Eine Reise mit den Linzer "Seepferdchen" von 9. bis 16. Mai 2002 auf der M/S Heaven One zu den legendären Brother Islands in der Mitte des Roten Meeres

Alle weitere Infos über die Schiffe der Heaven Fleet unter
http://www.diversheaven.com/
Hurghada, 9. Mai 2002: Um 18:30 wurden wir zur "HEAVEN I"
bei der Hilton Marina gebracht und mit einem eleganten und unerwartet köstlichen
Abendessen (Steak, Baked Potato) an Bord überrascht.
Nach einem Schlummertrunk schliefen manche an Deck (und kämpften
mit den Moskitos) bzw. in den Kabinen (und schwitzten trotz Klimaanlage).
Der erste Tag brachte uns -immer wieder von Delfin-Gruppen begleitet-
nach Süden, wo wir bei Safaga unseren Check Dive machten.
Erst aber folgte noch das sehr ausführliche und sinnvolle Boots-
Sicherheits- und Tauchgangsbriefing durch unseren Tourguide Manuel.

Typischer Tagesablauf:
06:00 Tagwache und Kaffee
06:45 Early Morning Dive
08:00 Frühstück
10:00 VormittagsTG
12:00 Mittagessen
14:30 NachmittagsTG
16:00 Kaffee und Kuchen
18:00 AbendTG oder
21:30 NachtTG
23:00 pffffchrrrr...
(alle TG optional)
Obwohl auch taucher.net Redakteurin Jessica zur Zeit in Safaga weilte,
konnte ich sie leider auf keinem der Tages-Boote entdecken (naja gut, allzu
groß isse ja auch wieder nich... ;-)))
In der Nacht setzten wir 6 Stunden zu den BROTHER ISLANDS über,
wo wir in der Morgendämmerung bei sehr ruhiger See ankommen und das
einzige Boot hier sind. Den early-morning-dive machen wir am BIG BROTHER
und dem Wrack der NUMIDIA, die 1901 hier (trotz damals bereits vorhandenem
Leuchtturm) zielsicher auflief und sank.

Das Wrack liegt zwischen 20 und 75 m und gleicht einem riesigen Feld
von Weichkorallen. Einige graue Riffhaie umkreisen uns neugierig. Der Fischreichtum
ist hier überwältigend und beim anschließendem Driftdive
entlang der Westseite von Big Brother begegnen wir auch noch drei Hammerhaien
mit einer Länge von etwa drei Metern.
Beim zweiten Tauchgang besuchen wir nochmals die NUMIDIA und am Weg
an der Westküste zum zweite Wrack am Big Brother Island, der AIDA,
die in den 50er Jahren hier sank, begegnen wir noch einem großen
Manta, der von zwei Schiffshaltern begleitet wird.

Beim anschließendem Tauchgang am tollen Riff von SMALL BROTHER
fallen wieder mal die hier sehr anhänglichen Flötenfische auf.
Ein besonders verliebter (sic) will sich gar nicht mehr von Roland trennen
und "reitet" etwa 20 Minuten auf seiner Flasche, was wirklich
sehr komisch aussieht !
Die Nacht verbringe ich vorne an Deck, was angesichts des Sternenhimmels
und des Leuchtfeuers von Big Brother ein unvergessliches Erlebnis ist-
auch wegen des Windes, der in der Nacht von einem lauen Nordlüftchen
zu einem kräftigen Nordwestwind wird...

Morgens ist nicht nur kräftiger Wind und Wellengang, auch zwei
weitere Tauchboote sind nun hier an den Brothers.
Der early-morning-dive findet an der Nordspitze von Small Brother statt.
Als erste Gruppe sehen wir zwei Hammerhaie, zwei graue Riffhaie und einen
Weißspitzeriffhai sowie große Gruppen von Thunfischen, die
hier jagen. Mit kräftiger Drift geht' s zurück zum Boot.
Gegen Mittag schaffen wir es nicht, gegen die heftige Strömung
an der Nordspitze von SMALL BROTHER anzukämpfen, sehen dafür
aber kurz einen Fuchshai. Am Nachmittag nimmt die Strömung auch an
der Südspitze enorm!!! zu und mancher unserer Gruppe versucht vergeblich,
die Leine des Tiefenankers zu erwischen- diese "verlorenen Seelen"
werden aber vom Zodiak gerettet.
Der folgende Tag sollte der Tag der Haie werden. Beim early morning
dive am Small Brother begegnen wir bereits beim Abtauchen auf 15 m den
ersten graue Riffhaien- bis zum Ende des Tauchganges sollten es noch etwa
30 bis 40 Haie aller Arte werden- auch zwei Hammerhaie waren wieder dabei
!
Der zweite und dritte Tauchgang des Tages sollten sich zu weiteren HAI-LIGHTS
in der HAI-SOCIETY herausstellen.
Am letzten Tag auf den Brother Islands setzen wir bei spiegelglatter
See zum BIG BROTHER ISLAND über, wo wir direkt bei der NUMIDIA ankern.
Bei geringer Strömung ist dieses Wrack noch mal interessanter und
auch hier tummeln sich wieder eine große Anzahl an grauen Riffhaien-
je tiefer man taucht, umso mehr Haie kommen ins Blickfeld.
Nach einem Tauchgang am Wrack der AIDA, einem Truppentransporter, der
in den 50er Jahren auf das Riff lief und sank, steht noch eine Besichtigung
der viktorianischen Leuchtturms auf dem Programm, von dem man einen atemberaubenden
Blick auf die umliegenden Riffe genießt.
Die anschließende, sechsstündige Überfahrt gestaltet
sich wegen des inzwischen aufgekommenen, starken Nordwindes mit Stärke
6 als sehr ruppig und wir sind froh, als wir gegen 19 Uhr an unserem Übernachtungsplatz
SHAB SHEAR bei Safaga ankommen (Möglichkeit für NachtTG).
Den letzten Tauchtag beginnen wir sehr früh mit einem Tauchgang
an der 1991 gesunkenen SALEM EXPRESS. Eines der bedrückensten Wracks,
das ich kenne, riss doch diese Fähre in einer stürmischen Dezembernacht
1991 weit mehr als 1000 Pilger mit sich in die Tiefe. [mehr zu diesem Wrack
gibt es demnächst hier zu lesen !] Besonders bedrückend ist es,
da immer noch Gepäckstücke rund um das Wrack zu finden sind...
Der Abschlusstauchgang am PANORAMA REEF wirkt auf uns aber wegen des
schlechten Zustand dieses Riffs fast ebenso deprimierend...
Den krönenden, kulinarischen Abschluss hingegen bildet ein ganzer
Truthahn, der uns am Abend an Bord kredenzt wird- köstlich !
Fazit: Die Brother Islands sind für erfahrene Taucher ein wahres
Paradies an Fauna und Flora im Roten Meer und ein Treffpunkt der Hai-Society
!
Die Heaven One ist ein Safariboot mit excellenter Küche und Nitrox
!
Die wirklich excellente Menüfolge dieser Woche könnt ihr hier einsehen: Hier klicken
Effektiver Gesamtpreis incl. Flüge und aller Gebühren: etwa
1500 Euro
An dieser Stelle sei Rudi Reingruber für all seine unzähligen
Bemühungen rund um diesen traumhaften Tauchurlaub gedankt !
Hier noch ein paar Tauchimpressionen des Trips:









© Bilder und Text 2002 by Harald Mathä |