von Michael Scharrer

Die Basis: Das JDC liegt ca. 14 km südlich von Hurghada und ca.
6 km südlich vom Flughafen entfernt. Die Basis wurde 1988 unter der
Leitung von Monika Wiget eröffnet. Monika hat sehr hohe Ansprüche
bezüglich Sicherheit, Kundennähe und Service. Auf diese Linie
werden auch ihre Mitarbeiter eingeschworen. Vielleicht resultiert daraus
auch eine gewisse Fluktuation der Mitarbeiter. So hat sie es aber geschafft,
über Jahre hinweg einen sehr hohen Standard zu halten. Es ist nicht
verwunderlich, dass dass sie vom VDST zur besten MTA-Basis und von der
Leserauswahl des Magazins "Tauchen" als eine der besten Tauchbasen
am roten Meer ausgezeichnet worden ist. Die grosse Zahl der "Wiederholungstäter",
die seit Jahren immer wieder kehren, sprechen für sich.

Die ansprechend eingerichtete Basis mit kleiner aber gut sortierter
Boutique schliesst sich nahtlos an die "Ambola"-Bar an, wo sich
TaucherIn nach einem Tauchtag zum Klönschnack treffen.
In unmittelbarer Nähe der Basis befindet sich der eigene Hafen.
Dies erspart dem Taucher das Schleppen der Tauchausrüstung, da diese
von der Crew zu den Booten gefahren und an Bord gebracht wird.

Fünf eigene, grosszügig bemessene, mit Funk und O2-Systeme
ausgerüstete Schiffe lassen keine Platzangst aufkommen. Sollten diese
Schiffe nicht ausreichen, werden kurzerhand weitere dazu gechartert.
Angebot: Durchgeführt werden Mehrtages- (bei Nachfrage), Tages-
und Halbtagestouren sowie Nachttauchgänge. Wer nicht im Besitz einer
eigenen Ausrüstung ist, findet vom Anzug, Computer, Lampen u.s.w.
so ziemlich alles in ausreichender Zahl vor. UW-Fotografen in spee brauchen
sich nicht um den vermeintlich einzigen Fotoapparat (Sea&Sea MX10)
zu schlagen, auch sie sind in ausreichender Zahl vorhanden.
Dem brevetierten Taucher stehen Rebreather sowie Nitrox zur Verfügung.
Ausgebildet wird bis zum Tauchlehrer, es steht ein breites Angebot an
Weiterbildungskursen zur Verfügung. Weitere Infos dazu und zu den
Verbänden holt man sich am Besten auf der Website www.jasmin-diving.com.
Kinder bis zum 12. Lebensjahr können ihre Eltern kostenlos auf
Tauchausfahrten begleiten und/ oder erste Erfahrungen mit dem Gerätetauchen
sammeln.*
Nicht zu vergessen den Shuttle-Service zu den nahegelegenen Hotels.
Ablauf: Vor dem Tauchen steht das Papier... Das JDC ist eine der wenigen
Basen, auf der ich Tauchpass, Logbuch und Tauchtauglichkeit vorlegen musste
und dies auch gecheckt wurde! Dem einen oder anderen Zeitgenossen mag dies
lästig erscheinen, für mich ist dies vorbildlich. Es spiegelt
den Sicherheitsgedanken und die Verantwortung den Gästen gegenüber
wieder. Hier entscheidet man auch darüber, ob dem Gast evtl. ein TL/
Guide zugewiesen wird, bzw., er kann diesbezüglich Wünsche äussern.
Aufgelockert wird dieses Prozedere durch die allzeit herzlich freundliche
Bianca.

Bei Tagesausfahrten trifft man sich um 8:00 Uhr an der Basis, stellt
seine Tauchkiste bereit und zumeist pünklich um 8:30 Uhr legen die
Boote ab. Zuvor findet ein Brieving statt, die Gäste werden nach Zielen/
Wünschen befragt und diese soweit wie möglich realisiert. Die
Boote werden zumeist gewechselt, bzw. die Zusammensetzung der Gäste
ändert sich öfters. Hintergrund ist Monikas Gedanke, keinen anonymen
Tauchbetrieb zu schaffen. Die Gäste sollen sich untereinander kennen
lernen. Auf Gruppen oder Tauchpartner wird selbstverständlich Rücksicht
genommen. Dazu reicht lediglich ein Eintrag in die Tauchliste.
Wie schon erwähnt, auf den Booten ist ausreichend Raum auch für
das An- und Abrödeln vorhanden. Wer möchte, kann sich für
das gute Mittagessen eintragen lassen.
An Deck ist das Rauchen zwar nicht ausdrücklich untersagt, aber
aus verständlichen Gründen nicht gerne gesehen.
Getränke sind mitzubringen, Verantwortlich ist dafür das Ressort,
welches Monika, ich nenne es mal so, geknebelt hat.
Vor jedem Tauchgang findet ein ausführliches Brieving mit Gruppeneinteilung
statt.
Nach der Ankunft an der Basis und Spülen der Ausrüstung sollte
man, bevor man die Bar aufsucht, sich für den nächsten Tauchtag
eintragen.


Tauchgebiete: Hier haben Taucher, aber wahrscheinlich noch mehr die
Zivilisation natürlich ihre Spuren hinterlassen. Sehr skeptisch angereist,
war ich überrascht ob der vielen Oasen unter Wasser. Auch der Begriff
"Fischsuppe" hatte teilweise wieder Bedeutung. Die schönsten
Plätze befinden sich in Tiefen um 10 bis maximal 15m. "Tiefenjäger"
können zwar, aber es lohnt einfach nicht. Wenn ich nun abwägen
sollte, was mir besser gefällt, Sharm, Marsa Alam oder Hurghada...
Ich könnte es nicht sagen, jedes Gebiet hat seine Reize. Wer lange
Tauchgänge und viel Farben möchte, ist in Hurghada bestens aufgehoben.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es mit den Tauchgebieten um Hurghada
aufwärts geht. Nicht nur die Basenbetreiber haben wohl erkannt, dass
intakte Riffe ihr Kapital darstellen. Auch hier ist Monika als Gründundungsmitglied
der HEPCA (Hurghada environmental protection and conservation association)eine
Vorreiterin und treibende Kraft.
Fazit: Für mich ist das Jasmin Diving Center eine unbedingte Empfehlung.
Ein Umfangreiches Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten der unterschiedlichsten
Verbände, die umfangreiche Ausrüstung, die Möglichkeit mit
Nitrox zu tauchen... Abgerundet wird das Ganze mit Kundenfreundlichkeit
und Service. Persönlich bevorzuge ich eher kleinere Basen an entlegenderen
Plätzen. Trotzdem, obwohl der Kreis der Taucher sehr gross ist, entsteht
doch ein Gefühl "einer" Gruppe. Auffällig ist, dass
das Puplikum ein gewisses Niveau besitzt. Gerade ein allein Reisender fühlt
sich sehr schnell zu Hause.
Wermutstropfen: In einem so grossen Unternehmen passieren gelegentlich
"Patzer", dies ist kaum zu vermeiden. Hier sollte man sich direkt
an Monika wenden und sachlich den Sachverhalt schildern und nicht, wie
in der Vergangenheit geschehen in der Öffentlichkeit Rundumschläge
verteilen. Ich gehe fast jede Wette ein, jeder "Patzer" bleibt
ein Einzelfall.
Teilweise habe ich den Eindruck, dass das JDC mit dem Ressort in Verbindung
gebracht wird. Dies sind völlig eigenständige Unternehmen! Für
Taucher als einfaches anspruchsloses Hotel sicherlich akzeptabel, ich aber
empfehle auf jeden Fall eher das "Schwesterhotel" ALADDIN BEACH
RESORT, direkt anbei.
*Ich stehe dem Kindertauchen nicht grundsätzlich negativ gegenüber.
Ich denke, es ist für Kinder eine ganz besondere Erfahrung, die UW-Welt
früh zu erfahren und es wirkt sich bestimmt auch positiv auf die geistige
Entwicklung aus. Aber hier haben Eltern in Zusammenarbeit mit dem TL eine
besondere Verantwortung. Eltern sollten sich auf jeden Fall von einem kompetenten
Arzt beraten und ihr Kind vorher sorgfältig auf eine Tauchtauglichkeit
untersuchen lassen.
Hier noch ein paar Bilder vom Basisleben:



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