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Unterwasserfahrzeug
Abgesandt von Potz Registriertes Mitglied am 06.12.2005 - 12:47:

Hallo liebe Taucher!
Ich studiere Produktdesign und habe verschiedene Ideen zum Thema Tauchfahrzeuge:
Hier klicken
Favorisiert sind momentan Idee 11,9 und 3 -
was haltet ihr davon?
Danke für eure Meinung-
Lars



Antwort von fwsg@gmx.de Registriertes Mitglied am 06.12.2005 - 13:53
@ Potz
3 ist nicht sehr neu, 11 verleugnet die Gravitation.

9 ist eine interessante Idee die man weiterspinnen könnte. Icf fürchte aber das der Nutzen nicht in rel. zum Aufwand stehen wird.

Gruß

Frank
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 06.12.2005 - 15:07
Moin,

alles mit Helm kannste vergessen (Druckausgleichsproblem for Ottonormalo).

Die Tretpumpe Nr. 10 gibts/gabs schon als Diveman, dürfte vom Markt sein.

Nr. 11 heißt Dräger Newtsuit und braucht einen Kran.

Nr. 3 ist kritisch, wenn jemand Panik bekommt und außerhalb hochgeht. Bei Seegang kaum konstruierbar.

Nr. 2 ist nett und sinnig.

Nr. 7 wird schnell zum Wrack

Nr. 4 ist neckisch und machbar.
Antwort von flasche Registriertes Mitglied am 06.12.2005 - 16:40
Grundsätzlich bin ich für neue Gedanken immer aufgeschlossen. Mal sehen:
11. Zu aufwändig, zu schwer, zu unsicher (oder noch aufwändiger und schwerer).
9. Durch gewölbte Tauchglocke verzerrte Sicht, durch Benutzung nicht nur als Maske auf Dauer verkratzte Oberfläche, durch großes Luftvolumen mehr Blei und mehr Luft zum tarieren und Druckausgleich nötig, "stets horizontale Lage" der Tauchglocke wohl schwer garantierbar, und mögliche Probleme bei vollaufen der Glocke (auch durch unbemerkte Risse). Tauchlage/Schwimmlage wird durch Tauchgerät vorgeschrieben. Vorteil gegenüber normalem Gerätetauchen ist nur das kompakte (aber teure) Tauch+Schwimmvehikel und evt. die trockenen Haare (die sind aber über Wasser schon naß geworden).
3. Ganz ok, aber bei fehlender Verankerung im Boden müßte "Tauchboot" deutlich größer als die Tauchglocke sein (da es die Tauchglocke ja unter Wasser drücken muß, oder viel Blei für die Tauchglocke mitführen muß). Also nur für kleine Glocke (unwirtschaftlich, aber nett) oder für stationäres größeres Boot (bzw. Plattform) geeignet, zumal bei echtem Boot ja auch noch die Glocke immer wieder hochgehoben werden müßte. Außerdem ungeeignet für große Tiefen (Sicherheit) oder starken Wellengang.
2. Kann man machen. Oder man läßt einfach ein Netzgitterkäfig vom normalen Boot ins Wasser; gleicher Effekt bei billigerem Aufbau (sieht aber uneleganter aus). Nachteil des Vorschlags: Wasserniveau im Bootsbassin ist durch Wasserlinie des Bootes begrenzt; unten abgeschlossenes Bassin (im Boot stehend oder, evt. mit durchsichtiger Scheibe unten, im Boot fest eingebaut) mit ins Boot gepumptem Wasser hat diesen Nachteil nicht.
8. Siehe 9. (lediglich auf die empfindliche und große Tauchglocke wurde verzichtet).
7. Siehe 9. (das Ding wurde noch störanfälliger und schwerer gemacht, zugunsten eines trockenen Tretbootgefühls. Ein oben offenes U-Boot mit Tretantrieb und Klarsicht-Kopfhaube. Die bei dem Wasserwiderstand mögliche Geschwindigkeit unter Wasser bei Tretbootbetrieb, insbesondere bei Strömung, wäre auch kritisch.)
6. Siehe 3. (Zusätzlich 1..2 Mann für`s treten nötig, und Tauchtiefe durch erzeugbaren Druck begrenzt; wie das "automatische aufschweben der Glocken bei fehlendem Treten" erfolgen soll, wird auch nicht erläutert.)
5. Wegen kleinerer Glocke denkbar (nicht ganz wie 3.). Allerdings muß verhindert werden, daß der Kopf aus der doch sehr kleinen Kopfglocke unabsichtlich herausgeht (Wellen, Strömung, ungeschickte Taucherbewegung). Man entscheide sich zwischen Taucherglocke (groß) und Tauchmaske (klein) mit normalem Atemregler mit Mundstück. Im letzteren Falle greife man zum existierenden "Tiefschnorchler"...
4. Bei geringer Wassertiefe, konstantem Wasserniveau (keine Gezeiten) und zulässiger Bodenbearbeitung (Verankerung) gut machbar. Aber nicht zu tief, und nicht ungewartet, und besser nicht unbeaufsichtigt anlegen. Für fischreiche oder sonst interessante Strandbereiche ganz nett; aber wo liegt das wirtschaftliche Interesse (Eintritt wird man nicht kassieren können, und in der normalen Schwimmhalle wird`s schnell langweilig)?
1. Wird teurer als aus Standardkomponenten kombinierte Ausrüstung. Kann Vorteile haben. Wenn`s denn jemand produzieren und bezahlen will.
10. Man will den Taucher die eigene Luft durch treten ansaugen lassen. Da wird (beim unterwassertreten) der Tauchgang sicher zum Erlebnis; insbesondere für Radprofis (Härtetraining unter Wasser). Zur Vorwärtsbewegung bleibt auch keine Kraft übrig, also stationäres wassertreten. Wie bei nachlassenem Treten (also fehlendem Druck) das "automatische auftauchen" funktionieren soll, ist wieder nicht beschrieben; man hat hoffentlich nicht vor, den armen stationären Trettaucher auch noch im Normalfall dynamischen Abtrieb erzeugen zu lassen?

Alles in Allem hat sich da wohl ein einigermaßen talentierter Designer, aber ohne Rücksicht auf Markt und Technik, verwirklicht.
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 08.12.2005 - 14:32
Ich habe mir die Seite auch angeschaut und habe mit Erschrecken festgestellt, daß einige Konzepte lebensgefährlich erscheinen andere lächerlich.

Was fehlt ist jedwede Idee wie Tauchen funktioniert, welche physikalisch-medizinischen Gesetzmäßigkeiten einzuhalten sind (z.B. zur Maximallänge eines Schnorchels), es fehlt eine Marktanalyse was es schon gibt, gab oder irgendwo im Planungssatdium wegen Unsinnigkeit eingestellt wurde. Es fehlt weiterhin die Kommunikation mit Ingenieuren der Branche, TL`s, Geräteherstellern etc.

Vielleicht bin ich zu kritisch, aber Designer sollten einen minimalen Ingenieurtechnischen Hintergrund haben, dann wäre die Auswahl der Varianten auch 90 % kleiner.

Viele liebe Grüße und trotzdem viel Erfolg,

henri
Antwort von Potz Registriertes Mitglied am 08.12.2005 - 18:31
henri- welche 90% der Ideen fallen weswegen weg?

Ich habe keine einzige Idee mit einem Schnorchel dabei (Pendelatmung). In alle Tauchglocken müsste natürlich permanent Luft mittels Kompressor bzw. Pressluftflasche gedrückt werden (dem jeweiligem Wasserduck angepasst). Hab ich wohl nicht dazu geschrieben weil ich dass hier vorrausgesetzt habe.

Druckausgleich, Stickstoffsättigung, Tiefenrausch,Lungenriss etc pp.
Ich habe von Anfang an mit Tauchlehrern und einem befreundeten Ingenieur über die Ideen geredet- und auch wenn ich aufgrund der Übersichtlichkeit nicht jedes Detail beschrieben habe so sind doch alle Ideen (bis auf unterschiedliche Sicherheitsgerade) realisierbar.
Marktrecherche habe ich auch gemacht (kleiner Auszug ist auch auf der Seite). Es ist aber nicht zwangsläufig so, dass ich nichts gestalten könnte was schon so oder ähnlich auf dem Markt ist. Das was ich zeige ist Teil des Anfangs eines Prozesses und natürlich sind einige Sachen realistischer als andere.

Ich möchte mich hier ganz herzlichst entschuldigen falls ich irgendjemand die Taucherehre verletzt habe


Antwort von flasche Registriertes Mitglied am 08.12.2005 - 19:53
Vielleicht weißt der Tauchlehrer nicht, unter welchen Bedingungen eine große Tauchglocke stabil unter Wasser bleibt (weil er, was im Tauchgewerbe üblich scheint, den Begriff "Auftrieb" falsch versteht), und auch nicht, warum eine gewölbte kleine Kopfglocke optisch ungünstig ist (weil er eine flache Tauchmaske nah am Auge gewöhnt ist, die kaum verzerrt, und wo Kratzer weniger stören).
Vielleicht weiß der Ingenieur nicht, welche Randbedingungen im Wasser herrschen (Strömungswiderstand für`s Tret-U-Boot bzw. für den Trettaucher und hoher Energieaufwand zum pressen von Luft in die Tiefe).

Aus isolierter Tauchlehrersicht mag`s ja gehen. Aus isolierter Ingenieursicht vielleicht auch (solange man nicht rechnet). Aus Designersicht sowieso, wenn`s nur schön rundlich ist. Dumm wird`s nur, wenn ein tauchender Ingenieur das ansieht.

Wie funktioniert denn nun das automatische hochschweben der Tauchglocken bei Druckausfall? Muß da etwa wirklich zuvor mit Muskelkraft ständig dynamischer Abtrieb erzeugt werden, damit bei Ausfall der Muskelkraft das hochschweben auch sicher gelingt? Das wäre doch ziemlich mühevoll für den Treter.

Ich bin sicher, daß bei genauerem Durchrechnen die meisten Varianten etwa so gut funktionieren, wie ein Trethubschrauber. Der Rest ist bei einfachen Bedingungen (ruhiges Wasser, geringe Tiefe) machbar, aber teilweise schon realisiert und hier umstritten (z.B. Tiefschnorchler) bzw. unwirtschaftlich (Komplettauchgerät Variante 1).

Wie wär`s einfach nur mit einem über und auch unter Wasser funktionierenden, leistungsstarken *benzingetiebenen* Scooter (rein als Vortrieb für Taucher) als Projekt? Die Erläuterung spare ich mir mal; da gibt es einige Vor- und Nachteile gegenüber bestehenden billigen tauchfähigen Elektroscootern. Wäre auch designmäßig kompliziert genug, und auch sonst nicht unaufwendig.

Alternativ eine ganz neue Vortriebsmethode für schwache Taucherbeine; vielleicht ist die bekannte Antriebsform per auf/abbewegter Fußflosse in all ihren Varianten ja noch nicht das Optimum.

Alternativ, falls Du wirklich das "automatische aufschweben bei Druckausfall" durchdacht hast, ein automatisches Rettungsgerät, daß einen Taucher bei Druckausfall oder Nichtatmung (oder wann auch immer) automatisch sanft hochholt.

Der Möglichkeiten sind viele; da ist für Designideen erstmal viel Platz, wie man am magnetischen Octopushalter schon sieht
Antwort von flasche Registriertes Mitglied am 08.12.2005 - 19:58
"Alternativ eine ganz neue Vortriebsmethode für schwache Taucherbeine"
..es dürft nur kein ganzes Boot noch `dranhängen; das würde auch den stärksten Taucher überfordern
Antwort von Potz Registriertes Mitglied am 10.12.2005 - 13:32
@ flasche
Vielen Dank für die konstruktive und ausführliche Kritik. Auf "meinen" Ingenieur lass ich allerdings nichts kommen... ;) Dass das Tretboot unter Wasser so nicht anzutreiben wäre war mir aber auch selber klar. Da ich aber in der Phase der Ideengenerierung war, habe ich es aber unter `ferner liefen ` dabei gelassen. Weil es doch den einen oder anderen auf eine neue Idee bringen kann - Assoziationen schafft- anregt da weiter zu machen oder aber es fallen zu lassen. Alte Brainstormregel- nichts ausschließen, Quantität vor Qualität. Diese kommt direkt danach in der weiteren Ausarbeitung und sorgt für die natürliche Auslese.
Dass dabei noch viele Probleme auftreten - dessen bin ich mir bewusst. Gerade unter Wasser. Aber genau deshalb ist es auch ein interessantes und anspruchsvolles Gebiet und man will ja noch lernen.
Ich habe mich nach zahlreichen Gesprächen und Fragebögen für die Idee 9 entschieden - werde jetzt wieder in die Breite gehen und rund um diese Idee verschiedene Varianten entwickeln (bezogen auf Sicherheit, Kosten, Funktion, Zielgruppe). Da sie offensichtlich ein etwas genaueres Bild von der Aufgabe des Design haben (zB. das natürlich eine gewisse Komplexität vorhanden sein muss...) würde ich ihnen auch gerne diese dann zukommen lassen.
Vielen Dank für die anderen Anregungen. Wie sollte die Luftzufuhr für einen benzingetriebenen Scooter funktionieren (wie herkömmlich mit Schnorchel oder per Hemosponge Sauerstoff aus Wasser?). Besteht das Bedürfnis bei Tauchern möglichst individuell zu einem Tauchplatz zu kommen?
Was ich mir noch vorstellen könnte ist eine kleine motorbetriebene Taucherboje, die den Taucher dahin bringt wo er hin will und evtl. zusätzliche Pressluftflaschen `herunterreicht`, an einem Seil was zusätzlich noch als Dekompressionshilfe (dient wie bei Tauchbooten das Trapez). Meine Zielgruppe sind zwar eigentlich Einsteiger... aber was halten sie davon?
Dank schonmal-
Lars
Antwort von flasche Registriertes Mitglied am 12.12.2005 - 16:58
@Lars:
"Idee 9"
Siehe oben; viele mit Kompromissen lösbare kleine Probleme und das Hauptproblem, bei kleiner Glocke das Eindringen von Wasser sicher zu verhindern (das Mini-Uboot darf dafür nie die Horizontallage verlassen; allenfalls leichte Lageänderungen sind möglich). Bei größerer Glocke wird der Aufwand und das Gewicht noch viel größer; U-Boote sind teuer.

"Wie sollte die Luftzufuhr für einen benzingetriebenen Scooter funktionieren"
Am Besten per mitgeführter Luft. Eventuell in Oberflächennähe oder an Oberfläche Luft durch Motor selbst ansaugen und komprimieren für späteren Tauchvorgang, für den Anfang aber erstmal nur Druckluftflaschen, die man ja ohnehin als Taucher braucht. Aber, wie gesagt, das Ganze dürfte auch nicht leicht sein und Probleme bringen (störendes Motorgeräusch oder notwendiges sicheres ab/anschalten unter Wasser). Vielleicht auch Hybridantrieb (mal mit Benzin, unter Wasser dann aber bevorzugt mit Elektromotor, dessen Akku über Wasser vom Benzinmotor aufgeladen wird).

"Besteht das Bedürfnis bei Tauchern möglichst individuell zu einem Tauchplatz zu kommen?"
Ja, insbesondere, um den Aktionsradius zu vergrößern. Und um unabhängig von kommerziellen Booten (die es nicht überall gibt, und die Geld kosten) für wenige hundert Meter bis wenige Kilometer agieren zu können. Uninteressant wird es natürlich, wenn die Kosten für so ein Ungetüm in die Nähe eines richtigen kleineren Bootes kommen; und das kann sehr schnell passieren, wenn die Konstruktion zu aufwendig ist!

"motorbetriebene Taucherboje, die den Taucher dahin bringt wo er hin will und evtl. zusätzliche Pressluftflaschen `herunterreicht`,"
Das gibt es und wird Boot genannt; inclusive Besatzung. "Fernbedienung" der Besatzung wäre natürlich nicht verkehrt; Unterwasser-Kommunikation eben. Da Menschen am Boot (sofern zuverlässig) auch ein Sicherheitsfaktor sind, wäre dafür ein rein technischer Ersatz problematisch. Technische Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Tauchern oder zwischen Tauchern und Bootsbesatzung wären nützlich.

"Meine Zielgruppe sind zwar eigentlich Einsteiger"
Ob die für das Steuern eines Mini-Uboot wohl infrage kommen?

Damit nun aber endgültig: Viel Erfolg.
Antwort von Potz Registriertes Mitglied am 12.12.2005 - 17:54
Danke!

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