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Was bewirken eigentlich Deepstops?

Hallo Taucher!

Kann mir von Euch jemand kurz erklären, was genau diese Deepstops, die bei tiefen Tauchgängen empfohlen werden bewirken?

Sättige ich nicht während dem Deepstop auf halber Maximaltiefe weiter auf? Dann würde der Stopp ja mehr schaden als nützen, oder? Aber irgendwas positives muß der Stop ja bringen, denn sonst würde man ihn ja nicht machen, oder?

Ich habe zu diesem Thema schon ein wenig mit Google gesucht. Leider landete ich meist auf der Webseite eines Onlineshops...
Bei der Suche hier im Forum landete ich ebenfalls meist bei dem gleichen Laden.

Viele Grüße und schonmal Danke für die Infos!
Jens
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24.11.2005 11:24
Ein Deepstop hilft Dir, die sogenannten "schnellen Gewebe" besser zu entsättigen. Schnelle Gewebe sind die stärker durchbluteten Teile des Körpers, wie z.B. Gehirn und Rückenmark. "Schnelle Gewebe" nennt man deshalb so, weil sie sich schnell aufsättigen (durch die gute Durchblutung), aber schnell auch wieder entsättigen. Bei einem Deepstop sorgst Du also für eine verbesserte Entsättigung dieser Gewebe, wobei es durchaus der Fall ist, dass sich langsame Gewebe (z.B Fettanteile im Körper, die schlecht durchblutet sind), weiter aufsättigen. Du beugst aber mit dem Deepstop schweren Symptomen wie Lähmungen vor.

Auch Computer berechnen nach sogenannten Kompartimenten, die sich unterschiedlich schnell sättigen und entsättigen (Du kannst z.B. im Internet unter "Haldane" suchen).
Scott***/RD
24.11.2005 11:29
es gab vor kurzem im DAN magazin einen bericht, wo herausgefunden wurde, daß bei sog. deepstops (halbe tiefe) das auftreten von DCI geringer wurde...
wenn ich den artikel noch finde, sende ich dir eine .pdf kopie
24.11.2005 11:49
Hallo ihr zwei!

Schon einmal vielen Dank für Eure Information. Das ist genau das, was ich wissen wollte.

@Scott: Falls Du den Beitrag finden solltest, würde ich mich über ihn sehr freuen.

Vielen Dank und viele Grüße
Jens
24.11.2005 11:54

...hm, ich habe das mir den Deepstops so verstanden, das es nicht in erster Linie um Entsättigung geht sondern um den Abbau von Blasenkeimen, die beim auftauchen im Blut entstehen.

Diese Blasenkeime sollen durch kurze Stops ab 80% des Maximaldrucks in den Lungenfilter gebracht und abgeatmet werden. Daher ist es auch wirklich wichtig, das definitiv gestoppt wird und nicht nur langsam aufgetaucht wird, um diesen Effekt zu erhalten.
Die eigentliche Deko erfolgt erst ab einem (deutlich) späteren Zeitpunkt.

Ein positiver Nebeneffekt ist jedoch, wie DD schon bemerkte das die „Schnellen Gewebe“ schon auf Tiefe entsättigen. Was bei einem etwaigen Notfall, bei dem die Deko im Flachbereich drastisch gekürzt werden muss, die Chancen gut stehen das es nur „Aua“ macht und nicht tot oder Rollstuhl...

(dive)shorty, der keine Garantie für die Richtigkeit seines „Geschreibsels“ übernimmt
AnnaFull-Trimix, Fullcave, mCCR
24.11.2005 12:06
lies mal hier nach

gute Erklaerung in Englisch

http://www.wkpp.org/decompression.htm

http://www.waldbrenner.de/db8us/deco99.htm

Pyle, ein Biologe, hat vor Hawai Fische fuer Aquarien in Tiefen jenseits von 100m gefangen. Nach manchen TG´s verspuerte er gelegendlich Muedigkeit und Kopfschmerzen. Nach der Analyse der TG´s stellte er fest, dass er wenn er Fische gefangen hat, um die Zerstoerung der Schwimmblase zu verhindern tiefe stops eingelegt hat und diese einige Male wiederholt hat. Bei diesen TG´s traten die Symptome nicht auf. Aehnliche Erfahrungen wurden von Korallentauchern und Muscheltauchern gemacht.

Pyle stops sollten in der Mitte zwischen Grundtiefe und erstem Deko-stop liegen, der zweite stops sollte zwischen erstem Pyle stop und erster Deko-stufe liegen, evtl. noch 3. stop bei Bedarf. Dauer der stops 2-3 Minuten, Aufstiegsgeschwindigkeit langsam.

Zu unterschieden nach WKPP: erster deep stop bei 80% der Grundtiefe

Beim Auftauchen bilden sich immer kleine Gasbläschen, durch Druckreduzierung werden Blasen groesser.

-> groesser werden der Blasen wird durch Druckreduzuierung gestoppt. -> Abatmung von Gas -> Verringerung der Konzentration im Blut auf Wert kleiner Blasenbildung -> Blaeschen sammeln sich im Lungenfilter -> Der Gasdruck ist in Folge der Oberflächenspannung groesser als Umgebungsdruck -> Gas diffundiert zur Lunge -> Kleiner werden der Blase -> Gas wird schneller ins Blut abgegeben -> Aufloesung der Blase -> Beim 1. Dekostop sind deutlich weniger Mikroblasen im Blut -> im Idealfall nur die, die zwischen letztem Pyle stop und 1. Deko-stufe entstanden sind.

-> habe ich mal kurz aus dem Aspacher/technisches tauchen zusammengefasst.

Ich mache diese stops seit ca. 3 Jahren bei tieferen TG´s. Mein Fazit: ich bin nach dem TG weniger muede und fuehle mich insges. besser als ohne diese stops.

eine recht gute Diskussion war vor kurzem in de.rec.sport.tauchen unter dem Thema Verständinisfrage -> google mal nach dem Thema in google groups

Hth und Gruss Anna



Scott***/RD
24.11.2005 16:51
habe das heft leider nicht mehr, aber vielleicht hat noch irgendwer das heft IV - 2004 von DAN ?
24.11.2005 17:43
Hi Anna,

Pyle hat meines Wissens nach keine Fische für Aquarien gefangen, sondern schlichtweg harpuniert. Um ein Platzen der Schwimmblasen zu verhindern, hat er beim Austauchen irgendwann angehalten und die Schwimmblasen seines Fanges punktiert. Dieser Vorgang dauerte natürlich Zeit. Er stellte daraufhin fest, daß es ihm nach Tauchgängen mit tiefen Stop besser ging als bei solchen ohne.

Warum jetzt irgendwo steht, er hätte Aquarienfische gefangen, kann ich kaum nachvollziehen. Ne mögliche Erklärung wäre die Tatsache, daß das tauchende Volk eine neue gute Sache (Deepstop) nicht nur einem Harpunetti verdankt, sondern auch der Tatsache, daß er es ohne Harpunieren nicht herausgefunden hätte.

Wer damit ein Problem hat, läßt die Stops aus Solidarität mit den Fischen einfach weg

Schönen Gruß
Markus
AnnaFull-Trimix, Fullcave, mCCR
24.11.2005 19:24
Hallo Markus,

weswegen er die Fische nach oben gebracht hat, ist mir eigenlich egal. Die Erkenntnis, die er daraus gewonnen hat, ist wichtig.

Ich mache die stops trotz Solidaritaet zu den Fischen weiter

Gruss Anna
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