sauerstoff-kompatible Luft - Vorschriften Abgesandt von ksc am 11.12.2011 - 13:50:
Hi Leute,
nachdem meine Gasblender Ausbildung schon länger her ist ( 8 Jahre ), und bei den damaligen Unterlagen mehrere verschiedene Definitionen verschiedener Institutionen angegeben wurden, meine Frage :
Gibt es eine EU, deutsche oder andere Richtlinie/Vorgabe, in der festgelegt ist, welche Reinheit sauerstoff-kompatible Luft haben muss. Darunter verstehe ich Luft, die mit der man eine, mit reinem Sauerstoff vorgelegte Flasche, toppen darf.
Welche Grenzwerte für Wasser, Co2, CO, Kohlenwasserstoffe, Partikel stehen da drin ?
Schöne Grüße
Albert
Antwort von kuki_taucher am 12.12.2011 - 14:00 Die DIN EN 12021 „Druckluft für Atemschutzgeräte“, setzt enge Grenzen für den Wassergehalt in den Atemschutzgeräte und Taucherflaschen.
Danach darf die Luft bei einem Fülldruck von 200 bar nur 50 mg/m3 enthalten. Bei einem Fülldruck von 300 bar ist der Grenzwert 35 mg/m3.
Anmerkung der Norm DIN EN 12021: Der Wassergehalt der von der Füllanlage, Atemluftkompressor gelieferten Luft zum Füllen von 200 bar oder 300 bar Flaschen, sollte 25mg/m3 nicht überschreiten.
Antwort von ksc am 12.12.2011 - 14:34 Vielen Dank,
nur leider beantwortet das meine Frage nicht, die ich anscheinend nicht ausführlich genug gestellt habe:
Es geht um die Luft, mit der ich Nitrox nach der Partialdruck-Methode herstelle, in dem ich reinem Sauerstoff in eine Flasche drücke, und dann mit Luft toppe ( auffülle ).
Da ist der Rest-Ölgehalt von 0.5 mg/m3 nach DIN EN 12021 zu hoch, weil das Restöl mit dem reinen Sauerstoff reagiert. Die Reaktion bildet CO und Co2 ... und das in der Nitroxflasche.
Um dies zu vermeiden muß man die DIN-EN 12021 Luft mit einem zusätzlichen Filter sauerstoff-kompatible machen, um deutlich weniger RestÖl zu erhalten.
Und daher die Frage, wie die Grenzwerte für sauerstoffkompatible Luft sind.
Schöne Grüße
Albert
Antwort von kuki_taucher am 12.12.2011 - 14:37 Wüßte nicht, dass es dafür eine Norm gibt.
Antwort von Psetta Callatis am 12.12.2011 - 14:45 ANDI BREATHING GAS STANDARDS - OXYGEN COMPATIBLE AIR
Antwort von Walter Ciscato am 13.12.2011 - 16:51 Public Enquiry wird 2012 sein, definitiv wohl Anfang 2014 sein. Wir messen schon seit Jahren Feuchte, CO, CO2, CH4, und Kohlenwasserstoffe, von Tauchflaschen, Füllstationen und auch Pers.-Filterkapazitäten im In- und Ausland mit verschiedenen Labors.
Kannst du schon vorab, unverbindlich natürlich, Werte nennen, welche die Luft einhalten muss ?
Antwort von Walter Ciscato am 13.12.2011 - 17:35 @X-Men
Nenne hier sich nicht Werte, welche wir in den Normenkomitees diskutieren
Antwort von tiefunten am 14.12.2011 - 00:02 @Walter: Was ist denn da bitte so geheim dran, dass du nicht in etwa sagen kannst, in welchem Rahmen sich die Werte wohl vorraussichtlich bewegen werden!?
Aber naja, wäre ja nicht das erste Mal, dass hier Statements gemacht werden, die dann aber letztlich nur als genau solche stehengelassen werden ;-(
Antwort von MatV am 14.12.2011 - 01:05 Die Frage ist doch, ob die ppEmmchen wirklich mit Sauerstoff reagieren. Da war mal was mit Zünddreieck, aber wahrscheinlich wird das in den Normen auch neu definiert.
Antwort von klarwassertaucher am 14.12.2011 - 09:46 Moin, lasst uns mal rechnen:
Bei 0,5mg/m3 Öl (= Kohlenwasserstoffe)in Luft dürfen nach DIN EN 12021 in einer 12l-Flasche bei 200 bar (=2400barl =3,2kg Luft) max. 1,25mg Öl enthalten sein. Unter der worst-case-Annahme dass Öl reiner Kohlenstoff sei, verbrennen 1,25mg Öl zu 4,6mg CO2. Macht, bezogen auf das gesamte Luftvolumen in der Flasche, ca. 1,44ppm zusätzliche CO2- Konzentration. Die normale Konzentration von CO2 in Luft liegt übrigens lt. NOAA GlobalView CO2 bei etwa 380ppm (mit geographischen Variationsbreiten von etwa 350ppm bis 450ppm und einer jahreszeitlichen Schwankung um etwa 20ppm)....
Die Umsetzung des Öls zu CO satt zu CO2 ist energetisch eher unwahrscheinlich.
Zum Thema Personal Filter und Öl in Tropfen- bzw. Dampfform habe ich schon hier Hier klicken ff. mal etwas geschrieben.
Fazit: Auch wenn man das in DIN EN 12021- Luft enthaltene Öl instantan und vollständig in einer Tauchflasche zu CO2 verbrennen könnte, würde es weder einen signifikanten Anstieg des CO2- Gehaltes in der Flasche noch eine merkliche Erhöhung des Druckes oder der Temperatur in der Flasche geben. Die DIN EN 12021 ist also auch in ihrer jetzigen Form nicht ganz schlecht....
Hartmut
Antwort von Walter Ciscato am 14.12.2011 - 14:00 @MatV
In der Tat hat bis dato noch keine Forschungsgruppe analyisiert, wie viel ppm aka mg/m3 C6 bis C36 statistisch zu einer O2 Reaktion unter normal Bedingungen führt. Dies wäre interessant zu wissen. Doch deren Kosten (~ 200`000 Euro) will sicher niemand tragen )
@klarwassertaucher
CO2 nach einer Reaktion/Verbrennung interessiert hier wohl die wenigsten )
Antwort von klarwassertaucher am 15.12.2011 - 07:41 Moin,@ Walther: Ich bezog mich auf die Antwort von ksc (Threadstarter) am 12.12.2011 - 14:34
"Es geht um die Luft, mit der ich Nitrox nach der Partialdruck-Methode herstelle, in dem ich reinem Sauerstoff in eine Flasche drücke, und dann mit Luft toppe ( auffülle ).
Da ist der Rest-Ölgehalt von 0.5 mg/m3 nach DIN EN 12021 zu hoch, weil das Restöl mit dem reinen Sauerstoff reagiert. Die Reaktion bildet CO und Co2 ... und das in der Nitroxflasche.
Um dies zu vermeiden muß man die DIN-EN 12021 Luft mit einem zusätzlichen Filter sauerstoff-kompatible machen, um deutlich weniger RestÖl zu erhalten."
...und genau das ist eben, wie vorgerechnet, nicht richtig. Restöl im Rahmen der DIN-EN 12021 kann selbst unter ungünstigsten Umständen nicht zu einer signifikanten Erhöhung des CO2- bzw. CO-Gehaltes in der Flasche führen. Das ist eine der unzähligen Tech-Legenden, die sich mit einem Tabellenwerk und einem Rechenschie... äh, Taschenrechner, leicht ad absurdum führen lassen. Es steht jedem frei, diese Tatsache zu ignorieren, aber vielleicht interessiert sich doch der eine oder andere "Tekki" doch für solche akademische Feinheiten unseres gemeinsamen Sports.
Nix für ungut,
Hartmut
Antwort von MatV am 19.12.2011 - 00:59 Walter, die Forschungsgruppe hieß Serviceleiter Sicherheiztechnik Draeger, und das provozierte Ergebnis mit ausreichend Öl in der Flasche war ein leichtes Prasselgeräusch im Inneren der Flasche. Mehr nicht. Kostenpunkt? Fliegenschiß. Der war ja sowieso da
Antwort von Walter Ciscato am 29.12.2011 - 18:51 War dies nur „ein“ Versuch Matthias? Wenn ja, dann statistisch und wissenschaftlich wenig aussagend! Weiter möchte man ja unter Betriebsbedingungen das Verhalten prüfen. D.h. mit 200 bar und 300 bar O2. Plus zusätzlich die verschiedenen Komponenten, sprich Ventile, Atemregler, Schläuche, Manometer prüfen => Druckstoß = <20 ms
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