Ein altbekanntes Lied wird alljährlich auf die gemeinen
Taucherohren
gesungen. Schließlich spielen sich die meisten Probleme beim
Tauchen im
HNO-Bereich ab und was für manch hartgesottenen Taucher ein alter
Hut
ist, stellt für den Tauchanfänger neues und ungeahntes Leid
dar. Aber:
Ohrenschmerz ist nicht gleich Ohrenschmerz, die Ursachen können
vielfältig sein. Taucher.Net gibt einen Überblick.
Bericht von Dr.Anke Fabian
Man unterscheidet das Außenohr, das Mittelohr und das
Innenohr. In allen drei Abschnitten kann es beim Tauchsport zu
typischen Problemen kommen.
Das Außenohr
Wie der Name schon nahelegt, befindet sich das Außenohr
außen und für alle sichtbar am Kopf. Dazu gehören die
Ohrmuschel, der Gehörgang und die äußere Seite des
Trommelfells - kurz: alles, was beim Tauchen mit dem Wasser in Kontakt
gelangt. Die Wandung des äußeren Gehörganges ist
zunächst knorpelig, weiter innen dann knöchern. In seinem
gesamten Verlauf ist der Gang mit verhornendem Plattenepithel
ausgekleidet. Das hört sich widerstandsfähiger an als es ist.
Die Gehörgangshaut ist sehr sensibel innerviert und empfindlich.
Zum Schutz wird der Ohrschmalz gebildet (Cerumen), der aus
Fettsäuren und Zellresten besteht. Er ist eine wirksame
Schutzbarriere gegen Bakterienansiedlung und schützt vor
Austrocknung. Der Taucher sollte es tunlichst unterlassen die – wenn
auch nicht sehr ansehnliche „natürliche Ohrschutzcreme“ durch
Manipulation mit diversen Gegenständen (das Gängigste ist ein
Ohrwattestäbchen) aus dem Gehörgang zu
manövrieren. Dabei kommt es oft zu Mikroverletzungen, die die
häufigste Ursache für eine unangenehme
Außenohrentzündung darstellen. Oder man stopft den
Ohrschmalz nur noch tiefer in den Gehörgang und verschließt
diesen komplett. Erkrankungen des Außenohres
Verletzung des Trommelfells
Eine Trommelfellruptur entsteht häufig versehentlich durch
Manipulation des äußeren Gehörganges (siehe Abbildung rechts), durch
Barotraumen, Explosionstraumen oder bei instabilem Trommelfell durch
Narben. Ein Einriss des Trommelfells kann mit plötzlich stechenden
Schmerzen einhergehen oder aber auch gänzlich unbemerkt verlaufen.
Beim Druckausgleich an Land hört man danach die Luft aus dem Ohr
entweichen. Es besteht absolutes Tauchverbot, da Wasser in das
Mittelohr eindringen kann, was zu Infektionen der Paukenhöhle und
Schwindel führt. Therapie: der Befund muss zwingend von
einem Arzt gesehen und untersucht werden.
Ist der Defekt zu groß mit klaffenden Wundrändern, stehen
die Chancen zur spontanen Abheilung schlecht, und eine dauerhafte
Lösung wird unter Umständen nur durch eine Trommelfellplastik
gewährleistet. Ist der Defekt klein, kann die spontane Heilung
abgewartet werden und das Ohr sollte steril abgedeckt werden.
Ohrentropfen dürfen keinesfalls zur Anwendung kommen, da sie durch
den Defekt in das Mittelohr eindringen und dieses schädigen
können.
Nach einer Ohroperation muss zwingend eine dreimonatige Tauchpause
gemacht werden, damit die Trommelfellplastik stabil verheilen kann. Bei
anschließendem Tauchwunsch sollten zunächst nur vorsichtige
Druckversuche unternommen werden, um die Stabilität zu
prüfen. Am ungefährlichsten ist dies in Form eines
Testtauchgangs in einer Druckkammer.
Es gibt kaum ein Taucherleiden, das einem den Tauchurlaub so nachhaltig
verderben kann wie die Entzündung des äußeren
Gehörganges. Wer jemals so ein „Taucherohr“ miterlebt hat, wird
künftig alles daran setzen, derartigem Leid vorzubeugen. Die
Entzündung wird durch die ständige Feuchtigkeit, Zugluft,
Wind und die – zum Teil physiologische – Keimbelastung in tropischen
Gewässern gefördert. Auch übertriebene Hygiene mit
Benutzung von Ohrenstäbchen kann eine otitis externa
heraufbeschwören.
Durch die Anwendung von Ohrenstäbchen wird der wichtige Schutzfilm
(Ohrschmalz) im Ohr abgetragen und zusätzlich werden kleine
Mikrotraumen verursacht. Eine ideale Eintrittspforte für Bakterien
und Pilze, sich im Gehörgang einzunisten. Anfänglich
juckt und kitzelt es lediglich im Ohr, doch dieses nur unangenehme
Gefühl schwindet schnell und macht einem zunehmendem Schmerz
Platz, der auch den hartgesottensten Taucher zur Verzweiflung bringen
kann. Zunächst entzündet sich der Gehörgang mit
anschließender Schwellung und Sekretion (siehe Abbildung). Die Schmerzen
können eine ungeheure Intensität annehmen, und der
Gehörgang kann komplett zu schwellen. Die Diagnose ist
relativ einfach – auch durch den Laien – zu stellen, da jede
Manipulation am Ohr höllisch wehtut, vor allem der Druck auf den
kleinen Ohrknorpel am Anfang des Gehörganges – man spricht hier
vom „Tragusdruckschmerz“. Die normalerweise ordnungsgemäß an
den Schädel angelegte Ohrmuschel klappt sich wie die Haltekelle
eines Verkehrspolizisten heraus, so als wolle sie andeuten: Stopp,
nicht tauchen!
Therapie: Ohr unbedingt trocken halten. Kann sein,
dass der Körper gewinnt: Nach einigen Tagen – bei Tauchkarenz
versteht sich – geht die Entzündungsreaktion von alleine
zurück, und bis der Urlaub vorbei ist – wohlgemerkt ohne Tauchen –
ist das Ohr wieder gesund. Pech im Urlaub, aber Glück gehabt.
Hält der Schmerz jedoch an, muss schnell gehandelt werden, sonst
ist der Tauchurlaub oder die Safari wirklich vorbei oder die
Entzündung bricht durch das Trommelfell in das Mittelohr ein. Es
gibt jede Menge antibiotische Fertigpräparate aus der Apotheke auf
dem Markt (z.B. Panotile) sowie noch mehr „eigene Rezepturen“.
Solange eine gute Wirksamkeit vorliegt und die Tropfen früh genug
eingebracht werden bevor der Gehörgang zuschwillt kann man diese
verwenden. Wichtig ist auch die Einnahme eines wirksamen
Schmerzmittels; vorteilhaft ist, wenn es gleichzeitig abschwellend
wirkt (z.B. Voltaren, Ibuprofen). Die Tauchpause ist obligat. Ist der
Gehörgang erst einmal zugeschwollen hilft nur noch eine
Streifeneinlage, da Tropfen nicht mehr durchkommen. Dies sollte
ausschließlich von einem Arzt durchgeführt werden. Getaucht
werden darf erst wieder, wenn alle Symptome über mindestens 24
Stunden abgeklungen sind.
Therapie und Behandlung des entzündeten Außenohrs
Vorbeugung ist bekanntlich besser als
Nachsorgen. Deshalb hier ein paar Tipps: • KEINE
Ohrstäbchen verwenden • Ohr vor Wind
schützen (Mütze tragen) • Ohr nach dem TG
mit Süßwasser ausspülen (Vorsicht Verletzungen). Am
sichersten ist hier wirklich „Trinkwasser“, da auch das
Süßwasser aus der Leitung in manchen Ländern erheblich
keimbelastet sein kann. • Ggf. vorbeugende
Ohrentropfen (z.B. DS Ohrentropfen, Ehm’sche Tropfen etc.) • Ohr trocken
legen, z.B. nach dem TG föhnen– zugegeben: nicht sehr praktikabel • Im schlimmsten
und rezidivierenden Fall: Ohr während des Tauchens trocken halten,
z. B. durch eine spezielle Maske (zB Pro Ear)
Gehörgangsexostosen (swimmers ear)
Der Name „swimmers ear“ begründet sich in der Beobachtung, dass
die sogenannten Exostosen gehäuft bei Wassersportlern auftreten.
Man macht die „Kaltwasserreize“ dafür verantwortlich. Bei diesen
Vorwölbungen im Gehörgang handelt es sich um langsam
wachsende gutartige Tumore der knöchernen Gehörgangswand.
Meist stellen sie einen Zufallsbefund bei der Ohrinspektion dar und
machen keine Probleme.
Für den Taucher werden sie dann relevant, wenn sie den
Gehörgang fast vollständig verlegen oder der Taucher dadurch
zu Gehörgangsentzündungen neigt. Wachsen die Exostosen zu
beträchtlicher Größe an, können sie den
Gehörgang vollständig blockieren und zum
Außenohrbarotrauma oder sogar zur Trommelfellschädigung
führen.
Therapie: Die einzige dauerhafte Lösung bei
größeren Problemen ist die operative Abtragung in lokaler
oder allgemeiner Narkose.
Außenohrbarotrauma
Normalerweise füllt sich der äußere Gehörgang beim
Tauchen mit Wasser. Dadurch kann es kaum zu einem Barotrauma kommen, da
Flüssigkeiten durch die beim Tauchen erreichten
Umgebungsdrücke nicht komprimierbar sind. Kommt es allerdings zu
einem Lufteinschluss im äußeren Gehörgang durch eng
ansitzende Kopfhauben, Ohrstöpsel, Gehörgangsexostosen oder
festsitzende Cerumenpröpfe (eingetrockneter Ohrschmalz) kann
dieses seltene Phänomen durchaus auftreten. Beim Abtauchen
entsteht durch den relativen Unterdruck der eingeschlossenen Luft eine
„Schröpfwirkung“, und das Trommelfell wird nach außen
gezogen. Beim Auftauchen wäre es umgekehrt, kommt aber nur sehr
selten vor. Es kommt zunächst zu einem Druckgefühl, dann
Schmerzen, Schwellung des Gehörgangs, Einblutungen, und in
Extremfällen kann es sogar zu Trommelfellrissen kommen.
Therapie: Der Tauchgang muss sofort abgebrochen
werden. Danach je nach aktueller Schädigung (siehe Barotrauma).
Prophylaxe: eng ansitzende Hauben durchspülen oder besser noch mit
einer heißen Nadel ein oder zwei kleine
Entlüftungslöcher in das Neopren brennen. Kein Tauchen mit
Ohrstöpseln! Wer zu Ohrschmalz neigt, ist gut beraten, diesen vor
dem Tauchurlaub durch einen HNO-Arzt entfernen zu
lassen.
Das Mittelohr
Als Mittelohr wird der luftgefüllte Raum von der Rückseite
des Trommelfells bis zur knöchernen Abgrenzung zum Innenohr
bezeichnet. Er ist der am meisten beanspruchte Teil des Ohres beim
Tauchen. Die Belüftung erfolgt über die – jedem Taucher nur
allzu gut bekannte – Ohrtrompete (tuba
auditiva, Eustach’sche Röhre), die das Mittelohr als
einziger Gang mit dem Nasenrachenraum – also mit der Außenwelt –
verbindet. Deshalb nützen Ohrentropfen bei intaktem Trommelfell
auch nichts gegen Mittelohrentzündung, da es undurchlässig
für Medikamente ist. Die Belüftung, das heißt „der
Druckausgleich“ beim Abtauchen erfolgt aktiv und kann durch
verschiedene Techniken hergestellt werden (siehe Tabelle (pdf)).
Beim Auftauchen entweicht die Luft zumeist passiv
allein durch den Überdruck. Weiterhin befinden sich dort die
Gehörknöchelchen – Hammer, Amboss und Steigbügel – die
eine Kette bildend als Schallverstärkung dienen. Sie
transformieren die Schallwelle in der Luft in eine mechanische
Auslenkung, die dann über eine feine Membran (ovales Fenster) an
das Innenohr weitergegeben wird. Die allermeisten
Druckausgleichsprobleme beim Tauchen treten im Mittelohr auf, wenn der
Druckausgleich aus den verschiedensten Gründen nicht gelingt.
Tubenbelüftungsstörungen
Das luftgefüllte Mittelohr unterliegt ständigen
Druckschwankungen, abhängig vom umgebenden Luftdruck. Das
weiß jeder, der schon einmal geflogen ist, im Zug durch einen
Tunnel fuhr oder mit der Gondel berg- oder talwärts schwebte.
Diese Druckschwankungen sind jedoch nicht so groß und schnell
treten so schnell auf wie beim Tauchen. Grundsätzlich gilt, dass
beim Tauchen innerhalb sehr kurzer Zeit große Volumenschwankungen
im Mittelohr stattfinden. Diese Veränderungen des Volumens
müssen durch die Ohrtrompete ausgeglichen werden. Im „normalen“
Leben stellt dies für gesunde Personen keine Schwierigkeit dar,
beim Tauchen jedoch wird die Ohrtrompete häufig überfordert,
und es kommt zu Druckausgleichsproblemen. Hierfür gibt es
verschiedene Gründe. Tubenbelüftungsstörungen
können akut durch einen Infekt oder eine Allergie (z.B.
Heuschnupfen) bedingt sein und stellen dann nur ein
geringfügigeres Problem dar. Wenn sie allerdings beim Gesunden
häufig und chronifizierend auftreten und der Druckausgleich nur
sehr schwer möglich ist, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden,
der die verschiedenen anatomischen Strukturen (z.B. Polypen) oder
mögliche Funktionsstörungen abklärt, beurteilt und
therapiert.
Therapie: Liegen keine anatomischen
Strukturhindernisse vor, kann es ausreichend sein, die Tubenfunktion zu
pflegen und zu trainieren. Ausreichende Trinkmengen (3 l/Tag),
Kochsalzinhalation zur Befeuchtung des Nasenrachenraums und
häufiges Durchführen des Druckausgleichs stellen wirksame
Maßnahmen dar.
Das Druckausgleichsmanöver kann auch mit einem Trainingsballon
(Otobar, Otovent) geübt werden (siehe Abb. rechts).
Ein paar Tipps für den Tauchgang:
• Nicht kopfüber abtauchen, sondern mit den
Füssen zuerst. Hierdurch reduziert sich der venöse Druck im
Kopf, und die Schleimhäute sind weniger geschwollen.
• Den Druckausgleich schon an der Oberfläche vor
dem Abtauchen beginnen und alle 30 cm Wassertiefe durchführen.
Dadurch bildet sich schon an der Oberfläche im Mittelohr ein
kleines Luftpolster, das sie ersten Zentimeter puffert. Ist
nämlich der Druckunterschied zwischen Mittelohr und Wasserdruck zu
groß, bekommt auch Arnold Schwarzenegger seine Ohrtrompete nicht
mehr auf.
• Nicht zu fest pressen, dadurch können die
Schleimhäute anschwellen und es geht gar nichts mehr. Mancher
Taucher hat sich sein Barotrauma schon selbst ins Ohr gedrückt.
• Besser ein bis zwei Kilo mehr Blei mitnehmen, damit
man langsam und sicher abtauchen kann und beim Auftauchen nicht zu
schnell nach oben korkt.
• NIE Nasentropfen vor dem Tauchgang verwenden!!!
Lässt die Wirkung unter Wasser nach, schwellen die
Schleimhäute wieder an und es kommt zur Umkehrblockierung
(inverses Barotrauma).
Mittelohrbarotrauma
Das Mittelohrbarotrauma stellt die häufigste Lokalisation eines
Barotrauma dar. Es gibt wohl kaum einen Taucher, der nicht schon einmal
irgendwann in seiner Tauchkarriere ein „Blubbern“ im Ohr hatte, ein
Schmatzen oder Quietschen beim Druckausgleich hörte oder der sein
Ohr durch einen forcierten Druckausgleich für den Rest des
Tauchtages „versemmelt“ hat. Der Druckausgleich muss beim Abtauchen
zumeist aktiv erfolgen. Die verbreitetesten Techniken sind „Schlucken“
oder das „Valsalva-Manöver“ (siehe Übersichtstabelle Druckausgleichsmanöver (pdf)).
Beim Auftauchen entweicht die sich ausdehnende Luft
(Gesetz von Boyle-Mariotte) normalerweise passiv. Ist die
Belüftung des Mittelohres durch die Eustachische Röhre (Tuba auditiva) ungenügend oder
wird der Druckausgleich unterlassen, entsteht eine Druckdifferenz
zwischen dem Umgebungsdruck und dem Mittelohr.
Beim Abtauchen wölbt sich dadurch das Trommelfell nach innen, beim
Auftauchen nach außen. Der Körper versucht den
Druckunterschied durch Schleimhautödeme, seröse oder sogar
blutige Ergüsse zu kompensieren (siehe Abbildung links). Gelingt
dies nicht, zerreißt unter Umständen das Trommelfell.
Die Symptome bestehen anfänglich in einem Druckgefühl,
später kommen Schmerzen hinzu. Ist der Druckunterschied zu
groß, reißt das Trommelfell, und Wasser dringt in das
Mittelohr ein. Durch Reizung des horizontalen Bogenganges (siehe
Innenohr) durch das Wasser entsteht häufig Schwindel, der zu
Orientierungsverlust und Panikaufstiegen führen kann. Weitere
mögliche Symptome sind Blutung aus dem Ohr, Übelkeit
und Erbrechen, ein Tinnitus (Ohrgeräusch) und Zischgeräusch
beim Druckausgleich durch die austretende Luft des Trommelfellrisses.
Diese Symptome müssen nicht alle gemeinsam vorliegen. Bei
vernarbtem Trommelfell durch frühere Mittelohrentzündungen
oder Verletzungen, kann ein Riss komplett schmerzlos
verlaufen. Man teilt das Mittelohrbarotrauma in
verschiedene Stadien ein, je nach Befund bei der Otoskopie. Im
angloamerikanischen Raum gibt die Einteilung in verschiedene Grade, die
sich bei uns jedoch nicht durchgesetzt haben. Am häufigsten wird
die Einteilung nach TEED gebraucht – in Deutschland üblicherweise
jedoch nur mit vier Stadien:
• Rötung im Bereich des Hammergriffs
• Einblutungen in das Trommelfell
• seröse oder blutige Flüssigkeit in der Pauke
• Trommelfellriss
Therapie: Die Tauchpause ist leider obligat! Der
Befund sollte von einem Arzt inspiziert werden um das Ausmaß der
Schädigung zu beurteilen. Die Tauchpause richtet sich nach Schwere
des Befundes und wie lange der Körper braucht um eventuelles
Sekret abzutransportieren. Ist das Trommelfell intakt sind eine
Tauchpause, abschwellende Nasentropfen, eventuell abschwellende
Medikamente (Voltaren, Ibuprofen etc.) ausreichend. Getaucht werden
darf erst wieder, wenn alle Schäden abgeheilt sind. Bei
Trommelfellriss: siehe Absatz „Erkrankungen des Außenohrs“.
Das Innenohr
Das Innenohr ist eine, durch zwei Membranen (rundes und ovales Fenster)
vom Mittelohr abgegrenzte, flüssigkeitsgefüllte Struktur und
enthält sowohl die Hörschnecke wie auch das
Gleichgewichtsorgan mit den drei Bogengängen. Beide sind
überaus empfindlich und müssen unbedingt geschont werden. Die
Flüssigkeit (Endolymphe) dient der Ernährung und
Funktionserhaltung der Innenohrorgane. Durch sie werden die
Schallwellen, die über die Gehörknöchelchen an das ovale
Fenster mechanisch transferiert werden, an die Hörzellen
(sogenannte Haarzellen) im Inneren der Hörschnecke
weitergeleitet. Die Fähigkeit zu hören ist beim Tauchen
ein erheblicher Sicherheitsfaktor (z.B. sich nähernde Boote), auch
wenn die Ortung des Schalls durch die erhöhte
Schallgeschwindigkeit unter Wasser schwierig bis unmöglich ist.
Das Gleichgewichtsorgan besteht aus drei Bogengängen und zwei
Verdickungen, die für die räumliche Orientierung im Raum
notwendig sind. Der horizontale Bogengang liegt dem äußeren
Gehörgang und dem Mittelohr so eng an, dass eine Stimulierung
dieses Bogengangs durch kaltes oder heißes Wasser möglich
ist. Das spielt beim Tauchen in sehr kalten Gewässern (z.B. beim
Eistauchen) eine Rolle, ebenso nach einem Trommelfellriss.
Unphysiologische Reizung löst Schwindel aus. Das
Gleichgewichtsorgan stellt eine wichtige Sinneswahrnehmung dar, da man
unter Wasser darauf angewiesen sein kann (v.a. bei schlechter Sicht),
zu spüren, wo oben und unten ist. Das Innenohr kann beim Tauchen
sowohl durch den Druck, durch Temperaturunterschiede als auch durch die
Stickstoffbelastung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Innenohrbarotrauma
Gott sei Dank kommen Schädigungen des Innenohrs durch das Tauchen
seltener vor als Mittelohrverletzungen, denn eine Innenohrverletzung
kann deutlich schlimmere Folgen haben. Es kann durchaus sein, dass man
durch ein Innenohrbarotrauma ertaubt, ein störendes
Ohrgeräusch entsteht und bleibende Schwindelanfälle
resultieren. Das Innenohrbarotrauma entsteht durch
Druckdifferenzen im Mittelohr. Die Gehörknöchelchenkette
lenkt sich unphysiologisch nach innen oder außen aus – je
nachdem, ob man ab- oder auftaucht. Durch die Verbindung vom
Steigbügel zum ovalen Fenster, und damit zum Innenohr, kann es zu
Druckerhöhungen in den flüssigkeitsgefüllten Strukturen
kommen. Dies ist übrigens auch bei einem zu festen und forcierten
Druckausgleich möglich – also: den Druckausgleich nie durch festes
oder explosionsartiges Pressen erzwingen!
Folglich liegt beim Innenohrbarotrauma sehr häufig auch eine
Mittelohrbeteiligung vor. Das heißt, es können alle Symptome
eines Mittelohrbarotraumas vorliegen. Zusätzlich finden sich
Hörminderung, ein Ohrgeräusch und Drehschwindel. Der
Schwindel kann so stark sein, dass man sich nicht mehr auf den Beinen
halten kann und heftig erbrechen muss. Spätestens dann ist vom
Tauchen keine Rede mehr und das Hotelzimmer wird zum Krankenlager.
Therapie: Zusätzlich zu den Maßnahmen eines
Mittelohrbarotraumas sind weitere Maßnahmen sehr wichtig und
entscheidend für den Krankheitsverlauf. Diese können nur
durch einen Arzt eingeleitet werden. Also keinesfalls abwarten, ob sich
das alles wieder von alleine regelt! In Deutschland werden
durchblutungsfördernde Infusionen oder Tabletten (z.B. Trental,
Dusodril…) verschrieben, zum Teil auch Kortison verabreicht und ein
Schwindeltraining eingeleitet.
Innenohrdekompressionserkrankung
Eine Innenohrbeteiligung bei einer Dekompressionserkrankung ist
automatisch eine DCS Typ II, das heißt, eine ernste Erkrankung
mit Beteiligung des Nervensystems. Prinzipiell liegen hier die gleichen
Mechanismen zugrunde. wie bei jedem Dekounfall an anderen
Körperstellen und Organen. Wichtig ist jedoch zu erwähnen,
dass sich in der Heidelberger Tauchersprechstunde ein Zusammenhang
zwischen einem offenen Foramen ovale am Herz
(„rechts-links-shunt“) und einer Innenohrdeko gezeigt hat. Bei 80
Prozent der Taucher mit Innenohrdekompressionserkrankungen fand sich im
bubble-Test solch ein Kurzschluss zwischen der rechten und der linken
Herzhälfte! Die Symptome ähneln sehr stark denen des
Innenohrbarotraumas, deshalb ist eine genaueste Befragung und die
Erhebung von Tauchgangsdaten und Beschwerdehergang wichtig, um eine
adäquate Therapie einzuleiten. Zusätzlich zu den typischen
Innenohrsymptomen (Hörminderung, Tinnitus, Drehschwindel)
können hier noch andere generalisierte Symptome wie
Hautrötung und -Juckreiz (sogenannte Taucherflöhe),
Gelenkschmerzen (bends), Muskelschmerzen,
Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche, Kopfschmerzen,
Müdigkeit, Lähmungen, Bewusstlosigkeit und viele Symptome
mehr auftreten.
Barotrauma des Innenohrs
Dekompressionserkrankung des Innenohrs
Druckausgleichsprobleme
Keine Druckausgleichsprobleme
Meist schon erste Symptome in der Phase der Druckänderung beim Auf- oder Abtauchen
Erste Symptome nach dem Tauchgang mit unterschiedlicher Latenzzeit
Flache und häufige Wiederholungstauchgänge
Tauchgang mit Profilfehlern (keine Schwimmbadtauchgänge)
Auffälliger Trommelfellbefund bei der Ohrinspektion
Normaler Trommelfellbefund
Nur lokale Symptome am Ohr
Eventuell Begleitsymptome am ganzen Körper entsprechend einer DCS
Differentialdiagnose Barotrauma / Dekompressionserkrankung des Innenohres
Therapie:
Da gibt es nur eins: so schnell wie möglich in eine
Druckkammer. Das ist in Kombination mit normobarer Sauerstoffgabe bis
zum Erreichen der Dekokammer die einzige wirksame Therapie. Bereits
nach vier Stunden sinken die Erfolgsaussichten nämlich um 50
Prozent! Vor Erteilung einer anschließenden Tauchtauglichkeit
darf kein Schwindel mehr vorliegen. Empfehlenswert ist auch der
Ausschluss eines Foramen ovale durch einen bubble-Test.
Druckdifferenzschwindel
Häufig beim Tauchen auftretender Schwindel sollte immer mit einem
erfahrenen Taucherarzt besprochen und abgeklärt werden, da die
Ursachen vielfältig sein können. Beim Druckdifferenzschwindel
liegen – wie der Name schon sagt – unterschiedliche Drücke im
Mittel- und Innenohr vor, mit seitendifferenter Reizung der Innenohren.
Meist entsteht dieses Phänomen beim Auftauchen (90 Prozent) und
seltener beim Abtauchen (10 Prozent). Immerhin berichten 30
Prozent der erfahrenen Taucher, so etwas schon einmal erlebt zu haben.
Das Gehirn erhält unterschiedliche Signale von links und rechts
und reagiert mit Dreh- oder Schwankschwindel, unter Umständen auch
mit Übelkeit und Erbrechen. Die Palette der Symptome reicht von
sehr unangenehm bis hochgefährlich, da es zu Orientierungsverlust
und Panik kommen kann.
Therapie: Eine Therapie ist nicht notwendig, da die
Symptome bei nachlassender Reizung von alleine wieder verschwinden,
jedoch ist eine Abklärung der Ursache mit genauer Diagnose
erforderlich.
In diesem Sinne: Haltet Eure Ohren
steif beim Tauchen!
Tekkies finden hier was Sie suchen - Infos zu Ausrüstung, Deko und noch viel mehr. Im TEK-Forum werden alle Themen des technischen Tauchens zusammengeführt und das Mögliche und Unmögliche diskutiert. Schau einfach mal rein!
DiveInside Märzausgabe (25.02.2012) Zur Information: Das Erscheinungsdatum der DiveInside, Ausgabe März 2012, ist der 13.März. In der Vorschau der letzten Ausgabe hatten wir den 27.Februar angekündigt. (mehr) Frohe Weihnachten und ein gu.. (23.12.2011)
Wir wünschen euch allen ein ruhiges und besinnliches
Weihnachtsfest und natürlich einen guten Rutsch in ein
fantastisches und vor allem gesundes Jahr 2012!
Wir bedanken uns ganz herzlich (mehr) Zahlenjubiläum auf Taucher.N.. (06.02.2011)
Heute, am 6.Februar 2011, feiern wir ein kleines Zahlenjubiläum.
Um exakt 18:13 konnten wir den 50.000.000 User auf Taucher. Net
begrüßen und unser junger Facebook-Auftritt hatte (mehr)
Aktuelle Tauchplätze:
Borneo - Lankayan (24.05.2012) Einer der Top10 Tauchdestinationen weltweit, dazu ein enspruchsvolles Hotel auf einer Spiegeleiinsel. Das hat uns gereizt, leider wurden wir etwas enttäuscht: Die Anreise über Kuala Lumpur, Kota (mehr) Lütschetalsperre, Frankenhain (21.05.2012) Ich hätte es wissen sollen, als mich mein Tauchkumpel am Freitag euphorisch anrief und mir sogar ein Bild vom klaren Wasser im Uferbereich auf´s Handy schickte und von Top Sichtverhältnissen (mehr) Steinbrüche Löbejün (21.05.2012) Wir waren am Wochenende mit einer größeren Tauchgruppe dort tauchen. Nachdem ich vor 2 Jahren schon einmal in Löbejün getaucht bin und super Sichtweiten hatte, waren die Erwartung natürlich sehr (mehr)
Aktuelle Hotelberichte:
Oasis, Marsa Alam (16.05.2012) Waren im April als ruhesuchendes Paar 2 Wochen im Oasis. Schon der von D aus über das Hotel gebuchte Flughafentransfer hat hervorragend funktioniert, wir wurden per PKW abgeholt und direkt ins Oasis (mehr) Yunost Accord Hotel, Odessa (13.05.2012) Aufenthalt: 5.-11. Mai 2012 Das Hotel liegt im Süden von Odessa am Ende des „französischen Boulevard“ in der Nähe des Strandes. Mit dem Auto/Taxi sind es in das Stadtzentrum etwa zehn Minuten. Aber (mehr) Three Corners Fayrouz Plaza,.. (12.05.2012) Ich war vom 04.05.2012 bis 11.05.2012 im Three Corners Fayrouz Plaza. Gebucht hatte ich das Hotel aufgrund der Tauchbasis Extra Divers und den guten Bewertungen bei Holiday Check. Das Hotel liegt (mehr)
Akt. Fluglinienberichte:
Gulf Air (19.05.2012) von 3.5.12 bis 18.5.12 von Frankfurt über Bahrain nach Manila und zurück. Gewählt wegen dem günstigen Preis von 680 € p.P und den kurzen Stop Over Zeiten - auf dem Hinflug 1:45 Stunden - auf dem (mehr) Ukraine International Airlin.. (12.05.2012) Geflogen: Am 5.5.2012 von Wien (VIE) nach Odessa (ODS) und am 11.5. wieder zurück. Die riesige Bucht von Odessa ist ein gigantischer Schiffsfriedhof. Der Zweite Weltkrieg tobte hier zwei Mal in (mehr) Luxair (12.05.2012) War vom 04.05.2012 bis 11.05.2012 in Marsa Alam. Den Flug habe ich über Luxair gebucht. Die Fluglinie transportiert das Tauchgepäck immer noch kostenlos. Das Gepäck musste vorher angemeldet werden (mehr)