Von Martin Rubner 01.02
Video zum Bericht ist hier zu finden
Am 10.01.2002 entstand die Idee welche durch anhaltende Kälte in
unserem badischen Ländle unterstützt wurde, und wir eröffneten
in unserem Forum den Thread mit dem Motto: " Lust auf Eistauchen ?"
In kürzester Zeit hatten wir 6 Leute zusammen, welche alle Ihre Köpfe
unter`s Eis stecken wollten, und wir begannen mit der Planung und der Zusammenstellung
der Ausrüstung.
Folgendes mussten wir besorgen - Eine Kettensäge - Einen großen
Hammer - Einige Stahlstangen zum Herausheben der Eisscholle und zum Absperren
der Einstiegstelle - Eine Leine 12mm, ca. 60m, schwimmend, in Signalfarbe
- Absperrband
Dies waren erstmal die Werkzeuge welche wir für ein sicheres Öffnen
der Einstiegstelle und Durchführen unserer Eistauchgänge benötigten.
Nun wählten wir einen See zwischen Karlsruhe und Mannheim und begannen
am Samstag den 12.01.2002 gegen 13:45 Uhr (mit leichter Verspätung,
da unser Sägenmann zu spät kam) mit den Vorbereitungen am See.
Dabei waren:
Marion, Michael Hechler, Bernd Burgstahler, Marco Rupp und ich.
Nachdem wir uns eine geeignete Stelle ausgesucht hatten, welche zwecks
des Ein- und Ausstieges einer Wassertiefe von ca. 3m hatte legte Bernd
und Sägenmann mit der Kettensäge los.


Nach ca. ½ Stunde hatten wir nun das Loch herausgesägt und
wir begannen mit dem Herausholen der Eisscholle


Warum holten wir die Scholle heraus und schoben Sie nicht unter das
Eis ? Wir machten uns diese Entscheidung nicht einfach und überlegten
die Vor- und Nachteile beider Gegebenheiten: - Wenn wir die Scholle unters
Eis geschoben hätten, bestände zwar die Möglichkeit das
Loch mit der Scholle nach dem Tauchgang wieder zu schließen, aber
gleichzeitig die Gefahr dass sich die Scholle während der Tauchgänge
selbständig wieder verschließt. - Bei der Version für welche
wir uns dann auch entschieden haben, hatten wir diese Gefahr ausgeschlossen
und haben die Einstiegstellen mit Stangen und Bändern sehr gut abgesichert.
- So nun war das Loch im Eis und wir hatten die Einstiegsstelle abgesichert,
was war nun noch zu tun??


Logisch das wichtigste an solchen kalten Tagen, wir widmeten uns dem
Glühwein welchen unsere gute Seele Marion in ausreichendem Maße
mitgebracht hatte und begannen über den See zu wandern. Dies war auch
eine interessante Angelegenheit mal bestimmte Stellen am See von oben zu
sehen und nicht immer von unten, gleichzeitig sind uns die Spannungsrisse
und das Knistern welchen auch bei einer Eisstärke von ca. 15 cm auftritt
aufgefallen. Nach der Eiswanderung von ca. eine Stunde, kontrollierten
wir noch mal unsere Absperrung an unserer Einstiegstelle, welche nun schon
von anderen als Eishockey Hindernis benutzt wurde und verabschiedeten uns
von unserer Einstiegstelle.
Endlich war es Sonntag:
Leider hatte es der Sonnengott nicht ganz so gut mit uns gemeint und
der See war eingehüllt vom Nebel welcher sich im Laufe des Tages noch
weiter verschlimmerte. Gegen 10:00 Uhr trafen wir nun am See ein. Aus 8
Tauchern waren auf einmal 12 Taucher und mehrere nicht tauchende Zuschauer
geworden.
Nun wurden die Begebenheiten besprochen und darauf hingewiesen das immer
nur zwei Taucher sich im Wasser befinden und gleichzeitig mit der Sicherungsleine
abgesichert sind. Diese Sicherheitsmassnahme wollten zwei Taucher nicht
ganz verstehen mit der Argumentation: Wir nehmen unser Reel und tauchen
einfach in die andere Richtung wie die anderen. Dies wurde aber strikt
abgelehnt und unsere Leinenmann Michael, welcher leider am Tauchen durch
seine monatliche Erkältung gehindert wurde machte, es den beiden Tauchern
noch mal klar und Sie waren somit einverstanden als zweites Team ins Wasser
zu gehen.


Wie wurde der Tauchgang abgesichert:
An der Einstiegsstelle standen neben unserem Leinenmann Michael immer
zwei fertig angezogene Taucher um im Notfall schnellstmöglich ins
Wasser zu gelangen und Hilfe zu leisten. Gleichzeitig wurden die Taucher
immer von zwei anderen welche auf dem Eis mitliefen beobachtet um bei einem
Vereiser schnell reagieren zu können. Zudem stand am Rand eine Notfalltasche
mit 3 Liter Sauerstoff welche uns von der Fa. DAV- Notfallsysteme zur Verfügung
gestellt wurde.


Als erstes gingen Rene und Frank ins Wasser und es lief alles wie besprochen
ab -die beiden kamen nach ca. 30 min zurück und berichteten von
Ihren Erlebnissen unter Wasser.

Als zweites ging dann Matthias H. mit einem uns unbekannten Erfahrenen
Taucher (nach seinen Angaben ca. 1000 TG's) ins Wasser. Leider hatten die
beiden vorab kein Briefing gemacht welches sich im Nachhinein als Fehler
herausstellte und nur durch die Sicherungsmaßnahme konnte Matthias
vor schlimmeren beschützt werden.
Was passierte: Matthias und Jürgen tauchten ab und es verlief alles
ganz normal, plötzlich rief Mike und Matthias, welche den Tauchgang
von oben beobachteten, zieht - die erste Stufe bläst ab und der Taucher
hat Panik. Dadurch dass wir ca. 12 Leute am See waren konnten wir schnell
reagieren und zogen Matthias an der Leine ans Loch und er kam zwar außer
Atem aber gesund an die Wasseroberfläche zurück. Nachdem er aus
dem Wasser war berichtete er das seine 2. erste Stufe welche er überhaupt
nicht benutzte plötzlich vereiste und sein Buddy ließ ihn einfach
am Stich. Nachdem nun der Buddy Jürgen auch aus dem Wasser war, reagierte
dieser sehr unverantwortlich und sagte nur weniger ist mehr :Sprich wie
weniger Ausrüstung ich mitnehme desto weniger kann einen Defekt bekommen,
in diesem Moment stellte sich dann heraus, das er nur mit einer ersten
Stufe und ohne Octopus im Wasser war.

Jürgen verabschiedete sich dann auch schnell und kleinlaut und
wir machten mit unseren Teams weiter.
Im Wasser waren noch Mike Fisch mit unserem super Teci Marcus welcher sich bei Ausstieg mit seinem Doppelgerät ein wenig
schwer tat und es für ein paar lustige Minuten am See sorgte. Danach
ging ich mit Marco und zum Schluß Bernd mit Marc ins Wasser und genossen
die Seelandschaft unter Eis welche durch den Nebel leider nicht so schön
wie an sonnigen Tagen war.


Zum Schluß wurde die Einstiegsstelle wieder abgesperrt und wir
widmeten uns wieder dem Glühwein.
Am Schluß möchte ich nochmals allen beteiligten für
ihre Mithilfe und Unterstützung danken und freue mich schon heute
auf unsere nächste Aktion.
Hier zeigen wir Euch noch ein paar Bilder:



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