Zusatzflasche an Jacket? Abgesandt von Jenne am 21.07.2005 - 18:49:
Moin zusammen.
Früher, als ich angefangen bin zu tauchen (1978), hatte man an den Jackets, wenn es denn überhaupt welche gab, eine 1/2 l Zusatzflasche dran.
Ich war nun nach längerer Zeit mal wieder los und musste feststellen das diese Flaschen "out" sind.
Gibt es noch Jackets mit Flaschen und wenn nein, warum nicht?
Schöne Grüße, Jenne
Antwort von Tauchsack am 21.07.2005 - 19:14 Es gibt die besagten Flaschen noch, aber Standartmässig wird diese Kostellation eigentlich nur noch von Buddy (AP Valves) angeboten. Einige Jackets lassen sich auch nachrüsten, die Frage ist aber ob der Nutzen in Relation zu dem Preis steht.
Antwort von tica am 21.07.2005 - 21:01 Ich selbst habe ein Jacket von Buddy, Model Ranger TD, bin damit sehr zufrieden.
Meiner Anschicht nach, kann ein Leben nicht mit Geld bezahlt werden...von daher war mir der höhere Preis egal. Abgesehen davon liegen die Buddy-Jackets in einer Durchschnitts-Preisklasse...gute Qualität + zusätzliche Sicherheit
Antwort von N.N. am 21.07.2005 - 22:52 Hallo tica,
was hast Du denn für eine zusätzliche Sicherheit durch die Flasche an Deinem Buddy Jacket?? Für was wird die Flasche benötigt??
Vorteile Notflasche: jederzeit Auftrieb herstellen/Nottarieren (auch an Oberfläche)
Bei Buddy : Westenatmung über Inflator und
Ausgleich der Tarierung durch Nachströmen der Luft
ins Jacket (antibakteriell beschichtet ),
Bauweise des Inflators (AP200) als Notatemventil
siehe APValves-Homepage
Wenn mal der Buddy weg ist und Automat blockiert
zumindest gut für einige Atemzüge, gibt Zeit
Nachteil: kostet, muss geübt werden
Gruss
Peter
Antwort von Grizzly69 am 22.07.2005 - 09:45 Auch ich habe mich längerer Zeit für das Ranger TD entschieden. Das mit der Flasche ist eigentlich einfach beschrieben. Du füllst mit der Notflasche Luft in dein Jacket. Bei einem Aufstieg lassen wir ja ehh luft aus dem Jacket. Nun atmen wir halt die Luft die wir normalerweise einfach ablassen, und was wir mehr abatmen füllen wir einfach aus der Notflasche auf. Habe dies auch schon getestet, und das aus einer Tiefe von 40m. Damit kommt man ohne Probleme ohne Aufstiegsverletzung an die Oberfläche. (Klar ohne Dekostopps). Aber für mich ist das noch einmal eine Sicherheit auf die ich nicht mehr verzichten sollte.
Und wie mein Vorrschreiber schon sagte, sollte man das auch üben, genau wie mann ab und an auch die Blase wieder desinfizieren sollte. Aber lieber eine bakterille Entzündung als Tod. Aber das ist nur meine eigene Meinung.
In dem Wunsch das niemand jemals so ein Notsystem wirklich braucht, immer gute Luft
Hartmut
Antwort von tica am 22.07.2005 - 12:35 Wie @Grizzly69 schon geschrieben hat...lieber ne Lungenentzündung als Mausetot.
Die Flasche ist eine reine Notflasche.
Je mehr Sicherheit ich beim tauchen habe, desto besser. Auch wenn ich mich an den Grundsatz halte: "Tauche nie allein".
Aber der Umgang mit dem Teil sollte vorher im Schwimmbad geübt werden, damit es im Notfall auch richtig läuft. Es ist nach meinen Erfahrungen etwas `friggelig` und Übung schadet bekanntlich nie.
Antwort von Jenne am 22.07.2005 - 13:56 Jouh. Vielen Dank euch allen für die Infos.
Mein Fazit also: lieber in die Dekokammer als ertrunken am Grund liegen zu bleiben.
Ich werde mich also nach besagtem Buddy-Jacket umsehen.
Aber: warum ist diese Sicherheit nicht mehr selbstverständlich und wurde über die Jahre abgeschafft?
Anyway, allzeit sichere Tauchgänge, Jenne
Antwort von Coney am 22.07.2005 - 20:53 N`Abend,
mal zur Abwechslung eine andere Meinung:
> Ich werde mich also nach besagtem Buddy-Jacket umsehen.
> Aber: warum ist diese Sicherheit nicht mehr selbstverständlich und wurde über
> die Jahre abgeschafft?
Das kommt darauf an, wen Du fragst:
Die Tech-Gemeinde:
Die taucht (mit guten Gründen) dann lieber gleich mit Doppelflaschen (oder großer Flasche + dicker Pony) + zwei kompletten Atemreglern vollständig redundant.
Der durchschnittliche Sporttaucher:
Die alten Westen haben damals als Notversorgung herhalten müssen, weil in der Regel nur mit nur EINER ersten Stufe und EINER zweiten Stufe getaucht wurde. Wenn eine von beiden einpackt, dann ist die Luft im Jacket und in der kleinen Buddel alles was bleibt, um rauf zu kommen. Nun bringt keine Notmaßnahme etwas, wenn sie nicht trainiert wird und da geht der Ärger dann los: Bei der Westenatmung atmet man eben auch reichlich kontaminierte Luft ein, denn in der Weste ist`s schön feucht und warm, kurzum ein nettes Milieu da drin. Um also im hypotetischen einmaligen Notfall sein Leben zu retten, riskiert man im hoffentlich regelmäßigen Trainingsfall eine wesentlich weniger hypotetische Lungenentzündung. Seit dem es daher aus Kostengründen möglich geworden ist, eine zusatz-zweite-Stufe, den den sogenannten Oktopus, mitzuführen und die ersten Stufen inzwischen drastisch zuverlässiger geworden sind, ist die Begründung für die Westenatmung zu 80% flach gefallen.
Ob die antibaktierielle Beschichtung von AP in der Weste dann übrigens der Bringer ist, soll sich jeder selbst überlegen: Das Problem in den Westen sind eher weniger Bakterien als akuter Pilzbefall von Gevatter Schimmel & Co. dessen Sporen man sich dann reinhechelt.
> Mein Fazit also: lieber in die Dekokammer als ertrunken am Grund liegen zu bleiben.
Wenn`s nur darum geht, dann wirf halt dein Blei ab.
Gruss,
Mario
Antwort von tica am 23.07.2005 - 11:22 Ich habe in meiner Ausbildung zum CMAS* und später zum CMAS**-Taucher mehrmals Westenatmung und Notaufstieg geübt...und das nicht nur im Schwimmbad.
Wenn diese Bakterien und Schimmelpilze so gefährlich wären, dann würde ich jetzt im Taucherhimmel meinen Tiefenrausch erleben...:o
Klar lege ich Wert auf meine Gesundheit und habe keinen Bock mir die Seuche zu holen. Nur in unserem täglichen Leben werden wir von allen Seiten mit Pilzen, Bakterien und Viren bombadiert...und allerlei anderer Umweltverseuchungen...Ich denke, wenn jemand fit ist, wird sein Körper schon mal mit einem Zug Luft aus einer Westen-Blase fertig werden. (Es sei denn es gammelt ein toter Fisch in dem Sack vor sich hin... Gruß,tica
Ps. habe zwei 1.Stufen und ne Doppel-10`er + die kleine Notflasche.
> Ich habe in meiner Ausbildung zum CMAS* und später zum CMAS**-Taucher mehrmals
> Westenatmung und Notaufstieg geübt...und das nicht nur im Schwimmbad.
Ich auch (1992).
Mal ganz am Rande:
Ein Kollege von mir bei seiner Ausbildung (CMAS*) in Frankreich vor einem Monat
übrigens immernoch. Einen Oktopus hatten wir beide (damals und heute)
übrigens auch nicht dabei.
Für damalige Verhältnisse find ich das in meinem Fall ok, in seinem Fall
heutiger Verhältnisse eher weniger. Aber das nur am Rande, tut hier im
Thread eigentlich nichts zur Sache.
> Ich denke, wenn jemand fit ist, wird sein Körper schon mal mit einem
> Zug Luft aus einer Westen-Blase fertig werden.
Das ist auch für den Einzelfall ja auch sicher richtig, aber als Verallgemeinerung
kein wirklich gutes Argument.
Nach der Logik könnte man dem Jenna jetzt auch sagen:
Ich habe z.B. drei Jahre meinen Octo nicht checken lassen und lebe auch noch, also
spar dir dein Geld.
Es kocht sich doch auf folgendes herunter: Man erhöht halt das Risiko gesundheitlicher
Schäden. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn Du dir dessen bewußt bist, das Risiko für kalkulierbar hälst und damit
einverstanden bist, dann ist das völlig ok.
Wenn Du deine Weste sogar regelmäßig desinfizierst um es aktiv zu senken, sogar um so mehr.
Ich bin ja mit dir völlig einer Meinung, daß man in nötige und sinnvolle
Sicherheit investieren sollte und ob da eine Pony an der Weste dazugehört, darüber
kann man schon durchaus sinnvoll diskutieren.
Allerdings:
Wenn jemand wie der Jenna seit dem Advent der Klodeckel nicht mehr tauchen war,
dann sollte man ihm, wenn es schon um aktuelle Sicherheitsmaßnahmen geht, schon
fairerweise auch sagen, daß sich die Prioritäten da dann doch inzwischen deutlich
verschoben haben:
Gute erste / zweite Stufe + guten Oktopus, angepaßte warme Klamotten, zeitgemäße
Tarirweste und Computer sind im Sporttaucherbereich sicher prioritär und 90% der Miete.
Ob man dann eine zweite Pulle + zweiten Regler, oder eine 3l Pony, eine kleine (0,5l)
Bailout an der Weste, oder wie manch anderer noch eine Spare-Air mitschleppen sollte,
darüber kann man sich dann ganz gelassen nächtelang unterhalten, wenn man obiges
anschaffungsmäßig erst mal abgehakt hat und anfängt sich zu spezialisieren.
Nicht mehr und nicht weniger wollte ich sagen.
Gruß,
Mario
PS:
Ich hatte auch ein eine Ranger, gute Weste ...
Antwort von tica am 23.07.2005 - 21:14 Mario, da stimme ich Dir zu!
Jeder muß entscheiden, wie und mit was er sich schützt.
Ich gehe gerne tauchen. Dabei lege ich Wert auf eine sichere Ausrüstung und auf entspanntes Tauchen.
Da das Ranger mein 1. Jacket ist und ich die Qualität von Buddy super finde, werde ich mich immer wieder für diese Firma entscheiden und auch für ne kleine Notflasche...
Ps. einen kleinen Nachteil hat die Flasche und zwar bei Urlaubsreisen mit dem Flieger...da hatte ich bei jedem Flug mit dem Sicherheitscheck Streß.
(Meine persönliche Erfahrung und es ist ja gut,daß kontroliert wird.)
Es wird aber immer Pro und Kontra geben...egal zu welchem Thema.
Gruß, tica
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