Nordtour Ägypten 2002 mit der Seawolf

 Geschrieben von Andreas

Nordtour Ägypten 2002 vom 08.-15.03. mit der "Seawolf"

Es begann eigentlich alles mit einer kleinen Frage im " Taucher.net". Die da lautete: " Kennt nicht jemand, jemanden der einen weiß wo man in Ägypten preiswerten und trotzdem guten Tauchurlaub machen kann!?" Die Antwort auf diese Frage kam prompt und von keinem geringeren als einem Redakteur von "Taucher.net" nämlich Martin Rubner.

Gesagt getan machten wir uns daran ( ich und mein Buddy ) die Sache ins Rollen zu bringen .

Es kam der lang ersehnte Tag, an dem es nun endlich losgehen sollte- man hat ja schon viel gelesen über Shorouck Air- aber allen zum trotz, ging der Flieger pünktlich ab Berlin in Richtung Hurghada ( na ja, wenn man keine großen Ansprüche stellt bringen sie ein zu akzeptablen Bedingungen von A nach B) und über die Bedienung konnte man eigentlich nicht meckern.

Endlich angekommen in Hurghada ging es in Richtung Tauch-Center ( höchst persönlich von Cici- der Eignerin der " Seawolf" am Flughafen in Empfang genommen), wo wir uns erst einmal vom Flug ein wenig entspannen konnten.

Am späten Nachmittag begann dann der eigentliche Tauchurlaub: Wir fuhren ( immer noch zu zweit +Cici) endlich zum Hafen, unterhalb des "Hilton", wo die "Seawolf" gerade von Ihrem Winteraufenthalt im Dock fertig gestellt wurde. Die Handwerker an Bord hatten gerade mit den letzten Handgriffen an der Nitrox-Füllanlage zu tun -ist also seit diesem Jahr möglich. Ich muss sagen : Es war überwältigend !

Super Schiff, sauber, funktionell und eine freundliche und nette Crew. Wir bekamen dann erst einmal ein Begrüssungscoktail und einen kleinen Crashkurs über die Gepflogenheiten an Bord und konnten danach die neu montierten individuellen Verstaufächer für das Tauchgerödel in Beschlag nehmen. (weiteres zur "Seawolf" unter ‚Taucher.net' oder bei seawolf-diving.de' )( wichtig ist vielleicht noch, das auf der "Seawolf" der Atemluftkomp. unter Deck liegt - man also in keiner Weise durch lästigen Lärm beim Füllen genervt wird).

Cici und Martin: Nachts trafen dann auch die anderen der Tauchgruppe ein ( wir waren ab da insgesamt 9 Taucher auf einem Boot das für 12 ausgelegt ist , es war also wirklich keine Gefühl von Enge).Es sei hier auch noch erwähnt, das die meisten Tauchgänge vom Beiboot( Zodiac) aus gemacht wurden.

An folgendem Morgen ging es dann auch los : Nach einer kleinen Besprechung, was denn alles angefahren werden soll, einer verhandelbaren Route ( wenn Wetter und Wellen es zulassen), ging es auch schon los( Cici studierte erstmal die ganzen Logbücher und versuchte sich einen Überblick über die Erfahrung der einzelnen Leute zu machen). Erster Halt war "Shab el Erg" wo jeder erstmal unter Beweis stellen konnte das er sich auch Taucher nennen darf, und für mich persönlich war es der gelungenste Tg. denn wir hatten das erste und leider auch das letzte mal in dieser Woche das Vergnügen mit Delphinen zu tauchen.

Im Übrigen ist es eine sehr angenehme Jahreszeit, da es nicht zu heiß ist, wir hatten ca. 28 Grad Luft und 23 Grad Wassertemp..

Wieder an Bord, ging es während wir aßen( hierbei möchte ich unbedingt zur Sprache bringen, das nicht einer in der Woche was am Essen zu schimpfen hatte ,im Gegenteil wir waren alle sehr erstaunt darüber, was der Koch unter diesen Bedingungen an Bord (Platzverhältnisse) alles zauberte.), weiter in Richtung "Um Rush" , wo wir einen Stopp für 2 Tauchgänge einlegten ( beides Nachttauchgänge) unmittelbar im Bootsliegebereich hatten wir die Ehre einem wirklich großen Leopardenrochen zu begegnen. Am nächsten morgen ging es weiter in Richtung "Abu Nuhas" zum Wrack der "Ghiannis D"

(Es würde zu lange dauern alles zu beschreiben, darum möchte ich an dieser Stelle erwähnen, das man unter Tauchplätze im "Taucher.net" genauere Tauchplatzbeschreibungen zu allen angefahrenen Punkten findet) Ein sehr empfehlendwertes Wrack, auch für nicht so erfahrene Taucher (Wenn keine Strömung herrscht!).

Der zweite Tg. an diesem Riff führte dann zum Wrack der "Seastar" (=Kimon M; etwas gehobenere Ansprüche an den Taucher ) das, so schien es, auch die Heimat von einigen kapitalen Zackenbarschen ist.

Es war schon wieder Mittag und wir fuhren weiter in Richtung "Shaab Mahmud" zum Wrack der "Dunraven"- dieser Tauchplatz würde das Herz eines jeden "Makro-Fetischisten" höher schlagen lassen, denn in diesem Bereich hatte man überdurchschnittlich viel Nacktschnecken-Vorkommen. Dieses Wrack sollte den erfahreneren Tauchern vorbehalten bleiben, zumindest wenn man durch das Wrack tauchen möchte, denn man taucht in eine große schwarze Öffnung, bei der man nur mit einer ausreichend guten und zuverlässigen Lampe sicher sein Ziel erreicht ! ( Ich persönlich zog es vor, ohne einen Guide, auch trotz guter Lampe, mir die Sache nur von außen anzuschauen ! Durchaus lohnenswert)

Wir beendeten den Tag wie es sich für einen Taucher gehört mit einem wunderschönen ( 4. Tg. an diesem Tag) Nachttauchgang bei dem wir eine span. Tänzerin bei ihrem Wellenspiel beobachten konnten.

Am nächsten Morgen ging es zum Riff der Riffe "Ras Mohamed", einer der beeindruckendsten Tauchplätze überhaupt, eine wahnsinnige Steilwand ( die wie uns gesagt wurde, bis in einen Bereich von 700-800m!! Wassertiefe reicht), bei der man zahlreiche Großfische bewundern kann, auch hier ist Vorsicht geboten, denn es herrscht zum Teil starke Strömung! Dieser (Tauchgang), das möchte ich nicht verschweigen, kostet etwas Aufpreis (ca. 10 USD)- ist aber das Geld allemal wert- meine Meinung!

Es folgte ein Highlight nach dem anderen, denn nun ging es zum Wrack der Wracks: die "Thistlegorm" , legendär und sagenumwoben offenbart sich in 30m Tiefe ein riesiger Schiffsrumpf, beeindruckend, prägend und ein wenig beängstigend und durch starke Strömung und zahlreich umher liegende Munitionskisten,

Ein mit gebührendem Respekt zu betauchendes Wrack! Wir ein wenig profitierend vom schönen Wetter, hatten bei unserer Safari das Glück die ersten drei Tage fast frei von Strömung zu tauchen , so auch an dieser Stelle, wo wir bei dem ersten Abstieg lediglich mit der Deco zu kämpfen hatten ,

(also das Wrack, Heck- Abschnitt mit der Lok und teilweise den Bugaufbauten) absolut stressfrei genießen konnten. Beim zweiten Abstieg ging es dann an das "Eingemachte"(bei zunehmender Strömung , deshalb ohne Fotoapparat), wir betauchten die vorderen Laderäume, in beiden Ebenen, die berühmten Lkws mit den Motorradladungen und in den tieferen Abschnitten die Uniformen und Stiefel, es fällt mir schwer es in Worte zu fassen ( Wie man sieht, kann man alles auch nicht immer auf Fotos so festhalten- Leider!).

Diesen genialen Tag schlossen wir nach einer kleinen Weiterfahrt zum Riff "Om Rush", wie es sich gehört, auch mit einem Nachttauchgang ab , hierbei sollte man vielleicht erwähnen das in diesem Bereich die Feuerfische ständig schlecht gelaunt schienen , denn ohne unser zutun, waren sie ständig bestrebt - gut getarnt im Dunkel der Nacht- uns immer wieder zu attackieren.

Am darauf folgendem Morgen, fuhren wir weiter in Richtung "Big Gubal", an diesem Riff, bestand die Möglichkeit, ohne Strömung ( der Wind nahm am Vorabend beträchtlich zu ) einen schönen, Tieftauchgang durchzuführen, was wir auch taten . Unsere Safari führte uns dann weiter zum Riff "Bluff Point" , an dem man einen vielfältigen Fischreichtum vorfindet - da waren auch die Jäger nicht weit - so konnte man ziemlich ausgewachsene Barrakudas(Einzelgänger) und auch große Muränen u. ä. beobachten .

Beim zweiten Tauchgang an dieser Stelle (Nachttauchgang), betauchten wir ein kleines Wrack unweit des Liegeplatzes, das von einem riesigen Napoleon-Fisch bewohnt wurde . An diesem Abend fuhren wir noch ein Stück zu einem anderen Riff, Namens "Small Gubal Island" und natürlich konnten wir nicht anders und haben noch einen Nachttauchgang gemacht, wo wir mal wieder eine Span. Tänzerin bei Ihrem nächtlichen Treiben beobachten konnten . Am darauf folgendem Morgen machten wir gleich wieder an einer etwas abgelegeneren Stelle an diesem Riff einen Tauchgang, einen schönen Strömungstauchgang, bei dem man im Vorbeischweben zahlreiche Riffbewohner und große Schwärme beäugen konnte.

Nach diesem Tauchgang ging die Fahrt weiter in Richtung "Siyul Soraya", auch hier hatten wir ganz ordentliche Strömung, nur diesmal kam uns sogar eine Karettschildkröte vor die Linse, die sich durch unsere Anwesenheit scheinbar nicht sehr gestört fühlte, wie man auch den Fotos entnehmen kann.

Nun führte uns unsere Tour aufgrund unseres relativ frühen Rückfluges zum letzten Tauchplatz, an dem wir unseren 18ten und letzten Tauchgang in diesen 5 Tagen absolvierten. Leider ! Dieser Tauchgang war eigentlich nicht durch bedeutsames geprägt, trotz allem aber ein gelungener Abschluss!

Übersichtskarte unserer Safari:

Fazit: Eine Tauchsafari mit der "Seawolf" kann ich jedem nur empfehlen ob Taucher oder nicht , ein derart sortiertes und in allen Sachen aufeinander abgestimmtes Team, wie die Crew der "Seawolf" ist selbst für Safari erfahrene Leute ein Highlight- an dieser Stelle noch einmal ein ausdrücklicher Dank an Cici und ihr Team und allen die uns diese wunderschönen Tage ermöglicht haben .

PS. Es ist auch zu empfehlen das sich jeder, mit einer in jedem Reiseführer dargestellten Reiseapotheke( speziell Durchfall und Antibrechmittel) ausrüstet! http://www.taucher.net/redaktion/7/show.html?topic=4


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