Wie atme ich am besten? Abgesandt von Squib am 20.08.2004 - 13:26:
Hallo liebe Taucherinnen und Taucher,
ich tauche seit drei Jahren und habe 70 Tauchgänge absolviert. Mein Luftverbrauch ist nicht hoch. In Lehrbüchern lese ich, dass man unter Wasser wie über Wasser atmen soll: einatmen, ausatmen, Atempause (Ich nenne es Atmung 1). Als ich mit dem Tauchen begann, habe ich es anders gemacht: einatmen, Pause, ausatmen,gleich wieder einatmen (Atmung 2). Jetzt habe ich im Urlaub meine Atmung von Atmung 2 nach 1 umgestellt, kam aber mit dem Tarieren zunächst nicht mehr so gut klar. Mit dem Luftvorrat in der Lunge lässt sich wohl einfacher tarieren (?).
Meine Frage: Spricht grundsätzlich etwas für oder gegen diese beiden Atemvarianten?? Selbst mehrere TL, die ich gefragt habe, konnten mit meinem Problem nicht so recht etwas anfangen und mir eine befriedigende Antwort geben.
Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und bedanke mich schon mal im Voraus.
Viele Grüße
Bernd
Antwort von blubber_baer am 20.08.2004 - 13:36 Tendenziell würde ich eher zu Variante 1 tendieren und wenn es geht das ganze noch so um die Atemmittellage herum (also weder voll einatmen noch voll ausatmen, halt "ganz normal").
Am besten ist es aber so, wie Du Dich dabei am wohlsten fühlst, denn keine deiner beiden Varianten ist wirklich falsch. Und wenn Du auch keine Probleme mit extrem hohen Luftverbrauch hast, mach einfach weiter wie bisher und habe Spaß beim Tauchen.
Antwort von Stephan K. am 20.08.2004 - 14:07 An Land atmen die meisten Variante 1 und im Wasser brauch man so weniger Blei.
Wenn du mit "leerer" Lunge aufsteigst, dann bekommst du keinen Überdruck in der Lunge.
Antwort von Sushidiver am 20.08.2004 - 14:10 Hi Squib
Ganz klar "Atmung 1" !
Grund: Es ist viiiieeel relaxter! Während dem Ausatmen und im ausgeatmeten Zustand werden die Muskeln entspannt.
"Atmung 1" würde ich allerdings noch wie folgt ein bisschen konkretisieren: einatmen - und dann gaaaaaanz langsam wieder ausatmen ("rausblubbern") und im ausgeatmeten Zustand kurz warten bis der Atemreiz wieder einsetzt (keine "zwanghafte" Atempause).
Ein weiterer Vorteil von Atmung 1 ist auch, dass das Risiko für ein Essoufflement mit ev. Steigerung zur Hyperventilation bei Anstrengung geringer ist, da immer genügend CO2 abgeatmet wird.
Und noch ein Dritter Grund: Du sparst Dir u.U. mit "Atmung 1" ein bisschen Blei, da Du einfacher abtauchen kannst im ausgeatmeten Zustand. Was wiederum die Tarierung vereinfacht.
Natürlich ist gegen einen kurzfristiger Wechsel zu "Atmung 2" zur Tarierung mit der Lunge nichts einzuwenden.
Probier`s einfach mal aus! Ich bin mir fast 100% sicher, dass Du dich mit "Atmung 1" wohler fühlen wirst...
Antwort von gunther am 20.08.2004 - 14:52 Ich bin für ein mittel Ding, Grund:
1. wenn es hoch gehen sollte hab ich was zum gegensteuern...
2. Sollte es ein Problem geben mit dem automaten, kann ich deutlich länger aushalten als im ausgeatmeten Zustand
aber erhlich gesagt, ich atme wie es gerade kommt, wenn ich irgentwie hektisch werden sollte, atme ich ein, zähl bis 3, aus, zähl bis 3 usw., das bringt mich dann wieder runter, aber sonst immer ohne direkte willentlich Beeinflussung, kommt denke ich aber auch von alleine.
Gunther
Antwort von Atemtherapeut am 20.08.2004 - 15:30 @ Gunther
So, dann halte mal immer schön die Luft an und bleib weiter in der Hoffnung, daß Du dann länger ausharren kannst... .
Bedenke doch einmal, daß jeder Sporttaucher locker mit seiner Luft an die Oberfläche zurück gelangen kann. Wenn Du eine angenommene Tife von 30m hat und nun unbedingt auftauchen mußt, weil Du definitiv keine Luft mehr hast, dann ist dies eigentlich problemlos möglich, da Du einen emensen Auftrieb hast und Dir Luft in der Lunge sein wird, wie Du es Dir wohl nicht denken kannst.
Ebenfalls wirst Du mit angehaltenem Atem wohl genauso schenll wieder einatmen wollen, als wie im ausgeatmetem Zustand, wahrscheinlich noch schenller, weil Du ja so nicht entspannt sein kannst.
Also einatmen, ruhig ausatmen und ganz natürlich wieder einatmen und niemals etwas mit Zwang machen, dann atmet man ideal. Als Nebeneffekt kann man zudem beobachten wie man Blei reduzieren kann.
Antwort von Hei ko am 20.08.2004 - 18:36 Am besten abwechselnd Ein und danach wieder Aus!!! Im Ehm ist das ganz gut beschrieben, habe damit die besten erfahrungen gemacht.
Gruß Heiko
Antwort von WouwDiver am 20.08.2004 - 19:52 Version 1, Einatmen-Ausatmen-warten-Einatmen (wie auch an der Oberflaeche) hat noch ein paar Vorteile mehr:
Atmest Du ein und haeltst die Luft an entsteht in der Lunge eine Art Ueberdruck gegen die das Herz nun "ankaempfen" muss, dadurch entsteht Bluthochdruck der sich durch Kopfschmerzen nach dem Tauchgang bemerkbar macht!
Ein weiterer Vorteil ist dass Du VIEL weniger Luft verbrauchst, da Dein CO2-Vorrat staendig abgebaut wird und sich so nichts ansammeln kann was letzten Endes zum Atemreflex fuehrt. Somit kann Version 2 bei Uebertreibung zum Esouflement fuehren!
Antwort von Squib am 21.08.2004 - 22:17 Liebe Taucherinnen und Taucher,
für eure schnellen und umfangreichen Antworten vielen Dank! Eure Antworten und detaillierten Begründungen für Atmung 1 leuchten mir ein und ich schließe daraus, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Leider macht mir das Tauchen in NRW-Seen (im Gegensatz zu Mittelmeer + Atlantik) nicht so viel Spaß, so dass ich nicht schnell auf ein paar hundert Tauchgänge kommen werde und die Atmung dann auch unter Wasser automatisiert ist.
Viele Grüße, Bernd
P.S. Über weitere Meinungen zum Thema würde ich mich freuen.
Antwort von andreasrichter am 22.08.2004 - 20:41 Vielleicht sollte bei Angaben wie "VIEL weniger" mal ne Angabe zum AMV gemacht werden, oder?
Bedeutet das jetzt Reduktion von 40l/min auf 20, oder von 20 auf 10?
Was ist nicht hoch?
MfG
Andreas
Antwort von Amokbaer am 03.09.2004 - 17:32 @atemtherapeut
schon mal was von Lungenriss oder Lungenüberdehnung gehört.Was vertikkerst den du hier für Müll, mach du weiter deine Notaufstiege mit angehaltener Luft "die in deiner Lunge ist wie du es dir nicht denken kannst"
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