Trockengelegt - Die Aggertalsperre im Leerzustand
Im Oberbergischen liegt die Aggertalsperre, ein Gewässer, das Tauchern
einen speziellen Reiz bietet, liegt doch, je nach Wasserstand, ein fast
völlig intakter Brecher auf max. 30m, beginnend bei 10m (bei vollem
Wasserstand). Nun liegt die Talsperre trocken, da die Staumauer saniert
wird. Taucher.net hat die Gelegenheit genutzt und Bilder geschossen, die
es zuletzt 1985 in dieser Form gab... Eine Tauchplatzbeschreibung mit vielen
Bildern, damit man die "Attraktionen" später unter Wasser
auch wiederfindet ;-)
Unterhalb von Meinerzhagen (im Oberbergischen Land, 50km östlich
von Köln) entspringt die Agger in südliche Richtung. An der Landstraße
337 wird sie nach sieben Kilometern aufgestaut zur Aggertalsperre.
Die Talsperre wird gebildet aus den drei Tälern der Fluesse der
Genkel, Agger und Rengse. Tauchen ist jedoch nur in offiziellen Tauchgebiet
an der Staumauer erlaubt. Zwischen Genkel- und Aggerarm erhebt sich die
Halbinsel Burg. Der Aggerarm grenzt im Westen an der Burghalbinsel, im
Osten an der Halbinsel Bruch und im Norden an der kleinen Ortschaft Bredenbruch.
Landschaftlich am reizvollsten ist der östliche Arm der Rengse. Im
Norden begrenzt von der Halbinsel Bruch, im Süden von den beiden Bergen
Hackenberg und Knollen vereint er sich in westlicher Richtung mit dem Aggerarm.
Alle drei Arme haben jeweils eine Länge von etwa zwei Kilometern.
Die Sperrmauer mißt eine Höhe von 45 Metern. Bei Vollstau faßt
sie knapp 20 Millionen m³ Wasser, maximale Tauchtiefe direkt an der
Mauer liegt bei 35m. Die Sichtweiten schwanken jahreszeitlich und liegen
zwischen 1 bis 10 Meter. In den Jahren 1927 bis 1929 wurde die Aggertalsperre
erbaut. Seitdem dient sie dem Hochwasserschutz, der Energieerzeugung, Freizeitaktivitäten
und als Naherholungsgebiet. Mit der Flutung der drei Täler Genkel,
Agger und Rengse wurden auch einige Kulturmale, wie Mühlen, überflutet,
die in heutiger Zeit sicherlich unter Denkmalschutz stehen würden.
Alle Jahre wieder, immer dann wenn es zu einer Sanierung der Staumauer
kommt, zuletzt 1985 und wieder 2002 wird die Talsperre trocken gelegt.
Dann tauchen diese Kulturdenkmäler wieder auf. Im Rengsetal zu bewundern
ist die Brücke am Zusammenfluß von Rengse und Agger. Es handelt
sich um eine Bruchsteinbrücke, erbaut vor Beginn des 18. Jahrhunderts
Der Brecher auf der gegenüberliegenden Seite der Einstiegsstelle
stammt aus der Bauzeit der Aggertalsperre. Dort befand sich das Mischwerk
für die Schwerlastmauer, die ohne Stahlarmierung gebaut wurde. Dort
wird häufig ein standorttreuer Zander angetroffen. Die Brücke
liegt im östlichen Arm an der Tauchbereichsgrenze der Aggertalsperre
auf ca. 25 m. Der Keller liegt zwischen der Brücke und der Einstiegsstelle,
in südöstlicher Richtung von der mittig liegenden Landzunge,
wo angeblich einmal eine Festung gestanden haben soll. Zwischen Brücke
und Staumauer liegt zudem ein alter Steinbruch mit teils Steilwandähnlichen
Verhältnissen. Dort findet man, gerade im Flachwasser bis 2m Tiefe,
besonders im Sommer viele Hechte. Der Tauchbetrieb findet zu festgelegten
Zeiten statt. Die Informationen drüber gibt es auf den Seiten des
TSV/NRW. Ansonsten ist der Tauchbetrieb streng reglementiert. Ich habe
selbst schon erlebt, wie Taucher aus dem Wasser gefischt wurden, die sich
nicht angemeldet hatten und woanders eingestiegen waren.
Es darf nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in der Zeit von 10.00
Uhr bis 16.00 Uhr getaucht werden. Spätestens bis 16.00 Uhr muß
man aus dem Wasser sein. Bis 15.00 Uhr muß der Tauchgang begonnen
haben. Jeder Taucher muß Mitglied des VDST oder der CMAS sein. Dies
muß nachgewiesen werden. Für Verbandsfremde besteht auch die
Möglichkeit beim VDST für DM 78,- eine Einzelmitgliedschaft zu
erwerben. Aus versicherungstechnischen Gründen ist diese Voraussetzung
zwingend. Der Taucherpaß ist bei der Anmeldung beim Diensthabenden
abzugeben. Es muß eine gültige ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung
oder der Eintrag im Taucherpaß vorhanden sein. Jeder Taucher muß
eine Taucherlampe mitführen. Jede Tauchgruppe muß einen Gruppenführer
benennen, der die Verantwortung für die gesamte Gruppe übernimmt.
In einer Gruppe darf nur ein Taucher mit der Qualifikation VDST Bronze
(Äquivalenzliste) vorhanden sein. Die übrigen Taucher müssen
eine höherrangige Qualifikation haben.
Es dürfen max. 25 Taucher gleichzeitig im Wasser sein. Jeder Taucher
muß eine Taucherweste oder ein Jacket tragen. Das Tauchen geschieht
auf eigene Gefahr. Es dürfen nur die vorgeschriebenen Einstiegsstellen
benutzt werden. Das Tauchen an anderen Stellen ist untersagt. Die Anmeldung
zum Tauchen kann mittwochs in der Zeit von 21.15 Uhr bis 22.30 Uhr unter
der Rufnummer 0271 / 45493 erfolgen. Bei Nichtanmeldung kann es passieren,
dass man etwas warten muß, wenn bereits 25 Taucher im Wasser sind.
Für einen Tauchgang ist ein Betrag von € 6,- zu entrichten. Bei zwei
Tauchgängen wird ein Betrag von € 8,- erhoben. Von diesen Beträgen
werden pro Tauchgang € 2,56 an den Aggerverband entrichtet, so dass der
eigentliche Betrag von € 3,44/€ 2,88 zur Kostenregulierung der Interessengemeinschaft
Aggertalsperre bei einem/zwei Tauchgängen mehr als angemessen anzusehen
ist. Am Tauchplatz verfügt der Diensthabende über einen Fernsprechanschluß
(Festnetz) und ein O2-Gerät wird bereitgestellt. Nacht-Tauchgänge
sind verboten.
Voraussichtlich ab 2003 ist die Aggertalsperre wieder betauchbar. In
diesem Jahr wird die Staumauer saniert und das Tal liegt daher trocken.
Hier noch ein paar Bilder der "trockenen" Sperre:
Alle Bilder (c) Jessica Brühl