Und so liegt heute im sonnigen
Touristenland Ägypten für uns Taucher ein schönes Wrack
in angenehmer Tauchtiefe bereit und freut sich auf uns :-)
Eins haben alle
Tauchgänge an diesem Wrack gemein: man muß verteufelt früh
aufstehen! So erlebt man den Sonnenaufgang nicht schlummernderweise im
Heiabett, sondern schon auf halbem Wege zum Tauchplatz auf schwankenden
Planken...

An der SS
Thistlegorm sollten mindestens zwei,besser drei Tauchgänge durchgeführt
werden.Wenn es sich ergibt auch mehr:-) Der erste Tauchgang sollte zur
Groborientierung am Wrack lediglich um dass Wrack herum ausgeführt
werden. Damit meine folgende Tauchgangsbeschreibung besser verständlich
ist, füge ich hier schoneinmal eine von meinem TN-Kollegen Uli
Mösslang angefertigte Tauchkarte vom Wrack an.

In der Regel
beginnt dieser Tauchgang, indem man bei einer Boje abtaucht an der ein
Seil festgemacht ist welches in 14m Tiefe mittschiffs mit dieser Ansicht
der Brücke an der Reeling des Wracks endet.

Eine Regel die
man zumeist schon beim Abtauchen beachten muß: am Wrack pfeift gelegentlich
eine deutliche Strömung, so daß man gut daran tut sich am Bojenseil
herunter- und hochzuhangeln und auch am Wrack immer hübsch im Strömungsschatten
zu bleiben.Schon während des Abstiegs schält sich immer deutlicher
das in 30m Tiefe auf dem Meeresgrund liegende Wrack aus dem Blau des Wassers
heraus. Am Ende des Bojenseils angekommen bietet sich mit einer Sichtweite
von ca. 20m das Oberdeck dem interessierten Blick des Tauchers dar. Sehr
schnell bemerkt man hier,daß das Vorderteil des Schiffes aufrecht
auf dem Meeresgrund liegt. Und nur zwei Meter vom Aufsetzpunkt am Oberdeck
entfernt sieht man bugwärts auf der rechten Seite des Oberdecks den
ersten interessanten Gegenstand: einen oben offenen Eisenbahn-Tender.

Taucht man links an diesem
Eisenbahnwaggon vorbei, sieht man linkerhand den Laderaum II offen ohne
Abdeckungen daliegen und seinen Inhalt präsentieren -doch dazu später!
Direkt hinter dem Eisenbahntender findet sich auf der rechten Seite des
Oberdecks unter einem Davit schon wieder etwas interessantes: es
handelt sich dabei um ein torpedoähnliches Gebilde mit einigen ruderähnlichen
Auslegern an beiden Enden.
 
Dies ist einer der schon oben erwähnten Spurkörper, die zum Räumgeschirr für Ankertauminen gehörten und als Otter bezeichnet werden, die Ausleger sind die Schermesser zum kappen der Ankertaue.
Wenn man sich
daran sattgesehen hat befindet sich wieder nur einen Meter weiter in Richtung
Bug auf der Rechten Seite des Oberdecks wieder ein Eisenbahnwaggon. Diesmal handelt es sich um einen Kesselwagen zur Beförderung flüssiger Güter.

Auch hier befindet sich links
vom Eisenbahnwagen ein Laderaum. Auch dieser Laderaum I ist betauchbar
und wird später vorgestellt. Taucht man nun am Kesselwagen vorbei
in Richtung Bug, rückt das Vorschiff in das Blickfeld.
 
Durch diese Türen betraten
früher die Seeleute ihr Logis.Heute kann man sich bei entsprechender
Ausbildung und Erfahrung von hier aus durch das Schiff zwängen und
in die Laderäume eintauchen. Dies macht jedoch nicht viel Sinn und
ist obendrein für Otto Normaltaucher auch gefährlich. Und so
taucht man an dieser Stelle besser entlang der Leiter nach oben und gelangt
auf das Vorderdeck. Ziemlich in der Mitte des Vordecks thront eine mächtige
Ankerwinsch.

Taucht man um sie herum,
kann man allerlei interessante Details wzB. Zahräder,Hebel und Schieber
erkennen.

Schließlich erkennt
man auch zwei an den Windentrommeln angeflanschte Ankerketten die bugwärts
verlaufen und dort durch Ankerklüsen im Kabelgatt verschwinden.
 
Wenn man möchte kann
man nun in die Bugspitze hineintauchen und über sie hinweg zum Meeresgrund
herabgleiten. Auf diesem Weg kann man sich den Backbords noch an seinem Platz befindlichen Hall-Patentanker anschauen. Steuerbords fehlt er.Stattdessen läuft eine Ankerkette zum Meeresgrund und verschwindet weiter voraus im Blau der See, wo der Anker in rund 200m Entfernung auch liegt. Meist ist die Strömung an diser Stelle aber so stark,daß besser auf eine solche Bug-Tour verzichtet wird.

Möchte man nun an diesem
Punkt umkehren, kann man in Richtung Heck tauchend nun die andere Schiffsseite
erkunden. Hierzu begibt man sich wieder über das Vorderdeck mit der
großen Ankerwinde und hält sich rechts bis man zur Leiter kommt
die hinunter auf das Oberdeck führt. Schaut man an dieser Stelle über
seine Schulter, sieht man auf dem Vorderdeck noch die Überreste einige
Lüfter und der Reeling.

Nun jedoch weiter in Richtung
Heck und herunter auf das Oberdeck! Schaut man hier wieder über die
Schulter, sieht man nochmal das Vorschiff mit seinen Türöffnungen
zum Oberdeck.

Hält man sich hier nun
weiter in Richtung Heck tauchend auf der rechten Seite,stößt
man wieder auf einen Kesselwagen der hier auf dem Oberdeck steht.Taucht
man links an diesem Kesselwagen vorbei, sieht man,daß der Zahn der
Zeit -und speziell auch die Winterstürme- auch am Wrack der SS
Thistlegorm knabbern. Unter dem Kesselwagen hat das Deck nachgegeben
und der Kesselwagen hat sich stark in den Laderaum I hineingesenkt.
 
Taucht man an dieser Stelle
rechtwinklig von der Bordwand weg, in das Blau des Wassers hinein, stößt
man nach ca. 30m auf ein schon gut bewachsenes Lewis-MG in einem V-förmigen
Schutzschild.

Dieses
war ursprünglich als Flugabwehr-MG auf einer Drehlafette an Deck aufgestellt,wurde
aber vom Explosionsdruck von Bord gefegt. Um dieses MG liegen auch noch
andere Wrackteile herum verstreut. Taucht man das MG an, muß man
per Kompaß die Richtung ermitteln,damit man den Rückweg wiederfindet.Denn
vom MG aus sieht man die Thistlegorm nicht mehr! Außerdem befindet
es sich in der Freiwasserzone wo die Strömung deutlich zu spüren
ist. Das MG ist also für Anfänger eher nicht zum Besuch geeignet.Hat
man den Weg zum Wrack zurückgefunden, stößt
man also an der rechten Seite des Kesselwagens vorbei weiter nach hinten
in Richtung Heck. Hierbei tut sich linkerhand ein weiterer Laderaum auf.
Dies ist Laderaum II.Unmittelbar vor einem ragt wiedereinmal ein Eisenbahnwaggon
über einem auf. Diesmal ist es wieder ein Tenderwagen. Taucht man
rechts an ihm vorbei und blickt zurück bietet sich folgendes Bild:

Steigt man an dieser Stelle fünf Meter auf und blickt zurück in Richtung Bug, sieht man neben den beiden vorderen Laderäumen auch den Vordermast mit zwei kleineren Masten auf dem Oberdeck liegen. Dieses Arrangement mit einem großen Mast und zwei kleineren Masten gab es auf dem heute zerstörten Achterdeck auch. Die kleineren Masten dienten einer weiteren DEMS-Maßnahme. Zum Schutz vor Torpedos wurde zwischen den beiden kleinen Masten an jeder Schiffsseite ein Anti-Torpedonetz gespannt. Wurden also auf derart geschützt fahrende Schiffe Torpedos abgeschossen und trafen diese Netze, wurden die Bordwände nicht beschädigt. Das Ausbringen dieser Netze war jedoch bei der Mannschaft nicht beliebt und galt als gefährlich. Außerdem verringerte sich die Schiffsgeschwindigkeit mit ihnen um rund zwei Knoten. Aus diesem Grund entschlossen sich viele Kapitäne gegen ihre Benutzung.

Taucht man beim Eisenbahntender dann wieder auf die Höhe des Oberdecks ab und taucht weiter zum Heck, kommt man schon nach wenigen Metern an den Überresten der Brücke vorbei.
Hinter der Brücke schließt sich die Schiffssektion mit Laderaum III, dem Maschinenraum und den Kohlenbunkern an. Über diesen stehen noch Teile der früheren Decksaufbauten.
Dies waren die Krankenstation, das Bootsdeck und der Schornstein.Über diese Aufbauten wurde bei der Explosion der Bombe das gesamte Oberdeck des Hecks darübergeklappt.

Hier muß man also entweder
etwas aufsteigen und darüber hinwegtauchen,oder aber rechts an der
Bordwand vorbei tauchen. Direkt an diese Zone wo sich die Unterseite des
hochgeklappten hinteren Oberdecks dem Blick der Taucher darbeitet, schließt
sich eine kurze Strecke total zerstörten Zwischendecks an.
 
Hier ist von
der Schiffskonstruktion kaum mehr etwas zu erkennen -dafür aber mehr
von der Ladung! Denn hinter diesem zerstörten Zwischendecksbereich
existiert für einige Meter keine Schiffsstruktur mehr -lediglich der
wüst durcheinandergeworfene Inhalt der Laderäume IV und V kündet
vom ehemaligen Vorhandensein eines Schiffsrumpfes. Die Masse der hier in
Form eines Bergs legenden Ladung besteht aus quadratischen Stahlblechkistchen
mit britischer .303-kalibriger Gewehrmunition.
 
Dazwischen liegen
verstreut einige Rollen mit Telefondraht.
 
Recht weit oben
auf dem Berg liegt eine -schon weiter oben erwähnte- auf die Seite
gekippte Karette
vom Typ Universal Carrier MK II.
 
Links von ihr
sieht man interessanterweise ein Stück der Schraubenwelle des Schiffs
mitsamt Wellentunnel. Wie es scheint,hat die Explosion auch die Welle durchtrennt.
Und so findet sich rechts von dieser Karette im Heckteil auch das Gegenstück
des Wellentunnels mitsamt Welle. Am Fuße dieses Munitionsberges liegt
eine weitere Karette dieses Typs und einige Behälter mit Artilleriegranaten
mittleren Kalibers.

 
Taucht man hier
wieder rechtwinklig vom Wrack weg,trifft man nach ca. 30m Strecke in ca.
33m Tiefe auf die Überreste einer der oe. Stanier 8F-Lokomotiven.


 
Nach dem Begutachten
dieser Lokteile gehts wieder den gleichen Weg zurück den man gekommen
ist -bis man wieder auf die Munikisten stößt. An jeder Stelle
des Munitionsberges sieht man schon das Heck der SS Thistlegorm.
Es liegt mit einer Krängung von ca. 45° auf seiner linken Seite
auf dem Meeresboden. Taucht man auf das Heck zu, stößt man auf
die strukturellen Überreste des Laderaums V. Von dessen Abmessungen
ist nur noch die Hälfte an Länge vorhanden. Auf dessen unterstem
Deck liegen dafür neben herunterhängenden LKW-Achsen auch einige
interessant anzuschauende schwere Granaten. Vorsicht! Nicht anfassen!


 
Taucht man nun weiter in
Richtung Heck, kommt man über das schrägliegende achtere Geschützdeck
zuerst an dem leichteren Geschütz mit dem Schutzschild vorbei.


 
Nur einige Meter davon entfernt befindet sich das schwere Heckgeschütz
des Dampfers. Es ist ohne Schutzschild und hängt gut bewachsen mit
der Mündung nach unten in Richtung Meeresboden.
 
Zu Füßen dieser
schweren Kanone befindet sich heckwärts eine große Luke. Schaut
man hinein, führt eine lange Leiter tief unter Deck. Durch diese Luke
ist im Ernstfall wahrscheinlich die Geschützmannschaft zu den Geschützen
geeilt.Ob durch diesen Schacht auch die Geschützgranaten aus den Munitionsbunkern
gemannt wurden ist in Ermangelung eines Munitionsaufzuges nicht belegbar.Jedenfalls
ist dieser Schiffsteil von den anderen Gängen im Inneren aus nicht
erreichbar da wahrscheinlich bei der Explosion eventuell vorhandene Zugänge
versperrt wurden.
 
Soweit man über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügt,kann
man von hier aus durch abzweigende Korridore hindurchtauchen und gelangt.....zum
bordeigenen WC :-)
 
Ist man wieder
aus dem wrack herausgetaucht und ist zurück auf dem Geschützdeck,
folgt man der Neigung desselben bis hinunter zum Meeresboden. Hier
nimmt man in dem Heckende eine Art Promenadengang mitsamt bewachsener Reeling
wahr.
 
Dies ist nun die Gelegenheit
noch ein Stückchen weiter hinabzutauchen und unter dem Heck die vierblättrige Schiffsschraube
sowie das Ruder zu besuchen.
 
Nunmehr hat man schon fast
alles gesehn was es bei einem Tauchgang rund um das Wrack zu sehen gibt.
Nunmehr kann man nur noch an der Bordwand entlang zur mittschiffs angebrachten
Bojenleine tauchen oder noch schnell über der Schraube aufsteigen
und die obenliegende Promenade des Hecks anschauen.

nun geht es in
ca. 18m Tiefe wieder entlang der rechten Bordwand bzw. über den Munitionsberg
in Richtung Brücke.Hier kann man diese noch ein wenig inspizieren
soweit dies möglich ist. Ein Blick auf die Kapitänsbadewanne
im unteren Brückenstockwerk ist aber noch "drin" :-)

Taucht man an dieser Stelle
einige Meter auf,kann man auch das darüberliegende Brückenstockwerk
besuchen.Dort brechen reizvoll die Lichtstrahlen durch die Decke. Dies
bringt aber auch eine gewisse Einsturzgefahr mit sich. Am Boden liegen
nämlich auch schon die Betonplatten mit denen früher die Brücke
gegen Fliegerbeschuß gepanzert war.
 
Auch hier kann man
im Privatquartier ein Waschbecken und eine Badewanne finden.
 
Aus der Brücke
heraustauchend ist es nun nur noch ein Katzensprung zurück zur Decksreeling
am Oberdeck mittschiffs wo das Bojenseil eine willkommene Austauchhilfe
bietet.
Nach einer ausreichenden
Oberflächenpause steht beim zweiten Tauchgang die Inspektion
der Laderäume an.Hierzu gibt es verschiedene Strategien.Entweder dringt
man über den Munitionsberg am Heck in den Kohlenbunker ein und durchtaucht
von dort die Laderäume III bis I oder man wählt den Weg über
die weit offenen Ladeluken im Vorderteil des Wracks. Speziell für
Anfänger ist es aber wohl sicherer letztere Möglichkeit zu wählen.
Aber auch Anfänger die sich die entsprechende Theorie angelernt haben
müssen im Wrack sehr gut tarieren können,da sie ansonsten mit
Sicherheit irgendwo an einer der vielen scharfen Kanten anstoßen
und sich dabei möglicherweise verletzen. Der Weg hinunter ist bekannt.
Wie beim ersten Tauchgang sollte man nun an den Eisenbahnwagen vorbei und
in Schiffsmitte über die offene Ladeluke von Laderaum II tauchen.

Von hier aus
geht es dann kerzengrade in Richtung Bug bis man sich über der offenstehenden
Ladeluke des Laderaums I mit dem linkerhand herunterhängenden Kesselwagen
befindet.

Das ganze sieht
recht wild durcheinander liegend aus und man fragt sich, wann das wohl
alles mal zusammenkracht....
Nichtsdestotrotz
kann man hier vorbei an runden Abdeckungen für Flugzeug-Sternmotore
und an Korallenbewuchs zusammengebackene Pakete von Lee-Enfield - Karabinern
in den Laderaum gelangen.
Hier ist es
einigermaßen duster und man war bestimmt nicht dämlich eine
Tauchlampe mitzunehmen.Außerdem muß man gut tarieren,da man
weder nach oben noch nach unten viel Spielraum hat -und natürlich
auch keinen Mulch aufwirbeln will der einem die Sicht oder die Photos versaut.
Scheinbar ist in Laderaum I viel Material für die Royal Air Force
bzw. die Britische Luftwaffe transportiert worden,da hier nicht nur Motorabdeckungen
zu finden sind, sondern auch Ersatztragflächen für die Spitfire-Jagdflugzeuge.
 
Das was an diesem
Laderaum jedoch am meisten ins Auge fällt,sind die vielen hier im
oberen Stockwerk stehenden korallenverkrusteten Jeeps und Stabswagen für
die britische Wüstenarmee.



Im unteren Stockwerk dieses Laderaums reißt die mitgeführte
Tauchlampe diverse militärische Ausrüstungsgegenstände aus
dem Dämmer der Tiefe heraus und man erblickt Kisten voller britischer
Lee Enfield-Karabiner die vom Korallenbewuchs zusammengebacken wurden.
 
In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesen Schießprügeln finden
sich dann noch diverse metallene Bettstellen,Lazarettbedarf und Reifen
aller Art.

 
Außerdem liegen hier
auch noch haufenweise großkalibrige Edison-Scheinwerfer mitsamt den
zugehörigen Morseklappen herum.
 
Das stromerzeugende Zubehör
steht dann auch nicht weit entfernt und man kann sich die Generatorwagen
mitsamt Trafoanhänger näher betrachten.


Man sollte während des
stöberns im Laderaum nicht aus den Augen lassen,daß man hier
recht tief ist mit ca. 28m und einen entsprechenden Luftverbrauch hat.
Nachdem man sich in Laderaum I sattgesehen hat, kann man in Laderaum II wechseln. Hier dürfte das Herz jedes Motor-Freaks höher
schlagen, denn der ganze Laderaum ist vollgestellt mit alten LKW
der schon oe. Typen.



Aber nicht nur LKW stehen
hier rum, sondern auch haufenweise Motorräder
der oe. Typen. Leider sind sie mit der Zeit von Tauchern zerrupft worden,
so daß man kaum noch Tankdeckel, Satteltaschen mit Reparatursets
und ähnliche Kleinteile vorfindet.



  
Damit der Laderaum auch richtig
ausgenutzt wurde, stehen die Motorräder sogar noch dicht an dicht
auf den Ladeflächen der LKW!



Überall in den Laderäumen
liegen auch Wellington-Boots herum.

Dies sind seinerzeit die
Gummistiefel der britischen Armee gewesen. Was diese in Ägypten in
der Wüste zu suchen hatten düfte wohl für immer im Dunklen
bleiben und sich nur mit militärischer "Logik" begründen lassen.
Außerdem liegen hier auch noch hie und da die üblichen Stapel
mit Lee Enfield-Karabiner herum.

Hat man nun nach dem abgrasen
des Laderaums II noch genug Luft übrig, kann man noch den Laderaum III besuchen. Hier liegen Metallbarren -wahrscheinlich aus Aluminium-
die trotz dem aggressiven Salzwasser nicht korrodiert und ob der langen
Zeit unter Wasser auch nicht großartig von Korallen bewachsen sind.

Daneben liegt noch einiges
Kroppzeug herum wzB. Reifen,Wellington-Boots und andere unidentifizierbare
Kleinteile. Man kann nun beim Kohlebunker heraustauchen und an den Aufstieg
inklusive eventuell fälliger Dekompressionspausen denken, oder aber
noch etwas am Wrack herumtrödeln. Falls man noch über genug Luft
verfügt, kann man die zweite Lokomotive besichtigen. Diese befindet
sich genau an der anderen Schiffsseite wie die schon oben beschriebene
Lokomotive. Sie ist nicht so weit vom Wrack entfernt. Wenn man sie aufsuchen
möchte, muß man ca. auf Höhe der Achterkante des aufgerissenen
und nach vorne geklappten Oberdecks rechtwinklig in das Blau hineintauchen.
Auf dem Weg zur Lok sieht man hie und da einige Ladungsteile auf dem Meeresgrund
liegen,die die Explosion dort hingeschleudert hat wzB. Kisten mit mittleren
Artilleriegranten.
 
Nach
ca. 15m Wegstrecke -die Wrackkarte oben gibt unkorrekte 100m an- sieht
man die Lokomotive vor sich aufragen. Leider ist sie nicht im besseren
Zustand als diejenige auf der anderen Schiffsseite, weshalb man sich diese
Exkursion eigentlich sparen kann.


Wuselt man etwas um diese
Lok herum, findet man noch eine Eisenbahnachse mitsamt den dazugehörigen
Rädern auf dem Meeresgrund stehen.
 
Taucht man wieder zur SS
Thistlegorm zurück, sieht man meist noch andere Dinge herumliegen
wzB. diesen Deckslüfter oder auch nur der Kopf eines Deckslüfters.
 
Schnell ist man wieder zurück
am Wrack und an der mittschiffs befestigten Bojenleine wo man wieder austauchen
kann unter Beachtung der ggfs. zu absolvierenden Dekompressionspausen.
Zu erwähnen
ist vielleicht noch, daß das Wrack von keinem geringeren als Cousteau
wiederentdeckt wurde und dann im National Geographic von 1956 mit Photos
dargestellt wurde.
Louis Malle
drehte mit der Calypso-Crew auch den Film "Le Monde de silence" (Die Welt
der Stille) der teilweise auch von der Wiederentdeckung der SS Thistlegorm
handelt,was ihm im gleichen Jahr auch in Cannes den Filmpreis der Goldenen
Palme einbrachte.
!Achtung!
Die Munition im Wrack ist immer noch gefährlich!
Nichts berühren!
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GPS-Daten:
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27°48.840 N / 33°55.210
E
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Möchte man statt mit
GPS-Daten die Position lieber wie die Tauchboots-Kapitäne bestimmen,
sollte man entweder nach einem Haufen anderer Tauchboote Ausschau halten,
oder nach alten Seemannstrick eine visuelle Kreuzpeilung mit Hilfe optischer
Bezugspunkte vornehmen wie sie unten auf dem Foto vorhanden sind:

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