, ungeduldige, superreiche, Duchschnittsalter 55". Die kannst du gern weltweit irgendwo in der Pampa ausbooten. Dein Schiffskonzept dürfte an der Zielgruppe der in diesem Thread diskutierenden Taucher vorbeigehen.

Fortbildung der Crew ist primär Eignersache, dann Staatssache, so etwas zu fordern, und nicht zuletzt bezogen auf das Tauchpersonal Sache der Tauchlehrerverbände.

Und wenn der Bedarf da ist, gibts bestimmt auch langjährig erfahrene Kapitäne im Ruhestand sowie Ärzte/Rettungsassistenten, die gern mal sogar ohne Honorar nur gegen Sachkostenübernahme in Ägypten oder sonstwo entsprechende Schulungen anbieten. Und Englischkurse gibt es billig auf CD, die kann sich die Crew eines Schiffes reinziehen anstatt Musik zu hören oder TV zu gucken, wenn sie dazu von den Eignern zwingend verpflichtet werden.

Ich bin kein Divemaster, sondern CMAS-TL, und schon gar nicht auf irgend einem Safarischiff angestellt! Und ich habe u. a. Funkzeugnisse für UKW, GMDSS, KW/GW, mehrere Medizinfortbildungen (u. a. auch mit Lehrbefähigung) + entsprechenden Kurs im Seenotrettungswesen.

Dein Rettungsinsel-Link funzt bei mir nicht, ich sehe einen weißen Bildschirm.

Die laufende Umfrage bei taucher.net und die Anzeigen für Safarischiffe sind ebenso wenig ein Widerspruch wie Artikel zum CO2-Thema und Anzeigen für spritschluckende Luxusautos in Printmedien wie SPIEGEL.

Jo
Antwort von sir robin Registriertes Mitglied am 03.11.2008 - 00:57
@jo

warum ließt du nicht genau was ich schreibe???

die pingeligen superreichen waren ein beispiel dafür, dass man durchaus mehrere gäste unter extrembedingungen ausbooten kann.

wenn ich auf diese art von gästen stehen würde, dann wäre ich noch bei der kreuzschiffahrt.

kapitäne im ruhestand haben keine gültigen patente mehr und sicherheitsstandards ändern sich im laufe der zeit. GMDSS beispielsweise gab es vor 10 Jahren in dieser form überhaupt nicht. ein rentner kennt noch hörwache auf der MF/HF notfrequenz usw.
AIS, DSC Call usw. sind für rentner zum teil fremde begriffe.
trotzdem stimme ich dir zu, dass teilweise auf diese art sinnvolle schulungen stattfinden könnten.

CO2 löschsysteme setzten voraus, dass der maschinenraum dafür gebaut ist.
die installierten löschsysteme die ich vorfand sind meiner meinung nach ok und ausreichend.

viel wichtiger als jedes löschsystem wäre die gewissheit, dass zuverlässige crew mitglieder ständig feuer ronden gehen und auch sonst nach dem rechten sehen ... eben vernünftig auf wache sind. was fehlt sind brandmeldesysteme die auf der brücke zusammenlaufen. egal welches schiff brennt und egal wie gut ausgebildet die crew ist, wenn ein feuer über das entstehungsstadium hinaus ist, dann ist eine brandbekämpfung mit bordmitteln nicht mehr möglich.

deswegen ist es immens wichtig, dass der brand sofort erkannt wird und umgehend bekämpft werden kann. wenn das nicht innerhalb von 5 minuten geschehen ist, dann ist es meist zu spät.

man kann ein schiff nicht nach SOLAS ausrüsten aber nicht SOLAS Crew anstellen ... was dabei heraus kommt ist, dass die sicherheitseinrichtungen nicht benutzt werden, bzw. nicht benutzt werden können.
Beispiel: was nützt ein GMDSS DSC (digitaler notruf) gerät, wenn keiner weiß wie man den notruf absetzt?

ich könnte romane über das thema schreiben, aber fakt ist, dass so lang der kunde nicht für sicherheit bezahlt, wirde er auchkeine bekommen.

und wenn er dafür bezahlt, muß der staat dafür sorgen, dass die sicherheit standards auch eingehalten werden, sonst werden sie nicht angewand und die extra kohle eingesteckt ... logisch.

wenn man nun auf die einsicht und vernunft der betreiber hofft, dann kann man lange warten.

die bewegen sich nur richtung sicherheit, wenn es unumgänglich ist, bzw. unbedingt nötig. was vorgeschrieben ist machen sie natürlich ... und tun so, als wäre das schon extra leistung.

eines ist sicher. wenn tatsächlich strengere regeln etabliert werden ... auch auf grund von aktionen unsererseits, dann wird eine safari im roten meer nicht mehr für das geld zu haben sein. man darf dann in etwa einen preis von 2000 EU für 5 tage ansetzten.

lg

robin
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 03.11.2008 - 02:48
@robin
Zitat:
"...man darf dann in etwa einen preis von 2000 EU für 5 tage ansetzten."
Blödsinn.
Kurz und bündig und in Erwartung der persönlichen Beleidigungen und kreativen, allerdings schwer lesbaren, Rechtschreibung.
Michael

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Naturdokumentation: Die Wunder der Unterwasserwelt




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