projekt: automatischer notaufstieg Abgesandt von dave am 01.02.2005 - 21:19:
hallo taucher!
ich suche rat von erfahrenen tauchern für ein uni-projekt:
selbst erst seit kurzem im tauchfieber, arbeite ich an der eth lausanne an der entwicklung einer NOTAUFSTIEGSHILFE, die in einer notsituation manuell ausgelöst werden kann. ziel ist es, den taucher in einem kontrollierten notaufstieg an die oberfläche zu befördern und ihn dort über wasser zu halten. das gerät findet seinen nutzen ihn situationen, wo der taucher nicht mehr genug kraft oder genug atemluft zur verfügung hat, um den aufstieg selber zu kontrollieren oder wo der buddy mit der wechselatmung beschäftig ist. kurz, beim fallschirmspringen wäre dieses sicherheitsgerät der notschirm. das design soll so bemessen werden, dass das gerät leicht am jacket befestigt werden kann, auf keinen fall beim tauchen stört und mit einer handbewegung ausgelöst werden kann.
WAS HäLST DU VON DIESER IDEE? WüRDEST DU SO EIN GERäT WOLLEN? WAS DARF ES KOSTEN? ANMERKUNGEN? vielen dank für deine konstruktive kritik. dave**
Antwort von Stephan K. am 01.02.2005 - 22:32 Wie schnell soll denn der Notaufstieg sein (in Meter pro Minute)???
In einer Paniksituation will der Taucher so schnell wie möglich hoch. Ein solches Gerät würde dann nichts bringen.
Ein klar denkender Taucher könnte ausserdem Notfalls das Blei abwerfen und somit aufsteigen.
Es gab ein System was automatisch per Computer tariert, hat sich nicht durchgesetzt.
Schau hier mal rein
Hier klicken
Wie sollte das denn funktionieren?
Notpressluftsystem, was das Jacket oder irgendwas anderes aufbläst?
Wie regelt das die Aufstiegsgeschwindigkeit, bzw. lässt Luft ab, wenn man etwas aufgestiegen ist und die Luft im Notsystem sich ausdehnt?
Sorry, ich persönlich halte nichts von deiner Idee. Mein absoluter Notnagel wäre der Bleiabwurf.
Antwort von Tauchtubby am 01.02.2005 - 22:38 Moin Dave,
dein Gedankenkonstrukt geht m.E. von der irrigen Ansicht aus, dass der Aufstieg gleichzusetzen ist mit dem Notfallschirm.
Es spielen jedoch noch andere Faktoren hinein wie z.B. der vorhandene Luftvorrat oder die bereits geschehene N2-Aufsättigung, evtl. also einzuhaltender Deko-Zeiten.
Hier bedürfte es also einer Art von Steuerung, die diese berücksichtigt, dabei mechanische Verbindung zur Tarierhilfe beinhaltet (um einen Sektkorkenhaften Aufstieg zu vermeiden) und, im besten Fall, noch berücksichtigt, ob Taucher Herr seiner Sinne ist oder ob überhaupt Atmung vorliegt...
Es gab hier im Forum vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion über eine Art Tarierautomatik - auf dieser könntest du in deinem Projekt aufsetzen und eine Art "Fahrstuhlfunktion" hinzufügen.
Grundsätzlich denke ich jedoch, bereits der Ansatz ist falsch: nicht das Hochkommen ist das Problem, sondern das Problemmanagement in gegebener Tiefe.
Und hier ist m.E. bislang einfache, aber bewährte Technik im Einsatz, gekoppelt mit gesundem (ausgebildetem) Menschenverstand, so dass ich die Notwendigkeit für solch eine Art von "Fahrstuhl" nicht sehe oder ihn sogar als kontraproduktiv erachte.
Aber ich bin neugierig, was andere denken
Gruß,
TT
Antwort von Jessica am 01.02.2005 - 22:43 aeh.. ich wollte eigentlich genau das gleiche sagen, wie die Vorredner. Vielleicht noch ergaenzend: Es gibt immer Situationen, wo man hoch muss. Sagen wir, es wurde verpennt, nach dem Luftvorrat zu gucken, oder man kriegt gerade einen Herzanfall oder irgendsowas ekliges. Hier muesste es eine (leicht erreichbare) Ueberbrueckung dieses Aufstiegkontrollgeraetes geben - und genau da liegt das Problem. Fuer den panikenden Taucher ist dieses dann naemlich genau so schnell zu erreichen - und damit ist das System schon essig
Antwort von Kaiserfisch am 02.02.2005 - 00:02 Dave deine Annahmen zum Thema Notaufstieg zeigt das du die Problematik des Tauchens in seinen komplexen Zusammenhängen noch nicht voll erkannt hast.
Bitte sei wegen meiner Worte nicht Böse.
Warum ich das so drastisch sage:
Wenn du Jemanden hochschicken willst ohne Rücksicht auf Aufstiegszeit oder notwendige Stopps, reicht eigentlich die Tarierweste und der Bleigürtel Abwurf. Hat eigentlich jeder Taucher mit und sollte damit umgehen können.
Willst du aber kontrolliert Aufsteigen lassen und dabei noch die vielleicht notwendigen Decostopps berücksichtigen, vielleicht auch noch die nicht mehr vorhandene Atemluft ersetzen, so wird das Ding die Eierlegende Wollmilchsau.
Du müßtest auf Grund des bisher abgelaufenen Tauchgangs per Rechner den Aufstieg inklusive Stopps steuern und noch Reserve Gas liefern.
Servus
Kaiserfisch
Antwort von dave am 02.02.2005 - 01:29 das stimmt, es gibt eine menge probleme zu lösen, aber mal angenommen, der tauchcomputer liefert uns die verbleibende druckluft, die tiefenkurve und die tauchzeit, also die für einen kontrollierten notaufstieg notwendigen daten per schnittstelle. die aufstiegshilfe kontrolliert die luftfördermenge einer kleinen sekundären flasche parallel zur ersten ,oder die restluft in der ersten, und regelt die aufstiegsgeschwindigkeit mithilfe der rechnerdaten, während der luftablass für den aufstieg ein überdruckventil übernimmt. die für den aufstieg (inkl. dekostopp) erforderliche mindestpressluft wird für den tauchgang laufend berechnet, womit eine überschreitung der tauchzeit verhindert wird. ... zu kompliziert? angenommen es sei technisch realisierbar und funktioniere (sofern ich an alles gedacht habe ) was haltet ihr dann davon?
Antwort von Jessica am 02.02.2005 - 03:13 ich sehe immer noch die Problematik, die ich oben geschildert habe. Wie willst Du die umgehen?
Willst Du ansonsten das Jacket mit einem Schloss versehen? Man kann das Jacket notfalls auch "abwerfen" (ich weiss, eher unrealistische Szenerie).
Was ist, wenn der Taucher in einem Wrack oder unter einem Felsueberhang steckt (vielleicht kleine Grotte) und das Jacket "beschliesst", dass man anhand der berechneten Daten jetzt langsam an den Aufstieg denken muesse. Wird der Taucher dann unter dem Felsen klemmen und da nicht wegkommen? Oder wenn man aus irgendeinem Grund (auch nur Kurz) an der Wrackreeling haengenbleibt - und just jetzt will das Jacket hoch... hmmmm
Also ich tauche ehrlich gesagt lieber mit meinem Jacket und nicht das Jacket mit mir ;)
zum ersten, nennen wir ihn mal "Low-Tech"-Ansatz, haben meine Vorredner schon so ziemlich alles geschrieben.
Zur Version, die mit dem Zauchcomputer vernetzt sein könnte etc.:
Bei allem, was das System dann können und überwachen müsste, wären mir wesentlich zu viele mögliche Fehlerquellen vorhanden. Die Schnittstelle zum Computer könnte versagen, der Drucksensor liefert falsche Daten, das Gerät an sich geht kaputt, andere mechanische Fehler... Ich würde da dankend ablehnen, denn die - wenn auch nur potentiellen - Nachteile scheinen mir den ebenso potentiellen Nutzen weit zu überwiegen.
Ganz davon abgesehen, das so ein Gerät wohl preislich einfach nicht mehr interessant und praktisch kaum zu realisieren sein dürfte. Ich stelle mir gerade vor, wie man versucht, die Computerhersteller zu überreden, eine Schnittstelle für dieses Gerät in deren Computer ein zu bauen.
Also nichts für ungut, aber ich sehe kaum Chancen für die Durchführung Deiner Idee.
dein Pflichtenheft scheint unvollstaendig zu sein.
Du muesstest noch hunderte (wenn nicht tausende) von Tauchgaengen analysieren mit all ihren unterschiedlichen Ausruestungskonfigurationen, Unfallsituationen, Tauchumgebungen, Physiologie des Tauchers, Bedingungen unter Wasser, Umwelteinfluesse etc.pp.
Danach wuerdest du zu der Erkenntnis kommen, dass so ein Geraet nicht zu verwirklichen ist, und vermutlich sowieso keine Nachfrage bestuende.
Aber, du haettest dich mit einer komplexen Materie beschaeftigt und waerst schlauer. Viele Tauchpioniere sind durch Selbstversuch zur Loesung erlangt. Also dann mal ran.
Ich find forschen gut
Antwort von hket am 02.02.2005 - 08:14 Hallo Dave,
das Ding gibts schon:
Es fusst auf einer Tarierhilfe, die in der Lage ist, zu schnelles Absinken oder Auftauchen zu kompensieren. Außerdem ist eine maximale Tiefe einstellbar (z.B. 15m) bei der ein unbeabsichtigter weiterer Abstieg verhindert wird. Desweiteren hat das Gerät eine Totmannschaltung, die nach einer Warnfunktion einen kontrollierten Aufstieg einleitet.
Selbstverständlich kann die Automatik jederzeit manuell kompensiert werden.
Auch von Seemann (? nicht ganz sicher) gabs sowas ähnliches schonmal.
Das Problem: zu aufwändig, zu gross, zu teuer
2. Problem: der Anfänger kanns nicht bedienen, der Fortgeschrittene brauchts nicht wirklich.
persönliche Meinung: vereinfacht die Bergung verlorengegangener Taucher, diese treiben dann an der Oberfläche statt im Schlick zu vergammeln.
einzige für mich denkbare Einsatzmöglichkeit:
im Behindertentauchen
Das Teil wurde m.E. auch schon auf der Boot präsentiert (vor ca. 4 Jahren), der Konstrukteur hatte einen Shop in Wiesbaden.
Helmut
Antwort von und 26 Gäste am 02.02.2005 - 09:15 "Viele Tauchpioniere sind durch Selbstversuch zur Loesung erlangt" jo, Max Hahn zum Beispiel.
dave: Weiter so, lass die Maschinenstürmer ruhig nölen, Jules Verne wurde damals auch nicht ernst genommen. Und der Telebriefkopierer hat sich mit der Zeit auch durchgesetzt. Der Markt ist jedenfalls vorhanden: Diving is schliesslich Fun und wer wird sich auf Dauer mit umständlichen manuellen Techniken - die erst nach vielem Üben und Training beherrschbar sind - herumplagen? Also schnell weiergeforscht am Self-Rescue-Autodivepilot, und bis erste Ergebnisse vorliegen kannst du dich ja auch schon mal mit dem Entwurf für das Dive-Pilot-User-Speciality-Brevet befassen...
Antwort von henri am 02.02.2005 - 09:23 Hallo Dave,
ich denke, der Ansatz birgt zu viele Risiken. Meiner Ansicht nach ist die beste Lösung die Notfallprävention und die läßt sich eigentlich nur mit Training und Ausbildung erreichen.
Das "Ding", das Du entwerfen möchtest gibt es aber schon. Schau mal unter www.aqaupilot.de . Dort findest Du Informationen. Ich würde auch mal checken, ob Du da nicht einen Patent- oder Gebrauchsmusterschutz verletzt.
Grüße,
Henri
Antwort von Rheinflipper am 02.02.2005 - 10:22 Das Gerät giebt es schon. Gesehn in den USA da wird sogar ein durch Herzstillstand ertrunkener
mit angemessener geschwindigkeit nach oben gebrach.
Gemessen wird das durch Herzfrequenz.
Also nichts neues
Antwort von Stephan K. am 02.02.2005 - 11:46 Esgibt auch noch andere Situationen, wo ich einen Aufstieg unbedingt vermeiden will.
Über mir rangieren gerade die Boote, mir ist dann egal ob nun weniger 30 bar in der Flasche sind, in eine Schiffsschraube möchte ich nicht reingeraten.
Ich will aus welchen Gründen auch immer noch z.B. meinen Sicherheits oder Decostopp verlängern.
Die meisten Tauchcompies haben einen "Restdruckalarm".
Ich werde eigenverantwortlich tauchen, und nicht auf eine Automatik vertrauen, die mögliche besondere Umstände nicht Wissen kann.
Alternativ können wir ja wieder zur Reserveschaltung oder Ponyflasche zurückgreifen.
Ich finde, dass dein Ansatzt falsch ist.
- Ein panischer Taucher wird sich durch so ein Notfallsystem nicht bremsen lassen. Der wird eher das Jacket abwerfen um schneller hoch zu kommen.
- Einen Taucher, wo die Luft langsam knapp wird zu bevormunden finde ich erst recht nicht richtig (oben genannte Sonderfälle), ausserdem gibt der Tauchcompie Restdruckwarnungen.
- als "normale" Tarierautomatik ist es auch sinnlos (gab es schonmal, siehe Link in meinem verherigen Thread) und hat sich nicht durchgesetzt.
Antwort von **-diver am 02.02.2005 - 13:59 ... und was ist beim Stimmritzenkrampf ??
Ich wette, da will der Taucher auch rauf - einmal den Knopf gedrückt, und der Rest erledigt sich von alleine.
Vom Ansatz her ist das Teil sicherlich ein guter Gedanke und es gibt ganz bestimmt genügend pro- und contra-Argumente, aber ich würde mich im Notfall lieber auf einen Buddy mit Fuzzy-Logik verlassen wollen.
Antwort von Tariernix am 03.02.2005 - 00:09 Schon allein von den Schnittstellen her würde das Teil einen Kinderwagen füllen... und müsste an jede Konfiguration individuell justiert werden. Von wegen einfach ans Jacket schnallen, und Schluß mit Risiko beim tauchen!
Aber was ist mit dem Mensch, der dadurch gerettet werden soll. Der braucht bloß den Mund zuzupressen, während es ihn "notaufsteigt". Dann hat er oben keine Lunge mehr - Amen.
Antwort von DarkShark am 04.02.2005 - 10:58 Hallo Dave,
nachdem Dein Projekt von der geneigten Taucherschaft gründlich in der Luft zerrissen wurde, ist Dir vielleicht der Spaß an der Notaufstiegshilfe vergangen?!
Taucher sind eben Individualisten, die sich nicht gern in ihr "Handwerk" pfuschen lassen, schon gar nicht bei Fragen der Sicherheit (obwohl ich selbst die Idee eigentlich recht gut finde).
Es gibt aber auch andere Probleme im Taucheralltag, die man mit technischen Mitteln gut lösen könnte. Da besteht z.B. die Schwierigkeit mit der U/W- Navigation. Klar, mit einem Kompass und gezählten Flossenschlägen bekommt man (frau) auch das Problem mit Boardmitteln in den Griff. Nur hat die "Technik" bekanntlich ihre Tücken: Strömung, die Neigung des Kompasses, das Zählen überhaupt (ist nervig und wird gern mal vergessen) machen die Angelegenheit oft zum Glücksspiel.
Es gibt (gab) zwar auch schon einige Navigationshilfen auf dem Markt und mittlerweile gibt es auch den elektronischen Kompass im Tauchcomputer (obwohl dieser seltsamerweise auch neigungsabhängig ist), jedoch fehlt es auch hier an praktisch umsetzbaren, d.h. bezahlbaren Konzepten.
Vor einiger Zeit stieß ich auf einen interessanten Artikel aus dem Bereich der Höhlenforschung. Dort hat man ganz ähnliche Probleme mit der Navigation (kein GPS, Ultraschall, etc. einsetzbar bzw. verfügbar). Vielleicht lassen sich die Ideen ja in einem U/W- Navigationsgerät umsetzen, wobei sich zumindest die "Taucher"- Einheit in einem Tauchcomputer integrieren lassen sollte. Und hier noch der Link:
radiolocation using field gradient technique -> www.caves.org.uk/radio/grad.pdf
Gruß,
D.S.
Antwort von Ralf Schmid am 06.02.2005 - 03:43 Hallo Dave,
zu deiner Idee möchte ich dir aus zweierlei Standpunkten antworten:
Hier spricht der Techniker:
Die technische Umsetzung eines Notaufstieggerätes ist überhaupt kein Problem!
Jeder vernünftige Computer kennt die maximalen Aufstiegsgeschwindigkeiten und die einzulegenden Dekopausen. Ein Aladin würde nicht viel größer wenn sein Funk statt nur zu empfangen auch senden würde. Zwei Ventile, ein Einlaß- und ein Auslaßventil könnten die Steuerung des Jackets übernehmen. Für Trockentaucher könnten zwei weitere Auslaßventile eingebaut werden, eines am Trocki, und eines am unteren Ende des Jackets, für den Fall daß der Taucher mit den Füßen nach oben taucht.
Um einen unbeabsichtigten Notaufstieg zu vermeiden wird eine Totmannschaltung - ein zu quittierender Pieps alle 30 Sekunden - benötigt, und eine akkustische Vorwarnung hilft den Notaufstieg zu vermeiden.
Hier spricht der Taucher:
Ich danke heute noch meinem Tauchlehrer, der mir schon bei den Schwimmbadübungen zum Grundtauchschein, als ihm sagte:"das Jacket trägt nicht", breit grinsend antwortete:"solche Probleme lösen wir unter Wasser".
Eine Bewußtlosigkeit ist für mich das einzig vorstellbare, das so eine Automatik rechtfertigen würde. Dann jedoch müßte gewährleistet sein daß der Bewußtlose den Automat im Mund behält und den Kopf überstreckt. Mit einem Gummiband am Automaten zu tauchen könnte ich mir ja vielleicht noch vorstellen, aber eine Vorrichtung die mir im Notfall den Kopf überstreckt wäre sicher nicht die bequemste Art zu Tauchen.
An alle Besserwisser:
1) Ein Stimmritzenkrampf verhindert die Atmung weil die Luftröhre verschlossen wird. Mit verschlossener Luftröhre aufzutauchen ist so ziemlich das dümmste was man in dieser Situation tun kann! Auch wenn es schwerfällt: Unten bleiben und warten - Der Krampf löst sich auch wieder!
2) Egal in welcher Situation ist der Abwurf des Bleies die dümmste Art des Aufstieges. Der Aufenthalt in der Druckkammer ist noch das geringste der Probleme die ihr bekommen werdet!
Auch wenn ich mit Buddy tauche und das Briefing oft sehr kurz ausfällt, sage ich jedem Buddy unmißverständlich daß ich ihm unter Wasser mit meinem Messer den Arm abhacke wenn er es wagen sollte die Hand nach meinem Bleiverschluß auszustrecken!
3) Auch wenn ich mich nicht in die Reihe derer einordnen möchte die hier immer auf Jessica herumhacken weil sie anderer Meinung sind, ist der Abwurf des Jackets der wohl größte geistige Sondermüll den man sich beim Tauchen überhaupt leisten kann!
Super!
Ich bin begeistert!
Gruß Ralf
Antwort von blubber_baer am 06.02.2005 - 22:25 Hi Dave,
auch ich kann mir vorstellen, dass eine technische Umsetzung möglich ist. Die entsprechenden Logiken können bestimmt mehr oder weniger gut in Programmen abgebildet werden und mit entsprechender Unterstützung der technisch versierten der Hersteller sollte auch eine Kopplung von Tauchcomputer (Luftintegriert) und Jacket möglich sein.
Aber: ich verlasse mich lieber auf das zuverlässigere Gerät, meinen Buddy. Zuviele eventualitäten wurden bereits genannt, die schief gehen könnten, viele Situationen, in denen dieses Hilfsmittel kontraproduktiv sein könnte, da außere Einflüsse schlecht bis gar nicht berücksichtigt werden können.
Der Buddy mit Fuzzy-Logik (ich greife diesen Begriff einfach mal auf) ist flexibel und anpassungsfähig, sofern er gut ausgesucht ist.
Die Sicherheitssysteme im Fallschirmspringen brauchen nur einen Punkt abzufragen: Ist der Schirm in Höhe XY schon offen oder nicht? Relativ wenig Informationen, eindeutig und einfach. Die Umwelt beim tauchen ist viel komplexer, so dass ein System, was auch entsprechend zuverlässig sein kann, für mich nicht denkbar ist.
Frage am Rande: könnte der TÜV einem solchen System seinen Segen geben?
Viel Spaß beim tauchen für euch alle
das blubber_baerchen
Antwort von Trimixler am 07.02.2005 - 17:43 Ha!? ich sehe schon hier werden tec(hnische)-Taucher geboren. Coole-Idee voll verkabelter automatischer Divercop.
Sehe schon PADI Speziality: Automatic diving Level 1, Level 2 and Level 3 for beginners, anvanced and profi
Die Idee an sich ist nicht schlecht, habe mir auch schon Überlegungen in der Hinsicht gemacht.
Gescheitert sind sie bei der Frage: wozu??
Ich und denke auch die meisten erfahrenen Taucher sind in der Lage den Tauchgang korrekt zu beenden oder fachgerecht abzubrechen, deswegen sehe ich diese Tarierhilfe für überflüssig.
Zumal es schon ein System auf dem Markt gibt, welches dir die vollständige Tarierung übernimmt, hat sich nicht duchgesetzt:
1. zu teuer
2. Ein Anfänger, der es der Umwelt zuliebe bräuchte, kauft sich ein solches gerät nicht, weil er nicht weiss ob das Tauchen sein Langzeithobby bleiben wird.
3. Ein Taucher der tauchen kann braucht keins.
Falls es ein solches System geben wird, würde vermutlich keiner mehr einen manuellen Aufstieg machen, demnach müsste die Apparatur nicht automatische Notaufstiegshilfe, sondern Aufstiegsautomat heissen.
Also sind haben wir aus einem Notfallaufstiegssystem ein Aufstiegssystem entwickelt.
Gruss
Philosophisches:
Sterben ist ja nicht schlimm, wenn man nichts vom "Leben lassen" merkt.
Der beste Weg nicht zu ertrinken ist das Wasser zu meiden, wie der Teufel das Weihwasser meidet.
Antwort von Ralf Schmid am 08.02.2005 - 08:51 @Trimixler
Der Begriff "Funk" schließt Kabel aus.
Tja Ralf, mit Funk wird alles noch viel störungsanfälliger aber eben, wer es braucht?!
Gruss
Antwort von hket am 08.02.2005 - 16:33 zum Stimmritzenkrampf:
das System misst beim Auftauchen die ausgeatmete Luft. Kommt es hier zu Abweichungen von der vorher ermittelten Norm, wird aus einer Halsmanschette ein hohler Dorn in die Luftröhre gedrückt, somit kann es zu keiner Lungenüberdehnung kommen.
Aber Vorsicht: bitte beim Aufstieg unbedingt vermeiden, durch die Nase in die Maske abzuatmen.
zu Ralf: erstens hat Jessica das Jacket abwerfen ebenfalls abgelehnt, zweitens war ich schon einmal in einer Situation, wo ich kurz davor war, genau dieses zu tun. geistiger Sondermüll ist da wohl eher meine Zwangsentlüftung.
Helmut
Antwort von und 26 Gäste am 08.02.2005 - 16:45 Also das mit der Zwangsentlüftung ist wiklich Sondermüll. Zumal gar nicht notwendig, da bei dem angedachten Automatiksystem die Taucherbeatmung mittels Endotrachealtubus erfolgt...
(Spart bei blonden Taucherinnen auch gleichzeitig die Dauerberieselung aus dem Walkman: "...einatmen-ausatmen-einatmen....)
Antwort von Anke am 09.02.2005 - 14:57 dave schreibt:
"das design soll so bemessen werden, dass das gerät leicht am jacket befestigt werden kann, auf keinen fall beim tauchen stört und mit einer handbewegung ausgelöst werden kann"
:o und fragt:
1. WAS HäLST DU VON DIESER IDEE?
2. WüRDEST DU SO EIN GERäT WOLLEN?
3. WAS DARF ES KOSTEN?
4. ANMERKUNGEN
zu 1) Nicht schlecht, wenn ... siehe 4)
zu 2) Ja, wenn ... siehe 4)
zu 3) Nichts, denn ... siehe 4)
zu 4) meine Wenns und Denns unsortiert und ohne Berücksichtigung weiterer Tariermittel:
es sollte wirklich nur manuell und nicht automatisch ausgelöst werden können;
es sollte beim Durchbrechen der Oberfläche beginnen ein Notsignal auszusenden;
es sollte nicht nur leicht am Jacket befestigt werden können, sondern dauerhaft mit ihm verbunden sein;
es sollte sehr vereisungssicher sein;
das mit diesem Gerät ausgerüstete Jacket sollte auf jeden Fall ohnmachtssicher sein;
es sollte fast wartungsfrei aber ganz gewiss und auch im Roten Meer rostfrei sein;
es sollte den Preis des Jackets nicht übermäßig verteuern;
es sollte einen Taucher, der panisch sein Jacket aufbläst, wirkunsvoll in jeder Position verlangsamen und ohne dass zu viel Wasser ins Jacket kommt;
es sollte fehlbedienungssicher sein;
Zwar hat mich meine Notfallausrüstung insgesamt fast 500 Euro gekostet, aber mehr als 100 Euro würde ich für so eine Aufstiegshilfe nicht ausgeben mögen. Alles unklar?
Antwort von Anke am 09.02.2005 - 15:27 Hallo Dave,
die erste Idee klingt gut, aber einen Tag später schon ganz anders? Am 02.02. hast du geschrieben: "der tauchcomputer liefert uns die verbleibende druckluft, die tiefenkurve und die tauchzeit, also die für einen kontrollierten notaufstieg notwendigen daten per schnittstelle. "
Das macht ein Tauchcomputer nur, wenn er luftintegriert ist UND keine Wechselatmung ausgeführt wird. Ich war Augenzeuge eines Tauchcomputers im SOS-Mode wegen Wechselatmung, denn: wenn keine Atmung, dann SOS. Ausserdem bewerte ich für einen Notaufstieg weder Tiefe noch Tauchzeit, denn wenn ich dazu Gelegenheit habe, bedarf es keines Notaufstieges.
Weiter steht dort: "die aufstiegshilfe kontrolliert die luftfördermenge einer kleinen sekundären flasche parallel zur ersten ,oder die restluft in der ersten, und regelt die aufstiegsgeschwindigkeit mithilfe der rechnerdaten, während der luftablass für den aufstieg ein überdruckventil übernimmt."
Sehr kompliziert. Das Notaufstiegsystem funktioniert meiner Meinung nach nur dann sicher, wenn es mit der Atemluftversorgung des Tauchers nichts gemeinsam hat. Ich denke da besonders an die erst eingefrorenen und dann leeren Flaschen im Winter... Die Daten für die Aufstiegsgeschwindigkeit muss das Notaufstiegsystem ohne fremde Rechnerhilfe ermitteln können. Welcher Tauchcomputer sendet seine Daten während des Tauchganges? Meiner auf jeden Fall nicht
Weiter steht dort: "die für den aufstieg (inkl. dekostopp) erforderliche mindestpressluft wird für den tauchgang laufend berechnet, womit eine überschreitung der tauchzeit verhindert wird".
Das klingt nicht gut, das klingt nicht nach einem Notaufstiegsystem, sondern mehr nach Tauchgangsüberwachung. Das werde ich nie nicht wollen oder gar kaufen!
Trotzdem, bleib dran! Für die ganz oben notierte Zielsetzung NOTAUFSTIEGSHILFE bin ich sehr zu haben.
Antwort von Trimixler am 10.02.2005 - 11:07 Alles gut und recht, wenn wir mal von der Sicherheit ausgehen, müssten wir alle Wingsjackets und ähnliches aus dem Verkehr ziehen, da, wenn du bewusstlos an der Oberfläche treibst, garantiert mit dem Gesicht in`s Wasser schaust und dabei mit Sicherheit ertrinkst.
Da wäre noch die gute alte Fenzi (Klohschüssel) noch das beste vom Besten, aber da zweifle ich ob jemanden von Euch auf das alte System wechselt.
Damals hatte man schon einen separaten Druckbehälter um die Kloschüssel im Notfall (nicht nur) schnell aufzublasen. Das Wissen aber vermutlich nur noch die alten Hasen unter uns Taucher.
Wenn es so ein System gibt, nichts kostet bin ich bereit eines zu testen. Aber mit meinen über 3000 komplikationsfreien TG in Kaltwasser sehe ich keinen Sinn einen €-cent dafür ausgeben zu müssen.
Semiprofis sehen vielleicht das Bedürfnis, kann nicht`s dazu sagen.
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