Dahab - der Golf von Aquaba
Wie im letzten Bericht ja schon angekündigt, hat es mich mittlerweile
nach Dahab verschlagen. Die Uhren ticken hier ein wenig anders. Alles ist
sehr easy going, Tauchplätze vom feinsten und irgendwie ist Dahab,
obwohl natürlich auch sehr touristisch, ein wenig anders, alternativer,
bunter als die anderen Tauchrefugien in Ägypten.

Die Strandpromenade von Dahab
In Dahab angekommen habe ich mich erst mal auf die Suche nach der Nirvana-Tauchbasis,
im Zentrum der Strandpromenade am Leuchtturm, gemacht. Ein befreundeter
Taucher (Thanxx Nil für den Tipp) hatte mir diese Basis empfohlen
und mich telefonisch auch schon mal angekündigt, so dass die Jungs
(Sven und Werner) von den Nirvanas Bescheid wussten, dass da ein etwas
seltsamer Taucher demnächst auftauchen wird. Nach kurzem Gespräch
mit Werner Mauch war klar, dass für mich ein privater Guide gefunden
werden muss, da meine Tauchwünsche nicht so ganz mit den klassischen
Nullzeittauchprofilen zusammen passen. War aber kein Problem, da verschiedene
Tekkis auf Freelancer-Basis (Honorararbeit) mit den Nirvanas zusammen arbeiten.
Mein großes Glück war, dass Christian Cauwe, ein erfahrener
Tecktaucher und Diveguide in Dahab, nichts zum tun und Lust auf ein paar
Extended Range und Trimix Tauchgänge (ich komme später noch darauf
zu sprechen, was das genau ist) hatte. Christian´s tiefster Tauchgang
lag bei 150 Metern und er war schon bei verschiedenen Rekordversuchen als
Support Taucher mit dabei, so z.B. auch bei Lee Cunningham, der im Oktober
2005 den Wrack-Tieftauchweltrekord (205m) aufgestellt hat. Die Teck Szene
in Dahab ist noch sehr familiär und wenn man sich ein wenig mit diesem
Thema auseinander gesetzt hat, landet man hier ruck zuck auch mal an einem
Tisch mit erfahrenen Leuten (Lee Cunningham, Mark Andrews, Raymond Hermans,
etc.) wo man den einen oder anderen Tipp aufschnappen kann. Und wie schon
so oft auf meiner Reise, nicht die Spur von Arroganz. Offene und sympathische
Jungs, die nicht gleich mit Besserwissereien anfangen, wenn man etwas anders
macht. Es gibt immer verschiedene Wege zum Ziel, welches das auch immer
sein mag!

Mein Hotel in Dahab
Dahab ist ein nettes Städtchen, nördlich der Spitze der Sinai-Halbinsel,
ca. 100km entfernt von Sharm el Sheik am Golf von Aquaba gelegen. So ist
es auch gut möglich, einen gesplitteten Urlaub zu machen, halb Sharm,
halb Dahab. Der Golf von Aquaba wartet vor allem mit intakten Riffen und
unglaublich vielfältigem Marine Life auf. Aber auch spektakuläre
Drop Offs, Canyons und sehr spezielle Unterwasserlandschaften sind hier
zu finden. Wer auf Haie und Bootstauchgänge fixiert ist, ist hier
nicht unbedingt richtig. Für alles andere, von Nacktschnecken bis
Teckexpeditionen, ist hier gesorgt.

Der little Canyon
Besonders nett in Dahab ist die Strandpromenade am Leuchtturm. In beinahe
allen Touristenzentren in Ägypten wurde der Fehler gemacht, die kompletten
Strände mit Hotelanlagen zuzubauen. Wenn man ein wenig promenieren
möchte, ist das Meer, außerhalb der Hotelanlagen, meist nicht
zu sehen. In Dahab gibt es die klassische Standpromenade! Die Strände
am Leuchtturm sind gespickt mit netten, offenen, Bars und Restaurants oder
einfach nur Stränden, an denen man auch einen Drink bekommt. Auf der
Strandpromenade herrscht Fahrverbot, kein Lärm (vom Hundegebell abgesehen),
kein Dreck, kein Gestank . himmlisch! Ein Tauchshop reiht sich an den nächsten,
viele bunte Souvenirshops laden zum bummeln ein und von Jeepsafaris über
Cameltouren bis hin zu Motorrad- und Quad-Trips kann man hier alles buchen.
Buntes Treiben herrscht hier den ganzen Tag und da die Tauchtrips in vielen
Basen nicht nach festgefahrenem Zeitplan ablaufen, kann man sich diese
legen wie man will und auch mal einfach einen halben Tag in Dahab verbummeln.
Sehr nett! Allerdings läuft man Gefahr, hier dem Dahab Virus zu erliegen,
der es einem schwer macht unter dem Sonnenschirm hervorzukriechen und den
nassen Tauchanzug wieder anzuziehen. Der All-Inclusive-Urlaub hat sich
hier noch nicht so durchgesetzt und so kann man hier auch wunderbar nur
Übernachtungen buchen (oder einfach vor Ort danach schauen) und die
Vielzahl der Restaurants ausprobieren. Das Preisniveau, sowohl fürs
Tauchen als auch für Übernachtungen und Essen liegt im unteren
Bereich, verglichen mit anderen Tauchspots in Ägypten.

Little Canyon Cave
Aber nun zurück zum Tauchen! Da ich in Dahab in Christian einen
Tauchpartner für Extended Range und Trimix gefunden hatte, wollten
wir natürlich auch diese Tauchgänge machen... Und Dahab ist ein
perfekter Platz dafür. Der Canyon (komplette Version) und das Blue
Hole standen natürlich auf dem Plan, allerdings gibt es in Dahab auch
noch andere feine landschaftliche Zuckerstückchen!
Ich denke, es könnte Sinn machen, wenn ich erst mal erkläre,
was Extended Range Tauchgänge eigentlich sind. Grundsätzlich
geht es darum, in vertretbaren Tiefen (normalerweise zwischen 30 und 45
Metern, bei manchen Leuten auch tiefer) die Zeit zu verlängern, die
man in dieser Tiefe zur Verfügung hat (Die Nullzeitgrenze beim PADI
Tauchplaner bei 40 Metern liegt bei 8 Minuten). Da es sich hierbei um Dekompressionstauchgänge
handelt, gibt es einen Haufen neuer Tauchtechniken, aber auch die Tauchausrüstung
muss den gestiegenen Anforderungen angepasst werden. Der direkte Weg zur
Oberfläche ist durch die Stickstoffanreicherung versperrt (mal abgesehen
von der Möglichkeit der Dekokammer ;-)). Außerdem gibt es die
Möglichkeit, durch Benutzung von Nitroxgemischen bis zu reinem Sauerstoff
während den Dekompressionsstops, die Dekozeit beträchtlich zu
verkürzen. Lange Grundzeit, beispielsweise eine Dreiviertelstunde
am Wrack der Thistlegorm (30 Meter) und trotzdem nach nicht viel mehr als
einer Stunde wieder aus dem Wasser. Das gibt einem unheimlich viel Zeit,
relaxt komplexe Tauchspots unter die Lupe zu nehmen! Zu entscheiden, ob
das ganze Sinn macht oder ob der Mehraufwand hierfür (Ausrüstung,
Ausbildung, Training, etc.) gerechtfertigt ist, bleibt jedem selbst überlassen.
Fakt ist jedoch, das die Taucher mit den Doppelflaschen auf dem Rücken
mehr und mehr werden.

Im Canyon
Wenn es nun darum geht, sehr tiefe Tauchgänge machen zu wollen,
kommt man an Trimix nicht vorbei. Trimix ist eine Bezeichnung für
ein Gasgemisch, indem der prozentuale Anteil des Stickstoffes und bei besonders
tiefen Tauchgängen auch des Sauerstoffes reduziert und mit Helium
ersetzt wird. Durch den niedrigen Stickstoffgehalt wird der Tiefenrausch
reduziert und man kann tiefe Tauchgänge mit klarem Kopf genießen
(was natürlich auch das Risiko beträchtlich verringert).
Meine Beschreiungen dieser zwei, immer populärerer werdenden Tauchtechniken
ist sehr unvollständig und oberflächlich. Eine genaue Beschreibung
hätte den Rahmen meines Berichtes gesprengt. Genauere Informationen
zu diesen oder ähnlichen Ausbildungen gibt es auf den Webseiten der
Ausbildungsorganisationen (TDI, IANTD, PATD, DSAT, etc.).
Den ersten Tauchgang zum gegenseitigen Kennenlernen machten wir direkt
am Riff an der Strandpromenade am Leuchtturm. Auch hier kann man bereits
problemlos tiefere Tauchgänge machen, aber auch der flachere Bereich,
der teilweise auch zu Ausbildungstauchgängen in allen Ausbildungsstufen
genutzt wird, bietet alles, was intakte Riffe hier zu bieten haben. Christian
entpuppte sich als umsichtiger, sehr ruhiger Taucher, die Chemie stimmte
und so setzten wir uns nach dem Tauchgang zusammen und besprachen das Programm
für die nächsten Tage.
Ich wollte den unteren Bereich des Canyons und natürlich das Blue
Hole (wenn man schon mal da ist ;-)) betauchen, Christian schlug vor, die
ruhigen Meeresbedingungen auszunutzen und mit den weniger bekannten Little
Canyon zu beginnen.

Der tiefe Ausgang vom Canyon
Der Little Canyon:
Angeblich ist die Gegend um den Golf von Aquaba stark von Erdbeben
durch Erdplattenverschiebungen betroffen. So gibt es viele Stellen, an
denen die Riffe aufgerissen sind und lange, tiefe Canyons hinterlassen
haben. Einige dieser Canyons sind teilweise durch Korallenbewuchs oder
verklemmte Korallenblöcke verschlossen, so dass der direkte Aufstieg
nach oben nicht überall möglich ist. Diese Canyons haben
schon ein wenig was von Höhlen, wenn man auch im Allgemeinen keine
Lampe braucht. Trotzdem sind diese Taugänge anspruchsvoll, meist tief
und somit oft nur vernünftig mit Doppelflaschen, den richtigen Gasen
und evtl. auch noch mit Dekoflasche zu betauchen. Der Little Canyon ist
ein mittlerweile nicht mehr ganz so geheimer ´Geheimtipp´,
der aufgrund des langen Anschwimmens an der Oberfläche nur selten
betaucht wird.
Zunächst ging es voll bepackt (Doppel 12 auf dem Rücken und
Dekotank, Kamera, Lampe und Reel unterm Arm) 30 Minuten an der Oberfläche
raus aufs offene Meer. Da kommt man beim Schwimmen ganz schön ins
schwitzen, wenn man so stromlinienförmig wie ein LKW ist. Christian
vollbrachte eine Meisterleistung, seine Navigation mit Hilfe von Landmarken
funktionierte grandios und so fielen wir nach 40 Meter tiefem Fall direkt
in den Little Canyon, der beileibe gar nicht so ´little´ ist.
Zwischen engen Felswänden ging es 15 Meter weiter runter, bis wir
in einer Tiefe von 55 Metern auf dem Grund des Canyons angekommen waren.
Christian hatte berichtet, dass er hier einen Eingang zu einer Höhle
kennen würde, die er allerdings noch nicht betaucht hatte. Wir fanden
den Eingang zur Höhle, 5 Minuten nach Verlassen der Oberfläche,
in einer Tiefe von 52 Metern. Nach einem kurzen, aber geräumigen Tunnel
tat sich eine große Halle auf, die durch Löcher in der Decke
mystisch von Lichtstrahlen durchzogen war. 20 Minuten Grundzeit, Leine
legen, nebenher noch fotografieren - da blieb leider nicht viel Zeit diese
geheimnisvolle, zwielichtige Atmosphäre zu genießen. Rein, kurz
verweilen, rumdrehen, wieder raus und den Aufstieg vorbereiten. Während
des einstündigen Aufstieges hatten wir die reichlich Gelegenheit die
weitgehend unberührte Rifflandschaft zu genießen. Das Tiefenprofil
des Grundes passte hervorragend zu unseren Dekostopps, so dass wir nach
100 Minuten Tauchzeit wohlbehalten am Ausstieg, direkt am Auto, ankamen.
Die Lange Schwimmstrecke konnten wir auf dem Rückweg Unterwasser verbringen,
much better!

Der schwierige Weg zum Blue Hole
Der Canyon:
Die zwei wohl bekanntesten Tauchplätze um Dahab herum sind das
Blue Hole und der Canyon, welcher einfach zu erreichen und nur ca. 10 Minuten
von Dahab entfernt ist. Abgetaucht wird in einer kleinen Sandbucht, dann
geht es über einen kleinen Sattel an die Außenseite des Riffes.
In ca. 12-15 Meter Wassertiefe geht das Riff in einen flacheren Sandboden
über, in dem der massive Canyon versteckt liegt. Nach unter 10 Minuten
Tauchzeit kann man an verschiedenen Stellen in den Canyon eintauchen. Bei
der klassische Tour, die auch wunderbar als Advanced- bzw. **-Taucher zu
betauchen ist, wird ungefähr in der Mitte des Canyons abgetaucht und
dieser dann, Richtung Ufer, flacher werdend, betaucht. Am oberen Ende das
Canyons liegt die Fishbowl, ein großer, hohler Fels- und Korallenblock,
aus dem man dann herauskommt.
Unser Plan war, durch die Fishbowl einzutauchen und dann den ganzen
Canyon von oben bis unten zu betauchen. Es bedarf ein wenig Fingerspitzengefühl,
den Zeitpunkt des Eintauchens so zu wählen, dass man auf den ersten
20 Metern im Canyon keinen Gegenverkehr bekommt. Nach der Hälfte des
Canyons ist man dann im Allgemeinen alleine. Der Canyon schlängelt
sich wunderbar, etwa 150 Meter weit, unterirdisch durch das Riff. Die bis
zu 15 Meter hohen Felswände, die teilweise bis zu 2 Meter nah aneinander
rücken, ragen weit auf, vereinzelt fallen Sonnenstrahlen in dieses
kolossale Meisterwerke natürlicher Architektur und erzeugen eine eindrucksvolle
Stimmung. Über verschiede Stufen geht es hinunter bis auf unter 50
Meter Wassertiefe und Canyon schießt sich zusehends über einem.
So wird der Canyon mit zunehmender Tiefe mehr und mehr zur Lichtdurchfluteten
Höhle, die auf den letzten 20 Metern keinen Aufstieg nach oben mehr
zulässt. Ein sehr abwechslungsreicher Tauchplatz, dessen Gefahren
allerdings durch die Helligkeit laut Christian gerne unterschätzt
werden. Am Ende des Canyons erreicht man eine kleine Halle, die man durch
ein kleines Loch ins Außenriff verlassen kann. Dieser Moment ist
kaum zu beschreiben! Von einem Moment zum nächsten aus der Höhle
hinaus mitten hinein ins steil abfallende Riff. Einen stärkeren Kontrast
habe ich während eines Tauchgangs noch nicht erlebt! Der Ausgang des
Canyons befindet sich in einer Tiefe von 52 Metern. Wenn man dem Riff weiter
nach unten folgt, tut sich der zweite Teil des Canyons, der nur noch mit
Trimix erreichbar ist, vor einem auf. Wir waren aufgrund unseres Gemisches
auf eine Tiefe von 65 Metern limitiert, was uns einen Blick von oben in
den 2. Canyon und den Eingangsbereich der Neptuns Cave erlaubte, dann hieß
es herumdrehen und erneut die lange Aufstiegszeit im Riff genießen.
Der zweite Canyon fällt bis in eine Tiefe von 150 Metern ab, der bislang
nur von 4 Menschen komplett betaucht wurde. Mein Buddy Christian war einer
davon...impressive!!!

Blue Hole von Außen
Das Blue Hole:
Das Blue Hole in Dahab ist wohl einer der bekanntesten Tauchplätze
des Roten Meeres. Berühmt-berüchtigt, hier haben sich in der
Vergangenheit viele, oft tödliche Unfälle ereignet. Das Außenriff
ist eine senkrechte Steilwand, die bis zu 200 Meter tief senkrecht abfällt.
Im Riffdach befindet sich ein Loch mit schätzungsweise 50-70 Metern
Durchmesser, das teilweise senkrecht bis in eine Tiefe von zwischen 80
und 100 Metern, je nach Standort, abfällt. Der Boden des Blue Holes
ist durch einen gigantischen Tunnel, der Arch, mit dem Außenriff
verbunden. Das Dach der Arch befindet sich auf einer Tiefe von 55 Metern,
der Grund fällt von 90 bis auf unter 100 Meter in Richtung Außenriff
ab. Es gibt nur 2 Verbindungen zwischen Außenriff und Blue Hole.
Die eine ist die Arch, die andere ist ein kleiner Sattel, über den
man in einer Wassertief von 6 Metern aus dem Blue Hole hinaus tauchen (oder
schnorcheln) kann. Das Blue Hole ist eine fantastische Laune der Natur,
leider habe ich nicht die leiseste Ahnung, wie das Ding entstanden ist.
Angeblich hat das wohl auch etwas mit Erdbeben zu tun gehabt, aber wie
genau blieb mir unverständlich. Man kann, als erfahrener Taucher verschiedene
Tauchgänge am Blue Hole machen. Alle setzten jedoch ein gewisses Maß
an Erfahrung voraus, da es sich rundweg um Steilwandtauchgänge handelt,
bei denen man besser nicht absacken sollte. Das Blue Hole an sich hat mir
sehr gefallen. Auch wenn der Bewuchs im Inneren lange nicht mit dem Außenriff
mithalten kann. Trotzdem fand ich es spannend, diese Laune der Natur zu
erleben und so meine Kreise im Hole in verschiedenen Tiefen zu ziehen.
Schulen von kleinen Barracudas und weiter unten ein paar Tunfische hießen
mich herzlich willkommen. Nicht zu vergessen die italienischen Bikinifische,
die in flacher Tauchtiefe wunderbar an der Oberfläche zu beobachten
sind ;-). Tauchgänge am Außenriff sind überwältigend
und können wunderbar beendet werden, indem man über den Sattel
ins Blue Hole taucht und dort das Wasser verlässt. Nicht weit entfernt
vom Hole (ca. 200 Meter nördlich) befinden sich die Bells. Die Bells
(keine Ahnung, warum der Tauchplatz so heißt...) sind kleine Spalten,
die in der senkrechten Riffwand platziert sind, und in denen man nett durch
verschiedene Engstellen abtauchen kann. Los geht's an der Oberfläche,
tiefster Punkt der Bells ist ein kleiner Durchlass auf 30 Metern, von dem
aus es dann direkt in die imposante Steilwand geht. Die Bells und der Sattel
vom Blue Hole lassen sich wunderbar verbinden und eröffnen Einblicke
in beide Tauchplätze.

Die Arch nach außen
Natürlich hat es auch seinen Reiz, die Arch zu durchtauchen. Trotzdem
möchte ich dringend davon abraten, das einfach mal so zu machen, selbst
wenn man, was immer unwahrscheinlicher wird, einen Guide finden sollte.
Die Arch ist ca. 20 Meter breit, der Aufstieg ist verschlossen und unter
dem Bauch ist weit und breit kein Grund in Sicht. Wer hier Schwierigkeiten
bekommt, und das ist auf mind. 55 Metern mit Pressluft nicht ganz unwahrscheinlich,
hat ein echtes Problem. Trotzdem übt die Arch im Blue Hole auf viele
Taucher eine magische Anziehung aus und so lassen jedes Jahr Taucher hier
ihr Leben. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass
es mir nicht ebenso gegangen wäre. Mit der richtigen Ausbildung, Erfahrung
und Ausrüstung ist die Arch auch durchaus machbar, so gehört
sie zum Standartprogramm der hiesigen Techbasen. Ein seltsames Gefühl
ist es aber auf jeden Fall, wenn man unter dem Dach hängt und weiß,
dass etliche Menschen hier schon ums Leben gekommen sind. Der für
mich am beeindruckenste Moment war auf jeden Fall das Verlassen der Arch,
wenn man aus dem Dunkel in das scheinende Blau des offenen Meeres eintaucht
und dann die scheinbar unendlichen Steilwände neben einem auftauchen...
Da kommt man sich schon ganz schon klein vor!

Die Arch nach innen
Christian und ich haben einen ganzen Haufen superspannender Tauchgänge
um Dahab herum hinter uns gebracht. Dahab ist ein Tauchparadies für
Extended Range oder Trimixtauchgänge, da völlig flexibel vom
Ufer aus getaucht werden kann. Aber auch der Nullzeittaucher kommt hier
auf seine Kosten. Die Mischung aus easy-living und toller Atmosphäre
in Dahab zusammen mit der Möglichkeit, hier völlig flexibel an
wirklich noch intakten Riffen tauchen zu können, macht den Charme
dieses Tauchgebietes aus.

Fahrt zur Ras Mamla Cave
Und zum Schluss meines Berichtes hier wieder eine kurze Vorstellung
meiner Tauchkontakte, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:
Nirvana Dive Center:
Kleine Basis im Ortskern von Dahab, direkt am Leuchtturm. Sehr freundliche
Atmosphäre, was auch mit an dem kleinen indischen Restaurant liegt,
das mit zu Tauchbasis gehört. Die Basis unter deutscher Leitung (Sven
Laskiwitz) fährt alle gängigen Tauchplätze an, Sonderwünsche
wie Private Guides o.ä. sind jederzeit machbar. Technische Tauchgänge
gehören nicht zum Standartprogramm der Nirvanas, allerdings wurde
mir hier durch Werner Christian vermittelt und so ging es dann jeden Tag
von der Basis aus los. Was mir sehr gut an der Nirvanabasis gefallen hat
war, dass es hier keine Eifersüchteleien mit anderen Basen gibt. Es
wird zusammen gearbeitet, Guides und Tauchlehrer werden auch mal ausgetauscht,
es herrscht eine Atomsphäre der allzeit offenen Türe! Ein Platz
für kontaktfreudige Menschen, Alleinreisende wie ich fühlen sich
hier auch sofort zu Hause. Außerdem verfügt die Basis über
7 Zimmer, so kann man, wenn man möchte, das Geld für´s
Taxi sparen. Kontaktadresse: info@nirvanadivers.com

Endlich am Meer
TDI Instructor Raymond Hermans:
Wer sich für Ausbildungen in die Technische Richtung interessiert
und das gerne in Dahab machen möchte, sollte mal mit Raymond in Kontakt
treten. Während meiner Zeit in Dahab hatte ich die Möglichkeit,
ihn ein wenig bei seiner Art zu teachen zu beobachten. Raymond bildet momentan
bis Extended Range aus und verlangt seinen Schülern einiges ab. Wer
wirklich nach dem Kurs was können möchte, ist hier gut aufgehoben.
Raymond unterrichtet auch auf deutsch und kann auch für allgemeine
Fragen übers technische Tauchen in Dahab jederzeit kontaktiert werden.
Kontaktmöglichkeit: www.aquamundi.com
, raymondhermans@hotmail.com
Private Technical Guide Chistian Cauwe:
Pendelt zwischen Belgien und Dahab, Kontaktmöglichkeit: christancauwe@hotmail.com,
Telefonnummer in Belgien: +32 3 440 34 86

In der Ras Mamla Cave
Sea & C Resort Dahab:
Das Tauchresort unter deutscher Leitung liegt etwas außerhalb
von Dahab, verfügt über ein eigenes Hausriff und eigene Hotelanlagen.
Vor allem für größere Gruppen (Vereine) oder Taucher, die
es Abends lieber gerne etwas ruhiger haben, könnten die Sea &
C´s die richtige Adresse sein. Der Eigentümer Mario Gassner
hat auch Spaß an Wüsten- und Wadiexpeditionen und ist für
jeden Spaß zu haben, wenn´s auch mal was anderes als tauchen
sein soll. Infos gibt´s unter www.sea-and-c.de
oder direkt von Mario unter mario@sea-and-c.de
Die Tage fließen dahin und ich sollte mich langsam ernsthaft mit
meiner Rückreise beschäftigen. Mit der Fähre von Ägypten
oder Israel nach Europa ist momentan nicht möglich, also bleibt mir
nur der Landweg. So wie es aussieht, wird meine Rückreise mich über
Jordanien, Syrien, Türkei nach Griechenland bringen. Von dort aus
mit der Fähre nach Venedig. Hoffentlich klappt alles mit den Visa,
ich habe zu Hause versprochen, dass ich am 3.4. wieder zur Arbeit erscheine.
Ich habe ja noch über 2 Wochen, das sollte reichen!
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