Tauchers Zeitmaschine

 Geschrieben von Oli

© 2001 Oliver Meise
-Keine Gewährleistung-

In "Tauchers Zeitmaschine" stellen wir einen Gutteil der Zukunft des Wracktauchens am Roten Meer vor. Wie wir die Zukunft voraussagen können? Nun - unsere Redakteure waren mal wieder unterwegs und haben für euch ihre Nasen in einige feuchte Winkel am Roten Meer gesteckt. "Schiffeversenken" haben wir dort aber nicht gespielt :-)

Folgende Wracks werden hier vorgestellt:

Viel Spaß beim Lesen!


Taucherfreuden in spe
© 2001 Oliver Meise
- Keine Gewährleistung -


Mit freundlicher Genehmigung, © 1998 Dr. F. Brümmer/Uni Stuttgart

Von diesem Wrack ist nicht besonders viel bekannt.Es brummte 1965 hier unter dem Namen M/V Maria Schröder bei Nabq auf das Saumriff und liegt im Prinzip auf der Brandungskante.Im Moment ist es für Taucher in Ermangelung von Tiefe noch nicht geeignet, möglicherweise für Schnorchler. Da es sich aber an der Kante befindet, steht zu erwarten, dass es in einem der nächsten Winterstürme vom Riff geschlagen wird und dann endlich in das Refugium der Taucher hineingerät.
Im Wesentlichen ist das Wrack schon jetzt in mehrere Teile aufgeteilt. Da wäre zunächst der fotogene Bug.


Mit freundlicher Genehmigung von Frau Wiebe de Jaeger / Email


Mit freundlicher Genehmigung, © 1998 Dr. F. Brümmer/Uni Stuttgart

An dieses Wrackteil schließt sich die mittlere Schiffssektion an. Vom Heck ist bis auf ein paar rostige Platten nichts Besonderes übriggeblieben.


Mit freundlicher Genehmigung, © 1998 Dr. F. Brümmer/Uni Stuttgart

GPS-Position:

28°11'30"N/34°28'00"E

Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede. Bei Annäherung an das Riff muss man entsprechende Vorsicht walten lassen, also weniger auf die GPS-Anzeige schauen, sondern die tatsächliche Nähe zum Riff überwachen!

Unser Dank für die großzügigerweise zur Verfügung gestellten Fotos geht an Herrn Dr. F. Brümmer von der Abteilung Zoologie der Universität Stuttgart und an Frau Wiebe de Jaeger.



Ein fauler Fisch
© 2001 Oliver Meise
- Keine Gewährleistung -

Bei diesem seltsamen Meeresbewohner handelt es sich um den im November 1982 auf das Jackson-Riff gehüpften Frachter namens Lara. Ursprünglich in Deutschland gebaut und 1956 vom Stapel gelaufen, stand die Lara zuletzt im Eigentum eines zypriotischen Reeders. Auf ihrer letzten Fahrt fuhr dieses 4.752 GRT-Schiff mit erheblicher Geschwindigkeit auf das Riff auf, so dass es mit seiner ganzen Länge auf dem Riffdach liegt.

Man vermutete hinter dieser Havarie einen Versicherungsbetrug, da die Verkehrsregelungen einerseits glasklar sind und andererseits das Schiff nur noch genau so viel Treibstoff an Bord hatte, dass es zum Riff kommen konnte. Die Klärung der ganzen Angelegenheit zog sich in die Länge, weshalb der Eigner auch eine bewaffnete Wache an Bord zurückließ. Hierbei soll es sich um einen türkischen Seemann gehandelt haben, der mit einem Gewehr ausgerüstet war. Angeblich kamen zu dieser Zeit auch Gerüchte auf, dass es sich bei dem Schiff um einen Drogenumschlagplatz handele. Der türkische "Drogenkönig" an Bord geriet aber bei seinem Herrn in Vergessenheit, so dass er gezwungen war, Schiffsteile zu verkaufen, um sein Leben fristen zu können. Angeblich verließ er nach einiger Zeit das Schiff und arbeitet heute als Tauchguide in Sharm-el-Sheikh. Das Schiff verfiel zusehends und nahm Schlagseite an.

Vor ca. einem Jahr brummte ein Tanker an genau der gleichen Stelle auf das Riff und schnitt die Lara entzwei.

Heute liegt also das Schiff mit einer kleinen Hecksektion und einer großen Mittschiffs- bzw. Bugsektion auf dem Riff.

Noch ist dieses Schiff für Taucher keine Attraktion. In den kommenden Jahren ist aber damit zu rechnen, dass die Lara vom Riffdach geschlagen wird oder am Riff herunterrutscht. Dann haben auch wir Taucher etwas von ihr :-)

GPS-Position:

28°00'43"N/34°28'26"E

Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede. Bei Annäherung an das Riff muss man entsprechende Vorsicht walten lassen, also weniger auf die GPS-Anzeige schauen, sondern die tatsächliche Nähe zum Riff überwachen!

Mein Dank geht hier an meinen Redakteurskollegen Herrn Uli Mößlang, der uns über seine schöne Seite www.moesslang.net die obigen Fotos zugänglich gemacht hat!



Rost gefällig?
© 2001 Oliver Meise
- Keine Gewährleistung -



Schon aus der Ferne erkennbar sitzt auf dem Gordon-Riff in der Straße von Tiran im Roten Meer dieser Hort der Rostproduktion. Diese Produktion hatte ihre ursprünglichsten Anfänge, sofort nachdem das Schiff den ersten Kontakt mit Salzwasser bekam - im Mai 1952. Damals fand nämlich der Stapellauf in Schweden statt. Der weitere Lebenslauf der 107,55 m langen und 14,36 m breiten Lady mit 2.271 GRT ist ebenso wechselvoll wie schlecht belegt. Bekannt ist weiter lediglich, dass sie vor ihrem unfreundlichen Rendezvous mit dem Gordon-Riff in Panama registriert war und zu diesem Zeitpunkt Loullia hieß. Auf ihrer letzten Fahrt am 29. September 1981 befand sie sich gerade in Ballast fahrend auf ihrem Weg von Akaba nach Suez, als offensichtlich auf der Brücke gepennt wurde und sie auflief. Glücklicherweise sank sie nicht über den Riffabhang, so dass die Mannschaft vier Tage später gerettet werden konnte.

Die Loullia befindet sich heute immer noch an der gleichen Stelle. Natürlich haben Salzwasser und Zahn der Zeit an ihrer Struktur genagt. Ein Durchtauchen ist nicht zu empfehlen, da immer etwas herunterfallen kann. Wahrscheinlich ist sie im Moment auch eher etwas für Schnorchler. In ein oder zwei Jahren, bei einem entsprechenden Wüten der Winterstürme, dürfte das Wrack dann endgültig zu einem Ausflugsziel für Taucher geworden sein.

GPS-Position:

27°59'30"N/34°27'12"E

Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede. Bei Annäherung an das Riff muss man entsprechende Vorsicht walten lassen, also weniger auf die GPS-Anzeige schauen, sondern die tatsächliche Nähe zum Riff überwachen!

Mein Dank geht hier an meinen Redakteurskollegen Herrn Uli Mößlang der uns über seine schöne Seite www.moesslang.net die obigen Fotos zugänglich gemacht hat!


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