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Foren - Tauchmedizin - Warum sollte man ganz normal Atmen bevor man taucht? (z.B. beim Streckentauchen)oder beim Abtauchen während Schnorcheln?




  

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Warum sollte man ganz normal Atmen bevor man taucht? (z.B. beim Streckentauchen)oder beim Abtauchen während Schnorcheln?
Abgesandt von Amicellie am 23.04.2005 - 16:33:

Hallo!
Ich brauche die Antwort auf diese Frage für ein Refarat in Biologie über den Gasaustausch in der Lunge. Ich hab mich schon versucht übers Internet (google etc.) schlau zu machen aber nichts darüber gefunden und kann mir auch nicht denke warum man beim Abtauschen normal Atmen sollte..(aber warum sollte man auch nicht?!? versteh ich auch nich, egal...)
Hoffe jemand kann mir helfen
Danke
Amicellie



Antwort von Der Lichtsuchende am 23.04.2005 - 16:56
Schau mal hier:
Hier klicken

Stichwort bei Google: Schwimmbadblackout

Zitat: "Schwimmbadblackout wird durch Hyperventilation begünstigt, so daß schon eine Hypoxie bei noch normalen CO2-Werten vorliegt. Da kein großer Atemanreiz besteht, kann eine Ohnmacht dann plötzlich eintreten." (Quelle: Hier klicken)

Anmerkung: Link zu Google korrigiert, da nicht richtig uebertragen. Redaktion
Antwort von Knuffke am 23.04.2005 - 16:58
Dazu ein paar Worte zur Atmung:

Der Atemreiz wird durch den CO2 Spiegel im Blut ausgelöst. D.h. im Atemzenrum unsertes Hirns wird der Köhlensäurespiegel (H2CO3= im Blut gelöstes Kohlendioxid)im Blut gemessen und bei überschreiten einer bestimmten Schwelle der Atemreiz ausgelöst.

Nun zu deiner Frage:

Wenn man vor dem Abtauchen nun der irrigen Annahme unterliegt, dass man durch schnelleres und teiferes Atmen mehr Sauerstoff "mitnehmen" kann, kann dies zu einem Problem werden. Das Blut ist nämlich auch bei normaler Atmung schon nahezu vollständig mit Sauerstoff gesättigt. Durch die verstärkte Atmung wird jedoch mehr CO2 abgeatmet. Wenn nun durch diesen Vorgang der falschen Atmung ( hier: Hyperventilation) der im Blut vorhandene Sauerstoff durch die innere Atmung nicht mehr in ausreichend CO2 umgewandelt werden kann, kann das dazu führen, dass der Atemreiz nicht ausgelöst wird. Dies kann dann in der Folge durch Sauerstoffunterversorgung des Hirns zu einer Bewusstlosigkeit, dem so genannten "Schwimmbad-Blackout" kommen.
Kurz: kein Atemreiz -> weitertauchen -> O2 unterversorgung -> Bewußtlosigkeit -> Ertrinken.

Ich hoffe dir damit geholfen zu haben
Antwort von Roger.T am 23.04.2005 - 18:55
...und daher GANZ WICHTIG!
...weder im Schwimmbad noch sonstwo NIE alleine Streckentauchübungen machen! Auf die Bademeister ist nicht immer Verlass.
Antwort von Knorpel Registriertes Mitglied am 26.04.2005 - 11:18
@Knuffke: Der eigentliche Grund für den Blackout ist doch nur indirekt das Unvermögen einen ausreichenden CO_2-Pegel aufzubauen. Ich denke du meinst das zu dem Zeitpunkt, wo die O_2-Konzentration im Blut für normale Lebensfunktionen nicht mehr ausreicht der CO_2-Pegel noch zu gering ist um den Atemreflex auszulösen....
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 28.04.2005 - 11:18
Hallo Roger.T
RICHTIG ist Deine Aussage, daß man es NIE alleine machen soll.
Aber es so hinzustellen, daß Bademeister unverläßlich sind ist schon etwas blöde.
Erstens müßtest Du wenn schon Schwimmmeister bzw inzwischen Fachangestellter für Bäderwesen schreiben , da ein Bademeister für die kurbehandlung und nicht für die Schwimmbadaufsicht verantwortlich ist.
Zum Zweiten kann auch eine Aufsichtskraft nicht überall die Augen haben, noch dazu, wo in sehr vielen Bädern die Aufsichtskräfte beim Minimum des nötigen sind. Diese Aufsichtskräfte also auch auf die Mithilfe der anderen Schwimmbadgäste angewissen sind.

Antwort von NEFler am 28.04.2005 - 23:15
Hi Amicellie
- Hyperventilation ist ja schon abgedeckt
- normal atmen solltest du auch wegen des steigenden äusseren Druckes, da die Lunge immer mehr komprimiert wird.
- mit dem Gasaustauch hat es nicht direkt zu tun, denn der basiert auf die Partialdruckdifferenz (unter anderem) und da muss man halt atmen, ob man abtaucht, taucht, auftaucht und wasweißichauchimmmer macht...
Antwort von Roger.T am 30.04.2005 - 19:12
Hai @musher

sorry, ich hab das etwas unglücklich ausgedrückt. Bei uns heisst die Aufsicht im Bad im Volksmund immer noch "Bademeister". Das hier stark beim Personal gespart wird und das dann auf die Mithilfe der anderen Badegäste angewiesen ist, ist unbestritten - war auch von mir so gemeint, nur halt etwas unglücklich ausgedrückt.
Antwort von Amicellie am 30.04.2005 - 19:19
Danke euch allen! Ihr habt mir riesig geholfen! Das kann ja nur noch ne 1 werden!
Noch viel Spaß beim tauchen!
Amicellie
Antwort von Roland Westphal am 04.05.2005 - 07:49
Hallo Roger,

über die richtigen Atemtechniken ist hier genügend ausgeführt worden, weshalb ich hierzu nicht noch weiter ausführen möchte oder muss.

Mir geht es nunmehr um Deine Aussage:
"Auf die Bademeister ist nicht immer Verlass!"

Diese Aussage, oder diesen Vorwurf möchte und kann ich nicht einfach so im Raume stehen lassen.
Die allermeisten meiner Berufskollegen versehen ihren Dienst sehr gewissenhaft. Dennoch ist es auch richtig, dass die Unfallzahlen in den Bäderbetrieben gestiegen sind. Dies hat aber auch andere vielschichtige Gründe, welche wir "Schwimmmeister" nicht immer zu vertreten haben:

1. Das Bäderwesen steht seit jahrzehnten unter einem enormen Kostendruck. Viele Bäder wurden bereits geschlossen und weitere Schliessungen stehen an.

2. Deshalb wird u.A. auch vorrangig an den Personalkosten (Schwimmmeister und Aufsichts-kräfte ) gespart.

3. In vielen Bädern ist deshalb oftmals lediglich noch ein einziger Schwimmmeister pro Schicht anwesend. Diese Kollegen haben oftmals nicht nur mehrere Becken gleichzeitig zu betreuen, sondern müssen auch die aufwendigen technischen Anlagen betreiben und warten. Hierzu muss der betreffende Kollege gelegentlich den Beckenbereich verlassen und sich in die Technik begeben. Die Abwesenheit ist auch bei sonstigen Anlässen z.B. technische Störungen, Erste-Hilfe-Leistungen,Material-lieferung usw. nicht zu vermeiden.Paralell hierzu hat er auch noch administrative Arbeiten zu erledigen.

4. Nimmt die Zahl der Nichtschwimmer auch seit jahren dramatisch zu, weil einerseits aus Kostengründen in den Schulen am Schwimmunterricht gespart wird, und gleichzeitig viele Zuwanderer, welche in ihrer Heimat nie das Schwimmen lernten die Bäder gerne nutzen.

Ich könnte noch endlos weiter argumentieren jedoch würde das den Rahmen sprengen. Kurzum, die Anforderungen an die Schwimmeister sind sehr hoch und die Belastung nimmt aus den o. gen. Gründen stetig zu. Wir fragen uns schon seit jahren, weshalb wir eine mindestens 3 jährige Ausbildung mit stattlicher Abschlussprüfung absolvieren müssen - bei denen insbesondere auch die Rettung und Aufsichtspflicht einen hohen Stellenwert haben - wenn von vorneherein klar ist, dass sich diese Anforderungen aus Kostengründen oft nicht mehr umsetzen lassen. Seit vielen jahren laufen wir hiergegen vergeblich Sturm an.

Und wenn etwas passiert ist wie üblich zunächst der "Bademeister" verantwortlich. Das ist in vielen Fällen jedoch nicht Fair. Siehe es doch bitte auch einmal aus unserer Sicht.

Abschliessend noch einen Tip aus der Praxis:

Solltest du im Schwimmbad Tauch- oder sonstige spezielle Übungen für dich oder ev. deine Schüler durchführen wollen, so informiere doch bitte vorab den Berufskollegen. Prävention ist wichtig und hilft uns allen die Unfallrisiken zu minimieren.

Viele Grüße

Roland Westphal
Betriebsleiter eines Schwimmbades



Antwort von Scott Registriertes Mitglied am 04.05.2005 - 09:15
Hier klicken
Antwort von ????? am 18.03.2007 - 19:57
nur ne kleine info beim tauchen sollte man schlucken weil man den druck auf den ohren damit ausgleicht
ich weiß das es nicht zum thema gehört
Antwort von hket Registriertes Mitglied am 21.03.2007 - 18:55
Tauchübungen nie ohne Aufsicht
Natürlich wegen dem Bademeister.
Wenn der Dich >30sec bewegungslos auf dem Beckenboden sieht, muss er Dich rausholen.
Das mögen einige lustig finden, grenzt aber schon fast an groben Unfug, ggf. drohen weitere Konsequenzen.

Wenn aber eine Sicherung dabei ist (und das Ganze vorher evtl. noch abgesprochen wird) ersparst du dir den Rauswurf.

Helmut

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