Tauchmedizin ist ein sehr interessantes Thema. Über alles rund ums Thema Gesundheit und Tauchen kann hier ausgiebigst diskutiert und geschnackt werden. Sehr kompetente Antworten sind garantiert - denn viele Mediziner besuchen dieses Forum.
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Unfallmanagement Rotes Meer - ist das normal?

Seit über 20 Jahren bereise ich das Rote Meer, vorwiegend HRG. Vieles hat sich seitdem getan, doch in Sachen 1. Hilfe / Sicherheit existieren selbst auf 5* Basen immer noch katastrophale Zustände: zwar ist O2 da, aber es fehlt an elementaren Hilfsmittel wie z. B. Beatmungs-Beutel, Güdeltuben, Blutdruckmessgerät und anderes für den Notfall (z. B. Ortungssystem ENOS). Auf Fragen nach dem fehlenden Beatmungs-Beutel antwortete der TL an Bord "beruhigend", dass er stattdessen den Druck auf 50 bar erhöht - damit kriegt man den O2 schon in die Lunge...

Diese und ähnliche Situationen sind beileibe keine Einzelfälle, sondern Situationen, die ich in den letzten Jahren leider immer wieder erlebt habe - egal, auf welcher Basis!

Ist das die schlechte Ausbildung der TL, die Ignoranz und Überheblichkeit der Basisbesitzer oder unser geringer Anspruch als Kunde, weil wir mittlerweile mehr Wert auf Essen und Whirlpool an Bord legen, als auf Sicherheit?!

Ich freue mich sehr auf eure Meinungen!
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Luke90GUE,TDI,IANTD,NACD
19.07.2008 20:49
Es heisst nicht umsonst noch immer Tauch "Safari" muss ja nen abenteurlichen nervenkitzel bieten.

19.07.2008 22:02
Hallo Rangu,

ja wäre schon wünschenswert, dass auf jeder Basis und jedem Schiff entsprechende erweiterte Erste Hilfe Ausrüstung vorhanden wäre, aber die Ausrüstung alleine hilft auch nur wenig, wenn die dazugehörige Ausbildung fehlt.
Auch glaube ich, dass man nicht unbedingt bis an das Rote Meer fahren muss um solche "Mängel" zu finden.
Am Besten man hat selbst die entsprechende Aubildung und schafft sich das Material selbst an. Ein vernünftiger Beatmungsbeutel kostet zwar schon sein Geld, aber den kann man allemal gut gebrauchen, denn wenn man nicht im Urlaub ist, wäre der im Auto auch nicht ganz verkehrt. Denn dann kann man sich im Falle eines Falles die nicht ganz angenehme Beatmung per Mund ersparen.
Blutdruckmessgerät muss ja nicht unbedingt das teure geeichte aus der Aptheke sein, tuts das billige aus dem Supermarkt auch, sofern man der Meinung ist als Ersthelfer eines zu brauchen.

Viele Grüße
Gerhard
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
19.07.2008 22:49
auch mein "Erleben" dort, die Tauch"industrie" hat noch nicht alle Hausaufgaben gemacht, speziell in Ägypten. Da sind andere Länder der Tropen weiter ...
20.07.2008 07:04
Na wundern tut mich das nicht.
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
20.07.2008 09:13
@ kwm:

... mich eigentlich schon - wenn man mit Tauchtourismus an der Küste einen Hauptteil der Gäste anlockt und davon - gut - lebt, dann sollte die Sicherheit wichtiger genommen werden, da ein gut frequentierte Dekokammer nicht unbedingt den Umsatz bringt, auf dem man dauerhaft bauen sollte.
20.07.2008 12:11
Servus
Ihr solltet aber immer daran denken das Ihr in
einem Land der dritten Welt seit.

Auch wenn das Land, wie hier Egypt zum großen
Teil vom Tourismus lebt.

Genauso verschwinden auch viele Gelder in irgendwelchen dunklen Kanälen.

Das rote Meer bzw. egal welcher Ort dort ist einfach nicht Kairo oder Alexandria dort sieht es besser aus.

Das sollte uns einfach zu etwas mehr Vorsicht und Verantwortung bewegen, wie auch in vielen vielen Ländern der Welt in denen die Rettungskette nicht nach deutschen Standarts abläuft.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und nur sichere und Unfallfreie Tauchgänge.

Charly aus dem Allgäu
20.07.2008 13:23
@ Rangu

Du sprichst das gleiche heiße Eisen an, das u. a. auch in einen WDR-Beitrag (13. Mai 2008) Eingang fand.

Leider ist es so, dass die Eigner/Investoren bei im Mittel einer dreiviertel Euromillion Kosten für ein Safarischiff an Schnickschnack wie Whirlpool oder Flachbildschirm in jeder Kabine denken, aber fast nichts in Sicherheitsaspekte, umfangreiche Bordapotheke oder qualifizierte Besatzung investieren.
Guck dir mal die langen Threads zum Thema Seawolf Soul an! Das Schiff war bei unserer Buchung erst wenige Monate alt, gerade von den Behörden abgenommen. Die Behördenvertreter waren so blind, dass ihnen noch nicht mal das fehlende, nautisch unverzichtbare, Topplicht und die festgeschraubten Rettungsinseln aufgefallen waren! Und die Eigner, immerhin schon paar Jahre im Safarigeschäft, rüsteten die Heckplattform nur mit einer einzigen, nicht flossengängigen Leiter für 22 Tauchgäste aus. Ein Zwischenfall konnte nur halbwegs geregelt werden, weil ein mitreisender Tauchmediziner und ich einiges an Notfallausrüstung und Medikamenten dabei hatten.
Aber es wurde und wird als 5*-Schiff angeboten.

Es ist alles zusammen:
Ignoranz der Basis- und Schiffsbesitzer (es sind ja Investitionen, auf die der 08/15-Kunde nicht achtet und die werblich-optisch nichts hermachen),
Ignoranz der Kunden (kaum einer fragt beispielsweise nach der aktuellen, für PADI-5*-Center vorgeschriebenen Luftqualitätsanalyse),
Inkompetenz vieler TLs (die nie ein vernünftiges Medizinseminar incl. umfangreicher Ersthelferschulung besucht haben).

Die Aussage des TL an Bord mit den 50 bar ist der Hammer! Den sollte man wirklich übungshalber mal so beatmen zwecks Marktbereinigung!

Abhilfe:
Wenn sich jeder Safariinteressent vor der Buchung schriftlich einen Leistungskatalog über Schiffsmerkmale, Sicherheitsaspekte, Luftqualitätskontrolle, Qualifikation der Besatzung, notfallmedizinische Ausstattung bestätigen lässt, werden zumindest deutsche Veranstalter umdenken müssen und ihre Vertragspartner zwingen, diesen Katalog auch umzusetzen, damit sie als Veranstalter nicht von einer ruinösen Welle von Regressforderungen überrollt werden.

@ Mods/Redaktion

Wenn eurerseits Interesse besteht, so einen Katalog online zu stellen, bin ich gern zur Mitarbeit bereit.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
20.07.2008 17:17
Warum schiebt ihr den "Schwarzen Peter" immer zu den Basen und Safarischiffen?

Wenn der mündige und achsoerfahrene Taucher diese mangelhaft ausgestatteten Basen nicht meidet und immer wieder bucht, anstatt sich vorher zu informieren und nur noch Basen/Schiffe mit der entsprechenden Ausstattung bucht, dann wird sich nichts ändern. Warum auch?

Aber wenn eine Basis/Schiff mitbekommt, dass sie gemieden wird, weil der Sicherheitsstandart nicht erfüllt wird, dann entsteht schon gewisser Druck.

Z.B. vom Reiseveranstallter bei der Buchung diese Sicherheitsstandarts forden und bei Nichterfüllung Regress fordern. Und schon bewegt sich was.
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
20.07.2008 22:17
wenn der mündige Taucher das so kommunizert bekommt, dann ist es so, dass er entscheiden kann. Meist werden aber vor Ort die Mißstände erst so recht deutlich und dann kann man nicht mehr so wirklich entscheiden. Aber deshalb gibt es ja solche Foren auch ... und um etwas Stimmung hinein zu bringen: Boykott der ägyptischen Basen bis diese sich zu einem Sicherheitsstandard bekennen, den man aus "normalen" Ländern gewohnt ist ...
21.07.2008 10:05
D-32, Stephan´s und Kölles teilte ich auch uneingeschränkt, es wäre schon wünschenswert, wenn sich ihre Anregungen Um-/Durchsetzen würden...allein der Glaube fehlt mir
Bakschisch (wir würden es Korruption nennen)ist in der dortigen Mentalität wesentlich tiefer verwurzelt als "Risikobewusstsein/-vorsorge"...
Wie sonst wäre die o.g. Abnahme eines unzureichend ausgestatteten Safarischiffes zu erklären? Bloss keine Gäste mit dem Kürzel TU und möglichen Maßnahmen abschrecken, doch lieber Flatscreen und Klimaanlage in der Kajüte hervorheben...
Aktuell lässt sich der Bogen auch zu den exclusiveren Males schlagen, lt. Bericht der UW war es einem Minderkostenpunkt, einem unzureichenden Kompressorfilter, zu "verdanken", dass auf der Baani Explorer ein Todesfall und mehrere Vergiftungen zu beklagen waren....
...mangelndes Bewusstsein und/oder "Kungelei", das Ergebnis ist im Zweifel katastrophal

Wünschenswert wäre, wenn sich aufgrund solcher Vorfälle etwas grundlegend ändert/verbessert...andererseits waren es kaum die ersten Fälle dieser Art...
21.07.2008 10:39
@ Mario

Wenn sich über einen Zeitraum von mal angedacht 12 Monaten die von mir vorgeschlagene Checkliste "Safarischiff" bundesweit verbreitet, sich auch nur jeder dritte Kunde eines deutschen Safariveranstalters diese Liste als zwingenden Bestandteil der Reisebuchung bestätigen lässt und Regressforderungen erhebt, wenn wichtige Teile der Liste nicht erfüllt waren, werden die Veranstalter mit Sicherheit ganz schnell ganz aktiv werden und ihre z. B. ägyptischen Vertragspartner auf den Pott setzen.
Dann fallen vermutlich so einige Schiffe aus dem Buchungsraster und deren Eigner werden sich überlegen, ob sie nicht doch Schiff und Mannschaft einigermaßen nach international gültigen Vorschriften nachrüsten und die Crew auswechseln oder intensiv nachschulen.

Der zahlende Kunde hat, wenn nicht als Einzelfall als Querulant abgekanzelt, zumindest in Masse viel Einfluss auf die Anbieter!

Wichtig ist allerdings, das Sicherheitsbewusstsein auf Schiffen bei einer breiten Masse von Urlaubstauchern zu schärfen. Der Normalo-Urlaubstaucher bucht, geht an Bord, bezieht eine Kabine Unterdeck/Bug, freut sich über Bad und DVD und macht sich keinen Kopp um einen Fluchtweg aufs Vordeck, wenn aus dem Maschinenraum kommend Feuer den normalen Weg versperrt.

Ich wette, dass der Germanische Lloyd oder Norske Veritas als Klassifizierungsgesellschaften ganz vielen Safarischiffen ( = kleine Kreuzfahrtschiffe) die Zertifikate verweigern würden.

Was auf der "Baani Explorer" übel endete, hätte uns August 2007 auf der "Seawolf Soul" genauso passieren können! Da war es allerdings ein krasser Konstruktionsfehler der Kompressoranlage, aber eben auch die fehlende Überwachung der Luftqualität. Aber Flatscreen in jeder Kabine! Und Abstreiten jeglicher Verantwortung seitens der Eignerfirma!
Nochmals Seawolf Soul: Was hält der Gast von einem "Käptn", der keine Alternativroute in die digitale Seekarte programmieren kann, und der eine Stunde lang ein auf 50 m liegendes Wrack auf 35 - 40 sucht, weil er mit der Bildschirmanzeige nichts anfangen kann?
Und was halte ich von einer "erfahrenen" Safarifirma, der ich wenige Tage vor Start klarmachen muss, dass nur eine flossenungeeignete Leiter am Heck für 20 Taucher wirklich nicht ausreicht?

Der Kunde hat die Macht, Schwarze Schafe aus dem Markt zu befördern!
21.07.2008 13:17
Keine Frage D-32, volles dito! Nur diese Masse von Kunden, die dann "Macht ausüben könnten" wirklich an "einen Strang" zu bekommen, an dem sie ziehen können/sollten, die zusammenzubekommen, das ist wohl was alá Sysiphus...(oder -phos?)
21.07.2008 13:45
@ Mario

Das wird schwierig, denn der Normal-Safari-Urlauber ist kein Taucher im Sinne von Rudi Kneip mehr, sondern ein Funwilliger, der das Geld dafür hat. Der hält zwar physisch keine 3 TG/Tag durch, aber wohl deshalb will er DVD und Whirlpool an Bord haben.
Der kommt ausm Binnenland und hat null Ahnung von Schiffssicherheit und Nautik. Hat AOWD oder sogar Rescue, aber auch hier null Ahnung.

Aber versuchen kann man es ja mal!
21.07.2008 13:45
Und was hätte das Vorgeschlagene zur Folge (außer, dass der allgemeine Standard steigen würde, sowie einige schwarze Schafe entweder verschwinden oder upgraden müssten)?

DIE PREISE WÜRDEN WEITER STEIGEN!

Tauchbasen/Safarischiffbetreiber wollen und müssen in erster Linie Geld verdienen.

Klimaanlagen und Flachbildschirme/DVD sind marktgerecht, weil gewünscht, und daher sehr werbewirksam. Dass die Safaris mit solchen vermeintlichen "Luxus"booten dadurch teurer werden ist auch klar. Jeder Konsument kann sich somit sein Preissegment aussuchen. Tatsache ist aber 8und leider) auch, dass die meisten Konsumenten, wenn Anbieter A, der zwar kaum Luxus bietet, aber dafür sehr hohen Sicherheitsstandard, und Anbieter B, der kaum Sicherheitsstandard aber dafür tolle Bildchen seiner ach so schönen Kabinen und Außenbereiche seiner Schiffe liefert, fast immer beim Anbieter B buchen!!!

Nimmt man die Kosten für den hohen Sicherheitsstandard und den Luxus zusammen, kann keiner mehr die Reiseleistungen für die derzeit gängigen Raten anbieten. Also bleibt eines davon auf der Strecke und das ist bedauerlicherweise die Sicherheit, denn die ist nicht so werbewirksam wie der Luxus.

Man muss die Angelegenheit also zunächst aus wirtschaftlicher Sicht beleuchten: Ist der, von Jo genannte, Normalo-Urlaubstaucher überhaupt bereit, ausser für den gewissen Luxus, auch noch für einen guten Sicherheitsstandard zu bezahlen?? Die Antwort lautet hier ganz klar: NEIN!

Ih braucht euch nur das Forum Tauchgebiete ansehen: mehr als 70% der Fragen nach Tauchgebieten beinhalten "preiswert", "bezahlbar", "günstig" und auch "billig" oder gar (...schauder...) "Schnäppchen"!

Vor dreißig Jahren musste der "Normalo" für seinen Jahresurlaub von 2 Wochen an der Adria noch das ganze Jahr vorher sparen, um sich den leisten zu können. Heute ist Urlaub zu einem lebensnotwendigen und unantastbaren Grundbedürfnis wie Fernseher, Radio oder Sofa geworden! Jeder Kleinverdiener oder gar AL fährt heutzutage in den "wohlverdienten" Urlaub, Gott bewahre, wenn das mal nicht drin ist!!!

Jo, du hast schon recht mit deinem letzten Satz, aber es fehlt der Zusatz, dass der Kunde auch bereit sein müsste, dafür eine Hand voll Euros mehr auszugeben. Und genau da hapert es es doch!

Ich hatte mich mal mit einem britischen Tauchgast auf einer Ausfahrt unterhalten, was ihn dazu bewogen hatte, mit gerade dieser (es war eine italienische) Tauchbasis zu tauchen, obwohl er doch in einem ziemlich weit entfernten Hotel wohnte in dem es auch eine Tauchbasis gab. Seine Antwort: ich habe bei google "cheap diving" eingegeben und der erste Link auf der Liste waren diese Italiener...und weil die wirklich im Vergleich die billigsten waren, habe ich die gebucht.

Bezeichnend, nicht wahr?

Heutzutage jammert schon fast jeder, wenn er für eine Woche Malediven mehr als 1.300 Euro bezahlen soll (natürlich AI und min. 2 TGs am Tag inkl.) - ja sagt mal, WO LEBEN WIR DENN? Der Flug alleine kostet schon zwischen 600 und 800 Euro, dazu der Transfer - meist mit einem klapprigen Wasserflugzeug(fragt DA eigentlich jemand nach dem Sicherheitsstandart??), das Hotel plus Verpflegung ("was, Bier ist NICHT AI, nur Softdrinks!!!???") und was bleibt dann noch fürs Tauchen?

Liebe Leut - mit Dienstleistungen (und vieles im Urlaub ist nun mal Dienstleistung) verhält es sich nun mal umgekehrt, als mit Elektronikprodukten!

Bevor das nicht von der breiten Masse kapiert wird, kann sich nichts ändern!

Just my two cents.

Ciao
Thomas
21.07.2008 13:58
Richtig alles reguliert sich über den Kunden,
wenn keiner mehr kommt bzw. weniger Gäste dann wird etwas geschehen.
Zuerst am Preis, sprich das ganze wird billiger,
bis es so auch nicht mehr klappt und dann wenn noch was zum investieren da ist wird nicht nur die Qualität (Luxus) eingebaut sondern auch nach der Sicherheit geschaut.
Aber das wird ein langer Weg,
denn wie uns immer wieder sugeriert wird Geiz ist geil, wer etwas mehr ausgibt bekommt ja auch schon jetzt das eine oder andere.
Aber für Nüsschen halt nicht,
für die meisten ist erstmal auch der Flat und DVD auf dem Zimmer wichtiger als das überleben im Notfall.
So dann fangen wir mit den einfach Dingen an,
Tanks umdrehen ob Wasser drin ist oder das schwarze für Alu und das weiße Tuch für Stahl vors Ventil und aufdrehen.
Viele werden überrascht sein was da so alles rauskommt, bzw. wissen warum der Regler nachdem letzten Urlaub nicht mehr so recht wollte.

Wer hat sich denn schon einmal den Sauerstoffkoffer zeigen lassen?

Meist bekommt man dann die alten Drägerkisten aus BW beständen zusehen und ob die das auch alles Tun was sie sollen ist zweifelhaft.

Deshalb auch meine Meinung Mann und Frau sollte wissen wohin man sich begibt.

Ich wünsche uns allen einen schönen Tag und lauter sichere Tauchgänge

Charly
21.07.2008 14:03
Thomas:

Fehlt nur noch die Forderung, an Bord täglich via Satcom die aktuelle BILD lesen zu können!

Nein, für nautische Sicherheit zahlt der Normalo garantiert nichts extra. Passiert ja auch nichts, sind ja Guides dabei, und das Schiff hat sooo viel schöne weiße Farbe überall.

Für 25.000 Euro bekommst du ein Safarischiff auf einigermaßen ordentlichen nautischen Standard aufgerüstet, brauchst dann aber auch einen Skipper, der damit umgehen kann - und da ist die nächste Klippe.

Und für all das will der Normalo nichts bezahlen.
21.07.2008 14:36
...nicht nur den Skipper - die gesamte Mannschaft, einschliesslich der guides!

Nehmen wir mal das DM Level (ja, von der Sekte - die anderen kann ich nicht beurteilen): Eigentlich ist der Standard, der dort bezügl. Sicherheit im Lehrbuch steht, gar nicht so schlecht, aber es ist erschreckend, wieviele guides das nach der Prüfung früher oder später schlicht und ergreifend vergessen..."es ist ja noch nie was ernstes passiert"...

Ich will damit sagen, dass es immer auf die Einstellung des Einzelnen ankommt, wie ernst er das vermittelte, auch für die Zukunft, nimmt. Ich empfand den Abschnitt Sicherheit und accident management damals in meinem Kurs das wichtigste überhaupt (der übrige Kurs ist easy und zu vernachlässigen - das meiste ist, oder sollte, sowieso common sense sein) und ich beurteile eine Tauchbasis auch heute noch zuerst nach ihrem Sicherheitsstandard....so geschehen letztes jahr im November, als meine Frau ihren Rescue Kurs machte....der TL wurde fast wahnsinnig weil im gesamten TC (und das ist ein IDC Center) kein einziger kompletter O2 koffer zu finden war...in jedem der 3 vorhandenen hatte irgend etwas essentielles gefehlt! Der TL (ein recht junger und lockerer Holländer) ist schliesslich losgedackelt und hat sich die fehlenden Sachen selbst (und auf seine Kosten) besorgt, sonst hätte er den Kurs mit meiner Frau nicht abgeschlossen. Respekt! Und das bei dem kleinen Lohn, den er dort verdiente....damit hat er sich von uns ein saftiges Trinkgeld verdient, wahrscheinlich mehr, als er vom TC für den Kurs als Provision bekommen hatte.

Es gibt eben solche und solche - und leider von den einen viel zu wenige!

Da muss man doch den, von uns so oft belächelten Tekkies, eines zu gute halten: Denen ist es wurscht, ob die für einen TG 150 oder 200 Euro bezahlen und ob ihr komplettes Gerödel 2.000 oder 7.000 Euro kostet - oder habt ihr schon mal Tekkies nach einer "Schnääpchentekbasis" fragen gehört?


Thomas
21.07.2008 14:38
Schnäppchentekbasis - ach wo ist denn die liebe Edith??
21.07.2008 15:00
Moin Thomas,

ausgehend davon, dass ein Safarischiff ein Mini-Kreuzfahrtschiff = gewerbliche Passagierfahrt ist, sollte eigentlich die Forderung bestehen, dass einer aus der Crew zumindest ansatzweise die Fähigkeiten eines Rettungsassistenten hat, ferner, dass der Käptn oder sonst jemand ein Funkzeugnis besitzt und soweit Englisch kann, damit er sich per Seefunk mit der Handelsschifffahrt unterhalten und Notverkehr abwickeln kann.
An beiden Aspekten hapert es gewaltig!
Die Tauchguides kannst du diesbezüglich auch vergessen!

Wsa ihr in diese IDC-Center erlebt habt, wäre eine Reihe Fotos und dann böse Mecker an die Org wert gewesen.

Wo bleiben eigentlich die Kommentare und Beiträge der sicherlich mitlesenden Tauchreiseveranstalter?
Damals beim Seawolf Soul-Thread gab es sie doch auch.

Man sollte dieses Thema vital halten!
21.07.2008 16:29
Hai Joe,
es gibt durchaus Reiseveranstalter die schon reagieren und das Thema aufgreifen.
http://www.schoener-tauchen.de/deutsch/umfrage_tauchsicherheit.php
Und so wie ich den Uwe Nehls kennengelernt habe, ist das nicht nur Werbung. Unsere Rückmeldungen wurden bisher immer Ernst genommen und auch entsprechend gehandelt.
LG
Michael
21.07.2008 19:42
Cool - ich habe auch soeben abgestimmt (so ziemlich alles mit "sehr wichtig").

Aber - inwieweit das wirklich berücksichtigt wird, ist die nächste Frage. ...s.o.

Es ist einfach das Problem der "Schnäppchenjägerkultur" mit der wir uns tagtäglich auseinandersetzen müssen, welcher, nicht zuletzt, durch unsere derzeitige Regierung noch so richtig Wasser auf die Mühlen gegossen wird!

Ach Mensch! Ich bin es einfach leid, immer wieder die selbe Leier zu hören...Schnäppchen, billig, preiswert, bezahlbar....wenn euch das Tauchen zu teuer ist, dann lasst es einfach bleiben oder taucht in euren Tümpeln in unserem Hinterhof (aber das ist auch teuer, denn da muss man zumindest in einen Trocki investieren).

Sorry, aber es geht mir wirklich auf die Nerven, dass die meisten Beiträge (ausser denen, die immer hier beitragen) von nichts anderem getragen werden, als von der Schnäppchenkultur!

Musste einfach mal raus - sorry and die, die sich auf den Schlips getreten fühlen - aber das geht mir gerade so am A**** vorbei!

Ciao
Thomas
21.07.2008 21:47
Hallo Michael,

danke für den Link! Habe auch den Fragebogen beantwortet und noch einige Aspekte hinzugefügt, ferner ein Lob ausgesprochen, dass sie wohl als erster Veranstalter das Thema ernst nehmen.

Hallo Thomas,

ich denke schon, dass allmählich die Veranstalter aufwachen. In diversen Kommentaren zu der Sache mit der Baani Explorer wurde ja angedeutet, dass der Veranstalter für ziemlich viel haftbar gemacht werden kann. Lass da mal auf einer Vollcharter eines kleineren Veranstalters zwei Leute, an deren Leben Kinder und Firma hängen, sterben, weitere 15 Kunden übel erkranken incl. Prognose von Spätschäden durch versaute Luft und Hinterbliebene sowie Erkrankte klagen in DE. Der Veranstalter dürfte auf der Stelle pleite sein, sofern eine Luftanalyse beibringbar ist. Der Veranstalter hat die Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Kunden, und wenn er seinen Vertragspartnern = Schiffseignern nicht auf die Finger guckt und gewisse Standards fordert, dann hat er eben Pech - und der Kunde kann nur hoffen, dass die Konkursmasse genug hergibt.

Es wird allmählich wirklich Zeit, dass Safarischiffeigner in wirklich wichtige Aspekte investieren, anstatt noch einen Whirlpool und noch mehr Flatscreens einzubauen. Oder sie erklären, dass ihr Schiff nur Kreuzfahrten macht, aber nicht getaucht wird.

Jo
21.07.2008 23:08
Hi Leute,

hackt doch nicht auf denen rum, die bei vergleichbaren Angeboten auf den Preis schauen. Das machen wir doch alle. Der springende Punkt ist doch: Was ist vergleichbar? Was sind verlässliche Informationen über den Sicherheitsstandard? Da denke ich, dass man als Normalverbraucher meist hilflos uninformiert oder belogen bleibt.

Wenn ich z.B. eine Safari gebucht habe, an Bord gehe und dann nach dem letzten Filterwechsel Frage: Was nützt mir die Antwort? Sie ist entweder wahr, wenn ordnungsgemäß durchgeführt oder gelogen, wenn nicht - und über das, was zutrifft, kann ich eine Münze werfen

Grüße
Klaus
22.07.2008 00:06
Unfallmanagement Rotes Meer - ist das normal?
Was ist normal am Roten Meer, mit den Ägyptern.
Wer etwas vom Schiffbau versteht, sollte einmal die staatliche Werft in Suez aufsuchen, wo ein Großteil der neuen Safarischiffe gebaut werden. Dem aufmerksamen Betrachter, würde auffallen, daß diese Schiffe keinerlei Art von Schrauben kennen. Sie sind mit Millionen Nägeln zusammengenagelt. Kurze, lange, dicke und dünne. Tagaus, tagein abermillionenfach sich wiederholend, von miserabel bezahlten Arbeitern ausgeführt, hört man das Stakkato der Hammerschläge.
Hübsch sehen sie aus hinterher, wenn nicht gleich die Scheiben platzen, die Fliesen von den Wänden fallen, oder das Deck bedenkliche Geräusche von sich gibt, als wolle es auf seine Unvollkommenheit hinweisen.
Erst einmal im Wasser stellt sich heraus, daß das Schiff viel zu groß ist. Die Kunststoffummantelung des Unterwasserschiffes zigfach gebrochen und der Wassereintritt nur durch das Starten der Hilfsdiesel und damit der Lenzpumpen (so ausreichend vorhanden) ein sofortiges Absaufen vermeidet.
Wer es nicht glaubt, überzeuge sich vor Ort. Ich könnte in diesem Stil weiter fortfahren, möchte aber nicht langweilen. Spätestens nach 5 Jahren sind diese Schiffe Schrott, werden aber aufwändig restauriert, weil ein Neubau geringfügig mehr kosten würde. Oder sie werden dummen Europäern zum Kauf angeboten.
Wer hat sich denn schon mal von einem ägyptischen Safaribootkapitän seine Lizenz vorlegen lassen.
Sowas gibt es!!!! Aber nullwertig.
Meines Wiisens, werden ägyptische Tauchschiffe nicht zertifiziert, weder von Solas noch vom germanischen LLoyd, oder anderen anerkannten hierfür zuständigen Institutionen. Die Nilkreuzfahrtschiffe sind zertifiziert und entsprechen internationalem Standard, ebenso hat der Kapitän ein gültiges international anerkanntes Diplom.

Ich meine, die Frage nach Unfallmanagment erübrigt sich vor diesem Hintergrund.
Soweit ich weiß, ist bisher auch kein Tauchboot im Roten Meer unterwegs, welches mit einer Minimalausstattung an Notfallmedizin wirbt und solchen, die es ausführen könnten, geschweige denn darauf hinweist, daß zusammengenagelte Schiffe kaum in der Lage sind, mehr als einen Sturm in der Badewanne zu überstehen.
E. Langer

E.langer

















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