Weiß jemand näheres? Abgesandt von olli31 am 05.08.2004 - 07:08:
Was ist ein "padi-anweiser handbuch "?
2. Frage: Benutzen das nur Bildzeitungsleser?
Antwort von Fackeltaucher 24 am 05.08.2004 - 07:13 Sah ich im Unfallforum TU Zürichsee
wo es bestimmt nicht hingehörte.......
"Antwort von jobidi am 04.08.2004 - 15:44"
ein Fackeltaucher
Antwort von MartinH am 05.08.2004 - 08:17 Hallo Olli31.
Vorausgesetzt Du bist kein Troll:
Viele Leute sprechen vielen Tauchlehrern komerziell ausgerichteter Organisationen wie z.B. PADI oder SSI einiges an Kompetenz ab, da die formalen Voraussetzungen doch recht gering sind.
Deswegen weigern sich auch viele, diese Tauchlehrer als solche zu benennen und nennen sie "Anweiser", da "Instructor" so übersetzt werden könnte ;)
Das "Ausbildungshandbuch" heißt im Original PADI Instructor Manual - das Anweiser Handbuch.
Hat auch was damit zu tun, dass diese Organisationen viele Anglizismen verwenden und die Übersetzungen z.T. Hahnebüchen waren / sind. (Beispiel: "Blackout").
HTH
Martin.
PS: Bitte jetzt den Thread ganz schnell zu machen, weil sonst wieder das Org-Bashing losgeht...
Antwort von Anja am 05.08.2004 - 13:42 @ MartinH: Danke für die Erklärung `Deswegen weigern sich auch viele, diese Tauchlehrer als solche zu benennen und nennen sie "Anweiser", da "Instructor" so übersetzt werden KOENNTE ;) der ist klasse mit der Ergänzung: könnte, wenn man es nicht besser kann....
@ alle die das dive instructor mit Anweiser übersetzen:
ganz klar im Vorteil, wer Englisch kann aber Fremdsprachen braucht man auch nicht, wenn man puristisch den Gott (nicht wirklich internationalen) `deutscher Verband` verehrt....
* Ach wie schön ist das Sommerloch*
ich denke vielen, die das Wort Anweiser benutzen sind sich durchaus im Klaren darüber, dass die Übersetzung sehr schlecht ist.
"to instruct" wird in der Tat mit unter anderem mit "anweisen" übersetzt (z.B. laut LEO und diverser Wörterbücher in Griffweite).
Immerhin kennt aber LEO den "Instructor" schon als Terminus Technicus als "Tauchlehrer".
Die Bewußt schlechte Übersetzung als "Anweiser" soll eben zum einen genau die Abgrenzung zu ihrer Meinung nach besser qualifizierten "Tauchlehrer" anderer Orgs, zum anderen die massive Abneigung gegen Anglizismen zum Ausdruck bringen.
Wenn man sich die Prospekte, Unterlagen und Webseiten z.B. von PADI anschaut, kann einem schon ein bisschen der Aber wegen der vielen -eigentlich unnützen- Anglizismen hochkommen.
Deswegen sollten sich die Werbemacher dieser "Verbände" auch mal Gedanken über die Verwendung englischsprachiger Begriffe in der Werbung machen. Siehe dazu auch ein netter Spiegel Online Artikel: Hier klicken
Sonst heißt es wirklich bald "Komm rein und finde wieder raus"
Grüße
Martin.
Antwort von Dunkelhut am 05.08.2004 - 17:28 "es ist wirklich schade, daß inzwischen jeder noch so behonkte bildzeitungsleser nach dem padi-anweiser handbuch meint, das tauchen lernen zu können. meine herren, tauchen ist ein sport, der sehr viel mit erfahrung und reflektion zu tun hat. ihr seid durch die bank weg zu doof dafür. also laßt endlich die weltmeere und seen in ruhe, setzt euch in eine ecke und spielt mit gift. besser ist das. "
Aber so muß man aber die Padi Taucher nicht deformieren,oder ist das Padi IM so schlecht?
Antwort von MartinH am 06.08.2004 - 08:11 @Dunkelhut:
Pauschaliere ist immer schlecht. (War das jetzt auch eine Pauschalaussage? )
Wie immer kommt es auf den einzelnen Tauchlehrer an, nicht auf die Organisation, der er angehöhrt.
Allerings ist fest zu stellen, dass in den amerikanisch Geprägten Unternehmen SSI und PADI die amerikanische Denke durchkommt: Es wird so gelehrt, wie bei McDonalds der Kaffee ausgeschenkt wird: Vorsicht - heißer Inhalt. Das denken wird einem "abgenommen" bzw. man wird nicht dazu animiert Dinge zu hinterfragen.
Dinge, die lange Jahre beim Tauchen einfach selbsverständlich waren, werden unter dem Deckmantel der Gefährlichkeit ausgeklammert. (Beispiel Dekotauchen)
Dinge werden einfach unreflektiert als "Wahrheit" übernommen. (z.B. Aufsteigsgeschwindigkeit 18m/min - das kommt schlicht von der Leistungsfähigkeit einer Seilwinde aus der Zeit des Helmtauchens und nicht durch medizinisch fundierte Untersuchungen).
Menschen, die dann nur "the american way of diving" kennengelernt haben, stehen dann mit Unverständniss denen gegenüber, die schon etwas länger tauchen und diesen Sport etwas reflektierter Betreiben als auf dem etwas oberflächlichen Niveau des "Recreational Diving".
Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, keine Frage. Allerdings stösst vielen halt sauer auf, dass durch diese "Verflachung" des Wissens Regeln auch für all diejenigen entstehen, die es besser wissen und auch können.
Dann kommt es auch zu so obskuren Situationen, dass ein "Divemaster" mit vielleicht 200-300TG einem Taucher, der seit Jahren taucht (>1000TG) erzählen will, warum er sich denn an die Nullzeit halten soll und warum Dekotauchen gefährlich sei.
Ich selbst kann das als leidenschaftlicher Bodenseetaucher schon hier immer wieder beobachten, das Dinge unreflektiert übernommen werden und dann in Ihrer Losgelöstheit aus dem Kontext einfach nur falsch sind.
Die zunehmende Kommerzielisierung des Tauchsportes (die nicht nur durch PADI und SSI vorangetrieben wird, der VDST und CMAS sind da mittlerweile auch ganz vorne mit dabei) unterstützt eben diese Trends. Leider.
Es ist prinzipiell nichts dagegen ein zu wenden, dass Leute gutes Geld mit der Tauchausbildung verdienen. Aber dann sollte auch eine gute Ausbildung dabei herauskommen - und keine "Tauchausbildung light", die gerademal verhindert, dass die Leute nicht ersaufen.
Um jetzt die Kurve wieder zu kriegen: Bei vielen Vorteilen, die PADI sicherlich hat ist die Art und Weise, wie zum Teil (nicht generell) ausgebildet wird für mich nicht in Ordnung.
Nochmals in aller Deutlichkeit: Es kommt auf den Ausbilder an, wie die Qualität der Ausbildung ist und ich will sicherlich keinem eine Vorschrift daraus drehen, wo und wie er sich taucherisch (aus) zu bilden hat.
Ich bekomem aber dann einen Groll, wenn nachweislich unreflektiertes Wissen dazu führt anderen, umfassender ausgebildeten und erfahrenen Tauchern, Vorschriften zu machen, die aus unreflektiertem Wissen entstehen.
Deswegen mein Schluss: Ja, das IM ist in einigen Dingen durchaus einer Überarbeitung wert.
So, jetzt entfernt es sich aber deutlich von der Anfrage es OP.
Just My 2 Cents.
Martin.
Antwort von Leikosub am 06.08.2004 - 13:12 @MartinH
Bei deiner Ausführung ist was Wahres dran. Deshalb gab es die großen Unterschiede der Lehrauffassung zwischen der CMAS und PADI od. SSI.
und bis heute bekämpfen sich diese unterschiedlichen Denkungsweisen. Speziell hier im Taucher.net, kann man dies immer wieder lesen.
Die Tauchinteressierten Einsteiger haben sich verändert. Das Tauchen wird nicht mehr als Sport gesehen, sondern als eine Freizeitaktivität. So wollen die Mehrzahl der Taucher keine Tauchgänge erleben, die eine besondere Anstrengung und Fähigkeit verlangen.
Ähnlich wie beim Wandern, einfach nur ein bisschen spazieren gehen, ohne große Anstrengung.
Nun, ein Geschäft passt sich dem Markt an und deshalb haben sich die Systeme wie PADI und SSI durchgesetzt. So bleibt dies nicht aus, dass die CMAS hier mitziehen muss.
Den von den Vereinen lebt die CMAS nicht, es sind die Kommerziellen die das Geld erbringen. Um diese zu erreichen, muss die CMAS bzw. der VDST in D umdenken.
Dazu kommt es, dass bis 2006 sich die QS-Normen gesetzlich greifen werden! Auch hier konnte sich die CMAS – Standards nicht durchsetzen, hier wurden die RSTC – Standards übernommen. Dies war ja auch der Grund für den CMAS Sternen – Kampf auf den Malediven.
Man kann sich jetzt über die Tauchlehrer der PADI od. SSI lustig machen, sicherlich gibt es da einige, die erhebliche Mängeln in der taucherischen Fähigkeit und Wissen besitzen. Doch was die Professionalität und Qualität der Unterrichtsgestaltung und Briefings angeht, da müssen sich die CMAS Tauchlehrer warm anziehen.
Schlussendlich bewertet ein Kunde nicht allein den sachlichen Inhalt, sondern das drum herum! Und da arbeitet PADI und SSI erfolgreicher als die CMAS.
Die Standards beschreiben eine Mindestanforderung der Lehrinhalte. Wer mehr machen möchte, der kann dies tun und das sind dann auch die entscheidenden Unterschiede im Wettbewerb.
Durch den Tauchboom und den Anforderungen an die Basen, durch ungeübte Taucher, bleibt es dann auch nicht aus, dass überwiegend leichte Tauchgänge organisiert werden.
Das dies den sog. „ALTEN CMAS-HASEN“ aufstößt ist klar. Wie soll jemanden auch einem erklären wollen, dass der Torbogen am Elfenstone Riff nur mit Trimix getaucht werden darf, wenn man selbst schon 30 mal und mehr diesen mit Pressluft betaucht hat.
Ich hatte auch schon Guides (TL-ASSI) der mich (ich TL*** über 3000 TG) belehren wollten.
Nun wenn halt Dekotauchgänge nicht erlaubt sind und es Tiefenbegrenzungen gibt, dann muss man sich da anpassen oder eine andere Tauchbase suchen. In diesem Fall, hat sich der Guide nicht verkehrt verhalten, egal was für eine Qualifikation und Anzahl der Tauchgänge jemand besitzt.
Zu behaupten, dass PADI oder SSI - Taucher unreflektiertes Wissen vermittelt bekommen und weiter vermitteln, ist falsch.
Die Frage die sich hier stellt, warum muss ein Taucheinsteiger einen Wissenstand vermittelt bekommen, wenn er dieses am Angfang sowie so nicht nutzen kann.
Ein SSI - Taucher darf auch Dekotauchgänge machen. Er benötigt dazu eine gewisse Erfahrung und das Specialities Tieftauchen.
Hier sind dann auch die Lehrinhalte wie bei der CMAS mit Luftberehnung, ABC-Massnahmen und den Umgang mit der Dekotabelle beinhaltet.
Das Problem ist, dass sich halt viele mit Ihrem OWD bzw. AOWD zufrieden geben und gar kein Interesse an Tiefen- oder Dekotauchgänge haben.
Bzw. das Tauchen nicht als Sport, sondern als Freizeitaktivität sehen, überwiegend im Urlaub Tauchen und es nicht für notwendig halten regelmässig zu trainieren.
Sorry dass hat auch nichts mit der Anfrage zu tun!
Gruß Leiko
Antwort von MartinH am 06.08.2004 - 14:01 Hallo Leiko.
Folgendes Beispiel:
Mir ist nicht bekannt, dass SSI Taucher Dekotauchgänge unterrichtet bekommen. (Machen dürfen ist hier denke ich nicht der richtige Ausdruck.)
In den mir vorliegenden "SSI Tieftauchen" Specialty Unterlagen wird ausdrücklich von Nullzeittauchen gesprochen und Dekotauchen als gefährlich bezeichnet.
Dies -als Beispiel- finde ich so nicht gerechtfertigt und rückt diejenigen, die es trotzdem machen, weil sie es anders gelernt haben, in ein merkwürdiges Licht vom Standpunkt eines SSI Tauchers.
Ich muss Dir allerdings zustimmen: PADI und SSI haben in der Methodik, wie unterrichtet wird, den CMAS-artigen Ausbildern sehr viel voraus.
Auch die als "typisch Deutsch" angesehene Vereinsmeierei hat eine konkurrenzfähige Entwicklung innerhalb des VDST verhindert. Es hätte nichts dagegen gesprochen, sich als Gegenpol zum "Recreational Diving" von PADI/SSI zu positionieren.
Wer "Recreational" tauchen will, soll PADI/SSI machen, wer eine umfangreiche, aufwändige und zeitintensive Ausbildung machen will, soll und kann dies auch (noch) tun. Nur der CMAS/VDST hat den Anschluss an die Wettbewerbsfähigkeit meiner Meinung nach schon fast verlohren!
Die Crux sehe ich -wie schon zuvor erwähnt- dass durch die "Light" Ausbildung Vorschriften entstehen.
Angenommen: Was wenn Du an den Elphinstone Bogen nicht mehr mit Pressluft kannst, weil es "Verboten" wird mit Pressluft dorthin zu tauchen?
Nur wenn Du einen TriMix Schein erworben hast und die teure Ausrüstung samt Gasgemische hast, darfst Du Ihn wiedersehen!
Und das aus Deiner Sicht unnötigerweise, weil Du schon x-mal bewiesen hast, dass es auch ohne TriMix sehr gut möglich ist? Ich fände das nicht in Ordnung.
Die Entwicklung geht aber meines Erachtens in diese Richtung.
Das ist das Problem aus meiner Sicht.
Ich denke die Positionen sind klar - und wir verstehen uns.
Auch das hat nichts mehr mit dem Anfänglichen zu tun. Drum klinke ich mich jetzt hier aus.
Nicht zuletzt deswegen, weil ich in wenigen Minuten drei Wochen Urlaub habe!
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