Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Verhältnis zwischen Ausbildung und Erfahrung

Aus Anlass eines hier gründlich verlinkten Blogeintrags eines t-net-Users möchte ich gerne mal das Verhältnis zwischen Ausbildung und Erfahrung zur Diskussion stellen.

Oft werden ja „Diveleader“ oder Tauchlehrer, die nur die Mindest-TG-Anzahl als Erfahrung vorweisen können, als schlechtes Beispiel genannt. Aber wie sieht es mit dem gegenteiligen Szenario aus?

Der besagte User taucht seit 2 Jahren. Sein höchstes Bervet ist der PADI-OWD. Er hat sich bald nach seiner Brevetierung einen Trocki und eine D12 gekauft und berichtet nun in seinem Blog fleißig über seine Erlebnisse. So beschrieb er jüngst einen Deko-TG in 50m Tiefe mit über 30 Minuten Deko im Starnberger See.

Glaubt ihr - jetzt einmal völlig losgelöst vom konkreten Fall - dass man sich auch ohne offizielle Weiterbildungen fortbilden kann oder sogar soll? Und wie weit kann diese Weiterbildung gehen und wo sind Grenzen gesetzt? Ab wann sollte man auf jeden Fall ein Brevet machen, um anspruchsvollere TG zu machen?
Was sagen Versicherungen, wenn doch mal was passiert?
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JochenGExaminer bei ISE,SUB
IT bei ISE,SUB,CMAS
21.01.2011 14:10
Kenne den Beitrag zwar nicht, aber:

Ein OWDler mit 500 TG wird sicher mehr Erfahrung haben, als ein TL mit knapp 100 TG....

Man kann sich auch unabhängig weiterbilden, braucht ja nicht zwingend eine Tauchschule hierfür.

Wichtig ist, daß man selektieren kann und auch richtige von falschen Aussagen im Internet differenzieren kann.

Wenn man einen entsprechend erfahrenen Taucher, oder vielleicht sogar TL an der Hand hat - wer braucht da zwingend das Brevet?

Für den Versicherungsfall kann ich natürlich keine verbindliche Aussage treffen. Wenn aber viele Erfahrungstauchgänge nachgewiesen werden können, die dem Unfall-TG gleichen, kann das natürlich die Situation entspannen....

LG
Jochen
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
21.01.2011 14:15
" jetzt einmal völlig losgelöst vom konkreten Fall " -> darum würde ich bitten. Bitte diskutiert nur den Fall, nicht die Person.
21.01.2011 14:20
Im angesprochenen Blog ist jedenfalls zu lesen, dass er nicht weiß, was er tut...
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
21.01.2011 14:24
"dass man sich auch ohne offizielle Weiterbildungen fortbilden kann oder sogar soll?" -> kann ja, soll nein.

"und wo sind Grenzen gesetzt?" -> bei anspruchsvollen Tauchgängen und wenn man sich vom Hinterhertrotten von Guides verabschiedet. Ein Muss sind z.B. gute Kentnisse der Dekotheorie, eine Idee für Szenarien in Problemfällen etc.pp.
deep_downCMAS ***
21.01.2011 14:32
"dass man sich auch ohne offizielle Weiterbildungen fortbilden kann oder sogar soll?"

Natürlich kann und soll man.

Allerdings sind den Autodidakten Grenzen gesetzt, die diese oftmals nicht erkennen (wollen). Denn gerade den Autodidakten fehlt das Feedback, sodass sich Fehler schneller einschleichen können (von einer objektiven Einschätzung der Leistung ganz zu schweigen).

Deshalb ist m.E. eine Mischung sinnvoll.

Gerade wer anspruchsvollere Tauchgänge durchführen möchte, kommt um ein Grundmaß an Begleitung im Rahmen seiner Weiterbildung nicht herum. Wissen und Fähigkeiten des TSR/Rescue z.B. kann ich nicht nur aus Büchern oder Foren lernen.

Wenn sich allerdings jemand die Fähigkeiten und Fertigkeiten angeeignet hat verstehe ich nicht, was einem dann an der Ablegung des Brevets hindert?

deep_downCMAS ***
21.01.2011 14:34
@shuttle
"kann ja, soll nein. "

Man soll sich nicht außerhalb offizieller Weiterbildungen selbst fortbilden?

Ich kann nicht glauben, dass Du das geschrieben hast
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
21.01.2011 14:39
Ja, blöd ausgedrückt. Das "offiziell" ist verwirrend.

Gemeint: ich soll mich nicht ausschließlich autodidaktisch ausbilden sondern durch erfahrene PErsonen anleiten lassen, ob "offiziell" oder nicht.

Bsp: ich gebe auch Unterricht (Workshops) die nicht offiziell sind, also kein Brevet beinhalten, aber (so hoffe ich) den Leuten trotzdem was bringen. Theoretisch und praktisch.
MatttiTL* / ÜL Tauchen
21.01.2011 14:42
@deep Vermutlich ist das sein Wunsch, damit alle Tauchlehrer auch immer gut ausgelastet sind.

Ansonsten stimme ich dir voll zu.
nitroxfüralledarf Tauchen
21.01.2011 15:03
Es gibt da nen guten Leitspruch - tauche immer innerhalb Deiner Grenzen. Diese Grenzen lassen sich zum einen durch Ausbildung und zum anderen durch Erfahrung langsam aber stetig erweitern. Wobei hier auch gilt: Am meisten lernt man aus Tauchgängen, die nicht so gelaufen sind, wie sie hätten laufen sollen. Bezeichneter Taucher hat anscheinend bisher Glück gehabt, so daß alles so gelaufen ist, wie es sollte.

Zum geschilderten Fall: Deko TG auf 50m mit 30 min Deko als OWD mit Nitrox* halte ich für fahrlässig. Ich selbst traue mir solche TG zu, mache sie auch hin und wieder, würde aber keinen OWD, auch wenn er sonst noch so auf dicke Hose macht, 5000 Posts im T-Net hinterlassen hat, und rumläuft wir Mr. Dir als Buddy mit auf solche TG nehmen.

Gerade beim technischen Tauchen legen alle Verbände Wert auf exzellente Tauchfertigkeiten und die halte ich bei einem OWD, da die im Kurs gelehrten Fertigkeiten nun einmal auf die Basics beschränkt sind, für nicht ausreichend für anspruchsvolle Tauchgänge. Und wenn jemand die Fertigkeiten beherrscht, spricht nix dagegen, auch das entsprechende Brevet zu erlangen.

Das heist nicht, daß man jedes Sinnlosspecialty ablegen soll, aber ein paar Kurse so wie Rescue, Tech. fundamentals, advanced Nitrox, Deko Preocedures sind schon sinnvoll.
ZeKikMistralopithecus Borealis
21.01.2011 15:06
Klar kann man...

Gutes Buch... viel Zeit... viel Training.... genügendes Budget..... genügend Graue Zellen und am besten noch Leute zum Erfahrungsaustausch.

Der Einfachheithalber noch einen Tauchcomputer und voilà....TG auf 50m mit Deko... kein Problem.

Klar geht das. Nicht das Brevet ist entscheidend, sondern das Wissen und Können. Das kann man sich wie so oft beibringen lassen oder selbst beibringen...
tauchdidi*** / AI
21.01.2011 15:18
Um welchen Blog geht es hier, bevor ich ewig suche...
deep_downCMAS ***
21.01.2011 15:19
@Zekik
"Gutes Buch... viel Zeit... viel Training.... genügendes Budget..... genügend Graue Zellen und am besten noch Leute zum Erfahrungsaustausch."

Und an der Stelle nochmal meine Frage: Was bremst dann die Brevetierung aus?

Ich kann es mir nur so erklären, dass bei den "Resistenten" Dein erster Gedankenpunkt (gutes Buch) vielleicht noch vorhanden (wenn auch wahrscheinlich nicht genutzt) ist. Auch am 4. Punkt (Budget) scheitert es selten, denn die Ausrüstung ist i.a.R. auch nicht "von schlechten Eltern".

An allen anderen Punkten scheitert es aber bei realistischer Betrachtung. Jeder (bis auf den Protagonisten) sieht es.

"....TG auf 50m mit Deko... kein Problem."
Natürlich sind die kein Problem. Aber nur bei KEIN Problem. Denn BEI Problem hast ganz schnell EIN Problem...
deep_downCMAS ***
21.01.2011 15:25
@tauchdidi
Wenn Du andere Beiträge liest, wirst Du Kritik an einem User finden, der jeden seiner Forenbeiträge mit einem Link auf seinen Blog "signierte"...

Aber nochmal: Es geht um das Thema, nicht um die konkrete Person (und der OP hat bewusst Namen außen vor gelassen).
koelle76VDST TL**
21.01.2011 17:25
Ich denke auch, dass eine gute Mischung aus Ausbildung und Erfahrung der beste Weg ist. Dabei kommt es auf ein halbwegs gutes Urteilsvermögen an. Eine gute Selbsteinschätzung hilft, die eigenen Grenzen zu erkennen und rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Das heißt entweder, sich weiter ausbilden zu lassen oder bestimmte Tauchgänge eben nicht zu machen.

Ein OWD mit genügend Erfahrung kann meiner Meinung nach auch deutlich tiefer als 18 Meter tauchen. Schließlich ist der Wissenszuwachs durch ein AOWD-Brevet in vielen Fällen eh eher überschaubar. Ich bin auch der Meinung, dass man sich Trockentauchen auch von einem erfahrenen anderen Taucher beibringen lassen kann. In bestimmten Grenzen ist autodidaktische Weiterbildung sicher, möglich und wünschenswert.

Aber ab einem bestimmten Punkt, sollte man sich eben professionell ausbilden lassen. Und dieser Punkt ist in meinen Augen im geschilderten Beispiel mehrfach überschritten. TG über 50 Meter erfordert eine spezielle Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung. Nach der Meinung vieler Taucher erfordern sie auch spezielle Atemgase (Trimix). TG mit ernsthafter Deko (also mehr als ein paar Minuten) erfordern viel Routine und theoretisches Wissen.

Bei alten Tauchern, die vor Jahrzehnten ihren Tauchschein gemacht haben, erwarte ich nicht, dass die nach hunderten TG noch zahlreiche Scheine nachmachen, die das was sie seit Jahrzehnten machen in Plastik belegen.
Aber bei einem jungen Menschen, der vor zwei Jahren seinen Tauchschein gemacht hat, halte ich das geschilderte Tauchverhalten für verantwortungslos.

Auf den ersten Blick scheint das Überscheiten der durch Ausbildung und Erfahrung gesetzten Grenzen ja hauptsächlich Sache des Tauchers zu sein. Schließlich schädigt er mit großer Wahrscheinlichkeit sich selbst.
Aber leider fällt das Fehlverhalten weniger Individuen immer auch auf die Gesamtheit der Taucher zurück. Wenn also jemand, der nicht ansatzweise dafür ausgebildet ist in seinem Blog von 50m TG im Starnberger See palavert, ist das einfach dumm und asozial. Einerseits sind TG über 40m dort verboten. Solche Berichte können übereifrige Behördenvertreter ermuntern, das Tauchen dort ganz zu verbieten oder noch weiter einzuschränken. Und wenn dann mal was passiert, wird auch schnell ein Tauchverbot verhängt unter dem dann alle leiden müssen. Insofern ist es also in meinen Augen eben keine Privatsache, was andere Leute so machen, da es immer auch Folgen für die Allgemeinheit gibt.
tauchdidi*** / AI
21.01.2011 17:29
Um welchen Blog geht es hier, bevor ich ewig suche...
tauchdidi*** / AI
21.01.2011 17:32
Sorry, 2 x gedrückt
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
21.01.2011 17:57
@Mattti : (14:42) ... das ist jetzt nicht dein Ernst, oder Wo ist das Verständnisproblem? ich helfe gerne und lese auch langsam vor

@ZeKik "Gutes Buch... viel Zeit... viel Training.... genügendes Budget..... Der Einfachheithalber noch einen Tauchcomputer und voilà....TG auf 50m mit Deko... kein Problem. " -> das ist ja genau so schlimm, wie der Eintrag, der diesen Thread verursacht hat. Aufruf zum Leichtsinn sage ich da nur. Sowas kann gut gehen, aber sobald eine Problemsituation eintritt, wissen genau diese Leute nicht, wie man (sinnvoll) handelt. Das belegen viele Tauchunfälle.

21.01.2011 20:56
Dieser ist übrigens auch in normalen Foren reichlich vertreten und macht einen auf dicke Hose... andere Anfänger glauben ihm den Rotz sogar

Tauche immer innerhalb deiner Grenzen?
Wer legt denn meine Grenzen fest, wenn ich sie selber nicht kenne? Ich nenne es lieber Wohlfühlgrenze
nitroxfüralledarf Tauchen
21.01.2011 21:04
Manne,
Du selbst legst "Deine" wie auch immer genannte Grenzen (Wohlfühlgrenze gefällt mir) fest, so wie wahrscheinlich jeder vernünftige Taucher, der sowohl seine eigenen Fähigkeiten als auch die Anforderungen eines Tauchgangs beurteilen und einschätzen kann. Zumindestens solange, wie nicht Andere in Gestalt von bösen Tauchbasenbetreibern oder Ordnungsamtmitarbeitern das für Dich erledigen.
21.01.2011 21:28
Schätze du weißt, was ich mit dem Beitrag sagen wollte
Bin auch langsam lang genug im Geschäft dabei, auch ich sage für mich manchmal ein TG ab, weil es nicht innerhalb meiner Wohlfühlgrenze liegt. Hatte noch nie ein Problem damit, eher Achtung, weil ich es einfach mache.

Allerdings einer mit 100TG kann diese noch lange nicht kennen!
21.01.2011 23:03
Tl mit 100 Tg vs. OWD mit 500? Darf es statt TL auch ein CMAS* mit 100 sein? Antowrt, es kommt daruaf an. 100 Atlantiktauchgänge in der Bretagne wiegen m.E schwerer als 500 im Roten Meer.
21.01.2011 23:22
100 TG in 10 Jahren, egal wo, sind absolut null Erfahrung.500TG in 1,5Jahren, sind sehr viel Erfahrung. Zeitlich sollte das auch eingegrenzt werden, denn nur TG sagt auch nichts über die Qualtiät aus!
MatttiTL* / ÜL Tauchen
21.01.2011 23:31
@shuttle
die Postings haben sich wohl überschnitten. Als ich das geschrieben hatte war Deine Klarstellung bei mir nicht angekommen. Sorry, falls das zu Verwirrung geführt hat. Wir sind da eh einer Meinung
bikefreshTaucher i.R.
21.01.2011 23:55
Grundsätzlich finde ich das Posting von deep_down zutreffend, erweitert um viele andere hier.
Interessant wäre der Hintergrund warum solche Taucher (da gibt es mehrere) so eine Herangehensweise bevorzugen.
Was ich so in dem Bereich kennengelernt habe passt dann aber eher nicht hierher, denn dann geht es eher um diese Personen als um das Thema Ausbildung ja-nein Siehe Wink mit dem Zaunspfahl vom geschätzten Hans_S
Wobei die meisten dieser Taucher zumindest wirklich tauchen konnten, kritisch ist manchmal nur die Herangehensweise an die anspruchsvolleren TG gewesen. Da wird dann mal etwas in einem Bericht einer Tauchzeitschrift gelesen, dann wird sich die Ausrüstung und ein geeigneter Computer gekauft und los geht es. Richtige Planung? Entsprechende Skills? Regelmäßige Übungen? Qualifizierte Buddies?... meist eher nein

Auch ich praktiziere Weiterbildung@home, tausche mich dann aber mit Leuten aus, die in dem Bereich Erfahrung und bevorzugt auch eine Ausbildung haben. Erst dann taste ich mich mit solchen langsam in der Praxis an das Thema ran. Allerdings bevorzuge ich eher die Ausbildung als den Selbst-ist-der-Mann-Weg
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
21.01.2011 23:56
Matti: jep, war zeitlich knapp aufeinander. Aber eigentlich solltest du meine Einstellung kennen. Nun denn
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