druckkammerfahrt - druckausgleich/stimme Abgesandt von rahel am 20.07.2006 - 14:29:
Ich war letzten Frühling bei einer Druckkammerfahrt mit dabei und sollte jetzt einen möglichst wissenschaftlichen Bericht schreiben.
Dazu sollte ich wissen, weshalb denn der Druckausgleich in der Luft schwieriger zu machen ist als im Wasser.
Und dann würde mich noch interessieren, woher die Stimmveränderung kommt.
Vielen Dank
Rahel
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 14:43 Hi Rahel,
Die Stimme verändert sich auf Grund der höheren Luftdichte, mit dem Druckausgleich hatte ich keine Probleme.
Antwort von rahel am 20.07.2006 - 14:51 Mir ist schon klar, dass die Stimme durch die höhere Luftichte kommt. aber ich bin mir nicht sicher wieso. Wird die frequenz der töne auf dem weg zu unserem ohr verändert oder geschieht das bereits in den Stimmbändern?
Trotzdem vielen Dank für die Bemühungen
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 15:14 Hi Rahel
Der Mensch erzeugt die verschieden Stimmlagen durch unterschiedlicen Druck der Luft durch die Stimmbänder.
Antwort von Markus E am 20.07.2006 - 15:58 < Der Mensch erzeugt die verschieden Stimmlagen durch unterschiedlicen Druck der Luft durch die Stimmbänder. >
Hä?
Antwort von rahel am 20.07.2006 - 16:04 Bei wikipedia steht aber, dass diese durch den unterschiedlichen Spannungsgrad der Stimmbänder entstehen...
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 16:22 Informatik Uni Frankfurt:
Ein anderer - die Schwingungsfrequenz bestimmender - Faktor ist der subglottale Druck. Seine Stärke wirkt sich auf die Frequenz und die Intensität der Stimme aus. Bei hohem subglottalen Druck bleiben die Stimmlippen für 30 bis 50% des Zyklus offen, bei niedrigerem subglottalen Druck erreichen diese Werte 50 bis 70% der Zeit eines Zyklus.
Antwort von rahel am 20.07.2006 - 16:31 Gut, du konntest mich überzeugen Vielen Dank
Hättest du auch noch so eine tolle Erklärung für den Druckausgleich? Hier auf dem Tauchernet steht, es sei leichter weil Wasser im Aussenohr ist. Ich verstehe aber nicht weshalb?
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 16:35 Mach dir nix draus - das verstehe ich auch nicht, denn es ist gegen die Gesetze der Physik.
Antwort von rahel am 20.07.2006 - 16:40 das sollte ich aber wirklich wissen. Der Bericht ist nämlich eine Maturaarbeit (habe ein bisschen untertrieben und die Diskussion sollte absolut vollständig sein...
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 16:53 Da Wasser eine nicht kompremierbare Flüssigkeit ist, git es den Druck 1:1 an das Trommelfell weiter - das ist Physik.
Antwort von flasche am 20.07.2006 - 16:58 Ideen meinerseits:
1. Im Wasser gibt es, je nach Tauchlage, eine Druckdifferenz z.B. zwischen Mund und Lunge. Bei untenliegender Lunge ist dort ein etwas höherer Druck zu erzeugen, oder anders gesagt, untenliegende Körperteile sind etwas enger, obenliegende etwas weiter gestellt, oder anders gesagt, bei unten normal angespannter Muskulatur und dementsprechend etwas höherem Luftdruck ist weiter oben, da ja da der Luftdruck gleich, aber der Umgebungsdruck niedriger ist, die Muskulatur entspannter. Folgerung: Druckausgleich geht besser mit Kopf oben, Füße unten.
2. Während man in der Druckkammer so ausgleichen muß, wie nunmal der Druck ansteigt, kann man den Druckanstieg im Wasser selbst bestimmen.
Aber alles nur so Ideen.
Antwort von Weltenbummler am 20.07.2006 - 17:08 Ich glaub ich hab da eine Theorie:
Bedingt durch das Mundstück ist meist der Unterkiefer etwas nach vorne gezogen, was einen Druckausgleich erleichtern kann.
Antwort von rahel am 20.07.2006 - 17:10 die thesen klingen alle gut... welche ist wohl die richtige? Soll ich auslosen
Antwort von rahel am 21.07.2006 - 10:20 Herr Dr. Sümmerer vom Druckkammerzentrum in Freiburg hat mir zu meiner Frage wegen dem Druckausgleich folgendes geschrieben:
"Wir wissen letztlich nicht genau, warum der Druckausgleich in Luft häufiger und früher gemacht werden muss als im Wasser. Er ist nicht prinzipiell schwieriger. Man vermutet die Molekülgröße als Ursache dahinter. Das O2-Molekül besteht nur aus 2 Sauerstoffatomen und bewegt sich deutlich mehr und schneller als die H2O-Moleküle, die durch elektrische Kräfte in großen Komplexen zusammengehalten werden und sich daher wesentlich träger und weniger bewegen. Deshalb reagiert der Mensch schneller auf kleine Luftdruckänderungen (z. B. im Gebirge: 1000 m Höhenunterschied = 0,1 bar = 1 m Wassertiefe) als auf Wasserdruckveränderungen."
Klingt für mich sehr logisch. die Frage ist also meinerseits geklärt. Vielen Dank für die Hilfe
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