Moin, moin
Es ist zumindest für mich ganz interessant, Eurer Diskussion zu folgen, zeigt sie doch letztendlich das Dilemma, in dem wir alle stecken, die sich dem Tauchsport verschrieben haben. Wir haben uns umweltverträgliches Tauchen ja auch auf unsere Fahnen geschrieben. Ob wir wirklich danach handeln, kann jeder nur für sich selbst beantworten.
Ihr beide versucht, Euer Verhalten aus Euren Sichtweisen zu rechtfertigen, und ihr bringt beide entsprechende Gründe vor. Aber .... über einigermaßen riffverträgliches Verhalten müssen wir doch sicherlich nicht diskutieren.
Mich ärgert es wie Euch, wenn diejenigen, die Jahrzehnte ihren Anker mitten in die Korallen geworfen haben, sich heute zum Moralapostel aufspielen und an der Boje festmachen, um danach mit -zig schlecht ausgebildeten Tauchern durch die Korallen zu pflügen, dabei z.B. mit dem Messer mal eben einen Seeigel öffnen, weil die Kunden ja so gern sehen, wie sich die Rifffische am Seeigel dann gütlich tun, sich als Fotografen oder Begleitfilmer für einen guten Schuss dann noch lang auf die Korallen legen, nach dem TG ihren Plastikmüll an der gleichen Boje dann noch schnell so ins Meer kippen, und, und .. usw.
Die Natur steht also doch irgendwie immer hintenan, denn es geht lediglich ums Geld. Viele Taucher = ausreichend Kohle in der Kasse, das ist, was zählt.
Weiterhin glaube ich nicht, dass wir hier wissenschaftsethische Fragen klären können

Ich habe oft genug erlebt, dass beim Dretschen über den Meeresboden z.B. in der Antarktis alles abgerissen und eingefangen wurde, was nicht entkommen konnte, darunter auch Schwämme, die durchaus mehrere 1000 Jahre alt sein können. Und das Ganze wofür? Für ein Forschungsprojekt an ein paar Asseln, die untersucht werden sollten, aber dafür dann Tonnen von unnützem "Beifang" danach über Bord gingen.
Auf dem Altar der Wissenschaft wird heute täglich noch immer Vieles unter gewissen Deckmänteln geopfert. Über Sinn und Unsinn solcher Tätigkeiten fragt in den wenigsten Fällen jemand nach. Der Wissenschaftler rechtfertigt seine Arbeit einzig mit dem Argument der Forschung. Manchmal kommt der Wille, aus den Ergebnissen zumindest für die Zukunft noch etwas abzuleiten, noch hinzu, aber eben nicht immer. Zu diesem Zweck werden Eingriffe in die Natur, wie am Beispiel des Dretschens beschrieben, ohne mit der Wimper zu zucken halt in Kauf genommen.
Also... in diesem Sinne versuche ich, meine Eingriffe in die Natur, denn jeder TG ist streng genommen ja auch ein solcher Eingriff, durch entsprechendes Verhalten so gering wie möglich zu halten, d.h. "Kolateralschäden" (da Wort passt hier sogar einigemaßen gut) zu vermeiden. Es gelingt mir leider auch nicht immer.
Sorry - ich wollte gar nicht
Viele Grüße
Peter