Ausrüstungsbeurteilung
Von Jessica Brühl, ergänzt von Stephan Baumgärtner ©
"Sterben mußt du sowieso, schneller geht's mit Scubapro!"
Den Spruch kennt wohl jeder Taucher. Trotzdem möchten wir hier mal
eine Lanze für ein Produkt dieses Herstellers brechen: Das Masterjacket
hat im Januar 2000 einem der Taucher.Net-Redakteure das Leben gerettet.
Zu tauchen ist das Teil absolut super und recht einfach. Ich habe vor
dem Kauf verschiedene Modelle probegetaucht und bin seitdem überzeugter
Stab-Jacket-Fanatiker. Nachteilig ist neben dem Preis vor allem die geringe
Anzahl von D-Ringen: nur ein Metall D-Ring auf der rechten Schulter, sonst
einige wenige Plastik-D-Ringe, dazu noch an taktisch ungünstiger Stelle.
Aber was soll's, als erstes habe ich mir einen zusätzlichen drangenäht.
Da man die Blase problemlos freilegen kann, geht das sehr einfach.
Hat man sich auf eine bestimmte Farbe versteift, ist man so ziemlich
aufgeschmissen. Schwarz gibt's nur in Cordura-Ausführung (1.150 DM),
blau und gelb nur als 840er Nylon (998 DM). Der Anschaffungspreis ist also
ziemlich hoch.
Das Anziehen, besonders im Wasser (falls nötig), ist gewöhnungsbedürftig
durch den im Vergleich zu ADV-Jackets engen Armeinstieg sowie die zusätzlichen
Gurte. Sollte man also üben. Der Notabwurf ist auch nicht so schnell
gewährleistet, da Schnellabwurfschnallen fehlen. Auch hier gilt: Übung
macht den Meister! Zum Ausgleich dafür gewährleistet das Jacket
auch mäßig aufgeblasen eine nahezu ertrinkungssichere Lage!
Ich habe noch kein ADV getaucht, das das konnte. Das Masterjacket dreht
einen fast immer automatisch in Rückenlage. Trotzdem ist Schnorcheln
an der Oberfläche mühelos möglich.
Der Auftriebskörper ist gewaltig. Sogar massiv überbleibt
(ich habe mal 14 kg Blei gefunden und aufgesammelt) ist das Tarieren kein
Problem.
Die Lage unter Wasser ist absolut spitze. Sich in alle Richtungen zu
drehen, besonders auf den Rücken, ist ein Kinderspiel.
Der größte Mist an dem Teil ist allerdings der Flaschengurt.
Kein Problem, wenn Du immer die gleiche Flasche benutzt, aber wehe Du mußt
mal wechseln. Das Einstellen ist das reinste Trauerspiel... Stunden später...
seufz...
Ein weiterer Nachteil - es gibt nur zwei Größen: paßt
oder paßt nicht! Also unbedingt im Laden unter realistischen Bedingungen
(Tauchanzug!) testen. Durch die innen liegende Bebänderung kann man
es zwar einstellen, aber eben nur begrenzt. Die Bebänderung ist übrigens
so gestaltet, daß die Blase sich nach außen ausdehnt, wenn
sie befüllt wird. Man wird also auch bei aufgeblasenem Jacket nicht
eingeengt.
Nach dem TG läßt sich das Wasser manchmal nur schwer überreden,
das Jacket zu verlassen, aber inzwischen habe ich den Trick raus. Mit etwas
Selbstüberlistung klappt's.
Fazit: Obwohl das Masterjacket mit 3 kg Trockengewicht (wichtig bei
Flugreisen) deutlich schwerer ist als ein ADV, würde ich es jederzeit
wieder kaufen und kann es auch weiterempfehlen. Ich möchte es nicht
gegen ein ADV tauschen.