Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Unsäglicher Verbands Hick - Hack

Ich habe gut 2 Jahre bei einer der größten Basen der Malediven als Guide / TL gearbeitet; die Basis hatte ständig ca. 80 - 200 eingeckeckte Taucher.

Jeden Tag checkten ca. 5 - 25 Taucher ein.

Mit den neuen haben wir einen Orientierungstauchgang gemacht; sah` so aus, daß am Hausriff geschaut wurde, wie sicher bauen die Leute ihre Ausrüstung zusammen, Bleicheck und 2-3 Checkübungen. Dann konnten die Leute, wenn sie wollten, und es gepasst hat, schon alleine los.

In den 2 Jahren habe ich ca. 150 solcher Tauchgänge mit durchschnittlich 4 Tauchern durchgeführt; also rund 600 Tauchern.

Durch die ewige Diskussion, welcher Verband denn nun der bessere sei, hab` ich natürlich schon darauf geachtet, wer wie, wo und durch wen ausgebildet wurden...

Zusammefassend kann ich hier folgendes "verallgemeinern"...

- Verband splielt zu 0,0% eine Rolle!!

- Leute, die ca. >50 Tauchgänge in weniger als den letzten 2 Jahren gemacht haben, haben in der Regel wenig bis keine Probleme, völlig unabhängig welche Brevetstufe und nach welchem Verband die Ausbildung erfolgte.

Anfäger:
Da gab`s 4 Gruppen:

1.) Leute, die irgendwann im letzten od. vorletzten Urlaub mal ein OWD gemacht haben... viel Pause dazwischen und jetzt wieder abtauchen wollten (reine Urlaubstaucher):
Generell die größten Katastrophen im Riff; kommen über den Anfänger-Status nie raus. Häufig problematisch. Verband: VÖLLIG egal! Überdurschnittlich negative fielen Leute auf, die ihren Grundkurs in Thailand od. Mexiko gemacht hatten. Erstaunlich positiv Leute die ihren OWD in Ägypten gemacht haben (Ausnahmen bestätitgen die Regel).

die anderen 3 fasse ich in "Ausbildungen in D für den Urlaub" zusammen:

2.) Kommerz-Bude in Deutschland: Total gemischte Erfahrungen; von wirklich gut bis katastrophal;

3.) Vereine: genau das selbe; die allergrößten Katastrophen kamen aber aus diesem Bereich!!! Darüber könnte ich einen eigenen Thread schreiben!"

4.) sog. "Hinterhof-Buden": überwiegend sehr gut ausgebildete / vorbereitete Leute; offensichtlich zahlt es sich hier aus, daß diese TL`s nicht rein nach kommerziellen Geichtspunkten arbeiten.

Aber überall das selbe: Verband is total, aber wirklich so was von egal!!

Meiner Überzeugung nach sind es alleine folgende Punkte, die einen guten / schlechten Taucher ausmachen:

- Tauchlehrer
- Anzahl der Tauchgänge in verschiedenen Gebieten, die jemand genacht hat.
- und, meiner Überzeugung nach der entscheidenste Punkt überhaupt: das Talent / Gefühl für`s Tauchen / UND das Interesse an dem Sport des Einzelnen.

Und zu guter letzt: Wohl in kaum einem Sport führt man so unsäglich dümmliche Verbandsdiskussionen.

... just my 2 Cents

M.B.
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06.08.2012 08:19
interessantes Ergebniss! Das mit dem Talent/ Gefühl stimmt, es gibt wirklich Leute denen es fehlt.
chrisfussSSI IT, IANTD CCR, TMX Instructor
06.08.2012 08:28
Und es gibt Leute die es wirklich haben... Deshalb sind pauschal aussagen einfach fehl am Platz...

Danke für den guten Bericht und Erzählungen aus deinen Erfahrungen!
mandiSSI-DiveCon, SUB-Techn.Nitrox, ÖWR-GS
06.08.2012 08:31
das ist ein Ansatz den ich durchaus teilen kann.

Ich denke auch, dass es sehr auf die Lebenseinstellung bzw. auch ein wenig auf die Erziehung der Taucher selbst ankommt.

Denn jeder der katastrophal tauchen will, wird das auch tun.....und dann ist der Verband völlig egal.
milkywayUnvollendet
06.08.2012 08:52
Hallo!

Ich stelle mal die These auf, dass kein Taucher katastrophal tauchen möchte, es aber leider dennoch tut, egal bei welchem Verband er ausgebildet wurde.

Dieses liegt oft daran, dass keinerlei Erfahrung gesammelt wurde und in der Tat auch manchmal Taucher völlig talentfrei daherkommen. Ein häufiger Grund ist aber auch, dass diesen Tauchern ihr eigenes Tauchverhalten überhaupt nicht auffällt. Es wird ihnen einfach nicht gesagt, was sie besser machen könnten. Hier hilft oftmals eine kleine Hilfestellung durch andere Taucher, ohne dass es der erhobene Zeigefinger sein muss. So bekommt man auch die reinen Urlaubstaucher, die nur max. einmal im Jahr ins Wasser kommen, zu besseren Tauchern.

Man sollte also auch mal helfen, wo es geht. Kommt man dabei vernünftig rüber, so wird diese Hilfe auch gerne angenommen, denn keiner will wie der letzte Mensch im Wasser hängen. Natürlich gibt es auch hier lernbefreite Taucher, die nicht bereit sind, etwas in diesen Sport zu investieren. Diese sind zum Glück aber in der absoluten Minderheit und mir bislang nur einmal vor die Maske gekommen.

Ansonsten stimme ich den Aussagen vom TE absolut zu. Beim Skifahren fragt keiner, bei welcher Skischule man war, Verbände spielen überhaupt keine Rolle. Nur beim Tauchen scheint sich da eine Art Pseudoreligion gebildet zu haben.

CU Oliver
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
06.08.2012 09:06
Es gehören immer zwei dazu:

- der Tauchlehrer, seine Motivation, Fähigkeiten (auch didaktische) ... und hierbei spielt der Verband tatsächlich keine Rolle (oder wäre ich ein anderer Mensch oder würde ich irgendetwas anders machen, wenn ich statt bei XXX bei YYY wäre? )

- der Proband, seine Motivation, sein Interesse und seine Bereitschaft, die Geschichte ernst zu nehmen (nach dem Motto: diving is fun, but not a joke . Talent hilft, keine Frage, jedoch ist es m.E. fast wichtiger, Dinge ernst zu nehmen und zunächst fehlendes Talent durch konsequentes Training auszugleichen. Hier wiederum ist der TL gefordert ...

Jep, der Verband ist in diesem Zusammenhang jeweils so was von Hupe. ISt es doch auch mehr oder weniger Zufall, wo TL wie auch Proband landet. Hängt doch meist von seinem Umfeld ab.

Wobei es durchaus Verbände gibt, die ihren TL mehr oder weniger Unterstützung angedeihen lassen. So kritisiere ich in meinem Verband z.B. fehlende Unterstützung / Angebote zum Thema Weiterbildung. Andererseits: das mach ich aus Eigenmotivation. Ich sehe, dass tlw. Kollegen anderer Verbände, bei denen das Angebot durchaus da ist, dieses nicht oder nur unzureichend nützen ... insofern ...

Es ist m.E. durchaus in Ordnung, Verbandsdiskussionen auf sachlicher Ebene zu führen. Das kann sogar recht konstruktiv sein. Nur sind eben recht viele user hierzu nicht in der Lage und so driften Diskussionen um dieses Thema (leider) oftmals ab. Eigentlich schade.
Joe.MurrSSI DiveCon
06.08.2012 09:10
@MB
Gelungene Ausführungen
Ich würde mir wünschen, dass weitere (mehrere), erfahrene Guides solche „Berichte“ abgeben würden.

Dass meine bescheidenen Erfahrungen (jedoch nur als Taucher nicht als Guide) sich damit decken, hatte ich schon immer vermutet. Mit den meisten Tauchern, die ich real kennenlernen durfte, komme ich einwandfrei aus – egal von welchen Verband. Und bei den anderen, die nicht auf meiner Wellenlänge waren, war es auch verbandsübergreifend.

Oftmals ist hier im TNet der Tenor ein ganz anderer. Ob das intentionellen Charakter hat, somit aus grundsätzlicher Überzeugung geschürt ist, oder ob nur lautes Geblubber, da bin ich mir manchmal und bei dem ein oder anderen nicht ganz sicher.

zu 1)
Es ist aus meiner Sicht vollkommen ok, zur Gruppe solcher Daueranfänger (nicht wertend gemeint) zu gehören; es geht um den (meinen gern herangezogenen) Anspruch. Allerdings meine ich, dass man dieser Art Taucher eine besondere „Betreuung“ zukommen lassen sollte. Schwierig, ja ich weiß, aber dem Umweltschutz sicher förderlich.

zu 2-4)
Sehr überraschend; hätte ich so nicht gedacht.

Gruß
Joe
paulbNitrox-Schnorchler
06.08.2012 09:32
...weshalb man (eigene Erfahrung)in der (Urlaubs-)Basis (in dieser Reihenfolge) gefragt wird:
a) "wann hast Du Deinen letzten TG gemacht?"
b) "wieviele TGs hast Du (insgesamt/in diesem Jahr) gemacht?"
c) "warst Du schonmal hier?"
...und nicht:
a) " was hälst Du von ______ (hier jeden x-beliebigen Verband einsetzen)?"
b) "weil Du kein ______ (hier jeden x-beliebigen Verband einsetzen)-Brevet hast, musst Du noch einen Check-Dive machen, eine Minute lang auf einem Bein hüpfen und die Nationalhymne singen... lol
06.08.2012 10:06
vlt. kleine Ergänzung zu "1.)" ("... die größten Katastrophen im Riff");

Das bezog sich rein auf die taucherische Fähigkeiten dieser Gruppe und weder auf die Personen als soche noch deren Einstellung / Selbserkenntnis, die zum Teil durchaus vorhanden ist... ;)

M.B.
Joe.MurrSSI DiveCon
06.08.2012 10:39
@MB

Mich (und sicherlich den ein oder anderen Kollegen auch) würde sicherlich interessieren, wie Deine 2-4) Erkenntnisse im Detail aussehen?

Dass bei 4) der monetäre Aspekt weniger im Vordergrund steht, ist schon nachvollziehbar, stimmt. Da kann dann eine Ausbildung halt mal ein wenig länger dauern.

Bei 2), so meine Ansicht, existiert einfach das Problem, dass nur eine begrenzte Anzahl an Stunden zur Verfügung steht. Es gibt einfach Menschen, die brauchen halt für bestimmte Dinge (etwas zu erlernen) länger als andere. Leider lässt es aber der Kommerz nicht immer und überall zu, den Auszubildenden „Stunden aufzubrummen“ bis er alle Übungen und Verfahren bis zur Perfektion beherrscht (so wie beim Führerschein).

Und ich wage die Prognose, dass wenn eine Tauchbude eine „lange Ausbildung“ flächendeckend und langfristig durchführt, zumindest in diesem Bereich defizitär arbeitet. Hoffentlich leitet dann die Mischkalkulation wieder ins Positive.

Was mich aber total verwundert ist 3). Hier hätte ich das krasse Gegenteil vermutet. Und genau hier wäre ich gern aufgeklärt, wo denn die Defizite liegen. An der fehlenden Zeit bei der Ausbildung kann es doch nicht liegen, oder? Und dass die Qualifikation der Ausbilder dort schlecht ist (klar, schwarze Schafe gibt’s überall), denke ich, kann man auch nicht bescheinigen?

Das Interesse zeige ich nicht, weil ich an einer Verbandshauerei interessiert bin, nein, sondern weil ich eben ein wenig anders vermutet hätte. Außerdem möchte ich nicht in einer Wunde bohren, sondern vielleicht hilft es gegebenenfalls daraus zu lernen und die eigene Ausbildung und den Anspruch an diese anzupassen und vielleicht zu verbessern.

Gruß
Joe
06.08.2012 11:09
@joemurr
Es hat ja nicht so, dass Tauchlehrer von kommerziellen Tauchbuden mit jedem Tauchschüler viele Extra-Stunden im Wasser drehen müssen um einen OWD-Kurs erfolgreich abzuschliessen.
Ich unterstütze einen kommerziel arbeitenden Tauchlehrer von Zeit zu Zeit bei der Ausbildung von Tauchschülern in Binnengewässern und da kommt es ab und zu vor, dass wir zusätzlich nochmals in den Pool oder See müssen, entweder aus Termingründen der Tauchschüler oder um gelerntes eben nochmals anzuwenden. Das ist aber nicht immer so, die meisten Tauchkurse können in der regulären Zeit abgeschlossen werden. Was isch damit sagen möchte: auch kommerzielle Tauchbuden richten sich nach den Tauchschülern, wenn jemand etwas länger braucht, dann geht man (gerne) nochmals zusätzlich ins Wasser.
ag2908PADI Staff Instr.
06.08.2012 11:28
@Meerjungfraus Bester
Das kann ich im Grossen und Ganzen bestätigen
Aber wenig Talent lässt sich durch gute Ausbildung ausgleichen und dann kommen auch daraus gute Taucher zustande.
Ich weiss dass ich damit in ein Wespennest steche, aber ich muss dazu sagen dass ich überdurchschnittlich oft mit deutschen Vereinstauchern zu kämpfen hatte die oft zwar gut ausgebildet waren, aber ohne Rücksicht auf andere Gruppenmitglieder oder auch Tauchpartner "ihren Tauchgang" durchziehen wollten und oft zu vergessen schienen dass beim Tauchen gegenseitige Toleranz angebracht ist.
Das soll natürlich keine Verallgemeinerung sein.
Am liebsten tauche ich mit Anfägern, denn da sieht man noch die Begeisterung und den Wunsch dazu zulernen( bei den Meisten jedenfalls)

Grüsse aus Dahab
06.08.2012 11:37

Noch mal zur Klarstellung: Die beschriebenen Erfahrungen sind "Tendenzen";
Also Verallgemeinerungen und keine feste Regeln.

Klar, gibt es die Kommerzbude, die sich u.U. die Zeit nimmer, und mit einem "Problemfall" auch noch ein- oder zwei mal mehr ins Schwimmbad geht;
das sind aber die Ausnahmen, da es sich eben bei Kurspreisen von unter 400,- €, in denen Lehrmaterial, Schwimmbadeintritte uns Ausrüstung schon incl. ist, einfach nicht mehr rechnen KANN...

Und so habe ich eben mehrfach erlebet, daß die "Schisserchen", die ihren Kurs in der Hinterhofbude gemacht haben, i.d.R. die intensivste Betreuung erfahren haben und der TL noch mal einen ganzen Vormittag ein paar Tage vorm Abflug "Maske ausblasen" oder "tarieren" geübt hat, damit`s beim check dive auf den Malediven auch klappt ;))

@Joe, zu 3.) glaube ich, daß manche (nicht alle) Vereine ein "Nachwuchsproblem" haben, was Tauchlehrer angeht;
das sind oft alt gediente Tauch-Haudegen, sehr konservativ ausgerichtete Anweiser mit zum Teil haarstäubenden Ansichten und rustikalen Methoden haben. Ich kann gerne mal einige Geschichten aufschreiben, die ich erlebt habe ;)

Eines hatten die Schüler, die aus einem Verein sind aber in aller Regel bestens gelernt: ALLES und ALLE wo PADI / SSI ect. drauf steht ist ganz, ganz böse.... ;)
Umgekehrt gibt`s das auch (also das die PADI Schüler Negatives über CMAS eingetrichtert bekommen haben), aber viel seltener...

(P.S. ich selbst war lange Jahre Mitglied in einem CMAS Verein, und kann diese Erfahrungem zum Teil selbst bestätigen

M.B.
milkywayUnvollendet
06.08.2012 11:40
Hallo!

@ag2908
Ich bilde keine Taucher aus, daher vergleiche ich es mal mit dem Skifahren, denn da kenne ich mich ausbildungstechnisch aus (vielleicht kann ich einmal so gut tauchen, wie ich skifahre)

Nicht jeden Schüler ohne Talent kann man hinbekommen. Man muss auch einmal die Größe haben, dieses auch so zu sagen. manche Schüler sind leider völlig talentbefreit und für sich und die Allgemeinheit eher eine Gefahr auf der Skipiste. Da rate ich dann schon mal dazu, sich doch evtl. einen anderen Sport zu suchen. Beim Skifahren gibt es kein Brevet, es ist also nicht verboten, sich ohne jegliche Vorkenntnisse auf die Piste zu begeben. Beim Tauchen wird (ich weiß, dass es in Deutschland dazu an einer Gesetzesgrundlage mangelt) zumindest fast immer eine bestandene Tauchausbildung vorausgesetzt. Das Brevet soll zeigen, dass ich die Grundlagen beherrsche (bzw. beigebracht bekommen habe).

Der TL sollte also bei solch talentbefreiten Tauchern einfach mal sagen, dass es nicht geklappt hat. Leider bekommen zu oft auch solche Taucher ihr Brevet und das Drama nimmt seinen Lauf. Das sehe ich komplett verbandsunabhängig, so etwas sollte ein jeder TL in seinen Überlegungen haben.

CU Oliver
ag2908PADI Staff Instr.
06.08.2012 11:44
@milkyway
Ich persönlich hatte noch keinen Schüler den ich nicht mit Geduld mit gutem Gewissen ein Brevet ausgestellt habe

milkywayUnvollendet
06.08.2012 11:52
Hallo!

@ag2908
Glücklicher!
Ich hatte diverse Schüler, denen ich die Skier lieber als Brennholzersatz zurück gegeben hätte. Bei manchen ist halt auch nach 10 Tagen Skikurs Hopfen und Malz verloren. Selbst auf dem Idiotenhügel waren die mehr als Schneefräse denn als Skifahrer unterwegs.

Umgemünzt auf einen Taucher hieße das:
-Tarieren +/- 10m ist austariert
-Der Grund ist zum dauerhaften Aufsetzen da
-Schlechte Sicht? Wieso? Vor mir war die Sicht super, hinter mir sehe ich halt nie
-Die Flasche kommt auf den Rücken und nicht vor die Brust (genauso wie die Skispitzen nach vorne zeigen sollten)

Theoretisch kann man solche Leute auch zum Tauchen bringen, nur würde deren OWD wahrscheinlich Wochen dauern.

CU Oliver
ag2908PADI Staff Instr.
06.08.2012 12:03
@milkyway
Ich hatte schon Leute mit denen der OWD Wochen gedauert hat und für mich wars natürlich auch immer ein Minusgeschäft
Es hat trotzdem Spass gemacht, dem TL genauso wie dem Schüler und der Erfolg hat mich bestätigt. Ein OWD kann aber muss nicht nach 4 Freiwassertauchgängen beendet sein
Auf einer profesionellen Basis sieht das oft anders aus, deshalb muss ich hier in Ägypten leider nur faulenzen und Funtauchgänge machen

Grüsse aus Dahab
milkywayUnvollendet
06.08.2012 12:08
Hallo!

Tja, manchmal liegt halt nicht solange Schnee, wie der Schüler an Zeit brauchen würde.
Ein Minusgeschäft würde es nicht, denn beim Skifahren zahlt man den Kurs pro Tag. Hat halt seine Vorteile.

Wobei ich es in Ägypten (40km südlich von Hurghada) auch schon gesehen habe, dass z.B. ein Scuba-Diver nicht zertifiziert wurde, weil die absoluten Grundlagen auch nach 5 Tagen (so ein SD kostet für normal ja nur 2 Tage) nicht beherrscht wurden. War ermutigend auch mal so etwas zu sehen.

Ich hoffe, es gehört noch alles soweit mit zum Thread und ist nicht OT. ich möchte hier keinen Thread highjacken.

CU Oliver
Scapegoatkann schwimmen ;-)
06.08.2012 12:40
@ TO:

Danke, sowas hats hier schon lange mal gebraucht!

Und ich habe es auf einer Basis auch schon mal erlebt, dass ein PADI OWB Brevet nach Kursteinahme nicht ausgestellt wurde, weil der Schüler völlig talentfrei (oder lernresistent, man weiß es nicht genau) war...
Kommt also durchaus auch vor, dass verantwortungsbewusste TL`s nicht jeden allein (also ohne TL) losziehen lassen wollen, zu ihrem eigenen Schutz (dem der Schüler).

Alex

Joe.MurrSSI DiveCon
06.08.2012 12:54
@Oliver
>...beim Skifahren zahlt man den Kurs pro Tag
Und genau das ist das Problem beim Tauchkurs.

Wenn man jeweils vier oder fünf Theorie,- Pool- und Freiwasserlektionen macht (und bis auf ein paar Hochtalentierte braucht man die auch, denke ich) und diese dann für rund 400 Euro anbietet (inkl. der Nebenkosten), dann hat man als kommerzielle Tauchschule nicht allzu viel Spielraum. Aber dem TL bleibt nicht viel anderes übrig, als entweder den Schüler durchzuprügeln (=>“Bleiche“) oder die Lektionen auszudehnen (=>Verlustgeschäft) oder den Schüler unbrevetiert zu entlassen.

Letzteres aber könnte den materiellen Schaden um einiges vervielfachen, wenn die Kursgebühr trotzdem kassiert wird (zu Recht mglw.) und der Schüler dann die Negativwerbetrommel rührt. Schwierige Situation für die TLs, deren (glückliche) Hand ich mitunter sehr bewundere.

Nun, ich denke nicht, dass MBs Thread missbraucht wird, gehört ja indirekt doch zum Thema.

@MB
Dass die unter 3) Genannten oftmals die „stärkeren“ Sprüche hatten, ja, das durfte ich auch schon erfahren – früher fand’s ich daneben, heute lustig und amüsiere mich darüber und wie heißt es so schön: „bellende Hunde beißen nicht“ – aber das erklärt eben noch nicht die erwähnten Katastrophen.

Ich kann mir (in meiner jugendlichen Einfalt) einfach nicht vorstellen, dass eine Vereinsausbildung schlechter ist. Punktuell ja, durchaus, Stichwort: schwarze Schafe. Aber Deine Erfahrung/Tendenz, wie auch immer, spiegelt doch schon mehr wieder?

Gruß
Joe
ag2908PADI Staff Instr.
06.08.2012 13:04
Kommt drauf an wie viel Zeit und Mühe sich TL und TS geben.
Ich habe leider schon öfters erlebt dass Problemschüler einfach gesagt wurde , dass sie zum Tauchen einfach nicht geeignet wären nur weil sie ein wenig mehr Einsatz des TL erfordern und deshalb unrentabel für die Tauchschule sind. Ich lernte auf diese Weise eine Schülerin kennen, die im Urlaub in Thailand mit dem OWD anfing und sehr depremiert heimkam. Wir gingen die ganze Sache dann in Ruhe an und nach einigen Tg im Bodensee klappte die Sache ganz gut. Inzwischen hab ich sie bis zum Rescue ausgebildet und sie ist eine sehr gute Taucherin. Wir gehen auch heute noch gerne miteinander Tauchen wenn sie uns hier besucht oder wir zum Tauchurlaub nach Deutschland kommen
Es werden auch aus Menschen gute Taucher die nicht ins Raster passen, wenn sich beide Seiten wirklich bemühen.


Grüsse aus Dahab
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
06.08.2012 13:09
"dem TL bleibt nicht viel anderes übrig, als entweder den Schüler durchzuprügeln (=>“Bleiche“) oder die Lektionen auszudehnen (=>Verlustgeschäft) oder den Schüler unbrevetiert zu entlassen. "

->

Das einfachste ist es, eine Lernvereinbarung abzuschließen: Kurspreis beinhalte x Badeinheiten, x Freiwassereinheiten ... Sollte zum Erreichen der Leistungsanforderungen zusätzliches Training benötigt werden, so kann es notwendig sein, an zusätzlichen, kostenpflichtigen Trainingsstunden teilzunehmen .... diese betragen je Badmodul .... je Freiwassermodul ....
ag2908PADI Staff Instr.
06.08.2012 13:18
@Joe
"Ich kann mir (in meiner jugendlichen Einfalt) einfach nicht vorstellen, dass eine Vereinsausbildung schlechter ist."
Die Ausbildung im Verein kann besser, gleich gut oder eben schlechter sein.
Bei mir persönlich war sie so schlecht, dass ich danach für einige Jahre das Tauchen aufgab.Bei meinem heutigen Verband hatte ich das Glück einen tollen Tl zu finden.
Es gibt aber auch genug Beispiele bei denen es gerade anders herum war. Wenn der Tl Spass an der Ausbildung hat, dann spielt der Verband eine untergeordnete Rolle.
Was ich schon öfters mitbekam war aber, dass viele Schüler vom Verein zu komerziellen wechseln, weil sie öfters sehr wenig mit wirklichen Tauchen zu tun bekommen sondern wochenlang auf Zeit im Schwimmbad schnorcheln dürfen.
Dies mag natürlich auch daran liegen, dass nicht sehr viele TL ehrenamtlich ihre komplette Freizeit für Tauchschüler aufwenden wollen oder können.
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
06.08.2012 16:31
@shuttle

"Das einfachste ist es, eine Lernvereinbarung abzuschließen: Kurspreis beinhalte x Badeinheiten, x Freiwassereinheiten ... Sollte zum Erreichen der Leistungsanforderungen zusätzliches Training benötigt werden, so kann es notwendig sein, an zusätzlichen, kostenpflichtigen Trainingsstunden teilzunehmen .... diese betragen je Badmodul .... je Freiwassermodul .... "

Wird überwiegend ja schon lange so gemacht ...

Problem: Teilnehmer brechen danngerne ab und fahren kurz mal ins Ausland, kommen dann aber schnell und gerne mit Brevet wieder ...

Komischerweise mit den gleichen Schwächen, weshalb man sie hier nicht brevetierte und warum zusätzliches Training nötig gewesen wäre ...
In Schüleraugen ist dann nicht die Auslandsbasis die schlechte gewesen, sondern die ursprüngliche hiesige ...
Einsicht ist ja nicht nur bei Ausbildern gelegentlich Mangelware, sondern leider auch sehr gerne bei Schülern - gerade, wenn für eine Ausbildung, welche ein Hobby werden soll, nun mehr bezahlt werden müsste ...
06.08.2012 16:35
Moinsen...
kann dem größtenteils zustimmen.

Allerdings ich möchte es mal komplett auf das Gespann Tauchlehrer & Schüler reduzieren.

Beim Tauchlehrer zählen (unabhängig von kommerziellen(Sport), gewerblichen(Beruf), vereinstechnischen etc. Hintergrund) die eigene Qualifikation im Sinne seiner Erfahrung und seines eigenen `Tauchstils`, sowie seine Motivation Taucher gut ausbilden zu wollen und die didaktische Fähigkeit dieses auch zu können.

Auf der Gegenseite dazu steht der Schüler der ebenfalls seine eigene Motivation/Einstellung mitbringt, seine eigene Physis, sportliche Vergangenheit, Talent, Frusttoleranz etc.

Hat einer von beiden etwas mehr positive Voraussetzungen im petto, kann er/sie dadurch möglicherweise auch bis zu einem gewissen Punkt einen Tauchlehrer/Schüler mit leichten defiziten kompensieren.
Das Zusammenspiel von beiden Individuen wird also entscheiden wie ein Schüler aus der Ausbildung hervorgeht, seine anschließende Praxiserfahrung wird bestimmen wie "gut&sicher" er zukünftig tauchen wird.

Kommerziell oder Verein.... ist für mich daher keine Orientierungsmöglichkeit für eine "gute oder schlechte" Ausbildung.
Alle etablierten Ausbildungsysteme vermitteln die selben Kerninhalte.
Auf Sender und Empfänger kommt es an.

OT:
Ich habe ausserhalb dieses Forums noch nie irgendwelche Verbandsdiskussionen erlebt aber ich sitz auch nich so oft am Stammtisch
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