giftiges Blei Abgesandt von tauchender Kakadu am 29.08.2006 - 20:07:
Hab da mal ne Frage:
Jeder weiss ja das Blei giftig ist und nicht gut für die Umwelt. Wie schaut es denn aus wenn man in einen See das Blei verliert oder durch einen Notfall abwerfen muss ? Bei alten Flaschen oder Dosen im See wird sich wie Verückt aufgeregt (mit Recht auch !)obwohl von diesen keine Kontamination ausgeht, aber bei Blei Interresiert das irgendwie nicht. Was würden die örtlichen Behörden wohl sagen wenn man alte Bleibatterien im See versenkt, diese Kosten wollte ich nicht tragen, geschweige denn der Natur zumuten. Hier im Forum liest man höchstens: "Hallo, hab gestern am See XXXX meine Bleitasche, die 65 € gekostet hat verloren, bitte melden, gibt Finderlohn". Hab noch nie jemand gehört der sagt: "Helft mir der Umwelt zuliebe mein Blei zu bergen". Wie schaut das eigentlich rechtlich aus, ist ja eigentlich eine schwere Umweltverschmutzung. Jeder der hier schreibt das er seine Bleitasche sucht kann eigentlich als Umweltverschmutzer angezeigt werden, solltet ihr mal bedenken. Taucher sind doch sonst auch so Umweltbewusst (hier war letztens ne Diskussion ob es Umweltverschmutzung ist in den Tauchanzug zu pisseln), aber das Bleithema ist irgendwie Tabu. Normalerweise müsste es Pflicht sein in einem See Blei zu bergen (evtl. mit Metalldedektor). Was meint ihr dazu.
Tauchender Kakadu
Antwort von Harry am 29.08.2006 - 20:16 grundsätzlich: JA! reines blei und viele seiner verbindungen sind für die meisten organismen schädlich bis GIFTIG!
aber: reines blei (wie im bleigurt) überzieht sich rasch mit einer schicht von bleioxid, die wasserunlöslich- und somit praktisch ökologisch- neutral ist. (reine blei: silber glänzend- nach kurzem mattgrau!)
ergo: gut für die umwelt: wohl kaum! schädlich: ich denke nein!
apropos: mit was beschweren die fischer ihre haken und köder, hmmm...
ich zitiere parazelsus: "alleine die dosis macht, das ein gift ein gift ist"
harry (chemiker) ps: wenn ich zeit finde, poste ich morgen zu dem thema ein paar tox- daten!
Antwort von Harry am 29.08.2006 - 20:20 ach ja!
ich hab mich schon vor jahren mal mit dem thema beschäftigt! Hier klicken
harry
Antwort von Euregiotaucher am 29.08.2006 - 23:44 mein Blei ist ummantelt (Kunststoff) Hält ne gute halbe Millionen Jahre - von daher dürfte es erstmal kein Problem sein ...
Wenn´s dann soweit ist mach ich mir meine Gedanken - vielleicht gibt´s bis dahin Umweltfreundliches Blei
Antwort von Tobbe am 30.08.2006 - 08:58 Zunächst einmal liegt das Blei ja in Barrenform vor. Wie schön von Uli angesprochen bildet Blei eine Oxidschicht. Das das Blei fest auf dem Seegrund liegt, kommt es auch zu keinerlei Auswaschungen oder so.
Kritisch ist ehr die Anreicherung in Organismen - sprich wenn Du das Blei immer mit den Händen anfasst und dann die Hände in den Mund nimmst.
Für das persönliche Handling bin ich schon vor Jahren auf Hartblei mit Kunststoff umgossen umgestiegen. Schrotbleisäcke sind nach einiger Zeit immer undicht geworden und durch die Bewegung unter den Kügelchen wird die Oxidschicht immer schön abgeschmirgelt und es läuft bleihaltigen Wasser raus. Das halte ich für ehr bedenklich.
Antwort von tauchender Kakadu am 30.08.2006 - 19:26 Hab eben mal ein pisserl rumgegooglet:
Warum soll man Bleirohre im Haus austauschen? Warum kann man Mietminderung verlangen bei Bleirohren im Haus? Warum soll man, wenn man Bleirohre im Haus hat, morgens erst mal Wasser laufen lassen bevor man es trinkt? Wenn euer oben geschriebenes Stimmt das es eine Oxidschicht bildet und ungefährlich ist warum nicht bei Wasserleitungen?
überall war zu lesen das Wasser aus Bleirohren gesundheitsschädlich sind (bis hin zur Unfruchtbarkeit).
Was soll ich nun glauben.
Und Harry: Zu "die Dosis machts": Wenn in einem Baggersee durchschnittlich täglich 50 taucher kommen und nur einen verliert 1 kg Blei sind das über die Jahre Tonnen (ohne den Angelschrott).
Gibt doch nicht irgendwie gutes oder schlechstes Blei ?
Antwort von Harry am 30.08.2006 - 19:35 ich würde das als lukrative nebenerwerbsquelle sehen und danach suchen!
blei bringt beim altmetallhändler ganz schön € ein!
ich glaube mein buddy heli gibt keinen einzigen € für´s tauchen aus, was der alles an fischerblei, ködern, tauchblei, golfbällen, uswusf. mit nach oben bringt und dann zu geld macht...
harry
Antwort von Furby am 30.08.2006 - 21:46 Zum tauchenden Vogel:
Das Wasser in Bleirohren ist meist in Bewegung (heißt ja fließend Wasser), also werden ständig kleine Mengen Bleioxid abgetragen, wenn das Wasser also länger in den Leitungen gestanden hat (meistens am Morgen) ist das Wasser nicht mehr sooo unglaublich gesund.
Außerdem verliert ja wohl niemand alle 50 Tauchgänge ein Kilo Blei...oder mache ich etwas falsch?
Antwort von Lekies am 30.08.2006 - 23:05 Wenn euch ein paar Kilo verlorenes Blei schon stören, dann solltet ihr mal mit den semiprofessionellen "Hegern + Pflegern" sprechen, wieviele TONNEN Blei die bei der Entenjagd in Form von Bleischrot in die Seen ballern. Da sind wir Taucher mit ein paar verlorenen Kilos ganz kleine Lichter und ich glaube kaum, dass die Ober-Naturschützer sich da so viele Gedanken machen oder dass es im Handel umweltfreundliches vernickeltes Schrot gibt!
Volker
Antwort von Trilaminator am 01.09.2006 - 00:15 halb so wild!!! um das blei bildet sich eine Oxyd schicjt wnen es im see liegen bleibt .... dann ist kaumj noch eine abgabe ins wasser möglich ...
also ich tauche schon ne ganze weile bei meir hat mein Blei noch keinen schaden angerichtet ... bei mir ist alles noch OK
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