© 2001 Oliver Meise
-Keine Gewähr-
U.S. Naval Historical Center Photograph
Bei diesem 106,78m langen Schiff handelt es sich um eins der wenigen
betauchbaren Schlachtschiffe auf dieser Welt: Die USS BB-2 Massachusetts.
Dieses 11.300ts-Schiff der Indiana-Klasse erblickte das Licht der Welt,
als am 25. Juni 1891 auf der Werft "William Cramp & Sons Shipbuilding"
in Philadelphia der Kiel gestreckt wurde. Nach fast zwei Jahren Bauzeit
wurde der Rumpf der 21,14m breiten USS BB-2 Massachusetts am 10.
Juni 1893 vom Stapel gelassen und dann noch weitere zwei Jahre fertiggebaut.
USNI / USN Photograph
Am 10. Juni 1896 konnte es dann mit 32 Offizieren und 441 Mann in Dienst
stellen.
U.S. National Archives Photograph 181-NYS-15-46
Im Schiffsrumpf befinden sich acht 160 PSI Bureau Express-Kessel die
auf eine vertikale Dreifachexpansions-Dampfmaschine wirkten.
Photo LC-D4-20592 Library of Congress
Prints and Photographs Division, Detroit Publishing
Company Collection
So konnten maximal 11.000 IPS gewonnen werden, mit denen über eine
Schraube eine Maximalgeschwindigkeit von 16,97 Knoten erreicht wurde..
U.S. Naval Historical Center Photograph
Der Kohlenvorrat an Bord von 1.500ts erlaubte bei einer Geschwindigkeit
von 10 Knoten eine Reichweite von 5.640 Nautischen Meilen. Die Panzerung
des Schlachtschiffs umfaßte an den Seiten bis zu 45,7cm,an Deck bis
zu 7,6cm,bei den Kasematten bis zu 12,7cm und bei den Barbetten und Geschütztürmen
bis zu 43,2cm Nickelstahl.Die Sekundärartillerie wurde mit bis zu
12,7cm dicken Panzerungen geschützt,während der Kommandoturm
mit einer Nickelstahlpanzerung von bis zu 25,4cm ausgerüstet war.Die
Bewaffnung an Bord bestand aus zwei 33cm/35cal Mk1-Geschützen in Doppeltürmen,
von denen sich jeweils einer hinten und vorne befand.
Photo LC-D4-20587 Library of Congress
Prints and Photographs Division, Detroit Publishing
Company Collection
Die Sekundärartillerie bestand aus acht 20,3cm/35cal Mk3,4,5-Geschützen
in Form von vier Doppeltürmen. Im Weiteren gehörten hierzu auch
noch 20 5,7cm/40cal Mk 1 Hotchkiss-Geschütze, sowie sechs 0,95cm-Geschütze
und zwölf 7,6cm/50cal Mk2-Geschütze mit vier MG`s in den Mastspitzen
und der Torpedowaffe mit 45cm-Torpedorohren.
Die USS BB-2 Massachusetts sah in ihrer aktiven Zeit als Schiff
der US-Marine keine Kampfhandlungen und feuerte nie einen Schuß ab
in einem Krieg. So mag man Kriegsschiffe:-)
Nichtsdestotrotz diente sie natürlich kriegerischen Zwecken und
nahm im Spanisch-Amerikanischen Krieg an der Seeblockade von Kuba teil
-hier speziell der Häfen von Cienfuegos und Santiago.

U.S. Naval Historical Center Photographs
Die Seeschlacht von Santiago wurde verpaßt,da man Stunden zuvor
nach Guantanamo lief um Kohlen übernehmen zu können. Nach diesem
Krieg nahm das Schiff noch an diversen Manövern teil, bis es dann
am 8. Juni 1906 außer Dienst gestellt wurde und sich in die graue
Reserveflotte einreihte. Der Dornröschenschlaf dauerte aber nicht
ewig: Am 2. Mai 1910 wurde die USS BB-2 Massachusetts als Trainingsschiff
wieder reaktiviert und modernisiert.
Photo LC-D4-20578 Library of Congress
Prints and Photographs Division, Detroit Publishing Company
Collection
Dann wurde sie am 23. Mai 1914 wieder außer Dienst gestellt. Mit
Ausbruch des Krieges gegen das Deutsche Kaiserreich wurde das Schiff wieder
benötigt: Es stellte am 9. Juni 1917 wiederum als Trainingsschiff
für den Offiziersnachwuchs in Dienst und führte das Artillerieschulschießen
für die Marinereserve durch.
Nach dem Krieg kehrte die USS BB-2 Massachusetts nach Philadelphia
zurück und stellte dort am 31. März 1919 endgültig außer
Dienst. Von ihrern noch verwertbaren Innereien und den Geschützen
erleichtert, wurde sie dann zum Buchteingang von Pensacola hinter Santa
Rosa Island und Caucus Shoal geschleppt und dort verankert. In der Folgezeit
fuhren hier immer wieder Schiffe der US-Navy hin, um die Hulk der USS
BB-2 Massachusetts mit neuen Artilleriewaffen zu beschießen und
dann die Wirkung am Schiff selbst festzustellen. Bei einer dieser Übungen
sank das alte Schiff schließlich am 6. Januar 1921.
Als sich in den 1950er Jahren Bergungsunternehmen an dem Wrack zu schaffen
machen wollten, erreichte die Bevölkerung von Pensacola, daß
das Wrack am 15. November 1956 per höchstem Gerichtsbeschluß
dem Staat Florida zugesprochen wurde. Heute ist dieses Schiff ein Unterwasserdenkmal
des Staates Florida und steht unter entsprechendem Schutz.
Möchte man das Wrack bzw. das große Riff aus Stahl heute
betauchen, findet man es im staatlichen Aqua-Reservat von Fort Pickens.
Dieses wird verwaltet von Floridas Behörde für Naturressourcen.
An der Küste gibt es so einige Diveshops, die eine Ausfahrt zu
dem Wrack anbieten. Nach ca. 80 Jahren im Wasser ist das Schiff mittlerweile
natürlich gut bewachsen und ist ein fast schon natürliches Riff
geworden. Es liegt in einer Tiefe von maximal ca. acht bis neun Metern
in einer wirklich schönen Umgebung: Smaragdgrünes Wasser und
weißer Sandgrund. Teilweise ist das Wrack vom Sand assimiliert worden
und hat sich wohl beim Aufprall auf den Meeresgrund etwas eingegraben.
Dem Bootsführer sollte es nicht schwer fallen das Wrack zu finden:
Bei einigermaßen Niedrigwasser kommen die Geschütztürme
heraus.Außerdem ist das Wrack in den Seekarten eingezeichnet und
es ist eine Glockenboje an der Stelle verankert.
Wegen der nahen Passage ist es angeraten nur während der Tidenruhezeiten
hier zu tauchen - ansonsten gerät man in ziemliche Strömungen.
Die beste Sicht trifft man während des Tidenhochstandes an. Wenn die
Seebedingungen allerdings auch wähend der Tidenruhe Wellen von einem
halben Meter oder mehr haben, sollte man vom Tauchen Abstand nehmen: Es
entsteht dann nämlich ein nicht unbeachtlicher Flachwassersog um das
Wrack herum.Auch mit dem Ankern sollte man vorsichtig sein. Schon einige
haben hier ihren Anker im Wrack verloren! Sandgrund rund um das Wrack herum
gibt es genug. Auch von einer Wrackpenetration sollte man wegen der Baufälligkeit
der Wrackkonstruktion Abstand nehmen.Zur Standardausrüstung am Wrack
sollte ein wasserfestes Wrackplänchen gehören -dieses wird meist
in den Tauchshops der Gegend verkauft- ,Tauchhandschuhe,
ein Messer und
die Tauchflagge.
Source: Florida Bureau of Archaeological Research
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GPS-Positon:
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30°17'45"N / 87°18'45"W
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Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es
bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede.Bei Annäherung
an das Riff ist entsprechende Vorsicht zu beobachten und weniger die GPS-Anzeige
zu betrachten als vielmehr die tatsächliche Nähe zum Riff zu
überwachen!!!!!!! |