Weitwinkel - ein paar Fragen Abgesandt von skyllis am 20.12.2004 - 14:24:
Hallo,
ich habe mich bisher hauptsächlich mit Makrofotografie beschäftigt, interessiere mich aber zunehmend für den Weitwinkel Bereich.
Da ich mit Dia Film arbeite und meine Bilder daher nicht digital nachbearbeiten kann/will sollten sich Verzerrung und Vignettierung auf ein “erträgliches” Maß beschränken. Welche Brennweite würdet Ihr empfehlen?
Ab welcher Brennweite sind Vignettierungseffekte zu beobachten, wenn man einen Planglasport einsetzt?
Ist bei einem Domeport die axiale Position des Objektives von Relevanz für die Abbildungsqualität? (Ich frage, da meine etwas antiquierte Kamera nicht über Zwischenelemente sondern über einen Balgen fokussiert)
Vignettierung ist nicht das Problem hinter Planglas. Es ist die Brechung der Lichtsrahlen beim Übergang Wasser/Luft, die Bildfehler und verzerrte Bildecken verursacht.
Bereits bei einem Bildwinkel, der Brennweite 28mm entspricht, fängt es an, daß Beeinträchtigungen wahrnehmbar sind.
Ohja, die Position des Objektives im Verhältnis zum Domeglas ist sehr wichtig und ausschlaggebend für eine korrekte optische Korrektur.
Ich habe für wetpixel.com was zu dem Thema geschrieben:
Hier klicken
Brennweitenempfehlung ohne Dome? würde ich persönlich nicht unter 28mm gehen.
mit Dome? Wenns eine Festbrennweite sein soll, würde ich was zwischen 14, 18, oder 20mm nehmen.
Gruss,
Julian
Antwort von skyllis am 20.12.2004 - 16:52 Hallo Julian,
vielen Dank für deine kompetente Antwort.
Kannst Du mir sagen ab welchem Bildwinkel bei Planglas konkret Probleme auftreten ? Gibt es da einen rechnerischen Wert?
P.s. Weißt Du zufälligerweise einen Link zu einem Bild das mit einem 28 oder 24iger durch Planglas gemacht wurde?
mußte mal im Netz suchen. Kannst auch z.B. bei Olympus 5060 Bildern in der Weitwinkelstellung Dir die Ränder angucken, da gehts schon los.
Ich selbst habe keine Erfahrung mit einem 24er hinter Planglas und werde sie such nicht bekommen
Gruss,
Julian
Antwort von Kaiserfisch am 20.12.2004 - 22:35 Hallo skyllis,
ich arbeite mit einem 28mm Weitwinkel hinter einem Planport. Dias 1a Qualität. Keine Verzeichnungen.
Die mittige Ausrichtung des Objektives bei einem Planport ist nur insofern wichtig, damit keine Vignetierung entsteht.
Natürlich ist ein zum Objektiv passender Portdurchmesser notwendig damit die Vignettierung vermieden werden kann.
Ich habe mich seinerzeit bei meiner Kamera und Gehäuseanschaffung gefragt, wie schaffe ich es immer das passende Objektiv zur Hand zu haben.
Da ja ein Objktivwechsel bei einer SLR im Gehäuse UW ja nicht möglich ist.
Nach ausgiebiger Recherche habe ich den Tipp von Dietmar Reimer
(ein bekannter UW-Fotograf und Buchautor) aufgegriffen und mir ein 28-105mm Zoomobjektiv hinter einem Planport zugelegt.
Somit kann im Makro- und im Weitwinkelbereich fotografiert werden. Eines ist natürlich auch klar, für extrem Weitwinkel bzw. Fisheye Aufnahmen ist diese Ausrüstung nicht geeignet. Aber meiner Meinung nach die beste Allroundausrüstung für einen Hobbyfotografen.
ja, universell ist es, aber nur kein wirkliches Weitwinkel. Habe auch mal ein Standardzoom (ebenfalls 28-105, von Canon) im Planport probiert. Weitwinkel = 0. Die 28mm schrumpfen Dir hinter Planglas UW auf 38mm entsprechendem Bildwinkel. Nahaufnahmen sind damit zwar möglich, aber definitiv keine Makroaufnahmen.
Ich stimme zu, daß man damit ein universelles Objektiv hat und es je nach Aufwand bestimmt eine gute Lösung darstellen kann.
Aber bevor Geld ausgegeben wird, möchte ich nur anbringen, daß damit weder echte Weitwinkel-, noch Makrofotografie betreiben kann.
Das Problem ist, daß wenn der Einfaltswinkel des Lichts zu groß wird, das Licht nicht mehr gebrochen, sondern total reflektiert wird.
Ich habe mir das spaßhalber ausgerechnet.
Je nach Glassorte ändert sich der Brechungsindex.
Die Werte liegen zwischen 1,4 und 1,9.
Viele Angaben liegen bei 1,5 und mit diesem Wert habe ich gerechnet.
Bei diesem Wert komme ich auf einen maximalen Lichteintrittswinkel von 36,24°. Das ergibt einen Bildwinkel von 72,5°.
Beim Kleinbildformat (bezogen auf die Bilddiagonale) ergibt das eine Brennweite von 30mm.
Zusammenfassung: 28mm hinter einer Planglasscheibe sind das absolute Minimum. Eine kürzere Brennweite ist physikalisch nicht möglich.
Es muß natürlich Einfallswinkel heißen, ansonsten gilt: wer Rechtschreib- oder Beistrichfehler findet, der darf sie behalten!
Liebe Grüße
Martin
Antwort von Aschi am 28.12.2004 - 18:41 Hallo,
Weitwinkel ist 20 mm bis Fisheye - nur das zeigt die Weite unter Wasser, und nur damit kann man einen grossen Vordergrund mit kleinem Hintergrund abbilden. Bis 20 mm geht das noch mit einem Blitz und Mischlicht, darunter 2 Blitze. Und natürlich Domport - hoffentlich passend vom Gehäusehersteller lieferbar. Gruss Aschi
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