Tauchen in Puerto Galera

 Geschrieben von Christian van Heijningen

© Christian van Heijningen Alle Angaben ohne Gewähr

Puerto Galera ist ein kleines Städtchen am nördlichen Zipfel von Mindoro. 100km südlich von Manila ist es einfach und schnell erreichbar. 2 bis 3 Stunden Busfahrt und eine Stunde mit einem Auslegerboot bringen die Reisenden von der Metropole Manila ins faszinierende Paradies am Meer.

Die Spanier entdeckten Puerto Galera im 16. Jahrhundert als einen sicheren Hafen für ihre Handelsboote bei Stürmen und Taifunen. Übersetzt heißt es der Name daher auch "Hafen der Galeeren". Die geschützten Buchten von Puerto Galera sind auch heute noch ein beliebter Ankerplatz, wenn Boote bei schlechtem Wetter Schutz suchen. Doch so schön diese Buchten auch sein mögen, die Hauptattraktionen sind die Strände von Sabang und Small La Laguna mit den ihnen vorgelagerten Riffen.

Tauchen könnte nicht einfacher und angenehmer sein: In einer Minute ist der Taucher vom Zimmer an der Tauchbasis des Ressorts, wo ihn das fertig zusammengebaute Equipment bereits erwartet. Die Anzahl der Taucher pro Boot ist auf 6 begrenzt, so daß sich hier individuelle Tauchgänge problemlos verwirklichen lassen. Jeder Tauchgang wird zudem von einem orts- und sprachkundigen Divemaster geführt. Bis zu 10 Tauchgänge pro Tag an über 30 verschiedenen Tauchplätzen, alle nur wenige Bootsminuten entfernt, werden angeboten. Ganztagesexkursionen nach Verde Island oder zu den heißen Quellen vor Chicken Feather Island bieten weitere Abwechslung. Puerto Galera ist außerdem auch Ausgangspunkt für 5-tägige Safaris zum Apo oder Tubattaha Riff in der Sulusee oder zu den Wracks in Coron.

Die Riffe von Mindoro werden in einigen Fachbüchern wegen ihrer enormen Vielfalt an Hart- und Weichkorallen gelobt, und "Korallenbleiche" ist hier noch ein Fremdwort. Schnorchler finden nur wenige Meter vom Strand im flachen Wasser die schönsten Tisch- und Fächerkorallen, riesige Schwämme sowie eine unglaubliche Vielfalt von Fischen. Für Taucher bietet Puerto Galera flache Riffe, die sich auch für Anfänger hervorragend eignen, Steilwände und Canyons für Fortgeschrittene. Die Gegend ist berühmt für maritime Exoten wie den Frogfish, den "Robust Ghost Pipefish", verschiedene Skorpion-, Feuer- und Steinfische, Pygmäen-Seepferdchen und Nacktschnecken in allen erdenklichen Farben und Formen - ein Paradies für Makrophotografen. Aber auch das Weitwinkelobjektiv sollte der Photograf nicht zu Hause lassen. Denn die unzähligen Wracks sowie große Schulen von Barrakudas, Fledermausfischen oder Süsslippen sind ein ebenso lohnendes Motiv wie die Makrowelt.

Gelegentlich sind auch Mantas, Hammerhaie, Weißspitzen-Riffhaie und Treshersharks anzutreffen. "Canyons", "Fishbowl" und "Hole in the Wall" sind die Namen nur einiger der vielversprechenden Tauchplätze. Starke Strömungen bieten hier gelegentlich eine Fahrt mit der Achterbahn, wem dies nicht gefällt, der kann ebensogut an anderen Plätzen stundenlang an einer der vielfältigen Korallenformationen verweilen.

Puerto Galera hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum für technisches Tauchen entwickelt. John Bennett führte hier im Dezember vergangenen Jahres seinen Rekordtauchgang auf 308 Meter durch. Im Atlantis Dive Resort bietet er IANTD und TDI Kurse von Nitrox über Dräger-Kreislaufgeräte bis hin zum Trimix an. Wer also am technischen Tauchen interessiert ist, hat hier die Möglichkeit, von den Besten zu lernen. [Bild: PG-Pool_net.jpg]

Vor drei Jahren wurde die "Puerto Galera Dive Association" mit dem Zweck gegründet, das Tauchen sicherer und noch spannender zu machen und die Kommunikation unter den Basen zu fördern. Wracks wurden schon früher absichtlich versenkt und bilden heute bereits künstliche Riffe. In den letzten Jahren wird zudem vermehrt an Bojenprojekten gearbeitet, und gemeinsam mit der Universität in Manila bemühen sich die Basen um den Umweltschutz. Bei Unfällen wird DAN in Manila oder gleich die nur 20 km entfernte neue Dekompressionskammer in Batangas kontaktiert, so daß der Taucher im Falle eines Falles hier sofort fachgerecht versorgt werden kann.

Neben Tauchen bietet Puerto Galera einsame Buchten und Strände, die zum Baden und in der Sonne faulenzen einladen, sowie Sportarten wie Kayaking, Wandertouren und Gelegenheiten zum Motorradfahren im unwegsamem Gelände. Eine traumhafte Aussicht bietet der Golfplatz auf 450 Meter Höhe über dem Meer. Eine weitere Attraktion ist der größte Hash Run (Nein, das hat NICHTS mit Drogen zu tun!) der Philippinen. Jeden Sonntag trifft man sich , um gemeinsam das Hinterland von Puerto Galera zu erkunden und beim "On On" nach dem Rennen (eigentlich eher ein Spaziergang) das ein oder andere Bier zu genießen - eine Tradition aus der britischen Besatzungszeit in Malaysia, die sich bis heute erhalten und über die ganze Welt verbreitet hat.

Die Gegend ist vor allem bei Expats, die in Manila, Hong Kong oder Singapur leben, bekannt als Ausflugsziel fürs Wochenende. Mehr und mehr wird es aber auch zu einem Ziel für Urlauber aus Europa, Australien und Amerika. Direkte Transporte von Manila, Pools, klimatisierte Zimmer , TV, Minibar, Internetzugang, eine große Auswahl an Restaurants (Italienisch, Thai, Indisch, Philippinisch oder Barbecues sowie einheimische Küche) und auch das Nachtleben mit zahlreichen Bars und Discos bieten für jeden Geschmack das Richtige.

Puerto Galera ist ein Urlaubsgebiet, in daß man während des ganzen Jahres reisen kann. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 25°C im Februar und 29°C im Mai, die Sichtweite beträgt selten weniger als 15 Meter. Regenzeit ist in den Sommermonaten, während die Besucher von November bis Mai mit viel Sonne und spiegelglatter See rechnen können. Malaria ist ebenso wenig ein Thema wie der Terrorismus, der sich, wenn überhaupt, einige hundert Kilometer südlich abspielt. Hier besteht also kein Grund zur Sorge.

Bisher haben leider nur wenige deutschsprachige Touristen die Gastfreundlichkeit der Philippinen kennengelernt. Aber diejenigen, die einmal hier waren, kommen auch wieder zurück. Ihnen geht es wohl genauso wie den alten Seefahrern, die sich auch nie aus den geschützten Buchten ausliefen, ohne zu versprechen, sie würden bald wiederkommen.

Für weitere Infos könnt ihr Euch an die folgenden Email-Adressen wenden, oder schaut Euch einfach mal die Homepages an:

Allgemeines: georg@atlantishotel.com

John Bennett: john@atlantishotel.com

Atlantis Dive Resort: www.atlantishotel.com

Technisches Tauchen: info@dive-technical.com

Angebote: www.diving-philippines.com


Infos

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