Sony DSC-P1 Digitalkamera

 Geschrieben von Harry
Sony DSC-P1 Digitalkamera 3,34 Megapixel mit Sony Unterwassergehäuse

Verkaufspreise (Frühjahr 2001, seither gesunken):
Kamera incl. 8 MB Memory-Stick: ca. 14.000 öS (etwa 2000 DM, 1000 Euro)
Kamera aber auch schon als Sonderangebot um 11.000 öS gesehen!
Unterwassergehäuse: ca. 5000 öS (etwa 715 DM, 307 Euro)
Memory Stick 64 MB: ca. 2690 ÖS ( 385 DM, 192 Euro)

„Schon viel Geld für eine so kleine Kamera“ so, oder so ähnlich dachte ich, als ich das Objekt meiner Begierde endlich in den Händen hielt !
Eigentlich wollte ich noch warten, bis die digitalen Kameras billiger werden, aber da Sony als erster Hersteller zu einer Digitalkamera für verhältnismäßig wenig Geld auch ein massgeschneidertes Unterwassergehäuse anbietet, das war dann der entscheidende Auslöser für den Kauf.

Technische Daten:
System:
Bildwandler: 1/1,8-Farb-CCD
Objektiv: 3x Zoomobjektiv f=8- 24 mm (entspricht 39- 117 mm (234 mm bei Digitalzoom) Objektiv bei einer Kleinbildkamera) F= 2,8- 5,3 und 3-fach Digitalzoom
Belichtungsregelung: Automatische Belichtungsregelung-  Manuelle Blendenkorrektur um bis +/- 2 Blenden möglich.
Weißabgleich: Automatisch, Innenaufnahme, Außenaufnahme, Arretierung
Datenkomprimierung: Laufbild: MPEG1; Standbild: JPEG, GIF, TIFF
Speichermedium: Memory-Stick (8, 16, 32, 64, 128 MB)
Blitz: Sinnvolle Reichweite: Etwa 0,5 bis 2 m Überwasser/ 0,5 m Unterwasser
Ausgang:
A/V OUT (Mono)
Buchse USB
LCD-Monitor:
1,5-Typen-TFT Aktivmatrix mit 123.200 Bildpunkten (520x220)
Allgemeines:
Verwendeter Akku: NP-FS11 3,6 V InfoLithium© Akku
Abmessungen: 113x 54x 44 mm
Gewicht: 250 g einsatzbereit

Mitgeliefertes Zubehör:
A/V Verbindungskabel
Akku NP-FS11
Netzgerät AC-LS1A
Netzkabel
USB-Kabel
Handschlaufe
Memory Stick 8 MB
CD-ROM mit USB Treibern und „MGI-Photo Suite“ und „MGI Video Wave“

Die Kamera und ihre Teile/ Bedienelemente:

(1) Ein/Aus Schalter/LCD
(2) Auslöser
(3) MODE-Wahlschalter
(4) Mikrofon
(5) Blitz
(6) Fotozellenfenster für Blitz
(7) Stativgewinde auf Unterseite
(8) Sucherfenster
(9) Lampe von Selbstauslöser
(10) Datenmonitor
(11) Objektiv
(12) Sucher/ Arretierungslampe/ Blitzladelampe

(13) Taste Blitzmodi
(14) Taste Makro
(15) Taste Programm AE
(16) Taste Lautstärke +/-
(17) Taste Monitor ON/OFF
(18) LCD Monitor
(19) Steuertaste
(20) Lautsprecher
(21) Taste Displayanzeige ON/OFF
(22) Zoomsteuerung
(23) Buchse A/V OUT
(24) Akku/Memory Stick Deckel
(25) Buchse USB
(26) Buchse DC IN
(27) Buchsenabdeckung
(28) Zoomsteuerung

Modi der Kamera:
PLAY: Modus Wiedergabe/Bearbeiten von Bildern
STILL: Modus Fotografieren
MOVIE: Modus zur Aufnahme bewegter Bilder

Akku:
Der Akku ist in etwa 2 Stunden voll geladen. Ein voller Akku liefert Energie für etwa 70 Minuten bei eingeschalteten Monitor und 90 Minuten bei ausgeschalteten Monitor.
Die Akkukapazität würde für 1200 bis 1900 Bilder ausreichen.
Für einen ausgiebigen Fototag oder Ausflüge, bei denen der Akku nicht täglich geladen werden kann empfielt sich ein Reserveakku !

Bildformate und deren Dateigröße als .jpg und Speicherkapazität:
(Angabe für 8 MB bzw. 64 MB Memory-Stick):

2048x1536: 5 bzw. 40 Bilder (um 2 MB)
1600x1200: 8 bzw. 64 Bilder (um 1 MB)
1280x960: 12 bzw. 96 Bilder (um 700 KB)
640x480: 118 bzw. 900 Bilder (um 70 KB)
Unkomprimiertes TIFF Format 2048x1536: 0 bzw. 4 Bilder (um 16 MB)

3,34 Megapixel= 2048x1536 Pixel maximale Bildgröße

Memory Stick/ Systemvoraussetzungen/Allerlei:
Sony setzt bei seinen Systemen also auf den Memory-Stick. Andere Hersteller setzen auf andere Speichermedien. Welches System sich durchsetzen wird, kann man heute noch nicht sagen. Wir werden´s in ein paar Jahren wissen...
Die sehr handlichen Kameras und die winzigen Speichermedien mit ihrem verhältnissmässige großen Speicherplatz eigenen sich übrigens als Wechseldatenträger auch hervorragend zum Transport sonstiger Daten !
Die Verbindung mit dem PC erfolgt am besten mittels USB Kabel- Manche Betriebssysteme wie Windows 95 (und älter) sind jedoch mit den USB-Treibern der Kamera inkompatibel !
Die einzige Lösung liegt in diesem Fall mit einem Diskettenadaptor (Preis etwa 1500 öS/ 200 DM/ 100 Euro) über das Laufwerk A:/ die Daten zu importieren, was aber sehr langsam ist. (64 MB oder mehr über das A:/ Laufwerk in den PC zu laden ist eine Lebensaufgabe...)
Besser ist in diesem Fall, das Betriebssysten zu wechseln oder mit der Anschaffung einer derartigen Kamera noch zu warten. (Sollte jemand eine Lösung der Inkompatibilität von Windows 95 mit den USB-Treibern gefunden haben, bitte ich um Nachricht, da ich dieses Problem dienstlich habe. Mail to: harry@taucher.net )
Unnötig eigentlich noch zu erwähnen, dass eine Digitalkamera erst dann wirklich Sinn macht, wenn man auch einen PC zur Verwaltung und Nachbearbeitung der Bilder besitzt !
Die Bilder können natürlich nicht nur am PC betrachtet oder ausgedruckt werden, sondern immer mehr Händler bieten auch- immer günstiger- eine Ausarbeitung auf Fotopapier an.
Die Bildgröße 640x480 kann durchaus brauchbar auf 9x13cm ausgearbeitet werden, 1280x960 auf 10X15 oder größer. Für ein Poster 30x45 cm oder eine A4 Ausarbeitungen am Photo-Printer empfielt sich die volle Leistung der Kamera mit 2048x1536 Pixel auszunützen.
Man kann die Bilder übrigens auch hervorragend direkt von der Kamera aus auf dem Fernseher anschauen (A/V Eingang vorausgesetzt !)- Eine Möglichkeit die speziell im Urlaub im Hotelzimmer toll ist !
Empfohlene Speichergröße ? Je größer, je besser (je teurer). Das Optimum dürfte derzeit zwischen 32 und 128 MB liegen.
Der LCD Monitor ist in heller Umgebung wie bei allen anderen Kameras nur sehr schlecht zu betrachten. Abhilfe: Der optische Sucher.

Das Unterwassergehäuse:

Im Design erinnert mich dieses Gehäuse sehr an die bewährten Sony UW Gehäuse für Videokameras. Neben dem wirklich günstigen Preis besticht das Gehäuse dadurch, daß fast alle Kamerafunktionen damit bedient werden können.
Nicht bedient werden können die AE-Funktionen und leider die Monitor ON/OFF Taste.
Der minimale Abstand von einem Objekt beträgt 10 cm, was für manche Makroaufnahmen zu weit erscheint. Man kann sich in diesem Falle jedoch mit dem Zoom behelfen.

Erfahrungen:
 Achtung ! Die maximale Tauchtiefe mit diesem Gehäuse ist auf 30 m angegeben !
Eines kann ganz ehrlich gesagt werden: Mit dieser Digitalkamera und ihrer Lichtstärke und Schärfentiefe im Unterwassergehäuse gelingen auch dem Amateur Bilder, die sonst nur erfahrenen Unterwasserfotografen vorbehalten sind.
Ferner kommt noch dazu, dass die Bilder am PC nachbarbeitet werden können.
Die digitale Fotografie unter Wasser wird sicherlich die UW-Bild-Szene revolutionieren !!! An der Motivwahl wird man aber auch künftig die Profis von den Amateuren unterscheiden können !
Das Gehäuse eignet sich natürlich auch dazu, die Kamera vor Regen, Nässe, Schmutz und Staub zu schützen.

Objektiv:
39 mm ist im Weitwinkelbereich gerade Unterwasser nicht berühmt. Da es keinerlei Vorsatzlinsen oder ähnliches gibt bleibt einem leider nichts anderes über, als damit zu leben...

Lichtstärke:
Die Lichtstärke der Digitalkameras im normalen Leben ist bekannt- aber auch unter Wasser besticht diese unglaubliche Lichtstärke. Die Möglichkeit mit dieser Kamera auch kleine Videofilme aufnehmen zu können eröffnet natürlich auch unter Wasser neue, tolle und auch lustige Möglichkeiten (Ein Kurzfilm von einer flüchtenden Jakobsmuschel ist eine tolle Sache- ein Foto vom selben Motiv ziemlich ohne Aussage)
Neben der tollen Lichtstärke liegt ein weiterer Vorteil in der absoluten Kompaktheit dieses Systems- Das Gehäuse paßt leicht in die Jackettasche- Man kann also einen Tauchgang genießen ohne ein riesiges Gehäuse mit Blitz vor sich herzuschieben- ferner ist man beim von- oder an Bord gehen eines Tauchschiffes nicht auf Hilfe für die Kamera angewiesen !
Blitz und Beleuchtung:
Der sehr kleine Blitz eignet sich naturgemäß auch unter Wasser relativ wenig, da dies nur die Schwebeteilchen „ins Bild rückt“.
Der Blitz ist eigentlich nur im Nah- und Makro Bereich sinnvoll einsetzbar.
Eine Anschlußmöglichkeit für einen externen Blitz existiert nicht, also muß man sich anderer Tricks bedienen um Licht und Farbe ins Bild zu bekommen:
Bei mir bewährte sich die seitliche Ausleuchtung der Objekte mit meinem Hartenberger Scheinwerfer mit Spot Reflektor (nur kleine ausgeleuchtete Fläche, jedoch große Leuchtweite) und 50 W dimmbar bzw. mit Flood Reflektor (gute, breite Ausleuchtung, aber geringe effektive Leuchtweite von nur etwa 1 m).
Der mitgelieferte Gurt des Gehäuses ist wohl eher für Schnorchler gedacht- für Taucher eignen sich die im Tauchhandel erhältlichen Spiralkabel verschiedener Anbieter.
Play-Modus:
Toll ist natürlich, daß man auch unter Wasser die Möglichkeit hat, die gemachten Aufnahmen sofort kontrollieren zu können, sie ggf. sofort löschen kann und ein Motiv solange fotografieren kann, bis das Bild den Vorstellungen entspricht !
Ferner besteht natürlich auch die Möglichkeit sich langweilige Passagen eines Tauchgangs (wie längere Deko-Stopps) durch das Ansehen der gespeicherten Bilder zu verkürzen.

Gehäuse/Bedienung:
Gewöhnungsbedürftig, aber wichtig ist, daß man sich vor dem Einbau der Kamera in das Gehäuse entscheiden muß, ob man den Monitor ein- oder ausgeschaltet haben will. Der Monitor verbraucht relativ viel Energie- aus diesem Grunde sollte er bei Nichtgebrauch auch ausgeschaltet werden- Am Land kein Problem, unter Wasser empfiehlt es sich bei einer längeren fotofreien Phase die ganze Kamera auszuschalten.
Es empfielt sich übrigens auf jeden Fall unter Wasser mit eingeschalteten Monitor zu fotografieren. Das „anvisieren“ durch den kleinen Sucher ist mit der Tauchmaske sehr schwierig und ungenau !
Trotz der relativ kleinen Knöpfchen ist es auch mit Trocki-Handschuhen problemlos möglich die Kamerafunktionen zu bedienen. Die Kamera hat im Gehäuse im Wasser etwas Auftrieb.

Pflege des Gehäuses:
Vor dem ersten „scharfen“ Tauchgang empfiehlt es sich das leere Gehäuse auf einen Tauchgang mitzunehmen („Vertrauen ist gut,...“)
Wie bei allen Unterwassergehäusen muß das Gehäuse nach einem Tauchgang in Salzwasser gründlich mit Süßwasser gespült werden.
Vor dem Schließen des Gehäuses ist der O-Ring auf Verschmutzungen und Beschädigungen zu kontrollieren und mit einer dünnen Schicht Silikonfett zu behandeln.
Daß man Kamera und Gehäuse nicht in der prallen Sonne liegen läßt, nicht auf den Boden wirft, ohne O-Ring zu verwenden versucht, etc... sollte sich eigentlich von selbst verstehen, ebenso wie man einen nassen Hund nicht im Mikrowellenherd trocknet...

Fazit:
Ein kompakte Digitalkamera mit 3,3 Megapixel und einem tollen und günstigen Unterwassergehäuse, mit der man auf simple Art und Weise hervorragende Unterwasserbilder machen kann und von der ich mich nicht mehr trennen möchte.

Nützliche Links:
www.sony.com
www.sony.de
www.digitalkamera.de (Umfangreiche deutsche Seite über digitale Fotografie)
www.wetpixel.com (Alles über Digitale Unterwasserfotografie)

Testbilder (nicht nachbearbeitet !) zum Download:
Hecht (1280x960- 547 kb) Feldkirchner See 3 m
Seeanemone (1280x560- 569 kb) Pula 15 m
Wrack der SMS „Karlsruhe“ (640x 480- 55 kb) Scapa Flow 30 m
Höhle (1280x560- 531 kb) Pula 3 m
© 2001 by Harald Mathä

Testbild 2048x1536 (= etwa doppelte Bildschirmdiagonale eines 17-Zoll Monitors !) via Mail (Mail to harry@taucher.net ) Achtung! Dateigröße um 2 MB !

Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr !


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