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 Geschrieben von Jessica

Trockengelegt - Die Aggertalsperre im Leerzustand

Im Oberbergischen liegt die Aggertalsperre, ein Gewässer, das Tauchern einen speziellen Reiz bietet, liegt doch, je nach Wasserstand, ein fast völlig intakter Brecher auf max. 30m, beginnend bei 10m (bei vollem Wasserstand). Nun liegt die Talsperre trocken, da die Staumauer saniert wird. Taucher.net hat die Gelegenheit genutzt und Bilder geschossen, die es zuletzt 1985 in dieser Form gab... Eine Tauchplatzbeschreibung mit vielen Bildern, damit man die "Attraktionen" später unter Wasser auch wiederfindet ;-)

Unterhalb von Meinerzhagen (im Oberbergischen Land, 50km östlich von Köln) entspringt die Agger in südliche Richtung. An der Landstraße 337 wird sie nach sieben Kilometern aufgestaut zur Aggertalsperre.

Die Talsperre wird gebildet aus den drei Tälern der Fluesse der Genkel, Agger und Rengse. Tauchen ist jedoch nur in offiziellen Tauchgebiet an der Staumauer erlaubt. Zwischen Genkel- und Aggerarm erhebt sich die Halbinsel Burg. Der Aggerarm grenzt im Westen an der Burghalbinsel, im Osten an der Halbinsel Bruch und im Norden an der kleinen Ortschaft Bredenbruch. Landschaftlich am reizvollsten ist der östliche Arm der Rengse. Im Norden begrenzt von der Halbinsel Bruch, im Süden von den beiden Bergen Hackenberg und Knollen vereint er sich in westlicher Richtung mit dem Aggerarm.

Alle drei Arme haben jeweils eine Länge von etwa zwei Kilometern. Die Sperrmauer mißt eine Höhe von 45 Metern. Bei Vollstau faßt sie knapp 20 Millionen m³ Wasser, maximale Tauchtiefe direkt an der Mauer liegt bei 35m. Die Sichtweiten schwanken jahreszeitlich und liegen zwischen 1 bis 10 Meter. In den Jahren 1927 bis 1929 wurde die Aggertalsperre erbaut. Seitdem dient sie dem Hochwasserschutz, der Energieerzeugung, Freizeitaktivitäten und als Naherholungsgebiet. Mit der Flutung der drei Täler Genkel, Agger und Rengse wurden auch einige Kulturmale, wie Mühlen, überflutet, die in heutiger Zeit sicherlich unter Denkmalschutz stehen würden. Alle Jahre wieder, immer dann wenn es zu einer Sanierung der Staumauer kommt, zuletzt 1985 und wieder 2002 wird die Talsperre trocken gelegt. Dann tauchen diese Kulturdenkmäler wieder auf. Im Rengsetal zu bewundern ist die Brücke am Zusammenfluß von Rengse und Agger. Es handelt sich um eine Bruchsteinbrücke, erbaut vor Beginn des 18. Jahrhunderts

Der Brecher auf der gegenüberliegenden Seite der Einstiegsstelle stammt aus der Bauzeit der Aggertalsperre. Dort befand sich das Mischwerk für die Schwerlastmauer, die ohne Stahlarmierung gebaut wurde. Dort wird häufig ein standorttreuer Zander angetroffen. Die Brücke liegt im östlichen Arm an der Tauchbereichsgrenze der Aggertalsperre auf ca. 25 m. Der Keller liegt zwischen der Brücke und der Einstiegsstelle, in südöstlicher Richtung von der mittig liegenden Landzunge, wo angeblich einmal eine Festung gestanden haben soll. Zwischen Brücke und Staumauer liegt zudem ein alter Steinbruch mit teils Steilwandähnlichen Verhältnissen. Dort findet man, gerade im Flachwasser bis 2m Tiefe, besonders im Sommer viele Hechte. Der Tauchbetrieb findet zu festgelegten Zeiten statt. Die Informationen drüber gibt es auf den Seiten des TSV/NRW. Ansonsten ist der Tauchbetrieb streng reglementiert. Ich habe selbst schon erlebt, wie Taucher aus dem Wasser gefischt wurden, die sich nicht angemeldet hatten und woanders eingestiegen waren.

Es darf nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in der Zeit von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr getaucht werden. Spätestens bis 16.00 Uhr muß man aus dem Wasser sein. Bis 15.00 Uhr muß der Tauchgang begonnen haben. Jeder Taucher muß Mitglied des VDST oder der CMAS sein. Dies muß nachgewiesen werden. Für Verbandsfremde besteht auch die Möglichkeit beim VDST für DM 78,- eine Einzelmitgliedschaft zu erwerben. Aus versicherungstechnischen Gründen ist diese Voraussetzung zwingend. Der Taucherpaß ist bei der Anmeldung beim Diensthabenden abzugeben. Es muß eine gültige ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung oder der Eintrag im Taucherpaß vorhanden sein. Jeder Taucher muß eine Taucherlampe mitführen. Jede Tauchgruppe muß einen Gruppenführer benennen, der die Verantwortung für die gesamte Gruppe übernimmt. In einer Gruppe darf nur ein Taucher mit der Qualifikation VDST Bronze (Äquivalenzliste) vorhanden sein. Die übrigen Taucher müssen eine höherrangige Qualifikation haben.

Es dürfen max. 25 Taucher gleichzeitig im Wasser sein. Jeder Taucher muß eine Taucherweste oder ein Jacket tragen. Das Tauchen geschieht auf eigene Gefahr. Es dürfen nur die vorgeschriebenen Einstiegsstellen benutzt werden. Das Tauchen an anderen Stellen ist untersagt. Die Anmeldung zum Tauchen kann mittwochs in der Zeit von 21.15 Uhr bis 22.30 Uhr unter der Rufnummer 0271 / 45493 erfolgen. Bei Nichtanmeldung kann es passieren, dass man etwas warten muß, wenn bereits 25 Taucher im Wasser sind. Für einen Tauchgang ist ein Betrag von € 6,- zu entrichten. Bei zwei Tauchgängen wird ein Betrag von € 8,- erhoben. Von diesen Beträgen werden pro Tauchgang € 2,56 an den Aggerverband entrichtet, so dass der eigentliche Betrag von € 3,44/€ 2,88 zur Kostenregulierung der Interessengemeinschaft Aggertalsperre bei einem/zwei Tauchgängen mehr als angemessen anzusehen ist. Am Tauchplatz verfügt der Diensthabende über einen Fernsprechanschluß (Festnetz) und ein O2-Gerät wird bereitgestellt. Nacht-Tauchgänge sind verboten.

Voraussichtlich ab 2003 ist die Aggertalsperre wieder betauchbar. In diesem Jahr wird die Staumauer saniert und das Tal liegt daher trocken.

Hier noch ein paar Bilder der "trockenen" Sperre:

Alle Bilder (c) Jessica Brühl


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