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Auf diesen Seiten wollen wir euch ein Expeditionstagebuch vorstellen - von einer etwas anderen Tauchreise. Marc Molsner wird in den nächsten Monaten mit seinem VW-Bus eine Reise durch Nord-/Ost-Afrika machen - kräftig tauchen - und euch berichten!
 Unterwegs nach Afrika 
Die etwas andere Tauchreise

Dahab - der Golf von Aquaba

Wie im letzten Bericht ja schon angekündigt, hat es mich mittlerweile nach Dahab verschlagen. Die Uhren ticken hier ein wenig anders. Alles ist sehr easy going, Tauchplätze vom feinsten und irgendwie ist Dahab, obwohl natürlich auch sehr touristisch, ein wenig anders, alternativer, bunter als die anderen Tauchrefugien in Ägypten.


Die Strandpromenade von Dahab

In Dahab angekommen habe ich mich erst mal auf die Suche nach der Nirvana-Tauchbasis, im Zentrum der Strandpromenade am Leuchtturm, gemacht. Ein befreundeter Taucher (Thanxx Nil für den Tipp) hatte mir diese Basis empfohlen und mich telefonisch auch schon mal angekündigt, so dass die Jungs (Sven und Werner) von den Nirvanas Bescheid wussten, dass da ein etwas seltsamer Taucher demnächst auftauchen wird. Nach kurzem Gespräch mit Werner Mauch war klar, dass für mich ein privater Guide gefunden werden muss, da meine Tauchwünsche nicht so ganz mit den klassischen Nullzeittauchprofilen zusammen passen. War aber kein Problem, da verschiedene Tekkis auf Freelancer-Basis (Honorararbeit) mit den Nirvanas zusammen arbeiten. Mein großes Glück war, dass Christian Cauwe, ein erfahrener Tecktaucher und Diveguide in Dahab, nichts zum tun und Lust auf ein paar Extended Range und Trimix Tauchgänge (ich komme später noch darauf zu sprechen, was das genau ist) hatte. Christian´s tiefster Tauchgang lag bei 150 Metern und er war schon bei verschiedenen Rekordversuchen als Support Taucher mit dabei, so z.B. auch bei Lee Cunningham, der im Oktober 2005 den Wrack-Tieftauchweltrekord (205m) aufgestellt hat. Die Teck Szene in Dahab ist noch sehr familiär und wenn man sich ein wenig mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, landet man hier ruck zuck auch mal an einem Tisch mit erfahrenen Leuten (Lee Cunningham, Mark Andrews, Raymond Hermans, etc.) wo man den einen oder anderen Tipp aufschnappen kann. Und wie schon so oft auf meiner Reise, nicht die Spur von Arroganz. Offene und sympathische Jungs, die nicht gleich mit Besserwissereien anfangen, wenn man etwas anders macht. Es gibt immer verschiedene Wege zum Ziel, welches das auch immer sein mag!


Mein Hotel in Dahab

Dahab ist ein nettes Städtchen, nördlich der Spitze der Sinai-Halbinsel, ca. 100km entfernt von Sharm el Sheik am Golf von Aquaba gelegen. So ist es auch gut möglich, einen gesplitteten Urlaub zu machen, halb Sharm, halb Dahab. Der Golf von Aquaba wartet vor allem mit intakten Riffen und unglaublich vielfältigem Marine Life auf. Aber auch spektakuläre Drop Offs, Canyons und sehr spezielle Unterwasserlandschaften sind hier zu finden. Wer auf Haie und Bootstauchgänge fixiert ist, ist hier nicht unbedingt richtig. Für alles andere, von Nacktschnecken bis Teckexpeditionen, ist hier gesorgt.


Der little Canyon

Besonders nett in Dahab ist die Strandpromenade am Leuchtturm. In beinahe allen Touristenzentren in Ägypten wurde der Fehler gemacht, die kompletten Strände mit Hotelanlagen zuzubauen. Wenn man ein wenig promenieren möchte, ist das Meer, außerhalb der Hotelanlagen, meist nicht zu sehen. In Dahab gibt es die klassische Standpromenade! Die Strände am Leuchtturm sind gespickt mit netten, offenen, Bars und Restaurants oder einfach nur Stränden, an denen man auch einen Drink bekommt. Auf der Strandpromenade herrscht Fahrverbot, kein Lärm (vom Hundegebell abgesehen), kein Dreck, kein Gestank . himmlisch! Ein Tauchshop reiht sich an den nächsten, viele bunte Souvenirshops laden zum bummeln ein und von Jeepsafaris über Cameltouren bis hin zu Motorrad- und Quad-Trips kann man hier alles buchen. Buntes Treiben herrscht hier den ganzen Tag und da die Tauchtrips in vielen Basen nicht nach festgefahrenem Zeitplan ablaufen, kann man sich diese legen wie man will und auch mal einfach einen halben Tag in Dahab verbummeln. Sehr nett! Allerdings läuft man Gefahr, hier dem Dahab Virus zu erliegen, der es einem schwer macht unter dem Sonnenschirm hervorzukriechen und den nassen Tauchanzug wieder anzuziehen. Der All-Inclusive-Urlaub hat sich hier noch nicht so durchgesetzt und so kann man hier auch wunderbar nur Übernachtungen buchen (oder einfach vor Ort danach schauen) und die Vielzahl der Restaurants ausprobieren. Das Preisniveau, sowohl fürs Tauchen als auch für Übernachtungen und Essen liegt im unteren Bereich, verglichen mit anderen Tauchspots in Ägypten.


Little Canyon Cave

Aber nun zurück zum Tauchen! Da ich in Dahab in Christian einen Tauchpartner für Extended Range und Trimix gefunden hatte, wollten wir natürlich auch diese Tauchgänge machen... Und Dahab ist ein perfekter Platz dafür. Der Canyon (komplette Version) und das Blue Hole standen natürlich auf dem Plan, allerdings gibt es in Dahab auch noch andere feine landschaftliche Zuckerstückchen!

Ich denke, es könnte Sinn machen, wenn ich erst mal erkläre, was Extended Range Tauchgänge eigentlich sind. Grundsätzlich geht es darum, in vertretbaren Tiefen (normalerweise zwischen 30 und 45 Metern, bei manchen Leuten auch tiefer) die Zeit zu verlängern, die man in dieser Tiefe zur Verfügung hat (Die Nullzeitgrenze beim PADI Tauchplaner bei 40 Metern liegt bei 8 Minuten). Da es sich hierbei um Dekompressionstauchgänge handelt, gibt es einen Haufen neuer Tauchtechniken, aber auch die Tauchausrüstung muss den gestiegenen Anforderungen angepasst werden. Der direkte Weg zur Oberfläche ist durch die Stickstoffanreicherung versperrt (mal abgesehen von der Möglichkeit der Dekokammer ;-)). Außerdem gibt es die Möglichkeit, durch Benutzung von Nitroxgemischen bis zu reinem Sauerstoff während den Dekompressionsstops, die Dekozeit beträchtlich zu verkürzen. Lange Grundzeit, beispielsweise eine Dreiviertelstunde am Wrack der Thistlegorm (30 Meter) und trotzdem nach nicht viel mehr als einer Stunde wieder aus dem Wasser. Das gibt einem unheimlich viel Zeit, relaxt komplexe Tauchspots unter die Lupe zu nehmen! Zu entscheiden, ob das ganze Sinn macht oder ob der Mehraufwand hierfür (Ausrüstung, Ausbildung, Training, etc.) gerechtfertigt ist, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist jedoch, das die Taucher mit den Doppelflaschen auf dem Rücken mehr und mehr werden.



Im Canyon

Wenn es nun darum geht, sehr tiefe Tauchgänge machen zu wollen, kommt man an Trimix nicht vorbei. Trimix ist eine Bezeichnung für ein Gasgemisch, indem der prozentuale Anteil des Stickstoffes und bei besonders tiefen Tauchgängen auch des Sauerstoffes reduziert und mit Helium ersetzt wird. Durch den niedrigen Stickstoffgehalt wird der Tiefenrausch reduziert und man kann tiefe Tauchgänge mit klarem Kopf genießen (was natürlich auch das Risiko beträchtlich verringert).

Meine Beschreiungen dieser zwei, immer populärerer werdenden Tauchtechniken ist sehr unvollständig und oberflächlich. Eine genaue Beschreibung hätte den Rahmen meines Berichtes gesprengt. Genauere Informationen zu diesen oder ähnlichen Ausbildungen gibt es auf den Webseiten der Ausbildungsorganisationen (TDI, IANTD, PATD, DSAT, etc.).

Den ersten Tauchgang zum gegenseitigen Kennenlernen machten wir direkt am Riff an der Strandpromenade am Leuchtturm. Auch hier kann man bereits problemlos tiefere Tauchgänge machen, aber auch der flachere Bereich, der teilweise auch zu Ausbildungstauchgängen in allen Ausbildungsstufen genutzt wird, bietet alles, was intakte Riffe hier zu bieten haben. Christian entpuppte sich als umsichtiger, sehr ruhiger Taucher, die Chemie stimmte und so setzten wir uns nach dem Tauchgang zusammen und besprachen das Programm für die nächsten Tage.

Ich wollte den unteren Bereich des Canyons und natürlich das Blue Hole (wenn man schon mal da ist ;-)) betauchen, Christian schlug vor, die ruhigen Meeresbedingungen auszunutzen und mit den weniger bekannten Little Canyon zu beginnen.


Der tiefe Ausgang vom Canyon

Der Little Canyon:
Angeblich ist die Gegend um den Golf von Aquaba stark von Erdbeben durch Erdplattenverschiebungen betroffen. So gibt es viele Stellen, an denen die Riffe aufgerissen sind und lange, tiefe Canyons hinterlassen haben. Einige dieser Canyons sind teilweise durch Korallenbewuchs oder verklemmte Korallenblöcke verschlossen, so dass der direkte Aufstieg nach oben nicht  überall möglich ist. Diese Canyons haben schon ein wenig was von Höhlen, wenn man auch im Allgemeinen keine Lampe braucht. Trotzdem sind diese Taugänge anspruchsvoll, meist tief und somit oft nur vernünftig mit Doppelflaschen, den richtigen Gasen und evtl. auch noch mit Dekoflasche zu betauchen. Der Little Canyon ist ein mittlerweile nicht mehr ganz so geheimer ´Geheimtipp´, der aufgrund des langen Anschwimmens an der Oberfläche nur selten betaucht wird.
Zunächst ging es voll bepackt (Doppel 12 auf dem Rücken und Dekotank, Kamera, Lampe und Reel unterm Arm) 30 Minuten an der Oberfläche raus aufs offene Meer. Da kommt man beim Schwimmen ganz schön ins schwitzen, wenn man so stromlinienförmig wie ein LKW ist. Christian vollbrachte eine Meisterleistung, seine Navigation mit Hilfe von Landmarken funktionierte grandios und so fielen wir nach 40 Meter tiefem Fall direkt in den Little Canyon, der beileibe gar nicht so ´little´ ist. Zwischen engen Felswänden ging es 15 Meter weiter runter, bis wir in einer Tiefe von 55 Metern auf dem Grund des Canyons angekommen waren. Christian hatte berichtet, dass er hier einen Eingang zu einer Höhle kennen würde, die er allerdings noch nicht betaucht hatte. Wir fanden den Eingang zur Höhle, 5 Minuten nach Verlassen der Oberfläche, in einer Tiefe von 52 Metern. Nach einem kurzen, aber geräumigen Tunnel tat sich eine große Halle auf, die durch Löcher in der Decke mystisch von Lichtstrahlen durchzogen war. 20 Minuten Grundzeit, Leine legen, nebenher noch fotografieren - da blieb leider nicht viel Zeit diese geheimnisvolle, zwielichtige Atmosphäre zu genießen. Rein, kurz verweilen, rumdrehen, wieder raus und den Aufstieg vorbereiten. Während des einstündigen Aufstieges hatten wir die reichlich Gelegenheit die weitgehend unberührte Rifflandschaft zu genießen. Das Tiefenprofil des Grundes passte hervorragend zu unseren Dekostopps, so dass wir nach 100 Minuten Tauchzeit wohlbehalten am Ausstieg, direkt am Auto, ankamen. Die Lange Schwimmstrecke konnten wir auf dem Rückweg Unterwasser verbringen, much better!


Der schwierige Weg zum Blue Hole

Der Canyon:
Die zwei wohl bekanntesten Tauchplätze um Dahab herum sind das Blue Hole und der Canyon, welcher einfach zu erreichen und nur ca. 10 Minuten von Dahab entfernt ist. Abgetaucht wird in einer kleinen Sandbucht, dann geht es über einen kleinen Sattel an die Außenseite des Riffes. In ca. 12-15 Meter Wassertiefe geht das Riff in einen flacheren Sandboden über, in dem der massive Canyon versteckt liegt. Nach unter 10 Minuten Tauchzeit kann man an verschiedenen Stellen in den Canyon eintauchen. Bei der klassische Tour, die auch wunderbar als Advanced- bzw. **-Taucher zu betauchen ist, wird ungefähr in der Mitte des Canyons abgetaucht und dieser dann, Richtung Ufer, flacher werdend, betaucht. Am oberen Ende das Canyons liegt die Fishbowl, ein großer, hohler Fels- und Korallenblock, aus dem man dann herauskommt.
Unser Plan war, durch die Fishbowl einzutauchen und dann den ganzen Canyon von oben bis unten zu betauchen. Es bedarf ein wenig Fingerspitzengefühl, den Zeitpunkt des Eintauchens so zu wählen, dass man auf den ersten 20 Metern im Canyon keinen Gegenverkehr bekommt. Nach der Hälfte des Canyons ist man dann im Allgemeinen alleine. Der Canyon schlängelt sich wunderbar, etwa 150 Meter weit, unterirdisch durch das Riff. Die bis zu 15 Meter hohen Felswände, die teilweise bis zu 2 Meter nah aneinander rücken, ragen weit auf, vereinzelt fallen Sonnenstrahlen in dieses kolossale Meisterwerke natürlicher Architektur und erzeugen eine eindrucksvolle Stimmung. Über verschiede Stufen geht es hinunter bis auf unter 50 Meter Wassertiefe und Canyon schießt sich zusehends über einem. So wird der Canyon mit zunehmender Tiefe mehr und mehr zur Lichtdurchfluteten Höhle, die auf den letzten 20 Metern keinen Aufstieg nach oben mehr zulässt. Ein sehr abwechslungsreicher Tauchplatz, dessen Gefahren allerdings durch die Helligkeit laut Christian gerne unterschätzt werden. Am Ende des Canyons erreicht man eine kleine Halle, die man durch ein kleines Loch ins Außenriff verlassen kann. Dieser Moment ist kaum zu beschreiben! Von einem Moment zum nächsten aus der Höhle hinaus mitten hinein ins steil abfallende Riff. Einen stärkeren Kontrast habe ich während eines Tauchgangs noch nicht erlebt! Der Ausgang des Canyons befindet sich in einer Tiefe von 52 Metern. Wenn man dem Riff weiter nach unten folgt, tut sich der zweite Teil des Canyons, der nur noch mit Trimix erreichbar ist, vor einem auf. Wir waren aufgrund unseres Gemisches auf eine Tiefe von 65 Metern limitiert, was uns einen Blick von oben in den 2. Canyon und den Eingangsbereich der Neptuns Cave erlaubte, dann hieß es herumdrehen und erneut die lange Aufstiegszeit im Riff genießen. Der zweite Canyon fällt bis in eine Tiefe von 150 Metern ab, der bislang nur von 4 Menschen komplett betaucht wurde. Mein Buddy Christian war einer davon...impressive!!!


Blue Hole von Außen

Das Blue Hole:
Das Blue Hole in Dahab ist wohl einer der bekanntesten Tauchplätze des Roten Meeres. Berühmt-berüchtigt, hier haben sich in der Vergangenheit viele, oft tödliche Unfälle ereignet. Das Außenriff ist eine senkrechte Steilwand, die bis zu 200 Meter tief senkrecht abfällt. Im Riffdach befindet sich ein Loch mit schätzungsweise 50-70 Metern Durchmesser, das teilweise senkrecht bis in eine Tiefe von zwischen 80 und 100 Metern, je nach Standort, abfällt. Der Boden des Blue Holes ist durch einen gigantischen Tunnel, der Arch, mit dem Außenriff verbunden. Das Dach der Arch befindet sich auf einer Tiefe von 55 Metern, der Grund fällt von 90 bis auf unter 100 Meter in Richtung Außenriff ab. Es gibt nur 2 Verbindungen zwischen Außenriff und Blue Hole. Die eine ist die Arch, die andere ist ein kleiner Sattel, über den man in einer Wassertief von 6 Metern aus dem Blue Hole hinaus tauchen (oder schnorcheln) kann. Das Blue Hole ist eine fantastische Laune der Natur, leider habe ich nicht die leiseste Ahnung, wie das Ding entstanden ist. Angeblich hat das wohl auch etwas mit Erdbeben zu tun gehabt, aber wie genau blieb mir unverständlich. Man kann, als erfahrener Taucher verschiedene Tauchgänge am Blue Hole machen. Alle setzten jedoch ein gewisses Maß an Erfahrung voraus, da es sich rundweg um Steilwandtauchgänge handelt, bei denen man besser nicht absacken sollte. Das Blue Hole an sich hat mir sehr gefallen. Auch wenn der Bewuchs im Inneren lange nicht mit dem Außenriff mithalten kann. Trotzdem fand ich es spannend, diese Laune der Natur zu erleben und so meine Kreise im Hole in verschiedenen Tiefen zu ziehen. Schulen von kleinen Barracudas und weiter unten ein paar Tunfische hießen mich herzlich willkommen. Nicht zu vergessen die italienischen Bikinifische, die in flacher Tauchtiefe wunderbar an der Oberfläche zu beobachten sind ;-). Tauchgänge am Außenriff sind überwältigend und können wunderbar beendet werden, indem man über den Sattel ins Blue Hole taucht und dort das Wasser verlässt. Nicht weit entfernt vom Hole (ca. 200 Meter nördlich) befinden sich die Bells. Die Bells (keine Ahnung, warum der Tauchplatz so heißt...) sind kleine Spalten, die in der senkrechten Riffwand platziert sind, und in denen man nett durch verschiedene Engstellen abtauchen kann. Los geht's an der Oberfläche, tiefster Punkt der Bells ist ein kleiner Durchlass auf 30 Metern, von dem aus es dann direkt in die imposante Steilwand geht. Die Bells und der Sattel vom Blue Hole lassen sich wunderbar verbinden und eröffnen Einblicke in beide Tauchplätze.


Die Arch nach außen

Natürlich hat es auch seinen Reiz, die Arch zu durchtauchen. Trotzdem möchte ich dringend davon abraten, das einfach mal so zu machen, selbst wenn man, was immer unwahrscheinlicher wird, einen Guide finden sollte. Die Arch ist ca. 20 Meter breit, der Aufstieg ist verschlossen und unter dem Bauch ist weit und breit kein Grund in Sicht. Wer hier Schwierigkeiten bekommt, und das ist auf mind. 55 Metern mit Pressluft nicht ganz unwahrscheinlich, hat ein echtes Problem. Trotzdem übt die Arch im Blue Hole auf viele Taucher eine magische Anziehung aus und so lassen jedes Jahr Taucher hier ihr Leben. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es mir nicht ebenso gegangen wäre. Mit der richtigen Ausbildung, Erfahrung und Ausrüstung ist die Arch auch durchaus machbar, so gehört sie zum Standartprogramm der hiesigen Techbasen. Ein seltsames Gefühl ist es aber auf jeden Fall, wenn man unter dem Dach hängt und weiß, dass etliche Menschen hier schon ums Leben gekommen sind. Der für mich am beeindruckenste Moment war auf jeden Fall das Verlassen der Arch, wenn man aus dem Dunkel in das scheinende Blau des offenen Meeres eintaucht und dann die scheinbar unendlichen Steilwände neben einem auftauchen... Da kommt man sich schon ganz schon klein vor!


Die Arch nach innen

Christian und ich haben einen ganzen Haufen superspannender Tauchgänge um Dahab herum hinter uns gebracht. Dahab ist ein Tauchparadies für Extended Range oder Trimixtauchgänge, da völlig flexibel vom Ufer aus getaucht werden kann. Aber auch der Nullzeittaucher kommt hier auf seine Kosten. Die Mischung aus easy-living und toller Atmosphäre in Dahab zusammen mit der Möglichkeit, hier völlig flexibel an wirklich noch intakten Riffen tauchen zu können, macht den Charme dieses Tauchgebietes aus.


Fahrt zur Ras Mamla Cave

Und zum Schluss meines Berichtes hier wieder eine kurze Vorstellung meiner Tauchkontakte, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

Nirvana Dive Center:
Kleine Basis im Ortskern von Dahab, direkt am Leuchtturm. Sehr freundliche Atmosphäre, was auch mit an dem kleinen indischen Restaurant liegt, das mit zu Tauchbasis gehört. Die Basis unter deutscher Leitung (Sven Laskiwitz) fährt alle gängigen Tauchplätze an, Sonderwünsche wie Private Guides o.ä. sind jederzeit machbar. Technische Tauchgänge gehören nicht zum Standartprogramm der Nirvanas, allerdings wurde mir hier durch Werner Christian vermittelt und so ging es dann jeden Tag von der Basis aus los. Was mir sehr gut an der Nirvanabasis gefallen hat war, dass es hier keine Eifersüchteleien mit anderen Basen gibt. Es wird zusammen gearbeitet, Guides und Tauchlehrer werden auch mal ausgetauscht, es herrscht eine Atomsphäre der allzeit offenen Türe! Ein Platz für kontaktfreudige Menschen, Alleinreisende wie ich fühlen sich hier auch sofort zu Hause. Außerdem verfügt die Basis über 7 Zimmer, so kann man, wenn man möchte, das Geld für´s Taxi sparen. Kontaktadresse: info@nirvanadivers.com


Endlich am Meer

TDI Instructor Raymond Hermans:
Wer sich für Ausbildungen in die Technische Richtung interessiert und das gerne in Dahab machen möchte, sollte mal mit Raymond in Kontakt treten. Während meiner Zeit in Dahab hatte ich die Möglichkeit, ihn ein wenig bei seiner Art zu teachen zu beobachten. Raymond bildet momentan bis Extended Range aus und verlangt seinen Schülern einiges ab. Wer wirklich nach dem Kurs was können möchte, ist hier gut aufgehoben. Raymond unterrichtet auch auf deutsch und kann auch für allgemeine Fragen übers technische Tauchen in Dahab jederzeit kontaktiert werden. Kontaktmöglichkeit: www.aquamundi.com , raymondhermans@hotmail.com

Private Technical Guide Chistian Cauwe:
Pendelt zwischen Belgien und Dahab, Kontaktmöglichkeit: christancauwe@hotmail.com, Telefonnummer in Belgien: +32 3 440 34 86


In der Ras Mamla Cave

Sea & C Resort Dahab:
Das Tauchresort unter deutscher Leitung liegt etwas außerhalb von Dahab, verfügt über ein eigenes Hausriff und eigene Hotelanlagen. Vor allem für größere Gruppen (Vereine) oder Taucher, die es Abends lieber gerne etwas ruhiger haben, könnten die Sea & C´s die richtige Adresse sein. Der Eigentümer Mario Gassner hat auch Spaß an Wüsten- und Wadiexpeditionen und ist für jeden Spaß zu haben, wenn´s auch mal was anderes als tauchen sein soll. Infos gibt´s unter www.sea-and-c.de oder direkt von Mario unter mario@sea-and-c.de

Die Tage fließen dahin und ich sollte mich langsam ernsthaft mit meiner Rückreise beschäftigen. Mit der Fähre von Ägypten oder Israel nach Europa ist momentan nicht möglich, also bleibt mir nur der Landweg. So wie es aussieht, wird meine Rückreise mich über Jordanien, Syrien, Türkei nach Griechenland bringen. Von dort aus mit der Fähre nach Venedig. Hoffentlich klappt alles mit den Visa, ich habe zu Hause versprochen, dass ich am 3.4. wieder zur Arbeit erscheine. Ich habe ja noch über 2 Wochen, das sollte reichen!

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03.09.2010 01:11 Taucher Online : 71
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