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Wie richtige Ausbildung bzw. Ausbilder finden

Moin,

erstmal möchte ich keine Grundsatzdiskussion entfachen.
Also, vor einigen Jahren hatten wir einen Schnuppertauchtag organisiert von unserem Sportlehrer in der Schule. Seit dem steht für mich eigentlich fest, dass ich gerne einen Tauchschein machen möchte.
Vor zwei Jahren habe ich auf Malta diesen nochmals wiederholt und hatte eigentlich vor den PADI Scuba Diver zu machen. Mir hat die Betreuung, als auch die Kommunikation überhaupt nicht zugesagt. Meine Fragen wurden eher genervt beantwortet. Somit habe ich den restlichen Urlaub mit Schnorcheln verbracht.

Tendenziell bin ich ein vorsichtiger Mensch und habe mir einiges über Tauchunfälle und Ursachen durchgelesen. Ich möchte eine solide Tauchausbildung, offene Kommunikation gerne mit Vereinsanschluss- also habe ich mich bei mir in der Region umgeguckt.
Dort startet auch demnächst eine Anfängerausbildung. Beim Surfen auf der Internetseite habe ich entdeckt, dass der Verein zwar irgendwie -und mehr als das "Irgendwie" habe ich wirklich nicht herausgefunden- CMAS Brevetierungen anbietet, aber über Umwege, da der Verein ProTec angeschlossen ist.
Über ProTec habe ich nicht so viel gefunden außer einen langen Aufsatz darüber warum man auch alleine Tauchen kann. Das wirkt auf mich nicht so Anfängerkompatibel. Außerdem konnte ich keine Ausbildungsinhalte erfahren.
Selbstverständlich habe ich eine Email geschrieben und nachgefragt. Die Antworten waren kryptisch, immerhin wurde der Preis genannt und ich soll doch mal zum Schnuppertauchen kommen- obwohl ich vorher schon schrieb, dass ich das schon zwei Mal gemacht habe. Immerhin habe ich den Preis erfahren.

Ich weiß nicht ob das so normal ist. Für mich mag ich eher solide Vorabinformationen.

Nun meine Fragen- hat jemand Tipps für mich im Raum Bremen- Oldenburg?
Was ist dieses ProTec-Ding -bei der Forensuche bin ich nicht so viel Schlauer geworden-?
Bin ich zu übervorsichtig, skeptisch etc?

Danke
Christina
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23.07.2010 16:36
Edit:

Was darf ich für eine solide Ausbildung rechnen? Mir geht es sicherlich nicht um 50 €, sondern einfach darum einen Vergleichswert zu haben.
JoeTL***Nitrox**-Instr.
23.07.2010 16:55
http://www.protecdive.com

Schau mal da. Protec darf CMAS-Karten ausstellen. Zumindest steht das so auf deren Seiten.

Gruß
23.07.2010 17:06
ProTec ist eine der CMAS angeschlossene Ausbildungsagentur, wie dies ungefähr 200 andere Verbände/Agenturen auch sind.
ProTec hat seit 1. Juli 2010 neue Ausbildungs- “Standards“; möglicherweise sind aber manche Leute etwas langsam bei der Aktualisierung ihrer HP´s.

Hier ein paar Auszüge:
4.1 Kursziel

Scuba Diver 1 – "Selbstständiger Taucher" sind so ausgebildet, dass sie ausreichend Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung aufzuweisen, um mit anderen Tauchern zumindest derselben Ausbildungsstufe ohne Aufsicht durch einen Tauchausbilder tauchen zu können.
Scuba Diver 1 – "Selbstständiger Taucher" sind qualifiziert, innerhalb der folgenden Rahmenbedingungen zu tauchen, sofern sie nicht zusätzlich ausgebildet worden sind oder von einem Tauchgruppenleiter (SD3) begleitet werden:

• bis zu einer empfohlenen maximalen Tiefe von 20 m mit anderen Tauchern der selben Ausbildungsstufe,
• Durchführung von Tauchgängen, die keine Unterwasser-Dekompressionsstops erfordern,
• unter Bedingungen tauchen, die gleichwertig oder besser sind als jene, unter denen der Taucher ausgebildet worden ist.

Unter Tauchbedingungen, die sich deutlich von jenen unterscheiden, die der Taucher bislang erfahren hat, bedarf ein Gerätetaucher der Ausbildungsstufe Scuba Diver 1 – "Selbstständiger Taucher" einer angemessenen Einweisung durch einen Tauchgruppenleiter (SD3).


Übungen (mit ABC-Ausrüstung):

1. 300 m Freistilschwimmen
2. 5 min stationäres Schwimmen
3. 30 Sekunden Zeittauchen stationär
4. 25 Meter Streckentauchen
5. dreimaliges Abtauchen auf mind. 2 m innerhalb einer Minute


Mindestens 4 Pooltauchgänge mit Gerät

Im „Warmwassergebieten“ ist auf das Tauchen mit 2 ersten Stufen für das Tauchen im Kaltwasser hinzuweisen und die Vorgehensweise (Ablauf abblasender Automat) einzugehen.
In „Kaltwassergebieten“ ist dieser Ablauf in Pooltauchgang 4 zusätzlich zu üben!


Mindestens 5 Freiwassertauchgänge


Diese Informationen sollte dir aber deine Tauchschule/Verein zukommen lassen. Schau halt mal persönlich vorbei und dann wird sich der Rest schon ergeben.

Preis: bei uns im Verein (Österreich) kostet der CMAS* um die 350 Euro.

@Joe
Der Link ist zwar nett gemeint, aber dort stehen wenige, dafür veraltete Informationen.
phxCMAS*** (VDST Gold)
23.07.2010 18:28
Du bist nicht zu skeptisch. Der TL sollte halt passen und auf deine Bedürfnisse eingehen. CMAS an sich ist eine Dachorganisation, deren angegliederte Verbände die Brevets ausstellen, so z.B. VDST, VIST, Barakuda, ProTec, das sollte also kein Poblem sein. Generell, würde ich dir eine Vereinsausbildung empfehlen, da ist im Normalfall mehr Zeit für den Schüler, dauert halt auch länger und mann muss meistens Mitglied werden. Einen Tip in deiner Umgebung kann ich dir leider nicht geben
23.07.2010 18:33
Zur Vereinssuche: Auf dieser Seite:

http://www.vdst.de/unsere-mitglieder/tauchsportvereine.html

findest du alle Tauchculbs, die im VDST organisiert sind (das dürfte in Deutschland die überwiegende Mehrheit der Tauchclubs sein). Da müssten sicher einige aus deiner Region aufgelistet sein, inklusive Homepage zum Vorab-Informieren.

Zum Preis: Das ist sehr unterschiedlich bei Vereinen. Mein Verein (leider gar nicht in deiner Nähe ) bietet z.B. die komplette Ausbildung kostenlos an, außer natürlich die Gebühren, die auf jeden Fall bei der Brevetierung über den VDST anfallen (sind <30€ für den Anfängerschein CMAS*, wenn ich mich recht erinnere). Andere Vereine nehmen durchaus dreistellige Beträge für einen Anfängerkurs.
Da musst du natürlich abwägen, wenn du mehrere Clubs zur Auswahl hast, die sehr unterschiedliche Preisgestaltung haben. Grundsätzlich sollte der Clubgedanke aber ja der sein, sich in der Freizeit zu treffen, um z.B. beim Tauchen zusammen Spaß zu haben, also sollte das das entscheidende Kriterium sein, danach erst das finanzielle. Aus deinem Post entnehme ich, dass du das aber ohnehin ähnlich siehst .

Viel Erfolg bei der Clubsuche und viel Spaß bei der Ausbildung und dem Tauchen!
JoeTL***Nitrox**-Instr.
23.07.2010 20:51
@bester
Ich kenne halt nur die Homepage. Hast du einen Link? Nur so aus Interesse...
24.07.2010 00:01
Hallo,

erstmal fetten Dank!
Ich habe quasi die selben Fragen per Mail gestellt und wie gesagt keine guten Antworten erhalten. Irgendwie denke ich schon, wenn ich für etwas knappe 400 € bezahle, kann man mir auch ne Mail vernünftig beantworten.
Habt Ihr ja auch gemacht- vollkommen umsonst.
Thanks!

Durch aufmerksames Lesen Eurer Links und Beiträge habe ich aber durchaus ein paar neue Fragen:

1. Wie beurteilt Ihr die ProTec-Anforderungen? Es stand auf der HP sie sollen besser oder gleich zu den CMAS* Anforderungen sein. Die ABC-Aufgaben lesen sich aber deutlich einfacher... also ehrlich gesagt, das würde ich als ganz gute Schwimmerin aber völlig untrainiert gut schaffen.
2. Wieso keine Dekostops? Mir erscheint es klug so was zu lernen.
3. Ich habe mich mal durch die Links der VDST Vereine in der erweiterten Nähe (ist halt so auf dem platten Land) geklickt. Da kostet ein CMAS* mit Aufnahmegebühr, Prüfung, Ausrüstung, Brevetierung, Jahresbeitrag etc. zwischen 300 und 380 € - (tw. durch Studentenermäßigung) klingt imo vernünftig- da man laut HP jeweils die Gerätschaften des Vereins das ganze Jahr mitnutzen kann. Jetzt frage ich mich- was bringt es mir knappe 400 € für ein ProTec scheinbar ohne Vereinsaufnahme und ohne Jahresgebühr zu zahlen. Habe ich einen Vorteil?

Nochmal was ganz Anderes zur ABC-Ausrüstung:
Ich habe mir auf Gozo zum Schnorcheln eine einfache, aber dicht haltende Maske gekauft. Weiterhin meinte der Verkaufstyp ich solle mir nicht zu große, Flossen kaufen, die nicht zu hart sind, wenn ich wenig Erfahrungen habe: Aqua Lung Hydrosplit sind es geworden- in "S/M" muss ich ganz eng schnallen. Der Verkaufstyp meinte das sei gut damit ich falls ich mal Tauchen will auch Socken anbekommen würde. Weiterhin habe ich mir einen Schnorchel gekauft, der ein Klappmechanismus hat damit kein Wasser eindringt. Das funktioniert auch ganz gut... die Frage ist nur- werde ich ausgelacht, wenn ich mit solchem ABC-Equipment auftauche oder geht das erstmal?

Danke schon jetzt für Antworten
Line
24.07.2010 00:05
Nein, ich bin nicht doof oder so... mein Spitzname ist Line und ich habe mich im ersten Forum unter Realname "Christina" ohne meinen mich kompett gegenüber jeden da einzigartigen Doppelnahmen angemeldet. Braucht man nicht verstehen ist aber so
24.07.2010 07:49
Hallo Christina alias CJS,

jetzt hast Du ja schon ein paar Vereine und Tauchschulen in deiner Nähe gefunden.
Mein Tip, schau dir doch mal das Eine oder Andere vor Ort an, da kannst Du dir dann viel besser ein Urteil bilden ob das für dich passend ist oder nicht als über eine Hompage die irgend wer irgend wann mal gebastelt hat. Das wichtigste bei der Ausbildung ist nämlich nach meiner Meinung der Ausbilder selbst der diese abhält und nicht das Verbandslogo das er auf seinem Lehrmaterial hat.

Ausgelacht wirst Du mit deiner ABC Ausrüstung bestimmt nicht, sonst würde ich sagen Du bist dann wohl doch am falschen Ort gelandet. Das Einzige was mir an deiner ABC-Ausrüstung nicht gefällt ist dein Schnorchel. So einen "Schnickschnack" wie Klappmechanismus damit kein Wasser reinkommt sollte man sich eigentlich sparen. Allenfalls Ausblasventile sind eine ganz nette Sache, aber wirklich brauchen tut auch die Niemand und was nicht dran ist kann auch nicht kaputt gehen.

Viele Grüße
Gerhard
24.07.2010 08:23
Zu 1.
Die Ausbildungsstandards sind den CMAS-Anforderungen, den europäischen Normen und dem Wissensstand des Tauchens angepasst und sind zeitgerecht. Ich halte sie für sehr gut.
Bei den ABC Übungen musst du daran denken, dass in Ländern wie Japan (zB) diese als sehr schwierig angesehen werden, während hierzulande man damit wenig Probleme haben wird. Die „Apnoe“ findet sich beim VDST ebenfalls nicht schwieriger. Es ist aber auch kein Kampfsport, sondern es ist dem Taucher „Apnoe-Technik“ beizubringen und Grundlagen, damit er es leicht schafft und nicht gerade so.
Die Tauchgänge und Übungen (wurden hier ja nicht beschrieben) sind etwas anspruchsvoller und sollen den Taucher eine gute Grundlage verschaffen.

Zu2.
Dekostopps lernt man genau so wie Deepstopps in der Theorie. Man lernt auch Dekotabelle etc. Man lernt auch Ventilmanagemant und Dinge, welche andere leider noch nicht in die Grundausbildung aufgenommen haben.
http://www.elve.at/Manual/SD1Vorschau.pdf
Dennoch wird kaum ein Taucher wirklich mit 5 bis 7 Tauchgängen befähigt sein Dekotauchgänge durchzuführen, auch wenn er es theoretisch gelernt hätte. Er hat aber das Rüstzeug mit dieser Ausbildung, bei entsprechender Erfahrung und Praxis diese Durchzuführen.

Zu3.
Ob VDST oder ProTec oder was auch immer für eine Organisation. Sie haben alle vergleichbare Preise und Leistungen bei Vereinstätigkeiten.
Was aber der Verein selbst bringt, das bestimmen die Leute dort und nicht der Verband! Ich selbst bin bei einem Verein, welcher dem TSVÖ angeschlossen ist und war auch beim VDST länger dabei. Zum Verein bin ich gegangen weil mir die Leute sympathisch waren und sich Zeit genommen haben mir nach der Tauchausbildung auch weiter etwas beizubringen und weil sie mir (bei uns) gratis Luft gefüllt haben etc. Der Verein hat gut gearbeitet und hätte jeder Orga angehören können. Übrigens hat man im Verein auch „nach mehreren Orgas“ ausgebildet. Ich hab aber mal hingehen müssen, denn im persönlichen Gespräch habe ich erst erkennen können ob mir die Leute dort liegen oder nicht. Ich halte von Mails zu beginn nicht so sehr viel.



Deine ABC Ausrüstung ist schon OK. Normalerweise nimmt man im Schwimmbad geschlossene Flossen. Zum Schnorchel hat Tauchladen schon alles gesagt (entspricht auch meiner Meinung).


Such dir mal 3 Vereine in deiner Umgebung und geh mal zu den Treffen hin, damit du die Leute kennen lernst und sie dir vor Ort etwas über ihre Tätigkeiten berichten und stell mal anfangs die Verbände etwas zurück. Verbände gibt es wie „Sand am Meer“, sympathische Leute und Tauchlehrer aus Überzeugung die gerne ihr Wissen weitergeben schon weniger.
Es geht auch darum ob im Verein genügend erfahrene Taucher sind, welche dann gerne mit dir tauchen gehen.

In diesem Sinne
Immer Gut Luft
lineMD (SSI)
24.07.2010 10:09
Heya line

"Bin ich zu übervorsichtig, skeptisch etc? "

Nö, auf gar keinen Fall ... es _ist_ wirklich schwierig und aufwändig den geeigneten "Verein" / Tauchlehrer zu finden. IMHO muss da die Kommunikation und Chemie stimmen und das lässt sich nur sehr schwer bis gar nicht über e-mails / Webseiten bzw. grundsätzlich jede vermittelte Kommunikation herausfinden. Dazu muss man hingehen und mit den Leuten quatschen.

ABC:
"Das funktioniert auch ganz gut... die Frage ist nur- werde ich ausgelacht, wenn ich mit solchem ABC-Equipment auftauche oder geht das erstmal?"

Wichtig ist, dass _Du_ damit klar kommst. Sollte jemand meinen Dich auslachen zu müssen, dann wäre das für mich ein Zeichen dafür, dass man da am falschen Ort / bei der falschen Person ist. Es macht bei Ausrüstung sicher Sinn pro und contra abzuwägen, aber im Endeffekt muss jeder mit seinem eigenen Equipement klar kommen und kein anderer.

bestof34 hat geschrieben:
"Such dir mal 3 Vereine in deiner Umgebung und geh mal zu den Treffen hin, damit du die Leute kennen lernst und sie dir vor Ort etwas über ihre Tätigkeiten berichten und stell mal anfangs die Verbände etwas zurück. Verbände gibt es wie „Sand am Meer“, sympathische Leute und Tauchlehrer aus Überzeugung die gerne ihr Wissen weitergeben schon weniger.
Es geht auch darum ob im Verein genügend erfahrene Taucher sind, welche dann gerne mit dir tauchen gehen. "

Dem kann ich mir nur aus ganzem Herzen anschliessen! Wenn man tauchen (lernen) will, dann steht an allererster Stelle, dass man sich wohl und gut aufgehoben / betreut fühlt. Welcher Verband dahinter steht und was die spezifischen Ausbildungsrichtlinien angeht, darüber kann man trefflich diskutieren, hat aber IMHO in der Praxis am Anfang relativ wenig Auswirkungen, da die Unterschiede im Vergleich zu anderen Kriterien (s.o.) keine große Rolle spielen.

Wir haben (nach unserem OWD im Urlaub) hier diverse Vereine / Tauchclubs abgeklappert und wollten eigentlich tendenziell schon eher in einen (VDST-)Verein. Unsere "taucherische Heimat" haben wir hier dann aber letztendlich in einem (kommerziellen) Club gefunden. Dort passen die Leut` zum Tauchen und quatschen, die Unterstützung bei Fragen, die angebotenen Aktivitäten (viel und relativ breitgefächert) und wenn man noch Ausrüstung braucht, auch die Beratung im dazugehörigen Laden (die trotz Gewinnerzielungsabsicht wirklich unabhängig davon und echt individuell ist).

Viele Grüße

von line zu line

... und viel Erfolg bei der Suche
ramklovApnoeTL, TL**
26.07.2010 10:24
@ CJS,

meine Vorschreiber haben Dir schon viel richtiges geschreiben. Ergänzend vielleicht noch zu Deiner dritten Frage, dass beim Jahresbeitrag im VDST-Verein gleich noch eine Tauchversicherung dabei ist.

Gruß ramklov
Antwort