Wattestäbchen für die Ohren? Abgesandt von Robster am 06.12.2004 - 11:42:
Hallo Zusammen!
Früher habe ich mir ja nicht so die Gedanken gemacht, aber seit der Taucherei bin ich mit dem Gebrauch von Wattestäbchen ("Q-Tipps") zum Reinigen der Ohren vorsichtiger geworden.
Daher meine Frage: was ist nun dran am Pro und Kontra? Ungefährlich, solange man nicht die Elastizität des Trommelfells testet oder generell aus dem Ohr lassen? Bin gespannt auf die Antworten - Gruß Rob
Antwort von Weltenbummler am 06.12.2004 - 11:47 Hi,
Wattestäbchen haben bei Tauchern nix im Ohr zu suchen! Die Gefahr vom Mikrokratzern ist sehr hoch, und dann kommt ganz schnell eine deftige Entzündung. Ohr am besten mit Taucherlösung oder Süsswasser ausspülen.
Gruß
Antwort von Detlef am 06.12.2004 - 12:06 Würde ich nicht so pauschal behaupten, wie mein Vorredner. Sicherlich nicht vor oder während des Urlaubs. Ohrenschmalz ist nicht zuschlagen. Aber mal so zwischen durch? Man muß die Dinger ja nicht bis zum anschlag reinstecken. Ich bekenne mich dazu, ein Ohrenstäbchenuser zu sein.
Antwort von Andreas Ploch am 06.12.2004 - 12:12 Hallo Robster!
Wattestächen gehören nicht in den Gehörgang. Dieser ist nämlich sehr gut in der Lage, sich mittels Ohrschmalz (Cerumen) selbst zu reinigen. Das Cerumen wird in speziellen Drüsen des Gehörganges produziert und langsam Richtung Ausgang transportiert. Auf diesem Weg nimmt es den ganzen Unrat mit, der sich im Gehörgang ansammelt. Ohrschmalz hat also auch nichts mit schlechter (Ohr-)Hygiene zu tun, sondern ist ein eigener Reinigungsmechanismus des Gehörganges, der sogar antibiotische Eigenschaften besitzt.
Wenn man Wattestäbchen benutzt, wird das Cerumen meist zurückgedrängt und zu einem harten Pfropf vor dem Trommelfell komprimiert, den das Ohr nicht mehr selbstständig los wird. Es kommt dann irgendwann zu einem Verschluss des Gehörganges, oft wenn der Cerumenpfropf nach Kontakt mit Wasser aufquillt. Wattestäbchen helfen in dieser Situation erst recht nicht mehr, sondern machen alles nur noch schlimmer...
Wer unter einer zu starken Cerumenproduktion leidet, sollte besser alle paar Monate zum Hausarzt gehen, der das Cerumen mit einer Ohr-Spülung beseitigen kann.
Viele Grüße!
Andi
Antwort von andreasrichter am 06.12.2004 - 13:15 Komischerweise treten derartige Probleme nur bei dem Teil der Bevölkerung in Deutschland auf, der Tauchen geht.
Entweder haben die keine Ahnung von dezenter Körperpflege oder sind einfach überqualifiziert.
Wem nach monatelanger Enthaltsamkeit der Schmalz tonnenweise aus dem Ohr quillt, der kann ja mal über Alternativen nachdenken.
Wer dafür zum Arzt gehen will...
Wenn´s schee macht.
Auch ich oute mich hiermit, hin und wieder ein Wattestäbchen-Benutzer zu sein.
Das ist aber auch in Verbindung mit Taucherohrentropfen kein wirkliches Problem.
MfG
Andreas
Antwort von Andreas Ploch am 06.12.2004 - 19:00 Nö, der größte Teil der betroffenen Bevölkerung taucht nicht. Ich spüle in der Praxis etwa drei bis vier Betroffenen pro Woche die Ohren aus. 90 % davon benutzten Wattestäbchen, etwa 5 % tauchen (nur mal so über den Daumen gepeilt...). Ich weiß aber nicht, wieviel Prozent der Bevölkerung Wattestäbchen benutzen und wieviele davon keine Probleme haben.
Viele Grüße!
Andi
Antwort von Robert, Freiburg am 07.12.2004 - 06:16 hallo,
ich muss es eingestehen. schon allein der gedanke dass ohrenschmalz aus meinen gehörgängen tropft bringt mich in panik, ich spüre dann förmlich wie es anfängt zu jucken und ich greife dann zu den q-tipps um dann genüsslich meinem gehörgang zu zeigen wer cheffe im gang ist. leider ist das total falsch, da hat mein vorredner andreas ploch und meine ohrenärztin 100% recht!
ich tue es aber trotzdem einfach weil ich nicht anders kann ( die ärztin: haben wir da ein zwängli...?)ich geh dann lieber 1 mal im jahr zu der hin, lass mir die ohren aussaugen ( was für ein genuss...) und den kopf waschen (bildlich gesprochen).
ach ja ich bin hauptberuflicher DM, und bis jetzt keine probleme gehabt. hofentlich bleibts dabei.
so jetzt ist es wieder soweit...fängt schon wieder an zu jucken.
liebe grüsse
rob
Antwort von Roger am 07.12.2004 - 08:56 Wattestäbchen eignen sich hervorragend in der Werkstatt, um an versteckten Stellen in irgendwelchen techn. Geräten etwas zu reinigen - im Ohr haben die nix zu suchen, dafür sind die nicht gemacht...
Antwort von Robster am 07.12.2004 - 09:12 @ all: danke für die kontroverse Diskussion und die Hinweise.
Bleibt für mich zusammenfassend: medizinisch gesehen sollte man die Finger davon lassen, aber der Hygiene wegen kommt man im Zweifel nicht drum rum. Bin ich wieder was schlauer.
Gruß Rob
Antwort von Winkerkrabbe am 07.12.2004 - 09:19 ich selbst benutze ohrstäbchen nur für die ohrmuschel, um die rillen trocken und sauber zu kriegen (dort sammelt sich nämlich doch einiges des ausgeschiedenen schmalzes)
für "weiter drinnen" hab ich einen ohrlöffel (wie der aussieht: googeln). den schieb ich aber auch nur wenige milimeter in den äussersten gehörgang. damit kriegt man doch ein bischen was von dem schmalz raus, bevor es für alle sichtbar herausquillt. ausserdem verhindert die form des löffelchens, dass man das schmalz tiefer hineinschiebt. das ding gibt es z.b. apotheken.
Antwort von andreasrichter am 07.12.2004 - 13:13 Oh je,
kein Wunder, wenn die Kassen wegen solcher Belastungen die Beiträge erhöhen müssen...
Der "intelligente" Taucher wird sich das trockene Wattestäbchen ob der Gefahr der (Mikro-)Verletzungen mit anschließender Infektion durch bakteriell hochbelastetes Seewasser natürlich vorher NASS machen und nur DEZENTEN Druck ausüben.
Die optimale Vorbeugung gegen Infektionen sind Taucherohrentropfen, da kann man sich das "Gefahrenpotential" durch Ohrenstäbchen locker leisten.
MfG
Andreas
Antwort von Ralf Schmid am 08.12.2004 - 00:56 Die Gefahr bei Wattestäbchen liegt, wie bei den meisten Dingen, in der falschen Handhabung. Wenn ich Eure Beiträge lese, lese ich nur von Techniken die mehr ein Rein-Raus, und daher geeignet sind das Schmalz in Richtung Trommelfell zu schieben.
Auch sehe ich eine Gefahr wenn jemand der noch nie Wattestäbchen benutzt hat, und dessen Gehörgang viel Schmalz enthält, plötzlich damit anfängt.
Ich persönlich benutze Wattestäbchen täglich, da mir, wegen der starken Verschmutzung bei der Arbeit, gar nichts anderes übrigbleibt. Dann käme der Schmalz nämlich tief schwarz aus dem Ohr.
Nach über 20 Jahren hatte ich noch nie irgendwelche Probleme. Weder Verletzungen noch Pfropfen. Ich benutze sie indem ich sie drehend an der Wand des Gehörgangs vorbeiführe.
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