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Blackout an der Oberfläche nach O2 Expositionszeiten beim Auftauchen

Hallo Tauchgemeinde

Neulich nach einem Tauchgang entbrannte eine interessante Diskussion über die Auswirkungen von längeren Sauerstoffexpositionszeiten. Einige waren der Meinung, dass ca. nach 20 bis 30 Atmung mit reinem Sauerstoff und anschliessendem Wechsel auf ein normoxisches Gemisch (Luft oder Trimix) das Risiko eines Blackout bzw. Ohnmachtsanfällle steigt. Man sollte den Gaswechsel "sukzessive ausführen".
Bei der Diskussion ging es nicht um die P. Bert- oder L- Smith-Effekte. Sondern um den ersten Atemzug nach dem Auftauchen an der Oberfläche mit normaler Atemluft.

Ich kann mir das so nicht ganz vorstellen, bei längeren Expositionen mit O2 werden Air Breaks mit dem Bottommix durchgeführt. In Druckkammern werden entsprechend erhöhte ppO2 für die Therapie ausgeführt. Ich kenne keine Fälle bei denen jemand beim Gaswechsel zusammengeklappt ist.


Nach Durchsicht diverser Literaturen (Ehm, Bülmann, Klingmann, Aspacher) finde ich auch keine Hinweise auf Ohnmachtssymptome nach einem Gaswechsel von reinem Sauerstoff auf ein normoxisches Gemisch beim Tauchen bzw. bei Therapien!

Frage an die Gemeinde:
Kennt jemand Literaturunterlagen zu diesem Thema bzw. kennt jemand solche Vorfälle?

Vielen Dank zum Voraus für eine angeregte und fachliche Diskussion

Christian
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13.01.2012 08:32
Hallo Drive,

ich glaube Du kannst einen solchen Effekt dem Reich der Fabel zuordnen. Ich tauche schon seit 8 Jahren Trimix, hab viele längere O2 Dekos hinter mir und kenne ein paar Taucher recht gut, die Tieftauchrekorde im Logbuch stehen haben. Selbst nach vielen Stunden auf O2 hat sich bei keinem an der Oberfläche ein Blackout eingestellt.

Ich könnte mir den Effekt auch offen gestanden nicht erklären.

Mann kann in der Austauchphase mit falsch abgestimmten Gaswechseln Einiges falsch machen (Stichwort Gegendiffusion), aber danach hattest Du ja nicht gefragt.

Viele Grüße

jamproof
13.01.2012 09:53
Hallo Drive,
Auf der Boot mal bei DAN vorbei, dort ist es zumindest bekannt, aber wohl ohne ganz genaue Einordnung. Hat mit der enger Stellung der Blutgefässe zu tun.
Durch den Wechsel Sauerstoff unter Druck auf normale Luft an der Oberfläche kann es zu Schwindel, in Ausnahmefällen zur Ohnmacht, kommen. Tritt dann aber auch nur kurzzeitig auf. Kollege hatte diese Probleme (Tekkie, 1000und TG).
Einfach für ein paar Minuten den Sauerstoff weiter atmen und die Probleme treten nicht auf.
Ist wie gesagt aber nicht näher erforscht, vielleicht bis nächstes Jahr. Literatur darüber weiss ich nur von kurzen Artikeln in den Fachzeitschriften (Caisson)
23.01.2012 13:52
Das ist das sogenannte Off-Phönomen. ist real existent. Grund ist die Körperantwort auf den Partialdrucksprung von typisch 1,6-1,0 bar während der letzten Dekophase und des Aufstieges auf 0,2 an der Oberfläche. Abhilfe: An der Oberfläche ein paar Minuten weiter O2 atmen.
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