Willkür bei Tauchverboten? Abgesandt von kai-uwe am 02.06.2005 - 14:52:
Wie soll das denn in Zukunft weitergehen?
Ich wohne in Baden-Württemberg und muss leider feststellen das die Gemeindeverwaltungen scheinbar selber für die Nutzung Ihrer Badeseen zuständig sind?
An einigen Seen wird jetzt die Taucherei verboten oder stark reglementiert.
Mein Eindruck ist die entscheidenden Leute haben einfach keine Ahnung?
Schäden durch Taucher in einem Baggersee?
Ist das überhaupt möglich, zum einen konnte ich bei über 150 Süßwassertauchgängen nicht feststellen das Fauna und Flora von Taucher relevant zerstört wurden. Also ich weder gesehen das ein Fisch getötet wurde noch das Pflanzen in einem Maß geschädigt wurden das das dauerhaft von Bedeutung sein könnte. Zudem regeneriert sie ein gesunder See über die Wintersaison selbst.
Warum sollte also das Tauchen verboten werden?
Und warum gibt es keine Interessenvertretung für Taucher, die großen kommerziellen Vereine müssten doch ein Interesse daran haben das es auch noch die Möglichkeit zur Ausbildung außerhalb von Schwimmbädern gibt?
Wir Taucher lassen uns nur allzu gerne den Schwarzen Peter zuschieben und nehmen ohne groß zu Murren die Willkür der Gemeinden hin.
Warum verstehen es zum Beispiel die Angler sich mit fadenscheinigen ökologischen Aktionen ins rechte Licht zu setzen, und umgehen damit drohende Verbote?
Antwort von Anna am 02.06.2005 - 15:16 in BW herrscht der grosse Gemeinbrauch.
Wenn man findet, dass die Benutzungsordnungen fuer Seen nicht korrekt sind, hat man innerhalb von 2 Jahren die Moeglichkeit der Normenkontrollklage vor dem Verwaltungsgericht
Angler haben eben ein groesseres Lobby als Taucher
Was halt in BW das grosse Probleme ist, die Herden von Tauchschulen, die zum Teil aus andern Bundesländern, ueber die Seen herfallen. Oft ist es leider so, dass auch viele Verbote von Tauchern (Taucheinstiege, Parkverbote etc.) nicht beachtet werden. Spricht man die Taucher an, heisst es: "wir haben es schon xy mal so gemacht, wieso sollen wir es anders machen."
Von den Verbänden habe ich bis jetzt noch nicht mitbekommen, dass sie daran interessiert sind, dass sich an den Reglementierungen etwas aendert
Antwort von Jessica am 02.06.2005 - 15:27 Tja, "überdüngte" Seen durch urinierende Badende sind doch viel harmloser....
Und Taucher.. sind das nicht die, die immer diese kalten Blasen machen und damit Schwimmer erschrecken? Ja, sogar ganze Strudel sollen damit erzeugt werden können, die Schwimmer in die Tiefe reissen. Ganz abgesehen vom Verscheuchen der Fishe und dem beglotzen der halbnackten Schwimmer(innen) von unten. Und die Luftblasen wälzen den See zudem so sehr durch, dass im Oberflächenbereich keine warme Schwimmtemperatur mehr herrscht!
Hast Du das denn nicht gewusst?
So jedenfalls hat mir mal ein Beamter der Unteren Wasserbehörde des rheinisch-bergischen Kreises ein plötzlich (willkürlich) ausgesprochenes Tauchverbot erläutert. Allen ernstes!
Antwort von DarkShark am 02.06.2005 - 16:53 Die Angler sind meist in ortsansässigen Vereinen organisiert und haben oft durch ihre Mitglieder häufig einen guten Draht zu den Gemeinden (falls nicht sogar die Angler selbst, ihre Angehörigen oder "gute" Freunde direkt an Entscheidungen "mitwirken").
Die Taucher reisen dagegen manchmal von weit her an und haben auf örtliche Behörden, etc. natürlich überhaupt keinen Einfluß.
Angeblich stören Taucher besonders im Winter die Fische in ihrer Ruhephase oder könnten Fischlaich (Flossenschläge in Uferzonen) beschädigen. Dieses Gerücht hält sich leider sehr hartnäckig. Diesem Problem könnte man durch ausgewiesene Ein- und Ausstiegszonen begegnen (schließlich ist es auch für Taucher angenehmer an einer befestigten Stelle einzusteigen, als sich an einer matschigen Böschung abzuseilen).
Manchmal benehmen sich Taucher natürlich etwas merkwürdig (Befahren von gesperrten Wegen, Hinterlassen von Müll, wildes Campen, wilde Feuerstellen, etc.). Aber gerade diese Probleme haben eigentlich mit dem Tauchen an und für sich überhaupt nichts zu tun und betreffen selbstverständlich alle Nutzergruppen.
Manchmal helfen Aktionen wie kostenlose See- Entrümpelung, etc. um argwöhnische Zeitgenossen ein wenig zu besänftigen. Ansonsten wäre ja dafür die Gemeinde oder ggf. der Pächter verantwortlich, der dabei tief in die Tasche greifen müßte.
Evtl. hilft bei Seen mit angeschlossenem Restaurant/Kiosk, etc. manchmal der Hinweis, daß Taucher ja auch Konsumenten sind und gerade bei schlechterem Wetter noch für Umsatz sorgen, wenn Badegäste lieber daheim bleiben. Damit wäre auch das leidige Toiletten- Problem vom Tisch. Im Idealfall könnte der Kiosk- Beteiber sogar am Flaschenfüllen verdienen...
Gruß,
D.S.
Antwort von bernd65 am 03.06.2005 - 07:41 Da gibt`s nur eine Möglichkeit: Organisation im Verein... (so ätzend die "Vereinsmeierei" auch sein kann). Ein Tauchclub hat eine stärkere "Gewichtung" bei Diskussionen mit den Behörden als einzelne Taucher. Bei uns haben sich mehrere Tauchvereine zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Funktioniert recht gut, auch und gerade gegenüber den Anglern bzw. uneinsichtigen Behörden.
Noch was: Einzelne Angler haben auch keine Lobby... Aber wenn der Angleverein sich mit den "Kaninchenzüchtern" oder sonst irgendwem "verbrüdert", dann haben Taucher immer das Nachsehen. Übrigens: Ähnlich dämliche Argumente zur Daseinsberechtigung wie die Angler haben eigentlich nur noch die Herren Grünröcke (Jäger). Und die treten auch immer als organisierte Gruppe auf. Einzelne Jäger dürften wohl auch keine Chance haben, irgendwas durchzusetzen...
Gruß
bernd65
Antwort von henri am 03.06.2005 - 08:43 Das einzige was hilft, ist die Organmisation von tauchern in Vereinen, die sich dann bei den Behörden stark machen. Bei uns funktioniert das ganz gut.
Was absolut schwach ist sind die Verbände / Landesverbände. Statt die Vereine zu unterstützen, wird dann auf den Behördenfilz noch Verbandsmeierei oben draufgesetzt.
Antwort von Tauchbine am 03.06.2005 - 12:29 Auch die Gefahr hin, daß ich jetzt viele böse Kommentare ernte, muss ich doch sagen, daß ein wenig Reglementierung hin und wieder nicht das Schlechteste sein muss. Wenn ich mir z.B. den See in Untergrombach so anschaue, bin ich immer wieder entsetzt, was vorne im Einstiegsbereich so abgeht. Vor 2 Jahren war da alles noch schön mit Pflanzen bewachsen. Und jetzt? Ist irgendwie nicht mehr viel davon übrig, oder? Man kann sich das am Wochenende nur verwundert mit anschauen, wieviele Tauchschulen sich dort tummeln, obwohl offiziell Ausbildung doch dort verboten ist. Beim Tauchen merkt man ziemlich genau, wie lange bei Ausbildungstauchgängen dann eine 10-Liter-Pulle reicht, denn irgendwann wird der Bewuchs und die Sicht schlagartig richtig gut.
Ich denke halt einfach, daß es wichtig ist, wenn viele verschiedene Interessengruppen einen See nutzen, Regeln aufzustellen und diese auch einzuhalten. Nur so ist ein halbwegs harmonisches Miteinander überhaupt möglich, oder?
Und was die Behörden angeht: versucht doch mal, deren Seite zu sehen. Die können sich vermutlich gar nicht vorstellen, was Taucher in einem vermeintlich trüben, kalten See überhaupt wollen. Ausser vielleicht harmlose Badegäste ärgern oder so... Ich kann da als hessische Einwohnerin ein Lied davon singen, wie stur Behörden sein können. Drum geh´ ich halt da Tauchen, wo´s offiziell erlaubt ist.
Antwort von hajo507 am 03.06.2005 - 19:52 Ich bin mal auf der Seite der Tauchbine. Das mit der Ausbildung ist ein heikles Thema. Da bevölkern und ruinieren Tauchschulen aller Art einen See, kassieren 300 EUR für den OWD - sind aber nicht bereit, sich ordnungsgemäß ein Gewässer anzumieten. Anders (und provokant) ausgedrückt: die Tauchschulen bereichern sich auf Kosten der Allgemeinheit - und schaden damit den "normalen" Tauchern, die "nur" tauchen wollen und mit ihrem Hobby kein Geld verdienen.
Antwort von Hilbert am 06.06.2005 - 22:32 Wie wärs mit rebreathern??
Die machen keine Blasen.
Ne also ich finde das das nicht gut ist.
Immer mehr seen schließen und die die offen sind werden dann überfüllt??
Taucher an die Macht!!Nieder mit den Anglern!!
Antwort von Michi am 09.06.2005 - 11:49 Naja, ich möchte jetzt nicht zum Märtyrer pro Bürokratenstaat werden, zumal mir die aktuelle rechtliche Regelung absolut nicht gefällt. Im Sinne von "tauchbirne" versuche ich jedoch, auch die "Amtsschimmelreiter" zu verstehen. Neben Wissensdefiziten gibt es halt auch noch die juristische Seite.
Denn irgendwann hat irgendein Jurist festgestellt, dass Tauchen kein Gemeingebrauch ist. Und dieser Jurist hatte so viel Einfluss, dass Tauchen per Gesetz (zum Beispiel in Bayern) generell verboten ist, es sei denn, es ist erlaubt. Und bis dato gab es keinen Anlass, dass irgendein Richter darüber befinden musste, diese Regelung zu kippen.
Vielleicht hat ja die Lobby der Taucher irgend wann mal genügend "Macht", der Allgemeinheit und dem Gesetzgeber plausibel zu machen, dass Taucher zu der Gruppierung gehören, die an einer Gesunderhaltung der Gewässer am meisten Interesse haben. Wenn sich dann noch alle an diese Prämisse halten und mit den Gewässern (und dem Drumherum) entsprechend umgehen, dann wird das ja auch klappen
Mit hoffnungsvollem Gruß, Michi
Antwort von kai-uwe am 09.06.2005 - 15:19 Mir ist wichtig das endlich klar werden muß, daß wir Taucher eine Gemeinschaft bilden müssen um unser Interessen zu Vertreten.
Es sind ja immer die Anderen Schuld,da sind z.B. die Tauchschulen die sich an nichts halten oder die von PADI die nich tarieren können u.s.w.
Wie kurzsichtig muß man den sein um endlich zu merken das wir von Hirnlosen Bürokraten in diese Rolle gezwungen werden, die lachen sich eins, freuen sich darüber das sich der eine über den Anderen beschwert und sperren den nächsten See.
Antwort von Michi am 09.06.2005 - 21:01 heheheeee - ich bin auch von PADI, aber wir können ja gerne mal einen Tarierwettbewerb ausfechten
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