Text : © 2001 Oliver Meise
Photos: © Udo Kefrig, Franco Ceno
-Keine Gewährleistung-
Photo courtesy by Mr. Franco Ceno of www.thecrab.com Diving Center The Crab
Bei den Überresten dieses 26.181 GRT-Wracks handelt es sich um
eines der größten betauchbaren Wracks im Roten Meer! Gebaut
wurde dieser 174,58m lange Stückgutfrachter 1972 bei Mihara
in Japan unter dem Namen Ryusei Maru. Die zwei Sechszylinder-Dieselmotoren
ermöglichten diesem 24,85m breiten Schiff mit ihren 11.600 BPS eine
Geschwindigkeit von 17 Knoten! Von der Konzeption her befinden sich vor
den Brückenaufbauten am Heck fünf Laderäume.Zwischen diesen
waren vier hohe Krananlagen angebracht,so daß auch Fracht in Häfen
transportiert werden konnte,wo es keine Krananlagen gibt. Bevor sie verloren
ging hatte die Ryusei Maru so einiges an Eignern gehabt, die es
auch immer wieder umbenannten.Zuletzt gehörte die Ryusei Maru
der Aksonas Shipping Co. Ltd. in Limassol auf Zypern. Diese hatte sie 1996
für 1,36 Millionen britische Pfund gekauft, in Million Hope
umgetauft -und für 4,1 Millionen britische Pfund versichert......
Nur sechs Wochen später -morgens am 20. Juni 1996- brummte sie mit
einer Ladung von 26.000t Pottasche und Phosphaten für Taiwan von Akaba
in Jordanien kommend bei Nabq -ca. fünf Kilometer nördlich von
Sharm el Sheikh an der Östküste der Sinaihalbinsel- als Totalverlust
auf das Riff bei Gamila....
Angeblich verschlechterte sich die Sicht drastisch schnell, so daß
keine Gegenmaßnahmen mehr möglich waren. Nach dem "Casualty
Report" von Lloyds in London vom 24. Juni 1996 sagten einige phillipinische
Besatzungsangehörige jedoch aus,daß der Kapitän sich nicht
an die in der Karte vorgeschriebenen Schiffahrtsrouten gehalten,und trotz
schlechter werdender Sicht die Geschwindigkeit nicht verringert hätte.
Glücklicherweise konnten von der Ägyptischen Marine alle Besatzungsmitglieder
gerettet werden und dann auch in einer aufwendigen Bergungsaktion die Ladung
mit einem Wert von 1,3 Millionen britischen Pfund abgeborgen werden. Ägyptischerseits
wurde nämlich befürchtet,daß einerseits die Ladung einen
Algenteppich zur Folge gehabt hätte,der den Riffen das lebensnotwendige
Licht entzogen hätte und andererseits die 700t Treibstoff an Bord
weitere Verschmutzungen angerichtet hätten.
Wenn man zu diesem Wrack will,nimmt man den schon beim Wrackbericht der
S.S. Agia Varvara erwähnten Weg: Aus Sharm el Sheik mit nördlichem
Kurs auslaufend die Tiraninseln passieren.Hier sieht man dann schon in
der Ferne die über der Wasseroberfläche stehenden Überreste
des Vorschiffs und anderer Teile. Im Grund steht die Million Hope
relativ senkrecht an diesem Riff,man kann aber eine leichte Krängung
vom Riff weg wahrnehmen.
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn
Udo Kefrig
Entnommen aus: Unterwasser - Das Tauchmagazin
Da das Wrack ziemlich intakt ist, kann man dem Rumpf bis zum Meeresboden
auf ca. 19m folgen und findet dabei vorne am Bug den Grund für den
Untergang: Eine meterlange Eindellung genau vorne an der Bugnase die eigentlich
mehr einen Einschnitt darstellt.Zwischen Riff und Rumpf kann man dann den
üblichen Schaden mit zerschroteten Stahlplatten über eine gewisse
Länge entlang am Schiffsrumpf betrachten. Etwas tiefer-in ca. 19-23m
Tiefe- findet sich dann auch der Schiffskiel.
Wenn man sich dann mal den Meeresboden am Schiffsrumpf anschaut, findet
man noch einiges,was scheinbar nicht zur Million Hope gehört.
Das stimmt auch,denn diese Überreste gehören zu einem anderen
Schiff.Die Million Hope ist genau auf die M/V Hey Daroma
gerummst und deckt sie fast vollkommen ab! Zu diesen Wrackteilen siehe
aber den Bericht zur M/V Hey Daroma !
Wenn man am Bug abgetaucht ist und sich dort alles beschaut hat, kann man
sich auf den langen Weg zurück zum Heck machen.Unterwegs kann man
bei einer Sichtigkeit von ca 22m schon von weitem Stauchungen am Schiffsrumpf
ausmachen die vom Auflaufen herrühren.
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn
Udo Kefrig
Entnommen aus: Unterwasser - Das Tauchmagazin
Außerdem kann man durch Öffnungen im Schiffsrumpf in die
leeren Laderäume spähen und einen umgefallenen Kran bei Laderaum
Nummer vier anschauen.Endlich am anderen Schiffsende angekommen gibt es
hier in ca. 23m Tiefe die verbogene Schiffsschraube anzuschauen.Das Ruder
ist jedoch nicht mehr vorhanden und muß wohl beim Auflaufen abgeschoren
sein, was ja auch die verbogenen Schraubenblätter nahelegen. Es liegt
jedoch ganz in der Nähe auf dem Meeresgrund.
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn
Udo Kefrig
Entnommen aus: Unterwasser - Das Tauchmagazin
Taucht man nun ein wenig auf,kann man in ca. vier Meter Tiefe am Heck
das noch vorhandene Decksgeschirr und eine große Ankerwinsch betrachten.Kurz
hinter dieser Winsch befindet sich eine ca. 2m x 2m große Öffnung
im Rumpf.Von hier aus gelangt man in verschiedene Fluchten von Räumlichkeiten,
aber auch zum Zugang für den Maschinenraum. In diesen Räumlichkeiten
ist einiges an Licht vorhanden-wenn der Sonnenstand über dem Wasser
so ist,daß er duch die Bullaugen dringen kann.Im Maschinenraum sieht
es ein wenig wüst aus, es sind jedoch noch alle Maschinen vorhanden.
Hier bitte nur mit der entsprechenden Ausbildung,Ausrüstung
und Erfahrung tauchen ! Allein der Maschinenraum gibt soviel her,daß
man wohl einen ganzen Tauchgang nur hier verbringen könnte. Taucht
man nun wieder zurück und aus dem Rumpf heraus und hat noch genug
Luft übrig, kann man sich an die Inspektion der Decks machen.Das Oberdeck
befindet sich in einer durchschnittlichen Tiefe von ca. vier bis acht Metern,
läßt man sich in die leeren Laderäume fallen, befindet
man sich in maximal ca. 18m Tiefe.
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn
Udo Kefrig
Entnommen aus: Unterwasser - Das Tauchmagazin
Sehenswert sind auch noch die aufrecht zwischen den Laderäumen stehenden
Ladebäume die das ein oder andere schöne Gegenlichtmotiv ermöglichen.
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GPS-Positon:
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28°03`393``N/34°26`949``E
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Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es
bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede.Bei Annäherung
an das Riff ist entsprechende Vorsicht zu beobachten und weniger die GPS-Anzeige
zu betrachten als vielmehr die tatsächliche Nähe zum Riff zu
überwachen!!!!!!!
Anmerkung:
Es gab schon einmal eine Ryusei Maru -dieses japanische Armeetransportschiff
wurde von dem amerikanischen Uboot SS- 269 USS Rasher im 2.
Weltkrieg vor der Nordküste Balis auf der Postion 07°55'S
/ 115°15'E versenkt.
The first photo was kindly donated by Mr. Franco Ceno of the Diving
Center "The Crab" in Sharm el Sheikh. Thanks!
Bis auf das erste Photo wurden uns freundlicherweise alle Photos von Herrn
Udo Kefrig bzw. durch die schöne Seite von Herrn Kefrig und Herrn
Stoll www.unterwasserfotografie.de
zugänglich gemacht.Vielen Dank dafür!!
Die Photo-Scans dazu wurden uns netterweise erlaubt von : Unterwasser -
Das Tauchmagazin
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