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Worauf beruht die Tiefengrenze von 40 Meter für Sporttaucher
Abgesandt von Thomas am 24.09.2002 - 00:58:

Warum ist dieses Limit von 40 Meter definirt worden?? Auf welcher Grundlage? Das die Versicherungen dieses Limit im Streitfall anziehen ist klar, aber woher kommt es? Kann mir da jemand genauere Infos zukommen lassen? Ich sag schon mal Danke



Antwort von xxl am 24.09.2002 - 01:24
Sieh mal hier: Hier klicken
Antwort von peter pan am 24.09.2002 - 01:25
Bei einer Tiefe von 40m herrscht ein Stickstoffpartialdruck von 3,95 bar. Bei ca. 4bar sagt man besteht die Gefahr eines Tiefenrausch.
Von hier kommt die Tieftauchgrenze für Sporttaucher. Natürlich ist diese Grenze Individuell und auch noch von der Tagesform abhängig. Einen Tiefenrausch kann man sogar unter Umständen sehr viel füher bekommen.
Antwort von Soni am 24.09.2002 - 08:56
ich erinner mich dunkel etwas darüber gelesen zu haben, dass die US Navy anno dunnemals die Grenze von 100 Fuss gezogen hat. Einfach deshalb, weil deren Taucher nicht tiefer zu tauchen brauchten, um Minen zu bergen etc. Es steht etwas darüber im "US Navy Diving Manual".

Und weil die metrisch denkenden Mitteleuropäer ja durchaus Probleme haben akkurat aus dem Englischen zu übersetzten (siehe "Anrufbeantworter") wurde wahrscheinlich dann einfach auf 40 Meter grosszügig aufgerundet.

Die medizinischen/physiologischen Gründe kamen dann später dazu
Antwort von seppdepp am 24.09.2002 - 11:20
@soni
die unlimited/no-deco table der us-navy geht aber bis 190 fuss und die AIR decompression table geht bis 300 fuss ...
Antwort von oliver am 24.09.2002 - 11:21
@peter pan: nöe...ab 40m Tiefe besteht ein druck von 5 bar. du hast den schon über dem nass herrschenden luftdruck an der oberfläche vergeseen. der pendelt zwischen 900+ und 1000+hp/ früher millibar.dazu kommt pro 10m tiefe 1 bar.
um die frage aber zu beantworten: die grenze zieht der menschliche körper und die unfallstatistik.hieraus hat sich die allgemein anerkannte schlußfolgerung ergeben daß preßlufttauchen jenseits der 40m im durchschnitt blödsinn ist.diese lebenserfahrung ist dann mit der zeit auch ansicht zB. der gutachter vor gerichten geworden und gilt somit dann auch immer mehr vor gericht als limit.
Antwort von Brevetsammler am 24.09.2002 - 12:05
@Oliver:
Es war vom Partialdrucks des N2 die Rede. Und dieser ist nicht 5 sondern 5*0.79=3.95bar. Es sei denn, Du atmest reiner N2!
Antwort von Gunther am 24.09.2002 - 12:59
Hai,
wichtig ist, dass jeder unter Wasser eine individulle Grenze hat, ab der N2 und auch O2 ihr unwesen treiben. Diese Grenze hängt nicht nur von de Person sondern auch von der "tagesverfassung" und dem allgm. Zustand ab. Eine pauschale Grenze ist also nicht haltbar. Aber da man ja eine Grenze ziehen wollte für Ausbildung und Einsteiger, hat man halt statistisch versucht zu ermitteln ab wo signifikante Einflüsse bei dem durchschnitts Taucher zu erwarten sind. Der Eigentest wäre sich von einem Buddy in der gewünschten Tiefe eine Mathe-Aufgabe aufschreiben zu lassen und diese zu lösen. Ist ernüchternt und
beängstigend was da zu Tage kommt. Als Tipp, geht auch in der Druckkammer....
Antwort von max am 25.09.2002 - 18:32
Hab da neulich schon was zu geschrieben:

Hier klicken

"Im gleichen Buch hab ich auch noch etwas über die empfohlene Tiefengrenze von 40m gefunden. Diese ist eine Empfehlung der US Navy gewesen, die von den meisten Ausbildungsverbänden so übernommen wurden, den es war ja eine Empfehlung der "US Navy".
Auch diese Empfehlung hat weniger physiologische Aspekte als praktische. Die US Navy kam zu dem Schluss, das es nicht produktiv war, einen Unabhängigen Taucher eine Arbeit in mehr als 40m
Tiefe einzusetzen, sondern setzte ab dieser Tiefe nur noch oberflächenversorgte Taucher für Unterwasserarbeiten ein."
Quelle: Bret Gilliam, "Tieftauchen"

max
Antwort von max am 25.09.2002 - 18:37
Die 40m Grenze hatte also ursprünglich weniger mit physiologischen Aspekten zu tun. Es ging hauptsächlich darum, die Effektivität der Taucher zu sichern.
Antwort von K.-D. Völker am 25.09.2002 - 21:33
Lieber Thomas!
Es gibt keine scharfe Grenze für den Beginn des Tiefenrausches!
So wie der eine 10 Bier verträgt und der andere nur 5, so ist auch das Auftreten des Tiefenrausches individuell sehr unterschiedlich.
Die Praxis hat ergeben, daß der TR bei den meisten Meschen im Bereich zwischen 30 und 40 Metern auftritt.
Damit jeder seine individuelle "Tiefe" beobachten kann, werden von den Tauchclubs Tieftauchsimulationen bis 50 m in Druckkammern organisiert.
Bisweilen geht es dann in der Druckkammer lustig zu wie auf einer Party. Unter Wasser wären diese Reaktionen lebensgefährlich! Deshalb macht man die Simulation in der Druckkammer.
Nach PLAFKI kommt es bei 30 m zu einer verlangsamten Reaktionszeit, Urteilsvermögen und Kurzzeitgedächnis sind beeinträchtigt; zwischen 30 - 50 m kommt es zu Rede- u. Lachdrang, eingeschränkter Selbstkontrolle, Selbstüberschätzung und kognitiven Defiziten.
Auf www.hypermed-jena.de wird demnächst auch einiges zu diesem Thema zu finden sein; ich arbeite noch an den Seiten Tiefenrausch/Tauchsimulation.
Beste Grüße
Kalle
Antwort von max am 26.09.2002 - 12:02
Da die meisten Verbände Sporttauchen als Nullzeittauchen definieren, machen die 40m auch dahingehend sinn, dass die Nullzeit in dieser Tiefe schon nicht mehr so üppig ist.

Max

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