© 2000 Oliver Meise
-Keine Gewähr-
Man schreibt das Jahr 1942 - das Reich der aufgehenden Sonne befindet
sich im Zenit seiner Macht.
Seine Grenzen reichen von der Ostküste der Sowjetunion über
die Kurilen, die chinesische Grenze bei Korea, ganz Südostasien und
die Gewässer von Nordaustralien bis zu den wenigen Inseln der Vereinigten
Staaten wie Hawai und den Aleuten ganz hoch im Norden in der Nähe
der Polkappen.
Millionen von Menschen tragen Uniform und glauben auf jeder Seite an
die gerechte Sache und befolgen Befehle.
Einer dieser Befehle führte auch die Besatzung der Boeing B-17 E (Serien-Nr. 41- 2140) Bessie the Jap Basher am 24. September 1942 über die Inselgruppe
der Solomonen,einer der verlassensten Ecken im Pazifik.
US National Archive photo 80-G-34884
Dieses viermotorige schwere Bombenflugzeug -auch "Fliegende Festung"
wegen seiner 12 Abwehr-MG`s genannt- befand sich auf dem Heimweg von einem
Angriff der 42. Bomberstaffel des 11. Bombergeschwaders auf feindliche
japanische Stellungen in den westlichen Salomonen auf Shortland Island.Dieses
Eiland befand sich ca. 600 km nordwestlich von Honiara, einen Katzensprung
südlich von Bougainville.
Lahm geschossen und unter Ausfall eines der vier 1200 PS Wright R 1829-65
Turbolader- Neunzylindermotoren und einer Latte (später angeblich
zwei) in Segelstellung, durchlöchert von den Kugeln aus den Bordwaffen
der japanischen Mitsubishi
A6M
Zero-Sen
Jäger hinkte die B-17E
nach Hause.
Zum heimischen Flugfeld -Henderson Field (heute Honiara International
Airport)- waren es nur noch 20km, ca. fünf Minuten Flugzeit.
Doch dies hätten genausogut 1000km sein können,der Vogel
wollte einfach nicht mehr in der Luft bleiben.
Der Pilot Lieutenant Norton kämpfte verbissen um jeden Meter Höhe-
bis er erkannte daß das Flugzeug nicht mehr zu halten war. Dann bereitete
er sich auf eine Notwasserung hinter den feindlichen Linien vor und suchte
sich kaum 50m von der Küste entfernt bei Duma Point einen geeigneten
Platz aus.
Die militärischen Aufzeichnungen verraten heute,daß sie
auf Henderson Field noch gehört wurden als sie meldeten, angegriffen
worden zu sein und Ausweichmanöver zu fliegen.
Die Landung war nicht zu hart.Man traf mit der Nase auf dem Wasser
auf,was das Duraluminium zusammenschrumpeln ließ und den Schriftzug
mit dem Spitznamen des Flugzeugs zusammendrückte.
Ansonsten geschah nicht viel,das Flugzeug brach nicht auseinander sondern
blieb relativ intakt. Die ganze Besatzung kam lebend aus dem nun langsam
sinkenden Flugzeug heraus, aber bis zu heutigen Tag ist nicht bekannt was
dann geschah.Sie sollten nie nach Hause kommen......
Aus zeitgenössischen Quellen ist nur soviel bekannt: Nach sechs
Tage wurde Lieutenant Norton von den Japanern aufgelesen und in sehr erschöpftem
Zustand in den Battalionsgefechtstand der nächsten Einheit gebracht,wo
er verstarb. Nach anderen Quellen soll die gesamte Besatzung in Gefangenschaft
gekommen und dort exekutiert worden sein.
Später - nach der Einnahme der Inselgruppe durch überlegene
US-Streitkräfte versuchten die Marinepioniere das Flugzeug zu heben-ohne
Erfolg.Dabei wurde der Schwanz abgebrochen und die Verkleidung beschädigt.Marinetaucher,
die das Innere untersuchten,fanden keine menschlichen Überreste,nur
das Portemonnaie des Piloten lag noch unter dem Pilotensitz.
Kurz darauf fand man an Land noch das Skelett von Sergeant Osborne.
Mehr fand sich nicht mehr.
Nach wieder anderen Quellen soll das Grabkommando das Cockpit nach
dem Krieg aufgeschnitten haben um an die Leichen des Piloten und Copiloten
zu kommen.
Die offizielle amerikanische Verlustmeldung ist dementsprechend wortkarg:
Verlust einer B17E,Serien-Nr. 41-2420 der 42.Bomberstaffel;am 24 September
1942 wurde diese "Bessie Jap Basher" genannte B-17E bei einer Mission über
der Shortland-Insel von japanischen Zero-Jägern angegeriffen.Sie wurde
dabei schwer beschädigt und stürzte auf dem Rückweg nach
Guadalcanal ca. 100 Yards von der Küste bei Doma Cove in die See.
Offensichtlich wurde das Flugzeug bis zum Aufschlagpunkt von den japanischen
Jägern verfolgt. Der Pilot war Lieutenant Charles E. Norton,die übrige
Besatzung 1st Lieutenant Bruce B.S. Parker,1st Lieutenant. Leo M. Eminger,
Staff- Sergeant Peter F. Novak, Staff-Sergeant William L. Hotard,
Staff-Sergeant Fred S. Croyle, Sergeant Bruce W. Osborne, Sergeant James
R. Mathewson and Private first class Edward A. Carroll.
Heute ruht das Flugzeug in ca. 20m Tiefe in gutem Erhaltungszustand
bei einer durchschnittlichen Sicht von 15m.Die
Motoren sind deutlich erkennbar und erhalten.
 
Das gleiche läßt sich vom Cockpit sagen.Da
der Schwanz hinten abgerissen ist von den Bergungsversuchen kann man von
hier aus gut in das Wrack eindringen.

So kann man sich den Bombenschacht und
die Funkabteilung anschauen.Ebenso erkennbar sind noch der obere Browning
M2 Kaliber 0.50 inch (12,7mm) - Zwillingsgeschützstand.
 
Das gleiche trifft auf Teile des Bodengeschützstandes
und der Pilotensitze zu.

Der Backbordflügel befindet sich in 17m Tiefe, der Steuerbordflügel
in 9m.

Deutlich erkennt man an beiden Flügeln,daß
nur die Tragfläche selbst Aluminiumbeplankt war. Die Querruder am
Flügel waren lediglich stoffbespannt und sind mittlerweile weggegammelt.
Das Flugzeug selbst wurde am 20. November 1941 frisch aus der Fabrik
von Boeing bei Seattle kommend beim Salt Lake SAD abgeliefert,eingeflogen
und am 15. Dezember 1941 zu seiner Staffel überstellt, die am 22.
Juli 1942 nach Hickham Field/Honolulu bei Hawaii verlegt wurde.
Erst kurz vor dem fatalen Angriff war es möglich im Direktflug
Henderson Field zu erreichen, wurde doch erst wenige Tage vorher der Zwischenlandeplatz
auf Espirito Santo bei Vanuatu ( Neue Hebriden ) fertig.
Die Solomonen an sich sind des Wracktauchers Paradies. Neben Scapa Flow
und Truk ist dies für sie einer der Hauptanziehungspunkte liegt hier
bei Honiara doch der Iron Bottom Sound - der
Eisengrund sozusagen.Hier liegen ca. 50 Wracks.Vom Schlachtschiff und Kreuzer
über Zerstörer und Minensuchern bis zu U-Booten und Kampfflugzeugen
ist hier alles vorhanden.
Das Tauchen hier hat aber auch Tektauchergrade, liegen doch die Bugsteven
auf Meereshöhe und die Schiffshecks in durchschnittlichen Tiefen von
+60m.
Nicht weit von Honiara liegen dann auch
noch bei weitere Wracks bei:
Tambea Island
Mbanika Island
Ghizo Island
Munda
Shortland Island
uvm.
Siehe zu diesen Wracks auch die weiteren Beschreibungen auf dieser Site
!
| Achtung!!!!!! |
Bomben und
Bordwaffenmunition
sind immer noch gefährlich !
Nichts berühren ! |
Zu diesem Wrack haben wir auch ein kleines Filmchen
(ca. 1.7 MB) in unserer Videogalerie.

Es zeigt die B-17E an ihrem heutigen Ruheplatz unter Wasser.
Downloaden kann man den dafür notwendigen Indeo 5.06 Video Treiber
(.avi) hier,
falls Ihr ihn nicht schon habt - er ist nämlich schon in jedem Microsoft
Media Player 6.0 und höher inbegriffen.
Der Film wurde freundlicherweise von Jeff Johnson zur Verfügung
gestellt von seiner Page www.outofbounds.com
The film was kindly donated to this site by the holder of the Copyright
Mr. Jeff Johnson.
See also his Homepage www.outofbounds.com
Hier gibt es aber noch die Möglichkeit sich einen alten Schwarzweiß-Film
zu Notfallsituationen einer B-17 anzuschauen ( 28k
/ 56k
-Modem).
The Video was kindly donated of Mr. Winsor White via his page www.zenoswarbirdvideos.com
Der Film wurde freundlicherweise über die Seite www.
zenoswarbirdvideos.com von Mr.Winsor White zur Verfügung gestellt.
Download des hier notwendigen Realplayer in Form des Realplayer 8 Basic
Beta hier.
Möchtet Ihr euch lieber kleine bunte Flugfilmchen einer B-17 anschauen,so
könnt ihr das hier.
Es muß dann lediglich noch der Hyperlink "Video" auf dieser Seite
angeklickt werden.
Der dafür benötigte Player ist von Quicktime und kann hier
gedownloaded werden.
Möchtet ihr euch den Film (oben gelinkt) zum Zero- "Sen Jäger"
(beim Angriff auf Pearl Harbour) anschauen, braucht ihr den Vivoplayer.
Dieser Film wurde freundlicherweise von Monsieur Sylvain Sepot über
www.ina.fr
zur Verfügung gestellt.
Unser Dank für die wieder zahlreich zu Verfügung gestellten
Hyperlinks zu Internetseiten geht an:
A grateful "Thank you!" for the numerously donated Hyperlinks
to Internetpages goes to:
Mr. L.P. Dwyer with his site http://aviation-history.com
Mr. Scott Rose of www.warbirdsresourcegroup.org
Mr. Thomas Wilberg of www.luftfahrtmuseum.com
EAA Foundation with www.b17.org |