Neue EinträgeHilfeseitenImpressum und AGBMail an die RedaktionHauptseiteSeitenübersicht
Onlinemagazin - 2. Ausgabe - Die Spur des Löwen - Thistlegorm - Tauchen am Wrack




 Geschrieben von Oli

Und so liegt heute im sonnigen Touristenland Ägypten für uns Taucher ein schönes Wrack in angenehmer Tauchtiefe bereit und freut sich auf uns :-)
Eins haben alle Tauchgänge an diesem Wrack gemein: man muß verteufelt früh aufstehen! So erlebt man den Sonnenaufgang nicht schlummernderweise im Heiabett, sondern schon auf halbem Wege zum Tauchplatz auf schwankenden Planken...

An der SS Thistlegorm sollten mindestens zwei,besser drei Tauchgänge durchgeführt werden.Wenn es sich ergibt auch mehr:-) Der erste Tauchgang sollte zur Groborientierung am Wrack lediglich um dass Wrack herum ausgeführt werden. Damit meine folgende Tauchgangsbeschreibung besser verständlich ist, füge ich hier schoneinmal eine von meinem TN-Kollegen Uli Mösslang angefertigte Tauchkarte vom Wrack an.

In der Regel beginnt dieser Tauchgang, indem man bei einer Boje abtaucht an der ein Seil festgemacht ist welches in 14m Tiefe mittschiffs mit dieser Ansicht der Brücke an der Reeling des Wracks endet.

Eine Regel die man zumeist schon beim Abtauchen beachten muß: am Wrack pfeift gelegentlich eine deutliche Strömung, so daß man gut daran tut sich am Bojenseil herunter- und hochzuhangeln und auch am Wrack immer hübsch im Strömungsschatten zu bleiben.Schon während des Abstiegs schält sich immer deutlicher das in 30m Tiefe auf dem Meeresgrund liegende Wrack aus dem Blau des Wassers heraus. Am Ende des Bojenseils angekommen bietet sich mit einer Sichtweite von ca. 20m das Oberdeck dem interessierten Blick des Tauchers dar. Sehr schnell bemerkt man hier,daß das Vorderteil des Schiffes aufrecht auf dem Meeresgrund liegt. Und nur zwei Meter vom Aufsetzpunkt am Oberdeck entfernt sieht man bugwärts auf der rechten Seite des Oberdecks den ersten interessanten Gegenstand: einen oben offenen Eisenbahn-Tender.

Taucht man links an diesem Eisenbahnwaggon vorbei, sieht man linkerhand den Laderaum II offen ohne Abdeckungen daliegen und seinen Inhalt präsentieren -doch dazu später! Direkt hinter dem Eisenbahntender findet sich auf der rechten Seite des Oberdecks unter einem Davit schon wieder etwas interessantes: es handelt sich dabei um ein torpedoähnliches Gebilde mit einigen ruderähnlichen Auslegern an beiden Enden.

Dies ist einer der schon oben erwähnten Spurkörper, die zum Räumgeschirr für Ankertauminen gehörten und als Otter bezeichnet werden, die Ausleger sind die Schermesser zum kappen der Ankertaue.
Wenn man sich daran sattgesehen hat befindet sich wieder nur einen Meter weiter in Richtung Bug auf der Rechten Seite des Oberdecks wieder ein Eisenbahnwaggon. Diesmal handelt es sich um einen Kesselwagen zur Beförderung flüssiger Güter.

Auch hier befindet sich links vom Eisenbahnwagen ein Laderaum. Auch dieser Laderaum I ist betauchbar und wird später vorgestellt. Taucht man nun am Kesselwagen vorbei in Richtung Bug, rückt das Vorschiff in das Blickfeld.

Durch diese Türen betraten früher die Seeleute ihr Logis.Heute kann man sich bei entsprechender Ausbildung und Erfahrung von hier aus durch das Schiff zwängen und in die Laderäume eintauchen. Dies macht jedoch nicht viel Sinn und ist obendrein für Otto Normaltaucher auch gefährlich. Und so taucht man an dieser Stelle besser entlang der Leiter nach oben und gelangt auf das Vorderdeck. Ziemlich in der Mitte des Vordecks thront eine mächtige Ankerwinsch.

Taucht man um sie herum, kann man allerlei interessante Details wzB. Zahräder,Hebel und Schieber erkennen.

Schließlich erkennt man auch zwei an den Windentrommeln angeflanschte Ankerketten die bugwärts verlaufen und dort durch Ankerklüsen im Kabelgatt verschwinden.

Wenn man möchte kann man nun in die Bugspitze hineintauchen und über sie hinweg zum Meeresgrund herabgleiten. Auf diesem Weg kann man sich den Backbords noch an seinem Platz befindlichen Hall-Patentanker anschauen. Steuerbords fehlt er.Stattdessen läuft eine Ankerkette zum Meeresgrund und verschwindet weiter voraus im Blau der See, wo der Anker in rund 200m Entfernung auch liegt. Meist ist die Strömung an diser Stelle aber so stark,daß besser auf eine solche Bug-Tour verzichtet wird.

Möchte man nun an diesem Punkt umkehren, kann man in Richtung Heck tauchend nun die andere Schiffsseite erkunden. Hierzu begibt man sich wieder über das Vorderdeck mit der großen Ankerwinde und hält sich rechts bis man zur Leiter kommt die hinunter auf das Oberdeck führt. Schaut man an dieser Stelle über seine Schulter, sieht man auf dem Vorderdeck noch die Überreste einige Lüfter und der Reeling.

Nun jedoch weiter in Richtung Heck und herunter auf das Oberdeck! Schaut man hier wieder über die Schulter, sieht man nochmal das Vorschiff mit seinen Türöffnungen zum Oberdeck.

Hält man sich hier nun weiter in Richtung Heck tauchend auf der rechten Seite,stößt man wieder auf einen Kesselwagen der hier auf dem Oberdeck steht.Taucht man links an diesem Kesselwagen vorbei, sieht man,daß der Zahn der Zeit -und speziell auch die Winterstürme- auch am Wrack der SS Thistlegorm knabbern. Unter dem Kesselwagen hat das Deck nachgegeben und der Kesselwagen hat sich stark in den Laderaum I hineingesenkt.

Taucht man an dieser Stelle rechtwinklig von der Bordwand weg, in das Blau des Wassers hinein, stößt man nach ca. 30m auf ein schon gut bewachsenes Lewis-MG in einem V-förmigen Schutzschild.

Dieses war ursprünglich als Flugabwehr-MG auf einer Drehlafette an Deck aufgestellt,wurde aber vom Explosionsdruck von Bord gefegt. Um dieses MG liegen auch noch andere Wrackteile herum verstreut. Taucht man das MG an, muß man per Kompaß die Richtung ermitteln,damit man den Rückweg wiederfindet.Denn vom MG aus sieht man die Thistlegorm nicht mehr! Außerdem befindet es sich in der Freiwasserzone wo die Strömung deutlich zu spüren ist. Das MG ist also für Anfänger eher nicht zum Besuch geeignet.Hat man den Weg zum Wrack zurückgefunden, stößt man also an der rechten Seite des Kesselwagens vorbei weiter nach hinten in Richtung Heck. Hierbei tut sich linkerhand ein weiterer Laderaum auf. Dies ist Laderaum II.Unmittelbar vor einem ragt wiedereinmal ein Eisenbahnwaggon über einem auf. Diesmal ist es wieder ein Tenderwagen. Taucht man rechts an ihm vorbei und blickt zurück bietet sich folgendes Bild:

Steigt man an dieser Stelle fünf Meter auf und blickt zurück in Richtung Bug, sieht man neben den beiden vorderen Laderäumen auch den Vordermast mit zwei kleineren Masten auf dem Oberdeck liegen. Dieses Arrangement mit einem großen Mast und zwei kleineren Masten gab es auf dem heute zerstörten Achterdeck auch. Die kleineren Masten dienten einer weiteren DEMS-Maßnahme. Zum Schutz vor Torpedos wurde zwischen den beiden kleinen Masten an jeder Schiffsseite ein Anti-Torpedonetz gespannt. Wurden also auf derart geschützt fahrende Schiffe Torpedos abgeschossen und trafen diese Netze, wurden die Bordwände nicht beschädigt. Das Ausbringen dieser Netze war jedoch bei der Mannschaft nicht beliebt und galt als gefährlich. Außerdem verringerte sich die Schiffsgeschwindigkeit mit ihnen um rund zwei Knoten. Aus diesem Grund entschlossen sich viele Kapitäne gegen ihre Benutzung.

Taucht man beim Eisenbahntender dann wieder auf die Höhe des Oberdecks ab und taucht weiter zum Heck, kommt man schon nach wenigen Metern an den Überresten der Brücke vorbei. Hinter der Brücke schließt sich die Schiffssektion mit Laderaum III, dem Maschinenraum und den Kohlenbunkern an. Über diesen stehen noch Teile der früheren Decksaufbauten. Dies waren die Krankenstation, das Bootsdeck und der Schornstein.Über diese Aufbauten wurde bei der Explosion der Bombe das gesamte Oberdeck des Hecks darübergeklappt.

Hier muß man also entweder etwas aufsteigen und darüber hinwegtauchen,oder aber rechts an der Bordwand vorbei tauchen. Direkt an diese Zone wo sich die Unterseite des hochgeklappten hinteren Oberdecks dem Blick der Taucher darbeitet, schließt sich eine kurze Strecke total zerstörten Zwischendecks an.

Hier ist von der Schiffskonstruktion kaum mehr etwas zu erkennen -dafür aber mehr von der Ladung! Denn hinter diesem zerstörten Zwischendecksbereich existiert für einige Meter keine Schiffsstruktur mehr -lediglich der wüst durcheinandergeworfene Inhalt der Laderäume IV und V kündet vom ehemaligen Vorhandensein eines Schiffsrumpfes. Die Masse der hier in Form eines Bergs legenden Ladung besteht aus quadratischen Stahlblechkistchen mit britischer .303-kalibriger Gewehrmunition.

Dazwischen liegen verstreut einige Rollen mit Telefondraht.

Recht weit oben auf dem Berg liegt eine -schon weiter oben erwähnte- auf die Seite gekippte Karette vom Typ Universal Carrier MK II.

Links von ihr sieht man interessanterweise ein Stück der Schraubenwelle des Schiffs mitsamt Wellentunnel. Wie es scheint,hat die Explosion auch die Welle durchtrennt. Und so findet sich rechts von dieser Karette im Heckteil auch das Gegenstück des Wellentunnels mitsamt Welle. Am Fuße dieses Munitionsberges liegt eine weitere Karette dieses Typs und einige Behälter mit Artilleriegranaten mittleren Kalibers.



Taucht man hier wieder rechtwinklig vom Wrack weg,trifft man nach ca. 30m Strecke in ca. 33m Tiefe auf die Überreste einer der oe. Stanier 8F-Lokomotiven.



Nach dem Begutachten dieser Lokteile gehts wieder den gleichen Weg zurück den man gekommen ist -bis man wieder auf die Munikisten stößt. An jeder Stelle des Munitionsberges sieht man schon das Heck der SS Thistlegorm. Es liegt mit einer Krängung von ca. 45° auf seiner linken Seite auf dem Meeresboden. Taucht man auf das Heck zu, stößt man auf die strukturellen Überreste des Laderaums V. Von dessen Abmessungen ist nur noch die Hälfte an Länge vorhanden. Auf dessen unterstem Deck liegen dafür neben herunterhängenden LKW-Achsen auch einige interessant anzuschauende schwere Granaten. Vorsicht! Nicht anfassen!




Taucht man nun weiter in Richtung Heck, kommt man über das schrägliegende achtere Geschützdeck zuerst an dem leichteren Geschütz mit dem Schutzschild vorbei.



Nur einige Meter davon entfernt befindet sich das schwere Heckgeschütz des Dampfers. Es ist ohne Schutzschild und hängt gut bewachsen mit der Mündung nach unten in Richtung Meeresboden.


Zu Füßen dieser schweren Kanone befindet sich heckwärts eine große Luke. Schaut man hinein, führt eine lange Leiter tief unter Deck. Durch diese Luke ist im Ernstfall wahrscheinlich die Geschützmannschaft zu den Geschützen geeilt.Ob durch diesen Schacht auch die Geschützgranaten aus den Munitionsbunkern gemannt wurden ist in Ermangelung eines Munitionsaufzuges nicht belegbar.Jedenfalls ist dieser Schiffsteil von den anderen Gängen im Inneren aus nicht erreichbar da wahrscheinlich bei der Explosion eventuell vorhandene Zugänge versperrt wurden.


Soweit man über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügt,kann man von hier aus durch abzweigende Korridore hindurchtauchen und gelangt.....zum bordeigenen WC :-)

Ist man wieder aus dem wrack herausgetaucht und ist zurück auf dem Geschützdeck, folgt man der Neigung desselben bis hinunter zum Meeresboden. Hier nimmt man in dem Heckende eine Art Promenadengang mitsamt bewachsener Reeling wahr.

Dies ist nun die Gelegenheit noch ein Stückchen weiter hinabzutauchen und unter dem Heck die vierblättrige Schiffsschraube sowie das Ruder zu besuchen.

Nunmehr hat man schon fast alles gesehn was es bei einem Tauchgang rund um das Wrack zu sehen gibt. Nunmehr kann man nur noch an der Bordwand entlang zur mittschiffs angebrachten Bojenleine tauchen oder noch schnell über der Schraube aufsteigen und die obenliegende Promenade des Hecks anschauen.

nun geht es in ca. 18m Tiefe wieder entlang der rechten Bordwand bzw. über den Munitionsberg in Richtung Brücke.Hier kann man diese noch ein wenig inspizieren soweit dies möglich ist. Ein Blick auf die Kapitänsbadewanne im unteren Brückenstockwerk ist aber noch "drin" :-)

Taucht man an dieser Stelle einige Meter auf,kann man auch das darüberliegende Brückenstockwerk besuchen.Dort brechen reizvoll die Lichtstrahlen durch die Decke. Dies bringt aber auch eine gewisse Einsturzgefahr mit sich. Am Boden liegen nämlich auch schon die Betonplatten mit denen früher die Brücke gegen Fliegerbeschuß gepanzert war.

Auch hier kann man im Privatquartier ein Waschbecken und eine Badewanne finden.

Aus der Brücke heraustauchend ist es nun nur noch ein Katzensprung zurück zur Decksreeling am Oberdeck mittschiffs wo das Bojenseil eine willkommene Austauchhilfe bietet.

Nach einer ausreichenden Oberflächenpause steht beim zweiten Tauchgang die Inspektion der Laderäume an.Hierzu gibt es verschiedene Strategien.Entweder dringt man über den Munitionsberg am Heck in den Kohlenbunker ein und durchtaucht von dort die Laderäume III bis I oder man wählt den Weg über die weit offenen Ladeluken im Vorderteil des Wracks. Speziell für Anfänger ist es aber wohl sicherer letztere Möglichkeit zu wählen. Aber auch Anfänger die sich die entsprechende Theorie angelernt haben müssen im Wrack sehr gut tarieren können,da sie ansonsten mit Sicherheit irgendwo an einer der vielen scharfen Kanten anstoßen und sich dabei möglicherweise verletzen. Der Weg hinunter ist bekannt. Wie beim ersten Tauchgang sollte man nun an den Eisenbahnwagen vorbei und in Schiffsmitte über die offene Ladeluke von Laderaum II tauchen.

Von hier aus geht es dann kerzengrade in Richtung Bug bis man sich über der offenstehenden Ladeluke des Laderaums I mit dem linkerhand herunterhängenden Kesselwagen befindet.

Das ganze sieht recht wild durcheinander liegend aus und man fragt sich, wann das wohl alles mal zusammenkracht....
Nichtsdestotrotz kann man hier vorbei an runden Abdeckungen für Flugzeug-Sternmotore und an Korallenbewuchs zusammengebackene Pakete von Lee-Enfield - Karabinern in den Laderaum gelangen.
Hier ist es einigermaßen duster und man war bestimmt nicht dämlich eine Tauchlampe mitzunehmen.Außerdem muß man gut tarieren,da man weder nach oben noch nach unten viel Spielraum hat -und natürlich auch keinen Mulch aufwirbeln will der einem die Sicht oder die Photos versaut. Scheinbar ist in Laderaum I viel Material für die Royal Air Force bzw. die Britische Luftwaffe transportiert worden,da hier nicht nur Motorabdeckungen zu finden sind, sondern auch Ersatztragflächen für die Spitfire-Jagdflugzeuge.

Das was an diesem Laderaum jedoch am meisten ins Auge fällt,sind die vielen hier im oberen Stockwerk stehenden korallenverkrusteten Jeeps und Stabswagen für die britische Wüstenarmee.



Im unteren Stockwerk dieses Laderaums reißt die mitgeführte Tauchlampe diverse militärische Ausrüstungsgegenstände aus dem Dämmer der Tiefe heraus und man erblickt Kisten voller britischer Lee Enfield-Karabiner die vom Korallenbewuchs zusammengebacken wurden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesen Schießprügeln finden sich dann noch diverse metallene Bettstellen,Lazarettbedarf und Reifen aller Art.


Außerdem liegen hier auch noch haufenweise großkalibrige Edison-Scheinwerfer mitsamt den zugehörigen Morseklappen herum.

Das stromerzeugende Zubehör steht dann auch nicht weit entfernt und man kann sich die Generatorwagen mitsamt Trafoanhänger näher betrachten.


Man sollte während des stöberns im Laderaum nicht aus den Augen lassen,daß man hier recht tief ist mit ca. 28m und einen entsprechenden Luftverbrauch hat. Nachdem man sich in Laderaum I sattgesehen hat, kann man in Laderaum II wechseln. Hier dürfte das Herz jedes Motor-Freaks höher schlagen, denn der ganze Laderaum ist vollgestellt mit alten LKW der schon oe. Typen.



Aber nicht nur LKW stehen hier rum, sondern auch haufenweise Motorräder der oe. Typen. Leider sind sie mit der Zeit von Tauchern zerrupft worden, so daß man kaum noch Tankdeckel, Satteltaschen mit Reparatursets und ähnliche Kleinteile vorfindet.




Damit der Laderaum auch richtig ausgenutzt wurde, stehen die Motorräder sogar noch dicht an dicht auf den Ladeflächen der LKW!



Überall in den Laderäumen liegen auch Wellington-Boots herum.

Dies sind seinerzeit die Gummistiefel der britischen Armee gewesen. Was diese in Ägypten in der Wüste zu suchen hatten düfte wohl für immer im Dunklen bleiben und sich nur mit militärischer "Logik" begründen lassen. Außerdem liegen hier auch noch hie und da die üblichen Stapel mit Lee Enfield-Karabiner herum.

Hat man nun nach dem abgrasen des Laderaums II noch genug Luft übrig, kann man noch den Laderaum III besuchen. Hier liegen Metallbarren -wahrscheinlich aus Aluminium- die trotz dem aggressiven Salzwasser nicht korrodiert und ob der langen Zeit unter Wasser auch nicht großartig von Korallen bewachsen sind.

Daneben liegt noch einiges Kroppzeug herum wzB. Reifen,Wellington-Boots und andere unidentifizierbare Kleinteile. Man kann nun beim Kohlebunker heraustauchen und an den Aufstieg inklusive eventuell fälliger Dekompressionspausen denken, oder aber noch etwas am Wrack herumtrödeln. Falls man noch über genug Luft verfügt, kann man die zweite Lokomotive besichtigen. Diese befindet sich genau an der anderen Schiffsseite wie die schon oben beschriebene Lokomotive. Sie ist nicht so weit vom Wrack entfernt. Wenn man sie aufsuchen möchte, muß man ca. auf Höhe der Achterkante des aufgerissenen und nach vorne geklappten Oberdecks rechtwinklig in das Blau hineintauchen. Auf dem Weg zur Lok sieht man hie und da einige Ladungsteile auf dem Meeresgrund liegen,die die Explosion dort hingeschleudert hat wzB. Kisten mit mittleren Artilleriegranten.

Nach ca. 15m Wegstrecke -die Wrackkarte oben gibt unkorrekte 100m an- sieht man die Lokomotive vor sich aufragen. Leider ist sie nicht im besseren Zustand als diejenige auf der anderen Schiffsseite, weshalb man sich diese Exkursion eigentlich sparen kann.


Wuselt man etwas um diese Lok herum, findet man noch eine Eisenbahnachse mitsamt den dazugehörigen Rädern auf dem Meeresgrund stehen.

Taucht man wieder zur SS Thistlegorm zurück, sieht man meist noch andere Dinge herumliegen wzB. diesen Deckslüfter oder auch nur der Kopf eines Deckslüfters.

Schnell ist man wieder zurück am Wrack und an der mittschiffs befestigten Bojenleine wo man wieder austauchen kann unter Beachtung der ggfs. zu absolvierenden Dekompressionspausen.
Zu erwähnen ist vielleicht noch, daß das Wrack von keinem geringeren als Cousteau wiederentdeckt wurde und dann im National Geographic von 1956 mit Photos dargestellt wurde.
Louis Malle drehte mit der Calypso-Crew auch den Film "Le Monde de silence" (Die Welt der Stille) der teilweise auch von der Wiederentdeckung der SS Thistlegorm handelt,was ihm im gleichen Jahr auch in Cannes den Filmpreis der Goldenen Palme einbrachte.

!Achtung!
Die Munition im Wrack ist immer noch gefährlich!
Nichts berühren!

GPS-Daten:
27°48.840 N / 33°55.210 E

Möchte man statt mit GPS-Daten die Position lieber wie die Tauchboots-Kapitäne bestimmen, sollte man entweder nach einem Haufen anderer Tauchboote Ausschau halten, oder nach alten Seemannstrick eine visuelle Kreuzpeilung mit Hilfe optischer Bezugspunkte vornehmen wie sie unten auf dem Foto vorhanden sind:

Index - Das Schiff - Der Untergang - Tauchen am Wrack


TIPP:Was ist so schön am Sinai? Nur das Tauchen? Oder auch mehr? Unser Sinai-Führer gibt Auskunft.


17.05.2008 09:27 Taucher Online : 96
Heute 2353, ges. 26326207 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Knapp 2000 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...


   Unsere Linkdatenbank:
Drei zufällige Tauchlinks:

Barry Lipman
Currently a PADI Divemaster and an Underwater Photography Instructor for Pan Aqua Diving of Brookfield, CT., Barry makes a couple of hundred dives each year in search of beautiful and interesting images from around the world. He spends twelve to fourteen

Divers City USA
Divers City USA - for all your diving needs! Specializing in Technical diving, Nitrox diving.Reef and Wreck diving, Certified for handicapped divers.

Auf zu den Lava Welten La Palmas
Unter - Wasser - Lava - Welten - La Palma


   Aktuelle Taucher-News:
Segeln, Tauchen und Bio-Wiss..
(17.05.2008) Highlight im Spätsommer 2008 Vom 29.10. – 05.11.2008 wird unter der Leitung von Prof. Dr. Mathias Hafner ein einwöchiges Meeresbiologischen Seminar mit dem Tauch- und (mehr)

Die Tauchperle auf der Insel..
(16.05.2008) Ab sofort im Programm von Aquaventure Tauchreisen ist das familiär geführte North Bali Divecenter. Das kleine Resort verfügt über ein Beachhouse mit drei Zimmern, drei (mehr)

Forschungseisbrecher Polarst..
(16.05.2008) Artenvielfalt und Rolle des Südlichen Ozeans für unserKlima - im Fokus der Wissenschaftler Bremerhaven, den 16. Mai 2008: Am 20. Mai 2008 kehrt der Forschungseisbrecher Polars tern (mehr)

Wir sind Mitglied der
Listinus Toplisten


   Forum Rebreather
Auszug aus diesem Forum:

Wer hat Erfahrung mit Sofnolime im Draeger Ray
vom 11.08.2003 : Hallihallo liebe Tek-Gemeinde, Ich wollte mich mal erkundigen ob jemand von Euch Erfahrung hat mit Sofnolime im Draeger Ray? ... [mehr]

Lampe und Rebreather
vom 13.08.2003 : wer eine Lampe sucht und diese testen will, die unter die Abdeckung der Rebreather paßt (alle Modelle ), der möge sich bitte ... [mehr]

Dräger SMS Rebreather
vom 20.08.2003 : Hallo Kreiseltaucher - hat einer von euch ein Dräger SMS und kann es mir mal zeigen ? Jemand mit einem zum CCR umgebautes FGT ... [mehr]


   Forum Biologie
Auszug aus diesem Forum:

Wie `groß` werden kleine Seepferdchen?
vom 04.08.2007 : Hallo! Ich wollte mal fragen, wie klein diverse Seepferdchen sein koennen. Die Frage stellte sich mir, als ich ein Video ... [mehr]

Neue Meldungen zum Absterben der Ostsee
vom 14.08.2007 : Hallo zusammen, ich bin sehr bestürzt über das, was ich gestern in den Nachrichten hörte und ... [mehr]

Rotes Meer: UBO Sandhügel
vom 28.06.2007 : Wer wirft auf Sand solche Hügel auf? Neben jedem Hügel ist ein Trichter, manchmal mit Loch im Boden. ... [mehr]



Mail and die RedaktionHauptseiteImpressum und AGBs
© 1997-2008 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting